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Das Finale: Wie hättet ihr es gemacht?

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  • Das Finale: Wie hättet ihr es gemacht?

    Die Kritik am BSG finale ist ja recht laut (imo zurecht).

    Aber wenn man etwas Kritisieren will sollte man sich auch mal gedanken machen wie man es besser Hinbekommen hätte.

    Also: Wie hättet ihr es gemacht? Oder was hättet ihr anders gemacht? (natürlich schliesst dass das "vorspiel" zum Finale mit ein.)

    Meine 5 cent dazu habe ich bereits geschrieben und Zitiere mich mal selbst:

    Zitat von DarthRevan Beitrag anzeigen


    - Opernhaus
    Das hätte man auch weglassen können. So ein hukuspokus drum herum und das Ergebnis ist dann ein wenig rumgerenne auf der Galactika bei dem einige das Opernhaus sehen und am Ende... landen alle im selben Raum und nichts ist anders als wenn mans einfach gelassen hätte. Das hatte imo einfach null bedeutung. Das hätte ich klar anders gemacht (wie sage ich unten)

    .....

    Dazu mal mein "Wie hätte ich es gemacht":
    Ich hätte für das Opernhaus eine andere Situation geschaffen. Man hatte ja als diese "Flashs" eingeführt wurden immer einen klaren eindruck: Die gute Athena und die gute Roslin wollen verhindern das die böse Six und der böse Balthar das Kind bekommen.
    Ich hätte es so dargestellt das beim eintreten der ereignisse die Situation genau umgekehrt ist: Athena wurde vielleicht wie Boomer irgednwie "evil" und Roslin durch den Tumor wahnsinnig ODER aber Balthar und Six wissen etwas was die anderen nicht wissen/nicht glauben (durch Head-Wesen z.B.) und müssen das Kind bekommen um ihre Völker zu Retten.
    Am Ende hätte ich Helo und Athena sterben lassen (ich mag die beiden aber trotzdem) und Balthar und Six Hera addoptieren lassen (und am Ende einen geläuterten Balthar als guten und liebevollen Vater gezeigt).

    Es wäre nur nen Vorschlag gewesen. So hätten einige dingem, wie das Opernhaus und auch das "unser Kind" gerede der Head-Six am anfang der 2. Staffel mehr bedeutung gehabt.
    So jedenfalls finde ich das Ergebnis belanglos.
    Weitere Punkte währen gewesen:

    - keine Abschaffung der Technologie

    - keine Urmenschen

    Auch das mit den 2 Erden fand ich daneben. Selbst wenn das natürlich einen wunderfollen (leider auch den letzten) Schockeffekt erzeugt hat... daraus ergeben sich zu viele Logiklöcher.
    Und wenn hätte ich dann doch die Zeitreise-karte gespielt. Nicht schön aber imo besser als das. Immerhin hätte man dort irgendwie Karas leiche unterbringen können.


    Also was meint ihr so?
    Ich bin wie ein Hund, der Autos nachjagt! Ich wüsste gar nicht, was ich tun würde, wenn ich mal eins erwische...

    http://www.youtube.com/watch?v=R9JRm3iQQak

  • #2
    Ohje dieselbe Diskussion in drei Beiträgen, wenn das mal nicht haue gibt.

    Ich hatte mich dazu mal geäußert und itiere mich mal selbst.
    Ist natürlich nur eine Idee als Alternative gewesen und nicht mehr.

    Zitat von sven1310 Beitrag anzeigen
    Die Cylonen Erde hätte z.B. ja wirklich unsere Erde sein können.
    Erst ging ein Exodus von der Erde aus nach Kobol, von Kobol viele Jahrtausende später aus sowohl zurück in Richtung Erde als auch in Richtung Colonien.
    Sowohl auf der Erde wie auch auf den Colonien ging das Spiel mit den Cylonen Centuriern wieder von vorne los.
    Und danach auf Neu Caprica usw. und es drohte sich alles zu wiederholen, eine der beiden Parteien versklavt immer die andere oder kloppt auf sie ein.
    DAS IST EIN KREISLAUF! (Und er drohte sich wieder zu wiederholen)
    Aber es ist Garantiert kein Kreilauf wenn Gott selbst die Bomben schmeißt und dafür Verantwortlich ist, schon garnich wenn er nur irgendeinen anderen Planeten Updaten will.
    Und dann sollen die Menschen am Ende als die Schuldigen dastehen von wegen Kommerz, Dekadenz usw.?

    Es währe sehr viel Sinnvoller gewesen wenn die Cylonen durch die fehlende Ressurection Technologie nur noch die Menschen gehabt hätten um zu Überleben.
    Und durch das suchen und finden der Erde etc. hätten das Erste mal Menschen und Cylonen Seite an Seite zusammengearbeitet etc. und die Menschen hätten durch das Zusammenarbeiten mit den Rebellen Cylonen gegenseitiges Vertrauen aufgebaut was wiederum den Frieden mit den anderen Cylonen begünstigt hätte den man in der Colonie hätte treffen können.
    Dann hätte die Opernhaus Szene und das Zusammentreffen im CIC auch sehr viel mehr Sinn ergeben, man hätte halt nur Anders so ausschalten müssen das er keine Erinnerung mehr hat oder ähnliches.
    Einen Kopfschuss nebst Hirnschaden hatte er ja schon.
    Man hätte auch Daniel mit einbauen können, er hätte heimlich im Hintergrund agieren können wegen Cavil usw. so hätte man Starbuck auch besser verkaufen können.
    Nix mit meine Reise ist vorbei und Plopp.

    Es gibt viele wege nach Rom wie es so schön heißt und es gab viele Wege die Story so zu Ende zu bringen das sie Aufgebaute Handlungsstränge etc. mit einbindet und ein Logisches Ende bereitet.
    Das was man uns gezeigt hat war.......na ja wie gesagt mit Logik und Nachvollziebaren Entwicklungen etc. hatte das nichts zu tun geschweige den mit Realismus.
    www.sf3dff.de das Deutsche SciFi Forum für 2D/3D Artworks und FanFictions

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    • #3
      Uhhhh...eine sehr gute Frage. Ich bin gerade dabei eine FanFic für ein alternatives Ende auszuarbeiten. Deswegen ist dieser Diskussionsthread sehr interessant.

      Also das erste Problem was ich habe ist Gott. Ich habe nichts dagegen das Gott im BSG Universum existiert, aber ich fand die Prämisse bis zum Finale schön das Gott nur mit Hilfe von Visionen, den Headwesen und den Hybridwesen in die Realität eingreifen konnte. Das wurde ja im Finale leider relativiert, denn Gott kann ja im Grunde alles. Er hat die Sonne in 3X11 zur Supernova werden lassen, er hat Karas Leiche und Viper auf die Erde geschafft etc. Das entspricht zwar unserem Verständnis eines allmächtigen Gottes eher, aber es lässt auch den Autoren freie Hand Sch**** am laufenden Band zu fabrizieren, denn Gott wird es ja schon wieder richten.

      Da in meiner Version Gott nicht physisch eingreifen kann, braucht es eine physische Macht. Sozusagen die Handlanger Gottes. Viele sind ja davon ausgegangen das Daniel hinter allem steckt. Ich gebe offen und ehrlich zu das ich auch auf den Danielzug aufgesprungen bin. Aber ich habe vor jemand anderen zu Handlanger Gottes zu erklären. Dabei muss ich sagen das ich ein großer Centurionfan bin. In 4X15 No exit wurde gesagt das die Centurions im 1. zylonischen Krieg an Gott glaubten. Ich denke damit wollte man eine Brücke zur neuen Serie Caprica schlagen. Aber diese Aussage eignet sich wunderbar für die Rolle als Handlanger Gottes. Was wäre wenn die Hybridwesen die die Centurions erschaffen haben nicht eine evolutionäre Sackgasse wären, sondern von den Centurions dazu erdacht waren mit Gott reden zu können. Bei den Centurions hat mich von Anfang an gestört das sie sich gerade von den Fesseln der Sklaverei befreit haben, nur um dann wieder von den Humlons versklavt zu werden. Welche intelligente Lebensform würde das tun? Wir wissen das die Hybriden ja jede Menge Unsinn reden und auch die Informationsbrocken keinen wirklichen Sinn ergeben. Deshalb haben die Centurions sich freiwillig von den Humlons die höheren Denkfunktionen unterdrücken lassen, damit sie genügend Rechenkapazitäten zur Verfügung haben um in den Aussagen des Hybriden Gottes Plan herausfiltern zu können. Ein kleine Gruppe von Centurions, die sich dann im Finale offenbart, blieb frei um Gottes Plan ausführen zu können.

      Kara ist wirklich gestorben und ihre Seele kam auch zurück. Soweit in Ordnung. Mir persönlich gefällt nur nicht, daß sie einfach nur eine geistige Manifestation ist. Die Centurions könnten ihren Körper mit Hilfe ihrer Eierstöcke geklont haben (womit wir einen Bogen zur Folge 2X05 oder war es 2X04?) gespannt hätten) und Gott schickt ihre Seele wieder zurück in die Realität. Die Centurions haben dann auch Karas Leiche und Viper auf die Erde geschickt.

      Hera. Im Finale wurde ja gesagt das sie die Urmutter der heutigen Menschheit ist. Das interessante ist ja das Hera eine Anomalie ist. Sie ist das einzige Kind das ein Elternteil Mensch und ein anderes Elternteil HUmlons hat. Es wurde auch gesagt das es keine weiteren Hybridkinder gäbe, obwohl die Zylonen alles versucht hätten weitere Hybriden in die Welt zu setzen. Die Zylonen behaupten das es nur auf die Liebe ankäme. Ich persönlich halte das ja für totalen Quatsch. In meiner Version hat Cavil dafür gesorgt das die Zylonen keine Kinder bekommen können. Cavil will eine gute Maschine sein und die anderen Humlons will er auch zu guten Maschinen machen. Deswegen hat er dafür gesagt das die Humlons sich nicht fortpflanzen können, da Kinder/Erziehung/Mutter-und Vatergefühle einfach im Weg stehen gute Maschinen zu sein. Es ist einfach zu menschlich. Aber Helo und Athena haben es geschafft ein Kind zu zeugen und auf die Welt zu bringen. Und das wollen sowohl Cavil als auch die Centurion (die Gottes Plan ausführen) ergründen. Nachdem Hera befreit wurde, denke ich werden sich die Headwesen der kleinen Hera offenbaren. Sie führen die Kleine durch die feindlichen Linien (eine Metapher zur Opernhausvision am Ende der 3. Staffel, Roslin und Athena können ihnen nicht folgen) ins Innere der Kolonie, wo sich das Raumschiff der FF befindet, mit denen sie von der Erde geflohen sind um die 12 Kolonien zu warnen. Dort wird sich auch das Opernhaus befinden.

      Das Operhaus macht mir im Moment am meisten Kopfzerbrechen. Ich habe bisher vor das Kara und Hera das Opernhaus betreten. Kara wird von den Centurions gefangen genommen und in das Opernhaus geführt. Ich habe vor das Raumschiff der FF eine längere Geschichte zu geben. Es existiert bereits seit dem Exodus des 13. Stammes von Kobol. Hier wird Kara einige Visionsfetzen erleben. Eine Versammlung der Mitglieder des 13. Stammes wie sie beschließen Kobol zu verlassen und sich von der Menschheit zu trennen. Eine weitere Vision wie die FF im Operhaus beschließen die Ressurectiontechnologie wiederzuentdecken und später das sie die 12 Kolonien waren wollen. Und wie die FF zusammen mit den Centurions beschließen einen Waffenstillstand mit den 12 Kolonien zu vereinbaren im Austausch für Gentechnik. Zwar war das Schiff der FF nur mit Sublichttreibwerken ausgestattet, aber ich habe vor das die FF später das Schiff mit einem FTL Triebwerk ausgestattet haben. Samuel Anders hat dieses Triebwerk mit einem Code gesichert. Und zwar mit dem Song All along the watchtower. Damit kann auch ein Bogen gespannt werden, warum Anders und Karas Vater diesen Song komponiert haben. Gott wollte das Kara diesen Code eingibt um das FTL Triebwerk zu aktivieren. Und wir wissen ja alle was passiert wenn man ein FTL Triebwerk im Inneren eines festen Objekt aktiviert. Damit erfüllt sich auch die Prophezeiung als Harbinger of Death. Es ist das Ende derjenigen Zylonen die nicht an Gottes Plan mitwirken wollen. Es geht dann weiter wie gehabt. Das Schiff springt in den Orbit ins gelobte Land. Was aber nicht unsere Erde ist. Das ist einfach ein schöner neuer Planet für einen Neuanfang. Hera wird wie oben beschrieben von den Headwesen in das Opernhaus geführt. Dort erfahren die Centurions warum Hera so einmalig ist.

      Die Galactica wird den Kampf nicht überleben. Das hat mich auch so sehr am Finale gestört das dieses Wrack nur durch die Sonne vernichtet wurden konnte. Die Galactica wird gefälligst den Heldentod sterben. Der FTL Antrieb ist zerstört. Kara informiert über Funk das sie über ein FTL Raumschiff verfügt. Adama lässt die Besatzung dort hin evakuieren. Ein Basisschiff versucht zu entkommen und Adama beschließt es auszuschalten damit er später für die RTF zu keinen neuen Gegner wird. Tigh bleibt an seiner Seite mit irgend so einem markigen Spruch, daß man nur zu zweit die Galactica steuern könnte. Sie rammen das Schiff und Adama und Tigh sterben. Kitschig und schon mal dagewesen ich weiß. Aber es ist schließlich meine Phantasie. Es sind mir auch im Finale zu wenig Mainchars gestorben. Ich denke außer Adama und Tigh werden noch Helo, Boomer, Athena dran glauben müssen. Anders sowieso. Lee weiß ich noch nicht, aber er hat schon mal mit seiner Entscheidung alle Technologie hinter sich zu lassen und als Nomadenstämme durch die Lande zu ziehen einen verdammt schweren Stand bei mir.

      Roslin weiß ich noch nicht. Da ich es am liebsten sehe würde, wenn die Galactica der dying leader wäre, könnte ich es ja so deichseln das Roslin als einzige der möglichen dying leader Kandidaten überlebt. Sie überlebt, während ihre Liebe Adama stirbt. Sadismus pur. Aber mal sehen das habe ich mir noch nicht überlegt.

      Wie ich Gaius und Capricasix unterbringe weiß ich noch nicht. Aber da fällt mir schon was ein. Ich muss wohl noch mal alle Aussagen von HeadSix durchgehen. Vielleicht werde ich beide auch gar nicht an der Schlacht teilnehmen lassen und eine zweite Handlung in der RTF einbauen. Dort wird dann der Handlungsstrang Baltar-gründet-eine-neue-Religion ins rechte Licht gerückt.

      Den Rest überlege ich mir noch. Jetzt könnt ihr mich alle auseinandernehmen was für eine Sch**** ich doch verzapft habe und darauf hinweisen das RDM es doch wesentlich besser gemacht hat.
      Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen. (chinesisches Sprichwort)
      Die Menschen sind sehr offen für neue Dinge - solange sie nur genau den alten gleichen. (Charles Kettering 1876-1958)
      [...]dem harten Kern der Science-Fiction-Fans, leidenschaftlich, leicht erregbar, meist männlich, oft besserwisserisch, penibel, streng und ebenso gnadenlos im Urteil wie im Vorurteil.[...] Quelle SPON

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      • #4
        Allein das Finale zu ändern würde nicht viel bewirken. Man müsste schon alles seit 4x11 ändern. Oder seit 3x06.

        FF:

        Die FF hätte ich gar nicht eingeführt.

        Kara:

        Kara wäre von den Toten auferstanden um die Kolonisten und damit auch die sie verfolgenden Cylonen zur Erde zu führen. Ihr "Schicksal" wäre es gewesen die Menschen zur Erde zu führen und ihnen die Erde zu zeigen (siehe unten). Kara wäre auch bei mir nur eine "Einbildung" gewesen, die "verschwindet" sobald sie zusammen mit den Adamas, Leoben, usw vor ihrer eigenen Leiche steht.

        Erde:

        Es hätte freilich nur eine Erde gegeben. Diese wäre genauso zerstört gewesen wie die Erde aus der Serie. Nur mit dem Unterschied das sich dort ebenfalls Menschen und Cylonen bekämpft und gegenseitig umgebracht hatten. Dort wäre also dasselbe passiert wie in den 12 Kolonien, nur in einem etwas kleineren Masstab.

        Roslin:

        Sie wäre eindeutig der Dying Leader gewesen und gestorben bevor sie die Erde betreten konnte. Ihr Tod hätte zumindest den gläubigen Menschen in der Flotte verdeutlicht, das die Reise endgültig zuende ist.

        Opernhaus:

        Das Opernhaus hätte ich in der Nähe eines Schwarzen Lochs angesiedelt, auf einem toten Planeten (Gegensatz: Supernova <-> Schwarzes Loch, Algenplanet <-> Tote Welt). Die Visionen des Opernhauses hätte ich dahingehend geändert, das hier nicht die FF sondern Pythia als Sprecherin der Lords of Kobol zu sehen gewesen wäre... mit Hera an ihrer Seite.

        Hera:

        Hera als Symbol der Hoffnung hätte bei mir die Fähigkeit gehabt Head-Wesen zu erschaffen. Erstmal klein-klein, also z.B. Romos Katze. Durch sie hätte man auch erfahren das Pythia dieselben Fähigkeiten hatte und das diese Fähigkeiten auf die 12 Lords of Kobol zurückgehen. Hera wäre quasi die wiedergeborene Pythia gewesen.

        Pythia:

        Sie wäre die mysteriöse dritte Macht gewesen, die aber nur durch Visionen und Projektionen Einfluss ausüben kann und die verhindern will das sich Menschen und Cylonen bis in alle Ewigkeit gegenseitig töten.

        Cavil:

        Ihn hätte ich als Gegenstück zu Pythia und Hera angelegt, also quasi als Sprecher des 13. Lords of Kobol. Angesichts der zerstörten Erde hätte ich ihn erkennen lassen das der ganze Krieg sinnlos war. Aber er ist als "Avatar" des 13. Lords of Kobol weiterhin daran interessiert den "Avatar" der 12 anderen Lords (also Hera) zu vernichten.

        Adama Senior und Junior:

        Nur durch sie konnte die Menschheit überleben. Sie sind die moralische Instanz und der Masstab, an dem die Überlebenden gemessen werden, im Guten wie im Schlechten.

        Helo und Boomer:

        Nur durch sie konnte Hera entstehen.

        Finale:

        Das Finale hätte beim Opernhaus, dem realen Opernhaus auf eben jenem toten Planeten, gespielt. Der Kampf hätte sich auf zwei Ebenen abgespielt, einmal in der Realität und einmal in einer mysteriösen Gedankenwelt. In beiden Welten hätten weder Menschen noch Cylonen gewonnen, trotz großer Opfer auf beiden Seiten. Die Schlacht wäre unentschieden ausgegangen.

        Adama wäre anstelle von Hera im Opernhaus zurückgeblieben um Cavil auf der geistigen Ebene bis in alle Ewigkeit zu bekämpfen, um ihn so daran zu hindern die Flotte weiterhin zu verfolgen. Die überlebenden Menschen und Cylonen wären nach Kobol zurückgekehrt um ihre Zivilisation unter Heras Führung neu aufzubauen. Ob sie die alten Fehler wiederholen oder nicht hätte ich offen gelassen.
        Ein kleines Land kann nicht mit einem großen wetteifern, wenige nicht mit vielen; die Schwachen nicht mit den Starken.

        - Mencius

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        • #5
          Uiuiui ihr macht euch viel mühe.

          Ich muss sagen, mir gefällt nicht alles, aber so einiges was ich hier lese finde ich besser gelöst als in der Serie.
          Ich bin wie ein Hund, der Autos nachjagt! Ich wüsste gar nicht, was ich tun würde, wenn ich mal eins erwische...

          http://www.youtube.com/watch?v=R9JRm3iQQak

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          • #6
            Zunächst mal möchte ich vorausschicken, daß das Finale genau das war, was ich im Vorfeld befürchtet hatte: Mittelmäßig. Es gab Teile, bei denen mir vor Spannung das Herz bis zum Hals geschlagen hat (die ganze Befreiungsaktion war irrsinnig gut inszeniert), und es gab Teile bei denen ich meine Füße beneidete, die vorsorglich eingeschlafen waren (die Flashbacks waren beispielsweise kropfunnötig, aber dazu gleich mehr). Dementsprechend gibt es tatsächlich das eine oder andere, was ich am Finale auf alle Fälle geändert hätte.

            Fangen wir also gleich mal mit den
            Flashbacks
            an.

            Am Anfang war ich überrascht, als "Daybreak Pt. 1" mit einem elendig langen Flashback begann (immerhin fast ein Drittel der Episode!), aber ich hab mich zurückgelehnt und gedacht "Typisch BSG - man wird immer wieder überrascht." Aber als die Flashbacks im Laufe des Finales immer und immer wieder aufgetaucht sind, ärgerte ich mich langsam. Denn wie eingangs gesagt, sind sie einfach vollkommen überflüssig. Schauen wir uns das Ganze doch mal an: Keine der Rückblenden trägt irgendetwas zur Handlung bei (außer vielleicht der mit Boomer, die nach ihren wiederholten Flugunfällen in Adamas Schuld steht). Und wenn die Flashbacks uns etwas Neues über die Charaktere verraten, stellt sich die Frage "wozu?". Die Serie ist mit der laufenden Episode beendet, man kann auf diesen neuen Facetten sowieso nichts mehr aufbauen. Erzählen die Flashbacks dagegen nichts Neues über die Charaktere, stellt sich ebenfalls die Frage "wozu?". Warum sollte man wertvolle Sendezeit vergeuden mit Dingen, die der Zuschauer ohnehin schon weiß. Dazuhin haben die Flashbacks jedesmal das gerade mühsam aufgebaute Erzähltempo wieder ausgebremst, was ich als extrem störend und ärgerlich empfand.
            Und wollen wir, nachdem Adama und Roslin sich eeeendlich gefunden haben, wirklich sehen, wie Roslin früher mit einem ihrer Studenten in die Kiste hüpft...?
            Ergo: Weg mit den Flashbacks, komplett!

            The Colony
            Die Cylon Colony hätte ich vielleicht ein wenig anders designed. Natürlich macht angesichts ihres Alters und der Biotechnologie der Cylons das Aussehen der Kolonie Sinn, aber angesichts des bisherigen Gesamtbilds der Serie erschien die Kolonie wie ein optischer Fremdkörper (als ob die Shadows aus Babylon 5 einen Betriebsausflug nach BSG machen).
            Ergo: Ein wenig passender hätte das Design der Colony schon sein dürfen (aber das ist natürlich wirklich nur ein winzigkleiner Kritikpunkt).

            Tod und Verderben
            In meinem Freundeskreis sah die Prognose für das Finale in etwa wie folgt aus: Die Galactica wird sterben (das zeichnete sich ja angesichts ihres desolaten Zustandes schon länger ab), und Adama wird an Bord sein und mit ihr sterben. Punkt.
            Leider kam es nicht so.
            Weshalb leider?
            Das Finale hat bei mir überhaupt keine emotionale Wirkung gehabt. Okay, Roslin ist gestorben (in einer zugegebenermaßen sehr schönen und toll gespielten Szene). Aber das war doch schon seit mehreren Seasons klar und seit ein paar Episoden nicht mehr abzuwenden und dementsprechend keine Überraschung mehr. Wäre sie bei der boarding action der Centurions im CIC gewesen und hätte eine für Adama bestimmte Kugel aufgehalten, wäre ihr Tod noch überraschend und vor allem sinnvoll gewesen. Oder hätte umgekehrt Adama sich schützend vor Roslin geworfen und wäre somit überraschenderweise noch vor ihr gestorben (und so vielleicht der dying leader geworden), hätte das auch Sinn gemacht.
            Aber Roslin stirbt, Adama setzt sich neben ihr Grab und wartet auf den Tod (ich nenne das immer die Elefantenfriedhof-Szene), und niemand nimmt Notiz davon. Der Kommandant der Flotte und die vielleicht wichtigste Präsidentin in der Geschichte der Kolonien segnen das Zeitliche, aber es wird letztlich in keinster Weise gewürdigt.

            Und auch ansonsten verlief das Finale überraschend verlustlos ab. Die Galactica und ihre Crew ziehen in die Mutter aller Schlachten, und alle kommen mehr oder minder wohlbehalten zurück (okay, Helo wird angeschossen, und für einen Moment hatte ich gedacht, er überlebt nicht, abe das war's dann auch schon). Das war kein teuer erkaufter Sieg nach dem Motto "Die Colony ist zerstört, aber Apollo und Starbuck sind tot. War es das wert?"
            Man kann aber mit den Charakteren nur mitleiden, wenn sie selbst leiden. Und das geschah einfach nicht. Vielleicht bin ich ein gefühlskalter Klotz, aber am meisten machte mir zu schaffen zu sehen, wie die Galactica geschunden wird, wie sie unter den Einschlägen der Geschosse erzittert, wie sie sich nach ihrem letzten Sprung windet wie ein waidwundes Tier und wie sie aus zahllosen Wunden blutend durch's All treibt. Sowas hätte ich mir auch für die Charaktere gewünscht.

            Ich hatte immer eine Szene vor Augen, in der Apollo aus dem Cockpit eines Raptors oder einer Viper schaut und dabei mit Schrecken sehen muß, wie die Galactica von Explosionen zerrissen wird - in dem Wissen, daß sein Vater und viele seiner Freunde noch an Bord waren.
            Sowas hätte mich berührt.

            Baltar und seine Engel
            Bullshit! Absolut motherfrakkin' bullshit! Vier Seasons lang haben wir eine relativ bodenständige SciFi-Serie (mit religiösen Einsprengseln zwar und gelegentlichen mysteriösen Prophezeiungen), und des Rätsels Lösung ist, daß alles Gottes Wille und Baltar sein Werkzeug war? Oh, come on.
            Ich hätte jede andere Erklärung akzeptieren können, aber das fand ich schlichtweg ärgerlich.

            Als Freund von Katharsis und poetischer Gerechtigkeit hätte ich jede Summe darauf verwettet, daß Baltar im Finale stirbt. Baltar war derjenige, der die Kolonien ans Messer geliefert hat. Baltar hat den Cylon detector sabotiert. Baltar war ein opportunistischer Präsident, der New Caprica kampflos an Cylons übergeben hat (wobei ich dahingestellt lasse, ob die Alternative besser gewesen wäre). Baltar hat noch aus seiner Gefängniszelle heraus das Volk aufgewiegelt. Kurz: Baltar war die ganze Serie über der Dorn in der Seite der Charaktere. Und nun stellt sich raus, daß er ein Werkzeug Gottes war? Nein, Baltar hätte sterben müssen. Ob es ein verdienter Tod gewesen wäre ("Friss Blei, Verräter!") oder ein poetischer ("Durch seinen Tod hat er uns alle gerettet, seine Sünden seien ihm verziehen.") wäre völlig egal gewesen. Baltar hätte sterben müssen.
            Seine Rolle beim Untergang der Kolonien ist ja, wenn ich mich recht entsinne, nie völlig aufgedeckt worden. Ich hätte es eine nette Wendung gefunden, wenn die Wahrheit ans Tageslicht gekommen wäre (hey, hieß das Finale nicht auch "Daybreak"?) und Adama auf eine Bestrafung verzichtet hätte, à la "Wir haben keine Gesetze für derartige Verbrechen. Sollen die Götter über ihn richten", und dann Roslin sich eine Waffe schnappt und Baltar erschiesst. Hätte in meinen Augen besser funktioniert als die plötzliche Erkenntnis, daß Head-Six in Wahrheit ein Engel ist. Lieber hätte ich an dieser Stelle auf eine Erklärung verzichtet.

            Starbuck
            Auch wenn Jane Espenson in einem Interview eine fast schon beleidigende Erklärung dazu gegeben hat (die mich so verärgerte, daß ich sie hier nicht wiedergeben möchte!), ist für mich vor allem die "Harbinger of death"-Sache einfach nicht befriedigend gelöst. Wäre sie es gewesen, die die Final Five abgeknallt und damit die Cylons dem Untergang geweiht hätte, wäre alles in Ordnung. Hätte Starbuck irgendwie den Tod einiger ihrer Freunde verursacht, weil sie eben doch irgendwie mit den Cylons verbunden ist (Starbuck erschießt Apollo... das hätte dann auch dem Flashback, in dem man sieht, das es von Anfang an zwischen den beiden gefunkt hat, eine tragische Wendung gegeben...), hätte ich mich nicht beschwert. So aber blieb die Harbinger-Sache irgendwie ungeklärt. Da hatte ich deutlich mehr erwartet, und es hätte wie gesagt genug Gelegenheiten für eine bessere Lösung gegeben.
            Über ihr plötzliches und unerklärliches Verschwinden will ich an dieser Stelle gar nicht reden...

            Back to nature
            Vier Seasons lang sind die Menschen auf der Flucht und versuchen, die Reste ihrer Zivilisation zu retten - und dann geben sie, einer Eingebung von Apollo folgend - ihre Zivilisation auf? Und das soll ich glauben?
            Apollo hat im Prinzip das Werk der Cylons vollendet. In durchaus absehbarer Zeit dürften die Colonials ausgestorben sein. Zwei, vielleicht drei Generationen, und das war's dann.
            Das Problem bei dieser Entscheidung war, daß sie notwendig war, um die Schlußpointe mit Engel Baltar und Engel Six in New York zu ermöglichen. Alles andere hätte nicht funktioniert. Ron Moore sagte in einem Interview, er habe schon während der ersten Season dieses Bild vor Augen gehabt. Also wurde es nun mit aller Gewalt durchgesetzt.
            Auch, wenn ich die Pointe nicht mal schlecht fand, fand ich es einfach sehr unbefriedigend, daß die Colonials auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen im wahrsten Sinne des Wortes alle Zelte abbrechen und fortan als Nomaden durch die Welt ziehen. Das Finale war insgesamt schon deutlich positiver als man hätte erwarten können; dann wäre es nur konsequent gewesen zu zeigen, daß die Flucht jetzt endgültig zu Ende ist - endlich kann man sich wieder irgendwo niederlassen, ohne Angst haben zu müssen.
            Aber stattdessen latschen die Leute jetzt durch die frühafrikanische Savanne...

            Das wäre mal mein erster Senf zu dem Thema. Um nochmal auf den ersten Punkt zurückzukommen: Ich sehe das Hauptproblem des Finales in den Flashbacks. Sie erfüllen keine wichtige dramaturgische Funktion und bremsen die Handlung immer wieder aus. Und dadurch fallen die übrigen störenden Punkte einfach um so mehr ins Gewicht. Hätte das Finale nicht mit einem episch langen Flashback im Hause Roslin begonnen, sondern damit, wie Adama sich letztlich entschließt, mit der Galactica auf eine letzte Mission zu gehen, wäre die Episode abgegangen wie Schmidts Katze, da bin ich sicher.

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            • #7
              Zitat von BigH Beitrag anzeigen
              Seine Rolle beim Untergang der Kolonien ist ja, wenn ich mich recht entsinne, nie völlig aufgedeckt worden. Ich hätte es eine nette Wendung gefunden, wenn die Wahrheit ans Tageslicht gekommen wäre (hey, hieß das Finale nicht auch "Daybreak"?) und Adama auf eine Bestrafung verzichtet hätte, à la "Wir haben keine Gesetze für derartige Verbrechen. Sollen die Götter über ihn richten", und dann Roslin sich eine Waffe schnappt und Baltar erschiesst. Hätte in meinen Augen besser funktioniert als die plötzliche Erkenntnis, daß Head-Six in Wahrheit ein Engel ist. Lieber hätte ich an dieser Stelle auf eine Erklärung verzichtet.
              Seine Rolle war bekannt. Er hatte ja schliesslich alles zugegeben, und es kam zu einem Prozess am Ende der dritten Staffel mit dem ganzen Gerichtszeugs.

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              • #8
                Da das ganze jetzt offensichtlich Mode wird, werde auch ich mir mal einen anderen Ausgang der Geschichte ausdenken. Allerdings werde ich dabei wesentlich früher ansetzen als die anderen Fan-Fiction-Schreiber hier. Ausgehend von 3x05 (Collaborators) werde ich die Geschichte fortspinnen. Ziel soll sein, Stoff für etwa 20 Episoden zu liefern. Somit wäre "mein" Battlestar Galactica schon nach einer dritten, etwas längeren Staffel beendet. Ich werde dabei versuchen, all die Elemente aus den tatsächlich gedrehten Episoden einzubauen, die mir gefallen haben. Somit sollte es auch leichter sein, die Geschichte zu "visualisieren", da einem viele Szenen mehr oder weniger bekannt vorkommen werden. Da ich seit der zehnten Klasse keine fiktive Geschichte mehr geschrieben habe und auch damals noch nicht sehr gut darin war, werde ich mich auf eine stichpunktartige Wiedergabe der Ereignisse beschränken. Wenn es dann tatsächlich jemand gut finden sollte und dem ganzen mit Dialogen etc. Leben einhauchen will - be my guest.

                Kann allerdings noch ein Weilchen dauern.

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                • #9
                  Zitat von Makaan Beitrag anzeigen
                  Seine Rolle war bekannt. Er hatte ja schliesslich alles zugegeben, und es kam zu einem Prozess am Ende der dritten Staffel mit dem ganzen Gerichtszeugs.
                  Stimmt, my bad. Hatte ich ganz vergessen.
                  Um so mehr finde ich, daß es höchste Zeit gewesen wäre, daß er im Zuge einer höheren Gerechtigkeit endlich seine verdiente Strafe findet.

                  Kommentar


                  • #10
                    Zitat von Makaan Beitrag anzeigen
                    Seine Rolle war bekannt. Er hatte ja schliesslich alles zugegeben, und es kam zu einem Prozess am Ende der dritten Staffel mit dem ganzen Gerichtszeugs.
                    Ähem, bitte was? In der Gerichtsverhandlung ging es um seine Rolle im New-Caprica-Desaster. Ansonsten wußte auch damals noch niemand etwas über seine Mitwirkung an der Zerstörung der Kolonien. Roslin hatte nichts außer ihrer Erinnerung/Vision aus "Epiphanies". Später, in Season 4 während des Angriffs auf den Resurrection Hub gesteht Baltar seine Taten ihr gegenüber zwar ein, es gibt aber keinerlei Hinweis darauf, daß sie es irgendjemandem erzählt hat. Sonst wäre Baltar ganz sicher noch nachträglich - spätestens während Gaetas Meuterei - am nächsten Stahlträger aufgeknüpft worden. Seine Groupies hätten ihm da jedenfalls auch nichts mehr genützt.

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                    • #11
                      Leutz, ihr bringt mich ja ganz durcheinander... Schätze, ich werde wohl nicht drum herum kommen und mir die komplette Serie nochmal anschauen (it's a dirty job, but someone's gotta do it )

                      Aber egal, ob Baltars Verwicklung in den Untergang der Kolonien nun bekannt war oder nicht - aus dramaturgischen Gründen hätte er meiner Meinung auf jeden Fall verdient, aus dem airlock geblasen zu werden.

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                      • #12
                        Zitat von BigH Beitrag anzeigen
                        Aber egal, ob Baltars Verwicklung in den Untergang der Kolonien nun bekannt war oder nicht - aus dramaturgischen Gründen hätte er meiner Meinung auf jeden Fall verdient, aus dem airlock geblasen zu werden.
                        Das sehe ich vollkommen anders. Nicht nur daß es enormen Spaß gemacht hat, über all die Jahre zu verfolgen, wie Baltar mit seinen Aktionen immer wieder irgendwie durchkommt - auch aus moralischer Sicht hat er sich zwar schuldig gemacht, aber sooo schuldig nun auch wieder nicht.

                        Er hatte weder vor, einen vernichtenden Angriff auf die Kolonien zu ermöglichen noch hätte er dies irgendwie ahnen können. Von daher kann man ihm noch nichtmal grobe Fahrlässigkeit vorwerfen. Und auf Industriespionage - nichts anderes war es - steht vieles aber bestimmt nicht die Todesstrafe! Da war allein schon sein Verschweigen von Boomers Cylon-Testergebnis in Staffel 1 bei weitem strafwürdiger.

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                        • #13
                          Zitat von Stormking Beitrag anzeigen
                          Das sehe ich vollkommen anders. Nicht nur daß es enormen Spaß gemacht hat, über all die Jahre zu verfolgen, wie Baltar mit seinen Aktionen immer wieder irgendwie durchkommt - auch aus moralischer Sicht hat er sich zwar schuldig gemacht, aber sooo schuldig nun auch wieder nicht.

                          Er hatte weder vor, einen vernichtenden Angriff auf die Kolonien zu ermöglichen noch hätte er dies irgendwie ahnen können. Von daher kann man ihm noch nichtmal grobe Fahrlässigkeit vorwerfen. Und auf Industriespionage - nichts anderes war es - steht vieles aber bestimmt nicht die Todesstrafe! Da war allein schon sein Verschweigen von Boomers Cylon-Testergebnis in Staffel 1 bei weitem strafwürdiger.
                          Okay, sein Verhalten auf Caprica war vielleicht nicht von blanker Bosheit getrieben. Aber das ändert nichts daran, daß Milliarden von Menschen umgekommen sind. Denn wir reden über den Zugriff auf das planetare Verteidigungsnetz durch Unbefugte. Das ist nicht Industriespionage - das ist Hochverrat! Und dafür kann man sehr wohl die Todesstrafe bekommen. Daß er sich dazuhin auch noch andere verdammungswürdige Taten zu Schulden hat kommen lassen, macht die Sache nicht eben besser... Sogar Baltar selbst räumt im Gespräch mit Apollo im Finale ein, daß er in seinem Leben nichts Uneigennütziges getan hat (wobei ich da wiederum skeptisch bin, ob diese Erkenntnis und die Reue darüber wirklich ehrlich gemeint sind).

                          Deshalb bleibe ich bei meiner Ansicht, daß Baltar am Ende nicht als himmlischer Götterbote hätte dastehen dürfen, sondern als derjenige, der das ganze Desaster überhaupt erst ausgelöst hat. Ob er am Ende standrechtlich hingerichtet oder von Centurions geschnetzelt worden wäre, spielt letztlich keine Rolle. Ungestraft hätte Baltar auf alle Fälle nicht in den Sonnenuntergang reiten dürfen.

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                          • #14
                            Zitat von BigH Beitrag anzeigen
                            Okay, sein Verhalten auf Caprica war vielleicht nicht von blanker Bosheit getrieben. Aber das ändert nichts daran, daß Milliarden von Menschen umgekommen sind. Denn wir reden über den Zugriff auf das planetare Verteidigungsnetz durch Unbefugte. Das ist nicht Industriespionage - das ist Hochverrat!
                            Auch wenn das Gegenteil immer wieder behauptet wird: Unwissenheit schützt durchaus vor Strafe. Baltar kann gar keinen Hochverrat begangen haben, dazu hätte er *wissentlich* *dem Feind* wichtige Informationen zuspielen müssen. In einem Rechtssystem welches diesen Namen auch verdient ist eben nicht nur das Ergebnis einer Tat zu betrachten, sondern auch die Intention des Täters. Dabei gilt, daß man sich über die Konsequenzen seiner Aktionen bewußt sein muß oder leicht hätte bewußt sein können.

                            Beides war in Baltars Fall nicht gegeben. In einem wirklich fairen Prozeß wäre der Anklagepunkt "Hochverrat" jedenfalls nicht haltbar.

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                            • #15
                              Zitat von Stormking Beitrag anzeigen
                              Auch wenn das Gegenteil immer wieder behauptet wird: Unwissenheit schützt durchaus vor Strafe. Baltar kann gar keinen Hochverrat begangen haben, dazu hätte er *wissentlich* *dem Feind* wichtige Informationen zuspielen müssen. In einem Rechtssystem welches diesen Namen auch verdient ist eben nicht nur das Ergebnis einer Tat zu betrachten, sondern auch die Intention des Täters. Dabei gilt, daß man sich über die Konsequenzen seiner Aktionen bewußt sein muß oder leicht hätte bewußt sein können.

                              Beides war in Baltars Fall nicht gegeben. In einem wirklich fairen Prozeß wäre der Anklagepunkt "Hochverrat" jedenfalls nicht haltbar.
                              Einspruch, Euer Ehren. Fakt ist, daß es sich bei dem System, zu dem Caprica-Six durch Baltar Zugang erhalten hat, um ein streng geheimes militärisches Abwehrsystem gehandelt hat, das für die Sicherheit aller 12 Kolonien von essentieller Bedeutung war. Dessen dürfte sich Baltar (der das System, so weit ich mich entsinne, sogar mitentwickelt hat) absolut bewußt gewesen sein. Dennoch hat er entgegen besseren Wissens und trotz entsprechender Verbote einer Aussenstehenden Zugang zu besagtem System verschafft. Dies geschah wissentlich und ohne Zwang. Ob er böse Absichten hatte oder ob er nur vor seiner Freundin angeben wollte spielt dabei keine Rolle. Aussenstehenden gleich welcher Art solche Informationen zu verschaffen ist, egal nach welcher Definition und Rechtssprechung, Verrat.

                              Somit sehe ich durchaus eine Verantwortlichkeit für die daraus resultierenden Folgen, denn genau um so etwas zu verhindern wie das, was letztendlich daraus folgte - die Zerstörung der Kolonien und der Tod von Milliarden -, war der Zugang zu den entsprechenden Computern extrem eingeschränkt. Baltar setzte sich darüber hinweg und löste so eine Katastrophe aus.

                              Womit wir wieder beim eigentlichen Punkt wären: Baltar hätte aus handlungstechnischen Gründen den Tod eigentlich verdient gehabt. Interessant wäre aber z.B. gewesen, wenn durch seinen Tod am Ende die Cylon Colony zerstört worden wäre (vielleicht durch einen biologischen Virus, der das biotechnologische Konstrukt angegriffen hätte, quasi als Kontrast zu dem Computervirus, der die Zerstörung der 12 Kolonien ermöglichte). So hätte sich der Kreis geschlossen.

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