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Woher kommt der Musikgeschmack?

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  • Woher kommt der Musikgeschmack?

    Zitat von Mr.Viola
    Aber Musik ist ja Geschmackssache.
    Inspiriert durch diesen Beitrag von Mr.Viola habe ich mir gedacht, in diesem Thread darüber nachzudenken, woher der Musikgeschmack denn eigentlich kommt.

    Ich hatte früher bereits an anderer Stelle gesagt, dass ich nicht glaube, dass Musikgeschmack das Resultat eines individuellen Evaluationsprozesses ist.
    Eine aktuelle Studie (von 2006) scheint dies nun zu bestätigen.


    Musik-Geschmack wird durch Masse bestimmt

    Was macht einen Song zum Hit? Objektiv messbare Qualität ist es nicht, sondern es liegt am sozialen Einfluss, haben US-Soziologen in einer Internetstudie ermittelt. Menschen tendieren nämlich dazu, das zu mögen, was auch anderen gefällt.
    Wäre es nur die Qualität, so würden sich wahrscheinlich auch die Experten nicht regelmäßig so schwer tun, die Nummer-Eins-Hits und Bestseller von morgen vorherzusagen.
    Dass die Popularität bei der subjektiven individuellen Bewertung eines Werkes eine große Rolle spielt, belegten Matthew J. Salganik vom Department of Sociology der Columbia University und zwei Kollegen mit dem "Konsumverhalten" auf einem künstlich geschaffenen Musikmarkt.

    Das "Musiclab"
    Die Soziologen schufen einen künstlichen Musikmarkt auf einer Website und testeten das User-Verhalten: Im so genannten "Musiclab" konnten sich Teilnehmer auf der Website registrieren und Musikstücke bewerten. Unter den 14.341 Testpersonen waren insbesondere amerikanische Teenager und junge Erwachsene.
    Die Website bot 48 Musikstücke zum Anhören und Downloaden. Sowohl die Musik, als auch die Bands waren gänzlich unbekannt - also Popularität gleich Null.
    Die Auswahl der Songs erfolgte dabei über die Website "Pure Volume", auf der Bands ihre eigene Homepage und Musik zum Download anbieten können.
    Die 48 Songs auf der endgültigen Liste waren selbst Experten aus der Musikbranche unbekannt, schreiben die Forscher.

    Musikgeschmack im Test
    Die am Experiment teilnehmenden Besucher der Website wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen aufgeteilt:
    Den Teilnehmern der ersten Gruppe (den "Unabhängigen") lagen nur Informationen über die Song-Titel und die Namen der Bands vor - sie waren somit gezwungen, ihre eigene Entscheidung bei der Bewertung der Songs zu treffen.
    Den Teilnehmern der zweiten Gruppe (die "sozial Beeinflussten") wurden darüber hinaus Angaben gemacht, wie oft die Musikstücke von ihren Vorgängern bereits herunter geladen worden waren. Diese Informationen konnten sie zu ihrer eigenen Meinungsbildung heranziehen.
    Die Bewertung erfolgte über eine "Sternchenvergabe" von eins ("I hate it") bis fünf ("I love it"). Nach dem Experiment wurde die Qualität der Songs über den Marktanteil und Marktrang abgeleitet.

    "Jukebox"-Style und Hitliste
    Das Experiment wurde zwei Mal durchgeführt: Beim ersten Experiment wurden die 48 Songs im dreispaltigen "Jukebox-Style" - zufällig sortiert - präsentiert, im zweiten die Songs in einer Spalte ("Hitliste") untereinander angeordnet. In letzterem Fall waren die Songs allerdings nur für die zweite Gruppe, die "sozial Beeinflussten", entsprechend den Download-Raten gereiht, für die erste Gruppe zufällig.
    Um die Vorhersage-Möglichkeiten des Erfolgs besser einschätzen zu können, bildeten die Forscher bei der sozial beeinflussten Gruppe acht Untergruppen. Somit konnten zu einem Song unterschiedliche Erfolgsraten abgetestet werden.

    Je höher der soziale Einfluss ...
    Das Ergebnis: Die erste Gruppe beurteilte die Songs auf Grund ihrer eigenen Einschätzung und schuf damit eine "unabhängige" Rangliste. Sie hatten die Möglichkeit, sich die Musikstücke herunter zu laden.
    Je häufiger ein Song von der ersten Gruppe herunter geladen war, desto beliebter war er bei der zweiten Gruppe.
    In dieser Gruppe waren die populären Songs noch viel populärer - die wenig beliebten noch viel weniger beliebt.
    Unter dem Einfluss des sozialen Umfelds auf den Markt weitete sich damit die Spannbreite des Popularitätsgrades bzw. Erfolgs - und zwar noch extremer, als die Songs in der "Hitliste" präsentiert wurden.

    ... desto schwieriger die Erfolgsprognose
    Außerdem generiert der soziale Einfluss laut den Forschern auch eine größere Unvorhersagbarkeit von Ergebnissen: Je größer der Einfluss der Meinung von anderen, desto schwieriger war es zu prognostizieren, welcher beliebte Song nun wirklich der Erfolgsschlager würde.
    Der Erfolg sei nur teilweise auf die Qualität eines Songs zurückzuführen, sagen die Soziologen: "Die besten Songs schneiden zwar nie wirklich am schlechtesten ab und die schlechtesten nie am besten, doch alle anderen Resultate sind möglich."

    In der Realität komplizierter
    Die Forscher merken aber an, dass sich ihre Ergebnisse nur auf den künstlich geschaffenen Markt beziehen - also auf das Modell, das in der Realität so nicht vorkommt.
    Trotzdem: Die sehr subjektive Erfolgsformel macht es Hollywood, den Verlagen und der Musikindustrie schwer, räumen die Forscher ein.
    In einem Begleitkommentar zum Artikel heißt es dazu: "Der soziale Prozess, der einen Blockbuster kreiert, lässt den Durchbruch (für das eine oder andere Produkt) nur schwer vorher sagen." Je größer der gesellschaftliche Einfluss, desto unausgeglichener und unvorhersehbarer sei das kollektive Ergebnis.
    Quelle: http://science.orf.at/science/news/143358
    Mein Profil bei Last-FM:
    http://www.last.fm/user/LARG0/

  • #2
    Interessantes Thema!

    Also mein Musikgeschmack richtet sich nie nach anderen Meinungen oder Verkaufszahlen. Entweder finde ich etwas gut oder nicht.

    Außerdem gibt es bestimmte Konzepte wonach Produzenten Charthits machen. Diese Strukturen sind sehr ähnlich. Sie z.B. die Lieder von Bohlen, das bekannteste(und erfolgreichste) Beispiel in Deutschland.

    Ich zitiere mal den Text oben

    In einem Begleitkommentar zum Artikel heißt es dazu: "Der soziale Prozess, der einen Blockbuster kreiert, lässt den Durchbruch (für das eine oder andere Produkt) nur schwer vorher sagen." Je größer der gesellschaftliche Einfluss, desto unausgeglichener und unvorhersehbarer sei das kollektive Ergebnis.
    Also das glaube ich nicht wirklich. Auch bei Filmen ist es doch ähnlich. Es werden bestimmten Massenrezepturen verwendet welche oft Erfolg haben.


    Mich interessiert es herzlich wenig ob von "Tokyo Hotel" 100000 Scheiben verkauft wurden, auch wenn sie dann auf Platz 1 stehen.

    Allerdings glaube ich das es Menschen gibt die automatisch meinen das Charts einen gewissen Stellenwert für qualitative Musik bilden. Als Jugendlicher habe ich auch eine Zeit lang so gedacht. "Was in den Charts ist, muß ja gut sein".

    Aber das ist oberflächlich.

    Mitlerweile bin ich zu der Erkenntnis gekommen das in den Charts viel Mist ist aber auch mal richtig gute Lieder die mir gefallen. Kommerzielle Musik grundsätzlich schlecht zu reden ist genauso der falsche Weg.

    Es gibt einen "universellen Geschmack". Das ist der auf den sehr viele Leute anspringen. Stimmungsvolle Musik, schnell zu merkende Refrains und Melodien die sich zu Ohrwürmern entwickeln. Unabhängig davon ob mein Nachbar die Platte kauft oder nicht.

    Ich finde den sozialen Faktor in der Studie überbewertet. Außerdem beantwortet dieser auch nicht die Geschmacksfrage.

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    • #3
      interessante studie, aber ich muss meckern:
      soziologie ist ein wissenschaft, warum ist das nicht im richtigen forum?

      zum topic:
      da das ergebnis künstlerischer arbeit sich kaum kardinal messen läßt, ist diese studie sehr interessant, was mich aber stört ist, dass pop-musik auch immer ein gewisses image transport (z. b. erwartet man von rihanna andere musik, als von einem künstler der slayert), was das ergebnis beeinflußt haben dürfte...
      literatur wäre als gegenstand einer studie neutraler gewesen.
      This post is protected by : Azatoth, demon sultan and master of illusion. ZOCKTAN!, Hiob 30, 16-17, Streichelt mein Ego,
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      • #4
        Ich denke mir nicht, dass der Musikgeschmack durch die Masse bestimmt wird. Man wird sicherlich sehr beeinflusst durch MTV und Co, aber wirklich bestimmen tun diese Institutionen nicht. Mich jedenfalls nicht. Aber eben der Bekanntheitsgrad der Künstler, die ständig auf und ab laufen auf den Musiksendern wird sehr erhöht, und dadurch verdrängen sie andere Künstler, welche eben nicht diese Eigenwerbung haben, total von der Bildfläche. Schade dass es dann viele wirklich begabte Musiker gibt, die nie den gebührenden Erfolg haben werden, weil sie eben nicht MTV-tauglich sind.

        Die Altersgruppe, welche bei dieser Umfrage hergenommen wurde, ist ja nicht wirklich representativ, denn in solch einem Alter hören viele Jugendliche die aktuellen Charts, und Jahre danach genieren sie sich total, solchen Mist gehört zu haben.

        Ich persönlich höre kein Radio und sehe nur ganz selten Musikvideos, weil da meine Richtung sowieso nur selten gespielt wird. Von meinen Lieblingsbands werden eigentlich eh nur Rammstein, System oder Korn regelmäßig gespielt. Deren Videos sehe ich mir an, und schalte danach wieder ab.
        Völker hört die Signale, auf zum letzten Gefecht,
        die Internationale erkämpft das Menschenrecht


        das geht aber auch so

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        • #5
          Zitat von Skymarshal Beitrag anzeigen
          Es werden bestimmten Massenrezepturen verwendet welche oft Erfolg haben.
          Das stimmt allerdings. Hier ziehen die Forscher meines Erachtens falsche Schlüsse. Es gibt tatsächlich zahlreiche Songs, wo der Erfolg vorprogrammiert ist, weil offenkundig der Geschmack der "Masse" bedient wird. Auch geeignete Marketing-Instrumente machen Erfolg kalkulierbar.

          Zitat von Skymarshal Beitrag anzeigen
          Es gibt einen "universellen Geschmack". Das ist der auf den sehr viele Leute anspringen. Stimmungsvolle Musik, schnell zu merkende Refrains und Melodien die sich zu Ohrwürmern entwickeln. Unabhängig davon ob mein Nachbar die Platte kauft oder nicht.
          Da könnte was dran sein. Zum Beispiel wird Bach's "Air" von vielen Menschen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund gemocht. Auch fällt mir oft auf, dass sich bei Alben häufig dieselben Favouriten herauskristallisieren. Es scheint also irgendetwas zu geben, was von vielen Menschen als schön oder gut empfunden wird.

          Zitat von Zocktan
          interessante studie, aber ich muss meckern:
          soziologie ist eine wissenschaft, warum ist das nicht im richtigen forum?
          Ich meine: im Wissenschaftsforum geht's eher um knallharte Fakten - dieses Thema ist eher "weicher" Natur. Außerdem kann das Musikforum etwas Belebung vertragen. Aber das kann man sicher auch anders sehen.
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          • #6
            ich stimme skymarshal zu, dass die musikindustrie weiss, was bei den leuten ankommt und auch ihre konzepte darauf zuschneiden. shows wie musicstar & co. verdeutlichen diese muster hervorragend. dort wird nicht nach jemandem gesucht, der gut singen kann, sondern wer ins vorgefertigte konzept passt. die kandidaten werden währenddessen so sehr gepusht, dass es die erste single problemlos an die chartspitze schafft...um danach gleich wieder in der versenkung zu verschwinden. dies ist in diesem fall zwar nur eine kurze aber erfolgreiche strategie. IMO spielt auch die bravo, the dome etc keine unbedeutende rolle in der musikmaschinerie.

            ich stimme jedoch auch damit überein, dass sich die meisten später von dieser beeinflussung lösen und sich nach ihrem eigenen geschmack richten.

            lg Ungolianth
            ...Keine Erzählung berichet von Ungolianths Schicksal. Doch manche haben gesagt, vor langer Zeit habe sie ihr Ende gefunden, als sie im schlimmsten Hunger sich selbst verschlang. ~Silmarillion (J.R.R. Tolkien)

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            • #7
              Die Mechanismen des Musikgeschmacks an einer Gruppe Jugendlicher ausarbeiten zu wollen, finde ich sehr gewagt. Natürlich wird man durch MTV etc beeinflußt, denn MTV ist cool, hip und sonst noch etwas. Wenn man in der Gruppe eben nicht die neusten Lieder kennt, wird man gern mal abgestempelt. Also bleibt den Jugendlichen gar nichts anderes übrig.

              Trotzdem bin ich der Meinung, dass der Musikgeschmack durch andere Faktoren mit beeinflußt wird. Z.B. durch die Musik, die die Eltern hören. Wer als kleines Kind oft mit ABBA konfrontiert wurde, nimmt diese Richtung in sich auch und wird häufig auch ein Fan dieser Richtung (manchmal schlägts auch in Hass um ).

              Daher würde ich den eigenen Musikgeschmack der Jugendlichen nicht nur nach dieser Studie bewerten wollen. Dass ein 16-jähriger auf Jazz oder Klassik steht würde er nie im Leben vor seinen Kumpels zugeben
              Und weiterhin ist nicht zu verachten, dass viele Jugendliche eine Musikrichtung bevorzugen, die die Eltern oder Erwachsenengeneration generell ablehnt. Da waren unsere Eltern auch nicht anders, siehe Beatles
              It is the heart that gives - the fingers just let go. (Nigerianisches Sprichwort)

              Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (A. Einstein)

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              • #8
                Zitat von Largo Beitrag anzeigen
                Ich meine: im Wissenschaftsforum geht's eher um knallharte Fakten - dieses Thema ist eher "weicher" Natur. Außerdem kann das Musikforum etwas Belebung vertragen. Aber das kann man sicher auch anders sehen.
                das haben kulturwissenschaften aber meistens so ansich, dass deren forschungsergebnisse nicht eindeutig messbar sind. das ist ja das spannende an ihnen
                This post is protected by : Azatoth, demon sultan and master of illusion. ZOCKTAN!, Hiob 30, 16-17, Streichelt mein Ego,
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                • #9
                  Zitat von Mr.Viola
                  Ich denke mir nicht, dass der Musikgeschmack durch die Masse bestimmt wird.
                  Wenn Musikgeschmack nicht durch die Masse bestimmt werden, sondern sich individuell oder in kleinen Gruppen herausbilden würde, dann müssten alle Musikgeschmäcker doch ziemlich einzigartig sein. In einem solchen Fall dürfte es doch keine dominierende Musikrichtung (wie gegenwärtig Heavy-Metal und Hip-Hop) geben, sondern alle Musikrichtungen (z.B. Blues, Drum&Bass, Funk, neue Musik usw.) würden gleichberechtigt nebeneinander stehen.

                  Ich glaube deshalb, dass sich der Musikgeschmack von Menschen (nicht immer aber oft) nach dem der Mehrheit richtet.
                  Eine mögliche Erklärung für die Ausrichtung des Musikgeschmacks an der Mehrheit könnte sein, dass es ein Bedürfnis des Menschen gibt, Gewissheit darüber zu erlangen, dass das eigene Tun (bzw. der eigene Musikgeschmack) richtig ist. Gradmesser dafür ist, ob andere dasselbe tun, d.h. dieselbe Musik anhören. Wenn eine Übereinstimmung besteht, dann wird der eigene Musikgeschmack von den anderen bestätigt („Ich gratuliere Dir zu Deinem erlesenen Musikgeschmack“) und man fühlt sich dementsprechend geborgen.

                  Zitat von Liska
                  Daher würde ich den eigenen Musikgeschmack der Jugendlichen nicht nur nach dieser Studie bewerten wollen. Dass ein 16-jähriger auf Jazz oder Klassik steht würde er nie im Leben vor seinen Kumpels zugeben.
                  Aber der Gag an der Studie ist doch gerade, dass sich die Testpersonen untereinander nicht kannten und daher Machtspielchen ausgeschlossen werden konnten. Die Testpersonen hatten daher die freie Wahl, was die Auswahl der Musikstücke angeht. Und trotzdem haben sie sich der Masse angepasst. Ich glaube daher weniger, dass Jugendliche ihren wahren Musikgeschmack vor der Mehrheit verheimlichen – vielmehr passen sie ihren Musikgeschmack dem der Mehrheit tatsächlich an (weil sie sich dadurch besser fühlen).
                  Mein Profil bei Last-FM:
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                  • #10
                    Wie bei allem kann man nicht für alle verallgemeinern.

                    Es gibt sehr viele Menschen, wohl sogar die Mehrheit, deren Musikgeschmack durch die Masse und Massenmedien wie MTV & Co bestimmt wird. Zusätzlich ist dann noch diese Gruppenmentalität dabei.
                    Ich kann mir vorstellen das dass vor allem in der Schulzeit sehr ausgeprägt ist!
                    Ob das allerdings dann der wirklich echte Musikgeschmack ist weiß ich nicht.

                    Ein weiterer Faktor ist dann der Musikgeschmack der Eltern.
                    Ich hatte das Glück dass meine eltern einen sehr guten Musikgeschmack haben und ich mich daran auch orientiert habe.
                    Bei Freunden ist es genau umgekehrt, dass der Musikgeschmack der Eltern dazu geführt hat, dass sie gerade diese Muski nicht hören (Zillertaler Schürzenjäger ) Aber auch das ist eine Art Beeinflussung.

                    Ich Persönlich gehöre damit nicht zu der Mehrheit.
                    Ich habe noch nie etwas gehört nur weils andere Hören.
                    Ich wurde als jugendlicher Von meinem Trainer sehr beeinflusst, mit dem ich auch privat ein sehr gutes Verhältnis hatte.
                    Später hat sich mein Musikgeschmack einfach sehr erweitert so dass ich heute eigentlich (bis auf wenige Ausnahmen) in jedem Jenre Sachen habe die mir gefallen.

                    Aber ich kann nicht genau sagen wie das so gekommen ist. Ich kann nur für mich feststellen dass es nicht die Masse war, keine Verkaufszahlen, Charts oder MTV die mich da hingebracht haben.

                    Radio und Musik-TV-Sender haben mir begrenzt neue Musik vorgestellt, aber wirklich sehr begrenzt.
                    Das Schicksal beschütz Kinder, Narren und Schiffe namens Enterprise

                    Kommentar


                    • #11
                      Zitat von Largo
                      Aber der Gag an der Studie ist doch gerade, dass sich die Testpersonen untereinander nicht kannten und daher Machtspielchen ausgeschlossen werden konnten. Die Testpersonen hatten daher die freie Wahl, was die Auswahl der Musikstücke angeht. Und trotzdem haben sie sich der Masse angepasst. Ich glaube daher weniger, dass Jugendliche ihren wahren Musikgeschmack vor der Mehrheit verheimlichen – vielmehr passen sie ihren Musikgeschmack dem der Mehrheit tatsächlich an (weil sie sich dadurch besser fühlen).
                      Und was ist mit der anderen Gruppe, die die Anzahl der Downloads nicht hatten und daher ihre eigene Meinung zu den Stücken wiedergeben mußten? Was Du sagst finde ich in einer Gruppe richtig. Man hört sicher das, was alle hören, man kann sich teilweise gar nicht mehr wehren. Aber das, was ich zusätzlich noch meinte ist, dass man eben das hört, was alle hören aber nebenbei durch andere Faktoren, wie eben die Eltern etc., noch weitere Musikrichtigen mag. Aber wenn es eben solche sind, die als uncool gelten, wird man das in der Gruppe nicht zugeben

                      Und ganz nebenbei: Ich hasse teilweise die Musik, die gerade aktuell ist. Das ging mir auch schon früher so, als in meiner Jugendzeit Techno in war.
                      It is the heart that gives - the fingers just let go. (Nigerianisches Sprichwort)

                      Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (A. Einstein)

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                      • #12
                        musikgeschmack kommt aus der tüte!
                        Natürlich nicht, oder vielleicht doch?
                        Es ist so, dass Plattenlabels wissen, was Hitvwerdächtig ist oder nicht. Daher wird der Musikgeschmack durch sie mitbestimmt. Allerdings würde ich auch sagen, dass der soziale Hintergrund/ Bildungsgrad eine Rolle.
                        So denke ich, dass gebildetere Menschen eher auf klassische Musikepochen (klasssische nicht im Sinne von Klassik).
                        Aber bestimmt wird der Musikgeschmack nicht von aussen, höchstens beeinflusst, da man selbst sich eine Meinung zu Songs bildet.
                        Lang lebe das Reich!

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                        • #13
                          Musik wird durch dne Bildungsgrad beeinflusst? Wie genau meinst du das? Da hab ich so einen alten professor vor Augen, der Klassik hört ^^

                          Ich stimme heir auf jedenfall der Allgemeinheit zu. Jugendliche und jüngere Leute allgemein sind wesentlich empfänglicher für die Hitmaschinerie, ebenso solche Leute, die Musik zum Abschalten oder Zudödeln hören, jedoch keinen Wert auf Texte oder eine bestimmte Richtung legen. Das sind auch solche leute, die durch radiomusik oder Viva extrem beeinflusst werden.

                          Leute, die eine genaue Vorstellung von ihrer Lieblingsmusik haben oder die wiegesagt auch auf Qualität der Texte und auf Botschaften der Songs Wert legen, werden nie im Radio oder im TV fündig.

                          Musik unter Jugendlichen hat natürlich absolut den Coolnessfaktor. Das hat wesentlich mehr mit dem Image als mit dem eigenen Geschmack zu tun.
                          Msuikalisch gesehen war ich damals in der Schule ein absoluter Aussenseiter,weil ich damals voll auf der Hippiewelle geschwommen bin,Oldies, Classic Rock, Flower Power. Damit ist man nicht das Ausmaß an oberflächlicher Coolness. ich selbst fand mich natürlich cool,weil ich sogesehen meinen absolut unabhängig eigenen Stil hatte.
                          Don't you hate it when you look in your closet for clothes and you find Narnia instead??

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                          • #14
                            Zitat von Sukie Beitrag anzeigen
                            Musik wird durch dne Bildungsgrad beeinflusst? Wie genau meinst du das? Da hab ich so einen alten professor vor Augen, der Klassik hört ^^
                            Also das kann ich auch nicht bestätigen. Klar gibt es irgendwo einen Anspruch den Intellektuelle eher an Musik stellen. Wie z.B. geistreiche kritische Texte oder komplexere-abwechslungsreiche Strukturen im Aufbau der Musik.

                            Eigentlich kenne ich genug die studieren oder studiert haben, trotzdem auch alles hören was der "normale" Mensch auch hört.

                            Bei der Schlagermusik ist es wohl wirklich eindeutig weil sie von Leuten bevorzugt wird die kein Englisch können. Von den naiven Texten mal abgesehen.

                            Allerdings ist Deutsch-Rock/Pop im Moment auch wieder aktuell.

                            Leute, die eine genaue Vorstellung von ihrer Lieblingsmusik haben oder die wiegesagt auch auf Qualität der Texte und auf Botschaften der Songs Wert legen, werden nie im Radio oder im TV fündig.
                            Also Texte selber sagen nichts über die Musik und den Geschmack aus. Klar wird der Anspruch daran gestellt(mit Musik in Verbindung gebracht) und es sollen Messages rübergebracht werden, aber es gibt ja auch anspruchsvolle Musik ohne Texte - z.B. Klassik oder Filmmusik.

                            Wenn ich ein Lied einen wirklich intelligenten Text hat, sich aber für mich nicht gut anhört, dann höre ich es nicht.

                            Und das man nie im Radio oder Fernsehen anspruchsvolle Lieder findet ist eine falsche pauschalisierende Einstellung. Das ist ein Vorurteil gegenüber Kommerz-Musik.

                            Musik unter Jugendlichen hat natürlich absolut den Coolnessfaktor. Das hat wesentlich mehr mit dem Image als mit dem eigenen Geschmack zu tun.
                            Msuikalisch gesehen war ich damals in der Schule ein absoluter Aussenseiter,weil ich damals voll auf der Hippiewelle geschwommen bin,Oldies, Classic Rock, Flower Power. Damit ist man nicht das Ausmaß an oberflächlicher Coolness. ich selbst fand mich natürlich cool,weil ich sogesehen meinen absolut unabhängig eigenen Stil hatte.
                            Wobei Oldies auch mal modern waren. Aber ich weiß was du meinst.

                            Ich habe schon immer alles gehört was mir im Sinn gekommen ist und war experimentierfreudig. Deswegen wurde ich oft als "Poser" beschimpft weil ich mich nie festgelegt habe.

                            Aber ich denke das ich mir eher ein Urteil über Musik im allgemeinen bilden kann als jemand der sich nur auf eine Musikrichtung versteift. Weil ich wesentlich mehr (verschiedene) Lieder gehört habe und kenne.

                            Deshalb nicht sage "Techno ist Müll" oder "Hip-Hop ist dumm und poserhaft".

                            Kommentar


                            • #15
                              Der Einfluss von Musikfernsehen und Radio wird hier doch etwas überbewertet gesehen. Die Vorstellung das Jugendliche bevorzugt Charts hören ist nun wirklich von gestern, wenn sie denn überhaupt mal aktuell war. Schaut euch die Media Control Charts an und ihr werdet sehen, dass zum Top Ten Hit ein paar tausend verkaufte Kopien ausreichen.

                              Musikgeschmack prägt sich hauptsächlich über den Freundeskreis aus respektive findet man über die Musik zu seinen Freunden. Insofern ist der soziale Einfluss schon gegeben.
                              Ich habe zum Punk/Hardcore/Metal etc. gefunden, weil ich mit Leuten aus der Schule auf Konzerte gegangen bin. Wer sich mit Schulfreunden über die Musik ältere Geschwister hermacht oder in die Disco geht wird auf die Art Glücklich.
                              Im Zusammenspiel mit Sympathie, gemeinsamen Interessen und Ansichten beeinflusst man sich auch Gegenseitig bei der Musik die man hört. Und besonders im Teenageralter lässt man doch auch gerne gewisse Dinge wie eben eine Band links liegen, weil Freunde der Meinung sind das dies und jenes Mist sei.
                              Bis man in solchen Punkten über den Dingen steht und sich alles das anhört was einem gefällt vergeht das ein oder andere Jahr. Eine besondere Prägung für eine bestimmte Musikrichtung ist dann aber schon gefallen.
                              Ich hätte mit 13-15 nie gedacht, dass ich bei allen Musikgenre etwas finde das mir gefällt und ich das auch der Öffentlichkeit kundgebe.
                              Und man hört doch nie auf neue Sachen zu entdecken, wenn man Leute kennen lernt und diese einem ständig Sachen vorspielen oder über Künstler schwärmen hört man selbst rein. Anfänglich ist die Begeisterung vielleicht noch nicht gegeben, wenn derjenige aber lange genug mit seiner Schwärmerei durchhält entwickelt es sich eventuell doch.

                              Zum Punkt, dass gewisse Musik bei der Masse Anklang findet, das liegt einfach an dem harmonischen Charakter. Der Sinn für Symmetrie und Gleichförmigkeit steckt in uns allen. Musik verkörpert solche Eigenschaften ja nun, Grindcore mal ausgenommen . Stimmige Melodien gefallen jedem, meinetwegen unterschiedlich ausgeprägt, aber selbst der größte Volksmusik Hasser z.B. wird auch da Lieder finden die er schön findet, einfach weil die Komposition als Ganzes Rund ist.
                              »Ich habe nie eine Chance hastig vergeben, sondern lieber gemütlich vertändelt.« - Willi »Ente« Lippens

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