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Making-of-Buch "Star Trek – The Motion Picture: Inside the Art & Visual Effects"

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    Making-of-Buch "Star Trek – The Motion Picture: Inside the Art & Visual Effects"

    Im Dezember 2019 feierte der allererste Star Trek-Kinofilm sein 40-Jahr-Jubiläum und ursprünglich war geplant, zeitnah zu diesem Jahrestag ein Buch über dessen Design und auch aus heutiger Sicht immer noch eindrucksvoll inszenierten Effekte herauszubringen. Die Corona-Pandemie hatte – wie auf vieles andere – auch auf diesen Zeitplan Auswirkungen, aber Anfang September 2020 ist „Inside the Art & Visual Effects“ mit ein paar Monaten Verspätung endlich erschienen.

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    Das Buch ist ein 31 x 28 cm großer Hardcover-Band mit Schutzumschlag. Ein schön großes Format, um die vielen, vielen Fotos und Zeichnungen auf über 190 Seiten detailreich abzubilden. Und die Autoren Jeff Bond (Verfasser von einigen anderen Star Trek-Sachbüchern) und Gene Kozicki (ein Experte für Visuelle Effekte) haben wirklich tief in den Paramount-Archiven gegraben und jede Menge bisher unbekanntes Bildmaterial zutage gefördert.

    Dabei begannen die beiden noch nicht einmal mit dem Material zu „The Motion Picture“. Das Buch startet ganz am Anfang mit den ersten Ideen, „Star Trek“ in den 70er-Jahren wiederzubeleben. Vom geplanten Kinofilm „Planet of the Titans“ über die zweite TV-Serie, die man heute als „Phase II“ kennt bis hin zur endgültigen Entscheidung, den angesehenen Regisseur Robert Wise zu engagieren, um „The Motion Picture“ zu inszenieren. Ein Film mit enormen visuellen Herausforderungen, deren Bewältigung bekanntlich nicht ganz reibungslos verlief und mit denen Robert Wise bis zum Jahr 2001 und der Veröffentlichung des Director’s Cut des Films nie zufrieden war.
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    Was die Erstellung der visuellen Effekte des Films so kompliziert machte, war das Zusammenkommen zweier Faktoren: Zum einen die frühe Fixierung eines Starttermins des Films mit festen Buchungen der Kinosäle. Und zum anderen, dass das erste für die Effekte zuständige Studio eine Herangehensweise hatte, die sich mit einer solchen Deadline einfach nicht vertrug. Trotzdem gefällt mir, wie neutral die beiden Autoren über die Arbeit von Bob Abel & Associates berichten. Abel schwebte ein visuell überwältigender Film vor mit Effekten, die für die damalige Zeit auf recht experimentelle Weise umgesetzt wurden.
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    Einen kleinen Einblick in den visuellen und Laserlicht-manipulierenden Stil von deren Effekten gibt die im Film verbliebene Wurmloch-Sequenz und die Entsendung der V’ger-Sonde auf die Brücke der Enterprise. Außerdem wurden Raumschiffszenen – wie der Kampf der Klingonen gegen V’ger – sehr dynamisch geplant und mittels 3D-Modellen am Computer vorab simuliert. Eine Herangehensweise, die sich aber nicht mit der Realität beim Filmen der physischen Modelle vertrug, wie Abels Nachfolger John Dykstra berichtete.
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    Die Arbeitsweise von Dykstra und seinen Mitarbeitern war angesichts der Deadline, die Paramount gesetzt hatte, eine ganz andere. Sie war wesentlich konventioneller. Man plante die Aufnahmen in einer Weise, die kein Herumprobieren erforderte, sondern bei denen man sich auf die eigene jahrelange Erfahrung berief und sich sicher war, dass sie von Anfang an funktionieren würden. Dennoch tat man alles menschenmögliche, um Robert Wise‘ Vision eines visuell beeindruckenden Films in die Realität umzusetzen – aber nun mit bewährten Mitteln. Und ich persönlich denke, dass das Ergebnis im Endeffekt auch eher für Dykstra und gegen Abel spricht. Die wenigen Szenen von Abel, die im Film verblieben sind, sind schon außergewöhnlich – allen voran die Wurmloch-Sequenz. Aber stelle ich mir vor, der Film wäre überflutet worden von solch auffälligen Effekten, würde er heute vielleicht wie der erste „Tron“-Film wirken. Der hat zweifellos seinen Charme, aber wirkt heutzutage handwerklich doch etwas antiquiert. Dank der Verwendung konventionellerer Effekte, finde ich, dass „The Motion Picture“ besser gealtert ist und die wenigen experimentellen Effekte von Abel, die im Film blieben, schöne Highlights hier und da setzen.
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    Bewertung: Wie man an meinem Text merkt, hat es dieses Buch wirklich geschafft, mich zu Gedanken anzuregen – zu Überlegungen, wie „Star Trek – The Motion Picture“ mit einem anderen Stil an Effekten hätte aussehen können. Bond und Kozicki gehen in diesem Bild-intensivem Band diesbezüglich vielleicht nicht ganz ins Detail – eben auch, weil viele Aufnahmen von Abel nie vollendet werden konnten – aber der Eindruck von dieser alternativen Version des Films wird meiner Meinung nach trotzdem gut vermittelt. Und zugleich werden die tatsächlich für den Film umgesetzten Effekte gut dokumentiert und parallel dazu auch der Design-Prozess von Modellen, Sets, aber auch von Requisiten, Kostümen und Masken behandelt. Und auch der Director’s Cut (dessen 4K-Remastering ebenfalls wegen Corona leider stockt, aber nach jüngsten Informationen von Daren Dochterman immer noch aktives Thema bei Paramount ist), bekam ein Kapitel spendiert.
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    Dass ich diesem Buch „nur“ 5 von 6 Sterne gebe, liegt daran, dass die Themen „Effekte“ und „Design“ nicht ganz ausgewogen behandelt werden und damit der Titel des Buches ein wenig irreführend ist. Der Fokus liegt doch deutlich stärker auf den Effekten und wenn hier natürlich auch das Design bei der Gestaltung von Raumschiffminiaturen und Szenenabläufen eine Rolle spielt, ist das Thema doch vor allem technisch und kommt etwas trocken rüber. Etwas mehr Tiefe bei den kreativen Design-Prozessen abseits der Effekte hätte für etwas mehr Auflockerung sorgen können.

    Allerdings gibt es bereits andere Sachbücher, die sich stärker auf das Design konzentrieren, aber nicht allein dem ersten Kinofilm gewidmet sind. Sehr umfangreiche Kapitel wurden diesem besonderen Film z.B. in den Büchern „Star Trek Design“ und „Star Trek Kostüme“ gewidmet, die ich beide sehr empfehlen kann.



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