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  • Mission Atalanta

    Die 2008 begonnen Anti-Piraterie-Mission am Horn von Afrika - "Atalanta" - hat, vööööllig überraschend, bisher nicht viel bewirkt. Deshalb wird nun darüber nachgedacht die Operation auf Strände auszuweiten: EU-Mission Atalanta gegen Piraterie - Opposition will "Abenteuer" am Horn von Afrika verhindern - Politik - sueddeutsche.de

    Das hört sich doch super an! Dann schippern wir nicht nur mit unseren Schiffchen durch die Gegend, nein, unsere Soldaten dürfen dann auch noch 20 Meter ins Landesinnere vorstoßen. Da wird den Piraten aber sich gleich Angst und Bange werden.

    Lächerlich! Ich sehe da zwei Optionen:

    1. Massiver Einsatz von Geld, Material und Personal um in Somalia wieder einen funktionierenden Staatsapparat zu installieren und eine halbwegs funktionirende Gesellschaft aufzubauen, die den Piraten von Haus aus das Wasser abgräbt und ihnen sinnvolle legale Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. Das würde wohl nicht nur hunderttausende Soldaten, sondern auch hunderte Milliarden Dollar und einige Jahrzehnte Zeit brauchen. Ergo: Absolut unrealistisch. Bleibt nur

    2. Einsatz ablasen, die Piraten Piraten sein lassen und die Reeder schauen selber wie sie für die Sicherheit ihrer Schiffe sorgen.
    "The only thing we have to fear is fear itself!"

  • #2
    Das Problem entstand ja u.a. dadurch, dass sich skrupellose Fischereiunternehmen die machtlosigkeit Somalias zu Nutze machten, und die dortigen Küstengewässer leerfischten, so dasss die einheimischen Fischer ihr Einkommen verloren.
    Die logische Reaktion darauf wäre es gewesen, eine internationale Schutztruppe zu beauftragen die Piratenfischer von Somalias Küste fernzuhalten.
    Aber da die internationale Gemeinschaft dafür ja zu blöd war, haben sich sich entschlossen das Symptom zu bekämpfen anstelle der Krankheit. Mit zu erwartendem Erfolg.
    Inzwischen sind es natürlich nicht mehr nur arme Fischer, die ihr Arbeitsfeld verlagert haben, sondern auch das übliche Gesindel aus "Freiheitskämpfer", die auf den Zug aufgesprungen sind und versuchen mit der Entführung eines Oeltankers ihren sinnbefreiten Privatkrieg gegen die "Freiheitskämpfer" der anderen Seite zu finanzieren.

    Zu deiner Optionen:

    Nummer 1:
    Solange Somalia von soziopathischen Warlords und religiösen Fanatikern dominiert wird, kann kein Wiederaufbau statfinden.

    Und Nummer 2 löst das Problem für niemanden.
    Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

    - Florance Ambrose

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    • #3
      Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
      Das Problem entstand ja u.a. dadurch, dass sich skrupellose Fischereiunternehmen die machtlosigkeit Somalias zu Nutze machten, und die dortigen Küstengewässer leerfischten, so dasss die einheimischen Fischer ihr Einkommen verloren.
      Die logische Reaktion darauf wäre es gewesen, eine internationale Schutztruppe zu beauftragen die Piratenfischer von Somalias Küste fernzuhalten.
      Aber da die internationale Gemeinschaft dafür ja zu blöd war, haben sich sich entschlossen das Symptom zu bekämpfen anstelle der Krankheit. Mit zu erwartendem Erfolg.
      Inzwischen sind es natürlich nicht mehr nur arme Fischer, die ihr Arbeitsfeld verlagert haben, sondern auch das übliche Gesindel aus "Freiheitskämpfer", die auf den Zug aufgesprungen sind und versuchen mit der Entführung eines Oeltankers ihren sinnbefreiten Privatkrieg gegen die "Freiheitskämpfer" der anderen Seite zu finanzieren.
      Das sin inzwischen vor allem auch hochproffessionelle Kriminelle, die das ganz schlicht für Geld machen. Die wissen dann auch, was die Frachter geladen haben und wofür sich besonders viel Geld verlangen lässt.

      Und Nummer 2 löst das Problem für niemanden.
      Wer weiß? Es ginge in dem Fall ja nicht darum in Somalia irgendetwas zu reparieren, sondern nur darum die Sicherheit auf für uns wirtschaftlich wichtigen Seefahrtstraßen zu sichern. Darum ist der Einsatz unserer Marine da schon verständlich und irgendwo auch sinnvoll, nur könnte man mal überlegen, ob die Reeder nicht zumindest die Spritkosten unserer Schiffe zahlen könnten.
      Die Sache den Reedern und privaten Sicherheitsfirmen zu übergeben hätte natürlich irgendwo ihren Reiz, weil die Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen dann eingepreist werden und nicht mehr dem Steuerzahler zur Last fallen und für Piraten auf dem Meeresgrund braucht es auch keine Prozesse oder Papierkram.
      Nur hat das auch Nachteile. Wenn in Zukunft jeder Frachter schwere Waffen an Board hat, dann ist gegen Waffenschmuggel noch weniger zu machen als jetzt schon und wie viele Unschuldige dann auf dem Meeresgrund landen, ist auch so eine Sache.
      Zuletzt geändert von Leandertaler; 29.12.2011, 17:54.
      I am altering the movie. Pray I don't alter it any further.

      - George Lucas

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      • #4
        Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
        Nummer 1:
        Solange Somalia von soziopathischen Warlords und religiösen Fanatikern dominiert wird, kann kein Wiederaufbau statfinden.
        Äh ja, das ist mir klar, deswegen beinhaltet mein Szenario ja auch hunderttausende Soldaten.
        "The only thing we have to fear is fear itself!"

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        • #5
          Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
          2. Einsatz ablasen, die Piraten Piraten sein lassen und die Reeder schauen selber wie sie für die Sicherheit ihrer Schiffe sorgen.
          Funktioniert auch nicht. Die Aufrüstung kann man vlt. bei einem Passagierdampfer rechtfertigen, bei Containerschiffen wird das nichts. Stattdessen:

          3. Echte Konvois einführen. Die Schiffe werden international dazu verpflichtet, sich weit vorher zu Konvois von ~ 50 Schiffen zusammenzufinden. Man fährt dicht an dicht. Ein oder zwei Fregatten sichern den Konvoi ab. Dazu ein oder zwei Hubschrauber/Marineaufklärer.
          können wir nicht?

          macht nix! wir tun einfach so als ob!

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          • #6
            Konvois funzt nicht.
            Die Häfen und die daran angeschlosene Industrie sind auf einen stetigen Strom einzelner Schiffe ausgelegt.
            Konvois würden die Häfen verstopfen und an jeder Ecke massive Verzögerungen mit sich bringen.
            Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

            - Florance Ambrose

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            • #7
              Richtig, es gäbe eine ganze Reihe logistischer Probleme zu meistern. Das ist aber schaffbar.
              können wir nicht?

              macht nix! wir tun einfach so als ob!

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              • #8
                Nein. Die ganze maritime Infrastruktur ist nicht auf Konvois ausgelegt.
                Der wirtschaftliche Schaden den dadurch entstehen würde, wäre vermutlich mehrere Grössenordnungen höher als der der Piratenüberfälle.
                Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

                - Florance Ambrose

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                • #9
                  Doch. Die "ganze maritime Infrastruktur" wäre ja auch nicht betroffen.
                  können wir nicht?

                  macht nix! wir tun einfach so als ob!

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                  • #10
                    Zitat von blueflash Beitrag anzeigen
                    Doch. Die "ganze maritime Infrastruktur" wäre ja auch nicht betroffen.
                    Man stelle sich das Chaos vor wenn auf einmal ein Konvoi mit 50 Schiffen am Suezkanal ankommt und die alle durchwollen..der Kanal ist ja der Hauptgrund warum Schiffe überhaupt in dieser "Menge" durch diese Gewässer fahren und sich die Piraterie überhaupt lohnt..
                    .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

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                    • #11
                      Andererseits: Wer sagt, dass es 50 sein müssen?
                      "The only thing we have to fear is fear itself!"

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                      • #12
                        Der Suezkanal ist knapp 200km lang, es gibt 3km Mindestabstand und eine Höchstgeschwindigkeit von 10km/h (alles laut wikipedia). Wenn man alle 3km ein Schiff nimmt, kommt der Konvoi auf eine Länge von 150km. Das letzte Schiff müsste also 15h warten. Das ist dann aber auch schon alles an "Chaos". Hinzu kommt natürlich der Aufwand, den Konvoi zusammenzustellen.

                        @SF-Junky: Die Zahl war mehr oder weniger aus der Luft gegriffen. 100, 50, 25, man müsste das halt mal anständig durchrechnen.
                        können wir nicht?

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                        • #13
                          Zitat von blueflash Beitrag anzeigen
                          Doch. Die "ganze maritime Infrastruktur" wäre ja auch nicht betroffen.

                          Stell dir doch mal vor: du hast einen Hafen, an dem jeden Tag ein Frachter anlegt, dessen Ladung gelöscht werden muss.
                          Sagen wir, das Löschen und neu Beladen dauert 30 Stunden.
                          Du hast Kapazität für drei Schiffe gleichzeitig.
                          Kommt jeden Tag ein Schiff, hast du keine Probleme.
                          Jetzt stell dir vor, eine Woche lang kommt kein Schiff, und deine Arbeiter sitzen bezahlt auf ihrem Hintern rum, und dann gleich sieben Pötte auf einmal, die alle möglichst gleichzeitig gelöscht werden müssen, weil einer hat verderbliche Ware an Bord, bei einem andern steht eine Fabrik still, weil in irgend einem Container, irgendwo in der Ladung Teile drin sind, auf die ein Fliessband wartet, ein dritter hat noch was militärisches an Bord und dir atmet ein Regierungsaffe in den Nacken, und ein vierter muss auch jetzt gleich gelöscht werden, weil er wieder Fracht aufnehmen soll, die jetzt ein Lagerhaus füllt, welches eigentlich die Fracht vom 2. Frachter aufnehmen sollte.
                          Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

                          - Florance Ambrose

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                          • #14
                            Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
                            Stell dir doch mal vor: du hast einen Hafen, an dem jeden Tag ein Frachter anlegt, dessen Ladung gelöscht werden muss.
                            Sagen wir, das Löschen und neu Beladen dauert 30 Stunden.
                            Du hast Kapazität für drei Schiffe gleichzeitig.
                            Kommt jeden Tag ein Schiff, hast du keine Probleme.
                            Jetzt stell dir vor, eine Woche lang kommt kein Schiff, und deine Arbeiter sitzen bezahlt auf ihrem Hintern rum, und dann gleich sieben Pötte auf einmal, die alle möglichst gleichzeitig gelöscht werden müssen, weil einer hat verderbliche Ware an Bord, bei einem andern steht eine Fabrik still, weil in irgend einem Container, irgendwo in der Ladung Teile drin sind, auf die ein Fliessband wartet, ein dritter hat noch was militärisches an Bord und dir atmet ein Regierungsaffe in den Nacken, und ein vierter muss auch jetzt gleich gelöscht werden, weil er wieder Fracht aufnehmen soll, die jetzt ein Lagerhaus füllt, welches eigentlich die Fracht vom 2. Frachter aufnehmen sollte.
                            Wo habe ich denn geschrieben, dass die Frachter in Konvois die Häfen anlaufen sollen? Die sollen in Konvois durch das gefährdete Gebiet fahren. Dadurch verlängert sich die Strecke zeitlich ein wenig, aber das ist im Grunde auch alles.
                            können wir nicht?

                            macht nix! wir tun einfach so als ob!

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                            • #15
                              Wenn du Frachter, die mit zeitlichem Abstand den selben Hafen ansteuern, sammelst und anschliessend zusammen wieder entlässt, werden sie logischerweise mehr oder wneiger zusammen diesen Hafen erreichen.
                              Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

                              - Florance Ambrose

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