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Planet der Affen von Pierre Boulle

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    Planet der Affen von Pierre Boulle

    Der Cross Cult-Verlag hat diesen Klassiker von 1963 vor einiger Zeit wieder neu verlegt. Der Roman handelt von einer Gruppe von Raumfahrern, die auf dem Planeten Sorror Zeuge einer pervertierten Evolution werden: Affen regieren die Welt und Menschen werden für Experimente genutzt. Erstere sind technisch und kulturell hoch entwickelt, letzere rückständig und barbarisch. Nach und nach erfährt der Leser die Hintergründe für den Niedergang der menschlichen Kultur, die vor langer Zeit vor der der Affen existierte...

    Da mir der legendäre Charlton Heston-Film, als auch die modernen Remakes (außer dem Burton-Film!) gut gefielen, wollte ich mal den Ursprung dieser Idee kennenlernen und wurde angenehm überrascht. Das Buch ist recht langsam, was seine Erzählweise angeht, aber bei nur 240 Seiten ist das weniger schlimm. Auch Action oder gar Schockmomente, wie es sie in den Filmen öfter gibt, sucht man eher vergeblich. Lediglich bei der Rückkehr zur Erde kann man sich auf etwas gefasst machen. Mehr möchte ich aber hier nicht verraten. Wirklich brillant und in der Hinsicht sogar noch besser als die Film illustriert aber das Buch die Machtübernahme der Affen. Es ist von der Ursprungsidee her sogar noch deutlich böser als die Filme und im Bereich der Zivilisationskritik wohl mit das Bitterste überhaupt. Darin liegen aber ganz klar seine Stärken, denn das Alter hat dem Text nur minimal geschadet. Lässt man sich auf das Buch ein, so bekommt man ein herrlich satirisches Werk, weniger einen Sci-Fi-Roman geliefert. Definitiv lesenswert.
    "All dies könnte bloß eine aufwändige Simulation sein,
    die in einem kleinen Gerät auf jemandes Tisch läuft."
    (Jean-Luc Picard über das Wesen der Wirklichkeit)

    #2
    In der Tat ein tolles Buch. Der einzige Fehler meiner Ausgabe ist das Cover, das einen Gorilla der Tim Burton-Version zeigt (wollte man vom Verkauf abschrecken, oder was?). Erfrischend ist, dass sowohl im Buch wie in der Heston-Verfilmung nicht die böse Wissenschaft der Schwarze Mann ist, wie es bei einer modernen Bearbeitung fast zwangsläufig der Fall wäre.

    Eine therapeutische Satire im Stile von Jonathan Swift, nur dass es sich in ein paar Stunden durchlesen lässt. Wenn jemand also in einer Behörde, einem Flughafen u.ä verdrossen ein bisschen Zeit totschlagen muss, so sei empfohlen, dieses Buch hervorzunehmen und sich die Anwesenden als Affen vorzustellen. Schnell geht es einem deutlich besser!
    I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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