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09.09.2008, 11:20
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#121 | | Captain
Registriert seit: 09.01.2001
Beiträge: 8.260
| Zitat: |
Die Welt wirds schwer haben mit ihm.
| Glaube ich nicht unbedingt. Einfacher als mit vielen anderen Republikanern, die noch zur Auswahl standen. Er ist immerhin kein christlicher Fundi, auch wenn er sich bei ihnen anbiedert. Er ist Internationalist, was gut ist für Europa. Aber er wird eh nicht gewinnen. 
Aber okay, diskutieren wir das im entsprechenden Thread. Zitat: |
Die NASA würde sicher einiges einstecken müssen, denke ich.
| Das hier glaube ich jedoch kaum. In den USA sind die Republikaner seit je her eher pro-NASA bzw. pro-Raumfahrt, und die Demokraten eher dagegen bzw. setzen vor allem auf unbemannte Raumfahrt. Aber letztlich bestimmt das Repräsentantenhaus und der Senat das Budget der NASA (der Präsident kann hier nur Vorschläge unterbreiten). Im November sind ja neben den Präsidentschaftswahlen auch noch Wahlen (1/3 des Senats + das Repräsentantanhaus werden neu bestellt), und je nach dem, wie diese ausgehen, wird das Budget der NASA in künftigen Jahren grosszügiger oder kleiner sein.
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09.09.2008, 12:44
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#122 | | Lieutenant Commander
Registriert seit: 17.04.2005
Beiträge: 2.091
| Zitat:
Zitat von HiroP
Und wer weiß, wenn McCain Präsident wird. |
Nun bezügl. der US Raumfahrt ist eher Obama ein Problem als McCain. Obama Would Stop Moon Exploration for Education | Election Geek Blog 2008 Election News 24/7
Obama würde nämlich ganz gerne das Mond Projekt um 5 Jahre verschieben um
das gesparte Geld für die Bildung zu verwenden.
Das eigentlich Problem ist hierbei nur, daß die NASA ihr eigenes Geld für das Mond Projekt auf Kosten der anderen Wissenschaftsmissionen eingeplant hat und daher der NASA damit eigentlich Geld entzogen werden würde, was sie vorher schon hatte. |
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09.09.2008, 13:12
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#123 | | Captain
Registriert seit: 09.01.2001
Beiträge: 8.260
| Zitat:
Obama würde nämlich ganz gerne das Mond Projekt um 5 Jahre verschieben um
das gesparte Geld für die Bildung zu verwenden.
| Das ist längst veraltet (und war auch kompletter Blödsinn: das wenige Geld, das man so eingespart hätte, wäre angesichts des gigantischen Bildungsbudgets ein Tropfen auf den heissen Stein gewesen). Obama hat seine Meinung in diesem Punkt schon lange geändert. Barack Obama: Advancing the Frontiers of Space Exploration | SpaceRef - Space News as it Happens
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19.08.2009, 21:38
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#124 | | Captain
Registriert seit: 09.01.2001
Beiträge: 8.260
| Das "Constellation"-Projekt liegt quasi in den letzten Atemzügen. Die Augustine Comission, ein Expertengremium, das Optionen zur Zukunft der amerikanischen Weltraumfahrt auswählen soll und Präsident Obama am 31. August eine "Shortlist" von Möglichkeiten unterbreiten soll, hat seine Arbeit beinahe beendet. Es sind 5 Optionen übrig geblieben, und nur in einem davon überlebt das ursprüngliche "Constellation" Projekt (halbwegs...). Orlando Sentinel - Augustine Panel takes final options to White House staff
Zusammenfassung des oberen Artikels: Diese fünf Optionen sind momentan noch im Rennen:
1) Die ISS wird 2015 von den USA aufgegeben. Wenn die Russen und Europäer nicht das Geld aufbringen, sie weiter zu betreiben, wird sie im Pazifik versenkt. Ansonsten bleibt es beim Constellation-Projekt: Ares I und V werden entwickelt. Aber unter dem engen Budget-Korsett, das der Kongress der NASA angelegt hat (er hat Bush's Mondpläne nie ausreichend finanziert), verschiebt sich der Erstflug der Orionkapsel bis 2018. Der erste Mondflug folgt dann 2028.
2) Ares I wird aufgegeben, Ares V entwickelt. Die ISS bleibt bist 2020 erhalten. Für den Transport der Orion-Kapsel zur ISS und in den LEO für Mondmissionen wird ein Auftrag für den Bau einer komerziellen Schwerlastrakete ausgeschrieben (25 Tonnen in den Orbit), und die NASA kauft ihre Rakete für die Orion-Kapsel ein. Dies alles unter dem bisherigen Budgetkorsett.
3) Gleich wie 2), aber unter einem erweiterten Budget (3 Milliarden pro Jahr mehr), was die Zeitlinie bis zur Landung auf dem Mond verkürzt.
4) Das Space Shuttle wird bis 2015 weiter betrieben (ISS bis 2020), während aus Shuttle-Bestandteilen eine neue Schwerlastrakete entwickelt wird. Diese könnte sowohl nach dem "Direct"-Plan (www.directlauncher.com) oder aus einer Frachtkapsel, die anstelle des Shuttles seitlich auf den Tank + Feststoffraketen gezurrt wird, geschehen. Ziel sind Mondrundflüge und Ausflüge auf die Oberfläche. Diese Option erfordert eine Aufweitung des Budgets.
5) Drei "flexible" Profile für Tiefenraumerkundung, dh, Mondrundflüge, Flüge zu den Lagrangepunkten und erdnahen Asteroiden. Auch hier muss jeweils das Budget aufgeweitet werden (ISS bis 2020), wobei die Komission derzeit versucht, wenigstens eines der Szenarien in das gegenwärtige Budget zu zwängen:
A) Ares V wird etwas verkleinert (Ares V Lite), keine Orbitalen Tankdepots
B) Komerzielle Schwerlastrakete und Orbitale Tankdepots
C) Rakete aus Shuttlebestandteilen (wieder: Direct oder Shuttlefrachtmodul) und Orbitale Tankdepots.
Ich persönlich favorisiere die Option 5, und jedes der drei Szenarien (A, B, C) wäre ein möglicher Weg (wobei bei den Orbitalen Tankdepots noch viele Fragen offen sind). Bleibt das Budget, wie es ist, dann favorisiere ich Option 2: die hat das grösste Potential, sich zu etwas ähnlichem wie 5 (Lagrangepunkte, Asteroiden...) zu entwickeln.
Was auffällt: Keine Marslandung in absehbarer Zukunft, keine Mondbasis. Beides viel zu teuer.
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19.08.2009, 23:00
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#125 | | Lieutenant Commander
Registriert seit: 17.04.2005
Beiträge: 2.091
| Das ganze ist echt Schade, kein Constellation Projekt in der ursprünglichen Form innerhalb der ursprünglich geplanten Zeitspanne, aber irgendwie war es auch klar.
In der bemannten Raumfahrt verschiebt sich seit dem Space Shuttle Erstflug so ziemlich alles oder wird aus Budgetgründen abgespeckt oder komplett eingestellt.
Überraschen tut mich da schon lange nichts mehr.
Wie dem auch sei, ich hoffe jedenfalls, daß sie wenigstens die Ares V in der ursprünglichen oder einer verbesserten stärkeren Version bauen, denn so ne Schwerlastrakete wäre für sehr viele Dinge einsetzbar und sehr praktisch.
Z.B. für den Transport eines Superteleskops. |
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20.08.2009, 00:43
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#126 | | Captain
Registriert seit: 09.01.2001
Beiträge: 8.260
| Wenn es um das Teleskop geht, muss sie nicht soooo grosse Lasten tragen. Der Vorteil der Ares V, was Teleskope angeht, ist vor allem ihr Durchmesser (8 m), der entsprechend grosse Teleskopspiegel erlaubt. Bloss wird man wohl kaum ein Teleskop mit 100 Tonnen Masse ins All schicken wollen...
Irgendeine Schwerlastrakete wird es schon geben, aber wie erwähnt, es gibt viele Optionen.
Das Ares I (und allenfalls auch Orion) ein Rohrkrepierer wird, hatte ich schon am Anfang voraus gesagt. Das Konzept war schon seit je her falsch. Zitat: |
In der bemannten Raumfahrt verschiebt sich seit dem Space Shuttle Erstflug so ziemlich alles oder wird aus Budgetgründen abgespeckt oder komplett eingestellt.
| Das liegt eben daran, dass es im Weltall für Menschen einfach echt nichts zu tun gibt. Zum Mars will man nicht, weil eh zu teuer, und zum Mond, naja, wenn man nicht zum Mars will, dann will man auch nicht zum Mond. Apollo war die Ausnahme: Damals ging es darum, zu beweisen, dass man es kann. Als das geschafft war, lag niemandem mehr daran, viel Geld in die bemannte Raumfahrt zu investieren. Strategisch/militärisch spielt der Raum keine Rolle, bzw, nur für unbemannte Satelliten. Es gibt in der gegenwärtigen Situation auch keine Rohstoffe zu gewinnen. Schlicht: Es gibt keinen "wirklichen" Grund, Menschen hochzuschicken. Und so lange das so bleibt, wird die NASA immer zu wenig Geld haben.
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20.08.2009, 01:05
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#127 | | Lieutenant
Registriert seit: 07.04.2007 Ort: Stanley, Hongkong Island
Beiträge: 1.627
| Zitat:
Zitat von Bynaus Das "Constellation"-Projekt liegt quasi in den letzten Atemzügen. | Es wurde auch allmählich Zeit, das nach dem Ende der Bush Präsidentschaft, der falsche Schein nicht finanzierbarer Prestigeprojekte fallen gelassen wird. Mondumrundungen oder gar bemannte Landungen erfüllen keinen vertretbaren wissenschaftlichen Zweck. Und eine bemannte Mondstation macht nur Sinn, wenn man diese auch zu wirtschaftlichen und industriellen Zwecken nutzen kann. Aber genau das, ist vor der Verfügbarkeit eines günstigen Orbitzuganges nur ein feuchter Traum.
Ich favorisiere ganz klar Option 2: Welchen Sinn soll es denn haben, wenn die NASA selbst eine 25t-Nutzlastrakete entwickelt, wenn dies auch kommerzielle Anbieter leisten können. Schließlich ist die NASA nun wirklich nicht für ihre Kosteneffizienz bekannt, und es muss das Ziel sein Raumfahrttechnologie und Systeme aus den Händen von staatlichen Organisationen zu lösen.
Die Aufgabenstellung der Raumfahrt des 21. Jahrhunderts, muss die kommerzielle Erschließung des Weltraums sein. Das vorzubereiten und zu unterstützen, sollte bei der Planung von Projekten bei NASA und ESA oberste Priorität haben. Reine Prestigeprojekte nach der Art wir waren auch mal dort, halten da nur auf.
__________________ Well, there's always the possibility that a trash can spontaneously formed around the letter, but Occam's Razor would suggest that someone threw it out. Dr. Sheldon Lee Cooper |
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20.08.2009, 07:33
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#128 | | Captain
Registriert seit: 09.01.2001
Beiträge: 8.260
| Das ist alles richtig so.
Ich gebe aber zu bedenken, dass die im Rahmen der COTS-Vereinbarung (Zusammenarbeit mit kommerziellen Anbietern zur Versorgung der ISS mit Gütern und, als Option, mit Besatzung) getroffenen Abkommen (noch?) nicht darauf hindeuten, dass sich bezüglich billigem Zugang zum Weltraum irgendwas geändert hat. Teilt man die totalen Kosten durch die totale Leistung, dann berechnet SpaceX rund 60'000 $ / kg, Orbital Sciences sogar 95'000 $ / kg. Das ist deutlich höher als NASA intern und auch teurer etwa als russische Schwerlastträger. Gut, es könnte sein, dass da noch viele Entwicklungskosten drin stecken, so dass der Preis langfristig fallen muss.
Damit sich aber ein richtiger kommerzieller Markt entwickelt, muss man nicht nur das Anbietermonopol brechen, auch das Kundenmonopol muss fallen: Es darf nicht allein die NASA sein, die diktieren kann, welche Art von Leistung sie einkaufen will. Eine aufstrebende Firma, die vor der Wahl steht, entweder Raketen an die NASA zu verkaufen oder Bankrott zu gehen, wird alles tun, um die Bedürfnisse der NASA zu befriedigen - notfalls auch durch höhere Kosten, denn man weiss ja, dass die Rechnungen letztlich beglichen werden. Natürlich geht die Entwicklung in diese Richtung, etwa mit den Bigelow-Weltraumhotels. Trotzdem muss man sich dessen bewusst sein: das Auslagern der Produktion von Raketen an kommerzielle Anbieter ist das eine - aber es garantiert noch keine Marktsituation.
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02.09.2009, 10:28
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#129 | | Lieutenant
Registriert seit: 13.07.2007 Ort: Bunker Epsilon
Beiträge: 1.681
| Orion ist einen Schritt weiter BBC News -- Orion spaceship passes critical review Zitat:
The spacecraft Nasa is developing to replace the shuttle has passed a critical milestone.
The Orion capsule, which is intended to carry at least four astronauts into Earth orbit and beyond, has completed its preliminary design review, or PDR.
The review is an essential engineering assessment that certifies the concept is fit for purpose.
The completion of the PDR paves the way for the US space agency to start to build the capsule for flight.
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__________________ Ever danced with the devil in the pale moonlight?
-- Thug -- |
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08.09.2009, 08:20
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#130 | | Lieutenant Commander
Registriert seit: 17.04.2005
Beiträge: 2.091
| Zitat:
Zitat von Bynaus Wenn es um das Teleskop geht, muss sie nicht soooo grosse Lasten tragen. Der Vorteil der Ares V, was Teleskope angeht, ist vor allem ihr Durchmesser (8 m), der entsprechend grosse Teleskopspiegel erlaubt. Bloss wird man wohl kaum ein Teleskop mit 100 Tonnen Masse ins All schicken wollen... | Nunja, moderne Teleskope werden inzwischen auch in Segmentbauweise gebaut und wenn man mehrere Segmente hochschicken muß, dann ist die Nutzlast der Rakete durchaus entscheident. Zitat: |
Das Ares I (und allenfalls auch Orion) ein Rohrkrepierer wird, hatte ich schon am Anfang voraus gesagt. Das Konzept war schon seit je her falsch.
| Wie würdest du es machen? Zitat: |
Schlicht: Es gibt keinen "wirklichen" Grund, Menschen hochzuschicken. Und so lange das so bleibt, wird die NASA immer zu wenig Geld haben.
| Ich stimme dir hier zu, genau so sehe ich das auch. |
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08.09.2009, 09:48
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#131 | | Captain
Registriert seit: 09.01.2001
Beiträge: 8.260
| Zitat: |
Wie würdest du es machen?
| Eine bemannte Kapsel auf eine Feststoffrakete zu setzen ist keine besonders gute Idee. Zudem hat eine derart kleine Rakete sehr wenig Massespielraum, und es war ja klar, dass die Orion-Kapsel im Verlauf der Entwicklung massiver (und selbstverständlich teurer) werden würde. Die Leistungssteigerung, die nötig wurde, macht den ganzen Vorteil der "bereits vom Shuttle bekannten Infrastruktur" zunichte.
Für den Zugang zum Weltraum sollte die NASA ganz auf eigene Kapseln verzichten und stattdessen die kommerziellen Anbieter fördern. Zum Beispiel SpaceX mit ihrer Dragon-Kapsel, die auf einer Falcon 9 gestartet wird. Damit würde die "Space Gap", also die Zeit, die Amerika ohne Weltraumtransportsystem auskommen muss, auf ein Minimum beschränkt. Der Zugang zur ISS wäre gewährleistet.
Für interplanetare Flüge, die danach kommen, etwa zum Mond (Mondumlaufbahn) oder zu einem erdnahen Asteroiden und zurück, müsste man einen Habitatskomplex (eine Art "mobile ISS", nur deutlich kleiner) entwickeln, der die Erdbahn verlassen und wieder dort hinein abbremsen kann (wenn der Antrieb chemisch sein muss, dann erfordert das einen "Space Tug", also eine Oberstufe, die den Komplex im Tiefenraum abfängt und in eine Erdumlaufbahn einbremst) - von dort aus könnte man dann wieder in eine kommerzielle Kapsel umsteigen und zur Erde zurück kehren. Mit der Zeit kann man den Antrieb des Komplexes verbessern (z.B. nuklear, oder VASIMR), je nach Mission Mondlandegeräte, Marslandegeräte, Treibstofffabriken anhängen etc.
Selbst für den Start dieses Komplexes bzw. seines Ausbaus bräuchte man nicht zwingend eine Ares V. Das liesse sich auch mit zahlreichen kleineren Starts machen. Denkbar wäre auch, dass man den Auftrag für eine Schwerlastrakete stattdessen kommerziell ausschreibt. SpaceX zB bastelt schon lange im "Geheimen" an einer Schwerlastrakete (die intern "BFR" genannt wird), die rund 100 Tonnen in den Orbit bringen würde. Deren Entwicklung würde gemäss Firmenchef Elon Musk ca. 2.5 Mrd Dollar kosten - ein Bruchteil der Ares V.
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09.09.2009, 10:57
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#132 | | Lieutenant Commander
Registriert seit: 14.12.2006
Beiträge: 2.876
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10.09.2009, 08:18
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#133 | | Lieutenant Commander
Registriert seit: 17.04.2005
Beiträge: 2.091
| Zitat: |
Die Expertengruppe legt US-Präsident Obama eindeutig nahe, dass er sich entscheiden muss: entweder für ein Ende des bemannten Weltraumflugs oder für eine Aufstockung des Nasa-Budgets.
| Das klingt so, als würden sie ihm eine Pistole an die Brust drücken.
Denn das bemannte Weltraumprogramm wird er kaum einstellen können, das
wird er sich nicht leisten können, wenn er vom Volk wiedergewählt werden will.
Die Amis sind einfach viel zu stolz um das zu tun und nur noch Sonden & Roboter zu schicken.
Das Land das die erste Mondlandung schaffte und die erste wiederverwendbare Raumfähre baute verzichtet auf die bemannte Weltraumfahrt? Undenkbar!
Es sieht also danach aus, als wollte die NASA Obama dazu zwingen, ihr mehr Geld zu geben, damit sie zum Mond fliegen können.
Als ob es keine vorübergehende Alternativen zu einem Außenposten auf dem Mond gäbe. |
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10.09.2009, 09:45
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#134 | | Captain
Registriert seit: 09.01.2001
Beiträge: 8.260
| Zitat: |
Es sieht also danach aus, als wollte die NASA Obama dazu zwingen, ihr mehr Geld zu geben, damit sie zum Mond fliegen können.
| Das Augustine-Panel hat mit der NASA nichts zu tun - es ist eine unabhängige Expertenkomission. Norm Augustine, der das Panel leitet, ist zudem eher ein NASA-Schreck: er hatte in den 90er Jahren schon die "Space Exploration Initiative" von Bush Senior gebodigt, unter ähnlichen Umständen.
Zudem, die Weltraumfahrt kann ja weiter gehen - bloss die Mondlandepläne müssen begraben werden. Zitat: |
Als ob es keine vorübergehende Alternativen zu einem Außenposten auf dem Mond gäbe.
| Das Panel hat drei Alternativen ausgearbeitet, die verfolgt werden könnten, wenn die NASA mehr Geld bekommt. Nur in einem Szenario wird darauf weitergemacht wie heute geplant, mit einer Mondlandung in der zweiten Hälfte der 20er Jahre. Im anderen wird ein anderer Weg zum Mond verfolgt.
Im letzten Szenario - das vom Panel (und vom mir ) offenbar bevorzugt wird, wird der "flexible Path" vorgeschlagen. Demnach geht es nicht zwingend zum Mond oder Mars (bzw deren Oberflächen), und es werden vorerst auch keine Landefähren gebaut. Aber man fliegt in den Mondorbit, zu den Lagrangepunkten, zu erdnahen Asteroiden und könnte Ende der 20er Jahre sogar Phobos einen Besuch abstatten. Augustine panel presents manned-space options | The Space Shot - CNET News Astronauts could reach Mars in 2020s, panel says - space - 09 September 2009 - New Scientist
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11.09.2009, 10:47
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#135 | | Lieutenant Commander
Registriert seit: 17.04.2005
Beiträge: 2.091
| Zitat:
Zitat von Bynaus Im letzten Szenario - das vom Panel (und vom mir  ) offenbar bevorzugt wird, wird der "flexible Path" vorgeschlagen. Demnach geht es nicht zwingend zum Mond oder Mars (bzw deren Oberflächen), und es werden vorerst auch keine Landefähren gebaut. Aber man fliegt in den Mondorbit, zu den Lagrangepunkten, zu erdnahen Asteroiden und könnte Ende der 20er Jahre sogar Phobos einen Besuch abstatten. | Nur Frage ich mich, wo das Sinn machen soll ein bemanntes Raumfahrzeug auf irgendeinen kleinen erdnahen Asteroiden zu schicken.
Das ist nicht nur gefährlich, sondern ineffizent weil Robotersonden dies ebenfalls könnten.
Der Mensch kann genau dann seine Vorteile ausspielen, wenn er seine Beine in die Hand nehmen und laufen kann und dazu braucht es dann schon eher größere Kaliber, so wie der Mond oder der Mars.
Aber zu einem Asteroiden schickt man besser nen Roboter, denn es ist einfacher einen Roboter im schwerelosen 3d Raum an einen Punkt zu bewegen als ihm das Bergsteigen beizubringen. |
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14.09.2009, 20:20
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#136 | | Captain
Registriert seit: 09.01.2001
Beiträge: 8.260
| Zunächst mal: Mike Griffin schlägt zurück - in einem E-Mail beurteilt er die Arbeit der Augustine Komission niederschmetternd: Mike Griffin Lashes Out at The Augustine Committee via Email | SpaceRef - Space News as it Happens Zitat: |
Das ist nicht nur gefährlich, sondern ineffizent weil Robotersonden dies ebenfalls könnten.
| Jegliche Form von Raumfahrt ist gefährlich. Eine Mondlandungsmission ist technologisch deutlich komplexer als ein Flug zu einem erdnahen Asteroiden, z.B. weil eine Mondlandungsfähre benötigt wird. "Es kann mehr schief gehen". Gefährlich bei einem Flug zu einem erdnahen Asteroiden ist die lange Zeit im interplanetaren Raum - man wird zusehen müssen, dass man die Crew vor der kosmischen Strahlung schützen kann. Aber dies wird man ohnehin müssen, früher oder später, wenn Menschen jemals den cislunaren Raum verlassen sollen.
Roboter können vieles, genauso auch auf dem Mond und dem Mars. Wir schicken Menschen dorthin, wo sie etwas tun können, was Roboter nicht können: das hat nichts mit "Beine in die Hand nehmen und Laufen" zu tun (das Rollen eines Roboters ist energetisch sehr viel effizienter - und in den steilen Regionen auf Mond und Mars gibt es nichts, was den Aufwand, Menschen hinzuschicken wert wäre), sondern damit, in kurzer Zeit komplexe Situationen zu überblicken, aus einer Vielzahl von Optionen die beste (und das beste dafür geeignete Werkzeug) auswählen und Entscheidungen in Echtzeit und vor Ort zu treffen.
Wenn wir lernen, wie man auf und mit Asteroiden arbeitet, steht uns das Sonnensystem offen. Wir können die Marsmonde, den Asteroidengürtel, sogar die äusseren Monde der Gasriesen mit derselben Technologie erschliessen und erkunden. Von den Marsmonden aus lassen sich Roboter auf der Marsoberfläche, von einem kleinen Asteroidenähnlichen Jupitermond wie Carpo lassen sich Roboter im Europa-Ozean steuern. Sollten wir eines Tages einen Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde finden, wird das Wissen, wie man in dieser Umgebung arbeitet, welche Typen Asteroiden es gibt, wie sie auf unterschiedliche mechanische Belastung reagieren, etc. von entscheidender Bedeutung sein. Und nicht zuletzt wird dieselbe Technologie es ermöglichen, die Erde mit einem Strom von Rohstoffen zu versorgen, wie sie ihn noch nie gesehen hat und wie ihn die Rohstoffe der Erde schlicht nicht liefern können. . EDIT (autom. Beitragszusammenführung) : Bynaus schrieb nach 9 Stunden, 12 Minuten und 51 Sekunden: Der abschliessende Bericht der Augustine Komission, die Obama in der Frage "wie weiter mit der NASA" beraten soll, ist hier zu finden (englisch): http://www.nasa.gov/pdf/384767main_S...0-%20FINAL.pdf
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Geändert von Bynaus (14.09.2009 um 20:20 Uhr)
Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!
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18.09.2009, 21:48
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#137 | | Lieutenant Commander
Registriert seit: 17.04.2005
Beiträge: 2.091
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21.09.2009, 14:37
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#138 | | Captain
Registriert seit: 09.01.2001
Beiträge: 8.260
| Die ULA (United Launch Alliance), welche die Delta und Centaur-Raketen von Boeing / Lockheed Martin betreibt, hat einen eigenen Mondplan vorgestellt: innerhalb der Kostengrenzen des gegenwärtigen Budgets soll damit die Rückkehr zum Mond bis 2018 möglich sein. http://www.ulalaunch.com/docs/public...ecture2009.pdf
Zusammenfassung: Der Plan besteht aus folgenden drei Einheiten:
- Eine vielseitig nutzbare Oberstufe für Flüge zum Mond, zur Landung auf dem Mond, zur Rückkehr sowie als Element von Tankdepots
- Eine Trennung des Logistik- und Crew-Transports (Logistik-Transport wird vollständig kommerzialisiert), so dass beide Transportwege mit optimaler Effizienz arbeiten können, und skalierbar bleiben
- Die Nutzung von zwei Treibstoffdepots: Eines im LEO, eines im Erde-Mond L2 ("hinter" dem Mond).
Ein Strom von kommerziellen Raketen und Tankfrachtern würde benötigt, um die Depots nachzufüllen. Verdampfender Treibstoff in den Depots wird genutzt, um deren Position zu halten (Orbit halten im LEO, Position halten im L2). Die Nutzung einer gemeinsamen Oberstufe macht es möglich, alle Systeme ausgiebig zu testen, lange bevor sie von Menschen benutzt werden. Teile des Systems sind wiederverwertbar, etwa die Mondaufstiegsstufe. Das System ist ausbaubar, dh, es könnte auch wesentlich grössere Raumfahrzeuge in der Zukunft möglich machen. Der grösste Vorteil ist allerdings, dass es keine neue Schwerlastrakete a la Ares 5 braucht.
Ein typischer bemannter Mondflug sähe so aus, dass eine Orion, die an diese neue Oberstufe (genannt ACES) gekoppelt ist, in den LEO startet. Dort wird sie im LEO-Tankdepot aufgefüllt und fliegt zum L2 Depot. Dort steigen die Astronauten in die Mondlandefähre um (die aus ACES + Mondaufstiegsstufe besteht), die erst kurz vor Abflug aus dem Depot aufgetankt wird. Die ACES-Stufe der Mondlandefähre bleibt auf dem Mond und kann als Bauelement für eine Mondbasis verwendet werden. Eine neue ACES-Stufe für die nächste Landung kommt dann später z.B von einem Tankertransport zum L2-Depot. Die Crew steigt im L2 zurück in ACES/Orion um und kehrt zur Erde zurück.
Natürlich kann man das L2-Depot auch nutzen, um schwere interplanetare Raumsonden mit sehr viel weniger Energie zu starten oder um eine Orion zu einer Reparaturmission zu einem Teleskop im Sonne-Erde-L2 (z.B. das kommende James-Webb-Space-Telescope) zu schicken.
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21.09.2009, 16:58
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#139 | | Lieutenant
Registriert seit: 07.04.2007 Ort: Stanley, Hongkong Island
Beiträge: 1.627
| @Bynaus
Hübsches Konzept, gefällt mir rein technisch sehr gut, bietet in Sachen Infrastruktur auch eine Menge Möglichkeiten.
Was bis jetzt nur leider fehlt, ist ein ausgearbeitetes realistisches Konzept, was man auf den Mond jetzt nun will. Das letzte was wir brauchen, ist eine Wiederholung des ISS-Debakels (das schlechte Kosten/Nutzen Verhältnis). Bemannte Mondflüge nur zur Erprobung der Technik und Steine sammeln, lehne ich ab. Wenn von solch einen Mondflug kein nachhaltiger Nutzen ausgeht, sollte man lieber eine Mission zu erdnahen Asteroiden erwägen.
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08.10.2009, 04:22
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#140 | | Lieutenant Commander
Registriert seit: 17.04.2005
Beiträge: 2.091
| Da nun wohl ein Großteil der Projekt Constellation Träume wegen Geldmangel eingestellt oder nicht realisiert werden dürfte, frage ich mich gerade,
was dagegen sprechen würde die Saturn V wiederzubeleben?
Denn im Prinzip braucht man ja nur eine Schwerlastrakete und die hohen Entwicklungskosten für die Ares V könnte man sich dann sparen.
Zwar kann man mit der Saturn V noch lange nicht alles transportieren, was man mit der Ares V transportieren hätte können, aber durch eine entsprechende Umverteilung und Neuauslegung der Nutzlast von der Schwerlastrakete auf eine zweite, aber kleinere Rakete (Ares 1, irgendeine Delta IV Rakete oder irgendetwas kommerzielles, vielleicht auch die Ariane 5 in Zusammenarbeit mit der ESA whatever) könnte die Saturn V durchaus ausreichen.
Die Saturn V schafft eine Nutzlast von 133 t in einen LEO, mit minimalen Effizientssteigerungen durch modernes Knowhow könnte man vielleicht sogar noch etwas mehr herauskitzeln, die europäische Ariane 5 wird z.B. ja auch ständig verbessert.
Zum Vergleich hätte die Ares V 188 t in einen LEO gebracht.
Macht also eine Differenz von maximal 55 t und die müßte man dann halt mit 2 normalen aber schon bestehenden Schwerlastraketen oder 2 der noch zu entwickelin Ares 1 Rakete in den Weltraum schaffen.
So könnte man sich zumindest einen Großteil der Entwicklungskosten sparen.
Und so teuer kann das wiederfitmachen der Saturn V ja auch nicht sein.
Lediglich die Kosten für die Ares 1 müßte man aufbringen, denn die NASA will ja eine kostengünstige Rakete für bemannte Flüge haben.
Anderseits frage ich mich aber auch, warum sich die NASA mit der ESA nicht einfach zusammenschließt und auf Basis der Ariane 5 eine bemannte Raumkapsel entwickelt, für bemannte Flüge war die Ariane 5 ja ursprünglich designed worden womit sie sich als Rakete für bemannte Flüge durchaus eignen würde.
Dies würde dann wiederum Kosten sowohl auf Seite der NASA als auch auf Seite der ESA sparen, die ja im Prinzip auch endlich mal ein bemanntes Raumfahrzeug haben wollen. |
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