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Design-Buch "Star Trek - The Art of John Eaves"

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    Design-Buch "Star Trek - The Art of John Eaves"

    Gleich zu Beginn des neuen Jahres habe ich die Gelegenheit, ein Sachbuch zu rezensieren, das wieder einmal meine beiden Lieblingsthemen - "Star Trek" und "Design" - miteinander verbindet. Der amerikanische Verlag "Titan Books" versorgt mich zum Glück in letzter Zeit regelmäßig mit solchen Büchern und auch "The Art of John Eaves" ist wieder ein hervorragendes Buch geworden!
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    Die Gestaltung der Sachbücher von "Titan Books" variiert, aber diesmal hat das Buch ein bekanntes Format: Genauso wie Joe Nazzaros Buch über Joel Harlows Maskenarbeit an "Star Trek Beyond" misst auch dieses Buch über den Konzeptzeichner John Eaves 26 x 31 cm. Es handelt sich auch wieder um ein 200 Seiten umfassendes Hardcover mit Schutzumschlag. Soweit zu den Ähnlichkeiten. Worin sich Nazzaros Buch über John Eaves von ähnlichen Büchern vor allem unterscheidet, ist der Umstand, dass er sich in diesem Design-Buch nicht auf ein einzelnes Werk konzentriert oder eine einzelne Serie oder Filmreihe, sondern auf das Schaffen von John Eaves für "Star Trek" über einen Zeitraum von über 30 Jahren! Das Buch setzt dabei nicht erst bei seiner ersten Arbeit für dieses Franchise ein, sondern beginnt biographisch, erzählt welche Inspiration das Kino der 70er-Jahre - allen voran "Der weiße Hai" - für ihn war, den Beruf des Designers und Zeichners zu erlernen bzw. sein natürliches Talent zu nutzen. Schon das erste Kapitel des Buches, in dem Eaves' Werdegang bis zu seinem ersten Engagement bei "Star Trek" beschrieben wird, strotzt nur so von Bildern, die Eaves in seiner Kindheit und Jugend erstellt hat. Die Zeichnungen, die oft Flugzeuge oder Szenen aus damals populären Kinofilmen und Serien zeigen, sind schon enorm beeindruckend!

    Das folgende Kapitel geht dann auf seine erste Arbeit für "Star Trek" ein. Obwohl ich sicher schon viel über John Eaves und vor allem seine Designs gelesen habe, hat es mich überrascht zu erfahren, dass seine Karriere bei "Star Trek" bereits mit dem 5. Kinofilm "Am Rande des Universums" begann und nicht erst mit dem 7. Film "Treffen der Generationen". Allerdings war er im 5. Film noch am Bau der Modelle und Requisiten beteiligt und noch nicht in der zeichnerischen Abteilung - wenngleich sein Talent auch damals schon zum Einsatz kam, wie Entwürfe für ein Shuttle und eine "Bedienungsanleitung" für einen Phaser belegen.

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    So richtig im Art Department angekommen war Eaves aber schließlich mit dem 7. Kinofilm und seither war er an jedem weiteren Kinofilm beteiligt. Dieses Buch präsentiert eine Fülle an Bildern und Informationen und doch - vor allem wenn man Eaves' Homepage, seinem Blog und der Facebook-Seite folgt - weiß man, dass man hier trotzdem nur einen ganz kleinen Teil seiner Arbeit präsentiert bekommt. Aber die Auswahl der Zeichnungen finde ich dennoch gut. Es ist natürlich vieles dabei, was mir schon in anderen Publikationen untergekommen ist, aber auch Neues bzw. Alternatives, das es nicht auf die Leinwand oder auf den Bildschirm geschafft hat.

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    Bildschirm ist ein gutes Stichwort: Im TV-Bereich hat Eaves zwar auch hin und wieder für "The Next Generation" und "Voyager" gearbeitet, am deutlichsten von seiner Handschrift geprägt waren aber sicher die Requisiten und Raumschiffe in den Serien "Deep Space Nine", "Enterprise" und nun "Discovery". Für die jüngste Serie zeichnet er vor allem für die Sternenflotten-Raumschiffe verantwortlich, die er nach den recht strikten Vorgaben des einstigen Showrunners Bryan Fuller erstellte. Dieses Kapitel zu "Discovery" ist natürlich sehr interessant, da man bislang noch nicht allzu klare Einblicke in die kreativen Prozesse der neuesten "Star Trek"-Serie bekam. Das vorliegende Buch präsentiert dem Leser nun erstmals viele neue Entwürfe und im Text auch, wie es ist, vorgegebenen Designrichtungen zu folgen, die man als Zeichner selbst nicht für ideal hält. (Irgendwann wäre es auch mal interessant zu erfahren, worauf Fuller mit seinen sehr kontroversen Designvorgaben überhaupt hinauswollte. Dem Text zufolge scheint John Eaves es ebenfalls nicht zu wissen.)


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    Fazit: Die Herangehensweise, das Schaffen eines einzelnen Künstlers für ein gesamtes Franchise als Thema eines Sachbuches auszuwählen, ist ein interessanter und erfrischender Ansatz. Auf halbem Weg positioniert zwischen einem "Making-of" und einer Künstlerbiographie und ich denke, dass "The Art of John Eaves" sehr erfolgreich dabei ist, diese beiden Herangehensweisen zu verbinden, aber die Werke selbst dabei nie aus den Augen verliert. Bei einem 200seitigen Buch, das vorrangig Eaves' Arbeit an 8 Kinofilmen und 3 Serien beschreibt und wiedergibt, darf man natürlich keine Vollständigkeit erwarten. Ich finde aber, dass Nazzaro eine gute Auswahl getroffen hat und der Text ebenfalls sehr informativ ist, die Inspiration für gewisse Designs beschreibt oder warum schließlich der eine Entwurf zum Zuge kam, aber ein anderer abgelehnt wurde - oder für etwas anderes herangezogen wurde. Nur in zwei Artikeln scheint es mir, dass die Reihenfolge der Absätze nicht ganz stimmig ist.

    Natürlich lassen einen die Auszüge aus den einzelnen Serien und Filmen wünschen, es gäbe zu ihnen allen ausführliche Design-Bücher, aber ein solches zu erschaffen war nicht das Hauptziel von Joe Nazzaro. Am ehesten entspricht dieses Buch einer ausgedehnten Variante eines Kapitels aus dem Skizzenbuch zur klassischen Serie. Auch hierin stehen in jedem der 4 Kapitel je ein Designer und seine Werke für "Star Trek" im Mittelpunkt. Weniger vergleichbar ist "The Art of John Eaves" mit dem Skizzenbuch zu "Treffen der Generationen" und "Der Erste Kontakt", an dessen Gestaltung Eaves zwar mitgewirkt hat, das neben seinen eigenen Entwürfen aber auch die Arbeiten der anderen beteiligten Designer enthält. Ich hoffe, dieser Vergleich mit anderen Büchern hilft dabei, Nazzaros Buch einigermaßen einzuordnen.


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    Bewertung: Mir gefiel das Buch wirklich sehr und es konnte mich mit seinem Inhalt auch öfter überraschen, als ich es für möglich gehalten hätte. Denn immerhin betrachte ich mich als jemanden, der mit Eaves' Arbeit - speziell seit Mitte der 90er-Jahre - recht gut vertraut ist. Der Wunsch nach noch mehr Inhalt ist bei mir natürlich immer vorhanden, wenn ich so ein Buch durch habe, aber es liegt natürlich auf der Hand, dass man Vollständigkeit von dieser Art Sachbuch nicht erwarten darf und sich der Auswahl des Autors unterwerfen muss. Joe Nazzaro hat hier wirklich gute Arbeit abgeliefert, nur manchmal hätte ich mir gewünscht, wenn er etwas länger bei einem Thema verharrt wäre. Daher gebe ich dem Buch "nur" starke 5 von 6 Sterne, es ist aber an der Höchstnote schon sehr nahe dran.


    Anmerkung: Wer sich weitere Zeichnungen von John Eaves ansehen möchte, dem empfehle ich die Galerie auf seiner offiziellen Homepage (https://www.johneavesart.com/apps/photos/) sowie das Durchstöbern seines 2013 eingestellten oder noch immer online befindlichen Blogs (https://johneaves.wordpress.com/).

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    Diese und weitere Buch- sowie Comic-Rezensionen wie auch meine eigenen FanFiction-Romane zum Gratis-Download findet ihr auf meinem Blog:
    https://rumschreiber.wordpress.com/
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