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    Zitat von max Beitrag anzeigen
    Reich wird man nicht über Arbeitseinkommen, sondern dadurch, dass man andere Leute für sich schuften lässt - und dafür seine Macht nutzt, die entsprechender Besitz an Vermögen und/oder Produktionsmittel verleit. D.h. die tatsächlich Reichen lassen entweder indirekt (im Fall, dass angeblich das Geld arbeitet, was es natürlich gar nicht kann) oder direkt andere dafür schuften, dass sie im Überfluss leben können.
    Mann, das trieft mal wieder nur so vor Pathetik, Neid, Missgunst und dem verzweifeltem Bestreben, mit aller Gewalt ein hassenswertes Feindbild zu schaffen. Fang mal zu leben an, max.

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      Zitat von max Beitrag anzeigen
      Das ist aber NUR die Einkommenssteuer und nicht das Gesamtsteueraufkommen!!!!
      Die Einkommenssteuer macht ein Drittel des Gesamtsteueraufkommens aus, das Wort "nur" ist also hier vollkommen fehl am Platze.

      Man braucht ja nur mal die Entwicklung der Mehrwertsteuer, des Spitzensteuersatzes, der Vermögens- und Unternehmenssteuern vergleichen.
      Äh ja, und weiter? Dann vergleich es doch mal! Weißt Du wie ein Argument aufgebaut ist? Normalerweise sollte der Behauptung nämlich auch eine Begründung folgen ;-)

      Und wenn Du das gemacht hättest, dann wär Dir eigentlich aufgefallen dass Deine Behauptung eigentlich meinen Standpunkt stützt:

      - Mehrwertsteuer (gibt's übrigens nicht, das heißt Umsatzsteuer, "Mehrwertsteuer" ist Umgangssprache): Hier liegen wir unter dem Durchschnitt (Umsatzsteuer ? Wikipedia) - Volker 1 : Max 0

      - Unternehmenssteuern: Hier liegen wir innerhalb der EU im oberen Viertel(Unternehmensbesteuerung ? Wikipedia) - Volker 2 : Max 0

      - Spitzensteuersatz: Hier liegen wir auch im oberen Viertel (Einkommensteuer (Deutschland) ? Wikipedia) - Volker 3 : Max 0

      - Vermögenssteuer: Welche Entwicklung willst Du da gesehen haben? Die Vermögenssteuer gibt's seit über einem Jahrzehnt nicht mehr und ist auch in anderen Ländern im Vergleich zum Gesamtsteueraufkommen vollkommen zu vernachlässigen. Man kann zwar noch Grundsteuer und Erbschaftssteuer dazuzählen, diese sind aber ebenso irrelevant. Durch die Erbschaftssteuerreform die dieses Jahr in Kraft getreten ist, haben jedoch auch eher Geringverdiener Vorteile. - Volker 4 : Max 0

      Weißt Du was ich glaube? Du sagst einfach irgendwas ("Umverteilung zugunsten der Reichen") kannst es aber nicht ansatzweise begründen?!? ;-)

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        Zitat von V-o-l-k-e-r Beitrag anzeigen
        Die Einkommenssteuer macht ein Drittel des Gesamtsteueraufkommens aus, das Wort "nur" ist also hier vollkommen fehl am Platze.
        Na und, deswegen kann man sich trotzdem nicht einzelne Steuer rauspicken, sondern muss sich das Gesamtaufkommen anschauen, wenn man beurteilen will, wie viel welche Einkommensschichten leisten. Und insgesamt ist das obere Drittel alles andere als unfair besteuert. Siehe Links weiter oben.

        - Mehrwertsteuer (gibt's übrigens nicht, das heißt Umsatzsteuer, "Mehrwertsteuer" ist Umgangssprache): Hier liegen wir unter dem Durchschnitt (Umsatzsteuer ? Wikipedia)
        Und wenn du deine eigene Quelle aufmerksam gelesen hättest, wüsstest du, dass laut dieser Quelle Mehrwertsteuer keineswegs umgangssprachlich ist, sondern die beidene Begriffe parallel verwendet werden. Auf Kassenzetteln/Rechnungen steht übrigens auch immer MwSt.

        Es ist wurscht, wo wir da im internationalen Vergleich liegen, eine Erhöhung der MwSt. (besonders in diesen astronomischen Höhen, wie sie da z.T. diskutiert werden), ist in der jetzigen Situation der größten Unsinn, den man machen kann. Was passiert, wenn der MwSt.-Satz für Grundnahrungsmittel auf einmal fast verdreifacht wird, kann man sich auch denken, ohne Wirtschaftsexperte zu sein. (Davon abgesehen profitieren Grenzregionen u.U. von niedrigeren MwSteuern).

        - Unternehmenssteuern: Hier liegen wir innerhalb der EU im oberen Viertel(Unternehmensbesteuerung ? Wikipedia)
        Ich bin kein Experte, aber bei der Besteuerung von Unternehmen ist in Deutschland soweit ich weiß das große Problem die vielen Ausnahmen und die liberalen Abschreibungsmöglichkeiten. Und dann sind da noch so Herzchen wie Opel, die ihre Gewinne einfach zu Mutti GM nach USA überweisen, um hier darauf keine Steuern zahlen zu müssen.

        - Spitzensteuersatz: Hier liegen wir auch im oberen Viertel (Einkommensteuer (Deutschland) ? Wikipedia)
        Und weiter?

        Die Vermögenssteuer gibt's seit über einem Jahrzehnt nicht mehr
        Das ist das Problem dabei.
        "The only thing we have to fear is fear itself!"

        "The only thing we have to fear is... Herbert Hoover! He's a lizard alien! They walk among us! Ruuuuuuun!"

        "The only thing we have to fear is... Polio! It got me and now it's coming for you! Run for your lives while you still can! I'm contagious!"

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          Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
          Na und, deswegen kann man sich trotzdem nicht einzelne Steuer rauspicken, sondern muss sich das Gesamtaufkommen anschauen, wenn man beurteilen will, wie viel welche Einkommensschichten leisten.
          Ja deswegen habe ich auch jedes einzelne Beispiel widerlegt, welches hier genannt wurde für die angebliche Bevorteilung von Besserverdienenden.

          Und wenn du deine eigene Quelle aufmerksam gelesen hättest, wüsstest du, dass laut dieser Quelle Mehrwertsteuer keineswegs umgangssprachlich ist, sondern die beidene Begriffe parallel verwendet werden. Auf Kassenzetteln/Rechnungen steht übrigens auch immer MwSt.
          Auf Kassenzetteln? Ja klar, dann musst MwSt. natürlich stimmen . Auf Kassenzetteln steht auch "Kein Umtausch ohne Kassenbon", trotzdem kannst Du Ware ohne Kassenzettel umtauschen. Sogar im Wikipedia-Artikel steht: "Das Wort „Mehrwertsteuer“ ist zwar nicht die richtige Bezeichnung für diese Steuer, ist jedoch umgangssprachlich sehr verbreitet."
          Fakt ist: Mehrwertsteuer = falsch, Umsatzsteuer = richtig!

          Es ist wurscht, wo wir da im internationalen Vergleich liegen, eine Erhöhung der MwSt. (...)
          Es ging darum dass in Deutschland angeblich eine massive Umverteilung zugunsten der Reichen stattfindet. Ich hab darauf geantwortet dass die Umsatzsteuer in Deutschland immer noch unterdurchschnittlich hoch ist. "Wurscht" ist das also gar nicht.

          Ich bin kein Experte, aber bei der Besteuerung von Unternehmen ist in Deutschland soweit ich weiß das große Problem die vielen Ausnahmen und die liberalen Abschreibungsmöglichkeiten.
          Soso, das sieht aber z.B. KPMG oder das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) anders. In Vergleichsstudien taucht Deutschland bei der Unternehmensbesteuerung immer ganz oben auf.

          Und dann sind da noch so Herzchen wie Opel, die ihre Gewinne einfach zu Mutti GM nach USA überweisen, um hier darauf keine Steuern zahlen zu müssen.
          Jetzt kommt dieses Märchen schon wieder Die böösen Konzerne die natürlich alle keinen Gewinn machen wollen ;-).

          Das hat sich Opel nicht ausgesucht, die Tochter des US-Amerikanischen Konzerns MUSS 100% seiner Gewinne in die USA abführen.

          Und weiter?
          Ja ihr seid doch die ganze Zeit der Meinung dass die Reichen in Deutschland nicht genug Steuern zahlen. Das war das Gegenbeispiel dafür.

          Das ist das Problem dabei.
          Ja schön saublöd dass wir verfassungswidrige Steuern einfach abschaffen, Sauerei sowas!
          Und wie gesagt kommt ja noch Grundsteuer und Erbschaftssteuer dazu! Durch die Erbschaftssteuerreform die dieses Jahr in Kraft getreten ist, haben jedoch auch eher Geringverdiener Vorteile.

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            Zitat von V-o-l-k-e-r Beitrag anzeigen
            Alle Subventionen und Transferleistungen streichen (evtl. ausgenommen Kindergeld, um die Geburtenzahlen zu steigern) und dann einen Steuersatz von 25% für alle!! Weg von dieser ewigen Hin- und Herschieberei von Geld!
            Das wäre dein ganzer Lösungsansatz und gut is'?
            Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
            Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

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              Zitat von V-o-l-k-e-r Beitrag anzeigen
              Ja schön saublöd dass wir verfassungswidrige Steuern einfach abschaffen, Sauerei sowas!
              Ja, genau! Wär' ja noch schöner, wenn man mit dem eigenen Besitz irgendetwas für das Allgemeinwohl tun müsste, zum Glück schützt uns das GG vor solchem Unsinn.

              Moment, ...
              Zitat von Art. 14 Abs. 2, GG
              Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
              Tja, naja, Vermögen ist doch irgendwie auch Eigentum, nicht?! Und Steuern sind zum Wohle der Allgemeinheit. Puuh, also, irgendwie ist das ja irgendwie gar nicht so verfassungswidrig. Wie kam denn dann damals dieses BVG-Urteil zustande?!

              Zitat von Wikipedia.de
              Das Bundesverfassungsgericht hat die Erhebung der Vermögensteuer im Beschluss vom 22. Juni 1995 für verfassungswidrig erklärt,[2] allerdings gleichzeitig die weitere Anwendung bis zum 31. Dezember 1996 erlaubt. Grund war eine ungerechtfertigte Besserbehandlung von Immobilien gegenüber anderem Vermögen.
              Also war nicht die Steuer an sich verfassungswidrig, sondern das ungleiche Verhältnis zwischen der Versteuerung von Vermögen und Immobilien. Der logische Schluss wäre doch eigentlich, die Besteuerung von Immobilien zu erhöhen, oder?!

              Statt Immobilien, wie vom Urteil gefordert, höher zu bewerten und damit stärker zu besteuern, entschied sich die damalige Bundesregierung, die Vermögensteuer – auch wegen des damaligen Spitzensteuersatzes von 53% + Solidaritätszuschlag – gar nicht mehr zu erheben. Das Vermögensteuergesetz ist aber bisher nicht aufgehoben.
              Quelle: Wikipedia.de| Vermögensteuer (Deutschland)

              Ah, okay, man wollte also bei einem Spitzensteuersatz von 53% keine Steuererhöhungen für Reiche und Vermögende. Macht zumindest oberflächlich Sinn (bei besserem Hinsehen bemerkt man dann doch den Unterschied zwischen Vermögen und Einkommen), und die damalige Schwarz-gelbe Koalition wollte sicherlich nicht dem eigenen Wahlklientel ins Fleisch schneiden. Naja, kann man irgendwie verstehen.

              Aber Momentchen mal, ... Spitzensteuersatz von 53%? Das kann doch nicht ganz stimmen, oder?! Naja, in den 90ern vielleicht, aber heute? Wie hoch ist der heute nochmal?

              Zitat von Wikipedia.de
              * Zu versteuerndes Einkommen 8 000 Euro, Grenzsteuersatz = 14 %, effektiver Steuersatz = 0,3 %
              * Zu versteuerndes Einkommen 12 000 Euro, Grenzsteuersatz = 22 %, effektiver Steuersatz = 6,2 %
              * Zu versteuerndes Einkommen 24 000 Euro, Grenzsteuersatz = 29 %, effektiver Steuersatz = 16,2 %
              * Zu versteuerndes Einkommen 48 000 Euro, Grenzsteuersatz = 39 %, effektiver Steuersatz = 25,3 %
              * Zu versteuerndes Einkommen 96 000 Euro, Grenzsteuersatz = 42 %, effektiver Steuersatz = 33,6 %
              Quelle: Wikipedia.de| Einkommensteuertarif

              42%. Das ist irgendwie erheblich weniger als die 53% von damals. Und wenn der hohe Spitzensteuersatz damals der Grund für die Abschaffung der Vermögensteuer war, und der Spitzensteuersatz heute immerhin 11% unter dem damaligen Satz liegt ... Was spricht nochmal gegen die Vermögensteuer?!

              Und das Abschaffen der Progression in der Einkommensteuer ist so ziemlich der größte Mist, den ich seit langem ... naja, eigentlich nicht der größte Mist, während der aktuellen Krise gibt es ja ziemlich viel ziemlich großen Mist. Aber groß ist dieser Mist schon.
              Waldorf: "Say, this Thread ain't half bad."
              Stalter: "Nope, it's all bad."

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                Zitat von Kai "the spy" Beitrag anzeigen
                42%. Das ist irgendwie erheblich weniger als die 53% von damals. Und wenn der hohe Spitzensteuersatz damals der Grund für die Abschaffung der Vermögensteuer war, und der Spitzensteuersatz heute immerhin 11% unter dem damaligen Satz liegt ... Was spricht nochmal gegen die Vermögensteuer?!
                Mal ganz abgesehen davon das in den USA als Folge der Krise von 29 der Spitzensteuersatz drastisch auf 91 Prozent erhöht wurde.
                Das wäre mal eine vernünftige Maßnahme.
                Deutschland steckt in einer extrem gefährlichen Krise, nun sollten die Leute die sich bisher die Taschen füllen konnten auch ihren Beitrag leisten.
                Ich möchte aber noch mal daran erinnern das es hier um die MWSt geht.
                Dr. Manhattan: "A live human body and a deceased human body have the same number of particles. Structurally there's no difference. "

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                  Wenn ich das richtig verstehe, sind die Prozentwerte aber auf das Geld bezogen, das man über den Betrag in der rechten Spalte hinaus verdient hat. Und der Betrag lag in den 50ern, wo die 91% galten, bei 400.000$, was heute (Inflation) etwa 3 Mio. $ entspricht. Da wären in Deutschland vielleicht unsere ~150 Milliardäre betroffen, aber das wars dann so langsam auch.

                  In der Union scheint man sich noch nciht so ganz sicher zu sien, ob man die Mehrwertsteuer nun erhöhen will oder nicht. Vielleicht mag man es aber auch erst anchd er Wahl zugeben, damit man Steuersenkungen versprechen kann: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,632679,00.html
                  When I get sad, I stop being sad, and be AWESOME instead. True story.

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                    Zitat von Eye-Q Beitrag anzeigen
                    Das wäre dein ganzer Lösungsansatz und gut is'?
                    Ich muss zugeben dass das nicht von mir ist. Hab ich mal wo gelesen, hat irgendein schlauer Mensch eben ausgerechnet. Aber ist doch faszinierend oder? Unser sowieso viel zu kompliziertes Steuerrecht mal ordentlich entrümpeln und schon zahlt jeder von uns 25% Steuern.

                    Zitat von Kai "the spy"
                    Ja, genau! Wär' ja noch schöner, wenn man mit dem eigenen Besitz irgendetwas für das Allgemeinwohl tun müsste, zum Glück schützt uns das GG vor solchem Unsinn.
                    Wenn Du die Verfassung als "Unsinn" bezeichnest, Deine Sache! Abgesehen davon ist in allen Ländern die Vermögenssteuer quantitativ absolut zu vernachlässigen und macht meistens ca. 1% am Gesamtsteueraufkommen aus.

                    42%. Das ist irgendwie erheblich weniger als die 53% von damals. Und wenn der hohe Spitzensteuersatz damals der Grund für die Abschaffung der Vermögensteuer war, und der Spitzensteuersatz heute immerhin 11% unter dem damaligen Satz liegt ... Was spricht nochmal gegen die Vermögensteuer?!
                    Die 42% stimmen nicht, Du hättest den ganzen Link lesen sollen ;-). Diesem Wert muss noch der Solidaritätszuschlag zugerechnet werden, außerdem gibt es seit 2007 eine "Reichensteuer" (45%).

                    http://de.wikipedia.org/wiki/Einkomm...r_(Deutschland)
                    Gerundet 47,48% sind korrekt. Hab ich übrigens auch schon aufgeführt.

                    Berechnet sich so:
                    45% + (5,5 % von 45 %) = 47,475 %

                    Und das Abschaffen der Progression in der Einkommensteuer ist so ziemlich der größte Mist, den ich seit langem ... naja, eigentlich nicht der größte Mist, während der aktuellen Krise gibt es ja ziemlich viel ziemlich großen Mist. Aber groß ist dieser Mist schon.
                    Ich will jetzt nicht darüber reden wie man das gegenfinanziert usw., sondern es geht hier mehr um Schlagworte wie Gerechtigkeit/Moral/etc.

                    Denk mal unvoreingenommen darüber nach: Alle Menschen sind gleich, ein Reicher ist nicht mehr oder weniger wert als ein Armer. Warum sollte ein Reicher prozentual (!) mehr Steuern zahlen als ein Armer? (Einen Freibetrag sollte es natürlich trotzdem noch geben)

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                      Zitat von Kai "the spy" Beitrag anzeigen
                      Also war nicht die Steuer an sich verfassungswidrig, sondern das ungleiche Verhältnis zwischen der Versteuerung von Vermögen und Immobilien. Der logische Schluss wäre doch eigentlich, die Besteuerung von Immobilien zu erhöhen, oder?!
                      Man denke hier jedoch auch an den schwäbischen Häuslebauer, der sein Haus verkaufen muss, weil er nicht das Einkommen hat die Vermögenssteuer zu bezahlen. Da müssten unmögliche Ausnahmeregelungen her, die wiederum nur zur Verfassungswidrigkeit führen.

                      42%. Das ist irgendwie erheblich weniger als die 53% von damals. Und wenn der hohe Spitzensteuersatz damals der Grund für die Abschaffung der Vermögensteuer war, und der Spitzensteuersatz heute immerhin 11% unter dem damaligen Satz liegt ... Was spricht nochmal gegen die Vermögensteuer?!
                      Eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes wird ja inzwischen wieder von vielen Parteien diskutiert. Mich würden nur mal Zahlen interessieren wie viel das letztendlich in die Kassen bringt. Irgendwer wird da doch bestimmt beauftragt sein das zu prognostizieren.
                      Denn natürlich kann man die Progression nicht ins Unendliche fortführen. Irgendwann erreicht man einen Höhepunkt an Staatseinnahmen, bei noch höheren Sätzen sinken die Einnahmen dann wieder. Sinn macht es aus Staatsicht natürlich nur den Höhepunkt an Einnahmen zu finden und nicht alleine aus ideologischen Gründen abschöpfen zu wollen.

                      Vermögenssteuer + Einkommenssteuer dürfen halt laut Verfassungsgericht zusammengenommen nicht mehr als 50% des Eigentums angreifen, abgeleitet aus das Eigentum ist garantiert und das Eigentum verpflichtet.

                      Im übrigen ist der höchste Einkommenssteuersatz derzeit bei 45%; 47,475 % mit Solidaritätszuschlag.

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                        Zitat von newman Beitrag anzeigen
                        Man denke hier jedoch auch an den schwäbischen Häuslebauer, der sein Haus verkaufen muss, weil er nicht das Einkommen hat die Vermögenssteuer zu bezahlen. Da müssten unmögliche Ausnahmeregelungen her, die wiederum nur zur Verfassungswidrigkeit führen.
                        Sowas kann man ja glücklicherweise über Freibeträge lösen, weshalb eine Vermögenssteuer schon Sinn machen kann, auch wenn sie wegen der "winzigen" Summen in der Praxis wohl nur genutzt werden kann, um die Verteilung der Steuerlast etwas gerechter zu machen und nicht um großartig Geld (zusätzlich) einzunehmen.
                        Der Ströbele hatte glaub ich mal einen Freibetrag von 200.000€ pro Erwachsenen und 50.000€ pro Kind vorgeschlagen. Eine Familie mit zwei Kindern hätte somit 500.000€ frei (bzw. nach dem Auszug der Kinder noch 400.000€). Da werden die meisten schwäbischen Häuslebauer vermutlich nicht allzuweit darüber liegen, weshalb man sich das 1% Steuer dann auch gerade noch leisten könnte (wenn man überahupt noch irgendwas zahlen müsste).
                        Natürlich müsste man das Gesamtkonzept dann so anpassen, dass die Leute ihre Steuern in jedem Fall noch aus ihren Einnahmen bezahlen können und kein Vermögen aufgeben müssen.
                        Zuletzt geändert von Makrovirus; 26.06.2009, 10:08.
                        When I get sad, I stop being sad, and be AWESOME instead. True story.

                        Kommentar


                          Ach ja, was die Progression angeht, sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass ein proportionaler Tarif natürlich eine progressive Wirkung entfaltet. Weil man hier manchmal den Eindruck haben könnte, die Progression wäre in ihrer Wirkung irgendwann aufgehoben.

                          Zitat von Makrovirus
                          auch wenn sie wegen der "winzigen" Summen in der Praxis wohl nur genutzt werden kann, um die Verteilung der Steuerlast etwas gerechter zu machen und nicht um großartig Geld (zusätzlich) einzunehmen.
                          Mit anderen Worten, Symbolpolitik.
                          Man tut niemandem wirklich weh und wiegt die Kleinen in Sicherheit, dass sie jetzt ja gerechter behandelt würden.

                          Und wehe die Herrn lassen sich scheiden und sind plötzlich alleine. Die Ehe ist schließlich kein Spaß, sondern ein Zweckbündnis.
                          Sprechen wir dann eigentlich von einem Freibetrag pro Vermögensart oder pro Vermögen?
                          Ich sehe da schon einige Probleme wenn man absolut alle Vermögensarten gleich behandeln möchte.

                          Zitat von Makrovirus
                          Natürlich müsste man das Gesamtkonzept dann so anpassen, dass die Leute ihre Steuern in jedem Fall noch aus ihren Einnahmen bezahlen können und kein Vermögen aufgeben müssen.
                          Was dann ja irgendwie am Sinn und Zweck einer Vermögenssteuer vorbeigeht. Unbürokratischer und mit weit weniger Bewertungsschwierigkeiten versehen, wäre es dann doch wenn man einfach unmittelbar diese Einnahmen höher besteuert.

                          Unser Steuersystem möchte Leistungsfähigkeit höher besteuern, wer leistungsfähiger ist höher und wer weniger leistungsfähig ist geringer. Das ist der Maßstab. Und in meinen Augen sind Einkommen und Konsum klare Maßstäbe für Leistungsfähigkeit, Vermögen an sich dagegen nicht automatisch. Geldvermögen ist ein Hinweis auf hohe Leistungsfähigkeit. Ein Haus erhöhrt dagegen keine Leistungsfähigkeit, erst wenn ich das Haus verkaufe wird diese wieder erhöht. Anstatt also mehrfach zu besteuern, die Einkommenserzielung, die Einkommensverwendung und das gekaufte Objekt, greif ich doch lieber auf der ersten Stufe, wo man auch noch schlechter ausweichen kann, etwas stärker zu.
                          Zuletzt geändert von newman; 26.06.2009, 10:36.

                          Kommentar


                            Es gäbe alternativ auch die Möglichkeit, bei der Vermögensteuer einfach den Grenzwert etwas anzuheben. Kaum ein Häuslebauer dürfte ein Haus im Wert von mehr als 300.000 Euro haben. 500.000 Euro als Grenzwert für die Steuerpflicht wären wohl angemessen.

                            Kommentar


                              Zitat von Makrovirus Beitrag anzeigen
                              Sowas kann man ja glücklicherweise über Freibeträge lösen, weshalb eine Vermögenssteuer schon Sinn machen kann, auch wenn sie wegen der "winzigen" Summen in der Praxis wohl nur genutzt werden kann, um die Verteilung der Steuerlast etwas gerechter zu machen und nicht um großartig Geld (zusätzlich) einzunehmen.
                              Der Ströbele hatte glaub ich mal einen Freibetrag von 200.000€ pro Erwachsenen und 50.000€ pro Kind vorgeschlagen. Eine Familie mit zwei Kindern hätte somit 500.000€ frei (bzw. nach dem Auszug der Kinder noch 400.000€). Da werden die meisten schwäbischen Häuslebauer vermutlich nicht allzuweit darüber liegen, weshalb man sich das 1% Steuer dann auch gerade noch leisten könnte (wenn man überahupt noch irgendwas zahlen müsste).
                              Natürlich müsste man das Gesamtkonzept dann so anpassen, dass die Leute ihre Steuern in jedem Fall noch aus ihren Einnahmen bezahlen können und kein Vermögen aufgeben müssen.
                              Also an Bürokraten fehlt es in diesem Thema schon mal nicht

                              Wir wissen doch schon seit Jahrzehnten woran unser Steuerrecht krankt:
                              - Kompliziert
                              - intransparent
                              - beratungsaufwendig
                              - unzählige Sonderregelungen und Ausnahmen

                              Und was lese ich dazu als Lösungsvorschlag? NOCH mehr Vorschriften, Gesetze, Sonderregelungen, usw.

                              Prima

                              Kommentar


                                Zitat von V-o-l-k-e-r Beitrag anzeigen
                                Ich muss zugeben dass das nicht von mir ist. Hab ich mal wo gelesen, hat irgendein schlauer Mensch eben ausgerechnet. Aber ist doch faszinierend oder? Unser sowieso viel zu kompliziertes Steuerrecht mal ordentlich entrümpeln und schon zahlt jeder von uns 25% Steuern.
                                Faszinierend? Ich fände das unfassbar, wenn das kommen würde! Und neu sind solcherlei Unfug ja nicht. Auch unser ehemaliger Finanzminister wollte so eine "Flattax".
                                Von mir ausgehend, von dem ohnehin niedrigen (Kollektivvertrags)Lohn würden nochmals knapp 5% abgezogen werden. Und ich bekomme ca ~1240€/Monat, brutto. Und was ich so hier gelesen habe (im dt. Vergleich), stehe ich noch relativ gut da. Mein "Vorteil" ist, dass ich (noch) Student bin, keine Position zum verhandeln, sich dann aber (hoffentlich) meine Situation ab Herbst/Winter ändern. Jedenfalls kommt man mit dem Nettoverdienst gerade mal so lala aus. Und wenn ich bedenke, dass jemand noch ne Familie oder sonstiges mit so einem Mickergehalt durchbringen muss... Sprünge sind da keinesfalls drinnen bzw reissen die einen extrem zurück.
                                Wenn man sich vor Augen hält wieviele Menschen niedrige Gehälter beziehen und sich dadurch ihre Abgaben erhöhen, dafür aber jene die viel verdienen auf einen Schlag um 20 oder mehr % entlastet (sofern sie jemals überhaupt ihre "eigentliche" Besteuerung zahlen!), so käme das einer noch ungeheurlicheren Umverteilung von unten nach oben gleich.

                                Was nun Steuerrecht allgemein betrifft (wie gesagt, kann nur von Österreich sprechen), die Möglichkeiten sich sein Gehalt klein zu rechnen sind ziemlich unbegrenzt, um sich dann Lohnsteuer (oder Einkommenssteuer, je nach dem wie man in AUT verdient) zu sparen (bzw um sich vor dieser zu drücken).
                                Ich hatte einige Fälle bearbeitet, wo jemand einen Jahresverdienst von 200.000€ hatte und sage und schreibe legendäre 17% abgezogen wurden (3,5% weniger als bei mir!), bei einem theoretischen Spitzensteuersatz von ~50%. Sicherlich, ein "Sonderfall", aber ich hab im ersten Moment gedacht ich seh nicht richtig.
                                Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
                                Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

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