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Battlestar Galactica - Folgen/Staffel/Gesamtbewertung

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  • #61
    So, ich bin mit der ersten Staffel durch. Man merkt schon an der relativ langen Zeit, die ich für die erste Staffel gebraucht habe (elf Tage für 13 Folgen, bei LOST wäre das in drei Tagen abgefrühstückt gewese ), das sich nicht so richtig geflasht bin. Mein Problem mit der Serie ist, dass es doch ein wenig arg dröge inszeniert ist. Klar, das Postapokalypse-Szenario schreibt eine depressive Grundstimmung vor, wenn das Ganze authentisch wirken soll. Mein Kritikpunkt ist auch eher, dass die Story gerade am Anfang sehr schleppend voran kommt. Der Fokus der Serie liegt klar auf den Charakteren und in der ersten Staffel ist es ja auch vollkommen gerechtfertigt, erstmal das Personal vorzustellen. Ich gucke Serien aber vor allem, weil ich eine spannende Geschichte erzählt haben will, insofern erfüllt BSG da nicht so ganz meine Bedürfnisse. Aber gut, zum erheblichen Teil ist das dann halt auch einfach eine Geschmacksfrage. Zum Ende der Staffel hin, als etwas mehr Dynamik aufkam, saß ich dann auch etwas gebannter vor dem Bildschirm.

    Unabhängig vom grundsätzlichen Fokus auf Charaktere, was einfach nicht so sehr meinen geschmacklichen Präferenzen entspricht, gibt es aber noch einige Dinge, die mich stören. Allen Voran Head-Six. Dieser Charakter nervt einfach von vorne bis hinten. Nicht nur dass mir diese notgeile Grapscherei tierisch gegen Stricht geht, die Szenen sind auch extrem repetitiv. Es läuft einfach immer und immer wieder darauf hinaus, dass Headsix Baltar ablenkt während er gerade mit jemand anders redet und sich dadurch zum Affen macht. Und auch dieses Gerede von Gott und seinem Plan finde ich einfach nicht sonderlich interessant. Ich habe auch z.B. nicht verstanden, was die Szene da in der Oper mit dem Kind am Ende des Staffelfinales sollte. Muss man da Philosophie studiert haben, um das zu kapieren? Jedenfalls ist es nicht das, was ich unterhaltsam finde.

    So richtigen Lieblingscharakter habe ich bis jetzt keinen. Adama Senior finde ich sehr charismatisch. Man kann verstehen warum er von der Crew so respektiert wird. Tigh wird ja gerne als Arschloch dargestellt, aber ich finde ihn eigentlich ganz umgänglich. Ich mag Personen, die rational agieren und Tigh ist trotz seines Alkoholproblems ein fähiger Offizier, der grundsätzlich die richtigen Entscheidungen trifft.

    Der Rest ist irgendwie okay. Starbuck nervte in der Miniserie noch, in der ersten Staffel jetzt nicht mehr. Roslin entwickelt zum Ende der Staffel hin starkes Potential, mir hart auf den Zeiger zu gehen durch ihre Entwicklung Richtung religiöser Fanatikerin, die sich auch noch mit Drogen zuknallt. Das ist jetzt nicht so meins. Adama hat sie ja Anfangs sehr belächelt (school teacher), aber sie zeigt bei der einen oder anderen Gelegenheit, dass sie ne eiskalte Biatch ist (z.B. als die Leoben airlockt).

    Der Tom Selleck da sollte wohl so rüberkommen, dass man sich evtl. auch als Zuschauer mit ihm identifizieren kann. Hat bei mir aber nicht geklappt. Ich war ganz überrascht als ich ein altes Episodenreview von mir von vor zehn Jahren gelesen habe, wo ich meinte, dass er recht differenziert rüberkommt. Das habe ich jetzt gar nicht so gesehen. Er labert eigentlich nur irgendein qualmiges, pseudointellektuelles Zeugs daher. Ich meine, das sind die letzten ~47.000 Überlebenden eines nuklearen Holocaust und der kommt mit so eine Che Guevara Blubb daher als ob nichts passiert wäre. Das ist schon ironisch, ist er es doch der in Colonial Day dann darauf hinweißt, dass diese Gesellschaft komplett anders funktioniert - und funktionieren muss - als jene von vor dem Fall der Kolonien. Das finde ich ein interessantes Thema. Der Frage, inwiefern "das Leben weitergehen" kann und muss, hätte sich die Serie gerne ausführlicher widmen dürfen, aber leider kommt da fast nix. Zwar muss man natürlich, wie gesagt, nicht einfach so weitermachen, andererseits muss man ja auch versuchen stabile Strukturen für die Menschen zu schaffen, damit die nicht völlig durchdrehen. Insofern erfüllt der Luxusliner, in dem eine Gartenanlage simuliert wird, mE eine sehr wichtige psychologische Funktion.

    Die einzelnen Episoden sind ja, was die Handlung angeht, relativ in sich geschlossen. Da könnte ich durchaus mal in den Episodenthreads was posten, hatte ich jetzt aber keine Lust. Bei LOST ist das ja recht schwer, einzelne Folgen zu beurteilen, weil die Übergänge sehr fließend sind. Bei BSG sind es vor allem die Charaktere, welche das episodenübergreifende Element darstellen. Na ja, bei paar Sachen wirken schon recht plakativ, z.B. Litmus: Da wird halt mal für eine Folge das Thema Standgericht durchgekaut, aber ist dann in der nächste Folge doch wieder abgehakt. Klappt so lala für mich, aber reißt mich nicht vom Hocker. Wobei ich auch keine Folge so richtig schlecht fand, außer den ersten Teil vom Staffelfinale. Den fand ich gerade in den ersten 20 Minuten total schleppend. Ich war echt baff als ich gelesen habe, dass ich damals gemeint habe, man hätte da mal lieber einen Dreiteiler draus machen sollen. Äh... nein.

    Die letzte Folge hat dann aber echt gerockt (bis auf Baltars depperte Visionen) und der opener der zweiten Staffel ebenso. Aber davon erzählte ich dann ein andermal.
    "The only thing we have to fear is fear itself!"

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    • #62
      Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
      Ich habe auch z.B. nicht verstanden, was die Szene da in der Oper mit dem Kind am Ende des Staffelfinales sollte. Muss man da Philosophie studiert haben, um das zu kapieren? Jedenfalls ist es nicht das, was ich unterhaltsam finde.
      Die Opernhaus-Vision ist ein Mysterium, das sich durch die ganze Serie zieht und wird somit noch weitaus wichtiger.

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