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    #76
    Zitat von Parmenides Beitrag anzeigen
    Lest mal den Text genau:
    1. In der ersten Strophe wird für deutschland die Weltherrshaft beansprucht, außerdem weren alle nachbarn mit heftigen Annektionen bedroht.
    Beweise?
    von Fallersleben zählt lediglich alle Regionen auf, in denen damals Menschen lebten die irgendwie dem deutschen Kulturkreis verbunden waren... von der Maas (BeNeLux) bis an die Memel (Ostpreussen) von der Etsch (Südtirol) bis an den Belt (Schleswig-Holstein grenzt doch direkt an das Wasser das den Belt bildet) Annektiert sollte da gar nichts werden, schon gar nicht unrechtmässig, nur vereint in einem Land statt in tausend Regionen und Städte zersplittert und uneins untereinander.
    Ja, es ist die sog. Großdeutsche Lösung, die er propagiert, aber mitte des 19ten Jahrhunderts war die mitnichten negativ vorbelastet, es gab ja nichtmal den "Deutsch-Deutschen Krieg" Preussens gegen Österreich bevor v.Fallersleben sie schrieb.

    2. Die zweite Strophe preist die Unterdrückung der frauen, den Antisemitismus und den Suff als nationale Tugenden und
    Wuz? Wo ist von Unterdrückung die Rede? Und von Suff?
    In Maßen genossen empfehlen heute noch Mediziner regelmässig Wein zu konsumieren da er durchaus auch positive Eigenschaften aufweist.
    Hier wird gefeiert, was man als deutsche Kultur verstanden hat. Es mag nicht direkt frauenfreundlich sein, aber verachtend ist es auch nicht, wenn man die Frauen als die besten oder schönsten der Welt preist. Und bei deutschem Wein zB sind die Geschmäcker der Welt ja schon gespalten, Franzosen trinken ihn wohl allem was man hört nach nicht besonders gerne, Amis und Japaner sind durchaus dafür zu begeistern und in Deutschland verkauft er sich prima...

    3. in der dritten Strophe, die zur Zeit gültig ist, wird die Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland beshworen, also für das Kollektiv, nicht für den Einzelnen. das ist blanker Fasschismus: Du bist nichts, Dein Volk ist Alles, sagten die Nazis.
    Schon wieder so eine Unbeweisbare Totalitäre Aussage.
    der Einzelne wird weder erwähnt NOCH in Relation zum ganzen gesetzt. Die Strophe ist vielmehr eine Fortsetzung der ersten Strophe, das Ziel was dem Land in dem all die schönen Dinge der zweiten Strophe vorkommen, dem Land das die Ausmaße der ersten Strophe hat zu gönnen sind, das Ziel auf das die Deutschen hinarbeiten müssen damit Deutschland zum Glück finden kann.

    Die Hymne ist mitnichten Faschistisch (die Faschisten haben sie ja sogar so lasch empfunden dass sie eines ihrer eigenen Kampflieder als Ergänzung zusätzlich verordnet haben) sondern ein Phänomen für die Zeit in der sie entstand. Nirgendwo steht etwas über Soldaten! Nirgendwo wird zum Krieg aufgefordert, zum Wegnehmen, das Glück liegt schon darin ein einiges, freies und gerechtes Vaterland zu schaffen. Kein Ausländer wird verlacht, keine Nation als unterlegen oder feindlich bezeichnet, nur das eigene Land, das es noch gar nicht so gab, gefeiert und beschworen.
    Das ist wohl eher eine der harmlosesten Hymnen die je geschrieben wurden. Kein Krieg, keine Revolution war nötig, um diese Begeisterung, diese Freude die aus den Worten des Textes spricht zu schaffen, nur die Wehmut dass um uns herum schon Nationen ihre Einheit errungen hatten und wir mal wieder nicht.

    Das "Lied der Deutschen" ist Ausdruck eines verfassungsfeindlichen Konsenses unserer politischen Elite.

    Parmenides.
    Diese Analyse spricht von Unverständnis und Nichtanerkennung der Hymne und der Geschichte der BRD. Sie trieft nur so von Sozialistisch verbrämtem Hass, der wohl mehr als nur fehlangebracht ist. Das hat das Lied der Deutschen nicht verdient.
    Aber es zwingt dich ja auch niemand dazu es zu singen - oder zu verstehen.





    zum Thema "Warum wurde nicht der Ruinenwalzer zur Hymne des vereinigten Deutschlands".
    Nun, dazu gibt es mehrere Gründe.
    Zum einen ist Deutschland niemals "Wiedervereinigt worden", das hätte nämlich bedeutet, dass das Grundgesetz getreu seinem Charakter als provisorischer Platzhalter für eine Verfassung die Gültigkeit verloren hätte und eine gesamtdeutsche neue Parlamentarische Versammlung eine neue Verfassung hätte finden und verabschieden müssen. Ein langwieriger, komplizierter Prozess, der in den Wirren der frühen neunziger Jahre wohl wirklich schwer durchführbar gewesen wäre. Deshalb hat man sich darauf geeinigt, dass nur die fünf neuen Bundesländer geschaffen werden, die dann ähnlich wie in den fünfzigern das vereinigte Baden-Württemberg, dem Geltungsbereich des Grundgesetzes beitreten, ohne dass der Artikel über die Wiedervereinigung in Kraft treten braucht.
    Deshalb haben alle Symbole der BRD die Gültigkeit behalten (Fahne, Hymne, Wappen usw) und alle Symbole der DDR sind wegen nichtmehrexistenz außer KRaft getreten. Die Dädärä hörte schlicht und ergreifend an jenem 3. Oktober auf, zu existieren.
    zum anderen standen Hymne und Flagge der DDR nun einmal auch für dasselbe Regime das die Mauer geschaffen hat und sich nun wirklich nicht durch übermässige Pflege der Menschenrechte auszeichnete (irgendwo hier im Thread erwähnte jemand, dass Schwarz-Rot-Gold negativ vorbelastet gewesen sei - richtig, aber hauptsächlich mit Ährenkranz und Zirkel die mitten drauf prangten!) daran wollte wohl keine Seite der Verhandlungsparteien willentlich anknüpfen
    »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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      #77
      Der Text von Hoffmann von Fallersleben geht auf ein Gedicht von Walther von der Vogelweide zurück (ir sult sprechen wilekommen, der jo maere bringet, das bin ich ..." Insofern kann sich diese Republik rühmen, die älteste Nationalhymne Europas, vielleicht sogar der Welt zu haben.

      Die erste Strophe enthält zwei Aussagen, nämlich einmal den Gebietsanspruch, den H. erhebt, und da bitte ich, auf einen historischen Atlas zu schauen. Gemeint ist im Osten der Njemen, im Westen die Maas (wobei H. Flandern im Sinn hatte, natürlich auch die Niederlande), im Norden halb Jütand und im Süden halb Venetien. Das geht weit über das Römische Reich hinaus.
      Vor allem: Deutschland, Deutschlad über alles. Auch dieser Ausspruch hat eine lange Geschichte, die bis in das 15. Jahrhundert zurückgeht. H., der das natürlich wusste, drückt damit aus, dass dies Deutschland, das er meinte, der Rechtsnachfolger des Römischen Reiches und damit zur Weltherrschaft berufen sei.
      Vielleicht reicht da sfür heute.
      Nur so viel zur Geschichte:
      Das Deutschlandlied wurde zum Ende des Ersten Weltkriegs die Hymne der republikfeindlichen Rechten und ist deshalb von den Nazis beibehalten worden. Es gab genau deren Programm wieder.
      Dass sie nicht koscher war, lehrte die Zukunft:
      Heuss ordnete an, dass zwar der ganze Text Nationalhymne sei, aber die nur die letzte Strophe gesungen werden solle. Heute ist nur die letzte Strophe als nationales Symbol geschützt, aber das Gedicht hat einen durchgehenden Gedankengang, den man entweder als Ganzes akzeptiert oder als ganzes verwirft. Glücklicherweise wird der Text von den Meisten nicht ernst genommen, aber das ändert nichts an dem Ergebnis einer sachlichen Analyse: Das Deutschlandlied ist verfassungsfeindlich. Indes: Gefragt wurde nach dem Nationalbewusstsein. Dieses will ich in der Tat nicht, genauer: Ich will überhaupt kein Nationalbewusstsein - nirgendwo, aber erst recht nicht in Deutschland. Nationen bringen Unheil, weil sie sich immer über ihre Feinde definieren. Ich halte mich aber an den Satz Paasches: "Es gibt keine Feinde." Parmenides.

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        #78
        Zitat von Parmenides Beitrag anzeigen
        Die erste Strophe enthält zwei Aussagen, nämlich einmal den Gebietsanspruch, den H. erhebt, und da bitte ich, auf einen historischen Atlas zu schauen. Gemeint ist im Osten der Njemen, im Westen die Maas (wobei H. Flandern im Sinn hatte, natürlich auch die Niederlande), im Norden halb Jütand und im Süden halb Venetien. Das geht weit über das Römische Reich hinaus.
        Also, mich lehrt der Blick in den historischen Atlas, dass Venetien zu der Zeit, als H. das Lied dichtete, zu Österreich gehörte, welches wiederum damals zu den deutschen Landen gerechnet wurde. Die Niederlande wiederum hatten ja lange zum "Heiligen Römischen Reich" gehört, wobei das natürlich kein moderner Staat im heutigen Sinne wahr. Also so aus der Luft gegriffen sind diese vier Markierungen, die da gewählt wurden, nicht.

        Vor allem: Deutschland, Deutschlad über alles. Auch dieser Ausspruch hat eine lange Geschichte, die bis in das 15. Jahrhundert zurückgeht. H., der das natürlich wusste, drückt damit aus, dass dies Deutschland, das er meinte, der Rechtsnachfolger des Römischen Reiches und damit zur Weltherrschaft berufen sei.
        So, meint er das? Ich habe mit H. jetzt nicht näher beschäftigt. Dass das "über alles" in der Folge immer im Sinne der Weltherrschaft gedeutet wurde, bedeutet nicht, dass es auch zwingend vom Verfasser so gemeint gewesen war. Man kann das auch als Attacke auf die Kleinstaaterei fassen, aber damit müsste ich mich näher beschäftigen.

        Vielleicht reicht da sfür heute.
        Nur so viel zur Geschichte:
        Das Deutschlandlied wurde zum Ende des Ersten Weltkriegs die Hymne der republikfeindlichen Rechten und ist deshalb von den Nazis beibehalten worden. Es gab genau deren Programm wieder.
        Dass sie nicht koscher war, lehrte die Zukunft:
        Heuss ordnete an, dass zwar der ganze Text Nationalhymne sei, aber die nur die letzte Strophe gesungen werden solle. Heute ist nur die letzte Strophe als nationales Symbol geschützt, aber das Gedicht hat einen durchgehenden Gedankengang, den man entweder als Ganzes akzeptiert oder als ganzes verwirft. Glücklicherweise wird der Text von den Meisten nicht ernst genommen, aber das ändert nichts an dem Ergebnis einer sachlichen Analyse: Das Deutschlandlied ist verfassungsfeindlich.
        Ich sehe aber ein grundsätzliches Problem an der Herangehensweise: Man kann Dinge wie musikalische Werke und ihre Texte nicht einfach nur so interpretieren, wie sie ursprünglich gemeint waren. Die Welt verändert sich stets und damit auch stets die Art und Weise, wie Werk und Text aufgefasst werden.

        Ob das Deutschlandlied verfassungsfeindlich IST, hängt davon ab, wie es heute interpretiert wird, nicht davon, wie es womöglich damals gemeint war.
        Die Begriffe "Einigkeit und Recht und Freiheit" sind Platzhalter für Ideen. Man muss "Einigkeit" nicht in dem Sinne auffassen, dass a) damit demokratische Diskussionen ausgeschlossen werden und b) dass damit Kadavergehorsam, Gleichschaltung und Stechschritt gemeint sind. Man kann es auch so interpretieren, dass mit "Einigkeit" ein Grundkonsens an gemeinsamen Werten gemeint ist, wie er sich in den ersten Grundrechtsartikeln wiederfindet, die in dieser Republik als gemeinsamer Konsens getragen werden müssen. Damit passt es wie die Faust aufs Auge auf das GG. H. wird nun sicherlich kaum an das GG gedacht haben, das erst 105 Jahre später geschrieben wurde, aber muss uns das kümmern? Die meisten Menschen kümmern sich nicht um den durchgehenden Gedankengang, womit das Gedicht einen neuen Charakter eine neue Bedeutung erhält.

        Die "Verfassungsfeindlichkeit" ist in meinen Augen also davon abhängig, wie die Hymne benutzt wird. Ich kann mich ja auch hinstellen und sagen, dass das Deutschlandlied monarchistisch sei, weil Joseph Haydn den Text "Gott erhalte Franz den Kaiser" im Sinn hatte. Nichts desto trotz sind wohl die wenigsten Fans von Kaiser Franz und wollen auch wohl kaum einen Kaiser wiederhaben.
        Ich fand es schon immer etwas verwunderlich, warum die "Akademische Festouvertüre" von Brahms nicht mehr aufgeführt werde, weil sie "staubig" sei, während man gleichzeitig die "Tragische Ouvertüre" rauf und runter dudelt. Ich finde das immer etwas kurzsichtig.

        Die Briten haben ja ähnliches: zwei herrliche Hymnen, deren Texte nach heutigem Verständnis veraltet sind und etwas befremdlich wirken, nämlich Rule Britannia von Thomas Arne und Land of Hope and Glory von Edward Elgar (Pomp and Circumstance). Grob vereinfacht gesagt: Diese beiden Lieder stilisieren das Empire: Arne den Beginn, Elgar das Ende. Es wäre nun eine Schande, diese Lieder von den Spielplänen zu verbannen, weil sie die Weltherrschaft proklamieren. Dafür sind sie nämlich einfach zu gut. Ich hätte auch kein Problem damit, diese Lieder in der Royal Albert Hall aus voller Kehle anzustimmen, denn bis auf ein paar wenige Spinner will bestimmt niemand solche Kolonialreiche errichten, wie sie damals mit den Texten gemeint waren.
        Republicans hate ducklings!

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          #79
          Zitat von Parmenides Beitrag anzeigen
          Vor allem: Deutschland, Deutschlad über alles. Auch dieser Ausspruch hat eine lange Geschichte, die bis in das 15. Jahrhundert zurückgeht. H., der das natürlich wusste, drückt damit aus, dass dies Deutschland, das er meinte, der Rechtsnachfolger des Römischen Reiches und damit zur Weltherrschaft berufen sei.


          Wir haben in Geschichte gelernt, dass er damit nicht die Weltherrschaft meinte sondern den Zusammenhalt des "Fleckerltepichs" (hier ein Fürstentum, dort ein Herzogtum). Er wollte als dass es ein geeintes Deutschladn gibt, Weils damals ja so war wie heute in der EU viele Kleine Staaten die zwar offiziell zusammen geörten aber dan untereinander selbst Krieg führen (zweiteres trifft jetzt nicht 100%ig auch die heutige EU zu aber Wirtshaftlich gesehen dan doch irgendwie)

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            #80
            Ein Blick auf die Landkarte lehrt, dass Venetien im Jahre 1841 eben nicht zum Deutschen Bund gehörte, allerdings ein Königreich war, das von dem Kaiser von Österreich regiert wurde. Ein bißchen Exaktheit sollte schon sein, nicht wahr?
            Eine Nationalhymne ist in diesen Schritten zu anlysieren:
            Da ist zuerst der Text und der steht fest.
            Dann haben wir es, in diesem Falle, mit einer Vorgeschichte, die man bis in das 13. Jahrhundert verlegen kann, und mit einer Adaptionsgeschichte zu tun, die von 1841 ist 1922 geht. Erst dann wurde das "Lied der Deutschen" zur deutschen Nationalhymne. In diesen achtzig Jahren ist ja bekanntlich Einiges passiert, was zu berücksichtigen wäre. Und dann konnt die weitere Interpretationsgeschichte von 1922 bis 1980 oder so. Die Geschichte ist also äußerst verwickelt. Ich habe sie untersucht - und zwar sehr genau.
            Und dann ist schließlich zu fragen, welche Bedeutung dieser Hymne als Symbol zugewiesen wurde.
            Und hier ergibt sich ein Widerspruch:
            Der Sinn den Ebert dem Text geben wollte, war sicherlich ein anderer als derjenige, den die Nazis ihm gaben, nur konnten sich die Nazis bei ihrer Interpretation sowohl auf den Text als auch auf die Tradtion berufen, während die Interpretation Eberts in der Luft hing, was bis heute so geblieben ist.
            Hoffmann von Fallersleben war im übrigen ein deutschnationaler Liberaler, der ganz sicher auch die Niederlande und Flandern zu Deutschland rechnete, übrigens ebenso wie Ranke, nebenbei gesagt, was schon zu seiner Zeit reichlich chauvinistisch war, denn die Niederlande, die "Generalstaaten" um auchhier exakt zu sein) waren schon 1648 aus dem Reichsverband ausgeschieden und die österreichischen Niederlande, das heutige Belgien 1797, wenn ich das richtig im Kopf habe. Übrigens gehörten auch Ost- und Westpreußen nicht zum Deutschen Bund. Hoffmann griff also weit über die Grenzen dieses völkerrrechtlichen Vereins hinaus, als er das Deutschlandlied dichtete und kümmerte sich auch nicht um die damaligen Sprachgrenzen. Und schließich: In seinen politischen Forderungen spricht sich H. für den Rechtsstaat im Sinne des Code Napoléon aus, aber war er auch ein Demokrat? Vielleicht, vielleicht auch nicht - ich habe in seinem Werk keine Äußerung gefunden, die sich in diesem Sinne interpretieren ließe, aber ich lasse mich gerne belehren.
            Parmenides

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              #81
              Zitat von Parmenides Beitrag anzeigen
              Der Text von Hoffmann von Fallersleben geht auf ein Gedicht von Walther von der Vogelweide zurück (ir sult sprechen wilekommen, der jo maere bringet, das bin ich ..." Insofern kann sich diese Republik rühmen, die älteste Nationalhymne Europas, vielleicht sogar der Welt zu haben.
              Davon habe ich noch nie gehört, aber wenn das in der Literatur so aufgeführt wird oder von Fallersleben das mal so gesagt hat wird das gewiß stimmen.
              na und?
              er hätte sich auch auf alt-sanksrit-Texte beziehen können oder auf Homer. Was ändert das daran, dass er ein Lied der Deutschen geschrieben hat, so wie es es damals auf Helgoland empfand?

              Die erste Strophe enthält zwei Aussagen, nämlich einmal den Gebietsanspruch, den H. erhebt, und da bitte ich, auf einen historischen Atlas zu schauen. Gemeint ist im Osten der Njemen, im Westen die Maas (wobei H. Flandern im Sinn hatte, natürlich auch die Niederlande), im Norden halb Jütand und im Süden halb Venetien. Das geht weit über das Römische Reich hinaus.
              Aber nicht über den Bereich der als "deutsch kulturell geprägt und/oder von deutschen Herrschern regiert" empfunden wurde und das mehr oder weniger (die Niederlande und Belgien weichen zugegebenermaßen schon ziemlich stark vom Durchschnitt des heutigen "Deutschen" ab, sprachlich wie auch kulturell) waren. Wie ich schon schrieb, eine der diversen Großdeutschen Lösungen, eben die welche HvF favorisiert hat "the full monthy", alles oder nichts.
              Ein land für die, die eh eines gemeinsam haben: Deutsche zu sein.

              Vor allem: Deutschland, Deutschlad über alles. Auch dieser Ausspruch hat eine lange Geschichte, die bis in das 15. Jahrhundert zurückgeht. H., der das natürlich wusste, drückt damit aus, dass dies Deutschland, das er meinte, der Rechtsnachfolger des Römischen Reiches und damit zur Weltherrschaft berufen sei.
              Das Römische Reich hat mitnichten die Welt regiert, nicht einmal als seine Kaiser noch davon redeten dass in ihren Ländern die Sonne nicht unterginge.
              Woher kommt das "natürlich", gibt es dezidierte Korrespondenz in der er erwähnt dass seine Recherchen über Quellen für eine Hymne ergeben haben dass man am besten den Spruch von 1452 auf den Lippen tragen sollte damit die Sonne dem Deutschen aus dem A**** strahlen kann?
              Ich empfinde es immer noch als plausibler, dass Deutschland, Deutschland, über alles verlangt, dass die Deutschen gefälligst ihre sture und unnütze Kleinstaaterei aufgeben und sich zu einem land zusammenfinden sollen, wie sie auch ein Volk sind. Und dieses Volk muss dann natürlich sein Land über alle anderen wertschätzen, das ist der Kern der Nationalgefühle. Angreifen, beherrschen oder Ausrotten muss das noch lange nicht bedeuten.

              Vielleicht reicht da sfür heute.
              Nur so viel zur Geschichte:
              Das Deutschlandlied wurde zum Ende des Ersten Weltkriegs die Hymne der republikfeindlichen Rechten und ist deshalb von den Nazis beibehalten worden. Es gab genau deren Programm wieder.
              Wenn man es so lange dreht und wendet, bis man ihm genau die Bedeutung aufweist, die den Nazis und scheinbar auch dir am meisten gefällt.
              IMO mal wieder ein klarer Fall für Ockhams Rasierklinge: wenn man es so verstehen kann, wie es da wortwörtlich steht, kann man sich komplizierte ausschweifende Umdeutelungen sparen, die das Lied in eine politische Ecke rücken die man dann ordentlich verdammen kann. Natürlich verkörpert das Lied eine Idee und die ist heute auch wahrlich nicht mehr modern, aber dass die Nazis so gut wie ALLES instrumentalisiert haben was nicht bei 3 ausgewandert ist, sollte man ebenso wissen. Die Reine Zufriedenheit der NSDAP mit einer Hymne bedeutet noch lange nicht, dass das Lied auch wirklich in dem Sinn und mit der Absicht geschrieben worden ist.

              Dass sie nicht koscher war, lehrte die Zukunft:
              Heuss ordnete an, dass zwar der ganze Text Nationalhymne sei, aber die nur die letzte Strophe gesungen werden solle.
              Das hat aber auch eine Menge mit der Stimmung zu der Zeit zu tun. Wie in diesem Thread nicht nur einmal erwähnt worden ist, war lange Zeit jegliches Nationalgefühl geradezu verboten und man hat die Lektion "ihr habt zwei Kriege angefangen und beide verloren" gründlich verinnerlicht gehabt - so gründlich, dass man ungeachtet der sonstigen Worte Aussagen wie "Deutschland Deutschland über alles" um alles in der Welt vermeiden wollte.
              Aber wie endar schon schrieb: in England singt jeder Steppke "Rule Britannia, Britannia rule the waves" und es wird nicht gleich an jeder Küste der Welt Invasionsalarm ausgerufen.
              Das Singen von Deutschland Deutschland über alles würde angesichts der politischen Realität und der Mentalität der meisten heute lebenden Deutschen auch kein Desaster darstellen. WIR rücken bestimmt nicht mehr aus um andere Länder einzunehmen.

              Heute ist nur die letzte Strophe als nationales Symbol geschützt, aber das Gedicht hat einen durchgehenden Gedankengang, den man entweder als Ganzes akzeptiert oder als ganzes verwirft.
              Eben. Was ist schlimm an dem Gedanken "macht endlich voran und schliesst alle deutschen in einem Staat zusammen, vorher werden wir nicht glücklich werden, egal wie schön unser Land, unsere Frauen, unsere Kultur auch sein mag"?
              Mir fällt es leicht den komplett zu akzeptieren und gleichzeitig kein Problem mit der Oder-Neiße Grenze, der Zugehörigkeit von Südtirol oder der Trennung von D, A und CH zu haben.

              Glücklicherweise wird der Text von den Meisten nicht ernst genommen,
              *lach* Welche "die Meisten"? Die meisten, die heute deutsche Staatsbürgerschaft besitzen kennen gerade mal die zu singende Strophe, wenn ihnen überhaupt die Hymne bekannt ist. Leute, die mit allen drei Strophen vertraut sind, sind unter absoluter Garantie eine erschreckend kleine Minderheit und dürften größtenteils oberhalb der 50 Lebensjahre angesiedelt sein. Was man nicht kennt kann man weder ernstnehmen noch nicht für bare Münze nehmen.

              aber das ändert nichts an dem Ergebnis einer sachlichen Analyse: Das Deutschlandlied ist verfassungsfeindlich.
              Ich denke dass wir beide keinesfalls rein sachlich argumentieren, da es hier um eine ausgesprochen emotionale Sache geht und man da überhaupt nicht rein sachlich herangehen kann.
              Auch die Prägung, das selbstgewählte Weltbild und der politische Hintergrund spielen bei DEM Thema mit Sicherheit hinein. Bei jedem, der sich hier einmischt.

              Indes: Gefragt wurde nach dem Nationalbewusstsein. Dieses will ich in der Tat nicht, genauer: Ich will überhaupt kein Nationalbewusstsein - nirgendwo, aber erst recht nicht in Deutschland. Nationen bringen Unheil, weil sie sich immer über ihre Feinde definieren.
              Also erstmal: ich bin auch immer unsicher oder misstrauisch wenn ich Aussagen wie "ich bin stolz, ein Deutscher zu sein" hören darf. Nationalität ist für mich keien Errungenschaft und auf einem zugefallenes kann man IMO nicht ehrlich stolz sein, dazu muss man schon etwas vollbracht haben oder jemandem geholfen haben etwas zu vollbringen (zB das oft zitierte im Sport erfolgreiche Kind) das geht mit der Nationalität natürlich nicht. Die kriegt man ja nicht aus dem Katalog sondern rein per Zufall der Geburt.

              Aber dass sich Nationen nur über Abgrenzung nach außen hin definieren halte ich für eine sehr begrenzte Sicht der Thematik. Nationen können sich genauso über Gemeinsamkeiten etwa der Sprache oder der Herrschaftsgeschichte, definieren wie über "wir sind eben nicht die anderen". Alles eine Frage dessen der gerade die Volksmeinung in der Hand hat.

              Ich halte mich aber an den Satz Paasches: "Es gibt keine Feinde." Parmenides.
              Das ist ein sehr netter Charakterzug, verweigert aber IMO ein wenig den Blick in die Realität. Sei es im Beruf, in der Wohngegend, zwischen Regionen, Feindschaft im Sinne von negativer Stimmung zwischen Personen, ist ein Fakt des Alltags. Wie man damit umgeht, definiert dann wie man selbst vom Charakter her angelegt ist. Aber zu sagen "es gibt keine Feinde" heisst noch lange nicht, dass man keine haben kann oder wird.




              Hoffmann von Fallersleben war im übrigen ein deutschnationaler Liberaler, der ganz sicher auch die Niederlande und Flandern zu Deutschland rechnete, übrigens ebenso wie Ranke, nebenbei gesagt, was schon zu seiner Zeit reichlich chauvinistisch war, denn die Niederlande, die "Generalstaaten" um auchhier exakt zu sein) waren schon 1648 aus dem Reichsverband ausgeschieden und die österreichischen Niederlande, das heutige Belgien 1797, wenn ich das richtig im Kopf habe. Übrigens gehörten auch Ost- und Westpreußen nicht zum Deutschen Bund. Hoffmann griff also weit über die Grenzen dieses völkerrrechtlichen Vereins hinaus, als er das Deutschlandlied dichtete und kümmerte sich auch nicht um die damaligen Sprachgrenzen.
              Es hat ja auch niemand bestritten, dass von Fallerslebens "Gebietsfestlegung" ziemlich großzügig und damit äußerst extrem selbst für die damals vorherrschenden politischen Strömungen war. Aus der Hymne selbst geht trotzdem mit keiner Silbe hervor, dass dieses Gebiet mit Feuer und Schwert zu erobern sei oder irgendwer daraus vertrieben werden müsse. Es ist ein marktschreierischer Aufruf sich zu vereinen, aber keine militärische Strategie.

              Und schließich: In seinen politischen Forderungen spricht sich H. für den Rechtsstaat im Sinne des Code Napoléon aus, aber war er auch ein Demokrat?
              Ehhh, wieso muss er das sein?
              Mitte des 19ten jahrhunderts war deutschland ein von Aristokratie geprägter Staat. Es gab schlichtweg keine demokratische Tradition. von Fallersleben kann und darf durchaus Monarchist gewesen sein, ohne dass das eine Folge für die heutige Zeit hätte. WIR wissen es besser und haben die Chance gehabt, in einer Demokratie mit allen Vor- und Nachteilen dieser Regierungsform aufgewachsen zu sein, Deshalb haben wir noch lange nicht das Recht unsere Vorfahren, denen es anders ergangen ist, allein dafür zu verurteilen.

              Und der Code napoleon ist soweit ich mich an die doch eher flüchtige Behandlung des Themas in unseren Geschichtsbüchern und dem Unterricht erinnern kann für die damalige Zeit doch ein ziemlich fortschrittliches juristisches Werk gewesen, oder etwa nicht? Sicherlich konnte man das noch gewaltig verbessern und hat das in den 200 jahren nach seiner Schaffung ja auch oft genug versucht, aber das ist wie mit "Auge um Auge, Zahn um Zahn"... es wird immer nur geklagt, wie primitiv das im Vergleich zu heutigem Recht sei, aber selten blickt jemand über den Tellerrand und vergleicht es mit dem wirklich wesentlichem: den damals üblichen sonstigen Gesetzen (wo Auge um Auge Zahn um Zahn verdammt gut abschneidet mit ein paar sehr innovativen Ideen und Grundsätzen)

              nochmal zu den Royalisten:
              Jesus zB hat ja auch gesagt "gebt dem Kaiser was des Kaisers ist", das Christentum wird im Allgemeinen aber nicht als undemokratisch oder demokratiefeindlich angesehen...
              »We do sincerely hope you'll all enjoy the show, and please remember people, that no matter who you are, and what you do to live, thrive and survive, there are still some things that make us all the same. You, me, them, everybody!«

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                #82
                its nice to be a Preiss...its higher to be a Bayer...but the nicest i can denk is to be a Mittelfränk.

                naja..ich bin ja kein richtiger Mittelfranke aber ich wohn gern da..und ich mag den Spruch

                Mit deutschtum kann ich dagegen nicht viel anfangen...


                ...meine Heimat ist Nürnberg..meine Wurzeln liegen in der Oberpfalz..mein Land ist Bayern
                http://www.titanic-magazin.de/news/e...der-witz-7003/

                https://www.campact.de/ttip/

                Kommentar


                  #83
                  Zitat von monochrom Beitrag anzeigen


                  ...meine Heimat ist Nürnberg..meine Wurzeln liegen in der Oberpfalz..mein Land ist Bayern
                  Das tut mir aufrichtig leid.
                  Möp!

                  Kommentar


                    #84
                    Zitat von Cu Chulainn Beitrag anzeigen
                    Das tut mir aufrichtig leid.
                    *hust* §6 *hust*

                    Zitat von monochrom
                    its nice to be a Preiss...its higher to be a Bayer...but the nicest i can denk is to be a Mittelfränk.
                    DITO
                    Es gibt keinen schöneren Flecken Erde auf der Welt.
                    Denn bei uns ist sie noch in Ordnung

                    Kommentar


                      #85
                      Des glaub ich net.

                      Schöner ist immer noch die Oberpfalz. Meine Mutter hat des früh genug erkant und ist als Geborene Fränkin in die Oberpfalz ausgewandert.

                      Des frängische gered versded doch kein normaler mensch de

                      cu aus der schöneren Oberpfalz
                      Rikerman

                      PS: nicht ganz so ernst nehemn hat aber etz sein müssen sry

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                        #86
                        Zitat von Rikerman Beitrag anzeigen
                        cu aus der schöneren Oberpfalz
                        hey ..die Oberpfälzer sind halt überall
                        http://www.titanic-magazin.de/news/e...der-witz-7003/

                        https://www.campact.de/ttip/

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                          #87
                          stimmt
                          den Papstbruder haben wir ja auch schon also werden wir demnächst die Weltherrschaft übernemen

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                            #88
                            Nun übertreibt's mal nicht.
                            Republicans hate ducklings!

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                              #89
                              Auch mods machen Einzeiler^^

                              sogar zum zweiten mal in diesem Thread^^

                              Hat der erste April etwa bleibende Spuren hinterlassen?

                              (Das ist keinerlei Beleidigung gegen die Mods, sondern nur ein freundlich gemeinter Spaß)

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                                #90
                                Was ist "IMO"?
                                Rule Britannia ... war nie britische Nationalhymne. Das ist "Got save, Great George, the King ...
                                Im Falle des Deutschlandliedes sind folgende Fragen zu stellen:
                                1. Wie lautet der Text?
                                2. Welche Quellen hat der Autor benutzt?
                                3. Wwarum ist just dieses Produkt der nationalen Lyrik zur Nationalhymne geworden?
                                3.1. Gab es Alternativen? Welche? Warum setzten sie sich nicht durch?
                                3.2. Langemarck
                                3.3. Versailles
                                4. Wann wurde es Nationalhymne
                                4.1. Die Umstände
                                4.2. Die Absichten Eberts
                                4.3. Die Absichten der Völkischen
                                4.4. Heuss und das Deutschlandlied
                                4.5. Adenauer und das Deutschlandlied
                                4.6. Der heutige Stand.
                                Alle diese Punkte habe beantwortet und das Eregbnis war ein manuskript von 500 Seiten, die ich gerne hier zur beliebigen Verwendung einstellen werde, wenn der Moderator das gestattet, tut er das?

                                Parmenides.

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