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Seperation - Zurück zur Unabhängigkeit!

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  • Seperation - Zurück zur Unabhängigkeit!

    Da letztens in einem Thread das Thema "Separation" aufgetaucht ist, und dort auch die Idee eines eigenen Diskussionsthreads dafür geboren wurde (diskutieren kann man ja genug darüber).

    So möchte ich mal das Thema Seperation klären:

    Bedeutet, dass sich ein Teil eines Staates vom Staat trennen will, da die Bevölkerung sich genug vom Rest des Staates unterscheidet, um als eigene Nation zu gelten; meistens in Verbund mit ethnischen/sprachlichen/historischen Konflikten, die das Zusammenleben schwierig machen. Oft wird das Problem mittels einer weitreichenden Autonomie beidseitig gelöst, z.B. Südtirol und Quebec.

    Aktuell ist da Schottland zu nennen; ein jüngster Fall war der Südsudan. Dauerbrenner sind natürlich Südtirol, Quebec, Tibet, das Baskenland, Katalonien, Tschetschenien, Nordirland, Puerto Rico, Flandern usw. - in manchen Ländern sind die Bestrebungen stärker, in manchen schwächer.

    Ein sehr aktuelles Thema, wie ich finde: auch befinden sich die Poltiker in diesen Ländern in einem Zwiespalt: z.B. hier bei mir in Südtirol, wo immer das "geeinte Europa" betont wird, wegen dem wir doch soweiso in einem großen Lande ohne Grenzen leben (). Trotzdem werden vertraglich geregelte Kompetenzen immer wieder durch den italienischen Staat umgangen, jüngst durch die Spar- und Konjunkturpakete der neuen italienischen Regierung Monti, weiters gibt es immer wieder Differenzen bezüglich ethnischen Proporz sowie Verwendung der deutschen Minderheitssprache.

    Hat jemand Erfahrungen, Meinungen usw. zum Thema? Dann hier diskutieren; ich persönlich finde das Thema sehr interessant und freue mich eure Meinungen zu hören.

  • #2
    Die Frage ist für mich,wer will sich wo und vor allem vom "separieren"? Nehmen wir mal als Beispiel Südtirol. Ich kenne mich da nicht aus,aber wäre Südtirol alleine wirtschaftlich "überlebensfähig"??
    Es kommt auch darauf (meiner Meinung nach) ob es sich dabei eigentlich sowieso um einen eigenen Staat handelt,der lediglich an einen "Staatenbund" angeschlossen ist,oder um ein "Volksgrüppchen" das lediglich gewisse "eigenheiten" hat und kultivieren will. Beispiel Schottland,die sind schon so lange im "United Kingdom",das man von einem eigenen Volk/Staat eigentlich gar nicht mehr sprechen kann,das gleiche würde ich über Bayern oder Basken sagen,so das eine Sezzesion eigentlich völlig nutzlos wäre.Was anderes wäre die Frage ob sich besagte region nur von einem Land trennen will um sich einem anderen anzuschliessen das aus (meist historischen) Gründen besser passt wie zb.Nordirland sich Irland anschliessen möchte. Oder auf dem Balkan viele Mazedonier gerne Anschluss an Griechenland hätten (naja vielleicht nicht mehr lange )
    So würde mich intressieren ob Südtirol dann Anschluss an Östereichs Tirol anstreben würde??
    .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

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    • #3
      Ganz grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jede Region das Recht hat sich friedlich vom Mutterland abzuspalten, wenn das:
      a) friedlich und
      b) gemäß dem erklärten Willen einer deutlichen Bevölkerungsmehrheit
      geschieht. Schon bei der Frage, welche Bevölkerung gefragt werden soll, wird es aber problematisch. Sich einfach mit einem "Schönen Tag noch" zu verabschieden, wäre ziemlich unfein, andererseits: Wieso sollte z.B. British Columbia darüber entscheiden dürfen, ob Quebec unabhängig sein soll oder nicht?

      Unabhängig davon, finde ich die meisten Unabhängigkeitsbestrebungen allerdings ziemlich albern. Dieses nationalistische Gelaber diverser "Regionalpatrioten" schwankt zwischen niedlich über kleingeistig bis hin zu strunzdumm. Ich gehöre zu den Leuten, die den Nationalstaat in der jetzigen Form für ein Auslaufmodell halten, von daher plädiere ich doch eher für einen starken Föderalismus, anstatt für nationalromantische Träumereien.
      "The only thing we have to fear is fear itself!"

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      • #4
        Ich sehe das wie SF-Junky: Ein Teilstaat sollte sich dann vom "Mutterland" abspalten können, wenn er sich finanziel selbst tragen kann und das Volk (des Teilstaates) dies in einer Volksabstimmun bestätigt, diese sollte mindestens 2/3 Mehrheit erreichen, weniger ist mMn zu wenig.

        Auch stimmt es natürlich dass ein bereits existenter Staat (zB Teistaat in Föderalstaaten) eine höhere Chance hat eigenständig zu existieren als eine bloße Volksgruppe in einen abgerenzten Gebiet.

        So frage ich mich, ob Palästina überhaupt selbstständig existieren kann und die Bildung eines eigenen Staates sinnvoll ist, rein Volkswirtschaftlich gesehen.
        That is not dead which can eternal lie / And with strange aeons even death may die
        Es ist nicht tot, was ewig liegt, / Und in fremder Zeit wird selbst der Tod besiegt.
        H. P. Lovecraft

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        • #5
          Das Problem ist dann natürlich, das wohlhabendere Regionen es leichter haben. Die Reichen kanzeln sich ab. Das hilft natürlich den wohlhabenden, ihren Status Quo zu bewahren.

          Separation ist ein schwieriges Thema. Oft genug dient die Separation nur als Feigenblatt für den Machtgewinn einer Minderheit. Die ETA will ja nicht nur ein unabhängiges Baskenland, sondern dann auch gleich eins, das unter ihrer politischen und ideologischen Kontrolle steht.

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          • #6
            Zitat von Marschall Q Beitrag anzeigen
            Ich sehe das wie SF-Junky: Ein Teilstaat sollte sich dann vom "Mutterland" abspalten können, wenn er sich finanziel selbst tragen kann und das Volk (des Teilstaates) dies in einer Volksabstimmun bestätigt, diese sollte mindestens 2/3 Mehrheit erreichen, weniger ist mMn zu wenig.
            Das wäre dann aber ein reichlich assoziales Verhalten. Also lässt man sich von der gemeinschaft des "Staates" durchfüttern, bis man selber laufen kann, und verzieht sich dann, sobald man selber in der Lage wäre, hilfe leisten zu müssen?

            Volksgruppen (oder Landesteile) die in irgend einer Form von der Mitgliedschaft in einem Staat profitieren, sollten sich schon aus ethischen Gründen nicht abspallten. Das Volksgruppen, die unterdrückt werden, keinen Bock mehr auf Staatsmitgliedschaft haben, ist noch nachvollziehbar. Aber eine Abspalltung nach "Wohlstand" zu rechtfertigen, würde nur dazu führen, dass in 3 Jahren alle "reichen" landesteile Autonom wären und die verbliebenen Staaten noch ärmer sind als jetzt schon.
            Was ist Ironie?
            Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
            endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

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            • #7
              Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
              Das wäre dann aber ein reichlich assoziales Verhalten. Also lässt man sich von der gemeinschaft des "Staates" durchfüttern, bis man selber laufen kann, und verzieht sich dann, sobald man selber in der Lage wäre, hilfe leisten zu müssen?
              Ich hätte mich anders ausdrücken sollen. Zu den erwähnten Faktoren sollte noch hinzukommen, dass der Mutterstaat der Volksabstimmung und der Seperation selbst zustimmt, ebenso wie die UNO, also die weltweite Staatengemeinschaft.

              Zitat von caesar_andy Beitrag anzeigen
              Volksgruppen (oder Landesteile) die in irgend einer Form von der Mitgliedschaft in einem Staat profitieren, sollten sich schon aus ethischen Gründen nicht abspallten. Das Volksgruppen, die unterdrückt werden, keinen Bock mehr auf Staatsmitgliedschaft haben, ist noch nachvollziehbar. Aber eine Abspalltung nach "Wohlstand" zu rechtfertigen, würde nur dazu führen, dass in 3 Jahren alle "reichen" landesteile Autonom wären und die verbliebenen Staaten noch ärmer sind als jetzt schon.
              Das stimmt allerdings. Genauer betrachtet sollten nur solche Teilstaaten eine Seperation überhaupt in Erwägung ziehen können, die sich sowieso schon stark vom Mutterland unterscheiden, also hauptsächlich kulturell.
              That is not dead which can eternal lie / And with strange aeons even death may die
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              • #8
                Ich finds hinterwäldlerisch. Ich wäre dafür Richtung Europa als Nation zu gehen, mit dem übergeordneten Ziel einer Weltregierung.
                Die Machtverlagerung hat sich viel zu sehr Richtung Wirtschaft verschoben.

                Und um hier klare Worte zu finden, ich finde es sehr dumm die eigene Überlebensfähigkeit zu gefährden, nur weil man "seine" Sprache weitersprechen will und Angst davor hat, nicht mehr Lederhosen tragen zu dürfen, wenn man sich in einen größeren Ordnungsrahmen fügt.

                "Volk" ist eine Begrifflichkeit aus dem 20. Jahrhundert, und wenn ich mir deren Verfechter ansehe, sind das meist Bild-lesende, fette Trottel im Muscleshirt mit einer fragwürdigen ethischen Grundeinstellung.
                When I feed the poor, they call me a saint.
                When I ask why the poor are hungry, they call me a communist.


                ~ Hélder Câmara

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                • #9
                  Ich merke gerade, Seperatismus ist ein wirklich heikles Thema. Die einen sagen es ist eine gute Sache, die anderen lehnen es ab.
                  In der Tat ist die Thematik äusserst schwierig. Ob es gut ist oder nicht, ich denke, dass die Option der Seperation durchaus existieren muss, für den Fall, dass sie sinnvoller wird, als dass der Teilstaat gebunden bleibt, in welchem Maße auch immer.
                  That is not dead which can eternal lie / And with strange aeons even death may die
                  Es ist nicht tot, was ewig liegt, / Und in fremder Zeit wird selbst der Tod besiegt.
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                  • #10
                    Ein sehr aktuelles Thema, wie ich finde: auch befinden sich die Poltiker in diesen Ländern in einem Zwiespalt: z.B. hier bei mir in Südtirol, wo immer das "geeinte Europa" betont wird, wegen dem wir doch soweiso in einem großen Lande ohne Grenzen leben (). Trotzdem werden vertraglich geregelte Kompetenzen immer wieder durch den italienischen Staat umgangen, jüngst durch die Spar- und Konjunkturpakete der neuen italienischen Regierung Monti, weiters gibt es immer wieder Differenzen bezüglich ethnischen Proporz sowie Verwendung der deutschen Minderheitssprache.
                    Einen Staat "dazugehören" bedeutet nicht das man solange es einem gut geht schweigt und wenn die erste Probleme auftauchen eine Rückzieher macht. Dazu gehört auch ein Jahrelanger Versuch durch Rechtliche Mittel diese "Trennung" zu untermauern. So einfach "Ach die sparen jetzt also wollen wir weg." ist zwar ein Grund (für die die es fördern) aber nicht Grund genug für eine Trennung. Da könnte Monti behaupten das der Teil der jetzt weg will auch mit an den Schulden verantwortlich ist. Und er hätte ja Recht...oder nicht?
                    Also solange keine Unterdrückung oder "zweitrangiges" Verhalten gegenüber diesen/einen Teil der Bevölkerung vorliegt gibt es keinen tatsächlichen Grund um da zuzustimmen. Staaten werden in der Regel nur dann geteilt wenn ein großes Ereignis statt gefunden hat. Dazu zählen das ändern der Ideologie als Ganzes Rechtssystem (UDSSR), Rasen/Minderheiten Verfolgung/Diskriminierung, Diktatorische Übernahme oder halt der berühmte Befreiungskrieg.

                    ...und das nur nach Antragstellung in der UNO...um die Anerkennung zu erhalten.

                    So sehe ich das.
                    Ich kann nur für das was ich sage verantwortlich sein..nicht für das was du verstehst.

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                    • #11
                      Zitat von Kid Beitrag anzeigen
                      Ich finds hinterwäldlerisch. Ich wäre dafür Richtung Europa als Nation zu gehen, mit dem übergeordneten Ziel einer Weltregierung.
                      Wieso? Damit alles auf der Welt gleich ist? Ich persönlich mag die Unterschiede, und ich mag auch die Wahlmöglichkeiten. Wenn es mir hier in Deutschland nicht mehr passt, dann geh ich halt nach China, oder Amerika, oder Argentinien, oder nach Schweden. Wenn überall der gleiche Obermufti herrscht, dann versinkt alles im Einheitsbrei.

                      Und um hier klare Worte zu finden, ich finde es sehr dumm die eigene Überlebensfähigkeit zu gefährden, nur weil man "seine" Sprache weitersprechen will und Angst davor hat, nicht mehr Lederhosen tragen zu dürfen, wenn man sich in einen größeren Ordnungsrahmen fügt.
                      Es ist aber in einer freiheitlichen Gesellschaft Privatvergnügen, dumm zu sein.

                      "Volk" ist eine Begrifflichkeit aus dem 20. Jahrhundert, und wenn ich mir deren Verfechter ansehe, sind das meist Bild-lesende, fette Trottel im Muscleshirt mit einer fragwürdigen ethischen Grundeinstellung.
                      Fühlst du dich jetzt besser?

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                      • #12
                        Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
                        Wieso? Damit alles auf der Welt gleich ist? Ich persönlich mag die Unterschiede, und ich mag auch die Wahlmöglichkeiten. Wenn es mir hier in Deutschland nicht mehr passt, dann geh ich halt nach China, oder Amerika, oder Argentinien, oder nach Schweden. Wenn überall der gleiche Obermufti herrscht, dann versinkt alles im Einheitsbrei.
                        Ich verstehe nicht, was dieses ewige "Gleichmacherei"-Argument soll. Niemand hier redet davon, dass alles mit Gewalt gleichgeschaltet werden soll á la UdsSR. In Deutschland ist ja auch nicht alles gleichgeschaltet. In großen Bundesstaaten wie USA oder Kanada erst recht nicht.
                        "The only thing we have to fear is fear itself!"

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                        • #13
                          Bei manchen Ländern bin ich auch für die Separation wie z.B. in Namibia oder einen kleinen Ostteil der USA wo viele deutschsprachige Minderheiten leben. Würden sich diese abspalten, so würde die Sprache Deutsch mehr gefördert werden und an Wichtigkeit in der Welt zunehmen.
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                          • #14
                            Zitat von Marschall Q Beitrag anzeigen
                            Ich merke gerade, Seperatismus ist ein wirklich heikles Thema. Die einen sagen es ist eine gute Sache, die anderen lehnen es ab.
                            In der Tat ist die Thematik äusserst schwierig. Ob es gut ist oder nicht, ich denke, dass die Option der Seperation durchaus existieren muss, für den Fall, dass sie sinnvoller wird, als dass der Teilstaat gebunden bleibt, in welchem Maße auch immer.
                            Die Thematik ist nicht schwierig, man muss nur - wie immer eigentlich - die Grundlagen berücksichtigen. "Ich will, weil ich will" ist immer eine scheiß Ausgangsposition. "Ich will, weil ich muss!" ist da eine komplett andere Sache.

                            Wenn zwei Volksgruppen in einem Staat zusammenleben, in dem eine von der anderen derart unterdrückt wird, das bei fortgesetzter kooperation der fortbestand von Kultur oder Leben einer der beiden Parteien gefährdet ist, dann ist eine Sepparation sicherlich immer ein geeigneter weg.
                            Das heißt aber nicht, das gleich die Hippies einen eigenen Staat kriegen, weil überall auf der Welt der Drogenhandel illegal ist. Und es heißt auch nicht, das gleich die Bayern aus der Bundesrepublik austreten müssen, weil Hochdeutsch die Amtssprache ist.
                            Aber wenn gleich die Millitärpolizei mit Panzerwagen und Maschinenpistolen anrückt, um ein traditionelles Volksfest zu sprengen, weil die Kirche dies als "heidnisch" gebranntmarkt hat, dann besteht auf jeden fall Handlungsbedarf.
                            Was ist Ironie?
                            Nachdem Kirks Leben 30 Jahre lang bestimmt wurde von "Captain auf der Brücke"
                            endete es schließlich mit einer Brücke auf dem Captain.

                            Kommentar


                            • #15
                              Zitat von Pyromancer Beitrag anzeigen
                              Wieso? Damit alles auf der Welt gleich ist? Ich persönlich mag die Unterschiede, und ich mag auch die Wahlmöglichkeiten. Wenn es mir hier in Deutschland nicht mehr passt, dann geh ich halt nach China, oder Amerika, oder Argentinien, oder nach Schweden. Wenn überall der gleiche Obermufti herrscht, dann versinkt alles im Einheitsbrei.
                              Nur weil die Wirtschaft und andere zwischenmenschliche Belange global geregelt werden, müssen noch lange nicht regionale Unterschiede verschwinden.

                              Das ist eine hirnrissige Annahme die gar bei einem einfachen Blick auf die BRD instantan widerlegt wird.

                              Also was soll das?

                              Es ist aber in einer freiheitlichen Gesellschaft Privatvergnügen, dumm zu sein.
                              Solange man damit andere nicht schädigt.

                              Das sehe ich im Hinblick auf die Existenzgrundlage von vielen Menschen aber gegeben.
                              When I feed the poor, they call me a saint.
                              When I ask why the poor are hungry, they call me a communist.


                              ~ Hélder Câmara

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