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Captain Future - Getrennte Wege

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    Besser er erfährt es von seinen eigenen Eltern. Das sind sie ihm schon schuldig auch wenn es für sie ein unangenehmes Thema ist
    Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination
    Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)
    Außerirdische Technologie + menschliche Dummheit = unschlagbare Ergebnisse :)

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      GETRENNTE WEGE

      Joan spürte es sofort als sie die Brücke betrat, es war etwas entscheidendes geschehen.
      Alles wuselte geordnet, aber sehr zielstrebig, auf der Brücke herum. Sie sah auf einigen Computerbildschirmen die Simulation des Mondes in der schwarzen Perlenkette.
      Curtis hatte sich entschieden.
      Er würde wieder mal die Kastanien aus dem Feuer holen. Am ehesten empfand sie deswegen Enttäuschung. Er war wieder nicht konsequent gewesen mit Personen, die seine Gutmütigkeit nur ausnutzten.
      An ihrem Arbeitsplatz im Flüchtlingsreferat hatte sich nichts geändert, da lief alles wie bisher. Joan setzte sich seufzend. Um 12.00 Uhr Bordzeit wurden Teilnehmer der Forschungsgruppe Mond zu einer Konferenz gerufen. Curtis kam an ihrem Arbeitsplatz vorbei, sein Auge musterte sie forschend. Joan erwiderte etwas widerborstig den Blick. Er konnte ruhig wissen, wie sie dazu stand.
      Sie schwiegen beide.
      Von nun an war die Stimmung auf der „Megrad“ besser, weil man nicht nur Elend verwaltete, sondern Teil eines einmaligen Experiments war. Joan arbeitete einfach weiter. Es gab ein Rundschreiben, dass man Versetzungswünsche oder Ablösungswünsche einreichen konnte, aber Joan ließ die Frist verstreichen, sie wollte helfen und Bel´der hatte dafür Verständnis.
      Eine Woche später traf sie Curtis, der in einer schrecklichen körperlichen Verfassung war, zwischen Tür und Angel. Joan kam mit Stuart im Schlepptau am Feierabend zurück, Curtis wollte gerade los, da sprach er sie kurz an.
      „Joan!“
      „Ja?“ Er wirkte fahrig.
      „Du hast keinen Ablösewunsch geäußert, obwohl du meine Aktion nicht gut heißt!“
      „Ach Curtis, ich kann den Job halt machen und dann bleibe ich halt!“ Curtis lächelte müde.
      „Genau wie ich! So sehr unterscheiden wir uns gar nicht!“ Damit war er schon raus aus der Tür. Joan blieb verdutzt zurück. So unrecht hatte er da gar nicht.
      Tagsüber war Iden manchmal da, Steve, oder Ken. Ansonsten war Stuart im Hort, aber er hatte sich gut eingelebt, es war keine unerträgliche Situation für sie alle. Selten war Curtis nun zum Abendessen da. Joan beschlich immer wieder der Verdacht, dass Curtis eigentlich nie schlief. Er ging buchstäblich auf dem Zahnfleisch. Sie musste ihm dann eine vertrauliche Nachricht in eine nächtliche Konferenz bringen. Curts Auge war blutunterlaufen, seine Hand zitterte, als sie ihm das Bord reichte. Er hatte Schmerzen, da hielt sie es nicht mehr aus:
      „Entschuldigen sie bitte meine Herren, aber ich muss sie bitten auf unsere Bordzeit zu achten, es ist 23.30 Uhr. Sie bringen unserer gesamte Borddisziplin durcheinander! Bitte beenden sie die Sitzung nun!“ Alle blickten sie verdattert an, auch Curtis, doch sie stand kämpferisch da. Zum Glück hatte er sich aber wohl dazu entschieden, sie nicht bloß zu stellen, weil sie gerade gnadenlos ihre Kompetenzen überschritt.
      „Mrs. Mitchel hat recht, treffen wir uns morgen früh um 8.00 Uhr Bordzeit wieder hier.“, murmelte Curtis beifällig. Unter leisem Stimmengemurmel löste sich die arbeitswütige Forschergruppe auf. Müde suchte Curtis seine Papiere zusammen. Joan wartete bis sich der Raum geleert hatte.
      „Du hast Migräne nicht wahr?“, fragte Joan leise. Curtis nickte.
      „Aber ich habe artig meine Medikamente genommen!“ Seine Stimme zeigte etwas warnende Schärfe, was Joan nicht daran hinderte zu sagen:
      „Das heißt nicht, dass du es dir ersparen kannst dich etwas zu schonen! Dem Mond ist es völlig egal, ob er ein paar Stunden oder Tage später erst stabilisiert wird.“ Nun sah er sie mit seinem Auge funkelnd an.
      „Ich mag ja ein Krüppel sein, aber ich schaffe genauso viel wie jeder andere“, fauchte er sie schroff an. Joan nahm es nicht persönlich, sie war nun nur der Blitzableiter für viele andere frustrierende Erlebnisse, die Curtis erleben musste.
      „Das hat mit deinen Behinderungen überhaupt nichts zu tun. Jeder braucht Ruhepausen, ich, genauso wie du! Versuch nicht immer den Übermenschen zu markieren, wir wissen so wieso alle, dass du das bist!“ Curtis rappelte sich auf, zog scharf den Atem ein, kippte leicht zur Seite, ihr entgegen. Ein leises Stöhnen entrang sich seinen Lippen. Joan griff ohne zu zögern fest zu. Seit ihrer Rettung hatten sie es beide strikt versucht, sich nicht mehr zu berühren. Er fühlte sich gut an, stark, obwohl er fast aus den Schuhen kippte.
      „Komm!“ Joan begleitete ihn durch die Gänge zu ihren Räumen. Sie begegneten nicht vielen Leuten, so wurden nur ein paar Menschen Zeugen von seinem Unwohlsein. Curtis unterdrückte ein lautes Ächzen, es war schlimmer, als er vermutet hatte. Joan war nun ehrlich besorgt. Er hatte es viel zu lange übertrieben. In der Wohnung, stürzte Curtis ins Bad, wo er sich sehr unmännlich übergab. Joan ging in sein Zimmer, schlug das Bett für ihn schon mal auf. Im Bad lief eine Weile das Wasser. Curtis wankte dann weiß wie die Wand ins Zimmer, Joans Anwesenheit ignorierend. Er legte sich erleichtert aufseufzend in das einladende Bett. Joan zog ihm die Schuhe aus, in einem steckte eine lange Beinschiene, die sie erst abschnallen musste. Curtis lag reglos da.
      „Wo ist das Migränemedikament?“
      „Schublade“, flüsterte Curtis kaum hörbar. Joan öffnete sie und runzelte die Stirn, er hatte ein ganzes Arsenal an Medikamenten darin. Das Migränemedikament war zum Spritzen!
      „Grag“, fügte Curtis hinzu.
      „Nein, ich mach dass schon!“ Joan hatte schon gespritzt, Curtis hatte sie darin mal ausgebildet. Er wusste auch, dass sie es nicht gern tat und dass sie es jetzt machte und ihre Abneigung überwand, damit er nicht länger leiden musste als nötig, war ein Zeichen von echter Zuneigung. Joan gab sich große Mühe. Dabei maß sie auch seinen Zuckerspiegel, der wie von ihr erwartet zu niedrig war. Joan steckte ihm etwas Traubenzucker in den Mund, Curtis begriff auch ohne eine Erklärung, was sie da machte. Curtis entspannte sich und schlief ein. Joan deckte ihn zu. Gut ging es ihm aber immer noch nicht, er schwitzte stark, warf sich unruhig hin und her. In dem Wissen, dass es ihm so schlecht ging konnte sie ihn schlecht allein lassen.
      Im Bad machte sie sich bettfertig, ließ die Tür zu Stuarts Schlafzimmer offen, falls er nachts aufwachte, konnte sie ihn nun hören. Im Schlafzimmer von Curtis zog sie sich einen Stuhl an sein Bett, sprach beruhigend auf ihn ein. Das ging lange so. Wenn sie selber zu etwas Schlaf kommen wollte, dann war es besser, dass sie es aufgab und sich einfach zu ihm legte. Curtis wurde ruhiger, was sie auch einschlafen ließ. Curtis schreckte ab und zu auf, Joan murmelte irgendetwas unverständliches, dann war es wieder gut. Joan fühlte sich eigentlich besser bei ihm als gedacht. Er roch gut und fühlte sich gut an. Im Laufe der Nacht kuschelte sie sich ganz selbstverständlich an ihn.


      ****
      Entgegen der um sich greifenden Legendenbildung habe ich mein "altes" Forum nicht freiwillig verlassen, sondern ich wurde von den neuen "Betreibern" vor die Tür gesetzt, um den "echten" Fans den Anblick meiner Geschichten zu ersparen!

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        Vermutlich ist allein die Anwesenheit von Joan die beste Medizin vielleicht könnte ein Arzt hier mal ein Rezept ausstellen
        Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination
        Ein Holodeck ist klasse! Man kann überall hin, obwohl man gar nicht weg muss :)
        Außerirdische Technologie + menschliche Dummheit = unschlagbare Ergebnisse :)

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          LIEBE IST UND BLEIBT LIEBE

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            Zitat von irlandclaudia Beitrag anzeigen
            LIEBE IST UND BLEIBT LIEBE
            Genauso sieht es aus!
            Mit Menschen, die uns wirklich nahe sind, bleiben wir immer verbunden!
            Entgegen der um sich greifenden Legendenbildung habe ich mein "altes" Forum nicht freiwillig verlassen, sondern ich wurde von den neuen "Betreibern" vor die Tür gesetzt, um den "echten" Fans den Anblick meiner Geschichten zu ersparen!

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              Zitat von earthquake Beitrag anzeigen

              Genauso sieht es aus!
              Mit Menschen, die uns wirklich nahe sind, bleiben wir immer verbunden!
              Ein sehr weiser Spruch.
              ZUKUNFT -
              das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
              Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
              Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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                Getrennte Wege

                Am nächsten Morgen wachte Joan etwas zerknittert auf. Curtis neben ihr schlief seit ein paar Stunden ganz still. Stuart kam leise in das Zimmer.
                “Mum?“
                „Ich komme Stuart“, flüsterte Joan. Stuart sah sie im Wohnzimmer erstaunt an. Joan schloss Curts Zimmertür hinter ihnen.
                „Warum warst du bei Curtis?“ Das war eine berechtigte Frage.
                „Er ist krank Stuart. Seien wir leise, damit er noch etwas schlafen kann.“ Damit gab ihr Sohn sich zufrieden, denn Joan schlief auch oft bei ihm wenn er krank war. Ken stand ebenfalls auf. Stuart plapperte ganz unbekümmert darüber, dass Curtis krank sei und seine Mum sich letzte Nacht um ihn gekümmert hatte. Ken warf ihr überraschte und amüsierte Blicke zu, aber Joan weigerte sich die Angelegenheit weiter zu kommentieren.
                „Kannst du mich heute bei Sander vertreten, dann kann ich Curtis heute im Forscherteam vertreten. Das würde ihm etwas Zeit zum Ausruhen verschaffen!“
                So erschien Joan, die sich mit Curtis Fachwissen in keiner Weise messen konnte, um 8.00 Uhr bei den Experten. Ohne Unsicherheit übernahm sie Curts Vorsitz. Professor Albers bestaunte sie überrascht, als sie um Ruhe bat.
                „Guten Morgen meine Damen und Herren, der Captain ist heute Morgen verhindert und ich leite heute die Sitzung!“
                „Mit Verlaub Mrs. Mitchel, aber sie verfügen doch überhaupt nicht über die erforderlichen Qualifikationen und Kompetenzen“, wandte Albers pikiert ein. Joan war ihm für den Einwand fast dankbar.
                „Ich leite die Gruppe nur heute. Sie alle sind die Experten, da kann man schon erwarten, dass sie ihren jeweiligen Fachbereich selbständig abarbeiten um dann im Plenum nur ihre Kernergebnisse dem Captain zukommen zu lassen, der Captain muss sich auf ihre Ergebnisse zu hundert Prozent verlassen können. Er kann nicht alles nochmal nachrechnen! Sie sind alle Koryphäen, alles andere wäre doch auch unter ihrem Niveau! Wir besprechen nun das heutige Pensum und dann kehren sie in ihre Abteilungen zurück!“
                Joan hoffte sehr, dass die Wissenschaftler den Wink verstanden hatten. Sie konnten nicht jede Entscheidung, jede Berechnung auf Curtis abwälzen. Joan entließ den Expertenstab, der sich gegen 21 Uhr wieder treffen wollte, dann konnte Curtis die Sache wieder übernehmen.
                Joan holte Stuart heute zum Mittag aus dem Hort, sie hatte ihm versprochen heute Mittag mit ihm zu kochen.
                „Hallo ihr zwei“, hörten sie eine leise Stimme hinter sich am Herd sagen. Joan sah sich um. Curtis stand da, er lächelte leicht, also war er nicht sauer, weil sie eigenständig über seinen Kopf hinweg gehandelt hatte.
                „Hallo geht’s dir besser?“ Curtis nickte, sein Lächeln vertiefte sich. Seine Wangen zeigten wieder eine gesunde Farbe.
                „Ja, danke! Ich fühle mich viel besser!“
                „Möchtest du gleich Pfannkuchen mitessen?“, mischte Stuart sich munter ein. Curtis lachte leise. Ein Schauer rann ihr über den Rücken, das hatte sie schon lange nicht mehr gehört.
                „Wo deine Mutter mir diese Blutsauger bis heute Abend vom Hals geschafft hat, gern!“
                Die Planungen waren nun in der Umsetzungsphase. Neben ihren Aufgaben achtete sie darauf einzuschreiten, wenn Curtis sich übernahm. Grag erzählte ihr, dass seit Simons Tod niemand mehr da war, der richtig einschätzen konnte, wann Curtis es gnadenlos übertrieb. Grag traute sich auch nicht ihn in seine Schranken zu verweisen. Syria konnte ihn auch zu Recht weisen, das duldete Curtis, aber die Königin war zum Sulun zurückgekehrt. Joan hatte momentan keine Angst vor einer kleinen Auseinandersetzung mit Curtis, der es nicht wagte sie zusammen zu brüllen. Curtis murrte manchmal, gab sich genervt, um später zähneknirschend zu zugestehen, dass sie Recht hatte.
                Leider blieb das auch anderen nicht verborgen. Edwards sprach sie mehrfach darauf an, aber Joan blockte die Gespräche und in Aussicht gestellten „Anerkennungen“ rigoros ab.
                Geld interessierte sie nicht, hatte es nie, was viele als Charakterschwäche auslegten. Sie hatte immer gut verdient, Steve und Iden hatten ihr immer wieder welches angeboten und nun da Curtis von Stuart wusste, würde auch er alles tun, um im Notfall zu helfen.
                Joan hatte nicht im einzelnen einen Überblick über Curts Vermögen, aber es war immens, durch die bahnbrechenden Patente der Raumschifftechnik, die Curtis entwickelt hatte. Einer wichtigen Operation oder teuren Behandlung stand wirklich nichts im Wege.
                ...
                Entgegen der um sich greifenden Legendenbildung habe ich mein "altes" Forum nicht freiwillig verlassen, sondern ich wurde von den neuen "Betreibern" vor die Tür gesetzt, um den "echten" Fans den Anblick meiner Geschichten zu ersparen!

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