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Wann wurde euch klar, dass bei "Lost" etwas schiefläuft bzw. schiefgelaufen ist?

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    Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
    Als Außenstehender habe ich so vor einige Monaten "gespürt", dass mit der Serie etwas nicht stimmt. Vorher wurde oft geprahlt, wie supertoll Lost ist (und natürlich auch viel besser als Star Trek), aber dieses "Wir haben die beste Serie aller Zeiten" flaute dann immer mehr ab, und es machte sich in vielen Diskussionen, die ich mit verfolgt habe, Unmut breit. Vor ziemlich genau einem Jahr war das noch alles ganz anders. Da war noch Begeisterung pur angesagt. Ich denke auch, dass es mit der fünften Staffel passiert ist:
    Sehe ich ähnlich. In meinem Bekanntenkreis waren die Zeitreisen eigentlich auch das erste, worüber gemeckert wurde.
    Einerseits hat man damit tolle Sachen gemacht, es war einfach wunderbar zu sehen, wie die Losties bei Dharma leben. Andererseits hat mir der andere Handlungsstrang schon damals nicht so wahnsinnig gut gefallen. Mit Ilana usw. gab es ein paar neue Charaktere, die mich aber nie interessiert haben und auch Ben (in der Inselhandlung, die Flashbacks waren besser) und Locke waren nicht mehr so interessant wie früher. Ben weiß nichts und Locke sagt nichts. Zuzusehen wie die irgendwas machen, ohne dass ich als Zuschauer irgendeine Ahnung habe, was da gerade passiert und warum, war eifnach nicht sonderlich spannend. Zwar erfährt man dann, dass Locke jemanden umbringen will. Was das alles soll, erfahren wir jedoch nicht.
    Die sechte Staffel hat sich abgesehen von der allgemeinen Kritik am Handlungsverlauf, mit der Ausnahme von einzelnen Folgen, auch immer weniger angefühlt wie Lost. Es gab kein Camp mehr, noch nichtmal Dharmaville als Ersatz, alle sind nur irgendwie umhergeirrt und niemand hatte mehr eine wirkliche Vorstellung von dem, was passieren würde. Alles war nurnoch davon abhängig was Jacob und der MiB gemacht haben, deren Motive man aber nie wirklich mitgeteilt gekriegt hat (wenn überhaupt erst ganz am Ende). Das fand ich dann irgendwie auch nicht so sonderlich spannend.

    Ich wollte einfach wieder ein Camp, wo Jack und die anderen Pläne schmieden.

    Sehe ich auch so. Für mich klingt das nach einem superbilligen Trick, mit dem man wirklich beliebigsten Schwachsinn als Serienkonzept umsetzen kann: Man braucht einfach nur zwei Q-artige Gegenspieler im Hintergrund, die nach irgendwelchen dem Zuschauer unbekannten - und sich vielleicht auch ständig ändernden - Spielregeln hier und da mal - bar jeden Realitätsanspruchs - mit dem Finger schnippen und ihre Spielzüge machen.
    Das hätte ja sogar seinen Reiz haben können, sowas müsste dann aber unbedingt von Anfang an geplant gewesen sein. Wenn ich mir die Serie nach dem Finale dann noch mal ansehe, müsste ich überall plötzlich erkennen, wie Jacob oder der MiB hier etwas gemacht haben, das sie ihrem Endgame näher bringt. Und damit meine ich ganz ausdrücklich nicht etwas so hinzuinterpretieren, dass sich irgendwie mit dem Jacob/MiB-Konflikt verträgt, sondern dass der Plan mit dem Wissen der letzten Staffel ganz klar erkennbar wird und sich plötzlich alle seltsamen Ereignisse in dieses Gesamtkonzept einfügen. Die Regeln hätte man natürlich auch erklären müssen.

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  • irony
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    Als Außenstehender habe ich so vor einige Monaten "gespürt", dass mit der Serie etwas nicht stimmt. Vorher wurde oft geprahlt, wie supertoll Lost ist (und natürlich auch viel besser als Star Trek), aber dieses "Wir haben die beste Serie aller Zeiten" flaute dann immer mehr ab, und es machte sich in vielen Diskussionen, die ich mit verfolgt habe, Unmut breit. Vor ziemlich genau einem Jahr war das noch alles ganz anders. Da war noch Begeisterung pur angesagt. Ich denke auch, dass es mit der fünften Staffel passiert ist:
    Zitat von Largo Beitrag anzeigen
    Die entgültige Bestätigung für mich war dann aber der Taschenspielertrick aus 5.16/5.17, dem Finale von Staffel 5. Darin wollten uns die Autoren klar machen, dass es in der Serie angeblich schon immer um den Konflikt zweier Götter ging. Die ganzen Geschichten, Konflikte, Mysterien und Wiedersprüche der vergangenen Staffeln rückten nun zugunsten zweier Charaktere, die eigentlich niemand unbedingt gebraucht hat, in den Hintergrund: der Konflikt zwischen Ben und Widmore, Walts magische Fähigkeiten, die Schwangerenproblematik, The Swan, "whatever happend, happend" usw. (kurz: alles Schnee von gestern) das wurde alles (erneut) überdeckt von einer noch größeren Sache. Da entstand der Eindruck, die Autoren wollten sich billig aus der Affaire ziehen, da man nun jedes Mysterium auf der Insel mit dem Willen der Götter erklären konnte.
    Sehe ich auch so. Für mich klingt das nach einem superbilligen Trick, mit dem man wirklich beliebigsten Schwachsinn als Serienkonzept umsetzen kann: Man braucht einfach nur zwei Q-artige Gegenspieler im Hintergrund, die nach irgendwelchen dem Zuschauer unbekannten - und sich vielleicht auch ständig ändernden - Spielregeln hier und da mal - bar jeden Realitätsanspruchs - mit dem Finger schnippen und ihre Spielzüge machen.

    Meinem Eindruck nach ist Lost so eine Art Verfilmung eines fiktiven Brettspiels mit der Insel als Spielbrett und den Leuten als Spielfiguren, wobei die Spielregeln und das Ziel das Spiels unklar bleiben. Aber es war ja auch alles nur ein Spiel und hat Spaß gemacht : Jippie und toll .

    Und die Musik im Hintergrund und das Spielmaterial und die Spielfiguren waren auch toll.

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  • Wann wurde euch klar, dass bei "Lost" etwas schiefläuft bzw. schiefgelaufen ist?

    Vor ein paar Staffeln konnte man noch – ohne sich dabei zu sehr aus dem Fenster zu lehnen – davon ausgehen, dass die Autoren es schaffen werden, die Serie zu einem gelungenen Abschluss zu bringen und alle offenen Fragen geschickt miteinander zu verknüpfen. Tendenziell gehörte ich auch dazu. Im Laufe der Zeit haben sich aber die Anhaltspunkte gemehrt, dass es wohl alles ganz anders kommen könnte, als man sich das zu Season-1 noch so blauäugig erhofft hatte.

    Wenn man zu der Einsicht kommt, dass sich die Macher von "Lost" verzetteln oder verzettelt haben, dann ist das in der Regel das Ergebnis eines längeren Erkenntnisprozesses. Schließlich hat man sich mit den Figuren identifiziert und eine gewisse Loyalität der Serie gegenüber entwickelt. Da kann man schlecht von heute auf morgen sagen: "Alles Quatsch!".

    Bei mir sah das ungefähr so aus:

    - Der erste Anhaltspunkt, dass etwas nicht stimmt, waren die Zeitreisen in der fünften Staffel. Ich hatte den Eindruck, dass das nichts mit dem bisherigen Serienkonzept zu tun hatte und dass man diese Zeitreisen nur schwer mit den bisherigen Rätseln, die ja alle auch noch nicht aufgelöst waren und bis heute sind (z.B. Walt, schwangere Frauen usw.), unter einen Hut bringen kann. Allerdings hatte ich meine Zweifel wieder etwas relativiert, als die Losties in der Dharma-Zeit angekommen waren, wo dann eine ganze Reihe gelungener Folgen erzählt wurden (z.B. "La Fleur").

    - Dann folgte allerdings ein ziemlicher Schlag ins Kontor: der Tod von Daniel Faraday in "The Variable" (5.14). Wieder einmal hatten die Autoren eine Figur, die zur Erhellung der Geheimnisse auf der Insel hätte beitragen können, sterben lassen. Und nicht nur das: der Tod von Faraday widersprach auch dem Comic-Con-Video, welches eigens für die Einstimmung auf Staffel 5 produziert und ausgestrahlt wurde. Darin sehen wir Dr. Chang, der offenbar vor dem Hintergrund eines schwerwiegendes Dharma-Problems (Incident oder etwas ähnliches) gemeinsam mit Daniel Faraday ein Video für die Nachwelt dreht. Zu dieser Begegnung ist es jedoch nie gekommen. Das bedeutet, die Autoren wussten zu Beginn von Staffel 5 noch nicht, wie sich die Staffel entwickeln werden würde, obwohl sie seit Ende von Staffel 3 wussten, dass sie die Serie so zu Ende bringen konnten, wie sie es wollten (Garantie des Fernsehsenders, dass nach Staffel 6 Schluss ist). Spätestens da wurde mir klar, dass wir kein rundes "Lost"-Ende erleben werden.

    - Die entgültige Bestätigung für mich war dann aber der Taschenspielertrick aus 5.16/5.17, dem Finale von Staffel 5. Darin wollten uns die Autoren klar machen, dass es in der Serie angeblich schon immer um den Konflikt zweier Götter ging. Die ganzen Geschichten, Konflikte, Mysterien und Wiedersprüche der vergangenen Staffeln rückten nun zugunsten zweier Charaktere, die eigentlich niemand unbedingt gebraucht hat, in den Hintergrund: der Konflikt zwischen Ben und Widmore, Walts magische Fähigkeiten, die Schwangerenproblematik, The Swan, "whatever happend, happend" usw. (kurz: alles Schnee von gestern) das wurde alles (erneut) überdeckt von einer noch größeren Sache. Da entstand der Eindruck, die Autoren wollten sich billig aus der Affaire ziehen, da man nun jedes Mysterium auf der Insel mit dem Willen der Götter erklären konnte. Für mich war damit ziemlich klar, dass die Serie im Scheitern begriffen ist und dass es keine Möglichkeit mehr gibt, sie zu retten.
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