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Wann wird's denn nun anspruchsvoll?

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  • Wann wird's denn nun anspruchsvoll?

    Hier ist ja immer von "Anspruch" die Rede: BSG sei ja den anderen Serien durch seine Tiefgründigkeit soo überlegen und ich habe ich ja doch mal einen Blick riskiert und frage mich aber, wo genau denn diese Tiefgründigkeit zu finden ist.

    Also ich habe mir den Piloten angesehen und bin gerade bei Folge 2 der 1. Staffel und ich bin gespannt, wann es denn nun "anspruchsvoll" und so viel besser als andere wird. Ich bin mir noch nicht so sicher, ob BSG mir überhaupt gefällt und frage mich auch, ob man's nicht mit der "Charakterentwicklung" ein bisschen übertreibt und den ganzen Konflikten, die einem da in der Pilotfolge untergejubelt werden. "Vater, du hast meinen Bruder aus Ehrgeiz in den Tod geschickt, aber es war doch gar nicht Vater, sondern Starbuck, die gerade im Gefängnis sitzt, weil sie den ersten Offizier an seine Alkoholsucht erinnert hat bla bla" Hallo, da gibt es aber viel zu bewältigen! Und um zu zeigen, dass die schon verstanden haben, wie man heute eine Serie macht, schlabbern sich alle zehn Minuten irgendwelche Leute ab. Eine besondere Freude ist dabei Dr. Baltar mit seinen Visionen von dieser irrationalen Maschinenschickse, die gerne Kinderwirbel knackt. Wirklich toll, welche Tiefen solche Konflikte doch annehmen können. Apropos, diese "unsere Feinde sehen aus wie Menschen"-Masche ist ja seit DS9 und Stargate ganz was neues. Und hier geht's auch nicht ständig nur um Ballerei. Oder ist der Anspruch vielleicht darin zu suchen, dass der Boden und die Wände eher etwas dreckiger sind als in anderen Serien? Oder darin, dass die halt alle immer schlechte Laune haben? Oder kommt das noch? Also, ab welcher Folge wird's nun anspruchsvoll? Ab Folge 4?
    Republicans hate ducklings!

  • #2
    Um eine Serie als anspruchsvoll zu erkennen, braucht es natürlich auch einen anspruchsvollen Beobachter.

    Die Beschreibung der Hauptcharaktere und deren Beziehungen zueinander ist nun einmal eine Hauptaufgabe von Pilotfilmen. Das man dort lieber etwas mehr als wenig Action einbaut ist auch logisch.

    Folge 3 ist schon wahnsinnig anspruchvoll, mit politischen Gefangenen und einem Lee Adama als Hobbybürgerrechtler.
    Und von da an steigt der Anspruch und die Tiefgründigkeit dann beständig weiter bis irgendwann so eine Viererbeziehung eingebaut wird, deren Sinn sich nicht wirklich erschließt... naja, ich will nicht zu viel verraten.
    I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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    • #3
      Genau deswegen frage ich doch nach, damit mir die Leute erklären, was daran "anspruchsvoll" ist. Vielleicht kann ich dann selbst auch mal Anspruch entwickeln.

      Naja, Sinn erschließt sich auch jetzt noch nicht wirklich. Vielleicht ist die wacklende Kamera anspruchsvoll?
      Republicans hate ducklings!

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      • #4
        @endar
        Ha, Ha, Ha... Geiler Eröffnungspost von dir...

        Ich schaue BSG auch schon seit ein paar Monaten und jetzt halt die 2. Staffel auf RTL2. Anspruchsvoll ist die Serie, keine Frage, aber wenn der Anspruch und die Tiefgründigkeit in stellenweise langatmigen Dialogen liegt, kann ich das ebenfalls nicht ganz nachvollziehen.

        Ich schaue mir die Serie zwar gerne an, die auch sehr spannende Momente vorweisen kann, dazwischen aber auch mit Langeweile glänzt.

        Die charakterliche Entwicklung und Beziehung zwischen den Hauptcharakteren sind interessant, nur nervt mit der Zeit Dr. Baltar und seine eingebildete Zylonen-Blondine, da es sich meistens nur um die beiden dreht.
        R.I.P. SGU // R.I.P. STARGATE™
        ***
        "Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt." Albert Einstein

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        • #5
          Für mich ist die jeweilige Charakterentwicklung unter den gegebenen Bedingungen der Flucht vor den Zylonen und dem Miterleben des Genozids der Menschheit und auch weiteren Ereignissen das Kernstück der Serie und anspruchsvoll deshalb, weil dies realistisch vermittelt wird.

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          • #6
            Anspruchsvoll ist vielleicht zu hoch gegriffen. Die Serie richtet sich eben eher an ein erwachsenes Publikum, deshalb ist der Anteil an lasziven Paarmomenten wohl so hoch und ebenso der Gewaltgehalt.
            Die Wackelkamera geht mir auch extrem auf den Senkel.
            Davon abgesehen ist die Serie einfach auf hohem Niveau produziert, und ich konnte mich nach wenigen Folgen dem Sog auch nicht mehr entziehen. ^^
            Die Charaktere sind generell zwiespältiger und zerrissener als etwa in Star Trek.
            "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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            • #7
              Zitat von Mondkalb Beitrag anzeigen
              Anspruchsvoll ist vielleicht zu hoch gegriffen. Die Serie richtet sich eben eher an ein erwachsenes Publikum, deshalb ist der Anteil an lasziven Paarmomenten wohl so hoch und ebenso der Gewaltgehalt.
              Die Wackelkamera geht mir auch extrem auf den Senkel.
              Diese Paarmomente sind mir auch schon aufgefallen. Sie stoßen aber nicht auf meine ungeteilte Begeisterung. Vor allen Dingen reicht dann nicht ein Paar, sondern es müssen gleich sämtliche Charaktere miteinander verbandelt sein.
              Die Wackelkamera ist auch so ein Ding. Was soll das eigentlich?

              Davon abgesehen ist die Serie einfach auf hohem Niveau produziert, und ich konnte mich nach wenigen Folgen dem Sog auch nicht mehr entziehen. ^^
              Also ich bin dem Sog gegenüber bis jetzt relativ immun. Ich habe ja die ersten Folgen schon geschaut, als es auf RTL 2 startete, aber die Klingeltonwerbung war einfach zu unerträglich. Jetzt versuche ich es nochmals.

              Die Charaktere sind generell zwiespältiger und zerrissener als etwa in Star Trek.
              Ja, die sind entweder sterbenskrank oder metertief unter persönlicher Schuld begraben. Dem Zuschauer werden diese Dilemmae (wie ist die Mehrzahl von Dilemma? ) durch "schlechte Laune"-Acting nahegebracht.
              Für mich ist das ganze bis jetzt eher wie Denver-Clan mit Vipers und ohne Öl. Die Handlung wirkt irgendwie an den Haaren herbeigezogen. Ich bin ja noch bei Folge 2. Diese Boomer versteckt überall Bomben und verheimlicht das mit ihrem Macker, dem immer gut gelaunten Chief Meyer (oder so). Währenddessen versuchen die Cylons, diesen einen Heini, den Boomer für eine halbblinde Greisin(sic!) und Dr. Baltar auf dem Planeten zurückließ, mit einem Boomer-Model hereinzulegen. Nun ja, mal sehen was draus wird.
              Es ist nebenbei bemerkt auch ziemlich lahmarschig inszeniert.

              Ich werde es noch eine Weile weiterschauen. Vielleicht stoße ich in zwei Folgen auf diesen Sog, vielleicht nicht.
              Republicans hate ducklings!

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              • #8
                Im Fernsehen darf man das sowieso nicht schauen und schon gar nicht auf RTL2. Ich hab's mir auf DVD angesehen und konnte dann gar nicht mehr aufhören, weil ich wissen wollte, wie es weiter geht.

                Es behauptet ja niemand, dass es sich um die Neuerfindung des SF-Genres handele, es ist einfach nur eine ziemlich gut gemachte Serie, die sich etwas vom Mainstream gelöst hat.
                Es gibt auch etliche Szenen, die ich mehr als fragwürdig fand, aber insgesamt passt doch alles recht gut zusammen.

                (Die Originalserie hätte ja nun auch nicht gerade einen Preis verdient für Logik und gute Drehbücher. )
                "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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                • #9
                  Soooo anspruchsvoll ist BSG:TNS in meinen Augen auch nicht. Viele der Geschichten erinnern an alte Star-Trek-Folgen. Klar sind die Charaktere nicht schlecht aber durch die Bank großteils "Unsympathler". Die Serie ist mit Sicherheit nicht reines Popcorn-TV wie z.B. "Stargate" allerdings kommt die Serie IMO nie an den Anspruch von TNG (moralisch philosophische Fragen), B5 (perfektes Charakter-Drama mit auch etwas Moral), DS9 (Mischung aus beidem) oder "Rome" (geschichtliche Detailtreue gepaart mit wunderbaren Charakteren inkl. deren Entwicklung) ran. "Twin Peaks" kenne ich leider großteils nicht.

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                  • #10
                    Zitat von HanSolo Beitrag anzeigen
                    Die Serie ist mit Sicherheit nicht reines Popcorn-TV wie z.B. "Stargate" allerdings....
                    Hier war doch jetzt gar keiner mit SG dran, wiso wird SG wieder als "Negativbeispiel" hervorgekramt...
                    Ja, ich liebe SG...ich stehe dazu und verbiete euch ab sofort SG immer wieder als negativbeispiel ran zu holen, wenns bei eurem BSG:TNS, TNG und B5 Geplänkel nicht mehr weiter geht...*haha*

                    Cybered

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                    • #11
                      Zitat von endar Beitrag anzeigen
                      Diese Paarmomente sind mir auch schon aufgefallen. Sie stoßen aber nicht auf meine ungeteilte Begeisterung. Vor allen Dingen reicht dann nicht ein Paar, sondern es müssen gleich sämtliche Charaktere miteinander verbandelt sein.
                      Das wird recht schnell besser, in Staffel 3 kommt es dann aber ganz dicke.
                      Die Wackelkamera ist auch so ein Ding. Was soll das eigentlich?
                      Afaik soll das etwas dokumentarisch wirken und so, als ob man mittendrin wäre. Ob man's mag oder nicht, ist aber sicher Geschmackssache.

                      @Topic: Imo verwechseln da wohl viele einfach das "sich todernst nehmen" von BSG mit Anspruch. Imo ist BSG nicht mehr oder weniger anspruchsvoll als andere, qualitativ gute Serien. Gerne wird hier ja mit den auf witzig getrimmten Stagate-Folgen verglichen, die sich selbst nicht so wahnsinnig ernst nehmen, also ist das alles irgendwo relativ. So gibt es sogar bei Stargate Folgen, die ich vom Anspruch auf dem Niveau von BSG sehe. Außerdem muss man als Fan ja auch Gründe finden, warum die eigene Serie, trotz im Vergleich deutlich schlechterer Quoten, verlängert werden sollte
                      When I get sad, I stop being sad, and be AWESOME instead. True story.

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                      • #12
                        Zitat von Cybered Beitrag anzeigen
                        Hier war doch jetzt gar keiner mit SG dran, wiso wird SG wieder als "Negativbeispiel" hervorgekramt...
                        Weil SG nunmal die Popcorn Actionserie überhaupt ist

                        Ich würde auch nicht sagen, dass BSG wirklich Anspruchsvoll ist, denn der Begriff wird heutzutage unter den "Fans" viel zu unflationär benutzt. Es wird gleich alles mit "Hat Anspruch" abgestepelt, was keine reine Actionserie ist.

                        Was allerdings stimmt, ist dass BSG aus seinem "Umfeld" heraussticht, weil es keine gute-Laune-Serie ist ist, die Geschichten zusammenhängend sind und es viele verschiedene Handlungsstränge gibt. Das liegt aber eher an der schwachen Konkurrenz und nicht am Anspruch von BSG.
                        "Desperate Housewifes" hat übrigens nicht weniger komplexe und verwobene Handlungsstränge und da spricht keiner von Anspruch Oder als weiteres Beispiel aus einem anderen Genre würde ich "ER" heranziehen.

                        SF-Fans sind sowas einfach nicht gewohnt Viele wollen sich wohl einfach "intelligenter fühlen", ähnlich als wenn TAZ-Leser ständig auf BILD-Leser herabblicken

                        Und nicht falsch verstehen: Ich verschlinge BSG wir wahrscheinlich viele hier Ich mag die Serie. Aber die Lobeshymnen auf den großen Anspruch konnte ich noch nie nachvollziehen.
                        "Steigen Sie in den Fichtenelch! - Steigen Sie ein!"

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                        • #13
                          Zitat von Dr.Bock Beitrag anzeigen
                          Ich würde auch nicht sagen, dass BSG wirklich Anspruchsvoll ist, denn der Begriff wird heutzutage unter den "Fans" viel zu unflationär benutzt. Es wird gleich alles mit "Hat Anspruch" abgestepelt, was keine reine Actionserie ist.

                          Was allerdings stimmt, ist dass BSG aus seinem "Umfeld" heraussticht, weil es keine gute-Laune-Serie ist ist, die Geschichten zusammenhängend sind und es viele verschiedene Handlungsstränge gibt. Das liegt aber eher an der schwachen Konkurrenz und nicht am Anspruch von BSG.
                          "Desperate Housewifes" hat übrigens nicht weniger komplexe und verwobene Handlungsstränge und da spricht keiner von Anspruch Oder als weiteres Beispiel aus einem anderen Genre würde ich "ER" heranziehen.

                          SF-Fans sind sowas einfach nicht gewohnt Viele wollen sich wohl einfach "intelligenter fühlen", ähnlich als wenn TAZ-Leser ständig auf BILD-Leser herabblicken
                          Ich finde die Bewertung "anspruchsvoll" auch nicht besonders passend, "anspruchsvoller als andere Sci-Fi-Serien" trifft es wohl eher.

                          Allerdings muß man sich gedanklich mal in die Zeit der Erstausstrahlung zurückversetzen. "Klassische Science Fiction mit Raumschiffen" - was gab's denn damals in diesem Genre? Eigentlich nur Enterprise, Andromeda und Stargate.

                          Hier war BSG wirklich anders. Deprimierend, düster (viel zu oft bemüht, das Wort), keine Spur von Selbstironie, kein lustiger Sidekick - das war wirklich neu. Dazu ein unheimlich solider Look, keine Plastik-Laserkanonen, keine bunten Energiefelder, CGI, die wirklich photorealistisch wirkte ...

                          Und dann die Themen. Als "33" in den Staaten lief, diskutierte der Bundestag gerade darüber, ob man entführte Passagierflugzeuge abschießen dürfe. "Flesh and Bone" illustrierte die gerade noch aktuelle öffentliche Debatte über Folter nochmal mit IMHO eindrucksvollen Szenen. Dazu die allgegenwärtige Paranoia bzgl. terroristischer Schläferagenten - auch das spiegelte sich natürlich in der Serie wieder.

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                          • #14
                            Mich wunderts immer wieder wie genau das was ich ander Serie mag und für mich den Anspruch ausmacht (real Zwischenmenschliches Spiel ohne auf Happy End ausgelegt zu sein und die Emotionen, welche bei mir als Zuschauer ausgelöst werden; das fast schmerzliche sinnieren über richtige und falsche Entscheidungen; das sichtbare Leid in den Gesichtern der Charaktäre, wenn es mal keine Dialoge gibt) von Einigen als langatmig, an den Haaren herbeigezogen oder nervig bezeichned wird.
                            Kann es eigentlich überhaupt nicht nachvollziehen auch wenn ichs versuche, um mich eurem Standpunkt zu nähern und eventuell Gegenargumente darzulegen.

                            (Das Kameragewackle ist übrigens ein für mich sehr interessanter Drehstil.. ich mag solche unkonventionellen Sachen.
                            In Natural Born Killers fand ich zB das Farbenspiel sehr genial.)

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                            • #15
                              Zitat von FreiWild007 Beitrag anzeigen
                              (Das Kameragewackle ist übrigens ein für mich sehr interessanter Drehstil..
                              Ich wundere mich nur immer wieder, wieviele Epileptiker es hier gibt. Jeder zweite behauptet, von der "Wackelkamera" würde ihm schlecht. Naja, wenn man sich erstmal auf etwas eingeschossen hat ...

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