Raumschiff Bluefox --- Episoden 16-18 - SciFi-Forum

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Raumschiff Bluefox --- Episoden 16-18

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    Raumschiff Bluefox --- Episoden 16-18

    Ws bisher geschah...

    Folge 16: Das Sprachrohr der Borg (Teil 3)


    STARRING

    Andreas Kägi ALS Cpt. Andrew Ceagy
    Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
    Tanya Steiner ALS Lt. Cmdr. Tanya Steaner
    Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
    Daniel Chollet ALS Lt. Cmdr. Danny Chollet
    Ramon Baur ALS Lt. Ramon Boer
    Stephanie Knecht ALS Cnslr. Steevy Knight
    Fabian Blatter ALS Lt. Fabius Blater
    Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
    Thierry Weidmann ALS Chief Thierry Whiteman
    Deborah Grossniklaus ALS Dr. Deborah Crossnicholls
    Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
    Judith Baumann ALS Lt. Judy Boeman
    Monika Heusser ALS Lt. Monique Hewsser
    Denise Werffeli ALS Lt. Denise Werwealy
    Stefan Kägi ALS F. Stephen Ceagy
    Patrick Streich ALS F. Patrick Strike
    Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
    Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
    Andrea Berger ALS F. Andrea Berger

    GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

    Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
    Matthias Currat ALS Andronus
    Annika Walter ALS Cmdr. Annika Valter
    Lilian Egli ALS Adm. Lilian Eagly
    Div. Schauspieler ALS Borg-Drohnen

    Nach dem Feuerbefehl von Cmdr. Ceagy begann Lt. Cmdr. Steaner, den Deflektor heißlaufen zu lassen, damit er nachher den kommenden Energieimpuls auch aushalten konnte!
    Als Zeichen der Bereitschaft funkte Lt. Cmdr. Steaner an Lt. Cmdr. Chollet:
    ««Der Deflektor hat nun die ideale Leistung. Sie können feuern.»»
    Lt. Cmdr. Chollet bestätigte und drückte den Auslöseknopf für den Deflektor!
    Ein dicker, blauer Strahl schoß plötzlich aus dem Deflektor der Antriebssektion direkt in die Richtung des Borgwürfels! Langsam arbeitete sich der Strahl des Impulses nach oben.
    Doch zum Entsetzen der gesamten Brückencrew hinterließ der Strahl des Deflektors nicht mal ein Anzeichen von Schaden!!
    Cmdr. Ceagy schüttelte den Kopf und runzelte die Stirn dazu. Er drehte sich zum Sicherheitschef an der Taktik um und fragte:
    «Was geht hier vor, Danny? Warum wird das Borgschiff nicht mal beschädigt? Ich meinte, wir würden mit diesem Hammer den ganzen Würfel in die Luft jagen!»
    «Tut mir leid, Andrew, ich kann es auch nicht ändern! Sie haben sich wahnsinnig schnell angepaßt. Ich kann es auch nicht im Geringsten verstehen!» antwortete Lt. Cmdr. Chollet.
    Da warnte Lt. Cmdr. Lore:
    «Sir, die Temperatur der Reaktorkammer im Deflektor erreicht kritische Werte. Wir müssen den Deflektor abschalten, Commander!»
    Nach einer kurzen Pause entschied sich Cmdr. Ceagy schließlich für die Abschaltung des Deflektors.
    «Wie haben die sich so schnell an dieses Manöver anpassen können? Das geht doch gar nicht!» sinnierte Cmdr. Ceagy.
    Der Erste Offizier konnte es einfach nicht glauben, daß schon wieder nichts wurde aus den so gescheiten Plänen seiner Mannschaft! In diesem Gedanken wurde Cmdr. Ceagy aber nicht lange gelassen, denn Lt. Cmdr. Lore an der Ops gab schon wieder eine Meldung durch:
    «Commander, es kommt erneut eine Transmission herein vom Borgkubus.»
    «Auf den Schirm!» befahl Cmdr. Ceagy.
    Es erschien wieder Andronus auf dem Hauptschirm der Brücke. Er sprach:
    ««Das gesamte Wissen und der Erfahrungsschatz, sowie alle Pläne und Gedanken des Humanoiden „Bluefox“ sind jetzt auch Teil unseres Wissens. Wir sind somit auf jede denkbare Aktion Ihrerseits vorbereitet. Widerstand ist zwecklos, „Nummer Eins“!»»
    Der Bildschirm zeigte nun wieder den Borgwürfel.
    Cmdr. Ceagy und der Rest der Brückenmannschaft wußten weder ein noch aus und ließen im wahrsten Sinne des Wortes „den Kopf hängen“.
    Da funkte Lt. Cmdr. Steaner vom Maschinenraum aus wieder an die Brücke:
    ««Steaner an Brücke: Das Borgschiff wird sehr wahrscheinlich in sehr kurzer Zeit wieder über Warpgeschwindigkeit verfügen. Das Hyperraumfeld des Kubus fluktuiert, was bedeutet, daß er sich regeneriert!»»
    ««Verstanden, Tanya. Wir bleiben in dieser Position. Wenn die Borg mit Reparaturen beschäftigt sind, werden sie uns nicht angreifen.»» funkte Cmdr. Ceagy zurück.

    Fünf Minuten später trafen sich alle Führungsoffiziere in der Beobachtungslounge, um einer Nachricht von Adm. Eagly zuzuhören:
    ««Es war das erste Mal, daß ein Kadett der Föderation im legendären Weinländer Radrennen in einer Ausreißergruppe war. Und damit nicht genug; er gewann das Rennen im Sprint der engsten Favoriten. Noch nie habe ich so einen entschlossenen und kämpferischen Mann kennengelernt wie Captain Matthew Bluefox. Und ich bin überzeugt; er wird niemals - und ich betone: Niemals wird er die Borg unterstützen! Ich hoffe, ihr alle versteht mich, wie ich es meine. Wir verlieren in ihm einen großen Mann und einen wichtigen Vermittler in der ganzen Geschichte mit den Romulanern. Er wollte immer allen helfen, auch wenn es ab und zu über seine Grenzen hinausging. Er hörte sich immer alle wichtigen Meinungen an, bevor er eine Entscheidung fiel und das mochte ich an ihm in seiner Position als Schiffskapitän immer am meisten.»»
    Die Admiralin machte eine Pause. Dann schaute sie durch den Bildschirm Cmdr. Ceagy an. Sie meinte:
    ««Commander Ceagy, hiermit befördere ich Sie zum Captain des Schiffes. Ich gratuliere Ihnen. Ich wünschte, es wäre unter anderen Umständen geschehen.»»
    Cpt. Ceagy konnte sich gar nicht richtig über seine Beförderung freuen und gab lediglich zurück: ««Ich auch.»»
    Nach diesem bedrückenden Moment gab es aber doch noch eine gute Nachricht von Eagly:
    ««Durch Ihr Eingreifen konnten wir viel Zeit gewinnen und eine Flotte von mehreren großen Raumschiffen bilden und sie beim Saturn zusammenziehen. Wir haben sogar Unterstützung von einem klingonischen Schlachtkreuzer erhalten, weil auch die Klingonen etwas Angst vor den Borg haben.»»
    Cpt. Ceagy war erfreut von dieser Meldung und war nun in dem Gewissen, doch noch eine kleine Mission erfüllt zu haben.
    Der Bildschirm wechselte auf das Bild mit dem Sternenflotten-Logo. Darunter stand in blauer Schrift: „Übertragung beendet“.
    Dr. Strike meinte:
    «Nun, jetzt können wir wohl alle Hoffnungen aufgeben, den Captain zurückzuholen.»

    Ja, der Captain...
    Er lag auf einer Bahre in einer Kammer. Auch dieser Raum war selbstverständlich grau in grau. Nichts, was vorher anders gewesen wäre.
    Eine Borg-Drohne untersuchte Andronus alias Cpt. Bluefox mit einem Laserscanner und einer Art medizinischem Tricorder, der natürlich durch die Borg stark erweitert wurde.
    Die Drohne fuhr mit diesem komischen Gerät Andronus mehrmals über seine Stirn. Dann bewegte sich der Borg von der Bahre weg und bediente ein Schaltpult an der Wand der Kammer. Die Drohne drückte auf einen größeren Knopf auf der Armatur.
    Da ertönte auf einmal ein knackendes Geräusch und eine lange, dünne Nadel wurde ausgefahren! Die Nadel wurde immer länger und näherte sich der Schläfe von Andronus! Sie sollte ihr Ziel auch unweigerlich treffen.
    Andronus machte keine Bewegung, nicht mal sein Gesicht verkrampfte sich, trotz dieses Schmerzes, der ohne Zweifel entstand durch den Einstich der Nadel an der Schläfe!
    Es vergingen keine drei Sekunden, da veränderte sich die gesamte Hautfarbe von Andronus in die Hautfarbe aller Borg – ein fades Grau!
    Doch was war denn da plötzlich zu sehen?! War das der Captain oder Andronus? Es lief plötzlich eine Träne aus dem rechten Auge heraus und kullerte die Wange herunter!

    Cpt. Ceagy und Lt. Cmdr. Chollet betraten gerade den Turbolift. Chollet unterrichtete Ceagy gerade über den neuesten Stand der Dinge:
    «Unsere beiden Frischlinge Patrick Strike und Stephen Ceagy haben gerade ein Projekt gestartet. Sie haben vor, einen Chip zu bauen, der in alle Handphaser und in den Schiffsphaser integriert werden könnte. Durch diesen Chip würde die Feuerfrequenz alle drei Sekunden rotieren und die Borg könnten sich somit schlechter anpassen.»
    Cpt. Ceagy war sehr überrascht und entgegnete:
    «Das ist wirklich eine ganz tolle Idee. Wenn sie das fertig bringen, dann haben sie eine Beförderung verdient, bevor sie ihr Jahr Praktikum absolviert haben! So ein Chip wäre für uns von enormem Vorteil. – Maschinenraum!» befahl Cpt. Ceagy dem Computer anschließend.
    Cpt. Ceagy fuhr fort:
    «Ebenfalls sollten wir einen Weg finden, ihre Kraftfelder zu neutralisieren. Der Gegner soll merken, daß wir uns auch anpassen können. Sie sollen merken, daß sie verwundbar sind! Wir kämpfen nicht nur gegen die Borg, sondern wir kämpfen gegen das gesamte Wissen, das sie Captain Bluefox genommen haben. Wir führen Krieg gegen einen Gegner, der uns besser kennt als wir uns kennen!»
    Lt. Cmdr. Chollet nickte und erwiderte:
    «Die Borg besitzen weder Ehre, noch besitzen sie Mut. Das ist rein psychisch gesehen unser größte Vorteil im Kampf. Aber das wird uns wohl wenig nützen, wenn es dann in eine Raumschlacht ausartet.»
    «Ganz richtig. Aber hoffentlich klappt das mit dem Chip. Unsere Chancen wären dann wirklich so groß wie noch nie.» meinte Cpt. Ceagy.

    Dort, wo Cpt. Ceagy und Lt. Cmdr. Chollet gerade hinwollten, herrschte eine Anspannung und Nervosität, sowie auch Unruhe. Keiner wollte nun einen Fehler machen in der Technikercrew des Maschinenraumes, denn nur mit perfekter Arbeit konnte man einen einigermaßen fairen Kampf gegen die Borg gewinnen oder zumindest langfristig führen.
    Lt. Cmdr. Valter unterstützte die Crew des Maschinenraumes zusätzlich mit ihren Theoriekenntnissen über Warpfeldtheorie und Schildharmonik. Sie stand gerade in der oberen Hälfte des Warpkernraumes und scannte etwas am Kern. Sie teilte Lt. Cmdr. Steaner mit:
    «Die Beschleunigerspulen reagieren wieder normal.»
    «Ausgezeichnet. Vordere Schutzschilde sind bei 58 Prozent, hintere Schilde...»
    wollte Lt. Cmdr. Steaner gerade sagen, als die Anzeigen nicht aufleuchteten!
    «...anscheinend versagen die Sensoren!» erkannte die Chefingenieurin.
    «Ich überprüfe es.» meinte Lt. Cmdr. Valter und scannte die obere Kernhälfte erneut mit einem Phasenstimulator.
    «Die Sensoren sind vollkommen in Ordnung. Augenblick; hintere Schutzschilde haben vollkommen versagt. – Verdammt!» fluchte Lt. Cmdr. Valter.
    «Ah, da kommt Hilfe.» bemerkte Lt. Cmdr. Steaner, als plötzlich Captain Ceagy, seine rote Uniform nun wirklich mit vier Rangabzeichen bestückt, und Lt. Cmdr. Chollet den Maschinenraum betraten und zu Steaner nach hinten in den unteren Warpkernraum kamen.
    Lt. Cmdr. Steaner erklärte das Problem den beiden:
    «Die hinteren Schutzschilde erhalten keine Energie. Die Sensoren versagen in dieser Region. Vielleicht finden Sie den Fehler, Danny.»
    «Oh, da habe ich wenig Ahnung davon. Lore ist leider auf der Brücke zur Zeit, aber vielleicht kommt er ja mal kurz vorbei und schaut sich die Sache an.» entgegnete der Sicherheitschef.
    «Wie schnell können wir weiterfliegen?» fragte Cpt. Ceagy.
    «Es dauert noch ein paar Stunden. Commander Valter erklärt Ihnen alles.»
    antwortete Lt. Cmdr. Steaner.
    Es dauerte nicht lange, bis Lt. Cmdr. Valter die Treppe zum unteren Stockwerk hinuntergestiegen war und sie legte gleich los:
    «Der Hauptnavigationsdeflektor funktioniert wieder. Tanya und Denise lassen gerade die letzten Tests ablaufen.»
    «Und der Warpreaktorkern?» fragte der frischgebackene Captain.
    «Der ist das Problem. Es braucht sehr viel Zeit für diese knifflige Arbeit. Aber wir kommen schnell voran. Drei Stunden sollten reichen. Ich hoffe auch, daß wir dann auch mit den Schilden soweit sind. Dann wäre das Schiff wieder voll einsatzbereit, Captain.»
    antwortete Lt. Cmdr. Valter.
    Cpt. Ceagy funkte an Lt. Cmdr. Lore auf der Brücke:
    ««Ceagy an Lore: Wir haben hier unten ein Problem mit den Schutzschilden. Was könnte die Ursache für einen Ausfall der Sensoren sein?»»
    ««Die Generatoren für die Schutzschilde könnten durchgebrannt sein. In Frachtraum 3 befinden sich Ersatzgeneratoren. Wenn Sie die auswechseln, sollte es wieder funktionieren, Sir.»» antwortete Lt. Cmdr. Lore.
    ««Danke sehr! Wir versuchen es sofort!»» bedankte sich Cpt. Ceagy und beendete den Funkverkehr.
    Lt. Cmdr. Steaner hörte den Funk natürlich gleich mit als Chefingenieurin und griff sich an den Kopf!
    «Nein! Warum nicht schon früher? Klar, die Generatoren! Das Schiff ist in zwei Stunden einsatzbereit, Captain! Da können Sie sich drauf verlassen!» meinte sie.
    Der Captain war damit mehr als einverstanden und bedankte sich bei der eifrigen Technikermannschaft, die nun wirklich nicht gerade groß war! Nur Steaner selbst, zum Glück mit Unterstützung von Valter, ab und zu mit Lore, dazu Lt. Werwealy und F. Crossnicholls! Das war wirklich eine Rumpfcrew im Maschinenraum!
    Steaner machte sich bereits an die Arbeit, als Cpt. Ceagy Lt. Cmdr. Valter nochmals zu sich rief:
    «Commander! Einen Moment noch. – Das war gute Arbeit auf dem Borgschiff.» lobte der Captain die etwas verdutzte Annika Valter. Sie war sich von Ceagy wirklich nicht gewöhnt, Lob zu erhalten!
    «Danke, Sir! Aber ich habe Captain Bluefox nicht zurückgeholt.» erwiderte Valter.
    «Sie haben aber den Warp-Antrieb des Kubus lahmgelegt.» konterte Ceagy.
    Nach einer kurzen Pause fuhr er fort:
    «Commander, trotz einer gewissen Antipathie sollten wir gut zusammenarbeiten. Es kann sich nur lohnen.»
    «Sie sprechen von den Aufgaben eines Ersten Offiziers?» fragte Valter scheinheilig.
    «Sie sind wirklich sehr ehrgeizig, Annika!» meinte Cpt. Ceagy und mußte darüber schmunzeln!
    Lt. Cmdr. Valter sprach:
    «Nach all’ dem, was vorgefallen ist, sehe ich für mich keine Chance, Ihr Erster Offizier zu werden, obwohl Sie mich dringend brauchen. Ich habe ein ausgedehntes, technisches Fachwissen und ich bin Spezialistin für die Borg.»
    «Und Sie haben noch viel zu lernen!» fuhr ihr Cpt. Ceagy in ihre Aufzählung, was sie alles konnte! Valter nickte und sprach: «Ja, Sir.»
    «Ich hatte auch viel zu lernen, als ich als Erster Offizier von Captain Bluefox an Bord dieses Schiffes kam. Aber in diesem ersten Jahr habe ich viele Verantwortungen übernehmen können und ich bekam des öfteren die Gelegenheit, das Kommando zu haben.»
    Der Captain hielt kurz inne, schmunzelte plötzlich erneut und ergänzte:
    «Ich habe ihm davon erzählt, daß wir uns auf die Nerven gehen.»
    «In der Tat, Sir!» entgegnete Valter mit einem Lächeln. Doch die Versöhnung zwischen Valter und Ceagy wurde durch einen Funkspruch von Lore unterbrochen:
    ««Lore an den Captain!»»
    ««Sprechen Sie, Lore!»» bestätigte Cpt. Ceagy.
    ««Die Borg haben soeben den Saturn erreicht und greifen die zusammengekommene Flotte der Föderation an!»» warnte Lore, der inzwischen auf der Brücke das Kommando hatte.
    ««Ich komme sofort! Versuchen Sie, ein Bild auf den Schirm zu bekommen!»»
    bat der Captain und begab sich zum Turbolift auf dem Maschinendeck. Lt. Cmdr. Chollet begleitete ihn.

    «Admiral Eagly über Hyperraumfunk.» sprach Lt. Cmdr. Lore, als Cpt. Ceagy und
    Lt. Cmdr. Chollet die Brücke betraten.
    «Auf den Schirm, Danny.» befahl Cpt. Ceagy.
    Es war nun eine Innenansicht der Brücke auf der U. S. S. Wineland zu sehen. Die Admiralin begann, zu sprechen:
    ««Der Kampf läuft schlecht für uns, Bluefox! Wir versuchen, uns zurückzuziehen, um uns neu zu formieren!»»
    Dann brach die Funkverbindung plötzlich abrupt ab und der Bildschirm flimmerte weiß! Kurz darauf schaltete der Schirm automatisch wieder auf die normale Weltraumansicht!
    «Commander, was ist los?» fragte Cpt. Ceagy. Lore antwortete:
    «Das Schiff wurde entweder zerstört oder so stark beschädigt, daß keine Funkverbindung möglich ist, Captain.» erklärte Lt. Cmdr. Lore.
    Cpt. Ceagy schüttelte den Kopf und setzte sich in den mittleren Sessel.

    Computerlogbuch der Bluefox, Captain Ceagy, Sternzeit 54653.1

    ««Die Reparaturen sind nach zwei Stunden tatsächlich abgeschlossen und wir fliegen nun mit Warpgeschwindigkeit, um die anderen Föderationsraumschiffe beim Saturn zu treffen. Jegliche Funkverbindung ist momentan unterbrochen; sehr wahrscheinlich durch das Eingreifen der Borg.»»


    In der Beobachtungslounge:

    Cpt. Ceagy stand direkt vor Lt. Cmdr. Chollet und Lt. Cmdr. Lore.
    «Commander Chollet, jeder Mann weiß, wieviel Sie bereits für die Bluefox-E getan haben und jeder schätzt dies. Commander Lore, ich weiß, in Ihrem „Geist“ gibt es keinen Platz für Ehrgeiz. Trotzdem habe ich Sie für den Posten des Ersten Offiziers in Betracht gezogen.»
    «Danke, Sir!» entgegnete Lt. Cmdr. Lore und hob die Augenbrauen kurz an.
    «Ich möchte, daß alle Offiziere ihren Posten behalten. Ich möchte nichts verändern an der Struktur. Sie ist momentan bestens und ich brauche Sie alle dort, wo Sie jetzt sind, denn dort sind Sie am stärksten und können Ihre Fähigkeiten optimal ausnutzen.»
    erklärte Cpt. Ceagy. Er schritt langsam dem Besprechungstisch entlang vom vorderen zum hinteren Ende des Tisches, wo Lt. Cmdr. Valter saß. Der Captain meinte:
    «Ich habe entschieden, wenn auch schweren Herzens, daß es im Moment das beste für das Schiff ist, wenn ich Lieutenant-Commander Annika Valter zum Ersten Offizier ernenne. Sie gelten als Spezialistin für die Borg. Ich befördere Sie hiermit in den Rang eines Commanders; mit allen Rechten und Privilegien.»
    Er schüttelte ihre rechte Hand und lächelte freundlich, was gleichzusetzen war mit den Worten: „Ich gratuliere Ihnen.“
    Lore und Chollet standen immer noch am vorderen Tischende. Als Lore diese Entscheidung registrierte, hob er die Augenbrauen erneut an und äugte zu Chollet hinüber.
    Der war nicht sonderlich überrascht und grinste Lore an! Auch Lore verzog seine Mundwinkel nach oben. Er wußte zwar nicht, daß dies komisch sein sollte, aber er schmunzelte einfach mit, damit es menschlicher aussah!
    Cpt. Ceagy marschierte wieder zum vorderen Ende des Tisches, hielt sich an einer gepolsterten Stuhllehne fest und verkündete der Mannschaft:
    «Nun, wir müssen damit rechnen, daß die Borg den Angriff überlebt haben. Es kommt also zu einem neuen Kampf.»
    «Was ist mit dem verstärkten Gravitationsstrahl aus dem Deflektor?» fragte Cmdr. Valter.
    «Ich habe es viermal durchgerechnet. Die Phasenvarianz ist nicht stark genug, um den Borg Schaden zuzufügen.» antwortete Lt. Cmdr. Steaner.
    Da meldete sich Lt. Cmdr. Lore:
    «Doctor Strike und ich arbeiten an einer interessanten Prämisse.»
    Lore deutete mit der offenen Hand auf Dr. Strike, die auch gleich das Wort ergriff:
    «Wir haben die Idee, zerstörerische Naniten bei den Borg einzuschleusen.»
    «Naniten?» fragte Cmdr. Valter.
    «Das sind mikroskopisch kleine Roboter, die in Zellen eindringen.» erklärte Lt. Cmdr. Lore.
    Cpt. Ceagy fragte Dr. Strike: «Und wie lange wird das dauern, bis Sie soweit sind?»
    Dr. Strike antwortete:
    «Das ist das Problem, Captain! Innerhalb von zwei bis drei Wochen.»
    Cnslr. Knight lachte kurz und meinte:
    «In zwei bis drei Wochen sind Naniten vielleicht die einzigen Überlebenden der Föderation!»
    «Wir haben die neuen Phaseradapter.» meldete sich der Sicherheitschef Lt. Cmdr. Chollet.
    Lt. Cmdr. Steaner meinte:
    «Mit denen und den Photonentorpedos könnten wir sicher einiges erreichen. Das war eine hervorragende Arbeit von den beiden Frischlingen!» lobte sie F. Strike und F. Ceagy.
    Cpt. Ceagy streckte den Daumen nach oben in die Richtung von Lt. Cmdr. Steaner. Dann schaute er wieder alle an, machte eine kurze Pause und sprach daraufhin:
    «Ich bin sicher, Captain Bluefox würde jetzt ein paar aufbauende Worte sagen. Ich wünschte, er wäre jetzt hier, um etwas zu sagen. Eins ist jedoch sicher, Leute:
    Unsere Anstrengungen und unser Teamgeist in der kommenden Schlacht werden seine Erwartungen an uns und seinen Stolz auf uns alle rechtfertigen. – Ich danke Ihnen.»
    Nach diesen Worten des Captains verließen alle Offiziere die Beobachtungslounge, inklusive dem Captain. Der ging in den Bereitschaftsraum, der ja der Raum von Matthew Bluefox war.
    Als Cpt. Ceagy den Raum betrat, kam er ihm plötzlich fremd und beängstigend vor!
    Dieser Stuhl dort - auf der anderen Seite des Schreibtisches aus Glas und glasiertem Eichenholz an den Kanten und Ecken – sollte von nun an also Ceagys Stuhl sein!
    «Was würden Sie jetzt machen?» fragte er den leeren Stuhl hinter dem Schreibtisch.
    Er schritt langsam zum Tisch hin, als es plötzlich läutete.
    «Herein!» rief Cpt. Ceagy.
    Und wer kam herein? Seine Freundin Judy Boeman!
    «Judy! Was machst du denn hier im Bereitschaftsraum?» fragte Ceagy und umarmte Judy zur Begrüßung. Er war überrascht, daß sie ihm einen Besuch abstattete in dieser heiklen Zeit!
    «Hast du einen Moment für mich Zeit?» fragte sie ihn.
    «Natürlich, aber nur kurz. Ich muß dann wieder auf die Brücke.» antwortete er.
    Judy setzte sich auf die Couch an der linken Wand. Über der Couch hing ein gemaltes Bild von der U. S. S. Voyager NCC-74656, die vor fast zwanzig Jahren in den Delta-Quadranten geschleudert wurde.
    Andrew setzte sich in den Gaststuhl vor dem Schreibtisch, damit er ihr gegenüber sitzen konnte. Sie begann, zu berichten:
    «Ich habe da auf Zehn-Vorne so einiges gehört von der Besatzung. Viele Leute sagen und glauben, daß sie in den nächsten Tagen sterben werden. Das ist aber nicht deswegen, weil sie weniger an dich glauben als an Matt. Sie haben auch in dich größtes Vertrauen, jedoch überwiegt einfach die Angst vor dem Tode. Wenn jemand glaubt, daß er morgen sterben wird, dann wird er unbewußt bereits darauf hinarbeiten.»
    Judy erhob sich wieder und schritt langsam um Andrew im Gaststuhl herum. Sie begab sich gemächlich hinter den Schreibtisch und setzte sich in den Stuhl des Captains!
    «Judy! Der gehört nicht mir!» warnte Andrew mit einem Schmunzeln.
    «Oh, doch, Andrew, der gehört ab jetzt dir! Du wirst es sicher nicht wahrhaben wollen, aber du mußt dich geistlich von Matt trennen!» entgegnete Judy.
    «Du weißt es vielleicht noch nicht, aber ich habe gestern versucht, ihn zu töten.» meinte Andrew.
    «Du hast das versucht, zu töten, was die Maschine in Matt war, nicht ihn selbst!» konterte Judy.
    «Wie zum Teufel könnte ich den Matt umbringen?» fragte sich Cpt. Ceagy.
    Er antwortete sich selbst: «In keinster Form. Du hast Recht. Ich will nur das töten, was die Maschine in ihm ist. Aber zugleich ist es auch er selbst. Es kommt auf dasselbe an.»
    Judy erhob sich wieder aus dem Sessel des Captains, schritt langsam Richtung Tür des Bereitschaftsraumes, die zur Brücke führte. Sie sprach:
    «Matt Bluefox ist immer noch bei uns in diesem Raum. Wäre er gestorben, wäre es leichter! Aber so ist es nicht. Ihm wurde seine Individualität geraubt. Die Borg haben ihn uns weggenommen, ganz plötzlich. Auf diesem Schiff kann es nur einen Captain geben.»
    «Das ist nicht so einfach. Die Bluefox war sein Schiff. Hör‘ dir doch mal den Namen des Schiffes an! Captain Ceagy und U. S. S. Bluefox passen nicht zusammen, wenn der Captain vorher Bluefox hieß!» erwiderte Andrew.
    «Er weiß jetzt alles, was wir wußten. Damit mußt du dich vertraut machen und es muß dir immer im Bewußtsein bleiben. Du mußt eine geistige Trennung vollführen. Nur so kannst du die Borg besiegen.» bleute Judy Andrew ein.
    Er nickte bloß. Judy verließ nach diesem Satz den Bereitschaftsraum wieder.
    Cpt. Ceagy jedoch blieb in seinem Raum und getraute sich nun das erste Mal, sich in diesen Stuhl beim Fenster hineinzusetzen. Es war ein mulmiges Gefühl!
    Ceagy dachte über den letzten Satz von Boeman nach. Er sagte zu sich selbst:
    «Das ist es. Ich muß individuell denken und eigene Taktiken erfinden, die den Borg noch nicht bekannt sind. Ich werde eigene Ausweichmanöver einstudieren und auch eigene Angriffsmuster programmieren. Nur so sind die Borg besiegbar! Und irgendeinen Joker muß ich noch aus dem Ärmel schütteln können. Eine Taktik, die er sich nie ausdenken würde.»
    Da fühlte er sich schon ein wenig besser, wenn er in die Offensive ging!
    Er versuchte, einfach locker und gemütlich zu sitzen. Kaum hatte er sich etwas entspannt, funkte Cmdr. Valter von der Brücke her:
    ««Valter an Ceagy: Wir haben den Saturn erreicht. Sie sollten sich das ansehen, was hier geschah.»»
    ««Ich bin sofort da.»» bestätigte Cpt. Ceagy und lief sogleich zur gegenüberliegenden Brücke.

    «Gehen Sie auf Impulsgeschwindigkeit und bringen Sie uns in den Kampfsektor, Fähnrich Strike.» befahl Cpt. Ceagy. Er ergänzte: «Alarm Gelb!»
    «Captain, es werden mehrere Schiffe angezeigt.» berichtete Lt. Cmdr. Chollet.
    «Ist es die Flotte?» fragte Cpt. Ceagy. Lt. Cmdr. Lore berichtete von der Ops:
    «Keine Hyperraumfelder, keine Energieanzeigen.»
    «Lebenszeichen?» fragte der Captain.
    «Negativ, Sir.» antwortete Lt. Cmdr. Lore.
    «Visueller Kontakt!» erwähnte Lt. Cmdr. Chollet.
    «Auf den Schirm!» befahl Cpt. Ceagy.
    Das, was nun auf dem Schirm zu sehen war, ließ die Brückencrew einen Schauer durch den ganzen Körper erzeugen! Das, was mal eine Föderationsflotte war, waren diese Trümmerteile von vielen Schiffen! Darunter gab es ab und zu halbe Schiffsteile mit abgebrannten Kanten und sonstige Fragmente!
    Cpt. Ceagy erhob sich aus dem Kommandosessel, ebenso Cmdr. Valter aus dem Sessel des Ersten Offiziers. Cmdr. Valter war entsetzt! Sie erkannte einige größere Schiffe an der Bauweise:
    «Die Einstein, dort drüben die Wineland und direkt vor uns... ...die Aventicum!»
    Ceagy durchfuhr ein Riesenschrecken!
    Die Aventicum, das Schiff, auf dem Andrew Ceagy also beinahe das Kommando übernommen hätte! Dieses starke Schiff war nun also unter den Trümmern von allen anderen Föderationsschiffen und bildete keine Ausnahme. Nach dem Schrecken erlebte der Captain ein Glücksgefühl! Zum Glück blieb er auf der Bluefox!
    Jedoch blieb ihm nicht viel Zeit zum Sinnieren. Er fragte Lt. Cmdr. Chollet:
    «Wo ist der Borgkubus?»
    «Das Borgschiff befindet sich mit Impulsgeschwindigkeit auf dem Weg zur Erde. Bald werden sie den Mars erreichen. Dort hat bereits die planetare Verteidigung ihre Raketen abgeschossen.» antwortete der Sicherheitschef.
    «Raketen?! Klingt ja saugefährlich. Haben die nichts besseres auf Lager?» wunderte sich Ceagy mit einer Portion Sarkasmus. Dann befahl er:
    «Fähnrich Strike, programmieren Sie einen Abfangkurs auf das Borgschiff mit maximaler Warpgeschwindigkeit. Ich möchte sie noch vor der Ankunft beim Mars stoppen.»
    «Aye, Sir. Kurs programmiert. Wir werden die Borg in 1 Minute und 40 Sekunden abfangen.»
    bestätigte F. Strike an der Conn.
    «Jetzt muß alles schnell gehen. Commander Valter, Sie übernehmen das Kommando auf der Hauptbrücke, ich nehme einen kleinen Teil der Crew auf die Kampfbrücke mit. Wir werden das Schiff trennen. Fähnrich Strike, Sie kommen mit.» befahl Cpt. Ceagy.
    Dann funkte er an Lt. Humble:
    ««Brücke an Lieutenant Humble: Sie müssen die Untertassensektion navigieren. Fähnrich Strike wird die Antriebssektion steuern.»»
    Lt. Humble bestätigte den Befehl und versicherte, sofort auf die Brücke zu kommen.
    Ceagy funkte nun noch an Lt. Hewsser und an Lt. Boer:
    ««Brücke an Lieutenants Hewsser und Boer: Melden Sie sich bitte unverzüglich auf der Gefechtsbrücke! Das Schiff wird getrennt.»»
    Auch Boer und Hewsser bestätigten Ceagys Anweisung und sagten, sie kämen sofort.
    Cmdr. Valter hatte plötzlich einen Einwand:
    «Captain, mein Vorschlag war nur solange gut, bis die Borg das Wissen von Captain Bluefox assimiliert hatten. Jetzt wissen die Borg, daß wir das Schiff auch trennen können!»
    «Ich bin mir dessen bewußt, Commander. Ich rechne sogar damit.» entgegnete der Captain geheimnisvoll! Und von Geheimnissen noch nicht genug:
    «Commander Chollet, Commander Lore, ich habe für Sie beide noch einen speziellen Auftrag.»
    Mehr sagte er nicht! Nicht einmal dem Rest der Brückencrew! Cmdr. Valter wurde nach dem Verschwinden der Nicht-Führungsoffiziere auf der Brücke ebenfalls noch informiert, damit es noch jemand in der Untertassensektion wußte.

    Die Borg merkten auf einmal, daß die Bluefox sie wieder verfolgte. Der Kubus stoppte.
    Andronus schaute auf einen der vielen großen Hauptschirme im Schiff und konnte die Bluefox schon sehen. Sie flog nun auch nur mehr mit Impulskraft auf den Kubus zu, weil der ja nun angehalten hatte.

    Cpt. Ceagy, bereits auf der Gefechtsbrücke angelangt mit seiner Besatzung, öffnete zu Andronus einen Kanal:
    ««Andronus von den Borg, hier spricht Captain Andrew Ceagy von der U. S. S. Bluefox
    NCC 1701-E.»» stellte sich Cpt. Ceagy vor.
    ««Sie können sprechen.»» sprach Andronus.
    «Wow, der ist ja richtig großzügig.» bemerkte Lt. Boer zu F. Strike in einem Flüsterton!
    ««Wir wünschen, die Feindseligkeiten zu beenden!»» verlangte Cpt. Ceagy.
    ««Dann müssen Sie sich ohne jede Bedingung ergeben.»» entgegnete Andronus.
    ««Ich möchte, daß wir uns auf der Bluefox treffen, um die Bedingungen genau zu besprechen.»» schlug Ceagy vor. Doch Andronus verneinte:
    ««Ich halte es für unwahrscheinlich, daß Sie etwas mit uns besprechen wollen. Ich glaube viel eher, daß es sich um ein Täuschungsmanöver handelt!»»
    ««Was soll das, Andronus? Sie sollten doch wissen, daß Sie mir bedingungslos vertrauen können! Captain Bluefox hat mir immer vertraut und ich habe ihn nie angelogen.»»
    meinte Cpt. Ceagy. Nach einer kurzen Pause erwiderte Andronus:
    ««Ja, Bluefox vertraute Ihnen tatsächlich.»»
    ««Also, dann gibt es doch kein Problem mehr, oder?»» fragte Cpt. Ceagy.
    Er fügte an:
    ««Es gibt keinen Grund Ihrerseits, mißtrauisch zu sein! Wir sollten ein Treffen vereinbaren.»»
    schlug Ceagy erneut vor.
    ««Ein Treffen ist vollkommen überflüssig! Es wird keine Bedingungen geben!»»
    erwiderte Andronus. Er machte eine kleine Pause, verlangte daraufhin:
    ««Sie werden Ihre gesamten Waffensysteme deaktivieren und uns zur Erde begleiten, wo wir Ihre gesamten Charakteristika und Ihr Wissen uns einverlei...»» weiter ließ Cpt. Ceagy Andronus nicht reden! Cpt. Ceagy befahl Lt. Hewsser stumm, den Kanal zu schließen, indem er mit drei Fingern geschlossen vom Hals in einer schnellen Bewegung einen Halbkreis nach außen machte.
    Dann fragte der Captain Lt. Boer:
    «Mr. Boer, können Sie den Standort des Borg-Senders von Andronus im Kubus genau feststellen?»
    «Auf 30 Meter genau, Sir.» antwortete Lt. Boer, der an der Ops arbeitete.
    ««Ceagy an Whiteman: Chief, wie sieht es aus?»» funkte Cpt. Ceagy an den Transporterraum.
    ««Die Borg haben ihr elektromagnetisches Feld verändert, um Transportvorgänge zu unterbinden, Sir.»» antwortete Chief Whiteman.
    ««Wie ich es mir gedacht habe. Dann schreiten wir zur Alternative des Plans.»» informierte Cpt. Ceagy Chief Whiteman.
    Im Transporterraum befanden sich auch Lt. Cmdr. Chollet und Lt. Cmdr. Lore! Beide hatten ein kleines Gerät am rechten Arm! Es waren Transportverstärker.
    Lore funkte an die Brücke:
    ««Ich habe verstanden, Captain. Phase Zwei tritt in Kraft. Lore, Ende.»»
    Cpt. Ceagy war sonderlich gut gelaunt für eine aussichtslose Kampfsituation! War dies nun der Joker, den er aus seinem Ärmel schüttelte?
    Cpt. Ceagy befahl: «Öffnen Sie den Kanal wieder, Lieutenant.»
    Lt. Hewsser öffnete den Kanal und Ceagy sprach:
    ««Andronus, unsere Leute brauchen noch etwas Zeit, um sich auf eine Assimilation einzustellen.»» Andronus entgegnete:
    ««Das wird nicht notwendig sein. Ihre Leute werden so schnell angepaßt wie der Humanoide „Bluefox“! Ihre Versuche, uns aufzuhalten, werden nicht erfolgreich sein, „Nummer Eins“. Wir werden weiter in Richtung Erde fliegen. Wenn Sie versuchen, uns weiterhin aufzuhalten, werden wir Ihr Schiff zerstören!»»
    ««Dann sollten Sie damit sofort beginnen, Andronus, denn wir sind im Begriff, uns einzumischen!»» meinte Cpt. Ceagy selbstsicher. Dann machte er wieder dieses Zeichen zur Schließung des Kanals. Er funkte an Cmdr. Valter:
    ««Ceagy an Valter: Leiten Sie die Trennung des Schiffes ein. Hyperraumfunk aktivieren. Angriffsmuster Ceagy Eins!»»
    ««Verstanden, Captain! Trennung wurde eingeleitet. Angriffsmuster Ceagy Eins bestätigt!»»
    funkte Valter zurück.
    Da funkte Lt. Cmdr. Steaner an Cpt. Ceagy:
    ««Andockklammern sind gelöst. Trennung erfolgreich.»»
    ««Perfekt, Tanya! Danke schön.»» funkte Ceagy an Steaner zurück.
    F. Strike meldete sich:
    «Captain, die Geschwindigkeit der Untertassensektion erhöht sich.»
    «Feuer frei für alle Waffensysteme!» befahl Cpt. Ceagy.
    Auch auf der Untertassensektion gab Cmdr. Valter den Feuerbefehl.

    Beide Schiffsteile feuerten mit Photonentorpedos und mit den modifizierten Phasern, so oft, wie sie nur konnten!
    Der Kubus begann nun auch, zu feuern und mit dem Traktorstrahl die Antriebssektion zu erfassen!
    «Sir, die Borg versuchen, uns mit dem Traktorstrahl zu kriegen!» warnte F. Strike.
    «Fähnrich, fliegen Sie das Ausweichmanöver Ceagy Alpha! Energie!» befahl der Captain.
    Die Antriebssektion der Bluefox entkam einem weiteren Versuch der Borg, mit deren Traktorstrahl den unteren Schiffsteil anzukoppeln!
    «Sir, die Untertassensektion wird vollkommen ignoriert! Die feuern nur auf uns!» informierte F. Strike. Doch Cpt. Ceagy blieb ganz gelassen sitzen in seinem Kommandosessel! Er befahl:
    «Ja, das habe ich vorausgesehen. Fähnrich, fliegen Sie nun Ausweichmuster Ceagy Beta!»
    Dann funkte er wieder an Cmdr. Valter:
    ««Annika, Stufe Zwei starten!»»
    ««Das wird ja immer besser, jetzt nennen Sie mich schon beim Vornamen, Captain! Ich habe verstanden, Sir.»» funkte Cmdr. Valter an Cpt. Ceagy zurück.
    Dann befahl sie F. Berger:
    «Fähnrich Berger, Antimaterieladungen ab!»
    «Mit Vergnügen, Commander!» bestätigte F. Berger in ihrem Eifer! Sie hatte nun wirklich viel zu tun! Endlich mal feuern aus allen Rohren ohne Ende! Das war zwischendurch mal wirklich voll nach ihrem Geschmack!

    Plötzlich bemerkte Andronus auf seinem Schirm, daß auch die Untertassensektion nicht ungefährlich war! Diese Antimaterieladungen schienen Andronus nun doch etwas aus dem Konzept zu bringen, denn er konnte fast nichts mehr sehen wegen den sprühenden Funken der Ladungen!

    Da funkte Lt. Cmdr. Lore erneut an die Gefechtsbrücke und gab einen weiteren Bericht durch:
    ««Lore an Ceagy: Shuttle-Startsequenz eingeleitet. Wir verlassen die Bluefox in genau drei Sekunden.»»
    Lt. Cmdr. Lore und Lt. Cmdr. Chollet waren natürlich die Insassen des Shuttles! Da ein Transport nicht möglich war, mußten sie es halt über den interstellaren Weg probieren!
    Das Shuttle verließ die Rampe und war nun also im offenen Weltraum. Offensichtlich flog es direkt auf den Kubus zu!

    Auf der Gefechtsbrücke wurde der Kampf weiterhin analysiert von Lt. Hewsser:
    «Der Traktorstrahl der Borg reagiert auf die Antimaterieladungen der Untertassensektion!»
    Lt. Boer bemerkte:
    «Hoffentlich wird das Ionisierungsfeld des Shuttles nicht bemerkt.»
    Cpt. Ceagy studierte über diesen Gedanken kurz nach und funkte an die beiden im Shuttle:
    ««Ceagy an Shuttle: Alle Energiequellen vollkommen abschalten. Versuchen Sie, mit der Restgeschwindigkeit ins Magnetfeld der Borg zu kommen.»»
    ««Verstanden, Captain. Alle Energien aus.»» bestätigte Lt. Cmdr. Lore im Shuttle.

    Im Shuttle stieg nun natürlich die Spannung! Sollten sie es schaffen bis zum Magnetfeld der Borg?




    Fortsetzung folgt...
    Zuletzt geändert von Narbo; 17.01.2002, 13:47.

    #2
    Folge 17: Das Sprachrohr der Borg (Teil 4)



    Ja! Es war geschafft! Gerade, als Lt. Cmdr. Chollet darüber nachdenken wollte, ob sie es schaffen oder nicht! Chollet berichtete per Funk an die Antriebssektion:
    ««Wir sind in das elektromagnetische Feld der Borg eingedrungen. Wir brauchen jetzt vorerst keinen Antrieb mehr.»» Cpt. Ceagy erwiderte:
    ««Ich habe verstanden. Fangen Sie an.»»
    Lt. Cmdr. Lore und Lt. Cmdr. Chollet liefen in die hintere Hälfte des Shuttles, wo sich der Fluchttransporter befand. Lore sagte zu Chollet nach einer Analyse:
    «Der Fluchttransporter des Shuttles müßte es schaffen, uns von hier aus auf das Borgschiff zu beamen - und zwar genau dorthin, wo uns Lieutenant Boer noch die genauen Koordinaten gegeben hat. Es läuft alles nach Plan.»
    Danach gab Lore die Transportkoordinaten ein und beide verschwanden von der Plattform.

    Tatsächlich kamen Lt. Cmdr. Chollet und Lt. Cmdr. Lore auf dem Borgschiff an. Doch waren sie am richtigen Ort? Es sah ja überall gleich aus!
    Als sie sich vollständig rematerialisiert hatten, zückten sie sofort ihre Phaser und drehten sich um 360 Grad, um gleich mal den vollen Überblick zu haben.
    Nichts regte sich im Umfeld ihrer Sichtweite. Daher liefen sie dem Korridor entlang, in dem sie sich hineinbeamen konnten. Lore konnte nun eine genaue Analyse abgeben:
    «Er muß hier ganz in der Nähe sein. Ich kann sein Signal deutlich und klar orten. Er ist im Umkreis von weniger als 25 Metern. Gehen wir weiter. Geben Sie mir Rückendeckung, Commander.»
    Sie liefen weiter und kamen zu einer Kreuzung. Chollet schaute nach links, Lore nach rechts. Lore tippte Chollet kurz mit dem Finger auf dessen Schulter. Chollet zuckte zusammen und meinte:
    «Lore! Erschrecken Sie mich nicht so! Ah, Andronus.» Chollet und Lore konnten Andronus genau erkennen. Er stand zuhinterst beim Querkorridor, bewacht von zwei Drohnen. Beide Sternenflotten-Offiziere schlichen langsam näher an Andronus und seine Beschützer heran. Da gab Lore den Feuerbefehl! Chollet und Lore konnten beide Beschützer gezielt abschießen! Nun stand Andronus alleine da und drehte sich in die Richtung von Lore und Chollet um!
    Chollet rannte sofort auf Andronus zu und versuchte, ihn festzuhalten, damit der Borg im Captain keine Probleme machen konnte. Chollet schaffte es tatsächlich, Andronus festzuhalten und ihn somit in Schach halten zu können! Andronus hatte diesmal zum Glück kein persönliches Kraftfeld errichtet oder nicht mehr errichten können, weil Chollet so schnell reagierte!
    Lore merkte, daß sich ihm eine Drohne von hinten klammheimlich näherte. Er tat so, als merke er nichts. Doch im letzten Moment drehte er sich um und schoß den Borg ab! Die Drohne hatte keine Chance, sich an so ein Manöver anzupassen!
    Der Androide zog die linke Augenbraue hoch und sprach zu sich selbst mit einem Schmunzeln: «Anpassen ist irrelevant!»
    Chollet hatte jedoch eine weniger amüsante Aufgabe. Er mußte ja immer noch Andronus festhalten! Aber nicht mehr lange. Lore eilte Chollet nach seinem coolen Manöver sofort zu Hilfe und gemeinsam schafften sie es, Andronus zu deaktivieren! Lore betätigte einfach einen Schalter am Schädel der Edeldrohne! Chollet und Lore wollten gar nicht wissen, wie sie das geschafft hatten, aber sie hatten auch keine Zeit dafür! Sie hatten jedoch etwas anderes – ein Riesenglück!
    Die beiden Offiziere betätigten nun dieses kleine Gerätchen an ihren linken Ärmeln und konnten sich wieder – mit Andronus selbstverständlich – zurück ins Shuttle beamen!

    Nach der Rematerialisierung funkte Lt. Cmdr. Chollet an die Antriebssektion:
    ««Chollet an Ceagy: Auftrag erfüllt! Wir haben ihn!»»
    ««Saubere Arbeit, ihr zwei! Ich erwarte euch auf der Krankenstation. Beamt euch also alle drei auf die Untertassensektion!»» befahl Cpt. Ceagy und beendete den Funkverkehr.
    «Ich aktiviere jetzt den Antrieb des Shuttles.» bemerkte Lore.
    Das Shuttle verließ also das elektromagnetische Feld des Borgschiffes wieder und war nun theoretisch wieder zerstörbar!
    Lt. Boer warnte:
    «Captain, das Shuttle hat das Magnetfeld verlassen!»
    Cpt. Ceagy erhob sich aus dem Kommandosessel und funkte sofort an Chief Whiteman:
    ««Gefechtsbrücke an Transporterraum: Beamen Sie die drei auf die Krankenstation!»»
    ««Verstanden, Sir. Ich beame jetzt.»» bestätigte Chief Whiteman.

    In diesem Moment zerstörte der Kubus das Shuttle mit einem halbsekündigen Einsatz des weißen Destruktionsstrahls!

    Jedoch kamen Chollet, Lore und Andronus heil auf der Krankenstation an. Es klappte auf die Sekunde genau! Chief Whiteman funkte an die Gefechtsbrücke:
    ««Transport erfolgreich, Captain!»»
    Cpt. Ceagy auf der Gefechtsbrücke setzte sich wieder in seinen Captainsessel und grinste hämisch! Dieses Glücksgefühl und das Gefühl der Überlegenheit überkamen dem Kommandanten! Noch viel intensiver, als wenn er eine Poker-Partie gewonnen hatte! Aber es war dem Siegergefühl beim Pokern sehr ähnlich!

    Die Bluefox feuerte nun nicht mehr. Auch die Borg verhielten sich erstaunlich ruhig und unternahmen keine Schritte, Andronus wieder zurückzuholen!
    Nach wie vor befand sich die Bluefox im getrennten Zustand.
    Cmdr. Valter funkte an Cpt. Ceagy:
    ««Captain, hier ist die Untertassensektion. Wir haben enorme Schäden am Impulsantrieb! Wir sind praktisch manövrierunfähig!»» Cpt. Ceagy erwiderte:
    ««Verstanden. Wir bleiben im getrennten Zustand. Ich denke, daß die Borg bald wieder aus ihrem Staunen aufgewacht sind und weiterfeuern. Mit zwei Schiffen ist es immer besser.»»
    Cpt. Ceagy beendete den Funkverkehr wieder.
    Da meldete sich Lt. Boer mit einer Warnung:
    «Captain, das elektromagnetische Feld des Kubus fluktuiert. Anscheinend wollen sie ihre Energieleistung erhöhen.» Cpt. Ceagy erkannte:
    «Wir müssen das Feuer auf uns lenken! Die Untertassensektion ist im Moment nicht gerade rosig dran. Bereiten Sie alle Waffensysteme vor, Lieutenant Hewsser!»
    «Sir, die Borg wollen nicht feuern! Sie haben soeben ihren Antrieb auf diese hohe Energieebene gesetzt! Sie entfernen sich mit sehr hoher Warpgeschwindigkeit!»
    berichtete Lt. Hewsser. Cpt. Ceagy war erstaunt über diesen Zug der Borg und befahl:
    «Halten Sie die Position und leiten Sie alle Energie der Waffensysteme in den
    Warp-Antrieb um! Wir müssen dran bleiben!» Er funkte an den Maschinenraum:
    ««Ceagy an Steaner: Wir koppeln die Untertassensektion wieder an! Leiten Sie alle Prozeduren ein!»»
    ««Verstanden, Sir!»» bestätigte Lt. Cmdr. Steaner im Maschinenraum und verteilte die Aufgaben an die Techniker.
    Cpt. Ceagy befahl dem Steuermann:
    «Mr. Strike, wenn die Untertassensektion angekoppelt ist, setzen Sie einen Verfolgungskurs auf den Borgkubus.»
    «Aye, Sir.» bestätigte F. Strike an der Conn.

    Nachdem die Bluefox wieder an einem Stück war und sich auf der Verfolgung befand, konnte Cpt. Ceagy seinem Vorgänger Cpt. Bluefox alias Andronus endlich einen Besuch abstatten auf der Krankenstation. Er wollte diese Person einfach wieder sehen. Er erkundigte sich bei
    Dr. Strike: «Können Sie ihn wiederbeleben?»
    Die Chefärztin antwortete:
    «Ich hätte gerne noch etwas mehr Zeit, um seine Körperfunktionen zu studieren. Ich weiß noch nicht, wie stark seine Motorik beeinträchtigt und verändert wurde. Seine gesamten Nervenbahnen, sowie das sie umgebende Gewebe, wurden komplett verändert. Sie haben sozusagen seine komplette DNA vollkommen umgeschrieben.»
    Neben Cpt. Ceagy und Dr. Strike befanden sich auch noch Lt. Cmdr. Chollet für die Sicherheit, Chief Whiteman und Lt. Cmdr. Lore in der Krankenstation bei Andronus.
    Cpt. Ceagy sagte zu Dr. Strike:
    «Wir haben aber keine Zeit, Doctor. Als Captain Bluefox mit dem Kollektiv verbunden wurde, erfuhren die Borg alles über ihn und somit auch fast alles über die Bluefox, über uns als Crew und fast alles über die Struktur der Föderation. Wenn wir Glück haben, dann ist es umgekehrt ebenso! Captain Bluefox hat alles über die Borg erfahren, auch über ihre Schwächen! Wecken Sie ihn auf, wenn es nur irgendwie geht.» befahl er.
    Dr. Strike injizierte Andronus ein Hypospray in den Hals.
    Wenig später aktivierte Andronus seinen roten Laserscan-Strahl, der an einem der
    Kopf-Implantate installiert war. Er öffnete die Augen.
    «Matt, hier spricht Nicole. Können Sie mich verstehen?» fragte Dr. Strike. Andronus kam immer besser zu sich und begriff, wo er war. Er sprach:
    «Nicole Strike, Doctor. Ich bin an Bord der Bluefox.» Cpt. Ceagy bemerkte:
    «Ganz richtig.»
    Andronus richtete seinen Oberkörper auf und saß nun also aufrecht auf dem Biobett, die Beine nach vorne ausgestreckt. Er stützte sich mit den Händen auf beiden Seiten ab, so gut er konnte, denn an der linken Hand wurde ihm ein monströses Implantat mit einer Armverlängerung angemacht! Ganz vorne an dieser Prothese waren kleine Nadeln und Prozessoren angebracht, die verrückt hin und her spielten! Auch am Kopf hatte Andronus eine komische Antenne, die sich immer nervös hin und her bewegte!
    Er begann wieder, zu sprechen. Er schaute Cpt. Ceagy an.
    «Ein nutzloses Manöver; kurzsichtige Strategie, „Nummer Eins“! Sie haben das Schiff riskiert, um nur einen Mann zu retten! Captain Bluefox hätte diesem Plan nie zugestimmt!»
    Ceagy unterbrach Andronus und hakte ein:
    «Ich dachte, Sie würden Captain Bluefox besser kennen, als wir ihn kennen. Aber ich habe mich da wohl geirrt! Es stimmt überhaupt nicht, was Sie da sagen! Ich habe nicht nur versucht, ein Crewmitglied zu retten, sondern den Captain dieser Mannschaft und den Captain dieses Schiffes! Ich finde, es ist vertretbar, das Schiff für seinen Captain zu riskieren! Und abgesehen davon, Andronus: Captain Bluefox hätte diesem Plan hundertprozentig zugestimmt! Er würde dasselbe für mich und für jedes andere Mitglied dieses Teams tun! Wir können es uns außerdem nicht leisten, in so einer kleinen Mannschaft, wie wir eine sind, unseren Captain zu verlieren; einen Mann, der uns in den Weltraum geholt hat, einen Mann, den ich als meinen besten Freund ansehe! Sie sind hier vollkommen im Irrtum, Mister Andronus!»
    Andronus ergriff wieder das Wort:
    «Sie unterschätzen uns vollständig, wenn Sie glauben, diese Entführung hätte für uns irgendeine Bedeutung!»
    Da erhob Andronus langsam seinen Arm mit der Prothese und fuhr ein wenig in der Luft herum damit! Sofort zückte Lt. Cmdr. Chollet seinen Phaser und war in höchster Alarmbereitschaft!
    Doch Andronus meinte auf diese Reaktion hin: «Ich will nichts zerstören!»
    Ceagy streckte den Zeigefinger aus und zeigte auf seinen eigenen Halfter, wo auch sein Handphaser versteckt war. Chollet steckte seine Waffe wieder ein, nachdem ihm Ceagy dies stumm befahl.
    Andronus fuhr fort:
    «Ich werde hier bleiben. Ich werde an Bord dieses Schiffes bleiben, um für die Borg zu sprechen, die weiterfliegen, ohne aufgehalten zu werden – bis zur Erde. Dort werden sie eine bedingungslose Kapitulation erzwingen.»
    Cpt. Ceagy und Dr. Strike schauten sich kurz an. Sie waren ratlos. Was sollte die Bluefox denn gegen diesen riesigen Borgwürfel unternehmen?

    Lt. Cmdr. Lore arbeitete wenig später an den hinteren Konsolen auf der Brücke. Gespannt schauten Dr. Strike und Cpt. Ceagy hinter dem Androiden auf den Bildschirm. Der kleine Schirm zeigte zwei Sphären, dazwischen einen schmalen Durchgang, wo Daten zu fließen schienen. Lore erklärte den Zuschauern seine Studie:
    «Durch multimodale Reflexionssortierung habe ich eine komplexe Reihe von Hyperraumsignalen zwischen Andronus und dem Borgschiff entdecken können. Möglicherweise ist dies die Funktionsweise des kollektiven Borg-Bewußtseins.»
    Dr. Strike fragte:
    «Wird er dadurch kontrolliert?»
    Lore antwortete:
    «Es geht hier nicht nur um Kontrolle, Doctor. Die Signale sind im Hyperraumbereich interaktiv. Ähnlich wie ein Transporterstrahl!» erkannte der Androide.
    Cpt. Ceagy wollte wissen:
    «Kann man sie blockieren?»
    Lore vermutete:
    «Gut möglich. Aber wir haben bereits in verschiedenen Situationen und Gelegenheiten festgestellt, daß die Borg-Kreisläufe bei verletzten oder toten Drohnen kurzgeschlossen wurden. Sie wurden also vom kollektiven Bewußtsein einfach abgetrennt. Anschließend haben sich die verletzten Borg selbst zerstört. Wir haben dies gesehen, als sich der tote Borg auf der Brücke in Luft auflöste. Wie sie dies machen, weiß ich auch nicht.»
    Dr. Strike erkannte:
    «Wenn wir also Andronus isolieren, könnte das für den Captain tödlich sein!»
    Cpt. Ceagy meinte:
    «Wir müssen mit ihm in Verbindung treten. Wir müssen in Erfahrung bringen, was er weiß.»
    Dr. Strike bemerkte:
    «Würde es diese Hyperraumsignale nicht geben, dann könnte ich mit der Mikrochirurgie einiges erreichen. Aber solange die Borg-Implantate intakt sind, gibt es zumindest für mich von der medizinischen Seite her keine Möglichkeit, den Menschen von der Maschine zu trennen.» Da hatte der Androide Lt. Cmdr. Lore einen genialen Einfall!
    «Vielleicht ist es möglich, daß ich Zugriff auf die Maschine erhalte.»
    Cpt. Ceagy und Dr. Strike schauten sich hinter dem Rücken von Lt. Cmdr. Lore erst komisch, dann jedoch zunehmend erheitert an! War das die Möglichkeit?

    Cpt. Ceagy, Lt. Cmdr. Lore und Dr. Strike gingen also zurück auf die Krankenstation, wo Chief Whiteman und Lt. Cmdr. Chollet als Sicherheitsposten die Aufsicht hatten.
    Andronus schaute sich die Computerbildschirme auf der Krankenstation an und schritt langsam von einem Ort zum anderen. Er lief um das Biobett herum und blieb vor Lt. Cmdr. Chollet stehen. Er sprach:
    «Danny Chollet, Lieutenant-Commander. Mensch. Auch Sie werden bald angepaßt.»
    Lt. Cmdr. Chollet erwiderte:
    «Ich werde mich Ihnen und den Borg widersetzen bis zum Ende!»
    Andronus wollte gerade an Chollet vorbeigehen, blieb nach dessen verbalem Widerstand jedoch stehen, schaute dem steirischen Sicherheitschef in die Augen und fragte ihn:
    «Warum widersetzen Sie sich? Wir wollen nur die Lebensqualität erhöhen für alle Rassen. Die Menschheit bildet hier keine Ausnahme.»
    «Die Lebensqualität von mir und ich denke auch von allen anderen hier an Bord ist gut, so wie sie im Moment ist.» meinte Chollet.
    «Eine beschränkte Einstellung. Sie werden eins sein mit den Borg.» entgegnete Andronus überlegen. Er drehte sich zu den anderen Crewmitgliedern in der Krankenstation hin und verkündete: «Sie alle werden eins sein mit den Borg!»
    Andronus marschierte zu Lore hin und sprach:
    «Der Android – Lore. Primitiver, künstlicher Organismus. In unserer Welt sind Sie überflüssig.»
    Dr. Strike wurde dies zu dumm mit Andronus‘ Darstellung der verschiedenen Lebensformen in der weiten Galaxis und legte Andronus wieder still mit einem anderen Hypospray! Andronus sackte in die Arme von Lore, der das Sprachrohr der Borg gerade noch auffangen konnte, bevor es auf den Boden geknallt wäre!
    Cpt. Ceagy befahl Chief Whiteman und Lt. Cmdr. Lore:
    «Bringen Sie ihn ins medizinische Labor.»
    Da kam ein Funkspruch von der Brücke an die Krankenstation herein:
    ««Valter an Ceagy!»»
    ««Sprechen Sie, Commander.»» sprach Cpt. Ceagy.
    ««Die Borg haben jetzt bereits die Erde erreicht.»» informierte Cmdr. Valter.
    ««Verstanden, Commander. Ich bin gleich auf der Brücke.»» bestätigte Cpt. Ceagy und machte sich mit Lt. Cmdr. Chollet auf den Weg dorthin.

    Als Cpt. Ceagy und Lt. Cmdr. Chollet die Brücke erreichten, erhob sich Cmdr. Valter aus dem Kommandosessel und berichtete:
    «Der Kubus hat soeben in einen Standardorbit um die Erde eingeschwenkt. Wir erreichen die Borg in einer knappen Viertelstunde.»
    «Was ist mit der planetarischen Verteidigung?» fragte Cpt. Ceagy.
    «Hat reagiert. Aber, ich denke nicht, daß dies eine Wende herbeigeführt hat. Drei Ministationen mit Abschußrampen für Photonentorpedos werden niemals einen Borgkubus in die Knie zwingen können. Ich glaube auch nicht, daß man die Borg jetzt noch stoppen kann.»
    antwortete Cmdr. Valter resigniert.
    Cpt. Ceagy funkte an das medizinische Labor:
    ««Ceagy an medizinisches Labor: Wie sieht es aus da unten?»»
    ««Hier Lore, Captain. Ich habe eine erste Verbindung zu Captain Bluefox‘ Neuralsystem herstellen können. Chief Whiteman wird die Borg-Signale durch unser Transportersystem filtern.»» funkte Lt. Cmdr. Lore an Cpt. Ceagy zurück.
    ««Beeilen Sie sich, Lore, die Zeit drängt. Wir haben nur noch 15 Minuten, bis wir die Borg im Orbit der Erde abfangen werden.»» mahnte Cpt. Ceagy.
    ««Wir machen sofort weiter, Sir. Lore, Ende.»» bestätigte Lore und beendete den Funkverkehr.
    An Lores künstlicher Schädelplatte unter dem synthetischen Kopfhaar blinkten mehrere, verschiedenfarbige Lämpchen. Lore hatte seine untere Kopfplatte bereits vor dem Funkspruch freigelegt, damit ein Kabel an das neurale Netz von Lore angemacht werden konnte. Am anderen Ende der „Leitung“ befand sich der Kopf von Andronus! Lore und Andronus waren nun mechanisch miteinander verbunden!
    Lt. Cmdr. Lore gab Dr. Strike und Chief Whiteman Anweisungen:
    «Doctor, ich schlage vor, daß Sie ständig Captain Bluefox‘ Lebenszeichen erfaßt halten und mich über Veränderungen informieren. Checken Sie auch noch die psychische Verbindung, Doctor. Sie sind diejenige, die mir sagen kann, ob ich Captain Bluefox erreiche oder nicht. Chief, werfen Sie immer wieder ein Auge auf meine positronischen Matrix-Aktivitäten am Hauptschirm der Krankenstation.»
    Chief Whiteman begab sich also zum Hauptschirm der Krankenstation hin und aktivierte den Schirm. Sogleich waren diese Aktivitäten von Lores positronischer Matrix zu sehen.
    Dr. Strike klappte ihren medizinischen Tricorder auf und begann, Andronus immer wieder von oben bis unten zu scannen.
    Andronus selbst stand in einem Halter, aus dem es kein Entkommen gab! Andronus sah dies ein und wehrte sich nicht. Um Andronus herum befanden sich mehrere Geländer aus massivem Stahl und aus Titan.
    Lt. Cmdr. Lore informierte Dr. Strike und Chief Whiteman über seine Vorgehensweise:
    «Die Neuralverbindung wird in drei Etappen durchgeführt.»
    Chief Whiteman fragte Lt. Cmdr. Lore:
    «An welchem Punkt soll ich im Notfall abbrechen?»
    Lore zog wieder mal seine linke Augenbraue hoch und antwortete nach einer kurzen Pause:
    «Das weiß ich nicht! Ich habe so etwas noch nie gemacht!»
    Chief Whiteman war von dieser Antwort nicht gerade vom Hocker gerissen worden, aber was sollte er tun? Wieviel Energien und Datenströme konnte Lores Matrix aushalten? Niemand wußte es; nicht mal Lore selbst! Der Androide mußte bisher noch nie an unbekannte Grenzen seiner Kapazität herangehen!
    Lore setzte sich auf einen Stuhl und bemerkte: «Ich stelle jetzt die erste Neuralverbindung her.»
    Dr. Strike berichtete: «Die Lebenszeichen des Captains sind stabil.»
    Chief Whiteman sprach: «Positronische Aktivität ist unverändert.»
    Nach einer kurzen Pause berichtete Lore:
    «Erste Verbindungsstufe wurde etabliert. Bisher habe ich keinen signifikanten Zugriff auf das Borg-Bewußtsein erlangen können.»
    Dr. Strike informierte Lore:
    «Bisher haben Sie auch keinen psychischen Kontakt herstellen können.»

    Inzwischen griffen die automatischen Abwehrsysteme der Erde den Borgkubus an!
    Mehrere Photonentorpedos knallten auf den – so schien es – undurchdringlichen Schutzschirm des Kubus! Dann ging das Borgschiff in die Offensive und feuerte seinerseits eine Salve mit grünlichen Torpedos ab. Erst sah es aus wie ein einzelner, doch dann teilte er sich in drei kleine Torpedos und jeder steuerte eine Ministation an!
    Es dauerte keine Sekunde, bis die Torpedos bei deren Zielen einschlugen. Drei Sekunden später war nichts mehr von den drei Ministationen im Orbit der Erde auszumachen – nicht einmal Trümmerteile!

    Auf der Brücke herrschte kurz nach diesem Ereignis Aufregung.
    Lt. Cmdr. Chollet berichtete:
    «Captain, ich erfahre gerade, daß die Borg die automatischen Verteidigungssysteme der Erde durchbrochen haben. Sie sind nun im Standardorbit.»
    Lt. Humble am Steuer hatte auch eine Neuigkeit:
    «Wir haben jetzt den Mars erreicht. Noch 11 Minuten 48 Sekunden bis zum Zusammentreffen mit dem Kubus bei der Erde.»

    «Zweite Stufe der Neuralverbindung wurde etabliert. Ich habe noch immer keinen Zugriff auf das Bewußtsein der Borg. Ich starte nun die dritte Verbindungsstufe.» kommentierte Lore.
    Auf der Krankenstation stieg die Spannung ebenfalls mit jeder weiteren Verbindungsstufe an!
    Nachdem Lore die dritte Verbindungsstufe initialisiert hatte, zuckte Andronus plötzlich an verschiedensten Körperstellen! Dr. Strike bestätigte:
    «Meßbarer Anstieg der Motorik und der Hypothalamusaktivität . Der Herzschlag beschleunigt sich.»
    Chief Whiteman schaute jetzt ununterbrochen auf den Hauptbildschirm in der Krankenstation und warnte Lt. Cmdr. Lore:
    «Sir, Ihre submikrone Matrix-Aktivität steigt dramatisch an!»
    Lore ignorierte den Chief und arbeitete weiter. Er fühlte sich gut! Er kommentierte:
    «Neuralverbindung komplett! Ich habe jetzt Zugriff auf die Hyperraumsignale der Borg. Ich verarbeite sie. Bitte warten!»
    «Lore!» rief Dr. Strike plötzlich und rannte zum Androiden hin. Sie hatte plötzlich auch eine psychische Verbindung auf ihrem medizinischen Tricorder registriert und zeigte den Bildschirm des Tricorders Lore. Der schaute kurz darauf, nickte und wiederholte:
    «Bitte warten. Ich verarbeite.»
    Drei Sekunden verstrichen.
    Lore saß auf seinem Stuhl wie gefesselt! Die Lämpchen in seiner Schädelplatte blinkten immer schneller, immer nervöser! Immer mehr Farben mischten sich darunter!
    «Bitte warten!» sprach Lore mit noch energischerer Stimme! Wäre Lore ein Mensch, hätte die Chefärztin Dr. Strike Lore wohl wie folgt beschrieben:
    „Der ist ja ganz versessen in diese Neuralverbindung! Das interessiert ihn ja schaurig!“
    Da bestätigte sich Dr. Strikes Vermutung! Er meinte:
    «Faszinierend! Das kollektive Bewußtsein der Borg ist in Unterkommando-Gruppen aufgeteilt, geordnet nach allen wichtigen Funktionen! Verteidigung, Kommunikation, Navigation! Gesteuert wird das Kollektiv durch ein Hauptkommando, welches – Oh!»
    Lore wurde mitten im Satz von Andronus‘ Blick unterbrochen! Andronus‘ Kopf drehte sich zum Androiden hin und starrte ihn böse an! Lore war wie gelähmt! Anscheinend konnte Andronus Lore abklemmen und ihn mit der kybernetischen Verbindung gefährden!
    Aber auch äußerlich machte sich Andronus plötzlich bemerkbar! Er hob seinen Arm mit der Prothese an und richtete ihn auf Dr. Strike! Die erschrak gewaltig und wich sofort zur Seite!
    Andronus‘ Arm wanderte langsam dem Geländer entlang und steuerte geradewegs auf eine Schalttafel außerhalb des Halters zu! Sie war in einer Wand eingeschweißt und aktiv. Andronus suchte eine Energiequelle!
    Sofort eilte Chief Whiteman zum Halter hin und wollte Andronus deaktivieren, aber der ahnte, daß der Transporterchef mit ihm nichts Gutes im Sinn haben konnte und schlug den Chief mit einem wuchtigen Schlag zur Seite, als der genug nahe war! Whiteman schleuderte es zurück und er machte noch eine volle Umdrehung um ein Außengeländer mit diesem Schwung! Danach rührte sich der Transporterchef nicht mehr am Boden!
    Andronus‘ Armprothese erzeugte plötzlich mehrere dünne Energieblitze und die trafen die Schalttafel in der Wand!
    Lore war der am nächsten sich bei Andronus befindende Offizier und reagierte ebenfalls. Er stand blitzartig auf und packte die Armverlängerung! Die Blitze verschwanden wieder!
    Lore wollte Andronus‘ Armprothese wieder in die ursprüngliche Position zurückdrücken, aber Andronus hielt voll dagegen! Es entstand ein beeindruckendes Armdrücken zwischen Lore und Andronus! Lore schaffte es, den Arm langsam, aber immer mehr von der Schalttafel wegzuzerren. Zehn Sekunden später hatte Lore Andronus‘ Arm schon fast wieder in der normalen Position, jedoch drückte Andronus nun auch noch nach oben! Lore war darauf nicht ganz gefaßt und plötzlich zielte Andronus‘ Prothese wieder genau auf Dr. Strike, die zwischen zwei Eckwänden in der Klemme war!
    Keiner wußte, ob es Lore noch aushalten würde mit seiner Kraft! Da gab es plötzlich einen Knacks und Lore hielt Andronus‘ Armprothese in seiner rechten Hand!!
    Alle Nadeln und Schalter, die noch vor wenigen Sekunden an der Armprothese von Andronus derart nervös zuckten und sich bewegten, standen nun plötzlich still und regten sich nicht mehr.
    Dr. Strike konnte sich nun endlich wieder entspannen von diesem Schrecken und sie schaute wieder auf ihren medizinischen Tricorder. Sie hatte wieder eine Neuigkeit:
    «Die Neuralaktivität von Captain Bluefox erhöht sich, besonders in den vorderen Gehirnregionen.» Chief Whiteman realisierte:
    «Vielleicht wollen die Borg die Verbindung mit Captain Bluefox abbrechen.»
    Lore hielt dies für eine durchaus mögliche Situation und überprüfte den Zustand von Andronus im Vergleich mit Cpt. Bluefox. Er antwortete:
    «Negativ. Die Borg sind entweder nicht gewillt oder nicht in der Lage, die Verbindung im Kollektiv zum Captain abzubrechen. Der Zustand im Kollektiv ist unverändert. Die Zusammensetzung der Hyperraumsignale ist gleichgeblieben. Was die erhöhte Neuralaktivität hervorruft, ist unklar.»
    Da hatte Dr. Strike einen Einwand!
    «Nein, Lore! Dies ist nicht unklar! Ich hatte vorhin eine psychische Verbindung registriert mit meinem Tricorder! Captain Bluefox selbst hat dies verursacht! Er will uns ebenfalls erreichen!»
    Ja, das war jetzt in der Tat eine neue Situation! Von beiden Seiten her versuchte man nun also, durchzukommen und einen Weg zur Kommunikation zu finden. Darauf war bisher noch niemand gekommen oder dann wagte es niemand, dies zu erwähnen, weil die Borg als in jeder Hinsicht überlegen wirkten und dies auch perfekt zeigten! Aber nun fand man also eine Schwäche, die es auszunutzen galt!
    Andronus ergriff mit niedrigem Druck die Hand von Lore mit seiner rechten Hand, die von Implantaten frei war. War es Andronus? Lore auf jeden Fall konnte dieses Rätsel nicht lösen!
    Dr. Strike funkte mit dieser Erkenntnis an die Brücke:
    ««Krankenstation an Brücke: Hier spricht Doctor Strike. Wir haben eine erste psychische Verbindung zu Captain Bluefox hergestellt.»» Cpt. Ceagy fragte:
    ««Können Sie sich verständigen, Lore?»»
    ««Nein, Sir. Captain Bluefox selbst hat es geschafft, eine Verbindung zu uns zu schaffen. Ich habe nichts gemacht. Ich habe auch bisher keine Verbindung herstellen können.»» antwortete Lore.
    Lt. Cmdr. Chollet berichtete plötzlich auf der Brücke:
    «Captain, die Borg haben plötzlich gestoppt. Sie haben den Orbit erst verlassen und stehen jetzt still.» Cmdr. Valter meinte:
    «Wir haben wohl ihre Aufmerksamkeit erregt.»
    Cpt. Ceagy erkannte die Lage sofort:
    «Sie haben Angst, weil wir eine Verbindung zu Captain Bluefox hergestellt haben! Wann erreichen wir die Borg?» fragte er Lt. Humble.
    «In zweieinhalb Minuten, Sir.» antwortete die Pilotin.
    Auf der Krankenstation hatte Dr. Strike plötzlich eine Idee! Sie funkte an die Brücke:
    ««Strike an Ceagy: Ich habe es! Wenn die Borg die Verbindung nicht trennen wollen, dann sind sie vielleicht voneinander abhängig!»»
    ««Erklären Sie das, Doctor.»» verlangte Cpt. Ceagy.
    ««Wenn man den Captain jetzt vom Kollektiv abtrennen würde, dann wäre es so, als würde man sich einen Fuß abschneiden!»» erklärte Dr. Strike.
    Cpt. Ceagy hielt die Funkverbindung zur Krankenstation offen. Er sagte zu sich selbst: «Wenn einer springt, springen alle hinterher.»
    Cmdr. Valter bemerkte: «Die Borg operieren als ein Verstand.»
    ««Lore, wäre es möglich, ein Kommando in das Borgkollektiv einzugeben?» fragte Ceagy.
    ««Theoretisch schon. Ich müßte allerdings den Pfad ändern. Vom Hauptkommando ausgehend ist es erforderlich, daß alle Zweigstellen...»» weiter kam Lore nicht, weil Ceagy ihn unterbrach mit den Worten: ««Versuchen Sie es!»»
    ««Sir, was soll ich eingeben?»» fragte Lt. Cmdr. Lore.
    ««So etwas wie „Schilde senken“ oder „Alle Waffensysteme deaktivieren“. Einfach etwas Effektives.»» antwortete Cpt. Ceagy.
    Da meldete sich Lt. Cmdr. Chollet an der Taktischen Station:
    «Sichtkontakt zu den Borg!»
    «Auf den Schirm!» befahl Cmdr. Valter. Sie erhob sich aus ihrem Sessel.
    Ein kleines Würfelchen war zu sehen im Vergleich zur Vollansicht der Erde.
    «Vergrößern!» befahl Cpt. Ceagy und stand ebenfalls auf.
    «Sir, es wird ein massiver Energieanstieg an Bord des Kubus angezeigt und ich glaube nicht, daß sie diesmal wieder davonfliegen wollen.» informierte Lt. Boer an der Ops.
    «Alarm Rot! Alle Waffensysteme scharfmachen und die Schilde hochfahren!» befahl Ceagy.
    Der Kubus schwebte langsam in die Richtung der Bluefox!
    «Zustand der Borg-Waffen?» fragte Cmdr. Valter. Lt. Cmdr. Chollet antwortete:
    «Alle Waffensysteme der Borg sind aktiviert und einsatzbereit.»
    ««Lore?»» Cpt. Ceagy erwartete von Lt. Cmdr. Lore einen Bericht wegen der Kommandoeingabe.
    ««Ich versuche, die oberen Kommandoebenen zu umgehen, Captain. Jedoch sind alle wichtigen Punkte der Verteidigungssysteme paßwortgeschützt.»» berichtete Lore.
    ««Versuchen Sie es weiterhin!»» befahl Cpt. Ceagy.

    Der Kubus hatte nun die Bluefox vollkommen erreicht und dieser türkisfarbene, gebündelte Strahl traf die Bluefox wieder einmal!
    «Captain, sie versuchen uns mit dem Traktorstrahl zu erfassen.» warnte Lt. Cmdr. Chollet.
    «Frequenz der Schutzschilde ständig rotieren lassen.» befahl Cpt. Ceagy.
    ««Lore, Bericht.»» verlangte Cpt. Ceagy per Funk.
    ««Ich kann die Verteidigungssysteme nicht knacken. Alles ist durch Paßworte geschützt!»»
    Da machte Cmdr. Valter Lt. Cmdr. Lore einen Vorschlag:
    ««Commander, versuchen Sie es einmal mit den Energiesystemen. Vielleicht haben Sie dort mehr Erfolg.»»
    ««Verstanden, Commander. Ich versuche, einen Pfad für die Energiesysteme zu finden.»»
    bestätigte Lt. Cmdr. Lore.
    Cpt. Ceagy wurde es langsam zu heiß! Es wurde wirklich brenzlig. Jederzeit könnten die Borg mit ihrem Traktorstrahl die Bluefox erfassen!
    Da passierte es auch schon. Lt. Cmdr. Chollet warnte nach einem kräftigen Ruck:
    «Der Traktorstrahl hat uns erfaßt. Wir werden an das Borgschiff herangezogen!»
    «Feuer frei für alle Waffensysteme inklusive der Antimaterieladungen!» befahl der Captain.
    Es prallten mehrere Phaserschüsse und Photonentorpedos auf den Schutzschirm des Kubus. Einige der Antimaterieladungen konnten den Schirm durchdringen, jedoch hielt sich der Schaden des Borgschiffes in niederschmetternden Grenzen. Nur ein kleines Loch war nach einer erfolgreichen Detonation einer Antimaterieladung zu sehen.
    ««Lore, wie sieht es aus mit den Energiesystemen?»» fragte Cmdr. Valter.
    ««Ich kann keinen Pfad finden für die Energiesysteme! Alle möglichen Zugriffsarten sind paßwortgeschützt!»» antwortete Lt. Cmdr. Lore.
    «Das ist das Ende.» bemerkte Cmdr. Valter und setzte sich in ihren Sessel. Ceagy stand immer noch wie angewurzelt in der Ebene der Brücke vor dem großen Hauptschirm zwischen der Ops und der Conn. Er hatte nicht mehr viele Optionen. Eigentlich nur zwei:
    Die Selbstzerstörung oder eine Kollision mit dem Kubus, damit beide Schiffe zerstört würden! Ceagy entschied sich für die profitablere Lösung:
    «Lieutenant Humble, gehen Sie auf Kollisionskurs mit dem Borgschiff.»
    Lt. Humble zögerte einen Moment, drehte sich dann zu Cpt. Ceagy um mit einem verängstigten Gesichtsausdruck. Doch Ceagy blieb hart!
    «Nadine, Kollisionskurs!» befahl er noch energischer.
    Lt. Humble drehte sich mit ihrem Sessel langsam wieder zur Station zurück und programmierte den Kollisionskurs. Doch mit Impulsantrieb war dies nicht so effektiv wie mit Warpgeschwindigkeit! Daher funkte Cpt. Ceagy an Lt. Cmdr. Steaner in den Maschinenraum:
    ««Brücke an Maschinenraum: Warp-Antrieb bereithalten auf mein Kommando!»»
    ««Aye, Sir.»» funkte Lt. Cmdr. Steaner zurück.
    Auf der Krankenstation tat sich auf einmal etwas! Andronus machte den Mund langsam auf und sprach nur ein Wort: «Schlaf.»
    «Er erlangt sein Bewußtsein zurück.» bemerkte Dr. Strike.
    Alle schauten Andronus an und hofften auf eine Erklärung dieser Metapher . Alle waren sich sicher, daß es eine Metapher war, denn schlafen wollten die Borg nun wirklich nicht!
    «Schlaf.» ertönte es ein zweites Mal, etwas langsamer aus Andronus‘ Mund.
    «Es ist Captain Bluefox, der da spricht, nicht Andronus!» sagte Dr. Strike aufgeregt und schaute gespannt auf ihren Tricorder!
    Wieder ergriff Andronus respektive Cpt. Bluefox die Hand von Lore und wiederholte mit einer noch gemütlicheren Stimme: «Schlaf, Lore.»
    «Er ist sehr schwach!» bemerkte Dr. Strike.
    «Ja, Doktor. Aber wenn ich etwas vermuten darf; ich glaube, der Captain will uns mit dieser Metapher nicht mitteilen, daß er müde ist, sondern er will uns eine Möglichkeit aufzeigen! Das glaube ich viel eher!» erkannte Lore.

    Die Borg begannen auf einmal wieder, ihren weißen Destruktionsstrahl einzusetzen! Die Bluefox erbebte stark! Lt. Cmdr. Chollet warnte:
    «Sie haben ihren Destruktionsstrahl aktiviert. Hüllenbruchgefahr auf den Decks 2 bis 5!»
    «Lieutenant Humble... ...Warp-Antrieb!» befahl Cpt. Ceagy, als genau am Schluß des Wortes „Antrieb“ Lore plötzlich an die Brücke funkte und sprach:
    ««Lore an Brücke; bitte warten!»»
    Cpt. Ceagy befahl: «Alle Stationen; warten!» Er funkte an Lore zurück:
    ««Schießen Sie los, Lore!»»
    ««Ich versuche, einen Weg in die regenerative Subkommandoebene zu finden. Dies ist ein System niedrigerer Priorität, daher vielleicht zugänglich.»» berichtete Lore.
    ««Also gut, ich gebe Ihnen 20 Sekunden! Danach muß ich ein Ergebnis haben!»»
    verlangte Cpt. Ceagy und hielt den Kanal zur Krankenstation respektive zum medizinischen Labor offen.
    Das ganze Schiff schüttelte es erneut kräftig durch! Lt. Cmdr. Chollet konnte sich mit letzter Kraft an seiner Station festhalten! Er war der Einzige, der stehen mußte! Er warnte:
    «Die äußere Rumpfhülle wurde durchdrungen. Zerstörung der inneren Rumpfhülle steht bevor auf den Decks 2 bis 5! Es besteht die Gefahr der Dekompression! Soll ich die Evakuierung anordnen auf diesen Decks?» fragte der Sicherheitschef.
    «Nein, warten Sie noch einen Augenblick.» antwortete Cpt. Ceagy. Er funkte an Lore:
    ««Lore, Ihr letzter Bericht!»»
    ««Bitte warten!»» ertönte es von der anderen Seite! Ceagy platzte!
    ««Ich kann nicht länger warten!!»» schrie er. Da ertönte die Computerstimme:
    «Warnung! Dekompression der inneren Rumpfhülle auf den Decks 2 bis 5 in zehn Sekunden. Neun, acht, sieben...» Die monotone Stimme des Computers zählte die Sekunden im exakten Tempo herunter. Als der Computer bei „eins“ angelangt war, wurde es auf einmal ruhig!!
    Erst machte sich Cpt. Ceagy auf einen gewaltigen Ruck gefaßt, aber dann geschah nichts! Der Countdown ging bis „eins“, aber nicht weiter! Das Licht wurde wieder heller und der rote Alarm hörte auf!
    Ceagy und alle anderen der Brückenmannschaft schauten ziemlich verdutzt aus der Wäsche und blickten um sich, ob noch alles an seinem Platz war. Und es war alles noch an seinem Platz! Die Bluefox war noch an einem Stück und die Decks 2 bis 5 noch dran!
    Cpt. Ceagy begriff langsam, daß nichts geschah und funkte sogleich ans Labor:
    ««Lore, was ist jetzt passiert?»» Lore funkte zurück mit einer heiteren Stimme:
    ««Ich habe einen Weg gefunden, ein Kommando in das kollektive Bewußtsein der Borg einzuschleusen.»»
    ««Was haben Sie befohlen?»» fragte Cpt. Ceagy mit einem Lächeln auf den Lippen.
    ««Ich gab eine Meldung durch mit der irrigen Annahme, es wäre Zeit zum Regenerieren! Mit anderen Worten: Alle Borg sind eingeschlafen!»» antwortete Lore.
    ««Eingeschlafen?»» Ceagy glaubte, nicht recht zu hören!
    ««Ja, Sir!»» bestätigte Lore.
    Cpt. Ceagy fragte Lt. Cmdr. Chollet:
    «Wie ist der Zustand der Antriebssysteme der Borg?»
    «Minimalleistung.» antwortete der Sicherheitschef.
    «Elektromagnetisches Feld?» erkundigte sich der Captain.
    «Nicht existent.» entgegnete Lt. Cmdr. Chollet.
    Cpt. Ceagy überlegte kurz. Dann befahl er Cmdr. Valter:
    «Commander Valter, Sie werden mal kontrollieren auf dem Kubus, ob die Borg wirklich schlafen.»
    «Sehr gerne, Sir.» entgegnete Cmdr. Valter und lächelte kurz. Sie war sich sicher, daß die Crew der Bluefox siegte! Sie forderte Lt. Cmdr. Chollet auf, ihr in den Turbolift zu folgen.
    Lt. Hewsser übernahm die Taktische Station.

    Als sich Cmdr. Valter mit Lt. Cmdr. Chollet und F. Berger an irgendeiner Stelle des Borgschiffes rematerialisierten, sah es sehr friedlich aus!
    Zur Sicherheit hatten aber alle drei ihre Phaser gezückt und wanderten durch einen langen Korridor mit den Regenerations-Alkoven auf beiden Seiten. In jedem der Alkoven stand eine Drohne und regenerierte sich! Cmdr. Valter funkte an die Brücke der Bluefox:
    ««Valter an Bluefox: Es stimmt! Alle Borg befinden sich im Regenerationsstadium! Sie schlafen wirklich!»»
    ««Wie lange werden sie in diesem Zustand bleiben?»» wollte Cpt. Ceagy am anderen Ende der Leitung wissen. Er marschierte gerade durch einen Korridor in die Richtung eines Turbolifts.
    ««Einen Moment, bitte.»» sprach Cmdr. Valter und befahl Lt. Cmdr. Chollet:
    «Analysieren Sie diese Drohne mit Ihrem Tricorder.»
    Nach seinem Scan berichtete Lt. Cmdr. Chollet:
    «Die Tricorder-Anzeigen fluktuieren schnell, Commander.» Valter funkte wieder an Ceagy:
    ««Valter an Bluefox: Es sieht so aus, als ob im gesamten Energienetz eine Rückkopplung ausgelöst wurde. Man könnte es auch eine Selbstzerstörung nennen, verursacht durch Lores Kommandoeingabe. Sollen wir die Selbstzerstörung aufhalten, Sir?»» fragte sie.
    ««Warten Sie einen Moment.»» funkte Cpt. Ceagy zurück. Er betrat soeben das medizinische Labor. Andronus alias Bluefox stand immer noch in diesem Halter, Dr. Strike und Lore direkt daneben.
    Dr. Strike erklärte Cpt. Ceagy:
    «Ich habe, ehrlich gesagt, etwas Angst davor, daß das Borgschiff zerstört wird. Ich weiß nicht, wie Andronus und Captain Bluefox darauf reagieren! Andronus wird sterben und Bluefox vielleicht mit ihm zum gleichen Zeitpunkt!»
    Cpt. Ceagy konnte Dr. Strike gut verstehen, aber andererseits war dies die große Chance für die Föderation und die ganze Menschheit, die Borg zu besiegen und nochmals mit einem blauen Auge davonzukommen. Okay, die Flotte der Föderation war zwar nun wieder fast vollständig zerstört, aber die Schiffe, die zu diesem Zeitpunkt gebaut wurden, sahen doch schon um einiges vielversprechender aus als noch vor einem Jahr! Cpt. Ceagy entschied für die Föderation und seine Volksgefährten!
    «Ich möchte nicht, daß die Borg diese Schlacht überleben, sonst hat die Menschheit keine Zukunft mehr! Womöglich haben wir als Crew keine Zukunft mehr, wenn unser Captain hier und jetzt sterben muß, aber die Menschheit überlebt. Und das ist mir doch noch viel wichtiger!» Er funkte an die Brücke:
    ««Ceagy an Brücke: Beamen Sie das Außenteam wieder auf die Bluefox zurück. Ich möchte nicht, daß der Kubus explodiert und mein Team noch da drüben herumläuft!»»
    ««Hier Hewsser, Captain. Ich beame jetzt.»» bestätigte Lt. Hewsser auf der Brücke.
    «Allerdings hätte es auch Vorteile, wenn wir Andronus und die Borg weiterhin studieren könnten.» wendete Lore ein.
    «Ich bin diesmal nicht Ihrer Meinung, Lore. Die Borg müssen nicht mehr erforscht werden, denke ich. Wenn man einen Borg gesehen hat, hat man alle gesehen. Die Struktur des kollektiven Bewußtseins wurde sicher schon irgendwo erforscht vor gut 30 Jahren. Mit unseren Erlebnissen, die wir jetzt gemacht haben, können wir eventuell existierende, alte Studien ergänzen.» meinte Cpt. Ceagy.
    Nach dieser Erklärung funkte der Captain nochmals an die Brücke:
    ««Ceagy an Brücke: Setzen Sie einen Fluchtkurs, der uns mindestens 10'000 Kilometer wegbringt von hier. Ich will nicht in der Nähe sein, wenn dieser Riesenapparat in die Luft fliegt.»»
    ««Hier nochmals Hewsser, Sir. Ich leite den Befehl weiter.»» bestätigte Lt. Hewsser.

    Die Bluefox drehte sich um 180 Grad und beschleunigte auf Überlichtgeschwindigkeit!
    Im selben Moment begannen, Funken zu sprühen von der Außenhülle des Borgschiffes!
    Es sprühten immer mehr Funken und plötzlich riß es den Kubus in mehrere Teile von der Mitte aus und es war ein kreisrunder Feuerball zu sehen! Einige größere Trümmerteile, vor allem Gitterböden, wurden mit einer horrenden Geschwindigkeit ins Weltall geschleudert!
    Die Bluefox entkam diesem Schauspiel zum Glück noch eine Sekunde davor.

    Im Labor wurde es auf einmal hektisch! Andronus begann, zu zucken und zu stöhnen!
    Er stützte sich auf dem Geländer ab mit beiden Händen. Immer wieder schleuderte es ihn durch den engen Raum des Halters! Erst nach hinten, dann nach rechts und so weiter. Er konnte sich nicht mehr festhalten!
    Nach einer halben Minute ungefähr beruhigte sich Andronus wieder und stand still. Er hielt sich nicht mehr fest.
    Dr. Strike berichtete erfreut:
    «Die Lebenszeichen des Captains sind stabil! Andronus‘ Präsenz wird im Gehirn des Captains nicht mehr angezeigt. Theoretisch müßte er jetzt wieder der Alte sein! Die DNA verändert sich. Sie scheint, wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzukehren!»
    Cpt. Ceagy kribbelte der ganze Körper! Alles war gespannt auf den ersten Satz der blaßgrauhäutigen Gestalt mit den vielen Implantaten an den Beinen und am Oberkörper, sowie auf der linken Kopfhälfte!
    «Wie geht es Ihnen, Captain?» fragte Dr. Strike.
    Cpt. Bluefox, oder der, der er nun war, schaute Dr. Strike ins Gesicht und öffnete langsam den Mund! Er sprach langsam mit mehreren Pausen zwischen den einzelnen Worten:
    «Beinahe wie ein Mensch, der ganz leichte Kopfschmerzen hat.» Er schmunzelte!
    «Es ist Captain Bluefox!» rief Cpt. Ceagy voller Freude!
    Dr. Strike sagte zu Cpt. Bluefox:
    «Wir werden Sie in die Krankenstation bringen. Es wird nicht schwer sein, die Implantate wieder zu entfernen. Sie waren nicht sehr lange im Kollektiv, daher glaube ich auch nicht, daß Sie noch Implantate zum Überleben benötigen. Es kann vorkommen, daß Individuen, die mehr als ein Jahr im Kollektiv waren, Borg-Implantate brauchen, damit das Immunsystem und die Organe korrekt funktionieren.» erklärte sie dem Captain und auch den anderen Leuten im medizinischen Labor.
    «An was erinnern Sie sich, Sir?» fragte Cpt. Ceagy, der nun also wieder Commander Ceagy war!
    «Ich glaube, an alles.» antwortete Cpt. Bluefox. Diesen Satz konnte er schon wieder wie ein normaler Mensch artikulieren! Der Captain machte eine Pause und schaute Ceagy intensiv an. Er schmunzelte wieder und fuhr fort:
    «Ich erinnere mich auch an eine brillante, unorthodoxe Strategie eines Mannes, der mal mein Erster Offizier war!»
    Cmdr. Ceagy grinste und war richtig stolz auf sich selbst! Er wußte, daß der Captain seinem Plan mit der Rettung hundertprozentig zugestimmt hätte!

    Dr. Strikes Theorie bewahrheitete sich! Ein Tag später war Cpt. Bluefox wieder auf den Beinen und schaute sich im Bereitschaftsraum bereits Missionslogbücher an! Er konnte es einfach nicht lassen mit der Arbeit! Er hätte ja auch eine Woche Urlaub machen können, aber das wollte er nicht! Er wollte einfach bei seiner Mannschaft sein. Die Bluefox war nun sein wirkliches Zuhause und er meinte, daß auch die Bluefox ein idealer Urlaubsort sei. Wenn er mal ausspannen wollte an einem Wochenende, dann konnte er ja auf eines der vier Holodecks gehen und sich dort vergnügen und erholen.
    Cmdr. Ceagy, immer noch mit vier Rangabzeichen an seiner Uniform, berichtete dem Captain folgendes:
    «Die Sternenbasis „Earth One“ hat uns benachrichtigt, daß alles bereit sei, um die Bluefox zu überholen.»
    «Wie lange werden die Reparaturen dauern?» fragte Cpt. Bluefox.
    «Fünf bis sechs Wochen.» antwortete Cmdr. Ceagy.
    Da klingelte es. Cpt. Bluefox rief schon wieder seine altbewährte Grußformel:
    «Kommen Sie rein!»
    Es dauerte einen Moment, bis sich die Tür öffnete. Cmdr. Ceagy verstand dies! Da wurde einer von den Borg assimiliert und einen Tag später kommandierte er bereits wieder das Schiff im Volldienst! Es war übrigens Cmdr. Valter, die klingelte und überrascht war, daß Bluefox bereits wieder seinen Dienst antrat. Sie sprach:
    «Ich bitte, von Bord gehen zu dürfen, Captain.»
    «Gut! Sie können gehen, Commander. Sie haben sich als Erster Offizier bewährt! Ich behalte Sie gleich im Range eines Commanders. Den können Sie sicher noch gut gebrauchen! Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Zeit und ein erfülltes Leben!» meinte Cpt. Bluefox.
    «Danke sehr, Captain. Das wünsche ich Ihnen auch! Auch Ihnen noch eine angenehme Zeit auf der Bluefox, Mr. Ceagy. Jetzt können Sie mich also wieder ablösen.» schmunzelte
    Cmdr. Valter. Cmdr. Ceagy erwiderte:
    «Mit Vergnügen, Commander!»
    Cmdr. Valter informierte Cpt. Bluefox noch über den Zustand der Flotte:
    «Die Flotte wird in einem Jahr wieder volle Stärke haben mit mehr als 20 Schiffen! Ich bin sicher, Mr. Ceagy, dann können Sie sich Ihr Schiff aussuchen, das Sie kommandieren wollen! Leider wurde die U. S. S. Wineland und die U. S. S. Einstein ja zerstört. Die kommandierenden Offiziere, Admiral Eagly und Admiral Morcher starben auf ihren Brücken.» Cmdr. Ceagy meinte:
    «Das ist bedauernswert. Jetzt haben wir keine Einsatzleiter mehr, aber es wird sicher jemand nachrücken. Und zu Ihrem ersten Thema, Commander Valter: Alle sind bemüht, mich zum Captain zu machen! Ich weiß, ehrlich gesagt, überhaupt nicht, warum Sie alle so ein Theater machen! Darum sage ich es jetzt nochmals offiziell. Mit allem Respekt, Commander Valter, Captain Bluefox, für meine Karriere bin ich ganz alleine verantwortlich und ich muß meine persönlichen Entscheidungen schlußendlich alleine treffen.» Während seiner kleinen Rede hatte Cmdr. Ceagy zwar ein leichtes Schmunzeln auf den Lippen, aber er meinte es eigentlich schon ernst!
    Cmdr. Valter gab Cpt. Bluefox und Cmdr. Ceagy noch die Hand und verließ daraufhin den Bereitschaftsraum. Nun waren der Captain und sein Erster Offizier wieder alleine.
    «Kurs zur Sternenbasis „Earth One“ liegt an, Captain.» informierte Cmdr. Ceagy.
    «Machen Sie weiter, Nummer Eins.» befahl Cpt. Bluefox.
    Cmdr. Ceagy nickte und verließ den Bereitschaftsraum ebenfalls.
    Der Captain erblickte auf seinem Schreibtisch ein kleines Glas, gefüllt mit alkalischem Brandy! Zwischen dem Glasboden und der Tischfläche eingeklemmt lag ein kleiner Zettel, auf dem stand:

    «An den Captain von der Barkeeperin Judy Boeman: Hier ist Ihr alkalischer Brandy, eisgekühlt, 2° C! Prösterchen!
    Lt. Judy Boeman»


    Der Captain mußte kurz lachen, nahm das Gläschen in seine rechte Hand und wollte gerade einen Schluck nehmen, als er plötzlich innehielt, dann das „Stamperl“ wieder absetzte und sich aus seinem bequemen Sessel erhob. Er schritt langsam zum schmalen, hohen Fenster und schaute ins All hinaus. Das machte er noch fast lieber als Brandy trinken!


    --- ENDE ---

    Worterklärungen:

    Hypothalamus: Bestimmender Teil des Grosshirns.
    Zuletzt geändert von Cpt. Bluefox; 16.01.2002, 12:18.

    Kommentar


      #3
      Folge 18: Das neue Crewmitglied


      STARRING


      Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
      Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy
      Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
      Tanya Steiner ALS Lt. Cmdr. Tanya Steaner
      Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
      Daniel Chollet ALS Lt. Cmdr. Danny Chollet
      Stephanie Knecht ALS Cnslr. Steevy Knight
      Ramon Baur ALS Lt. Ramon Boer
      Thierry Weidmann ALS Chief Thierry Whiteman
      Fabian Blatter ALS Lt. Fabius Blater
      Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
      Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
      Judith Baumann ALS Lt. Judy Boeman
      Deborah Grossniklaus ALS Dr. Debbie Crossnicholls
      Monika Heusser ALS Lt. Monique Hewsser
      Denise Werffeli ALS Lt. Denise Werwealy
      Stefan Kägi ALS F. Stephen Ceagy
      Patrick Streich ALS F. Patrick Strike
      Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
      Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
      Andrea Berger ALS F. Andrea Berger

      GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

      Julia Haldemann ALS Lt. Cmdr. Gillian Haldman
      Denise Aebersold ALS Adm. Denise Ceagy
      Roland Peter ALS Cpt. Rowland Peter

      Computerlogbuch der Bluefox, Commander Ceagy, Sternzeit 54823.7

      ««Wir haben, nach dem schweren Flottenverlust und dem Tod von Admiral Eagly, eine neue Einsatzleiterin zugewiesen bekommen. – Und es ist für mich eine großartige Sache, daß meine Mutter, Denise Ceagy, ihren Dienst in der Sternenflotte wieder aufnimmt und unsere neue Einsatzleiterin wird. Sie ist ebenfalls im Range eines Admirals und ist somit auch offiziell befugt, uns die neuen Missionen aufzutischen. Mal sehen, ob sie uns auch schmecken! Ich habe es dem Captain noch nicht gesagt, aber ich werde es gleich tun... ...und ich werde ihm auch noch etwas anderes ins Gedächtnis rufen:
      Wir sind noch nicht vollzählig. Mal schauen, ob er sich noch an sie erinnert.»»


      Der Captain las gerade das Neueste von der Flotte der Föderation und deren Entwicklung nach dem aufreibenden Kampf mit dem überlegenen Borgschiff durch.
      Da läutete es. Cpt. Bluefox rief: «Kommen Sie rein!»
      Cmdr. Ceagy kam mit einem Schmunzeln auf den Lippen in den Bereitschaftsraum und überreichte Cpt. Bluefox ein Pad mit den neuesten Meldungen, die er selbst zusammengestellt hatte.
      Der Captain nahm das Pad dankend entgegen und las es. Erst machte er ein glückliches Gesicht. (Er las gerade die Nachricht, daß Adm. Ceagy die neue Einsatzleiterin werden würde.) Jedoch sackten die Mundwinkel gleich stark in die andere Richtung, als er den zweiten Teil las! Er war nicht schlecht gelaunt, lediglich überrascht und verwundert.
      Er schaute zu Cmdr. Ceagy hoch und fragte ihn:
      «Was meinen Sie mit dem Satz „Die Crew ist unvollständig.“? Wir sind doch alle, oder habe ich mich da verzählt?» Der Erste Offizier antwortete:
      «Nun ja, wir haben zwar alle aus dem ersten Jahr, aber Sie wissen doch auch, daß im freiwilligen Zusatzjahr noch jemand zu uns stieß. Und da habe ich nun gedacht, wir könnten sie nun auch langsam in unsere Crew auf der Bluefox mit aufnehmen.»
      «Wen meinen Sie?» Die Frage war keine Frage mehr, sondern der Captain wußte, wie der Hase lief. Er wollte es jedoch nicht selbst sagen, sonst würde Ceagy noch sagen, Bluefox habe es selbst herausgefunden. Es war dem Captain peinlich, den Namen des vermeintlichen Crewmitgliedes auszusprechen!
      Cmdr. Ceagy kannte seinen Vorgesetzten genau und er wußte, daß er es nicht zu erläutern brauchte, wen er meinte. Er sagte bloß:
      «Denken Sie doch bitte darüber nach. Sie entscheiden schlußendlich, weil Sie der Captain sind. Jedoch; ich würde diesen Vorschlag nicht anbringen bei Ihnen, wenn nicht schon die halbe Crew mit dieser Bitte auf mich zugekommen wäre.»
      Cpt. Bluefox stockte der Atem! Er sprach mit lauter Stimme:
      «Die halbe Crew?! Warum sagt mir das denn keiner? Ich wußte ja nicht, wie beliebt... ...Gillian bei dieser Crew ist!» Er machte eine Pause, wurde wieder ruhig und fuhr fort:
      «Ich habe sie genauso wenig vergessen wie Sie alle, Andrew. Sie wissen, warum das so ist.»
      Cmdr. Ceagy entgegnete:
      «In der Tat weiß ich das, Matt. Und auch für den Captain eines Raumschiffes ist es kein Verbrechen, wenn man liebt.» Ceagy wurde lauter:
      «Nehmen Sie mich als Paradebeispiel! Sie haben mir geholfen, mit Judy zusammenzukommen! Und wir sind glücklich heute!»
      Bluefox konterte mit ebenso lauter, sichtlich erregter Stimme:
      «Aber das ist etwas anderes! Sie sind der Erste Offizier und dürfen mit anderen Crewmitgliedern intime Beziehungen pflegen! Ich darf das nicht!»
      Ceagy erwiderte:
      «Niemand darf und kann Ihre Gefühle kontrollieren – auch nicht die Sternenflotte! Sie werden sie lieben, auch wenn Sie nicht mit ihr eine Beziehung eingehen können, zumindest nicht auf einem Schiff der Sternenflotte. Und abgesehen davon: Sind Sie sicher, daß sie Ihre Gefühle erwidert? Ihre Liebe dauert anscheinend schon sehr lange an, wenn Sie jetzt noch so emotional reagieren, wenn sie angesprochen wird.»
      Bluefox fuhr dazwischen:
      «Ja, ich reagiere emotional, Commander! Und ich liebe sie nach wie vor!»
      Der Captain faßte sich nun wieder und konnte normal weiterreden.
      «Ich weiß nicht, ob sie jemals etwas für mich empfunden hat. Ich glaube nicht, so war es auch noch nie in meinem Leben bisher. Niemand des anderen Geschlechtes hat jemals Liebe für mich empfunden. Viele mochten mich und sahen in mir einen Gesprächspartner. Das ist auch wertvoll. Aber, wie Sie sagten, Commander:
      Auch ein Captain kann lieben und den Wunsch haben, geliebt zu werden. Wenn man mal die eigenen Eltern und Verwandten ausschließt.»
      Cmdr. Ceagy fragte:
      «Und was werden Sie jetzt tun, Captain? Überdenken Sie nochmals den Vorschlag, die Bitte der Crew?»
      Cpt. Bluefox antwortete:
      «Eines ist klar. Ich werde nicht mit Gillian Haldman auf dem gleichen Schiff leben und meinen Dienst tun können, ohne daß meine Entscheidungen beeinflußt werden durch sie. Eigentlich bin ich eine starke Person, so glaube ich dies zumindest. Jedoch, in diesem Falle bin ich wohl schwächer als alle hier an Bord. Ich überdenke Ihren Vorschlag. Jedoch, wie gesagt: Wenn Haldman an Bord kommt, dann werde ich gezwungen sein, dieses Schiff zu verlassen und um eine Versetzung zu bitten.»
      Cmdr. Ceagy wollte alles, nur das nicht! Was wäre denn die U. S. S. Bluefox ohne Captain Bluefox? Daher erwiderte er:
      «Sir, mit allem Respekt: Ich will Sie zu gar nichts drängen, geschweige denn Ihnen etwas befehlen. Jedoch muß ich Ihnen sagen, daß die Crew enttäuschter wäre, wenn Sie nicht mehr hier sind, als wenn Gillian nicht hier ist. Aber es ist meine Pflicht als Ihr Erster Offizier, Sie zu unterstützen und Ihnen Ratschläge zu geben, so wie es meine Pflicht ist, Ihnen die Begehren der Mannschaft zu unterbreiten. Es klingt jetzt zwar wie eine Forderung, aber ich sage Ihnen jetzt: Beißen Sie auf die Zähne, Matt! Sie müssen mit dem Umstand zurechtkommen, daß Ihnen etwas völlig nicht behagt! Glauben Sie mir, ich habe diese Situation auch schon erlebt. Es war mir auch schon unangenehm, wenn ich eine Frau sah, die ich liebte und ich wußte, daß sie es spannen könnte. Das ist das Leben, Matt! Und ist es das Leben nicht wert, gelebt und erforscht zu werden? Ist das schon Ihre Grenze? Denken Sie doch einfach, daß dies Ihre offizielle Mission ist! Gillian Haldman kommt an Bord und Sie müssen sie willkommen heißen, ihr das Quartier zeigen und sie der Crew vorstellen, so wie Sie das bei einem Botschafter tun! Tun Sie am ersten Tag so, als würden Sie sie nicht näher kennen. Später können Sie dann immer weitergehen und sie eventuell mal zu einem Abendessen einladen! Denken Sie doch mal daran, wie schön das Leben sein kann! Es steckt voller Überraschungen! Aber wie können Sie denn solch schöne Momente erleben, wenn Sie ihnen aus dem Weg gehen?»
      Nach dieser Moralpredigt von Cmdr. Ceagy war es fast eine Minute lang totenstill im Bereitschaftsraum. Bluefox dachte an das, was ihm Ceagy gerade klarmachte. Er konnte sich nun etwas mehr mit dem Gedanken zumindest auseinandersetzen, wie es wäre, wenn einfach noch ein weiteres Crewmitglied auf dem Schiff wäre; wenn er sich so verhalten würde, wie es ihm Ceagy schilderte!
      Der Captain rückte seine Uniform zurecht und sprach formell:
      «Ich danke Ihnen. Sie können wegtreten.»
      Beide wußten jedoch, daß es nicht so formell gemeint war. Ceagy war sich sicher, daß Bluefox seinen Rat nicht einfach in den Wind schlagen würde und sich in den kommenden Momenten den Kopf darüber zerbrechen würde!
      Doch in den nächsten paar Minuten kam er nicht dazu, über persönliche Dinge nachzudenken, weil ein Funkspruch von einem unbekannten Schiff hereinkam.
      Cpt. Bluefox öffnete einen direkten Kanal zur Quelle des Rufes. Am anderen Ende der Leitung saß Cpt. Rowland Peter in dessen Bereitschaftsraum! Eines fiel Cpt. Bluefox gleich auf: Alles rund um den Kopf von Cpt. Peter schien heller! Hatte er ein neues Schiff?
      Peter begann, zu sprechen:
      ««Matt, hier ist Rowlin! Gut geschlafen?»» Cpt. Bluefox antwortete:
      ««Hi, Rowlin. Es ist bereits Abend nach meiner Uhr, aber ich habe trotzdem gut geschlafen – bis ich dann heute einen Hammer auf den Kopf geschlagen bekam.»» Bluefox fuhr nicht fort, um die Spannung in Peter zu erhöhen! Prompt hakte der nach:
      ««Ein Hammer auf den Kopf? Ich hoffe, daß es ein bildlicher Hammer war!»»
      ««Ich bin genau der anderen Meinung! Ich wünschte, der Hammer wäre echt gewesen, dann wäre der Schmerz nur physischer Natur. Aber es war in der Tat ein bildlich gemeinter Hammer. So, wie es aussieht, muß das Flaggschiff um eine Person aufgestockt werden.»»
      entgegnete Bluefox. Peter ging erst nicht auf den Kern ein, sondern blieb im ersten Teil oberflächlich:
      ««Ein Mitglied mehr? Das kann doch dein Schiff noch gut vertragen! Du hast doch im Moment eine Rumpfcrew!»» Peter machte eine kurze Pause und ging erst von nun an in den Kern des Themas:
      ««Ist es jemanden, den du gut kennst?»» fragte er.
      ««In der Tat, Rowlin, du hast es erfaßt! Hundert Punkte kriegt der Kandidat! Nein, im Ernst: Es ist Gillian Haldman.»» – Weiter kam Cpt. Bluefox nicht, denn Cpt. Peter unterbrach ihn bereits nach der Erwähnung des Namens! – ««Ach, du heiliger Strohsack. Jetzt geht das wieder los! Du willst ihr sicher nicht in die Augen sehen, weil sonst wieder alte Gefühle wach werden. Du weißt jetzt sicher nicht, wie du damit umgehen mußt.»» Peter grinste ein wenig!
      Cpt. Bluefox fühlte sich in diesem Thema nicht gerade heimisch und war leicht gekränkt, weil ihn Cpt. Peter etwas auf die Schippe nahm. Cpt. Bluefox hatte noch nie eine Frau oder eine Freundin und er wußte, daß Peter dies ebenfalls bewußt war. Darum entgegnete Bluefox giftig:
      ««Tja, du hast ja leicht reden. Dir als Weiberheld würde so was ja nie und nimmer passieren.»»
      Cpt. Peter sah einen kleinen Ansatz von Wut in Bluefox' Stimme und erwiderte:
      ««Ja, ja, schon gut.»» – Ein paar Sekunden war es still. – ««Und jetzt? Wie packst du die Sache an?»» fragte Cpt. Peter. Cpt. Bluefox antwortete:
      ««Commander Ceagy hat mir kurz zuvor einen kleinen Vortrag über das Leben gehalten. Wenn ich jetzt so an seine Worte zurückdenke, – „Ist es das Leben nicht wert, erforscht und gelebt zu werden?“ – dann habe ich das Gefühl, er hat Recht. Ich sollte es zumindest versuchen. Wenn es dann nicht klappt, so bin ich ein Weichei. Und ich würde dies auch gerne zugeben, wenn mich ein guter Kollege darauf anspricht. Zum Glück weiß es fast keiner. Eigentlich nur du, Commander Ceagy und Counselor Knight.»»
      Cpt. Peter meinte:
      ««Hör' mal, ich meine das jetzt im Ernst, was ich sage: Jeder arbeitet auf einem gewissen, individuell angepaßten Niveau. Egal, wo dies jetzt ist. Bei dir ist es jetzt also die Liebe. Hier bist du noch relativ unerfahren und mußt Erfahrungen sammeln. Daher rate ich dir als Fachmann oder – wie du sagtest – „Weiberheld“ folgendes: Nimm es, wie es kommt – ganz einfach! Wenn du noch unerfahren bist in einem wissenschaftlichen Bereich, – zum Beispiel in der Biochemie – dann sagt dir kein Lehrer, der dich unterrichtet, du seiest ein Weichei. Also ist es auch nicht nötig, daß du so etwas über dich selbst behauptest.»»
      Cpt. Bluefox nickte bloß und sprach: ««Danke, sehr.»»
      In sich selbst entzündete sich langsam eine Laterne! Er erkannte mit der Zeit, daß er viel zu verkrampft war und sich ganz schön bescheuert benahm, so dachte er nun.
      In seinem Kopf sprang nun ein Gedanke nach dem anderen umher!
      Ich habe diese Frau schon so lange nicht mehr gesehen. Sie hat sich bestimmt verändert. Ich nehme sie an. Egal, wie sie nun ist. Ich darf sie ja noch lieben, das muß ja nicht unbedingt die ganze Welt wissen. Und sie selbst erst recht nicht.
      Cpt. Peter unterbrach den Gedankenfluß im Gehirn von Cpt. Bluefox und sagte:
      ««Eigentlich rufe ich dich aus einem ganz anderen Grund. Ich möchte mich für meine Abwesenheit während der Schlacht mit den Borg vor kurzer Zeit entschuldigen. Mein Schiff ist noch immer nicht voll einsatzbereit. Die U. S. S. Liberty ist noch ein Prototyp. Zum Glück ist mein Bereitschaftsraum schon fertig gebaut! Aber der Maschinenraum ist noch voll im Bau und unser Warpkern ist auch noch nicht installiert. Wir hätten also unmöglich gegen die Borg kämpfen können. Ich schätze, daß mein Schiff in vier Monaten voll einsatzbereit sein wird. Ich hoffe nur, daß die Borg und alles andere mal eine Pause einlegt.»»
      Cpt. Bluefox hätte dies noch viel mehr interessiert, wenn nicht nach wie vor diese
      Gillian Haldman in seinem Kopf herumgespukt hätte! Aber er registrierte diese wichtige Meldung sehr wohl. Bluefox fragte Peter:
      ««Was ist es für eine Klasse?»» Cpt. Peter antwortete ihm:
      ««Du wirst es nicht glauben, aber die Liberty ist seit längster Zeit endlich wieder ein richtig schönes Sovereign-Schiff! Ich habe diese Klasse echt vermißt. Als zehnjähriger Bursche habe ich diese Schiffe noch live miterlebt in den Weltnachrichten, wenn mal ein Andockmanöver gefilmt wurde für die Öffentlichkeit.»»
      ««Sovereign? Tja, wenn das nicht irgendwann das neue Flaggschiff der Föderation wird...?»» meinte Cpt. Bluefox. Doch Peter entgegnete zum Erstaunen von Bluefox:
      ««Nein, ich denke nicht. Der Gegner soll denken, daß wir immer noch schwach sind. Die Liberty sollte ein Joker sein, der nur in extremen Notsituationen zum Einsatz kommt. Die Bluefox präsentiert doch die Föderation mit ihrer Größe ganz gut! Warum sollte sie dies nicht weiterhin tun?»»
      ««Stimmt auch wieder. Du hast Recht.»» gab Cpt. Bluefox zu und grinste. Auf einmal lachte Cpt. Peter! Bluefox wunderte sich darüber sichtlich.
      ««Gelle, jetzt hast du Gillian schon fast vergessen gehabt?!»» Und dann schallte Peter wieder lauthals! Bluefox dachte für sich: – Verdammt. –

      Eine Stunde später hatte sich Cpt. Bluefox nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Gespräch zwischen ihm und Cpt. Peter, sowie der Konversation zwischen ihm und
      Cmdr. Ceagy, entschieden. Diesen Entscheid sollte Cmdr. Ceagy sogleich erfahren, denn er wurde vom Captain in den Bereitschaftsraum gebeten. Als sich die Tür hinter Cmdr. Ceagy geschlossen hatte, begann Cpt. Bluefox mit der Verkündung seiner Entscheidung:
      «Andrew, ich habe über Ihre Worte nachgedacht. Ich führte auch noch mit meinem anderen besten Freund, Captain Peter, ein sehr fruchtbares Gespräch. Sie beide haben mich dann schlußendlich dazu bewogen, es zu versuchen. Ich sehe jetzt langsam auch ein, daß es ja gar nicht so schlimm sein kann, wenn sie mal eine Woche oder in dem Maße an Bord der Bluefox weilt. Würde ich dann Komplexe entwickeln, würde ich mich sofort bei Ihnen melden.»
      «Schön, dies zu hören, Matt! Also dann – willkommen an Bord, Gillian!» meinte
      Cmdr. Ceagy. Cpt. Bluefox runzelte die Stirn und fragte seinen Ersten Offizier:
      «Was sollte denn dieser Satz?»
      «Nun ja, dieser Satz eignet sich immer für eine Begrüßung eines neuen Crewmitglieds. Die Floskel „Willkommen an Bord“ und dann der Name. Gut, Sie können natürlich auch „Miss Haldman“ sagen, aber das klingt auch nicht gerade so, als wollten Sie mit ihr kollegial auskommen.» erklärte Cmdr. Ceagy. Cpt. Bluefox meinte:
      «Also schön, „Willkommen an Bord“ – angenommen. Nun habe ich aber noch eine Bitte an Sie, Commander: Könnten Sie Gillian ausfindig machen? Wenn Sie ihre Biosignatur irgendwo auf der Erde erfaßt haben, dann unterrichten Sie mich. Ich werde sie abholen.»
      Cmdr. Ceagy zwinkerte mit einem Auge frech zu Cpt. Bluefox hinüber und entgegnete keck:
      «Sie gehen Gillian sogar abholen? O là là!»
      «Gillian ist keine Französin, Andrew.» bemerkte Cpt. Bluefox oberflächlich. Jedoch wußte er genau, wie es Cmdr. Ceagy meinte! Cmdr. Ceagy bestätigte noch einmal zur Sicherheit:
      «Sie wissen ja, wie ich es gemeint habe, Matt. Also dann, viel Glück! Oh, ja. Zuerst muß ich ja noch ihre Biosignatur lokalisieren!» Beim Wort „Biosignatur“ mußte Ceagy kurz lachen, weil der Captain immer derart fachmännische Begriffe verwendete, wenn es um etwas Soziales ging! – Cmdr. Ceagy entfernte sich daraufhin vom Bereitschaftsraum.
      Der Captain verließ den Bereitschaftsraum einen Augenblick später ebenfalls kurz, um in Zehn-Vorne einen alkalischen Brandy zu sich zu nehmen. Während dem Nippen am Brandy-Glas hörte er von seiner Position auf dem Barhocker aus viele Konversationen in der Mannschaft. – Und es fiel ihm stark auf, daß das Hauptthema an mehreren Orten nur noch „Gillian Haldman“ war! Da ertönte im Wortsalat die Frage von einem Crewmitglied:
      «Kommt Gillian jetzt an Bord oder nicht? Hat sich der Captain entschieden?»
      Ähnliche Fragen über das gleiche Thema waren auch von anderen Tischen her zu hören. Mehr und mehr war sich Cpt. Bluefox sicher, richtig entschieden zu haben, denn auch die Crew war anscheinend wirklich grundlegend erfreut über eine eventuelle Aufnahme von Gillian Haldman in die „Familie“ der Bluefox.
      Andererseits war sich Bluefox schon fast nicht mehr sicher, ob Haldman von irgendeinem Besatzungsmitglied der Bluefox oder gar von Cpt. Peter irgendwann früher über die Gefühle von Bluefox zu Haldman informiert worden war! Er hoffte es einfach ganz fest, daß dies nicht der Fall war!

      Tatsächlich fand Cmdr. Ceagy heraus, wo sich Gillian Haldman zur Zeit aufhielt! Sie war im Moment zu Besuch bei ihren Eltern in Oberwil! Cmdr. Ceagy beschrieb Cpt. Bluefox in dessen Bereitschaftsraum die Lage:
      «Also, Gillian ist zu Hause, weil sie im Moment gerade Ferien hat. Sie ist ja immer noch an diesem Staatskunde-Studium. Zudem hat sie vor einem knappen Monat das Patent zum Kommandieren von Ventura-Klasse-Schiffen erworben! Ein Grund zu einer Gratulation, würde ich mal sagen! Also dann, Sie kennen sich ja gut aus in Oberwil, nicht wahr?»
      Cpt. Bluefox erwiderte:
      «Kein Wunder, ich verbrachte dort über zwanzig Jahre meines Lebens! Es scheint, als hätte meine „offizielle Mission“, wie Sie es so schön sagten, begonnen. Sie haben das Kommando über die Bluefox. Halten Sie hier oben die Stellung, bis ich wieder zurück bin.»
      Cmdr. Ceagy feixte:
      «Sie kommen doch vor Mitternacht zurück, oder?»
      «Immer findet er noch einen Spruch, das glaube ich nicht.» schmunzelte der Captain, erhob sich und stieß seinem Ersten Offizier im Vorbeigehen mit dem Ellbogen in die Rippen!
      «He, Sie mögen heute aber auch gar kein Witzchen vertragen!» protestierte Cmdr. Ceagy lachend. Auch der Captain konnte sich das Lachen nicht verkneifen und so liefen sie beide schallend auf die Brücke! Lt. Cmdr. Chollet am Taktikbildschirm schaute sofort zu den beiden Schiffsleitern hinunter und fragte grinsend: «Soll ich die Krankenstation anfunken?»
      Cpt. Bluefox hob bloß die Hand und Cmdr. Ceagy antwortete:
      «Nein, wohl eher den Transporterraum, wenn's recht ist! Der Captain muß noch eine Außenmission auf der Erde vollführen.» Lt. Cmdr. Chollet nickte und drückte auf seinen Kommunikator an der Uniform. Dann sprach er:
      ««Chollet an Whiteman: Machen Sie sich auf einen Transport gefaßt. Erde retour, würde ich jetzt mal behaupten.»» Chief Whiteman bestätigte mit einem leichten Lachen:
      ««Ich habe verstanden. Erde retour!»»
      Cpt. Bluefox begab sich sogleich in den Turbolift, der ihn direkt auf Deck 6 brachte, wo sich auch der Haupttransporterraum befand. Er ließ sich von Chief Whiteman direkt nach Oberwil beamen, ohne auch nur die geringste Erklärung abzugeben! So kurz vor dem Ziel durfte er sich doch nicht mehr verplappern!

      «Das heutige Abendessen war wirklich besonders gut, Mom! Hast du von der Vanille-Crème diesmal eine neue Marke gekauft? Die hat viel mehr Geschmack als die Letzte! Klasse gekocht!» lobte Gillian Haldman ihre Mutter. Die nickte ihr lächelnd zu und erwiderte:
      «Nein, Gillian! Diese Crème habe ich nicht gekauft.»
      «Selbst gemacht?!» fragte Gillian.
      «Du hast es erraten!» antwortete Gillians Mutter. – Das Geräusch einer Türglocke erklang. –
      «Hm, wer ist denn das noch? Es ist schon bald 20 Uhr Ortszeit! Hast du Besuch erwartet?»
      fragte die Mutter von Gillian.
      «Nein. Ich weiß echt nicht, wer das sein könnte. Ich schaue gleich mal nach.» Dann verließ Gillian die Küche und öffnete die Haustür. Davor stand Matthew Bluefox.
      «Guten Abend, Captain! Was treibt Sie denn noch so spät nach Oberwil?» fragte Haldman als Begrüßung. Bluefox antwortete:
      «Hi, Gillian! Schön, Sie zu sehen! Wie ich sehe, sind Sie zu Hause. Ich hätte Sie hier, ehrlich gesagt, nicht erwartet. Aber um so besser! Habe ich richtig gehört? Haben Sie mich soeben „Captain“ genannt? Woher wissen Sie das?»
      «Also, bitte! Wer weiß das denn nicht in Oberwil? Ihre Mutter ist mal im letzten Jahr auf einen Sprung im Dorfladen vorbeigekommen und hat es allen, die dort waren, erzählt. Ich habe es durch Rowland erfahren, als er mal bei mir vorbeikam wegen der Hilfe zur Prüfung.»
      antwortete Haldman. Bluefox freute sich über den kommenden Moment. Nun konnte er Gillian verblüffen:
      «Prüfung? Doch nicht etwa die Prüfung zum Ventura-Captain, oder?»
      Der Effekt konnte sich sehen lassen! Sie lachte kurz und fragte:
      «Von wem haben Sie denn das jetzt?»
      «Tja, solch tolle Informationen verbreiten sich halt mit Warpgeschwindigkeit! Herzlichen Glückwunsch zum Captain!» sprach Bluefox. Haldman erwiderte:
      «Danke schön! Aber Sie sind sicher nicht hierher gereist, – oder hierher gebeamt – um mir zu gratulieren. Da ist doch noch was, oder?»
      «Ganz recht. Es ist fast schade um Ihre bestandene Prüfung und um das Patent, aber ich habe Neuigkeiten für Sie. Mein Schiff hat noch einen Platz frei an der wissenschaftlichen Station auf der Brücke und der muß besetzt sein, wenn wir in die unendlichen Weiten des Weltalls vorstoßen. Daher wollte ich Sie fragen, – auch auf ausdrücklichen Wunsch meinerseits und von meiner Mannschaft – ob Sie auf die Bluefox kommen und als Führungsoffizier die gesamte Wissenschaftsabteilung leiten würden?»
      Haldman staunte nicht schlecht über dieses Angebot! Was sollte sie jetzt machen? Sie antwortete spontan:
      «Ich habe bisher noch keine Offerte auf meine Bewerbung bei der Sternenflotte betreffend eines Kommandos erhalten. Scheinbar besitzt die Sternenflotte noch keine Schiffe der Ventura-Klasse. Dennoch möchte ich eigentlich wieder mal in den Weltraum hinauf und die Weiten des Raums erforschen. Wissen Sie was? Ich packe meine Sachen und komme für eine bestimmte Zeit mal auf die Bluefox, bis sich mir eine bessere Gelegenheit bietet. Vielleicht gefällt es mir dann auf der Bluefox so gut, daß ich gar nicht mehr ein Schiff kommandieren will – könnte ja auch sein!»
      Cpt. Bluefox bekam schier Herzrasen! Er hatte es geschafft! Gillian sollte also tatsächlich auf die Bluefox kommen! Cpt. Bluefox war sich nicht sicher, ob Haldman etwas davon mitbekommen hatte! Er erwiderte:
      «Sehr schön! Also dann, wir warten so lange im Orbit der Erde, bis Sie bereit sind. Ich werde Sie dann der Crew nochmals vorstellen. Es ist nämlich noch ein Androide zu uns gestoßen während unserer ersten Mission, die eigentlich noch gar keine offizielle Mission war! Er heißt Lore und war lange Zeit unser Chefingenieur. Im Moment arbeitet Tanya Steaner im Maschinenraum und Lore ist auf der Brücke an der Ops. Diesen Posten würden dann eben Sie neu innehaben und Lore würde mit Steaner zusammen den Maschinenraum leiten. Wir haben nämlich einen Engpaß, was Techniker angeht. Die technische Wartung eines Schiffes der Galaxy-Klasse ist nicht immer ein Zuckerschlecken, glauben Sie mir!»
      Da rief auf einmal die Mutter von Gillian aus der Küche heraus:
      «Gillian, wer ist es?» Sie antwortete mit einem Schmunzeln auf den Lippen:
      «Mein zukünftiger Chef!» Cpt. Bluefox war es nicht wohl, wenn er „Chef“ genannt wurde! Gerade auf der Bluefox war es das Ziel, möglichst unabhängig vom Rang arbeiten und leben zu können. – Und dann das Wort „Chef“! Das war für Bluefox fast eine Faust aufs Auge! Zugleich wußte er aber, daß ihn Haldman nur etwas auf den Arm nahm mit diesem Wort.
      Sie fragte ihn:
      «Ach ja, Sie werden also mein Vorgesetzter. Was für einen Rang werde ich dann haben auf der Bluefox? Ich weiß, daß Sie davon noch nie viel hielten, aber rein der Anrede halber.»
      Er antwortete:
      «Nun, Ceagy ist Commander, Lore ist Zweiter Offizier, also wären Sie eigentlich Lieutenant-Commander und würden dennoch, wie auch bei anderen Lieutenant-Commanders, mit „Commander“ und dem Nachnamen angeredet werden. Aber eben, nur der Anrede halber.»
      fügte Bluefox schmunzelnd hinzu.
      «Dann sieht man sich also auf der Bluefox im Team wieder. Ich gebe Ihnen einen Funk, wenn ich meine sieben Sachen gepackt und mich von meiner Familie verabschiedet habe.»
      meinte Haldman abschließend.
      «Einverstanden. Dann wünsche ich Ihnen noch einen geruhsamen Abend. Auf Wiedersehen.»
      sprach Cpt. Bluefox und ließ sich kurz darauf von Chief Whiteman wieder auf die Bluefox zurückbeamen.

      In Zehn-Vorne war man sichtlich begeistert, als Cpt. Bluefox die Nachricht preisgab, daß
      Lt. Cmdr. Gillian Haldman neu auf der Bluefox als Wissenschaftsoffizier dienen würde! Als der Captain sah, daß alle zufrieden waren, war auch er zufrieden. Er hatte also für die Crew etwas Gutes getan, auch wenn er vielleicht eine schwierige Phase seines Lebens durchmachen könnte in der Zeit, die ihm nun bevorstand. Aber ein Captain auf dem Flaggschiff der Föderation im späten 24. Jahrhundert mußte halt selbstlos sein in manchen Situationen. – Und die meisten Crewmitglieder der Bluefox hatten bemerkt, daß Cpt. Bluefox diese Anforderung mit Bravour meisterte und über seinen Schatten sprang, wenn es wirklich um die Wurst ging.
      Das sagte dem Captain auch Cnslr. Knight, als sich beide auf die Barhocker an der langen Theke setzten und gemeinsam einen „Earth Ice Tea“ tranken. Sie meinte:
      «Hören Sie, Matt, Sie sind ein guter Captain. Merken Sie sich das!»
      «Hoffentlich bleibe ich dies auch.» entgegnete Cpt. Bluefox schmunzelnd und spielte natürlich auf Lt. Cmdr. Haldman an!
      «Sie haben schon ganz andere Situationen in den Griff bekommen. Diese hier ist zwar anders, aber im Grunde genommen nicht schwieriger.» meinte Cnslr. Knight.
      «Hoffen wir mal, Sie haben Recht.» erwiderte Cpt. Bluefox abschließend und verabschiedete sich von der Schiffsberaterin. Nach vielen Stunden im Bereitschaftsraum verbrachte er nun wieder mal ein paar Stunden auf der Brücke und überblickte die Lage von seinem Kommandosessel aus.

      Drei Tage später befand sich Cpt. Bluefox im Transporterraum. Er erhielt von
      Lt. Cmdr. Haldman per Funk das Okay-Zeichen zum Hochbeamen. Es brodelte im Captain innerlich vor Nervosität! Er dachte sich folgendes:
      Haldman in einer gelben Sternenflottenuniform! Sie kommt auch meinetwegen auf die Bluefox! Ich werde sie ab heute immer wieder sehen! Mindestens dreimal im Tag beim
      Schichtwechsel. Ab und zu eventuell auch abends in Zehn-Vorne beim Nachtessen!

      Da materialisierte sich Lt. Cmdr. Haldman also auf der Transporterplattform. Sie stand drei Sekunden später leibhaftig vor Cpt. Bluefox und Chief Whiteman!
      Sie hatte eine moderne Frisur. – Leicht rot getönte Haare mit Ursprungsfarbton schwarz. Die Uniform paßte perfekt zu ihrer Körpergröße und sah genau so aus, wie es sich Cpt. Bluefox vorgestellt hatte. Dazu lächelte sie den Captain noch an! Gillians markanten, aber nicht zu langen Augenwimpern erzeugten eine noch ausgeprägtere Gesichtszeichnung, was
      Cpt. Bluefox natürlich sehr gefiel! Diese Wimpern machten Gillian noch hübscher, als sie ohnehin bereits war! Der Captain kam erst fast nicht aus dem Staunen heraus, bis er sich nach ungefähr zwei Sekunden fassen konnte. Er stand erst stramm – mit etwas Spaß im Hintergrund – und begrüßte Haldman formell:
      «Willkommen an Bord, Commander Haldman.» Dann ging er zu ihr hin, schüttelte ihre Hand und sprach:
      «Und jetzt noch auf die Bluefox’sche Art: Schön, daß Sie hier sind, Gillian. Ich zeige Ihnen jetzt mal die wichtigsten Räume und Ihren künftigen Arbeitsplatz auf der Brücke, sowie den wichtigsten Raum auf diesem Schiff für Sie – Ihr persönliches Quartier.»
      Lt. Cmdr. Haldman erwiderte schmunzelnd:
      «Da bin ich mal gespannt. Machen wir erst in Zehn-Vorne Halt? Ich habe gehört, daß auf Schiffen der Galaxy-Klasse so ein Ort existiert.»
      «Aber gerne! Bei einem Drink läßt sich ohnehin alles leichter erklären. Die Räume selbst können Sie ja dann selbst besuchen. Ich muß Ihnen ja nicht überallhin vorauswatscheln!» schlug der Captain mit einem Lächeln vor. Haldman willigte nickend ein. Beide verließen den Transporterraum und begaben sich also mit dem Turbolift nach Zehn-Vorne.

      Eine Stunde später hatte Cpt. Bluefox mit Lt. Cmdr. Haldman einen „Earl Grey Tea“ getrunken und ihr alles Wesentliche inklusive ihrem Quartier gezeigt. Er hatte ihr auch die Abläufe auf dem Schiff etwas detaillierter geschildert und die Räume erklärt bis auf die Brücke, wo sich ja die Ops befand. Als der Captain mit dem neuen Besatzungsmitglied der Bluefox die Brücke betrat, begrüßten alle anwesenden Offiziere
      Lt. Cmdr. Haldman freundlich und wünschten ihr alles Gute auf der Bluefox. Sogleich marschierten Haldman und Bluefox zur linken Station in der unteren Ebene der Brücke. Dies war die Ops. Lt. Cmdr. Lore machte Lt. Cmdr. Haldman Platz und sie setzte sich auch gleich hin. Sie fühlte sich, so schien es dem Captain, richtig wohl.
      Lore erklärte Haldman die wichtigsten Funktionen:
      «Die Scanner sind links oben als Standardmenü abrufbar und können jederzeit eingesetzt werden. Dann ist auch die Kommunikation vorhanden, wie an der Taktischen Station. Hier öffnen Sie einen Kanal. Wenn die Conn unbesetzt sein sollte, können auch Sie das Schiff manövrieren, indem Sie auf dieser Minikonsole das Untermenü aufrufen. Die Raumkarte und alle von der Föderation bekannten, wichtigen Punkte sind rechts oben minimiert abgebildet. Per Tastendruck lassen sich diese Karten und Daten auch maximieren. Sie können das Ganze natürlich auch auf den Hauptschirm übertragen, wenn es verlangt wird. So weit für den Anfang. Wenn Sie Probleme oder Fragen haben, kontakten Sie mich per Kommunikator oder fragen Sie gleich den Captain. Er weiß ebenfalls über alle computerabhängigen Funktionen auf diesem Schiff Bescheid.»
      Während Lore erklärte, zeigte er auch noch unverkennbar mit dem rechten Zeigefinger auf alle Menüleisten und Tasten, damit es Haldman leichter fallen sollte, die Positionen der Knöpfe im Gedächtnis zu behalten. Nach diesen Anweisungen verließ Lore die Brücke, um sogleich sein altes Gebiet, den Maschinenraum, zu betreten und Lt. Cmdr. Steaner ein erstes Mal in deren Schicht abzulösen. An Bord der U. S. S. Bluefox begann also ein winziges neues Unterkapitel in der Geschichte geschrieben. Mit Lieutenant-Commander Gillian Haldman erhielt die Bluefox und die gesamte Föderation eine charismatische Fachperson.

      Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 54836.2

      ««Ich bin, ehrlich gesagt, mehr als froh, daß das Ganze so gut über die Bühne gelaufen ist. Jetzt sind wir wirklich vollzählig. Wir haben wieder eine Einsatzleiterin, Admiral Denise Ceagy, und wir haben einen neuen Wissenschaftsoffizier, Lieutenant-Commander Gillian Haldman. Ich möchte mich in diesem Logbuch noch ganz herzlich bei Commander Andrew Ceagy und bei Captain Rowland Peter, sowie bei Counselor Steevy Knight bedanken. Alle drei haben von diesem Logbuch eine Kopie erhalten. Abschließend läßt sich jetzt sagen: Wir können getrost wieder in die Weiten des Weltalls vordringen und in Galaxien reisen, die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat.»»


      --- ENDE ---

      Fortsetzung folgt!
      Zuletzt geändert von Narbo; 17.01.2002, 13:49.

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