Hab 'ne Weile überlegt, wo ich das posten soll und mich nun für einen eigenen Thread entschieden, da ich mir vorstellen kann, dass es dazu evt. vom generellen Corona-Thread unabhängigen Diskussionsbedarf geben könnte.

In dieser ARTE-Doku zeigt ein in Peking lebender französischer Reporter sein Leben mit seiner chinesischen Frau und dem gemeinsamen Sohn unter Quarantäne in der Millionen-Stadt.
Es ist ein Stimmungsbild entstanden, dass auch gut aus einem dystopischen Film stammen könnte. Dabei ist es weniger das Virus und die Folgen der Quarantäne selbst, die beeindrucken und aufrütteln, sondern eher, wie sowas in einem autoritären Regime abläuft, mit lückenloser Überwachung, Kontrolle, und der Unterdrückung abweichender Stimmen.

Jedenfalls eine meiner Meinung nach sehenswerte und eindrückliche Doku, die nachdenklich macht.


Coronavirus: Tagebuch in Quarantäne | Doku | ARTE

Reportage von Sébastien Le Belzic (F 2020)

(36 min) - [Externer Link: YouTube oder ARTE-Mediathek]




ARTE-Reporter Sebastien Le Belzic, der seit 15 Jahren in Peking arbeitet, lebt in diesen Tagen der Coronavirus-Epidemie mit seiner Familie eingesperrt zu Hause, wie wohl die Mehrheit der Chinesen. Die einzige Möglichkeit, diesem inneren Exil zu entkommen, sind die sozialen Netzwerke ...

Der gesamte Sicherheitsapparat des kommunistischen Regimes kämpft auf typisch chinesische Art und Weise gegen das Corona Virus, nach dem Motto: „Quarantäne, Version 2.0“. Seit Maos Revolution und der Errichtung der Diktatur des Proletariats wachen bis heute in jeder Straße, in jedem Wohnhaus und in jedem Bezirk treue Parteimitarbeiter übers Volk: Sie beobachten, kontrollieren und berichten ganz nach oben. In der Virus-Krise sind diese Partei-Soldaten vor Ort nun zuständig für die täglich neuen und strengeren Regeln zur Eindämmung der Epidemie. ARTE-Reporter Sebastien Le Belzic, der seit 15 Jahren in Peking arbeitet, lebt in diesen Tagen mit seiner Familie eingesperrt zu Hause, wie wohl die Mehrheit der Chinesen. Die einzige Möglichkeit, diesem inneren Exil zu entkommen, sind die sozialen Netzwerke, in denen mutige Blogger sich noch trauen, die Chinesen zu informieren – nicht immer ganz auf Linie mit der Partei - und darum riskieren sie viel: Denn es gibt einen Virus, den die Partei mehr als alle anderen fürchtet, nämlich das der Freiheit.