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Pressefreiheit - im großen und im kleinen Stil

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    #46
    Zitat von max Beitrag anzeigen
    Und was sagst du zu einem Begutachtungsprozess durch andere Journalisten?
    Und wer setzt das Journalistengremium zusammen? Schließlich sind Journalisten oft politisch ziemlich eingefärbt. Stell dir einfach mal ein Gremium mit lauter neoliberalen Wirtschaftsjournalisten vor und du weißt, was ich mein

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      #47
      Zitat von max Beitrag anzeigen
      Wir leben nicht auf dem Mond und warten darauf, dass der erste Mensch sich entwickelt.
      Wie immer traust du dem menschlichen Allgemeindenken zu viel zu. Wir sind noch lange nicht so weit entwickelt, wie wir das gerne hätten. Ich wage sogar zu sagen, dass wir in westlich orientierten Ländern und in Wohlstand aufgewachsenen Menschen zu bedeutend abartigeren Monstern würden als andere, sollte sich unsere Lage entweder durch eine Klimakatastrophe oder einen politischen Umsturz drastisch revidieren.

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        #48
        Zitat von max
        Wenn du das als unfrei sehen willst, dein Problem. Das ist aber nun mal Lichtjahre freier, als wenn ein irgendwelche Bosse befehlen.
        Es ist technokratischer, aber deswegen nicht freier. Wenn ein Investor (also ein böser Boss, im Gegensatz zum guten Kollegen) entscheidet, entscheidet der genauso nach überprüfbaren Kriterien, die sicher etwas andere Grundlagen haben, aber nicht weniger transparent sind.
        Was nun also das Betteln bei älteren Kollegen um Mittel freier als das bei Kapitalisten machen soll, ist mir nicht ganz klar.

        Wo ist das lachhaft? Dadurch gibt es keine Abhängigkeit der Wissenschaft.
        Natürlich gibt es die. Sie ist halt von ihrem eigenen Mainstream (z.B. wer-hat-wann-wie-viele-Paper-wo-veröffentlicht scoring) abhängig, was Aussenseitern erhebliche Steine bei der Berufswahl "Wissenschaftler" in den Weg legt und dafür sorgt, dass Leute, die nicht diesem Mainstream entsprechen ganz schnell entsorgt werden. Das ist ja im Großen und Ganzen auch ganz gut so, sorgt aber dafür, dass Wissenschaftler eben nicht völlig frei sind.
        können wir nicht?

        macht nix! wir tun einfach so als ob!

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          #49
          Zitat von newman Beitrag anzeigen
          Und wer setzt das Journalistengremium zusammen?
          Da können entweder die Gutachter direkt gewählt werden oder man wählt Koordinatoren, die dann Gutachter einsetzen.

          Zitat von blueflash
          Es ist technokratischer, aber deswegen nicht freier.
          Natürlich ist es freier, da als einziges Kriterium die journalistische Qualität zählt. Alle anderen möglichen Gründe - z.B. Motive und Interessen von Investoren - spielen keinerlei Rolle.
          Zitat von blueflash
          Sie ist halt von ihrem eigenen Mainstream (z.B. wer-hat-wann-wie-viele-Paper-wo-veröffentlicht scoring) abhängig, was Aussenseitern erhebliche Steine bei der Berufswahl "Wissenschaftler" in den Weg legt und dafür sorgt, dass Leute, die nicht diesem Mainstream entsprechen ganz schnell entsorgt werden. Das ist ja im Großen und Ganzen auch ganz gut so, sorgt aber dafür, dass Wissenschaftler eben nicht völlig frei sind.
          Das sorgt dafür, dass Wissenschaftler nicht unabhängig von Ergebnissen und Qualität ihrer Arbeit sind. Aber das ist nun mal selbstverständlich und keine Einschränkung ihrer Freiheit. Natürlich werden für Anfänger andere Regeln als für etablierte Wissenschaftler angewendet - was ja heute der Fall ist.

          Zitat von Sinclair_
          Wie immer traust du dem menschlichen Allgemeindenken zu viel zu.
          Ich sehe keinerlei Zusammenhang zum Thema hier.
          Resistance is fertile
          Für die AGENDA 3010! 30-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich und 10 Euro gesetzlichem Mindestlohn!
          The only general I like is called strike

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            #50
            Natürlich ist es freier, da als einziges Kriterium die journalistische Qualität zählt.
            Die Frage ist ob gerade im Journalismus diese Qualitätskontrolle nicht am Ende Zensur bedeutet.

            Der Vergleich zur Wissenschaft hinkt imho. Den Qualitätsbegriff kann nicht 1:1 übertragen werden.
            Der Journalismus hat zwei zentrale Aufgaben, die noch über der objektiven Qualität stehen. Kontrolle durch eine freie Berichterstattung und damit in Verbindung stehenden dem Bürger Zugang zu Informationen aus möglichst allen Weltanschauungen entweder aktiv zu ermöglichen oder wenigstens nichts dagegen zu unternehmen. Das ist nur möglich, wenn man auch alle möglichen Weltanschauungen zulässt, selbst wenn die strohdumm sind.

            Es ist die Aufgabe des Bürgers danach zu filtern, was er für wichtig hält, nicht die eines Gremiums. Anderenfalls kann Demokratie kaum gewahrt werden, freie Informationsvielfalt ist Bedingungen, dass der Bürger sich ein eigenes Bild machen kann.
            Das ist der Unterschied zur Wissenschaft, die keine demokratischen Aufgaben beinhaltet, in welcher man nicht Informationsvielfalt, sondern Korrektheit haben möchte.

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              #51
              Zitat von newman Beitrag anzeigen
              Es ist die Aufgabe des Bürgers danach zu filtern, was er für wichtig hält, nicht die eines Gremiums.
              Das ist der Unterschied zur Wissenschaft, in welcher man nicht Informationsvielfalt, sondern Korrektheit haben möchte.
              Es gibt nun mal einen Unterschied zwischen Inhalten und Methoden. Ein solches Gremium dürfte nicht die Meinungen beurteilen, sondern nur die Methoden. Also ob recherchiert wird, korrekt zitiert wird etc.

              Ich hatte ja schon darauf hingewiesen, dass ich ein solche Begutachtung für besser halten würde, als die heutige Form der Finanzierung der Presse. Natürlich wäre das nicht perfekt. Besser wäre es, wenn der Zugang zu Informationen kostenlos ist und die diejenigen, die schreiben, einen gesicherten Lebensunterhalt unabhängig von ihrer Tätigkeit haben (eben dadurch, dass jeder gleichen Zugang zu allen Ressourcen hat).

              Der Vorschlag mit der Begutachtung bezog sich auf die heutige Situation. Also auf eine Situation, in der man darauf angewiesen ist, irgendwie seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Und dieser Zwang bedeutet halt, dass man sehr leicht in Abhängigkeiten gerät.
              Resistance is fertile
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