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    Also, für den Text MÜSST Ihr euch Zeit nehmen, der ist echt gut. Ich habe mir mal die Mühe gemacht den abzutippen. (Als ich den gelesen habe, habe ich mich fast halbtot gelacht... - Ich hatte den schonmal woanders gepostet, deshalb will ich ihn Euch nicht vorenthalten. )

    Abenteuerspielplatz

    Linux, dieses freundliche und sichere Betriebssystem, diese kosten- und nervensparende Alternative zu Windows, der Tritt den Hintern von Bill Gates, der Triumph der Open-Source-Philosophie. Das war vielleicht was. Es sollte Suse Linux 6.2 sein, weil es der Marktführer war, und obwohl mir das auch schon wieder Microsoft-ähnlich vorkam, und obwohl mir nicht ganz klar war, warum ich für drei CDs mit frei verfügbarer Sorftware 99 Mark bezahlen musste, dachte ich doch: Es muss sein. Das ist überhaupt die größte Falle im Umgang mit Computern, der Gedanke, es müsse einfach sein. Nun ja, vielleicht sollte ich einfach zugeben, dass ich ein neues Spielzeug wollte. Computer sind schlicht und ergreifend meine Eisenbahn, und das ständige Herumgebastele an ihnen hat den Vorteil, als Beweis für Zukunftskompetenz zu gelten, es ist in den Augen der Öffentlichkeit kein regressives Kind-im-Mann-im-Hobbykeller-Gescheiße, sondern das Gelbe vom Ei, das, worauf es ankommt, ernsthafte Arbeit.

    Suse Linux 6.2 und der Compaq Armada 1575D: Uiuiuiui. Ich öffnete die Verpackung, und das Handbuch klappte wie von selbst an der Stelle auf, wo es hieß: 'Linux in 30 Minuten.' Das ermutigte mich, denn eine Neuinstallation von Windows nimmt einen ganzen Abend in Anspruch, und ein Betriebssystem, das in seinem Handbuch von sich selbst behaupten konnte, es sei unter günstigen Umständen in 30 Minuten startklar, beeindruckte mich.

    Also krempelte ich die Ärmel hoch. 20:00 Uhr. Zwei Stunden später bemerkte ich, dass das mit der halben Stunde nichts mehr werden würde. Eigentlich hätte ich jetzt aufhören wollen, aber das ging leider nicht: Die Festplatte meines nigelnagelneuen Laptops war so blank wie ein Kinderpopo, und hätte ich jetzt mit allem aufgehört, hätte ich den Laptop genauso gut als Topfuntersetzer beim Mittagessen benutzen oder zum Fenster hinauswerfen können, es hätte keinen Unterschied gemacht. Dieses eigenartige Gefühl, wenn man genau weiß, dass man den Bogen überspannt hat, dass der Spieltrieb einen zu weit in unerforschte Gebiete hineingetragen hat. Handbuch hin oder her, und wenn man zusätzlich weiß, dass es kein Zurück gibt, weil das Ding jetzt, wenn es dumm kommt, nicht einmal mehr startet, un der Service auch nicht weiter weiß, und man das Ganze am besten zum Händler zurückträgt und um Gnade winselt, dieses Gefühl beherrschte meinen ganzen Unterleib.

    '3000 Mark', dachte ich, '3000 Mark.' Die Festplatte war neu partitioniert, Windows war völlig verschwunden, und jetzt hieß es, Linux wirklich aufspielen. Klappte eigentlich ganz gut. Nachts um zwölf meldete sich immerhin schon ein Bildschirm, der mich zur Eingabe meines Root-Passworts aufforderte, und das doch immerhin schon was. Aber ich wollte mehr. Ich wollte eine grafische Benutzeroberfläche, die so ähnlich war wie Windows, ich wollte eine funktionierende Internetanbindung, ich wollte ein funtkionierendes Schreibprogramm und ein genauso funktionierendes Grafikprogramm, und zwar noch vor dem Morgengrauen.

    Um es kurz zu machen: Es ging schief. Den X-Server konnte ich noch aufspielen und laden, aber als ich zum ersten Mal dieses bescheidene GUI (Anm.: Graphic User Interface) ansah, und als ich bemerkte, wie schneckenlangsam die Maus über den Bildschirm kroch, und als ich außerdem feststellen musste, dass Programme zum Laden eine schier unglaubliche Zeit benötigten, nämlich etwa viermal so lang, wie ihre Brüder und Schwestern auf Windows, da wusste ich: Linux hatte verloren. GAU statt GUI. Natürlich war mir klar, dass das an Konfigurationsfehlern lag, die beseitigt werden konnten, natürlich wusste ich, dass das nicht das letzte Wort zu Linux war, aber es war 02:00 Uhr morgens, und ich wollte auf keinen Fall mit dem Gefühl ins Bett gehen, einen neuen Rechner ruiniert und ihn für mindestens zwei Wochen unbenutzbar gemacht zu habe. Denn so lange, schätze ich, würde es dauern, bis ich mich halbwegs in Linux eingearbeitet, den Rechner mit seinem Drucker und seinem Modem versöhnt und das ganze Chaos in Ordnung gebracht hätte, und es würde einige Nachtschichten einschließen, Telefonate, und jede Menge Angstschweiß, und das wollte ich nicht. Ich wollte etwas, was ich kannte. Ich wollte etwas, das funktionierte, jedenfalls manchmal, und ich wollte es gleich. Ich wollte zurück von der Traufe in den Regen. Ich wollte Windows wiederhaben.

    Daher zog ich um 02:30 Uhr die Notbremse und machte Linux wieder platt. Dem Compaq lag eine CD bei, die das Grundsystem (nämlich Windows) wiederherstellte, wenn es beschädigt worden war. Das war eine gute Idee, denn Windows zerstört sich bekanntermaßen ja manchmal ganz oder in Teilen selbst, und es gibt ausßerdem Benutzer, die zerspanen es auch noch freiwillig, indem sie es zum Beispiel durch Linux ersetzen wollen. Also schob ich die CD ins Laufwerk, und machte tabula rasa. Etwa um 04:00 Uhr morgens war der Zustand wiederhergestellt, der vor dem Linux-Experiment auf der Festplatte meines Laptops geherrscht hatte. Nun ja, das Defragmentierungstool von Windows entdeckte 5 MByte an kaputten Sektoren, als es die Festplatte prüfte, aber die lagen irgendwo an ihrem Ende, ich ließ sie für endgültig unbenutzbar erklären und akzeptierte das als Preis für meine Dummheit. Nachdem ich ein bisschen geweint hatte, fiel ich in einen tiefen und traumlosen Schlaf.

    Ich erzählte dem Softwarehändler, Linux wäre auf meinem Laptop uninstallierbar. Das war vielleicht nicht ganz wahr, aber es wahr viel wahrer als die Behauptung, es brauche zur Installation nur 30 Minuten. Ich bekam mein Geld zurück.

    Kann man glauben, dass ich noch einmal einen Versuch mit Linux startete? Man muss, denn es ist wahr. Ich versuchte, das Gelumpe in einer späteren Version auf einem großen Rechner zu erproben, und kam nicht einmal bis zur Plattenpartitionierung, denn meine Platte war zu groß, zu klein, zu unbenutzt für das beigelegte Partitionierungstool, ich gab es auf und bekam ein zweites Mal mein Geld zurück.

    Linux ist das Betriebssystem der Zukunft, aber es stammt aus einer noch ferneren Vergangenheit als DOS, und um der Zukunft gerecht zu werden, wird es sich noch gewaltig anstrengen müssen.
    Mit vielen Dank an Markus Hammerschmidt. (Aus: c't Nr. 13/2001)
    Ich bin keine Signatur, ich mach hier nur sauber ...

  • #2
    *ROTFL* guter Text!
    Er deckt sich gottseidank nicht mit meinen ersten Erfahrungen mit Linux. Da bin ich froh, daß dieser Kelch an mir vorbeiging.

    CU

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    • #3
      wer linux nicht instalieren kann ist entweder sau dumm - das soll keine beleidigung sein - und sollte dann eben das ganze das 1000x bezahlen, oder hat das erste mal einen computer angefasst.

      als ich linux das erste mal installierte, ich hatte damals noch keiner ahnung von nichts, klappte alles auf anhieb. das war SuSE-linux 5.2. meine erste eigene war 6.0. hab ich immer noch. inzwischen kenn ich mich mit linux genaustens aus, dass ich mir die programme herunterlade und selbst installiere. also nicht die rpms sondern die quellen. selbst-compilieren.
      Das mir mein Hund viel lieber sei; Sagst du, oh Mensch, sei Sünde. Doch mein Hund bleibt mir im Sturme treu; Der Mensch nicht mal im Winde.
      Die technischen Fortschritte und menschlichen Rückschritte des STFs.

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      • #4
        Menno, deac.

        Es geht um die GESCHICHTE! Um den Schreibstil. Und um die Tatsache, daß er mit seiner Schlußfolgerung am Ende Recht hat.
        Ich bin keine Signatur, ich mach hier nur sauber ...

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        • #5
          Linux Freaks sind Kirre - und die machen mich kirre!!!

          Ich find Windows Viel Besser als Linux...
          Windows ist bei Mir selbst noch nie Abgestürtzt - Ohne das ich schuld war.
          und das Linux das wir in der Uni haben ist totaler Krampf
          Und Ich hasse Netscape!!!
          »Ich bin Hunger! Ich bin Durst!
          Ich kann hundert Jahre fasten, ohne zu sterben.
          Ich kann hundert Nächte auf dem Eis liegen, ohne zu erfrieren.
          Ich kann einen Strom von Blut trinken, ohne zu bersten. Sagt mir, wer Eure Feinde sind!«

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          • #6
            ok, dann nimm ich das zurück und behaupte das gegenteil.


            @dunkelwolf
            also ich mag linux. besonders wegen dem netscape. und dem kde. man muss ihn nur benutzen.
            kennst du überhaupt konqueror?
            Zuletzt geändert von deac; 24.09.2001, 19:28.
            Das mir mein Hund viel lieber sei; Sagst du, oh Mensch, sei Sünde. Doch mein Hund bleibt mir im Sturme treu; Der Mensch nicht mal im Winde.
            Die technischen Fortschritte und menschlichen Rückschritte des STFs.

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            • #7
              Also meiner Meinung nach kommt es immer drauf an was man genau machen will und dann kann man zwischen Windows oder Linux entscheiden.
              Netzwerktechnisch find ich Linux einfach besser weil es stabieler läuft und normale Unix Befehle prima unterstützt. Kann man einiges mit machen. Naja, und mit Windows Arbeitet und Spielt sich es einfach besser, weil es mit allem Kompatible ist und IHMO viel mehr Programme für giebt.
              "Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden." - Oscar Wilde

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              • #8
                bei der kompatibilität gib ich dir auf keinen fall recht.
                sagen wir einfach mal fehlertolleranter. es sagt nichts wenn es etwas nicht kann. es macht es einfach nicht.
                linux ist kompatibel. es kann dateien öffnen die von windows her stammen. es kann fast jeden partitionstypen lesen, wenn nicht sogar schreiben.
                es kann im netzwerk sogar smb, windows nutzt das sonst nur, wiederum windows kann kein nfs, was im netzwerk standart ist.

                arbeiten kann ich sehr viel besser unter linux. leider hab ich grad kein mumm um linux wieder aufzuspielen. ich hab kein dvd, deswegen würde es ganz schön lange dauern. vielleicht in den ferien. dann kann ich auch wieder die hausaufgaben am computer machen.
                Das mir mein Hund viel lieber sei; Sagst du, oh Mensch, sei Sünde. Doch mein Hund bleibt mir im Sturme treu; Der Mensch nicht mal im Winde.
                Die technischen Fortschritte und menschlichen Rückschritte des STFs.

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                • #9
                  Diese Geschichte ist für mich wieder ein Grund mehr, mir kein Linux aufzuspielen. Vor 9 Monaten habe ich Windows 98 installiert und vor 5 Monaten Windows Me darüberinstalliert. Alles läuft stabil.

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                  • #10
                    Armer Kerl, ich glaube ich warte auch noch bis ich mir Linux besorge. Mein win98 ist im Moment ganz lieb und brav, fast wie früher mein win3.1. Aber ich hab mit win98 auch so allerhand nervtötende Neuinstallationen erlebt, das ging soweit bis mein Freund Handbücher durch die Gegend geschmissen hat .

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                    • #11
                      damit mein win immer läuft hab ich ein kopie von meinem win-verzeichnis gemacht.
                      wenn es nicht mehr funzt, heißt es einmal deeltree und dann entpacke ich die kopie. das dauert ca. 10min.. inzwischen hab ich das archiv mit dem internet explorer und outlook erweitert, da die auch immer probleme machen. die benutze ich zwar nicht, aber die machen, auch wenn ich sie überhaupt nicht will, probleme.

                      linux ist mal da, dann nicht, dann wieder, und zum schluss wird es wieder installiert. ich brauche nichts anzupassen, und das was anzupassen ist, wird durch ein script erledigt. das dauert schon 3h. aber dafür ist komplett alles sauber. was will man da auch großartig zerstören.
                      Das mir mein Hund viel lieber sei; Sagst du, oh Mensch, sei Sünde. Doch mein Hund bleibt mir im Sturme treu; Der Mensch nicht mal im Winde.
                      Die technischen Fortschritte und menschlichen Rückschritte des STFs.

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                      • #12
                        Originalnachricht erstellt von deac
                        wer linux nicht instalieren kann ist entweder sau dumm - das soll keine beleidigung sein - und sollte dann eben das ganze das 1000x bezahlen, oder hat das erste mal einen computer angefasst.
                        Danke, dass du mir mit absoluter Klarheit und sehr eindeutig eine Rückmeldung gegeben hast

                        [die ich jedoch auch nicht als *Beleidigung * auffasse]

                        erschwerend wird wohl noch hinzukommen,dass ich damals bereits einen Computer *angefasst* hatte

                        lebe lange und in Frieden
                        t´bel

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                        • #13
                          Ich hab auch mal Linux ausprobiert... vor ca. einem Jahr hab ich meine Festplatte partitioniert und SuSE Linux 6 draufgesspielt, auf die zweite Partition Windows 98.

                          Naja. Nachdem ich Linux nie benützt habe (weil ich einfach nicht die Zeit und Muße dazu hatte) und Windows bereits vier mal neu installiert werden musste, partitionierte ich wieder die Festplatte und verließ mich fortan auf Windows. Tja im Alter wird man faul.

                          Ich zweifle nicht daran, dass Linux ein tolles OS ist, aber für den täglichen Gebrauch taugt es einfach (noch) nicht. Ich bin deshalb zu einem Linux Hasser geworden - genauso bin ich auch Netscape Hasser. Erst wenn mich Linus Torvalds und Netscape (mit guten Argumenten) davon überzeugen können, auf die Produkte der Konkurrenz umzusteigen, dann werde ich es auch tun.

                          Aber im Moment ist die Lage aussichtslos. Linux wird was für Insider und Freaks bleiben.
                          Live well. It is the greatest revenge.

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                          • #14
                            also linux ist schon lang nichts mehr für insider und freaks.

                            die landesbehörden sollen in nahe liegender zukunft alle auf linux umgestellt sein. im moment ist es nur der bundesgrenzschutz, das zollamt und ein paar weitere.
                            der grund ist die unzuverlässigkeit von sicherheit der amis. die amis haben in den behörden den ruf auf hinterhälltige weiße daten auszuspionieren.
                            unter anderem ist inoffiziel dem staat schon lange bekannt, dass in m$ unter umständen schwerwiegendere spyware intigriert sei und m$ für die usa einiges ausspioniert. diesen ruf hatte die usa seid schon 10 jahren. das ist zwar nicht bestehtigt, aber es spricht nicht dagegen, dass es nicht stimmt.
                            die usa hat oft schon einiges unter dem tisch liegen lassen. zb wer kennedy und king ermordet hat.
                            ich traue amiland nicht. und auch nicht m$.

                            wenn linux nur etwas für freaks und insider wäre gäbe es keine distributoren. die würden dann kein geld daran verdienen. es würde sich ja dann nicht verkaufen.

                            wieso schrott kaufen, wenn es software umsonst gibt (linux darf man legal brennen, solange man den licencen zustimmt).
                            Das mir mein Hund viel lieber sei; Sagst du, oh Mensch, sei Sünde. Doch mein Hund bleibt mir im Sturme treu; Der Mensch nicht mal im Winde.
                            Die technischen Fortschritte und menschlichen Rückschritte des STFs.

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                            • #15
                              Hihihi!
                              Die Geschichte is echt ur komisch!

                              Vom Stil her erinnert sie mich irgendwie an den Selfman, nur das bei dem alles was er macht hinhaut, und das mindestens einmal "aber das ist eine andere Geschichte" vorkommt

                              Windows rulez!

                              LG Nerys
                              Wie weit ist es bis man den Himmel berührt? Wirklich frei macht wahrscheinlich nur der Wahnsinn! You will see those better days!

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