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Dornröschen - Disney (1959)

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    Dornröschen - Disney (1959)

    Eckdaten:

    Originaltitel: Sleeping Beauty
    Jahr der Veröffentlichung: 1959
    Produktionsstudio: Disney

    Inhalt:
    Praktisch das klassische Märchen von Dornröschen - mit einigen Ausschmückungen und Umdeutungen von Seiten Disneys.

    Wissenswertes:
    • Der 16. animierte Disney-Film in Spielfilmlänge
    • Trotz guter Zuschauerzahlen konnte der Film seine für die Zeit sehr hohen Produktionskosten nicht einspielen und brachte die Disney Studions in einen finanziellen Engpass.
    • Der Disney-Film Maleficent von 2014 zeigt eine andere Variante der Handlung dieses Film.


    -----------

    Meine Kritik:

    Von den drei klassischen Disney-Märchenfilmen (Schneewittchen, Aschenputtel, Dornröschen) hatte ich Dornröschen nicht im Rahmen meiner Kindheit gesehen. Dank Disney Plus konnte ich dies nun endlich nachholen.

    Was bei Dornröschen sofort auffällt ist der reduzierte Grafikstil. Dies ist eine bewusste Entscheidung und lässt den Film über weite Strecken wie einen animierten mittelalterlichen Wandteppich oder wie eine lebindig gewordene Buchmalerei aussehen. Besonders auffällig ist das bei den Wäldern, die damit sehr steril wirken. Da wirkt es dann umso befremdlicher, wenn in der Mitte des Film auf einmal Waldtiere auftauchen, die klar aus dem Bambi-Fundus entlehnt sind und kaum zum Rest von Kulissen und Figuren passen wollen.

    In Bezug auf die Handlung hält man sich über weite Strecken an die bekannte Handlung aus Grimms Märchen, allerdings mit einigen Disney-Eigenheiten. So bekommt die im Original namenlose Prinzessin bei Disney den Namen Aurora - und der Prinz heißt hier Phillip. Dies ist aber eigentlich kaum notwendig, denn der Vorlage getreu hat Dornröschen, äh Aurora eh kaum etwas zu tun - und tritt eh erst zur Mitte der Handlung überhaupt in Erscheinung. Auch dann hat sie kaum mehr zu tun, als sich in den ersten Mann zu verlieben, der ihr über den Weg läuft. Danach ist sie nur noch unglücklich darüber, als sie erfährt, dass sie eigentlich eine Prinzessin ist - und bereits einem Prinzen versprochen ist. Nun glücklicherweise hat sie sich genau in diesen Prinzen verguckt. Ach ja, bei Disney wird Dornröschen bis zu ihrem 16en Lebenssjahr von den drei guten Feen vor der bösen Königin versteckt und weis daher zunächst nichts von ihrer Herkunft.

    Überrascht war ich aber doch, wie wenig auch der Prinz zu tun bekommt. Im Grunde kennt man heute von Disneys Dornröchen ja zwei Dinge: Die eindringliche Darstellung von der bösen Fee Malefiz und der Kampf des Prinzen gegen die in einen Drachen verwandelte Malefiz. Tatsächlich ist der Prinz aber eine totale Nebenfigur. So sind es die drei guten Feen, die die eigentlichen Hauptfiguren des Films sind. Sie bringen die Handlung überhaupt erst in Gang mit ihrer Ausladung von Malefiz zu Auroras Hochzeit. Anschließend verstecken sie sie 16 Jahre lang, versagen dann kurz vor Ablauf der Frist und brigen die Dinge aus eigenem Antrieb wieder ins Reine. Tatsächlich ist es auch weniger der Prinz, der Malefiz erschlägt sondern eine der Feen führt im entscheidenden Moment dessen Hand. Da hatte ich so nicht erwartet, muss ich sagen. Daher kann ich nun auch absolut verstehen, warum so viele mit der Darstellung der Feen als total unfähiges Gesindel im 2014er Maleficient so ihre Probleme hatten.

    Besagte Malefiz bleibt als Herrscherin der Bösen natürlich vor allem in Erinnerung, was sowohl an ihrem sehr eindrunglichen Grafikstil wie auch an ihrer absoluten Bosheit liegt. Am Ende wird sie dann auch nur besiegt, weil eine der drei Feen eingreift - ansonsten wäre der Prinz Asche gewesen.

    Unterm Strich bleibt bei mir aber ein uneinheitliches Bild. Disneys Dornröschen ist mit 75 Minuten Laufzeit zwar sehr schlank, hat aber gerade im Mittelteil dennoch Längen. Klar, die Vorlage liefert auch kaum Stoff für einen vollwertigen Spielfilm, aber gerade die Szenen mit Aurora und dann dem Prinzen in der Mitte des Films ziehen sich wie Kaugummi. Um mehr Zeit zu schinden wurden denn auch die Szenen mit den beiden Königen (den Vätern von Aurora und Phillip) eingebaut, die eindeutig dem Comedy Reflief dienen - und die man auch gut hätte weglassen könnte.

    Insgesamt wurde ich dennoch gut unterhalten. Ich würde Disneys Dornröschen daher 4 von 6 Sternen und 6 von 10 Punkten geben.


    PS:

    Vielleicht noch zwei kleine Anmerkungen meinerseits:

    Die deutsche Tonspur ist offenbar ziemlich stark beschädigt und klingt verdammt dumpf. Dagegen ist der englische O-Ton auch heute noch klar zu hören.

    Für einen Film, der 14 Jahre nach Kriegsende erschien, wirkt es auf mich amüsant, wenn in der deutschen Synchro am Anfang der Chor in voller Inbrunst über eine Minute lang "Heil dem König! Heil der Prinzessin Aurora!" schmettert.


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    3
    6 Sterne - Einer der absoluten Animationsfilm-Klassiker.
    0%
    0
    5 Sterne - Ein sehr guter, animierter Märchenfilm.
    33,33%
    1
    4 Sterne - Ein unterhaltsamer Animationsfilm.
    66,67%
    2
    3 Sterne - Ein Animationsfilm mit Schwächen.
    0%
    0
    2 Sterne - Einer der schlechten Animationsfilme.
    0%
    0
    1 Stern - Absoluter Schund. Nur anschauen, um mitreden zu können.
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    0

    #2
    Habe den Film um 1970 im Kino gesehen. War eine der wenigen Disney Produktionen die auch in der DDR liefen. Wohl weil der Preis des da schon 10 Jahre alten Films noch bezahlbar war. In Erinnerung geblieben sind mir die beiden kleinen Feen die sich immer um die Farben Blau und Rosa stritten und so alles in ihre Lieblingsfarbe hin und her verwandelten. Der Film war (damals) in Farbe und Ton in Ordnung.

    Kommentar


      #3
      Hab den Film als Kind gesehen und vor ein paar Jahren erneut. Fand ihn damals besser als "Maleficent". Vor allem die Verwandlung der Hexe in den Drachen war cool (warum man das im Real-Film ausgespart hat, wird mir für immer ein Rätsel sein). Auch sind die Feen hier weitaus sympathischer. Optisch kann der Film mit denen der 90er klarer Weise nicht mithalten, war aber zu seiner Zeit auch sehr stark. Dazu gefällt der Gotik Look im Design.

      Ansonsten ein Disney-Film nach Standard-Rezept (Moralbotschaft, liebenswerte Sidekicks, Romantik, etwas Splapstick). Unterhaltsam aber auf jeden Fall:
      4 Sterne!

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