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Tötung des Albinos durch die Klingonen (Klingonische Selbstjustiz)

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  • Tötung des Albinos durch die Klingonen (Klingonische Selbstjustiz)

    Gesplittet aus dem Thread "Allgemeine Star Trek Fragen"

    Zitat von Leandertaler Beitrag anzeigen
    Blood Oath finde ich allerdings alles andere als ernst oder melancholisch.
    Das ist halt das Problem mit klingonischer Romantik

    Auch wenn die Folge oberflächlich nicht ernst wirkt, ändert das nichts daran, der der Inhalt (Loyalität, Rache, Selbstopferung) als solcher ziemlich harter Tobak ist.


    Spoiler
    Das der Tod im Kampf, Ehrenschuld und Rache für die Klingonen ein normaler Bestandteil ihrer Kultur sind, ändert ja nichts daran, dass Dax' Freunde am Ende einen ziemlich sinnlosen und tragischen Tod gestorben sind, weil sie ihr eigenes Leben geopfert haben, um Rache zu nehmen.
    Zuletzt geändert von cybertrek; 05.12.2011, 10:35.
    Was ist Ironie?
    Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
    endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

  • #2
    Natürlich spielt Klingonen-Romantik da eine große Rolle, aber gerade deshalb, halte ich diese Episode nicht für harten Tobak. Der Albino hat gekriegt, was er verdient und Kang und Koloth sind ehrenvoll im Kampf gefallen, womit es ihnen erspart blieb sich wie Kor noch vor allen zum Affen zu machen. Letztendlich ist das für alle Beteiligten also ein irgendwie zufriedenstellender Ausgang.
    I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

    - George Lucas

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    • #3
      Das kommt wohl darauf an, wie sehr man versucht, zwischen den Zeilen zu lesen

      Sisko war ja auch "der gute", als er den einen Planeten an der neutralen Zone zerstört hat. Trotzdem denke ich nicht, das er richtig gehandelt hat. Und ebendso sehe ich das hier auch. Oberflächlich mag am Ende der Episode ja alles (oder zumindest vieles ... ich kann mir nicht vorstellen, das Dax nicht trauert) in Butter sein. Aber im Kern ist die Folge ein tolles Bild für die sinnlosigkeit von privatfehden und selbstjustiz, mit der unmissverständlichen Aussage, dass Rache letztlich zur selbstaufgabe und zum Untergang führt.

      Das die Klingonen das anders sehen mögen, mag so sein. Aber ich bin kein Klingone, sondern ein Mensch. Und ich habe mir im Lauf der Zeit angewöhnt, die Klingonen vor allem als Metapher auf viele schlechte Eigenschaften der Menschen zu betrachten.
      Was ist Ironie?
      Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
      endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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      • #4
        Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
        Das kommt wohl darauf an, wie sehr man versucht, zwischen den Zeilen zu lesen

        Sisko war ja auch "der gute", als er den einen Planeten an der neutralen Zone zerstört hat. Trotzdem denke ich nicht, das er richtig gehandelt hat. Und ebendso sehe ich das hier auch. Oberflächlich mag am Ende der Episode ja alles (oder zumindest vieles ... ich kann mir nicht vorstellen, das Dax nicht trauert) in Butter sein. Aber im Kern ist die Folge ein tolles Bild für die sinnlosigkeit von privatfehden und selbstjustiz, mit der unmissverständlichen Aussage, dass Rache letztlich zur selbstaufgabe und zum Untergang führt.

        Das die Klingonen das anders sehen mögen, mag so sein. Aber ich bin kein Klingone, sondern ein Mensch. Und ich habe mir im Lauf der Zeit angewöhnt, die Klingonen vor allem als Metapher auf viele schlechte Eigenschaften der Menschen zu betrachten.
        Mit Sisko ist das IMHO nicht vergleichbar. und ansonsten hängt das wohl vor allem davon ab, was man von den Klingonen hällt. Denn sicherlich haben Dax und Kor zwei Freunde verloren, aber beide wissen eben auch, dass Kang und Koloth es nicht anders gewollt hätten und sich dabei selbst verwirklicht haben.
        Auch halte ich die Klingonen nicht in erster Linie für eine Metapher auf schlechte menschliche Eigenschaften, in mancherlei Hinsicht bewundere ich sie sogar, jedenfalls wenn sie die eigenen Ideale ausnahmsweiße mal nicht verraten.
        Würde ich in der klingonsichen Gesellschaft leben wollen oder hätte ich das Bedürfnis das Herz meines Gegners zu essen, wenn es ein Photonentorpedo aus dem Orbit genauso tut? Ganz sicher nicht. Trotzdem sind sie einfach wunderbar animalisch und ich kann es auch nachvollziehen, wenn Worf sein Abendessen nicht mit dem Phaser, sondern einem einfachen angespitzten Stock erlegt.
        I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

        - George Lucas

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        • #5
          Es geht mir nicht um das animalische

          Wenn Worf gerne mit dem Spieß auf die Jagd geht, sei es drum.
          Aber grade so Dinge wie Ehrenschulden, Familienschande, das streben nach dem Tod und Blutrache sind ja nun zweifellos Elemente, die es auch in der menschlichen gesellschaft gibt ... und die ich absolut nicht beführworten kann. Im Kontext eines fiktiven Volkes aus StarTrek mag ich die Klingonen auch ... aber das ändert nicht daran, dass ich bei fast allen Eigenschaften die dem Volk zugeschrieben werden, froh darüber bin, dass diese Konzepte irgendwo im Nebel der irdischen Historie verloren gegangen sind. Wenn ich alleine an diese klingonische "Konfirmation" denke, bei der der Prüfling körperliche schmerzen ertragen muss, oder das ein hoher Politiker einfach so eine ganze Familie "entehren" kann ... bei solchen Vorstellungen schaudert es mich.

          In sofern trenne ich immer ganz klar zwischen der fiktionalen Seite, und der symbolischen Seite. Das gilt auch für die besprochene Episode, bei der ich den symbolische Ansatz nach wie vor ziemlich heftig finde
          Was ist Ironie?
          Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
          endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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          • #6
            Wobei keiner der Handelnden klar sagt das Jadzia und Co. Mörder sind. Sie ermorden ja nicht nur den Albino sondern auch zahlreiche seiner Wachen. Höchstens Kira und ansatzweise Sisko sehen die Tötungen kritisch. Allerdings nur eine Szene lang.

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            • #7
              Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
              Wobei keiner der Handelnden klar sagt das Jadzia und Co. Mörder sind. Sie ermorden ja nicht nur den Albino sondern auch zahlreiche seiner Wachen. Höchstens Kira und ansatzweise Sisko sehen die Tötungen kritisch. Allerdings nur eine Szene lang.
              Ebend WEIL es klingonische Romantik ist ... deshalb wirkt das ganze ja nicht so schlimm, wie es eigentlich ist ... als Trekkie ist man die Art der Klingonen gewöhnt, und nimmt sie hin. Ohne zu berücksichtigen das vieles, was die Klingonen tun, unter irdischen Bedingungen als "Verbrechen" eingestuft werden würde.

              Und deshalb finde ich es ja grade so wichtig, auch mal zwischen den zeilen zu lesen, und nicht nur zu sagen "Klingonen dürfen das, weil es einfach ihre Art ist".
              Und grade die hier angesprochene Folge finde ich dafür ein tolles Beispiel.
              Was ist Ironie?
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              • #8
                Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
                Es geht mir nicht um das animalische

                Wenn Worf gerne mit dem Spieß auf die Jagd geht, sei es drum.
                Aber grade so Dinge wie Ehrenschulden, Familienschande, das streben nach dem Tod und Blutrache sind ja nun zweifellos Elemente, die es auch in der menschlichen gesellschaft gibt ... und die ich absolut nicht beführworten kann. Im Kontext eines fiktiven Volkes aus StarTrek mag ich die Klingonen auch ... aber das ändert nicht daran, dass ich bei fast allen Eigenschaften die dem Volk zugeschrieben werden, froh darüber bin, dass diese Konzepte irgendwo im Nebel der irdischen Historie verloren gegangen sind. Wenn ich alleine an diese klingonische "Konfirmation" denke, bei der der Prüfling körperliche schmerzen ertragen muss, oder das ein hoher Politiker einfach so eine ganze Familie "entehren" kann ... bei solchen Vorstellungen schaudert es mich.

                In sofern trenne ich immer ganz klar zwischen der fiktionalen Seite, und der symbolischen Seite. Das gilt auch für die besprochene Episode, bei der ich den symbolische Ansatz nach wie vor ziemlich heftig finde
                Das ist mir klar, nur bedingt das eine das andere zum Teil. Außerdem geht es mir auch garnicht darum die klingonsiche Gesellschaft, dass die Regierung korrupter ist als jeder Ferengi und dass Gerede von der Ehre nur dazu dient die Leute unter Kontrolle zu halten, das wissen die Klingonen auch selbst.
                Aber was ist an Worf, der das als einer der wenigen noch ernst zu nehmen scheint, denn so schlimm? Für ihn bedeutet die Ehre, wo letztendlich auch nur ein relativ simpler Verhaltenskodex dahinter steckt, noch etwas und er interpretiert den Begriff nicht andauern zu seinem eigenen Vorteil um. Oder Martok?
                Dazu empfinde ich die Tötung des Albino tatsächlich als gerechte Strafe und nicht als Mord, genauso geht es mir übrigens auch, wenn Batman die Unterwelt aufräumt.
                Natürlich akzeptiere ich, dass man den Leuten das in der Realität nicht erlauben darf, aber wenn es den BadGuy trifft, werde ich keine Träne vergießen.
                Ansonsten stellt sich erstmal die Frage, welche Gesetze da überhaupt gelten. Nach klingonsichem Recht war das vermutlich ja OK. Und wenn sie nicht die persönliche Rache gewollt hätten, hätte man womöglich einfach wieder die klingonische Flotte rufen können, denn ursprünglich haben Kang, Kor und Koloth ihn ja wegen Angriffen auf klingonische Kolonien in offizieller Mission gejagt und die Morde an den Kindern kamen dann auch noch dazu.
                Was seine Leute angeht, ist das schwierig zu sagen. Da kommt es darauf an, was die wussten.
                I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

                - George Lucas

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                • #9
                  Zitat von Leandertaler Beitrag anzeigen
                  Das ist mir klar, nur bedingt das eine das andere zum Teil. Außerdem geht es mir auch garnicht darum die klingonsiche Gesellschaft, dass die Regierung korrupter ist als jeder Ferengi und dass Gerede von der Ehre nur dazu dient die Leute unter Kontrolle zu halten, das wissen die Klingonen auch selbst.
                  Das würde ich so nicht unbedingt sagen. Sicher gibt es Klingonen, die wissen, was das alles für Blödsinn ist - zum beispiel der Anwalt, der in einer ENT-Episode mitgespielt hat.
                  Aber auch im Dritten Reich war es ja nicht anders. Obwohl viele Leute gegen Hitler waren, gab es auch im Dritten reich Leute, die Hitler tatsächlich geglaubt haben. Und dass, obwohl jeder mit etwas logischem Menschenverstand eigentlich hätte wissen müssen, das Hitlers Ideale falsch waren.

                  Aber was ist an Worf, der das als einer der wenigen noch ernst zu nehmen scheint, denn so schlimm? Für ihn bedeutet die Ehre, wo letztendlich auch nur ein relativ simpler Verhaltenskodex dahinter steckt, noch etwas und er interpretiert den Begriff nicht andauern zu seinem eigenen Vorteil um. Oder Martok?
                  Oh da gibt es so einiges
                  Als Charakter ist Worf zwar durchaus recht sympatisch, aber hin und wieder stößt seine Traditionstreue halt in Bereiche vor, die mir einfach negativ erscheinen.
                  Zum Beispiel gab es eine Episode in TNG wo Worf irgend ein Klingonisches Ritual durchführen wollten. Im Endeffekt ging es dabei dann um nichts anderes, als das Worf Schmerzen zugefügt werden sollten, und er dabei nicht zusammenbrechen darf ... und der Typ macht das auch noch freiwillig!
                  Sorry, aber bei sowas frage ich mich dann "Dumm?".
                  Das ist nichts anderes, als diese überflüssigen Mutproben, die man auf dem Grundschulhof von den älteren Schülern aufgedrängt bekommt. Nur mit dem Unterschied, das die Klingonen, die sowas machen sichtlich älter als 10 jahre sind.
                  Diese komplette Körper-fixiertheit der Klingonen (es ist besser, tot zu sein, als schwach) sehe ich als etwas extrem negatives an. Und Worf ist da leider keine Ausnahme. Auch eher hällt diese - fast machohaften - Ideale hoch und wirkt auf mich damit wie jemand, dessen entwicklung in der Grundschule stehengeblieben ist.
                  Erst recht, wenn man die Klingonen mit der Föderation vergleicht, wirken sie gesellschaftlich doch ziemlich primitiv.

                  Dazu empfinde ich die Tötung des Albino tatsächlich als gerechte Strafe und nicht als Mord, genauso geht es mir übrigens auch, wenn Batman die Unterwelt aufräumt.
                  Natürlich akzeptiere ich, dass man den Leuten das in der Realität nicht erlauben darf, aber wenn es den BadGuy trifft, werde ich keine Träne vergießen.
                  Hier ist der Unterschied zwischen Fiktion und Realität das Tragende Element. In der Fiktion kann ich das auch mit einem Augenzwinkern schlucken, ebend WEIL es da immer den richtigen Trifft. In der Realität wäre das aber nicht so, weshalb ich die betreffende Handlung auch immer aus zwei Perspektiven betrachte.

                  Der Albino mag - genau genommen - den Tod vieleicht verdient haben. Aber was ist mit seinen Soldaten? SInd das Verbrecher? Oder einfach Söldner? Warum sind sie bei dem Albino? Der Punkt ist, man WEISS es nicht. Und somit kann man auch nicht ausschließen, dass das Leute waren, die einfach nur ihre Arbeit gemacht haben, ohne den Hintergrund des Albinos zu kennen. Und dann werden sie zum Opfer der Blutrache.

                  In der Realität kommt halt leider immer dazu, dass Menschen viel zu heterogen sind, um wirklich einen BadGuy darzustellen. Mal ganz abgesehen davon, das solche Möchtegern-Rächer im persönlichen Hass dann auch mal gerne über die Stränge schlagen. Soll das etwa gut sein, wenn Autofahrer A Autofahrere B umbringt, weil B ihm die Vorfahrt genommen hat?

                  Ich finde es übrigens toll, das du Batman hier ansprichst Denn Batman hat als selbsternannter Rächer zumindest den Grundsatz, niemals zu töten. Batman fängt die "BadGuys" nur. Er richtet nicht über sie.

                  Ansonsten stellt sich erstmal die Frage, welche Gesetze da überhaupt gelten. Nach klingonsichem Recht war das vermutlich ja OK.
                  Auf der fiktionalen Ebene sicher, das heißt, so lange man die Klingonen nur als Filmfiguren wahrnimmt.
                  Auf der symbolischen ebene - wenn man die Klingonen als Metapher auf die Realität wahr nimmt - sag ich aber, ein Mord ist NIEMALS ok, egal durch welche Gesetze er legitimiert werden mag (gilt übrigens auch für die Todesstrafe).

                  Und wenn sie nicht die persönliche Rache gewollt hätten, hätte man womöglich einfach wieder die klingonische Flotte rufen können, denn ursprünglich haben Kang, Kor und Koloth ihn ja wegen Angriffen auf klingonische Kolonien in offizieller Mission gejagt und die Morde an den Kindern kamen dann auch noch dazu.
                  Hätten Sie. In dem Fall währen die Drei zumindest den Korrekten weg über die offizielle Justiz gegangen. Was die am Ende getan hätte, muss zwar trotzdem nicht unbedingt besser sein, trotzdem ist eine Anzeige moralisch richtiger, als Selbstjustiz.
                  Nur ebend bei den Klingonen nicht - und das ist eine schlechte Eigenschaft
                  Was ist Ironie?
                  Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                  endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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                  • #10
                    Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
                    Das würde ich so nicht unbedingt sagen. Sicher gibt es Klingonen, die wissen, was das alles für Blödsinn ist - zum beispiel der Anwalt, der in einer ENT-Episode mitgespielt hat.
                    Aber auch im Dritten Reich war es ja nicht anders. Obwohl viele Leute gegen Hitler waren, gab es auch im Dritten reich Leute, die Hitler tatsächlich geglaubt haben. Und dass, obwohl jeder mit etwas logischem Menschenverstand eigentlich hätte wissen müssen, das Hitlers Ideale falsch waren.
                    Trotzdem wird sich die Mehrheit, solange es einem nützt, einfach arrangieren, so wie immer halt.


                    Oh da gibt es so einiges
                    Als Charakter ist Worf zwar durchaus recht sympatisch, aber hin und wieder stößt seine Traditionstreue halt in Bereiche vor, die mir einfach negativ erscheinen.
                    Zum Beispiel gab es eine Episode in TNG wo Worf irgend ein Klingonisches Ritual durchführen wollten. Im Endeffekt ging es dabei dann um nichts anderes, als das Worf Schmerzen zugefügt werden sollten, und er dabei nicht zusammenbrechen darf ... und der Typ macht das auch noch freiwillig!
                    Sorry, aber bei sowas frage ich mich dann "Dumm?".
                    Das ist nichts anderes, als diese überflüssigen Mutproben, die man auf dem Grundschulhof von den älteren Schülern aufgedrängt bekommt. Nur mit dem Unterschied, das die Klingonen, die sowas machen sichtlich älter als 10 jahre sind.
                    Diese komplette Körper-fixiertheit der Klingonen (es ist besser, tot zu sein, als schwach) sehe ich als etwas extrem negatives an. Und Worf ist da leider keine Ausnahme. Auch eher hällt diese - fast machohaften - Ideale hoch und wirkt auf mich damit wie jemand, dessen entwicklung in der Grundschule stehengeblieben ist.
                    Erst recht, wenn man die Klingonen mit der Föderation vergleicht, wirken sie gesellschaftlich doch ziemlich primitiv.
                    Damit habe ich kein Problem. Ich finde diese Krieger-Fixierung der Klingonen allerdings unglaubwürdig, weil eine technsich so weit entwickelte Gesellschaft nicht funktioniert, wenn nur Muckies gewürdigt werden, aber dass man sowas halt ertragen muss, um sich Klingonenkrieger nennen zu dürfen, finde ich in Ordnung.

                    Hier ist der Unterschied zwischen Fiktion und Realität das Tragende Element. In der Fiktion kann ich das auch mit einem Augenzwinkern schlucken, ebend WEIL es da immer den richtigen Trifft. In der Realität wäre das aber nicht so, weshalb ich die betreffende Handlung auch immer aus zwei Perspektiven betrachte.

                    Der Albino mag - genau genommen - den Tod vieleicht verdient haben. Aber was ist mit seinen Soldaten? SInd das Verbrecher? Oder einfach Söldner? Warum sind sie bei dem Albino? Der Punkt ist, man WEISS es nicht. Und somit kann man auch nicht ausschließen, dass das Leute waren, die einfach nur ihre Arbeit gemacht haben, ohne den Hintergrund des Albinos zu kennen. Und dann werden sie zum Opfer der Blutrache.

                    In der Realität kommt halt leider immer dazu, dass Menschen viel zu heterogen sind, um wirklich einen BadGuy darzustellen. Mal ganz abgesehen davon, das solche Möchtegern-Rächer im persönlichen Hass dann auch mal gerne über die Stränge schlagen. Soll das etwa gut sein, wenn Autofahrer A Autofahrere B umbringt, weil B ihm die Vorfahrt genommen hat?
                    An den vebrechen des Albino gibt es IMHO nichts zu deuteln, bei den Wachen kommt es wie gesagt darauf an.

                    Ich finde es übrigens toll, das du Batman hier ansprichst Denn Batman hat als selbsternannter Rächer zumindest den Grundsatz, niemals zu töten. Batman fängt die "BadGuys" nur. Er richtet nicht über sie.
                    In den Nolan Filmen wirkt das gelegentlich anders.


                    Auf der fiktionalen Ebene sicher, das heißt, so lange man die Klingonen nur als Filmfiguren wahrnimmt.
                    Auf der symbolischen ebene - wenn man die Klingonen als Metapher auf die Realität wahr nimmt - sag ich aber, ein Mord ist NIEMALS ok, egal durch welche Gesetze er legitimiert werden mag (gilt übrigens auch für die Todesstrafe).


                    Hätten Sie. In dem Fall währen die Drei zumindest den Korrekten weg über die offizielle Justiz gegangen. Was die am Ende getan hätte, muss zwar trotzdem nicht unbedingt besser sein, trotzdem ist eine Anzeige moralisch richtiger, als Selbstjustiz.
                    Nur ebend bei den Klingonen nicht - und das ist eine schlechte Eigenschaft
                    Inwiefern so etwas durch Gesetze legitimiert werden kann, bei den klingonen ist es ja auch möglich seinen Vorgesetzten wegen Feigheit zum Duell herauszufordern, ist einfach eine Sache der Klingonen. Da gibt es kein objektives richtig oder falsch.
                    Die Todesstrafe muss man nicht gut finden, und das tue ich auch nicht, aber wenn eine Gesellschaft mit großer Mehrheit dafür ist, wie z.B. in Japan, dann werde ich nicht behaupten im Besitz der einzig wahren Wahrheit zu sein.
                    I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

                    - George Lucas

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                    • #11
                      Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
                      Im Kontext eines fiktiven Volkes aus StarTrek mag ich die Klingonen auch ... aber das ändert nicht daran, dass ich bei fast allen Eigenschaften die dem Volk zugeschrieben werden, froh darüber bin, dass diese Konzepte irgendwo im Nebel der irdischen Historie verloren gegangen sind. Wenn ich alleine an diese klingonische "Konfirmation" denke, bei der der Prüfling körperliche schmerzen ertragen muss, oder das ein hoher Politiker einfach so eine ganze Familie "entehren" kann ... bei solchen Vorstellungen schaudert es mich.
                      So dick ist der Nebel gar nicht. Über Familienehre lesen wir immer wieder im Zusammenhang mit entsprechenden Morden anderssprachiger Mitbürger, schmerzhafte Initiationsriten gibt es nicht nur bei afrikanischen Barbarenkulturen, sondern etwa bei den schlagenden Studentenverbindungen und der US-Armee - und wenn du dich tätowieren oder piercen lässt, machst du das dann etwa mit örtlicher Betäubung?

                      Im Grunde ist so ein Klingone doch nichts anderes als eine Kreuzung aus einem Samurai und einem anatolischen Patriarchen von heute.
                      Die Sternenflotte bescheinigt hiermit, dass zur Erzeugung dieses Textes kein Rothemd gemeuchelt, gephasert, erstochen, erschlagen, gesteinigt, transporterverunfallt noch in irgendeiner anderen Weise grob ausgebeutet, misshandelt oder an körperlicher oder geistiger Unversehrtheit geschädigt wurde.

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                      • #12
                        Bis auf die Religion, die etwas an die Wikinger erinnert, sind die Klingonen tatsächlich eine ziemlich eindeutige Samurai-Kopie. Auch die Entehrung der ganzen Familie über mehrere Generationen etc. gab es damals wohl schon. Und das ist auch ein bischen das Problem. Da hat man eine man eine auf Landwirtschaft basierende Kultur in die Hochtechnologie übertragen, was stellenweise einfach unglaubwürdig wirkt.
                        I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

                        - George Lucas

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                        • #13
                          Was für eine Religion? "Wir hatten Götter, aber vor tausend Jahren haben wir sie alle umgebracht, sie haben eigentlich nur gestört"?

                          Immerhin versucht auch Japan sich an diesem Spagat zwischen Tradition und Moderne, also warum soll das bei den Klingonen nicht gehen?
                          Die Sternenflotte bescheinigt hiermit, dass zur Erzeugung dieses Textes kein Rothemd gemeuchelt, gephasert, erstochen, erschlagen, gesteinigt, transporterverunfallt noch in irgendeiner anderen Weise grob ausgebeutet, misshandelt oder an körperlicher oder geistiger Unversehrtheit geschädigt wurde.

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                          • #14
                            Zitat von Leandertaler Beitrag anzeigen
                            Damit habe ich kein Problem.
                            Ich habe damit schon ein problem, weil es den Idealen der Selbstbestimmung zuwiederläuft
                            Es ist bei den Klingonen ja nicht nur so, das jemand der "schwach" ist, ebend nicht zum Krieger taugt. Nein, man überzieht das ganze noch, in dem grundsätzlich alle Nicht-Krieger "Klingonen zweiter Klasse" sind.
                            Das ist ungefähr so, als würde ich Menschen ohne Abitur verbieten, Kinder zu kriegen. Die Klingonische gesellschaft manipuliert und lenkt durch ihre Traditionen das Leben der einfachen Bürger. Und DAS finde ich falsch.
                            An den vebrechen des Albino gibt es IMHO nichts zu deuteln, bei den Wachen kommt es wie gesagt darauf an.
                            Bei dem Albino mag das so sein. Die Selbstjustiz macht aber oft keinen Unterschied zwischen Schuld und Unschuld. In dem Fall gut an den Wachen des Albinos zu erkennen. Menschen (und Klingonen besonders!) neigen im Fall, dass sie sich benachteiligt fühlen, zur übertreibung und überkompensation. Nur weil der Albino tatsächlich ein "BadGuy" war, muss das nicht auf jedes Opfer der Selbstjustiz zutreffen. Und genau DAS ist das problem. Die Selbstjustiz kennt keine "Verhältnissmäßigkeit". Das einzige worum es geht, ist Rache. Und so kann Selbstjustiz sehr viel größere Schäden anrichten, als das ursprüngliche Verbrechen.

                            Stell dir vor, die Soldaten des Albinos waren tatsächlich unschuldig. Und zur Kompensation der Morde durch die Klingonen versammeln sich nun alle Familienangehörigen der Wachen, und versuchen DS9 zu zerstören, um sich an Dax zu Rächen. Wo soll das denn enden?

                            In den Nolan Filmen wirkt das gelegentlich anders.
                            Abgesehen von dem Kampf im Kloster, zu Anfang von "Batman begins" (also noch vor der eigentlichen Schaffung von Batman) kann ich mich nicht daran erinnern, dass Batman in den Nolan-Filmen irgendwen gezielt getötet hat.


                            Inwiefern so etwas durch Gesetze legitimiert werden kann, bei den klingonen ist es ja auch möglich seinen Vorgesetzten wegen Feigheit zum Duell herauszufordern, ist einfach eine Sache der Klingonen. Da gibt es kein objektives richtig oder falsch.
                            Ich lehne mich an dieser Stelle mal weit genug aus dem Fenster, um zu sagen, dass jemand anderen gegen dessen Willen zu töten, IMMER falsch ist. Egal was Gesetz, Kultur und Tradition sagen.

                            Die Todesstrafe muss man nicht gut finden, und das tue ich auch nicht, aber wenn eine Gesellschaft mit großer Mehrheit dafür ist, wie z.B. in Japan, dann werde ich nicht behaupten im Besitz der einzig wahren Wahrheit zu sein.
                            Egal was die mehrheit sagt, Lynchjustiz ist moralisch falsch.

                            Zitat von Dessler Beitrag anzeigen
                            So dick ist der Nebel gar nicht. Über Familienehre lesen wir immer wieder im Zusammenhang mit entsprechenden Morden anderssprachiger Mitbürger, schmerzhafte Initiationsriten gibt es nicht nur bei afrikanischen Barbarenkulturen, sondern etwa bei den schlagenden Studentenverbindungen und der US-Armee - und wenn du dich tätowieren oder piercen lässt, machst du das dann etwa mit örtlicher Betäubung?

                            Im Grunde ist so ein Klingone doch nichts anderes als eine Kreuzung aus einem Samurai und einem anatolischen Patriarchen von heute.
                            Das Streite ich ja gar nicht alles ab. Ändert aber nichts an meiner Meinung, dass diese Eigenschaften grundsätzlich negativ sind. Sich bewusst und gezielt Schmerz auszusetzen, nur um irgendwem irgendwas zu beweisen, ist absoluter Bullshit.
                            Und die Klingonen machen ja nur so'n Zeug.


                            .
                            EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

                            caesar_andy schrieb nach 3 Minuten und 26 Sekunden:

                            Zitat von Dessler Beitrag anzeigen
                            Was für eine Religion? "Wir hatten Götter, aber vor tausend Jahren haben wir sie alle umgebracht, sie haben eigentlich nur gestört"?

                            Immerhin versucht auch Japan sich an diesem Spagat zwischen Tradition und Moderne, also warum soll das bei den Klingonen nicht gehen?
                            Der Unterschied zwischen Japan und den Klingonen ist, dass Japan im Verlauf der zeit eingelenkt, und die Ausübung vieler der alten Traditionen gesetzlich Verboten hat ... etwa das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit oder den rituellen Selbstmord.
                            Japan hat heute IMMER NOCH die höchste Selbstmordrate weltweit, und die japanische Wirtschaft kämpft wirklich schwer mit diesem Problem. Schüler, die sich selber umbringen, weil sie im Studium versagen, ist nicht der Weg zur hochkultur.
                            Bei den Klingonen hingegen sind diese Dinge nicht nur erlaubt, nein, sie werden vom Staat EINGEFORDERT. Das macht den Unterschied.
                            Zuletzt geändert von caesar_andy; 02.12.2011, 10:39. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!
                            Was ist Ironie?
                            Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                            endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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                            • #15
                              Zitat von Leandertaler Beitrag anzeigen
                              An den vebrechen des Albino gibt es IMHO nichts zu deuteln, bei den Wachen kommt es wie gesagt darauf an.
                              Nichts zu deuteln ist relativ: Wir haben nicht gesehen, dass der Albino irgend ein Verbrechen beging. Unsere Infos über die Kindestötungen beruhen auf Hörensagen! Natürlich glauben wir den FReunden von Jadzia und gehen davon aus, dass er die Kinder getötet hat.
                              Aber das legitimert keinen Mord und den Albino zu töten war Mord!

                              Zitat von Leandertaler Beitrag anzeigen
                              Inwiefern so etwas durch Gesetze legitimiert werden kann, bei den klingonen ist es ja auch möglich seinen Vorgesetzten wegen Feigheit zum Duell herauszufordern, ist einfach eine Sache der Klingonen. Da gibt es kein objektives richtig oder falsch.
                              Hier liegt es etwas anders:
                              Es ist nicht zwangsläufig ein Kampf auf Leben und Tod! (s. Worf vs. Martok an Bord der Rotaran) und eine solche Herausforderung kann man auch ablehnen und das Kommando oder die Postion kampflos abtreten!
                              Zitat von Leandertaler Beitrag anzeigen

                              Die Todesstrafe muss man nicht gut finden, und das tue ich auch nicht, aber wenn eine Gesellschaft mit großer Mehrheit dafür ist, wie z.B. in Japan, dann werde ich nicht behaupten im Besitz der einzig wahren Wahrheit zu sein.
                              Das sehe ich grundlegend anders!

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