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  1. #61
    Lieutenant Benutzerbild von HiroP
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    Zitat Zitat von RTW112 Beitrag anzeigen
    Soweit ich weiss ist der größte Einschlag in der Antarktis zu finden.
    Und welcher soll das sein?
    Meines Wissens ist der größte bestätigte Einschlagkrater der Erde der Vredefort-Krater in Südafrika.
    Der größte bekannte verifizierte Einschlagkrater des Sonnensystems ist der Shakleton-Krater am Südpol des Erdmonds. Neuen Arbeiten zufolge könnten aber die gesamten Vastitas Borealis des Mars ein einziger Impaktkrater sein.
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  2. #62
    Commodore Benutzerbild von Bynaus
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    Meines Wissens ist der größte bestätigte Einschlagkrater der Erde der Vredefort-Krater in Südafrika.
    Ja, derjenige in der Antarktis ist ein Kandidat, aber schwer zugänglich und deshalb schwierig zu überprüfen... Siehe: Final-Frontier.ch | Der grösste seiner Art

    Ansonsten hast du natürlich recht, Vredefort.

    Der größte bekannte verifizierte Einschlagkrater des Sonnensystems ist der Shakleton-Krater am Südpol des Erdmonds.
    Nicht ganz. Shakleton ist ein kleiner Krater direkt am Südpol, dessen Boden immer im Schatten liegt. Das Einschlagbecken mit 2500 km Durchmesser heisst "Südpol-Aitken-Becken" und ist auf den ersten Blick nicht gut zu erkennen - nur in der topografischen Karte erkennt man die riesige, flache Vertiefung, die ihrerseits von tausenden von kleineren Kratern überdeckt ist.
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  3. #63
    Lieutenant Benutzerbild von HiroP
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Shakleton ist ein kleiner Krater direkt am Südpol, dessen Boden immer im Schatten liegt. Das Einschlagbecken mit 2500 km Durchmesser heisst "Südpol-Aitken-Becken"

    Hatte gerade gestern in einem Vortrag hier etwas über Shakleton gehört. Daher wohl die Verwechslung.

    Ich fand aber die Arbeiten aus 2008 über die Entstehung der Dichotomie durch einen Impakt ziemlich gut. Kann sie dir mal mailen, wenn du möchtest.
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  4. #64
    Commodore Benutzerbild von Bynaus
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    Du meinst das Borealis Basin auf dem Mars? Ja, das wirklich interessant. Die Idee ist zwar nicht neu...
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  5. #65
    Lieutenant Benutzerbild von HiroP
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    Ja, Vastitas Borealis.
    Nein, neu ist die Idee nicht. Die Arbeiten von 2008 basieren auf neuen numerischen Simulationen und anderen Daten.
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  6. #66
    Konteradmiral Benutzerbild von Spocky
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    Zitat Zitat von HiroP Beitrag anzeigen
    Wie wurden die Schichten ìnnerhalb und außerhalb des Kraters denn datiert? Ist das eindeutig oder umstritten?
    Die wurden über fossile Eionzeller datiert und da ist nichts mit +-5% Genauigkeit, wie bei radiometrischen Datierungen. Da wurden eindeutig Lebewesen nachgewiesen, die den K/T-Event nicht überlebt haben. Die Datierungen besagen, der Impakt hat 300.000 Jahre vorher stattgefunden.

    Angenommen, die Datierung stimmt. Dann hieße das also, dass man entweder an der Impakttheorie festhält oder zumindest Teile der Grundlagen der Geologie, nämlich die Stratigraphie, über den Haufen wirft.
    Das bedeutet, dass der Vater von Walter Alvarez, der die Theorie aufgestellt hat und der den Krater entdeckt hat Luis Alvarez war und seines Zeichens Nobelpreisträger für Physik, der alle Wissenschaftler, die etwas anderes behauptet hatten als sein Sohn schlicht und ergreifend abgesägt hat. Nur darum hat sich die Theorie so lange gehalten - und vielleicht weil die USA mit Weltraumwaffen was gegen Meteorite tun könnte, aber nichts gegen Vulkane.

    Die Stratigrafie wird sicher nicht über den Haufen geworfen. Sie ist absolutes Basic. Die Zeitalter werden nach Stratigrafie eingeteilt und nicht nach Radiometrie, denn nur stratigrafisch macht es Sinn. Stratigrafie datiert eindeutig, denn so sind die Dafinitionen. Das Zeitalter des Jura beispielsweise beginnt mit Psiloceras planorbis.
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  7. #67
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    Zitat Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
    Die wurden über fossile Eionzeller datiert und da ist nichts mit +-5% Genauigkeit, wie bei radiometrischen Datierungen. Da wurden eindeutig Lebewesen nachgewiesen, die den K/T-Event nicht überlebt haben. Die Datierungen besagen, der Impakt hat 300.000 Jahre vorher stattgefunden.
    Okay, verstehe.

    Zitat Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
    Das bedeutet, dass der Vater von Walter Alvarez, der die Theorie aufgestellt hat und der den Krater entdeckt hat Luis Alvarez war und seines Zeichens Nobelpreisträger für Physik, der alle Wissenschaftler, die etwas anderes behauptet hatten als sein Sohn schlicht und ergreifend abgesägt hat. Nur darum hat sich die Theorie so lange gehalten - und vielleicht weil die USA mit Weltraumwaffen was gegen Meteorite tun könnte, aber nichts gegen Vulkane.
    Jaa, das macht Sinn.

    Zitat Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
    Die Stratigrafie wird sicher nicht über den Haufen geworfen. Sie ist absolutes Basic.
    Genau das war ja meine Aussage. Leute, die die Widersprüche in der Impakttheorie als irrelevant, müssten auch ein Problem mit der Stratigraphie haben.
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  8. #68
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    Nehmen wir die Fakten mal so, wie sie jetzt berichtet werden: demnach ist Chicxulub um 300000 Jahre zu jung, um für das K/T-Aussterben verantwortlich zu sein. Gleichzeitig gibt es die Dekkan-Trapps in Indien, die zeitlich genau richtig liegen (300000 Jahre später).

    Interessanterweise findet sich diese Paarung von Impaktkratern und Flutbasalten in der Erdgeschichte immer wieder. Interessanterweise scheinen die Impaktkrater UND Flutbasalte alle ca. 30 Mio Jahre häufiger aufzutreten.

    Siehe z.B. Flood Basalt Volcanism during the Past 250 Million Years

    Wie wahrscheinlich ist es, dass sie die gleiche Widerholungsperiode, aber eine völlig andere Ursache haben (heute denkt man, Flutbasalte werden von Mantel-Plumes ausgelöst)? Ich denke, es spricht einiges dafür, dass wir bezüglich Flutbasalte umdenken müssen: sie könnten, so denken einige, durch "krustenbrechende" Impakte ausgelöst werden (ähnlich wie die Mare auf dem Mond, das sind letztlich auch Flutbasalte, die durch Impakte ausgelöst wurden, wenn auch viel grösser und älter als jene auf der Erde). Dafür bräuchte es sehr grosse Impaktoren. Etwa alle 30 Mio Jahre gäbe es "Meteoritenschauer" auf der Erde (ausgelöst durch?), wobei die grössten Impaktoren Flutbasalte produzieren und die kleineren grosse Krater wie Chicxulub (und natürlich viele noch kleinere).

    PS: Der letzte Schauer wäre ca. 2-4 Mio Jahre her. Genau die Zeit, in der sich die Menschen entwickelt haben. Auf jeden Fall interessant...
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  9. #69
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Wie wahrscheinlich ist es, dass sie die gleiche Widerholungsperiode, aber eine völlig andere Ursache haben (heute denkt man, Flutbasalte werden von Mantel-Plumes ausgelöst)?
    Ich spiel mal den Advocatus Diaboli: Nicht sehr, aber wenn man nur lange genug sucht, findet man immer eine Korrelation.

    Zitat Zitat von Bynaus
    sie könnten, so denken einige, durch "krustenbrechende" Impakte ausgelöst werden (ähnlich wie die Mare auf dem Mond, das sind letztlich auch Flutbasalte, die durch Impakte ausgelöst wurden, wenn auch viel grösser und älter als jene auf der Erde). Dafür bräuchte es sehr grosse Impaktoren. Etwa alle 30 Mio Jahre gäbe es "Meteoritenschauer" auf der Erde (ausgelöst durch?), wobei die grössten Impaktoren Flutbasalte produzieren und die kleineren grosse Krater wie Chicxulub (und natürlich viele noch kleinere)
    Als Ursache für Meteoritenschauer wären aufgrund äußerer Einflüsse periodisch auftretende Kollisionen im Asteroidengürtel denkbar.

    Eher wahrscheinlich wäre eine Perturbation des Kuiper-Gürtels oder der Oort-Wolke durch eine mit 30 Ma-Periode vorbeiziehende große Masse wie etwa eine CMC oder einen braunen Zwerg.
    Alles natürlich rein spekulativ.

    Die entscheidende Frage ist aber: Gibt es irgend wo in den Flutbasalten vielleicht Hinweise auf einen großen Impakt?
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  10. #70
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    Die entscheidende Frage ist aber: Gibt es irgend wo in den Flutbasalten vielleicht Hinweise auf einen großen Impakt?
    Bisher gibt es eben nur den zeitlichen Zusammenhang - und man vermutet, dass auch Flutbasalte Iridium-Anomalie auslösen können. Es ist aber völlig richtig - die Idee ist noch nicht wirklich durch Beobachtungen gestützt, aber dass diese beiden Periodizitäten so schön zusammenfallen, finde ich absolut verblüffend.

    Als Ursache für Meteoritenschauer wären aufgrund äußerer Einflüsse periodisch auftretende Kollisionen im Asteroidengürtel denkbar.

    Eher wahrscheinlich wäre eine Perturbation des Kuiper-Gürtels oder der Oort-Wolke durch eine mit 30 Ma-Periode vorbeiziehende große Masse wie etwa eine CMC oder einen braunen Zwerg.
    Alles natürlich rein spekulativ.
    Kollisionen müssten aber stochastisch, nicht periodisch verlaufen, gleiches gilt für Stern- bzw. Wolkendurchgänge. Wir könnten dann eine mittlere Zeitspanne zwischen zwei Ereignissen berechnen, aber keine Periodizität sehen. Die Periodizität ist aber statistisch signifikant, und das ist interessant.

    Als Erklärungen vorgeschlagen wurden etwa ein Brauner Zwerg in der Oortschen Wolke mit einer Umlaufbahn von 30 Mio Jahren (was ich persönlich für unwahrscheinlich halte - so weit entfernt wäre er wohl längst durch nahe Sterndurchgänge abgestreift worden). Da finde ich die Erklärung, wonach die Erde alle 30 Mio Jahre durch die Milchstrassenebene quert (Periode für ein vollständiges auf und ab beträgt 60 Mio Jahre) und dies mit langjährigen Gezeiteneffekten verbunden ist, einiges einleuchtender.
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  11. #71
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Kollisionen müssten aber stochastisch, nicht periodisch verlaufen, gleiches gilt für Stern- bzw. Wolkendurchgänge. Wir könnten dann eine mittlere Zeitspanne zwischen zwei Ereignissen berechnen, aber keine Periodizität sehen.
    Bzgl. Asteroidenkollisionen:
    Natürlich wären die Kollisionen selbst statistisch, aber wenn die Ursache periodisch wiederkehrend wäre, würde sich die Häufigkeit der Kollisionen mit dieser Periode ändern.

    Bzgl CMC:
    Okay, vergiss das. Das war nicht zu Ende gedacht.

    Zitat Zitat von Bynaus
    Da finde ich die Erklärung, wonach die Erde alle 30 Mio Jahre durch die Milchstrassenebene quert (Periode für ein vollständiges auf und ab beträgt 60 Mio Jahre) und dies mit langjährigen Gezeiteneffekten verbunden ist, einiges einleuchtender.
    Ich war mir nicht mehr sicher, was die Periode der galaktischen Gezeiten angeht. Aber diese Erklärung wäre dann vielversprechend, da geb ich dir recht.
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  12. #72
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Nehmen wir die Fakten mal so, wie sie jetzt berichtet werden: demnach ist Chicxulub um 300000 Jahre zu jung, um für das K/T-Aussterben verantwortlich zu sein. Gleichzeitig gibt es die Dekkan-Trapps in Indien, die zeitlich genau richtig liegen (300000 Jahre später).
    Chicxulub ist zu alt

    Die Dekkan-Trapps liegen nicht 300.000 Jahre später. Die Dekkan-Trapps haben eine wesentlich längere Zeit durchgehalten und immerhin 2 Erdmagnetfeldumpolungen mitgemacht.

    Interessanterweise findet sich diese Paarung von Impaktkratern und Flutbasalten in der Erdgeschichte immer wieder. Interessanterweise scheinen die Impaktkrater UND Flutbasalte alle ca. 30 Mio Jahre häufiger aufzutreten.

    Siehe z.B. Flood Basalt Volcanism during the Past 250 Million Years

    Wie wahrscheinlich ist es, dass sie die gleiche Widerholungsperiode, aber eine völlig andere Ursache haben (heute denkt man, Flutbasalte werden von Mantel-Plumes ausgelöst)? Ich denke, es spricht einiges dafür, dass wir bezüglich Flutbasalte umdenken müssen: sie könnten, so denken einige, durch "krustenbrechende" Impakte ausgelöst werden (ähnlich wie die Mare auf dem Mond, das sind letztlich auch Flutbasalte, die durch Impakte ausgelöst wurden, wenn auch viel grösser und älter als jene auf der Erde). Dafür bräuchte es sehr grosse Impaktoren. Etwa alle 30 Mio Jahre gäbe es "Meteoritenschauer" auf der Erde (ausgelöst durch?), wobei die grössten Impaktoren Flutbasalte produzieren und die kleineren grosse Krater wie Chicxulub (und natürlich viele noch kleinere).
    Das haut nicht hin. Dekkan hat schon vor Chicxulub begonnen (IIRC). Laut Wikipedia dauerte der Vulkanismus zwischen 500 ka und 9 Ma ( Dekkan-Trapp ? Wikipedia )
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  13. #73
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    @Spocky: Ja, das meinte ich ja eigentlich: Chicxulub kamm 300000 Jahre früher und ist damit älter... Immer dieses Durcheinander...

    Das haut nicht hin. Dekkan hat schon vor Chicxulub begonnen (IIRC).
    Ja, so habe ich das auch in Erinnerung. Allerdings heisst das nicht, dass es deswegen nicht hinhaut: Es ist in dieser Idee nicht der Einschlag des Krustenbrechers selber, der die Dinosaurier killt, sondern die langfristigen Folgen des Flutbasalts, den er - gemäss dieser Idee - auslöst.

    Kandidaten für solche Krustenbrecher gäbe es übrigens schon: Der Kern von Komet Hale-Bopp etwa hatte einen Durchmesser von 40-80 km. Asteroiden dieser Grösse sucht man im erdnahen Raum vergebens.
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  14. #74
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    Ich meine mich in dem Zusammenhang an meine Vorlesungen zu erinnern, in denen mein Dozent (Prof. Volker Lorenz) ausgeschlossen hatte, dass die Trapp-Ereignisse durch Impakte von "Krustenbrechern" ausgelöst wurden. Zum einen gibt es wohl nirgends einen Hinweis darauf, dass ein Impaktor jemals die Kruste durchschlagen hat (zumindest seitdem diese die aktuelle Stärke erreicht hat), zum zweiten gibt es keinen einzigen Impakt, der in direktem zeitlichen Zusammenhang mit einem Trapp-Ereignis steht. Selbst wenn der Impaktkrater inzwischen subduziert worden wäre, ein solches Ereignis hätte so weitreichende Folgen, dass man sie quasi weltweit nachweisen können müsste. Drittens schließlich noch - teilweise in Konsequenz zu zweitens - gibt es auch keine räumlichen Zusammenhänge. Yucatan und der entsprechende Hotspot für die Dekkantrapps liegen weit auseinander und bilden aber auch keinen markanten Winkel, der typisch wäre für Schockwellen, die die Erde durchlaufen.

    Edit:

    @ HiroP: Hier mal ein Link zur Veröffentlichung der Datierungsergebnisse:
    http://www.pnas.org/content/101/11/3753.full

    Du musst rechts noch auf "full Text" klicken, irgendwie lässt sich nur der Abstract verlinken.
    Geändert von Spocky (04.05.2009 um 14:32 Uhr)
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  15. #75
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    Immer im Wissen, dass es keine konkreten Belege für die "Krustenbrecher"-Idee gibt:

    Zum einen gibt es wohl nirgends einen Hinweis darauf, dass ein Impaktor jemals die Kruste durchschlagen hat (zumindest seitdem diese die aktuelle Stärke erreicht hat)
    Nun - kein Wunder. Wenn ein Asteroid beim Impakt die Kruste durchbricht, löst er einen Flutbasalt aus, der jegliche oberflächliche Spur des Kraters verwischt. Finden sollte man jedoch geschockte Quarze, Iridium/PGE-Anomalien und ähnliches, die mit dem Anfang des Flutbasalts zusammenfallen.

    zum zweiten gibt es keinen einzigen Impakt, der in direktem zeitlichen Zusammenhang mit einem Trapp-Ereignis steht
    Das ist ja auch nicht nötig. Gemäss dieser Idee wurden ja Dekkan / Chicxulub nicht zusammen gebildet, sondern waren Teil eines grösseren Schauers, der viele kleine, einige Mittelgrosse und ganz wenige grosse Impaktoren umfasste. Die können gut über einen Zeitraum von einigen Mio Jahren über die Erde niedergegangen sein.

    Drittens schließlich noch - teilweise in Konsequenz zu zweitens - gibt es auch keine räumlichen Zusammenhänge. Yucatan und der entsprechende Hotspot für die Dekkantrapps liegen weit auseinander und bilden aber auch keinen markanten Winkel, der typisch wäre für Schockwellen, die die Erde durchlaufen.
    Ah, jetzt verstehe ich erst. Du verstehst mich falsch: Krustenbrechende Asteroiden ist wortwörtlich gemeint: ein Impaktor, der bei seinem Einschlag in die Erdkruste ein Loch schlägt, das tiefer ist als die Kruste selbst und so durch Dekompression des lokalen oberen Mantels die gewaltigen Mengen an Magma freisetzt, die charakteristisch für einen Flutbasalt sind. Lies meine Aussagen oben mit diesem Bild im Kopf nochmals...

    Siehe zB hier: http://adsabs.harvard.edu/abs/2005E%26PSL.239..219E

    EDIT: In deinem Link oben, Spocky, der unterste Artikel der auf diese Arbeit verweist ("The geochronology of large igneous provinces, terrestrial impact craters, and their relationship to mass extinctions on Earth") ist auch sehr interessant, bzgl der hier diskutierten Idee.
    Geändert von Bynaus (04.05.2009 um 15:20 Uhr)
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  16. #76
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Nun - kein Wunder. Wenn ein Asteroid beim Impakt die Kruste durchbricht, löst er einen Flutbasalt aus, der jegliche oberflächliche Spur des Kraters verwischt. Finden sollte man jedoch geschockte Quarze, Iridium/PGE-Anomalien und ähnliches, die mit dem Anfang des Flutbasalts zusammenfallen.
    Das war es ja, was ich aussagen wollte: Die geschockten Quarze lassen sich eben nicht finden.

    Im Phanerozoikum gibt es meines Wissens ganze 2 Iridium-Anomalien, von denen nur die an der K/T-Grenze wirklich markant ist. Bei Krustenbrechern müsste es wesentlich mehr davon geben, unabhängig von der Zusammensetzung des Impaktors, weil das Element im Mantel eben nicht ungewöhnlich ist. Es müsste also für jedes Trapp-Ereignis eine Anomalie geben. Weiterhin würde diese Theorie aber auch nicht klären, wie diese Plumes so lange aktiv bleiben können. Viele sind ja seit einigen 10 - 100 Ma aktiv. das funktioniert IMHO nur durch eine Endogene Ursache.


    Das ist ja auch nicht nötig. Gemäss dieser Idee wurden ja Dekkan / Chicxulub nicht zusammen gebildet, sondern waren Teil eines grösseren Schauers, der viele kleine, einige Mittelgrosse und ganz wenige grosse Impaktoren umfasste. Die können gut über einen Zeitraum von einigen Mio Jahren über die Erde niedergegangen sein.
    Meinetwegen.


    Ah, jetzt verstehe ich erst. Du verstehst mich falsch: Krustenbrechende Asteroiden ist wortwörtlich gemeint: ein Impaktor, der bei seinem Einschlag in die Erdkruste ein Loch schlägt, das tiefer ist als die Kruste selbst und so durch Dekompression des lokalen oberen Mantels die gewaltigen Mengen an Magma freisetzt, die charakteristisch für einen Flutbasalt sind. Lies meine Aussagen oben mit diesem Bild im Kopf nochmals...
    Dann fehlen immer noch die Geschockten Quarze und die Anomalien

    Wie heißt es unter dem Link so schön:
    [...]though other processes are required for at least the majority of flood-basalt provinces today.


    EDIT: In deinem Link oben, Spocky, der unterste Artikel der auf diese Arbeit verweist ("The geochronology of large igneous provinces, terrestrial impact craters, and their relationship to mass extinctions on Earth") ist auch sehr interessant, bzgl der hier diskutierten Idee.
    Das sind ja 24 Seiten
    Habs mir mal als Lesezeichen gespeichert.

    Witzig finde ich, dass im Wikipedia-Artikel zu den Dekkan-Trapps auch das verlinkt ist:
    http://www.planeten.ch/pages/terra/c...nde_der_Kreide
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  17. #77
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    Im Phanerozoikum gibt es meines Wissens ganze 2 Iridium-Anomalien, von denen nur die an der K/T-Grenze wirklich markant ist. Bei Krustenbrechern müsste es wesentlich mehr davon geben, unabhängig von der Zusammensetzung des Impaktors, weil das Element im Mantel eben nicht ungewöhnlich ist.
    Nun - bei einem Flutbasalt, der seinen Ursprung in einem Mantelplume mit Basis an der Kern-Mantelgrenze hat, würde man in dem Fall aber auch eine Iridium-Anomalie erwarten (erst Recht, weil Iridium Siderophil ist und hauptsächlich im Kern steckt).

    Zudem, mir scheint die Verbindung Iridium-Anomalie -> Impakt auch nicht immer so ganz eindeutig. Die K/T-Grenze fällt mit einer Iridium-Anomalie zusammen, doch wenn Gerta Keller nun recht hat, dann ist Chicxulub nicht die Ursache für die Anomalie, weil er unter der K/T-Grenze liegt.

    [...]though other processes are required for at least the majority of flood-basalt provinces today.
    Ja, wobei mir diese Aussage im Text selbst nicht ganz so deutlich zur Sprache kam wie im Abstract.

    Witzig finde ich, dass im Wikipedia-Artikel zu den Dekkan-Trapps auch das verlinkt ist:
    Sachen gibts... Ist aber nicht mein Werk, die Verlinkung. Da hatte jemand anders Freude an den Texten...
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  18. #78
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    Zitat Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
    Nun - bei einem Flutbasalt, der seinen Ursprung in einem Mantelplume mit Basis an der Kern-Mantelgrenze hat, würde man in dem Fall aber auch eine Iridium-Anomalie erwarten (erst Recht, weil Iridium Siderophil ist und hauptsächlich im Kern steckt).
    Nicht alle Plumes sind so tiefgründig:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Plume_(Geologie)

    Zudem, mir scheint die Verbindung Iridium-Anomalie -> Impakt auch nicht immer so ganz eindeutig. Die K/T-Grenze fällt mit einer Iridium-Anomalie zusammen, doch wenn Gerta Keller nun recht hat, dann ist Chicxulub nicht die Ursache für die Anomalie, weil er unter der K/T-Grenze liegt.
    Das ist auch keine scharfe Grenze in aller Regel. Teilweise ist die ordentlich bioturbiert worden. Ich hab da mal was von 50 - 60 cm gehört. - Möglicherweise ist Bioturbation auch der Grund, warum es so wenig Anomalien gibt und die Nähe zu einem MA vielleicht der einzige Grund, warum diese Anomalie erhalten blieb. Ohne Bio keine Turbation

    Sachen gibts... Ist aber nicht mein Werk, die Verlinkung. Da hatte jemand anders Freude an den Texten...
    Auf jeden Fall schön, wenn man sieht, dass sowas ankommt
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  19. #79
    Captain Benutzerbild von Tordal
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    Blau-grüne Feuerkugel: UFO über Magdeburg

    Das klingt doch wieder sehr nach einem Meteor. (oder starken Halluzinogenen*g*)
    Aber da wird man sicher in den nächsten Tagen noch mehr erfahren.
    "Not born. SHIT into existence." - Noman the Golgothan
    "Man schicke dem Substantiv zwanzig Adjektive voraus, und niemand wird merken, daß man einen Haufen Kot beschreibt. Adjektive wirken wie eine Nebelbank."
    Norman Mailer

  20. #80
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    Ich konnte gestern ebenfalls eine -8 bis -10 mag helle Feuerkugel beobachten. Sicherlich war sie noch heller, weil ein polnischer Meteor-Beobachter diese sogar mit >-13 mag angegeben hat. Sehr beeindruckend das Teil.

    Hier der Bericht im Astrotreff-Forum:

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