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Alt 29.02.2008, 12:22   #1
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Lightbulb Star Trek = Utopia?

Da wir uns momentan in der Schule mit der Idee von einer Utopia beschäftigen (im Zusammenhang mit dem Buch "Brave New World" von Aldous Huxley) habe ich mich gewundert ob nicht das Star Trek Universum ein Beispiel dafür bietet?
Die Vereinigte Föderation der Planeten ist in meinen Augen doch ein Beispiel für eine perfekte Gesellschaft, auch wenn sie wohl unerreichbar ist vom momentanen Standpunkt aus.
Das Abschaffen der Währung ist auch im ST Universum nur durch die beinahe vollkommene Auslöschung sämtlicher Regierungen durch den 3. Weltkrieg möglich gewesen wohlgemerkt!

Im diesem Sinne für die Schule und im Eigeninteresse würde mich interessieren was ihr dazu sagt.
Lord_Doomhammer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.02.2008, 14:55   #2
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die utopie aus star trek baut aber nicht auf technischen errungenschaften auf, wie z.b. in brave new world, sondern durch geistige. die menschen sind nicht mehr raffgierig (wobei das natürlich nicht alle folgen/filme bestätigen), sondern leben und arbeiten für das wohl der gesellschaft. trotzdem kann nciht jeder das werden was er will (z.b. sternenflottler) und deshalb gibt es bestimmt auch viele unglückliche menschen. deswegen würde ich sagen, ist es nciht direkt eine utopie, sondern eine weiterentwickelte gesellschaftsform, die marktwirtschaftlich-sozialistische und bürgerrechtlich-liberale werte vereint. nicht utopisch, aber dennoch besser, als alles, was wir in der realität kennen.
Adm.Hays ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.02.2008, 15:04   #3
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Also ich persönlich kann mich mit der ST-Welt als ein Beispiel für Utopie überhaupt nicht anfreunden.
Da gibt es eine ganze Menge an Dingen die einfach dem Utopia-Gedanken widersprechen.

-Da hätten wir einmal die Tatsache, dass es nach der Schaffung der irdischen Regierung tatsächlich die Einführung der Todesstrafe gibt. So einen Blödsinn konnte sich wohl nur ein US-Bürger ausdenken.

-Die Föderation hat selbst noch Probleme mit ihren eigenen Bürgern, was durch den Maquis ziemlich deutlich wird.

-Und sogar unter der Menschheit gibt es in ST immer wieder neue Massenmörder und Verbrecher.
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Alt 29.02.2008, 15:12   #4
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Zitat:
Zitat von Ace Azzameen Beitrag anzeigen
Also ich persönlich kann mich mit der ST-Welt als ein Beispiel für Utopie überhaupt nicht anfreunden.
Da gibt es eine ganze Menge an Dingen die einfach dem Utopia-Gedanken widersprechen.

-Da hätten wir einmal die Tatsache, dass es nach der Schaffung der irdischen Regierung tatsächlich die Einführung der Todesstrafe gibt. So einen Blödsinn konnte sich wohl nur ein US-Bürger ausdenken.

-Die Föderation hat selbst noch Probleme mit ihren eigenen Bürgern, was durch den Maquis ziemlich deutlich wird.

-Und sogar unter der Menschheit gibt es in ST immer wieder neue Massenmörder und Verbrecher.
Naja, ohne solche Sachen wären die Folgen ja wohl ziemlich langweilig. Was die Beurteilung angeht, würde ich mich deshalb auf die Grundgedanken dahinter beschränken und da kann man, meiner Meinung nach, schon von einer Utopie sprechen.
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Alt 29.02.2008, 15:15   #5
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Zitat:
Naja, ohne solche Sachen wären die Folgen ja wohl ziemlich langweilig.
Also zumindest dass man in TOS noch ein typisch-amerikanisches Strafrecht hatte, obwohl die Menschheit sich zu einem großen Teil aus Staaten zusammensetzt die sowas niemals mitmachen würden zeigt ganz deutlich dass ST eben keine Utopie ist und war nun auch nicht wirklich wichtig für die Geschichte.

Und wieso sollte man das ignorieren? Wenn ich anfange alles zu ignorieren, dass ein böses Imperium in SW zeigt könnte man ja sogar das zu einer Utopie erklären.
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Alt 29.02.2008, 15:22   #6
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Ich warte ja immer noch auf die erste Utopie. Bislang kamen sämtliche sogenannte Utopien, von Plato über Morus über Huxley, als Dystopie daher.

Star Trek zeigt sicherlich eine Welt in der man gerne leben würden- utopisch würde ich sie aber nicht nennen. Die Föderation wird von ganz normalen Menschen bewohnt, die sich ihren Bedürfnissen und Motivationen nach eben nicht von uns unterscheiden.

Man strebt nach Status, sozialen Beziehungen, Selbstverwirklichung...- genau wie es Menschen in unserer Zeit tun. Die wirtschaftliche Basis ist anders, aber nicht weil die menschliche Natur sich verändert hätte, sondern weil der Grundsatz, dass es in der Wirtschaft um begrenzte Güter geht, nicht mehr mehr uneingeschränkt gilt.

Das utopische Element sehe ich eher in der Stagnation der Star Trek-Gesellschaft: In über 200 Jahren von Archer zu Picard verändert sich nicht mehr soviel- im Gegensatz zum ereignisreichen 21. Jahrhundert. Eines der wichtigsten Elemtente in klassischen Utopien wie "1984" oder "Schöne neue Welt" war ja die soziale und technologische Stagnation, so dass die entsprechende Gesellschaft im Prinzip ewig in der gleichen Form weiterexistieren könnte.

Zitat:
Zitat von Ace Azzameen
-Da hätten wir einmal die Tatsache, dass es nach der Schaffung der irdischen Regierung tatsächlich die Einführung der Todesstrafe gibt. So einen Blödsinn konnte sich wohl nur ein US-Bürger ausdenken.
In der Föderation gibt es im Gegensatz zu den USA keine Todesstrafe mehr. Es gab da doch diese Voyagerfolge, in der man zum Tode verurteilte Straftäter transportieren sollte; und Tante Kathy war nicht froh über den Transport, eben weil die Föderation diese Strafe nicht mehr anwendet.
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Alt 29.02.2008, 15:28   #7
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Voyager liegt auch schon wieder zuweit in der Zukunft: Da haben sogar die Leute von der UFP schon lange die Todesstrafe abgeschafft. Aber selbst in der TOS-Ära gab es noch die Todesstrafe und abgeschafft wird sie dann wohl irgendwo zwischen den TOS-Filmen und TNG.
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Alt 29.02.2008, 15:43   #8
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Die Todesstrafe gab es in TOS genau für ein Vergehen: Kontaktaufnahme mit dem Planten Talos IV. Diese Sonderklausel war zugegeben ein ziemlich peinliches Mittel um mehr Spannung in die Doppelfolge "Talos IV-Tabu" zu bringen, Einfluß auf den normalen Föderationsbürger hatte sie aber nicht. Und aktiv durchgesetzt wurde die Order eh nie, schließlich wird Spock in der Folge nicht exekutiert.

Das Bild was auch TOS schon vermittelte war stattdessen: Verbrecher sollten rehabilitiert und nicht bestraft werden.
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Alt 29.02.2008, 16:12   #9
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Zitat:
Zitat von Ace Azzameen Beitrag anzeigen
Also zumindest dass man in TOS noch ein typisch-amerikanisches Strafrecht hatte, obwohl die Menschheit sich zu einem großen Teil aus Staaten zusammensetzt die sowas niemals mitmachen würden zeigt ganz deutlich dass ST eben keine Utopie ist und war nun auch nicht wirklich wichtig für die Geschichte.

Und wieso sollte man das ignorieren? Wenn ich anfange alles zu ignorieren, dass ein böses Imperium in SW zeigt könnte man ja sogar das zu einer Utopie erklären.
Ich würde sagen die wahre Utopie hat Roddenberry erst in TNG gezeigt/zeigen dürfen. In TOS wurden einige seiner liberalen Ideen ja auch noch vom Sender abgelehnt (eine Frau als 1. Offizier z.B.). In TNG hat man dann auch was die Charaktere angeht stärker auf den aufgeklärten Intellektuellen gesetzt, der das bessere Menschenbild repräsentierte, wobei auch TOS in dessen Hauptaussagen schon in diese Richtung gegangen ist, im Kontext seiner Zeit aber nicht so weit wie TNG.
In DS9 passte man sich dann wiederum an den neuen Zeitgeist der 90er an, der keine Utopien mehr erlaubte.
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Alt 29.02.2008, 16:39   #10
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Zitat:
Die Todesstrafe gab es in TOS genau für ein Vergehen: Kontaktaufnahme mit dem Planten Talos IV
Kann ich so nicht unterschreiben. In TOS kann man sehen, dass man der Föderation beitreten kann auch wenn man die Todesstrafe weiter im Gesetzbuch hält. Ardana war zumindest ein Planet der UFP soweit ich mich erinnere.

Ein anderes Beispiel wäre die Körpertausch-Folge als eine Wissenschaftlerin den Körper vom alten Jim in Besitz nahm. Zumindest meine ich mich daran zu erinnerne, dass "Kirk" davon sprach dass Meuterei mit dem Tod bestraft wird.

Zusätzlich bleibt immer noch die Sache mit dem Maquis, bei dem menschliche Siedler für das größere Gut zwangsumgesiedelt werden.

Edit:
Ein Beispiel für eine Föderations-Todesstrafe konnte ich noch auf memory-alpha entdecken. Es ist die Folge "Der Computer M5" in dem Kirk den Computer davon überzeugt, dass er jetzt ein Mörder ist und dieser sich daraufhin umbringt weil es die dazugehörige Strafe ist.

Geändert von Ace Azzameen (29.02.2008 um 17:18 Uhr)
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Alt 29.02.2008, 19:25   #11
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Ich weis nicht ob man wirklich nach diesem Utopia streben sollte.
Denn wenn alles perfekt ist, dann ist auch nur der kleinste Verstoß dagegen noch schlimmer als in einer nicht perfekten Welt.
Klar was die Wirtschaft angeht, wo Hunger-Armut daranhängen da muss sich was ändern.
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Alt 29.02.2008, 19:41   #12
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Zitat:
Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
Ich warte ja immer noch auf die erste Utopie. Bislang kamen sämtliche sogenannte Utopien, von Plato über Morus über Huxley, als Dystopie daher.

Star Trek zeigt sicherlich eine Welt in der man gerne leben würden- utopisch würde ich sie aber nicht nennen. Die Föderation wird von ganz normalen Menschen bewohnt, die sich ihren Bedürfnissen und Motivationen nach eben nicht von uns unterscheiden.
Was hat das damit zu tun?
Muss sich den die "Natur des Menschen" ändern um eine Utopie zu zeigen?

Zitat:
Zitat von KennerderEpisoden
Man strebt nach Status, sozialen Beziehungen, Selbstverwirklichung...- genau wie es Menschen in unserer Zeit tun. Die wirtschaftliche Basis ist anders, aber nicht weil die menschliche Natur sich verändert hätte, sondern weil der Grundsatz, dass es in der Wirtschaft um begrenzte Güter geht, nicht mehr mehr uneingeschränkt gilt.
Das Stimmt. Aber zu TOS-Zeiten, gab es keine Replikatoren.
Archer z.b. kamm ganz ohne aus. Also muss die ST-Gesselschaft bereits ohne dieses Hilfsmittel große Gütermengen produziert haben...Eventuell entwickelte sich die Gesselschaftsordung paralell.

Zitat:
Zitat von KennerderEpisoden
Das utopische Element sehe ich eher in der Stagnation der Star Trek-Gesellschaft: In über 200 Jahren von Archer zu Picard verändert sich nicht mehr soviel- im Gegensatz zum ereignisreichen 21. Jahrhundert. Eines der wichtigsten Elemtente in klassischen Utopien wie "1984" oder "Schöne neue Welt" war ja die soziale und technologische Stagnation, so dass die entsprechende Gesellschaft im Prinzip ewig in der gleichen Form weiterexistieren könnte.
Naja, von TOS bis TNG scheint schon eine Entwicklung stattgefunden zu haben.
OK ENT wirkt etwas zu Fortschrittlich.
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Alt 01.03.2008, 01:13   #13
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Zitat:
Zitat von Ace Azzameen Beitrag anzeigen
Kann ich so nicht unterschreiben. In TOS kann man sehen, dass man der Föderation beitreten kann auch wenn man die Todesstrafe weiter im Gesetzbuch hält. Ardana war zumindest ein Planet der UFP soweit ich mich erinnere.

Ein anderes Beispiel wäre die Körpertausch-Folge als eine Wissenschaftlerin den Körper vom alten Jim in Besitz nahm. Zumindest meine ich mich daran zu erinnerne, dass "Kirk" davon sprach dass Meuterei mit dem Tod bestraft wird.

Zusätzlich bleibt immer noch die Sache mit dem Maquis, bei dem menschliche Siedler für das größere Gut zwangsumgesiedelt werden.

Edit:
Ein Beispiel für eine Föderations-Todesstrafe konnte ich noch auf memory-alpha entdecken. Es ist die Folge "Der Computer M5" in dem Kirk den Computer davon überzeugt, dass er jetzt ein Mörder ist und dieser sich daraufhin umbringt weil es die dazugehörige Strafe ist.
Es ist natürlich immer zwiespältig. Auf der einen Seite möchte man zeigen, dass eine bessere Welt möglich ist, wenn man es nur kollektiv möchte. Auf der anderen Seite möchte man Verurteilungswürdiges auch anprangern und kritisieren oder zumindest ein Fragezeichen hinter so manch eine Politik setzen (Marquis und die Umsiedlung der Kolonisten).
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Alt 01.03.2008, 02:24   #14
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Zitat:
Zitat von Ace Azzameen Beitrag anzeigen
Ardana war zumindest ein Planet der UFP soweit ich mich erinnere.
Ist Ardana wirklich ein Föderationsplanet? Eigentlich schwer zu glauben: Auf Ardana gibts nämlich auch Folter und ein institutionalisiertes Klassensystem- alles keine Dinge, die von der Föderation propagiert würden.

Zitat:
Ein anderes Beispiel wäre die Körpertausch-Folge als eine Wissenschaftlerin den Körper vom alten Jim in Besitz nahm. Zumindest meine ich mich daran zu erinnerne, dass "Kirk" davon sprach dass Meuterei mit dem Tod bestraft wird.
Janice Lester hält sich die ganze Folge lang am Rande des Wahnsinns auf, und erzählt einige falsche Dinge. Etwa das Frauen keine Raumschiffcaptains werden könnten; das wird nicht nur duch "Enterprise" nachträglich widerlegt, sondern wird selbst in der entsprechenden TOS-Folge nicht von irgendeiner Person bestätigt. Ob ihre Todeskommandos am Ende also legal sind, ist zumindest nicht sicher. Die anderen Offiziere scheinen davon wenigstens nicht sehr überzeugt zu sein.
Zitat:
Ein Beispiel für eine Föderations-Todesstrafe konnte ich noch auf memory-alpha entdecken. Es ist die Folge "Der Computer M5" in dem Kirk den Computer davon überzeugt, dass er jetzt ein Mörder ist und dieser sich daraufhin umbringt weil es die dazugehörige Strafe ist.
Es besteht ein Unterschied darin, ob man die Todesstrafe moralisch oder rechtlich als angemessen erachtet. Ich bin mir ziemlich sicher, wer auf die Straße geht und die Leute fragt, ob ein Mörder/Kinderschänder etc. den Tod verdient hätte, wird genügend Fürsprecher finden. Das heißt weder, dass diese Person die Einführung der Todesstrafe fordert, noch dass es diese Strafe im Staat gibt.
Aber lange Rede: M 5 ist kein Moralcomputer, er soll stattdessen die Schiffsfunktionen überwachen. Seine Begriffe von Recht und Unrecht wird er von Dr. Dystrom einprogrammiert bekommen haben. Wenn nun nach Dr.Daystroms Moralvostellungen Möder getötet werden sollen, sagt das noch lange nichts über das Rechtssystem der Föderation aus.

Warum ich so lange auf dem Punkt herumreite: Das Thema Strafvollzug wird in TOS mehrmals behandelt ("Der Zentral-Nervensystem-Manipulator", "Wen die Götter zerstören"). Und die Moral ist eben, dass es der Föderation mehr um Prävention und Rehabilition geht, als um Vergeltung. Nehmen wir nur Kahn und seine Männer- ohne Zweifel ein Haufen Kriegsverbrecher, aber letztendlich wird ihnen sogar ihr Wunsch nach einem gesllschaftlichen Neuaufbau gewährt.

Zitat:
Zusätzlich bleibt immer noch die Sache mit dem Maquis, bei dem menschliche Siedler für das größere Gut zwangsumgesiedelt werden.
Richtig. Das selbsterzeugte Maquis-Problem lässt sich nicht wegdiskutieren. Zumindest wurde die Sternenflottenpraxis auch serienintern kritisiert, etwa durch Sisko, wenn er sich über die weltfremde Admiralität aufregt, oder durch Picard, der sich mit der eigenen dunklen Familienvergangenheit auseinandersetzen muss.

Zitat:
Zitat von DragoMuseveni Beitrag anzeigen
Was hat das damit zu tun?
Muss sich den die "Natur des Menschen" ändern um eine Utopie zu zeigen?
Naja, oft ist es so, dass eine Utopie zwar denkbar ist, aber -so der gängige Einwand- durch die menchliche Natur nicht praktikabel wäre. Ein sinngemäßes Zitat vom Ethologen E.O Wilson zum Kommunismus war beispielsweise: " Tolles System...falsche Spezies!" (Der Mann beschäftigte sich viel mit Ameisen.)
Vielen Utopien ist diese praktische Unmöglichkeit gegeben. Und die utopischen Modelle gehen selbst auf diesen Einwand ein. In "Schöne neue Welt" wird die menschliche Natur durch Drogen modelliert in "1984" protzt O'Brien, dass es sie gar nicht gäbe.

Zitat:
Das Stimmt. Aber zu TOS-Zeiten, gab es keine Replikatoren.
Archer z.b. kamm ganz ohne aus.
Vielleicht haben die Vulkanier industrielle Replikatoren geschickt. Natürlich möchte man sich später aus menschlicher Sicht nicht mehr daran zurückerinnern; ebensowenig wie zeitgenössische Amerikaner eingestehen wollen, dass sie ihre Unabhängkeit (mit) den Franzosen verdanken.

Zitat:
Naja, von TOS bis TNG scheint schon eine Entwicklung stattgefunden zu haben.
Ja, der Photonik-Torpedo hat sich zum Photonentorpedo entwickelt.
Aber es ist echt lustig: Immer wenn in einer Folge (serienübergreifend)ein großer wissenschaftlicher Umbruch bevorzustehen scheint, weiß man, dass der entsprechenden Forschung -noch in der gleichen Folge- ein grandioses Scheitern beschieden sein wird. Ob M5-Computer, Solitonwellen, Wundermedizin oder Warp 10 Barriere (OK: das Letzte lassen wir mal außen vor )- am Ende scheitert alles was grundlegend neu ist.
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Alt 01.03.2008, 16:58   #15
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Zitat:
Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
Richtig. Das selbsterzeugte Maquis-Problem lässt sich nicht wegdiskutieren. Zumindest wurde die Sternenflottenpraxis auch serienintern kritisiert, etwa durch Sisko, wenn er sich über die weltfremde Admiralität aufregt, oder durch Picard, der sich mit der eigenen dunklen Familienvergangenheit auseinandersetzen muss.
Das Maquis-Problem zeigte auch, dass die FÖD mit ihrerer unbedingten Friedenspolitik bereit war, kompromisse einzugehen die von vielen Betroffenen nicht als tragfähig betrachtet wurden.
Das ist zumindest ein interessanter Punkt an der sonst so harmonischen FÖD.


Zitat:
Naja, oft ist es so, dass eine Utopie zwar denkbar ist, aber -so der gängige Einwand- durch die menchliche Natur nicht praktikabel wäre. Ein sinngemäßes Zitat vom Ethologen E.O Wilson zum Kommunismus war beispielsweise: " Tolles System...falsche Spezies!" (Der Mann beschäftigte sich viel mit Ameisen.)Vielen Utopien ist diese praktische Unmöglichkeit gegeben. Und die utopischen Modelle gehen selbst auf diesen Einwand ein. In "Schöne neue Welt" wird die menschliche Natur durch Drogen modelliert in "1984" protzt O'Brien, dass es sie gar nicht gäbe.
In SNW wird die menschliche Natur noch genetisch mitmapuliert. O'Brien hat ja auch bestritten das Winston existiert, obwohl er mit ihn sprach("Wirklichkeitskonrolle").

Wenn ein Gesselschaftsmodell, das ja als solches für den Menschen da ist(den nur er "steuert" die Strucktur seiner Gesselschaft bewusst), nicht für den Menschen geeinget ist, sollte man da nicht sagen, dass es einfach Falsch ist, also das Ziel nicht erfüllt?
Natürlich kann es Wesen gebe, für die eine ganz andere Gesselschaftsform besser ist als für andere...

Zitat:
Ja, der Photonik-Torpedo hat sich zum Photonentorpedo entwickelt.
Aber es ist echt lustig: Immer wenn in einer Folge (serienübergreifend)ein großer wissenschaftlicher Umbruch bevorzustehen scheint, weiß man, dass der entsprechenden Forschung -noch in der gleichen Folge- ein grandioses Scheitern beschieden sein wird. Ob M5-Computer, Solitonwellen, Wundermedizin oder Warp 10 Barriere (OK: das Letzte lassen wir mal außen vor )- am Ende scheitert alles was grundlegend neu ist.
Der Replikator udn das Holodeck sind ja neu.
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Alt 03.03.2008, 00:31   #16
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um mal etwas klarzustellen. 1984 und schöne neue welt sind dystopien. also nicht erstrebenswerte gesellschaftsformen. wie man 1984 ernsthaft als utopie verstehen kann, ist mir schleierhaft
bei schöne neue welt hat nach der veröffentlichung die jugend eine utopie interpretiert, vor allem wegen der sexuellen aufklärung und des allgemienen wohlbefindens durch soma. aldous huxley hat das buch allerdings als dytopie geschrieben und die interpretation der jugendlichen kritisiert. das kann man bei dieser übersetzung im epilog nachlesen:

Amazon.de: Schöne neue Welt: Aldous Huxley,Herberth E. Herlitschka: Bücher

das schwere an einer utopie ist es sie zu erklären! wenn man halt so bücher wie new york 1999, 1984, schöne neue welt etc nimmt, dann wird detailliert erklärt, wie die gesellschaft aufgebaut ist, wie sie bestehen bleibt und wie sie entstand. eine utopie ist im grunde nicht plausibel zu erklären - zumindest, wenn man die realität beachtet.
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Alt 03.03.2008, 21:36   #17
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Zitat:
Zitat von Adm.Hays Beitrag anzeigen
das schwere an einer utopie ist es sie zu erklären! wenn man halt so bücher wie new york 1999, 1984, schöne neue welt etc nimmt, dann wird detailliert erklärt, wie die gesellschaft aufgebaut ist, wie sie bestehen bleibt und wie sie entstand. eine utopie ist im grunde nicht plausibel zu erklären - zumindest, wenn man die realität beachtet.
Hängt davon ab wie weit eine Utopie geht, oder?
Ich meien eine Gesselschaft die nur in einen Punkt besser ist, kann man erklären.
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Alt 07.03.2008, 16:53   #18
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Hmm... Ziemlich viele verschiedene Ansichten
Um das Thema zu erweitern:
Das Borg Kollektiv trifft imho perfekt auf eine Utopia zu, oder nicht?
Lord_Doomhammer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.03.2008, 15:33   #19
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das kommt darauf an, was man unter einer utopie versteht. natürlich haben borg keine probleme mit kriminalität, hunger oder geld. dafür büßen sie aber ihren individualismus ein, dieser ermöglicht dem menschen sich selbst zu verwirklichen und alles was dazu gehört (verstand, gefühle, interessen/hobbies, berufe etc) und das ist eben das, was den menschen ausmacht. demnach würde imho auch kein ethischer unterschied bestehen zwischen einem kollektiv aus menschen (oder wie bei den borg kybernetischen) und maschinen.
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Alt 17.04.2008, 10:22   #20
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Also, um nochmal auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen, ST - Utopie ja oder nein: ja, auf jeden Fall - auch wenn sie nicht bis in die letzte Instanz funktioniert. Außerdem muss man wohl trennen, ob das ST Universum eine Utopie ist oder einzig der Entwurf der menschlichen Gesellschaft, die sich mit dem Universum auseinandersetzen muss. Ich denke, es geht hier um die menschliche Gesellschaft, also (außerdem beziehe ich mich v.a. auf St-TNG):

1. wirtschaflicher Druck existiert nicht mehr; es gibt Replikatoren (kein Nahrungsproblem), das Energieproblem wurde beseitigt

2. Sinn des Lebens wurde auf die individuelle Entwicklung und Vermehrung von Wissen quasi gestutzt. Jeder kann sich so verwirklichen, wie er wil :-)

3. es existiert eine oberster Direktive (erinnert an Kant)

4. Krieg wird nur zur Verteidigung geführt

5. Die Erschließung des Weltraums hat das Platzproblem gelöst (außerdem versuchen die Menschen sich in die sie vorfindenden Systeme einzupassen und nicht zu zerstören oder auszubeuten (oberste Direktive)

6. Die Frage der Religion wurde relativiert; wobei diese Frage eine eher schwere ist... die Menschheit ist doch ziemlich christlich orientiert, wobei das Universum samt Q und Konsorten doch sehr fantastisch ist und nicht unbedingt etwas mit SCIENCE-fiction zu tun hat;

7. Familie wird groß geschrieben (O'Brien), wenn auch andere Formen der Familie diskutiert werden (Data/Spot), so auch die Enterprise einen gewissen familiären Rahmen darstellt.

8. Toleranz und Vernunft stehen an oberster Stelle, wenngleich Picard z.B. auch neugierig oder bisweilen unvernünftig agiert (da er auch die Kunst und die Philosophie liebt, was uns menschlich macht); der Dialog mit Data kann hier auch als Kampf der Vernunft mit dem menschlichen Wesen, dass nicht durch und durch vernünftig ist, verstanden werden; was dann zu

9. führt; der Mensch ist eben menschlich. Daher gibt es natürlich auch Probleme mit dem Gesellschaftsentwurf von ST. Selbst wenn die Menschen hier nur auf die Vernunft hören würden, wäre nicht gewährleistet, dass sie diese Fähigkeit auch richtig gebraucht oder idie Realität richtig interpretiert hätten, da der Mensch an sich nicht unfehlbar ist. Daher würde ich sagen, der Fehler liegt hier nicht im System, sondern an den Komponenten - was glaube ich schon einer meiner Vorredner gesagt hatte.

So, geht man mal von "Utopia" nach More aus, dann würde ich sagen, dass reicht schon ziemlich nahe dran, oder?!
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