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Eine dominante Spezies, die nacht-aktiv ist

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  • Eine dominante Spezies, die nacht-aktiv ist

    Hallo,

    für den Gedankengang muss ich ein bisschen ausholen. Als ich im Sommer so den blauen Himmel sah, fiel mir ein, dass wir Homo Sapiens Tag-aktiv sind und tagsüber sehen wir entweder Wolken oder blauen Himmel. Biebes "schirmt" uns von dem uns umgebenden Weltraum ab. Die Sterne kann ja nur Nacht gut sehen. Evolutionär ist für uns eher der helle Tag normal, das sagt schon allein der Aufbau unsere Augen. Das zieht sich in unsere Kultur. Nachts muss man aufpassen, denn dann sind finstere Gestalten unterwegs.

    Wie würde jetzt eine Kultur aussehen, deren Erschaffer nacht-aktiv sind?
    Wie würden wir Licht-abhängigen-Durch-die-Gegend-Glotzer auf nacht-aktive Aliens wirken?

    Eine Sache fällt mir schonmal ein: Man bräuchte weniger Energie, um alles mögliche zu beleuchten.
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  • #2
    Eine solche Spezies ist mit Sicherheit sehr viel Kälteresistenter als wir Menschen. Ich könnte mir außerdem sehr gut vorstellen, dass eine solcher Spezies eine Echolot-Wahrnehmung, vergleichbar mit der der Fledermäuse, aufweist.

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    • #3
      Auf die Erde bezogen würde sich eine solche Lebensform mit sicherheit gänzlich von den menschen Unterscheiden. Eine technische Hochkultur wie bei den menschen würde ich bei einer Nachtaktiven Spezies aber prinzipiell ausschließen. Affen besaßen seit jeher Hände, weil das verwenden von Werkzeugen ihnen einen Vorteil beim klettern und der Nahrungssuche einbrachte. Nachtaktiv sind aber fast nur Raubtiere. Und die sind üblicherweise so hoch spezialisiert, dass sie keine Werkzeuge anwenden können und damit auch das kreativ-erfinderische Potential ihres gehirns nicht großartig stimulieren.

      Am Wahrscheinlichsten würde ich es halten, dass sich bei einem solchen Prozess die Feloidea - also die Katzenartigen - gegenüber allen anderen Lebewesen durchgesetzt hätten und zu einer Dominanten Spezies geworden wären.

      Da Katzen eher in Rudeln als Familien existieren, dürfte sich die Bevölkerung sozial weniger zu großen staaten, als viel mehr zu kleinen, dafür aber intern stabileren Verwaltungseinheiten zusammengeschlossen haben. Die Kommunikation wäre wohl weniger ausgeprägt als bei uns Menschen, könnte aber durchaus verbal oder sogar schriftlich stattfinden, je nachdem in welche Richtung sich das Layout der Pfoten entwickelt.

      In Biologischer hinsicht dürfte die evolution eher am Vier- als am Zweibein-Prinzip festhalten. Menschen gehen deshalb aufrecht, weil "Übersicht" für ein "Fluchttier" einen Vorteil darstellt. Bei den Feloidea, deren Koordination, Kraft und Geschwindigkeit - kurz: der Komplette Bewegungsapparat - praktisch allen anderen, gleichgroßen Tieren gegenüber massiv überlegen ist, wäre das unnötig. Gleichsam dürfte das Fell erhalten bleiben, weil es bei den Feloidea kein Hygiene-Problem darstellt, und dem Individuum einen "Tarnanstrich" bietet, der für die Jagd unerlässlich ist.
      Was ist Ironie?
      Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
      endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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      • #4
        Eine solche Spezies könnte sich auf einem Planeten mit gebundener Rotation entwickeln. Der Planet würde seiner Sonne immer die gleiche Seite zeigen, wie der Mond der Erde. An der permanten Tag/Nacht-Grenze könnte es einen schmalen Ring geben, an dem es trotz fast ewiger Dunkelheit flüssiges Wasser gibt. An der Sonnenseite wäre buchstäbliche Gluthitze, auf der ewigen Schattenseite wäre arktische Kälte.
        \\// Dup dor a´az Mubster
        TWR www.labrador-lord.de
        United Federation of Featherless
        SFF The 6th Year - to be continued

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        • #5
          Ich halte es für ein Gerücht, dass auf einem solchen Planeten Leben möglich wäre. Wenn es in der Dämmerungszone Wasser gäbe, würde diese aufgrund der massiven Temperaturunterschiede zwischen der Tagseite und der nachtseite permanennt von starken Stürmen verwüstet werden und läge unter einer konstant dichten Schicht aus kochendem Wasserdampf begraben.
          Was ist Ironie?
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          • #6
            Eine solche idirekt (wegen der ständigen Dunkelheit) nachtaktive Spezies gibt es in ST bereits: Die Remaner aus ST X Nemesis. Diese leben auf der Dunklen Seite des Planeten Remus, der ein Planet von der Art ist, die TWR im Post über mir beschrieb.
            Allerding haben sich die Remaner nicht auf dem Planten entwickelt, sondern waren normale Romulaner, die sich den besonderen Bedingungen des Planeten anpassten, nachdem sie dort siedelten. Die Remaner sind extrem lichtempfindlich, können im Dunkeln aber hervoragend sehen.
            That is not dead which can eternal lie / And with strange aeons even death may die
            Es ist nicht tot, was ewig liegt, / Und in fremder Zeit wird selbst der Tod besiegt.
            H. P. Lovecraft

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            • #7
              Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
              Auf die Erde bezogen würde sich eine solche Lebensform mit sicherheit gänzlich von den menschen Unterscheiden. Eine technische Hochkultur wie bei den menschen würde ich bei einer Nachtaktiven Spezies aber prinzipiell ausschließen. Affen besaßen seit jeher Hände, weil das verwenden von Werkzeugen ihnen einen Vorteil beim klettern und der Nahrungssuche einbrachte. Nachtaktiv sind aber fast nur Raubtiere. Und die sind üblicherweise so hoch spezialisiert, dass sie keine Werkzeuge anwenden können und damit auch das kreativ-erfinderische Potential ihres gehirns nicht großartig stimulieren.

              Am Wahrscheinlichsten würde ich es halten, dass sich bei einem solchen Prozess die Feloidea - also die Katzenartigen - gegenüber allen anderen Lebewesen durchgesetzt hätten und zu einer Dominanten Spezies geworden wären.

              .
              Koboldmakis sind so weit ich weiß auch nachtaktiv!

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              • #8
                Mir ist ein Aspekt der Frage jetzt erst eingefallen.
                Sprechen wir über eine Spezies, die komplett Blind ist, oder "nur mit weniger Licht auskommt"?

                Katzen können auch nachts besser sehen als Menschen, sind aber dazu nicht so von ihrem Sehsinn abhängig wie wir.


                Ich denke schon, dass ein Planet mit Tag-und-Nacht-Wechsel ähnlich wie auf der Erde von Nöten ist. Schon wegen klimatischer Bedingungen.
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                • #9
                  Zitat von berg-ulme Beitrag anzeigen
                  Ich denke schon, dass ein Planet mit Tag-und-Nacht-Wechsel ähnlich wie auf der Erde von Nöten ist. Schon wegen klimatischer Bedingungen.
                  Bei einem Planeten, der eine ähnlich exzentrische Umlaufbahn wie Merkur hat, würde es schon einige erhebliche klimatische Schwankungen geben, selbst wenn seine Rotation an seinen Stern gebunden ist. In Off-Topic, T&W wurde dies im Exoplaneten-Thread schon ansatzweise diskutiert.
                  Da dieser Planet auch nahe an seiner Sonne wäre, gäbe es sicher auch eine starke Plattentektonik, die für die Enstehung irdischen Lebens auch wesentlich war (auch wenn die Ursache auf der Erde eine andere war).
                  \\// Dup dor a´az Mubster
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                  • #10
                    Um zur Möglichkeit einer nachtaktiven Intelligenz auf einem erdähnlichen Planeten zurückzukehren:
                    Die nachtaktive Vogelart der Eulen hat hervoragende Augen um nachts zu sehen und ist auch intelligent. Das sich eine solche Tierart dert weiterentwickelt, dass sie zu einer menschenähnlichen Intelligenz wird ist mMn nicht alzu unwahrscheinlich.
                    Immer hin zählen Krähenartige Vögel zu den intelligentesten Tieren überhaubt. Teilweise sogar intelligenter als Schimpansen!
                    Da ist es nicht allzu unwahrscheinlich anzunehmen, dass Vögel sich zu intelligenten Wesen entwickeln könnten. Auch zu nachtaktiven.
                    That is not dead which can eternal lie / And with strange aeons even death may die
                    Es ist nicht tot, was ewig liegt, / Und in fremder Zeit wird selbst der Tod besiegt.
                    H. P. Lovecraft

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                    • #11
                      Die Frage, die ich mir stelle wozu sollte ein intelligentes Lebewesen nachtaktiv bleiben? Worin besteht für nLebewesen mit dem Verstand eines Menschen der Nachteil darin tagaktiv zu sein? Die Antwort ist eben große Hitze und lange Nächte! Sobald es von Vorteil ist nachtaktiv zu sein werden auch die dominanten Spezies eines Planeten Nachtaktiv sein!

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                      • #12
                        Da du eigentlich Recht hast, Tibo, versuche ich einige Erklärungen zu finden:
                        - die Nächte dauern immer länger als der Tag (80% Nacht, 20% Tag)> nachtaktives Leben wäre effizienter
                        - die Sonne emitiert ausser Licht auch eine schädliche/tödliche Strahlung, an die das Leben sich niemals anpassen kann > Leben kann nur nachts aus den Verstecken
                        - am Tag ist eine für die Intelligenz gefährliche Spezies aktiv, nachts aber nicht > Spezies weicht auf die Nacht aus (zumindest bis zu einem gewissen evolutinären/kulturellen Entwicklungsgrad)
                        That is not dead which can eternal lie / And with strange aeons even death may die
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                        • #13
                          Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
                          Koboldmakis sind so weit ich weiß auch nachtaktiv!
                          Das stimmt zwar, allerdings gehe ich rein von Gefühl her davon aus, das nachtaktive Pflanzenfresser in den meisten gebieten eine evolutionstechnische Sackgasse sein dürften.

                          Nahrungsquellen für Pflanzenfresser sind im dumkeln nicht angreifbarer, als am Tag, einen Vorteil verschafft die Nachtsicht den Tieren also nicht.
                          Umgekehrt ist aber die Mehrheit der jagenden Fleischfresser nachtaktiv. Und ein Tier das sich auf der Nahrungssuche bewegt, ist für jeden Jäger leichter aufzuspüren, als eines, dass sich versteckt.

                          Die Koboldmakis hatten einfach das Glück, dass sich in dem Lebensraum den sie besiedeln nur wenige echte Fressfeinde befinden. Da kann das Konzept sicher funktionieren.

                          Einen Vorteil für das Tier - noch dazu einen, der sie über die Zeit hinweg zu einem Menschenähnlichen Tier werden lassen könnte - sehe ich darin aber nicht.

                          Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
                          Die Frage, die ich mir stelle wozu sollte ein intelligentes Lebewesen nachtaktiv bleiben? Worin besteht für nLebewesen mit dem Verstand eines Menschen der Nachteil darin tagaktiv zu sein? Die Antwort ist eben große Hitze und lange Nächte! Sobald es von Vorteil ist nachtaktiv zu sein werden auch die dominanten Spezies eines Planeten Nachtaktiv sein!
                          Ich glaube da machst du es dir ein wenig einfach. Von der frage ausgehend, warum ein Lebewesen nachtaktiv "bleiben sollte", müssten wir uns heute die Frage stellen, warum nicht jedes Lebewesen sowohl Tag-. als auch Nachtsicht entwickelt hat. Denn beides zu haben wäre ja nun auf jeden Fall ein Vorteil.

                          Ich glaube, der springende Punkt ist "Gruppenzwang". Evolution funktioniert ja nach dem Muster, dass bei einem lebewesen eine zufällige Mutation auftritt, die es dann an seine Nachkommen weitergibt. Der Theorie nach werden sich dadurch Mutation verbreiten, die für die pezies von Vorteil sins, während Mutation die keinen Vorteil einbringen, über kurz oder lang wieder verschwinden.

                          Wenn ein Tier jetzt aber in eine Gruppe von Nachtaktiven tieren mit der Fähigkeit geboren wird, das Tageslicht besser zu ertragen und damit z.B. auch Dämmerungsaktiv sein KÖNNTE, bringt ihm das aber keinen Vorteil, so lange der Rest des Rudels / der Herde trotzdem nur nachts aktiv ist.

                          Ich denke bei einer solchen Lebensform wird sich über kurz oder lang ein ähnlicher zeitlicher Ablauf einstellen, wie bei den Menschen. Der Höhepunkt der aktivität wird nachts bleiben, auch wenn Tagaktivität möglich wäre. Davon ausgehend, das die Nachtaktive Spezies einen ziemlich hohen Punkt der Evolution erreicht, muss das Konzept im jeweils vorliegenden Lebensraum ja erfolgreich sein.
                          Allerdings ist natürlich davon auszugehen, dass die Übergänge Variabel sind und es genau so "Tagschwärmer" geben wird, wie es bei uns "Nachtschwärmer" gibt.
                          Was ist Ironie?
                          Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                          endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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                          • #14
                            Zitat von berg-ulme Beitrag anzeigen
                            Katzen können auch nachts besser sehen als Menschen, sind aber dazu nicht so von ihrem Sehsinn abhängig wie wir.
                            Katzen sehen im Dunkeln besser, aber generell schlechter als Menschen. Von daher kann man sagen, dass der Mensch auch spezialisiert ist, bzw. nicht spezialisiert, sondern da seit ca. 8000 Jahren in bestimmten Gebieten der Welt die Sinnesorgane nicht mehr zwingend zum Überleben erforderlich sind, verkümern sie speziesweit (keine Auslese der "schlechten" Sinne; auch ich als Kurzsichtiger wäre davon betroffen gewesen).

                            Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
                            Der Theorie nach werden sich dadurch Mutation verbreiten, die für die pezies von Vorteil sins, während Mutation die keinen Vorteil einbringen, über kurz oder lang wieder verschwinden.
                            Oder auch bleiben. Was nicht zum Nachteil ist, wird ja nicht zwingend ausgesondert.

                            Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
                            Wenn ein Tier jetzt aber in eine Gruppe von Nachtaktiven tieren mit der Fähigkeit geboren wird, das Tageslicht besser zu ertragen und damit z.B. auch Dämmerungsaktiv sein KÖNNTE, bringt ihm das aber keinen Vorteil, so lange der Rest des Rudels / der Herde trotzdem nur nachts aktiv ist.
                            Wenn die Tiere zwingend im Rudel jagen, hast du Recht. So kann dieses Tier aber andere Nahrung jagen; du musst auch die sexuelle Auslese auch achten. Weibchen fühlen sich zu Männchen hingezogen, die in ihren Augen "besonders" sind. So z.B. wird die relativ schnelle Evolution des Gehirns der Gattungen Homo erklärt: irgendwann traten zufällig große Entwicklungen auf, diese Abkömmlinge konnten "mehr" und wurden von den Frauen "mehr" beachtet.
                            Zuletzt geändert von Uriel Ventris; 15.09.2011, 06:01. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!

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                            • #15
                              Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
                              Nahrungsquellen für Pflanzenfresser sind im dumkeln nicht angreifbarer, als am Tag, einen Vorteil verschafft die Nachtsicht den Tieren also nicht.
                              Umgekehrt ist aber die Mehrheit der jagenden Fleischfresser nachtaktiv. Und ein Tier das sich auf der Nahrungssuche bewegt, ist für jeden Jäger leichter aufzuspüren, als eines, dass sich versteckt.
                              Könnte eine große Vielzahl nachtaktiver Raubtiere nicht aber auch die Pflanzenfresser zu einer Anpassungsreaktion zwingen, so dass sie ebenfalls nachtaktiv werden?
                              Wer nachts schläft wird gefressen, also bleibt nachts auf und schlaft tagsüber, wenn auch die Raubtiere schlafen.

                              Dominant könnte die Pflanzenfresser-Spezies vielleicht werden, wenn sie sich so perfekt an ihre Fressfeinde anpassen kann, dass sie kaum noch erlegt werden können.

                              Ich denke Leben ist so vielfältig, warum sollte das nicht möglich sein. Anderer Planet, andere Evolutionsgeschichte.

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