Inzest bleibt strafbar. Sollte es? - SciFi-Forum

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Inzest bleibt strafbar. Sollte es?

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  • KennerderEpisoden
    antwortet
    Zitat von Makrovirus Beitrag anzeigen
    Vor allem müsste man bei dieser Argumentation auch Leuten mit vererbbaren Krankheiten das Kinderkriegen verbieten.
    Genau genommen müßte man dann jedwede "natürliche Fortpflanzung" verbieten und die Präimplationsdiagnostik (die ironischerweise in Deutschland verboten ist) beim Schaffen von Nachwuchs zur Pflicht erheben.

    Es ist nicht der Staat, der vorzuschreiben hat welche Handlungen moralisch sind und welche nicht. Die Strafbarkeit des Inzest muß weg, so wie die Strafbarkeit der Blasphemie, der Homosexualität und des Ehebruchs aus gleichem Grund weg musste.

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  • Kai "the spy"
    antwortet
    Zitat von Amöbius Beitrag anzeigen
    Uh, ein wirklich heikles Thema. Hab da vorher noch nie so drüber nachgedacht und ich bin überrascht, dass es in sovielen Ländern erlaubt ist.
    Dabei bin ich mir nicht sicher, denn straffrei bedeutet ja nicht zwangsläufig auch erlaubt.

    Also ich finde gerade in Dörfern sind die Auswirkungen von Inzucht - vielleicht auch über mehrere Ecken, irgendwann lässt sich dass ja nicht mehr nachvollziehen- zu beobachten. Erstmal wenn man nen eingefleischten Dorfler auf seine Verwandtschaft in demselben befragt... hui da kommen Dinge zutage...
    Aber seien wir mal ehrlich, einige Jugendliche dort sind ganz offensichtlich "genetisch benachteiligt". Also stellt sich da eher die moralische Frage, ob man seinen Kindern eine mögliche genetische Bürde mitgeben möchte/sollte.
    Vielleicht sollte das Gesetz eher auf die direkte genetische Verwandtschaft ausgerichtet werden. Zum Schutze der Kinder. Aber es stimmt, in einer Generation ist das Risiko nicht so hoch.

    Fazit: Abschaffen nein, ändern ja.
    Da ist wieder die Eugenik-Frage. Darf man Menschen den sexuellen Verkehr verbieten, weil eventueller Nachwuchs eventuell geschädigt wird? Müsste man dann nicht auch, wie Makrovirus schon richtig erkannt hat, Menschen mit vererbbaren Krankheiten jeglichen sexuellen Verkehr verbieten? Das Schlimme an der Eugenik ist ja, dass sie immer weiter ausgeführt werden kann und eine bestimmte Art des Lebens der anderen vorzieht.
    Bleibt auch die Frage, wie man die "Unverantwortlichkeit" gegenüber dem Nachwuchs rechtfertigen kann, wenn es diesen Nachwuchs ohne diese Unverantwortlichkeit gar nicht gäbe.

    Desweiteren zieht dieses Argument ja auch nicht in jedem Fall. Gleichgeschlechtlicher Inzest ist ebenso verboten, wie Inzest, bei dem einer oder beide Partner sterilisiert sind.

    Zitat von Oberst-Snake
    Hier in der nähe von Leipzig, in dem Ort Zwenkau, gibt es so ein Geschwisterpaar und 2 von ihren 4 Kindern sind schwerstbehindert zur Welt gekommen. Das zeigt doch ganz deutlich das die Gefahr für Genetische-Fehlbildungen da extrem hoch sind.
    Die Gefahr von Behinderungen des Nachwuchses bei Inzest ist nur 15% höher als bei Nachwuchs von nichtverwandten Eltern. Das hier 2 von 4 Kindern behindert sind, heißt nicht, dass die Wahrscheinlichkeit bei 50% liegt, sondern dass die Eltern sowieso bereits geschädigtes Erbgut hatten, welches auch bei Kindern mit anderen, nicht verwandten Geschlechtspartnern eventuell zu Behinderungen geführt hätten.

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  • Oberst-Snake
    antwortet
    In der DDR war der Inzest Paragraf noch deutlich stärker ausgeweitet. Da waren auch sexuelle Beziehungen zwischen Cousin und Cousine Verboten.

    Ich finde jedoch das Sexuelle Beziehungen von mir aus zwischen Geschwistern erlaubt sein sollten. Wenn es beide Unbedingt wollen. Nur sollten sie keine Kinder bekommen dürfen. Hier in der nähe von Leipzig, in dem Ort Zwenkau, gibt es so ein Geschwisterpaar und 2 von ihren 4 Kindern sind schwerstbehindert zur Welt gekommen. Das zeigt doch ganz deutlich das die Gefahr für Genetische-Fehlbildungen da extrem hoch sind.

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  • Amöbius
    antwortet
    Uh, ein wirklich heikles Thema. Hab da vorher noch nie so drüber nachgedacht und ich bin überrascht, dass es in sovielen Ländern erlaubt ist.

    Souvreign
    Gerade bei den kleineren Dorgemeinschaften führt ja eine inzestuöse Beziehung häufig zu Ausgrenzung und ist gesellschaftlich meiner Ansicht nach nicht sehr akzeptiert. In den Städten kann das anders aussehen, aber auch dort dürfte sich die Toleranz beim Bekanntwerden bei vielen Mitmenschen in Grenzen halten.
    Also ich finde gerade in Dörfern sind die Auswirkungen von Inzucht - vielleicht auch über mehrere Ecken, irgendwann lässt sich dass ja nicht mehr nachvollziehen- zu beobachten. Erstmal wenn man nen eingefleischten Dorfler auf seine Verwandtschaft in demselben befragt... hui da kommen Dinge zutage...
    Aber seien wir mal ehrlich, einige Jugendliche dort sind ganz offensichtlich "genetisch benachteiligt". Also stellt sich da eher die moralische Frage, ob man seinen Kindern eine mögliche genetische Bürde mitgeben möchte/sollte.
    Vielleicht sollte das Gesetz eher auf die direkte genetische Verwandtschaft ausgerichtet werden. Zum Schutze der Kinder. Aber es stimmt, in einer Generation ist das Risiko nicht so hoch.

    Fazit: Abschaffen nein, ändern ja.

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  • Makrovirus
    antwortet
    Zitat von Souvreign Beitrag anzeigen
    Vom gesundheitlichen (genetischen) Standpunkt aber ist unser Gesetz da überholt. Zwar gibt es Beispiele, dass sich in Familien mit erhöhtem Anteil von Erbkrankheiten diese über mehrere Generationen aufsummieren können, aber gerade bei einer Generation sollte sich so etwas kaum Auswirken.
    Vor allem müsste man bei dieser Argumentation auch Leuten mit vererbbaren Krankheiten das Kinderkriegen verbieten.

    Ob die Bestätigung dieses Verbots jetzt nötig ist, weiß ich aber auch nicht. Da sich das jetzt wohl hauptsächlich durch Moralvorstellungen begründet ist es auch schwierig zu sagen, was richtig oder falsch ist. Besonders für eventuelle Kinder stelle ich mir solche Eltern aber doch als "schwierig" vor. Nicht weil sie schlechter wären, sodern weil die Kinder keine ruhige Minute mehr haben dürften, wenn das rauskommt. Ob das aber ein Grund ist sowas zu verbieten?
    Eine große bedeutung dürfte das Urteil jedenfalls nicht haben, da wohl kaum jemand betroffen ist. Laut dem Spiegel würden fast alle, die nach diesem Gesetz dran sind zusätzlich noch wegen sexuellem Missbrauch eben dieser Person angeklagt. Der freiwillige Fall kommt also äußerst selten vor.

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  • Souvreign
    antwortet
    Hmm, sehr schwieriges und heikles Thema. Gerade bei den kleineren Dorgemeinschaften führt ja eine inzestuöse Beziehung häufig zu Ausgrenzung und ist gesellschaftlich meiner Ansicht nach nicht sehr akzeptiert. In den Städten kann das anders aussehen, aber auch dort dürfte sich die Toleranz beim Bekanntwerden bei vielen Mitmenschen in Grenzen halten.

    Vom gesundheitlichen (genetischen) Standpunkt aber ist unser Gesetz da überholt. Zwar gibt es Beispiele, dass sich in Familien mit erhöhtem Anteil von Erbkrankheiten diese über mehrere Generationen aufsummieren können, aber gerade bei einer Generation sollte sich so etwas kaum Auswirken.

    Und so eine "Gesetz zum Schutz der Familie" ist imho im Zeitalter von Patchwork-Familien und hohem Anteil Alleinerziehender doch ein ziemlicher Anachronismus. Gefahr besteht sicher dann, wenn die Verbindung unter Geschwistern nicht freiwillig erfolgte, aber dies würde dann ja andere Bereiche des Strafrechts tangieren.

    Also ich persönlich wäre dafür, dieses Gesetz abzuschaffen.

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  • Kai "the spy"
    hat ein Thema erstellt Inzest bleibt strafbar. Sollte es?.

    Inzest bleibt strafbar. Sollte es?

    Hallo, zusammen!

    Das Bundesverfassungsgericht hat wegen eines Prozesses kürzlich bestätigt, dass Inzest in der Bundesrepublik Deutschland weiterhin verboten und strafbar bleibt.

    Tagesschau.de: Inzest bleibt verboten

    In dem Fall ging es um ein Geschwisterpaar aus Sachsen, welches inzwischen vier gemeinsame Kinder hat. Der Bruder saß bereits zwei Jahre im Gefängnis und muss wegen der Geburt der jüngsten Tochter mit einer weiteren Haftstrafe rechnen.

    Beim Lesen ist mir ein Abschnitt dabei besonders aufgefallen:

    Zitat von Tagesschau.de
    Vizepräsident Winfried Hassemer stimmte gegen die Entscheidung seiner sieben Kollegen. Die Berücksichtigung "eugenischer Gesichtspunkte" - also des Risikos von Genschäden - sei von vornherein verfassungsrechtlich ausgeschlossen. Auch der Schutz der Familie werde mit der Norm nicht erreicht. "Es spricht viel dafür, dass die Vorschrift in der bestehenden Fassung lediglich Moralvorstellungen, nicht aber ein konkretes Rechtsgut im Auge hat", sagte er.
    Das gab mir zu Denken. Ist das Verbot von Inzest tatsächlich überholt? Ich begann zu recherchieren, und auf der Wikipedia.de-Seite zu Inzest wird darauf hingewiesen, dass es viele Nationen gibt, in denen Inzest nicht mehr unter Strafe gestellt wird. Darunter sind Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Portugal, die Türkei, Japan und einige südamerikanische Staaten. Frankreich stellt Inzest bereits seit 1810 nicht mehr unter Strafe.

    Desweiteren verbietet das dt. Gesetz ja auch den Geschlechtsverkehr zwischen durch Adoption Verwandte oder Stiefgeschwistern, sowie gleichgeschlechtlichen Inzest, wo das Argument vom 15% höheren Risikos auf Gendefekt ja nu' überhaupt nicht zieht.

    Wie denkt ihr darüber? Sollte Inzest außer Strafe gestellt werden? Oder ist das Verbot ein sinnvoller Schutz der Gesellschaft?
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