Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

The Crown

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    The Crown

    Nachdem es mittlerweile zu fast jeder aktuellen Serie einen Thread gibt, eröffne ich mal einen zu "The Crown". Mit insgesamt 7 Golden Globes (alleine heuer 4) gehört die Serie sicherlich zu den meistdekorierten der Seriengeschichte und ist auch neben "Stranger Things", "The Witcher", "Haus des Geldes" und aktuell "Bridgerton" wohl eines DER Zugpferde von Netflix.

    Eigentlich mag ich ja historische Intriganten-Stadl und "Die Tudors" zählt immer noch zu meinen Lieblingsserien. Da ich aber mittelalterliche Settings lieber hab, hab ich bisher "The Crown" noch nicht geschaut. Dem aktuellen Hype sei Dank (und weil das Harry/Megan-Interview bei mir einen Royals-Guster geweckt hat), hab ich jetzt die ersten 3 Folgen gesehen.

    Hatte nicht geglaubt, dass der König so schnell das Zeitliche segnet (glaubte Elisabeth wird erst zum Ende der Staffel Königin). Die Afrika-Szenen waren sehr schön und hatten Abenteuer-Feeling. Wusste gar nicht, dass Elisabeth LKW-Fahrerin und Mechanikerin während des WK2 war. Damit hat die Queen nun einen weiteren Coolness-Punkt bei mir.

    Die Rede von Winston Chrchill zu Elisabeths Amtseinführung (mit dem Vikotrianischen Zeitalter) war total Gänsehautmäßig. Würde mich interessieren, ob das 1:1 die damalige Rede war, oder für die Folge geschrieben wurde.

    Ansonsten hätte ich etwas mehr Politik und etwas weniger Familien-Sachen erwartet, aber kommt ja vielleicht, jetzt wo Elisabeth Königin ist, noch. Alles in allem ein guter, aber kein perfekter Auftakt (wirklich spannend ist die Show noch nicht). Werde aber sicherlich noch weitere Folgen schauen.

    #2
    Hm, ich hatte The Crown mit Release der aktuellen, vierten Staffel mal durchgesehen und eigentlich wollte ich dazu auch erst einen Thread hier im Forum erstellen. Aber dann dachte ich, dass es hier eventuell doch nicht so viele geben dürfte, die es interessiert.

    Nun, vorneweg ein paar zusätzliche Informationen zu dem, das Han Solo schon aufgeschrieben hat:

    The Crown läuft bekanntermaßen auf Netflix und soll vor allem die Regierungszeit von Königin Elisabeth der Zweiten, ihres Zeichen Königin und damit Staatsoberhaupt von England und Co. abbilden. Dadurch erfolgen im Laufe der Serie teilweise größere Zeitsprünge und wichtige historische Gegebenheitenwerden nur fiktionalisiert aufgeriffen und mit Elisabeths Geschichte verwoben. Die Serie liegt mit aktuell 4 Staffeln vor, die folgende Zeiträume (und wichtige Ereignisse) abdecken:

    Staffel 1: 1947 - 1955 (Elisabeth wird Königin, Regierungszeit Winston Churchills)
    Staffel 2: 1956 - 1964 (Suezkriese, Zerfall des Empire)
    Staffel 3: 1964 - 1977 (25 jähriges Thronjubiläum, Charles wird Prince of Wales, Mondlandung)
    Staffel 4: 1979 - 1990 (Thatcher-Ära, Falkland-Krieg, Charles und Diana)

    Was man an der Serie auf jeden Fall loben muss ist die Ausstattung. Die Sets sehen wirklich hochwertig aus und man glaubt wirklich, bei der britischen Königsfamilie über die Jahrzente hinweg zu Gast zu sein. Zwar darf man keine großen Actionsequenzen erwarten und sämtliche historischen Konflikte bleiben in der Darstellung ziemlich klein. Aber so eine Serie hat nun mal ein bestimmtes Budget, dass anderweitig verwendet wird - und außerdem ist es eher eine Charakterstudie und keine Serie mit Anspruch auf Vollständigkeit.

    Als Geschichts-Laie fällt mir aber schon auf, dass bestimmte, wichtige Ereignisse des Weltgeschehens in der Serie gänzlich ausgeblendet werden - bspw. die Kuba-Kriese oder der Fall der Berliner Mauer. Oder die Ereignisse spielen nur eine untergeordnete Rolle. Der für England eigentlich ziemlich wichtige Nordirland-Konflikt findet bspw. nur in einer einzigen Folge eine Erwähnung - genauso wie der Falkland-Krieg, der weitgehend marginalisiert wird.

    Die meiste Zeit wird am Ende doch für die Charakterstudie der Familie Windsor verwendet. Und wie eventuell bekannt sein dürfte, fällt diese nicht wirklich positiv aus.

    Bei der Hauptfigur der ersten Staffeln - Elisabeth II. - eigentlich gar nicht mal so, denn die Kritik an der Königin fällt weitgehend aus oder wird als Zwang der Regeln dargestellt, so dass Elisabeth bspw. gar keine Wahl hat, als ihrer Schwester die Hochzeit mit einem Offizier zu verbieten, weil nach irgendwelchen obskuren Gesetzen aus dem 18. Jahrhundert Königstöchter erst ab 25 heirate dürfen - und dann auch nur standesgemäß. Vor allem schlecht weg in den ersten beiden Staffeln kommen die selbstherrlich agierenden Hofschranzen, die meinen, als die großen Strippenzieher auftreten zu können - und von denen sich Elisabeth nach Lesart der Serie nur langsam emanzipieren kann.

    Vor allem die letzte Staffel sorgte ja bei Release für einigen Wirbel, was halt daran liegt, dass dort die Dreieicksbeziehung Diana - Charles - Camilla den Löwenanteil einnimmt, und diese Ereignisse sind den meisten Leuten (mich eingeschlossen) noch recht gut aus den Boulevard-Medien der 1980er Jahre und darüber hinaus im Erinnerung.

    Das Bild, das von den Windsors vor allem in der letzten Staffel gezeichnet wird, ist jedenfalls kein Positives. Zieht man mal den ganzen Pomp ab, dann handelt es sich unterm Strich offenbar um eine Ansammlung an erschreckend kreativlosen Spießbürgern, die sich zwar gerne volksnah geben, aber doch insgeheim über das gemeine Volk die Nase rümpfen, während man selber in abgetragenen Klamotten durch die Botanik stiefelt und ab und an so tut, als würde man dazugehören.

    Vor allem die berüchtigte Empathielosigkeit der Familie wird schonungslos seziert. In dieser Familie kann jedenfalls keiner von einem anderen irgendeine Form von Hilfe oder Zuspruch erwarten. Viel eher kriegt man noch einen Blick der Sorte "und warum kommst du damit jetzt zu mir?" ab, während ansonsten die Abwesenheit von Tadel Lob genug sein muss. Es ist halt eine Gruppe, in der jeder lernen muss, ein egoistischer Einzelkämpfer zu sein. Jeder kann halt schon sein Leben leben, sofern er sich an die ungeschriebenen und unausgesprochenen Regeln hält, zu denen vor allem zählt, nicht in der Öffentlichkeit aufzufallen.

    Leider hat DIana dieses Memo nicht gekriegt, denn sie mag den Thronfolger eventuell noch aus missverstandener Liebe geheiratet haben, aber sie war halt am Anfang zu naiv und später wahrscheinlich zu idealistisch, um zu begreifen, dass Charles sie nur als Aushängeschild und - nun ja - Zuchtstute für seine Kinder geheiratet hat. Sie soll halt schön aussehen, lächeln, eine gute Mutter sein und ansonsten unscheinbar und abseits von ein paar offiziellen Anlässsen ihre Tage verbringen. Diana will sich mit diesem Status Quo aber nicht abfinden - und stößt natürlich bei Elisabeth und Co. auf absolutes Unverständnis als sie von denen Hilfe oder wenigstens Verständnis einfordert.

    Ich habe ja gelesen, dass Charles bei den aktuellen Stimmungen zur Serie nicht so gut wegkommt - und zum Teil ist er auch für Dianas Schicksal mit verantwortlich. Vor allem wird Charles Windsor als weicher und bisweilen feiger Charakter gezeichnet, der es wahlweise nicht schafft, seiner Mutter oder seiner Frau reinen Wein einzuschenken oder der lieber um alle Probleme herumlaviert. Trotzdem zeigt vor allem die dritte Staffel sehr gut, dass auch Charles ein Produkt dieser Familie ist. Die Schlüsselszene für die Person Charles Windsor ist für mich dabei die Folge aus der dritten Staffel wo er zu seiner Studienzeit in Shakespearse Stück Richard II auftritt. ("Im hohlen Zirkel, der eines Königs sterblich Haupt umgibt, Hält seinen Hof der Tod - da sitzt der Schalksnarr, höhnt seinen Staat und grinst zu seinem Pomp;"). Er hat sich halt so gut er konnte mit den Gegebenheiten und Regeln dieser Familie abgefunden - und er kann später einfach nicht verstehen, warum seine Frau dies nicht vermag.

    The Crown ist also durchaus sehenswert, sofern man sich für die britische Königsfamilie interessiert. Als Fan von historischen Stoffen sollte man aber abwägen, denn wie bereits erklärt enthält die Serie weniger wichtige historische Ereignisse, als man denken mag.

    Persönlich fand ich die Serie jedenfalls im Rahmen des Gezeigten unterhaltsam, aber weiterempfehlen würde ich sie eben nur den oben beschriebenen Personen.

    Eine Ergänzung noch:

    Wie eventuell bekannt, wurden nach Staffel 2 sämtliche Schauspieler ausgetauscht, da die Serie ja rasant durch die Jahrzehnte streift und die Schauspieler irgendwann zu jung sind, um ihre Rollen zu spielen. Dies führt aber vor allem beim "bingen" zu einem sehr harten Bruch zwischen Staffel 2 und 3. Gerade bei der Figur der Elisabeth fällt das auf. So ist deren erste Darstellerin, Claire Foy, durchaus geeignet, eine Elisabath in den frühen 1950ern zu spielen, aber für die späten Folgen der 2. Staffel ist sie dann natürlich viel zu jung. Und die neue Schauspielerin ab Staffel 3, Olivia Colman, wurde wohl eher für die Szenen mit Thatcher in Staffel 4 gecastet, denn sie ist wieder viel zu alt für die Elisabth der 1960er Jahre. Der Bruch ist daher gerade dort sehr hart. Aber auch Prinz Phillip wird für mich zu einer völlig anderen Figur - vor allem, wenn er ab Staffel 3 von dem Fiesling aus den ersten beiden Outlander-Staffeln verkörpert wird - und ich ihn ihm lange nur den fiesen Col. Randall sehen konnte. Ich musste an der Stelle jedenfalls für einige Tage Pause machen, bevor ich die Serie weitergeschaut habe. Bei der kommenden Staffel 5 wird es ebenso laufen, denn dort werden wieder alle Schauspieler ausgetauscht.

    Aber immerhin kann ich berichten, dass die Schauspieler in beiden Iterationen gut gewählt wurden und es keine negativen Ausfälle zu verzeichnen gibt. Vor allem dürfte auffallen, dass mit dem steigenden Bekanntheitsgrad der Serie die Schauspieler hochkarätiger wurden, denn die Staffeln 3 und 4 haben schon einige bekannte Namen (Helena Bonham-Carter, Charles Dance, Gillian Anderson) im Angebot.
    Zuletzt geändert von Souvreign; 18.03.2021, 23:57.

    Kommentar


      #3
      Ich hab die Serie Anfang des Jahres auch durchgeschaut und war begeistert. Ich fand es auch interessant, mehr über so manche geschichtlichen Ereignisse zu erfahren, von denen ich bisher außer einem Schlagwort kaum etwas wusste, etwa der Smog in London 1952 oder das Grubenunglück.

      Zitat von Souvreign Beitrag anzeigen

      Wie eventuell bekannt, wurden nach Staffel 2 sämtliche Schauspieler ausgetauscht, da die Serie ja rasant durch die Jahrzehnte streift und die Schauspieler irgendwann zu jung sind, um ihre Rollen zu spielen. Dies führt aber vor allem beim "bingen" zu einem sehr harten Bruch zwischen Staffel 2 und 3. Gerade bei der Figur der Elisabeth fällt das auf. So ist deren erste Darstellerin, Claire Foy, durchaus geeignet, eine Elisabath in den frühen 1950ern zu spielen, aber für die späten Folgen der 2. Staffel ist sie dann natürlich viel zu jung. Und die neue Schauspielerin ab Staffel 3, Olivia Colman, wurde wohl eher für die Szenen mit Thatcher in Staffel 4 gecastet, denn sie ist wieder viel zu alt für die Elisabth der 1960er Jahre. Der Bruch ist daher gerade dort sehr hart. Aber auch Prinz Phillip wird für mich zu einer völlig anderen Figur - vor allem, wenn er ab Staffel 3 von dem Fiesling aus den ersten beiden Outlander-Staffeln verkörpert wird - und ich ihn ihm lange nur den fiesen Col. Randall sehen konnte. Ich musste an der Stelle jedenfalls für einige Tage Pause machen, bevor ich die Serie weitergeschaut habe. Bei der kommenden Staffel 5 wird es ebenso laufen, denn dort werden wieder alle Schauspieler ausgetauscht.
      Ja, das ist mir auch negativ aufgefallen und zwar bei Elisabeth noch mehr als bei Prinz Philipp. Erschwerend kam auch hinzu, dass die letzte Folge der zweiten Staffel und die erste Folge der dritten Staffel zeitlich in nur kurzem Abstand zueinander spielen, Elisabeth von der einen zur anderen Folge aber mal eben 15 bis 20 Jahre älter aussieht. Ich würde nicht mal sagen, dass Claire Foy für diese letzten Jahre viel zu jung ist, denn Elisabeth ist zu diesem Zeitpunkt 37 Jahre alt. Das kann man Claire Foy durchaus abnehmen, sie sieht dann halt recht jung aus für 37 Jahre. Das Problem ist halt, dass Olivia Colman wiederum für diese 37 Jahre deutlich zu alt aussieht und es dadurch zu diesem Sprung kommt.
      Bei den Darstellern von Prinz Philipp haben sie das etwas besser hinbekommen. Dafür gab es da in der letzten Folge der vierten Staffel so einen Moment, wo es für mich komisch wirkte. In einer der letzten Szenen der Folge gibt es ein Gespräch zwischen Diana und Prinz Philipp über ihr Dasein als Außenseiter in dieser Familie. Tobias Menzies, der Darsteller von Prinz Philipp sieht da aus wie Anfang Mitte 50, was seltsam wirkt, wenn man sich bewusst macht, dass zu dem Zeitpunkt, zu dem die Folge spielt, Prinz Philipp bereits Ende 60 war.

      Aber immerhin kann ich berichten, dass die Schauspieler in beiden Iterationen gut gewählt wurden und es keine negativen Ausfälle zu verzeichnen gibt. Vor allem dürfte auffallen, dass mit dem steigenden Bekanntheitsgrad der Serie die Schauspieler hochkarätiger wurden, denn die Staffeln 3 und 4 haben schon einige bekannte Namen (Helena Bonham-Carter, Charles Dance, Gillian Anderson) im Angebot.
      Die Schauspieler sind über alle Zweifel erhaben. Ich denke aber auch, dass sich auch die Darsteller der ersten beiden Staffeln keineswegs verstecken müssen und auch da gibt es durchaus bekannte Namen, etwa Matt Smith (Doctor Who) als Prinz Philipp und Jared Harris als König George VI. Auch der Darsteller von Churchill ist durchaus in so manch anderen Serien zu sehen.

      Kommentar


        #4
        Zitat von Trent Beitrag anzeigen
        Die Schauspieler sind über alle Zweifel erhaben. Ich denke aber auch, dass sich auch die Darsteller der ersten beiden Staffeln keineswegs verstecken müssen und auch da gibt es durchaus bekannte Namen, etwa Matt Smith (Doctor Who) als Prinz Philipp und Jared Harris als König George VI. Auch der Darsteller von Churchill ist durchaus in so manch anderen Serien zu sehen.
        Stimtm schon. Ich hatte am Anfang der Serie auch fast erwartet, dass König George der Sechste auf einmal anfängt, seine Familie über die Gefahren eines RBMK Reaktors aufzuklären...

        Kommentar


          #5
          Drehstart von 'Season 05' im Juli in Italien.
          https://variety.com/2021/tv/global/t...ng-1234945760/

          Kommentar


            #6
            Jonny Lee Miller dabei.
            https://www.serienjunkies.de/news/cr...er-107867.html

            Kommentar


              #7
              Khalid Abdalla
              Salim Daw

              Dabei.
              https://variety.com/2021/tv/news/the...med-1235072176

              Kommentar


                #8
                Zitat von Souvreign Beitrag anzeigen
                Aber auch Prinz Phillip wird für mich zu einer völlig anderen Figur - vor allem, wenn er ab Staffel 3 von dem Fiesling aus den ersten beiden Outlander-Staffeln verkörpert wird - und ich ihn ihm lange nur den fiesen Col. Randall sehen konnte. Ich musste an der Stelle jedenfalls für einige Tage Pause machen, bevor ich die Serie weitergeschaut habe. Bei der kommenden Staffel 5 wird es ebenso laufen, denn dort werden wieder alle Schauspieler ausgetauscht.
                Beachtlich. Ich hingegen kann in Philipp nur Edmure sehen und warte sehnsüchtig auf gemeinsame Szenen mit Onkel Dicky bzw. Lord Tywin. Ok, bei Onkel Dicky aus Season 3 war ich ja schon überrascht, dass er nicht in der Badewanne mit einem Bogen erschossen wurde.

                Ja, den Cast-Wechsel fand ich euch etwas hart aber notwendig. So sehr ich den Erst-Cast mochte, aber vermutlich wäre ein "weicherer" Wechsel jede Staffel schlauer gewesen.
                "Ich bin ja auch satt, aber da liegt Käse! " | #10JahresPlan
                "Bajoranische Arbeiter...." - Hamburg Silvester 2016/17

                Kommentar

                Lädt...
                X