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Die Sopranos

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    #16
    So, ich hab die letzte Folge jetzt auch endlich gesehen und das Ende ist tatsächlich

    Spoiler
    etwas verwirrend...
    Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Allerdings würde ich nicht soweit gehen, die ganze Staffel deswegen zu verteufeln. Sicher, am Ende wurden die Reihen der Hauptcharaktere ordentlich ausgedünnt. Andererseits war der Body Count bei den Sopranos schon immer relativ hoch und es passt eben...
    Das Ende ist offensichtlich ein Ansporn für die Fans, sich selber ihr Ende auszudenken. Man muss selber entscheiden, ob Tony gerade umgelegt wurde oder ob er sich einfach nur freut, Meadow zu sehen. Ich persönlich entscheide mich lieber für letztere Variante. Endgültig schlüssige Beweise gibt es ja schließlich für keine der Interpretationen.


    Und damit geht also das Kapitel "Sopranos" zu Ende. Ich finde, es hat sich gelohnt und zwar bis ganz zum Schluss. Die Serie ist sicher gewöhnungsbedürftig und nicht immer leicht anzusehen. Aber die Reise in menschliche und gesellschaftliche Abgründe hat durchaus ihren Reiz.
    "I'm very much of the 'make it dark, make it grim, make it tough,' but then, for the love of God, tell a joke." - Joss Whedon
    "Bright, shiny futures are overrated anyway." - Lee Adama
    "Life... you can't make this crap up."

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      #17
      Hey!

      Ich habe in den letzten Monaten Die Sopranos gesehen und kann in der Summe ein positives Fazit ziehen. Anfangs rechnete ich ja mit einer Serie die viel auf Mafia-Action aufbaut. Tatsächlich legt die Serie aber sehr oft Schwerpunkte auf sozialkritische oder psychologische Probleme. Das hat mir sehr gefallen. Von der Charakterentwicklung hat mir die von Anthony Jr. besonders gefallen, da er sich von allen Charakteren wohl am meisten gewandelt hat. Insbesondere in der letzten Season hat man da sehr viel rausgeholt.

      Spoiler
      Besonders geschockt hat mich sein Selbstmordversuch und die anschließende psychatrische Behandlung. Das ging so richtig unter die Haut. Insbesondere in dem Blickpunkt, dass ich früher sehr ähnliche Gedanken wie er hatte.

      Ein wenig übertrieben fand ich die Thematik mit dem Krebs. In sofern übertrieben, dass einfach zu viele Leute mit der Krankheit bedacht wurden, das fand ich unrealistisch, wenngleich auch die Szenen sehr gut und realitätsnah gezeigt wurden (

      Spoiler
      z.B. die Chemo von Onkel Jun
      )
      Noch kurz ein paar Zeilen über das Ende:

      Spoiler
      Das Ende der Serie hat mir im Stil überhaupt nicht gefallen. Das plötzliche Ausblenden mag die Absicht haben, das der Zuseher sich sein Ende selbst aussuchen kann, aber dafür sehe ich nicht fern. Ich möchte gerade bei einer Serie, wo man sich mit den Charakteren identifiziert, wissen, wie es mit ihnen zu Ende geht. Der zweite Grund warum mir das Ende nicht gefiel ist der, das sie meinen Lieblingscharakter Silvio Dante einfach über den Haufen geschossen haben. Der war so richtig schön Old School Mafia Style in seinem ganzen Auftreten. Schade um ihn.

      In der Summe jedenfalls eine sehr empfehlenswerte Serie, die man allerdings wegen der zusammenhängenden Story nur genießen kann wenn man sie in recht kurzer Zeit ohne das Aussetzen von Folgen genießen kann.

      Gruß,
      Soran
      Sorans Fußballblog - Einblicke in die Welt des Fußballs - Spielberichte, Fotos und mehr. :)
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      Fanprojekt VfB 1906 Sangerhausen

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        #18
        Hallo,
        ich bin auch gerade dabei, mir die "Sopranos" reinzuziehen. Nach dem ich die ersten beiden Staffeln gesehen habe, kann ich ein sehr positives Zwischenfazit ziehen. Das große Plus der Serie sind tatsächlich die Figuren, die eigentlich die ganze Serie tragen. Mich hat sehr überrascht, dass die Hauptfigur ein richtiges Schwein ist. Eigentlich möchte man mit so jemandem wie Tony Soprano überhaupt nichts zu tun haben … und trotzdem mag man ihn irgendwie. Meine Lieblingsfigur ist übrigens Dr. Melfi. Eigentlich komisch, da sie die normalste von allen ist.
        Ich finds cool, dass man überwiegend ältere Schauspieler und keine Milchbubis engagiert hat. Figuren wie Junior Soprano haben eine Ausstrahlung, die man nur mit einiger Lebenserfahrung erreichen kann.

        Für alle, die die Serie noch nicht kennen: "The Sopranos" ist eine Mischung aus "Der Pate", "Pulp Fiction" und US-amerikanischer Familienserie. Im Mittelpunkt steht Mafia-Boss Tony Soprano und seine "beruflichen", familiären und gesundheitlichen Probleme. Die Charaktere sind zum Großteil ziemlich zwielichtig (wer erwartet, dass Tony Soprano als Hauptfigur sein Herz am rechten Fleck hat, dürfte enttäuscht sein), weisen aber trotzdem ein sehr hohes Identifikationspotential auf. Nahezu alle wichtigen Figuren (und Schauspieler) sind übrigens italienischer Abstammung.

        Von der Erzählweise her ist "The Sopranos" relativ konventionell gestrickt. Die Episoden sind in sich relativ geschlossen. Das bedeutet, es gibt eine A-Story, die in der aktuellen Folge behandelt wird (und später eventuell in Form einer B-Story weiterverfolgt wird). Viele B- & C-Storys (z.B. Christophers Versuch, Drehbuchautor zu werden) ziehen sich über mehrere Folgen und Staffeln hinweg. Überraschende Cliffhanger am Ende jeder Folge (wie in neueren Serien) sucht man vergebens (was ja nicht schlecht sein muss). Von der technischen Aufmachung (Kameraperspektiven, Actionsequenzen) gesehen, ist die Serie aber auf der Höhe der Zeit.

        Wer eine Actionserie erwartet, dürfte enttäuscht sein, wie schon weiter oben festgestellt wurde. In "The Sopranos" geht es vorrangig um Charaktere, zwischenmenschliche Probleme und menschliche Abgründe. Sehr oft ist die Serie dabei nah an unserer Realität. In einer Folge z.B. gibt Junior Soprano seiner Freundin den Laufpass, weil sie herumerzählt hat, Junior lecke sie untenrum (was für einen richtigen Mafiaboss natürlich nicht standesgemäß ist).
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        http://www.last.fm/user/LARG0/

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          #19
          So, ich habe mir gestern jetzt auch die letzte Folge der Serie reingezogen. Das Ende ist natürlich etwas überraschend, da es in der gesamten Serie keine Cliffhanger gab. Und dann wird auf einmal der Bildschirm auf einmal schwarz. Ende. Aus ...
          Naja, wenigstens hat das den Vorteil, dass sich jeder aussuchen kann, ob Tony seine "gerechte" Strafe erhält und erschossen wird, oder ob die Sopranos einen schönen Abend zusammen haben.

          Insgesamt gesehen, fand ich es gut, dass das Ende einen bitteren Beigeschmack hat. Es ist richtig so, dass nicht alle ungeschoren davonkommen. Tony, Silvio, Christopher, Pauli und selbst der nette Bobby waren (bei aller Sympathie) letztlich Verbrecher, die eine ganze Menge Menschen ins Jenseits befördert haben.

          Spoiler
          Wenn ich z.B. daran denke, wie kaltherzig Silvio Adriana erschossen hat, dann weine ich dem künstlich beatmeten Silvio am Ende der Serie keine Träne nach. Ein Happy End wäre da nicht angebracht gewesen.


          Was mir gut gefallen hat, ist, dass der Tod ohne Pomp und Pathos daherkommt. In vielen anderen Serien wird der Tod einer Hauptfigur meist als Höhepunkt eines Staffelfinales gefeiert. Bei den Sopranos kommt der Tod dagegen unerwartet und schnell (z.B. bei Christopher). Das ist mal was anderes.
          Die Gewaltdarstellung ist im Laufe der Serie dabei immer härter geworden. In der ersten Staffel sah alles noch irgendwie plump und harmlos aus – so als ob die Figuren gar nicht richtig zuschlagen, sondern nur in die Luft hauen. Gegen Ende hin wird es immer blutiger, wenn ich nur daran denke, wie Tony dem einen Gangster die Zähne ausgeschlagen hat

          Spoiler
          oder wie Bobby im Spielzeugladen erschossen wird. Tolle Szene übrigens.


          Interessant finde ich auch, wie sich die Rolle der Figuren im Laufe der Zeit verändert hat. Einige Figuren sind am Anfang der Serie ziemlich wichtig und treten dann etwas in den Hintergrund (z.B. Meadow, Onkel Junior, Dr. Melfi), andere Figuren treten aus dem Hintergrund in den Mittelpunkt (z.B. Vito, Bobby). Die krasseste Entwicklung aus meiner Sicht war die von Onkel Junior. Am Anfang der Serie ist er der Boss der Soprano-Familie, am Ende sitzt er im Pflegeheim völlig dement und ohne Zähne.

          Was ich sehr gut fand, ist die Widersprüchlichkeit der Figuren und die Differenz zwischen Außendarstellung und tatsächlichem Handeln. Janice präsentiert sich z.B. oft als alternativ, spirituell und post-materialistisch, aber in Wirklichkeit ist sie ziemlich habgierig und verschlagen. Oder Maedow, die sich für Menschen- und Bürgerrechte einsetzt, aber gerne über die kriminellen Machenschaften in ihrer Familie hinwegsieht. Diese Ambivalenz findet man nicht oft im Fernsehen.

          Außer "Die Sopranos" gibt es wahrscheinlich auch kaum eine Serie, wo so viele dicke Menschen im Mittelpunkt stehen: Tony, Bobby, Vito, Janice, Pussy, Ginny und wahrscheinlich noch einige mehr. Nicht als Witzfiguren, sondern als ernsthafte Persönlichkeiten. Das finde ich sehr beachtlich.

          Ich kann meine Empfehlung, sich diese Serie reinzuziehen, an dieser Stelle nur wiederholen.
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            #20
            @alle, die die Serie schon gesehen haben:
            Nachdem ich so viel Schwärmerei von allen Seiten gehört und gelesen hab, hab ich der Serie ne Chance geben wollen, obwohl das Genre so überhaupt nich meins is. Nach zwei Anläufen und mittlerweile 9 Folgen muss ich leider feststellen, dass ich mich eher langweile und der jeweils nächsten Folge nich grade entgegenfiebere. Kommt da noch was "größeres" auf mich zu oder kann ich getrost aufhören?

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              #21
              Gucke aktuell auch die Serie, bin aber erst in der ersten Hälfte der 3 Staffel.
              Die Serie gefällt mir schon ganz gut, aber kann diese überragenden Kritiken (bis jetzt) auch nicht ganz nachvollziehen. Wenn dir die erste Staffel nicht gefällt, dann wird die 2 und 3 Staffel wohl auch nichts für dich sein. Mir selber hat die erste Staffel sogar besser gefallen wie die zweite.

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                #22
                Nun, für das, was sie sein möchte, nämlich ein Charakterdrama im Mafiasetting, is sie ja wirklich gut. Kann mir also gut vorstellen, warum einem gefällt, was man dort zu sehen bekommt. Nur mag ich weder reines Drama noch das Setting. Ich wollte nur ma meinen Serienhorizont erweitern (normalerweilerweise schau ich SciFi, Mystery, Crime, Action, Comedy), aber in diesem Fall hat's nich geklappt. Meine nächsten Experimente werden Breaking Bad und Game Thrones.
                Danke jedenfalls für deine Antwort. Ich werde die Serie dann wohl auf unbestimmte Zeit auf Eis legen, bis jemand mit neuen, guten Argumenten kommt.

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                  #23
                  So, so, das waren also The Sopranos... Ich habe mir die Serie auch mal auf DVD besorgt (die Staffelboxen sind ja netterweise sehr günstig) und angesehen, da sie ja sehr gute Kritiken bekommen hat. War nicht so ganz das, was ich erwartet habe.


                  Zitat von Largo Beitrag anzeigen
                  Die Charaktere sind zum Großteil ziemlich zwielichtig (wer erwartet, dass Tony Soprano als Hauptfigur sein Herz am rechten Fleck hat, dürfte enttäuscht sein), weisen aber trotzdem ein sehr hohes Identifikationspotential auf.
                  Also Identifikationspotential ist echt das letzte, was ich bei den meisten Charakteren erkennen konnte. Die meisten sind nichtmal Sympathieträger, was aber nicht daran liegt, dass es Mörder sind, sondern dass es häufig einfach cholerische, aggressive Arschlöcher sind. Am Anfang mochte ich z.B. Paullie recht gern, aber der ist eigentlich einfach nur ein dummer Wichser. Alleine wie er dauernd grundlos auf Christopher rumtampelt. Christopher wiederum ist aber nicht besser - ich habe nie wirklich verstanden, warum Adriana mit dem zusammensein möchte und ihn sogar liebt, obwohl er sie mehrfach verprügelt und auch sonst nicht wirklich nett behandelt.
                  Insofern war mir eigentlich nur Bobby wirklich sympathisch.


                  Zitat von Largo Beitrag anzeigen
                  Die Gewaltdarstellung ist im Laufe der Serie dabei immer härter geworden. In der ersten Staffel sah alles noch irgendwie plump und harmlos aus – so als ob die Figuren gar nicht richtig zuschlagen, sondern nur in die Luft hauen. Gegen Ende hin wird es immer blutiger, wenn ich nur daran denke, wie Tony dem einen Gangster die Zähne ausgeschlagen hat

                  Spoiler
                  oder wie Bobby im Spielzeugladen erschossen wird. Tolle Szene übrigens.
                  Kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen. Schon in der ersten Folge wird einem von hinten in den Kopf geschossen und das explizit gezeigt.

                  Das Ende war dann in der Tat... überraschend. Ich wusste bereits, dass es ein plötzliches Ende geben wird, war aber dann trotzdem überrascht - wer hätte gedacht, dass es SO plötzlich kommt!? Na ja, weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Es deutet ja schon vieles darauf hin, dass Tony umgelegt wird.

                  Insgesamt war ich von der Serie nicht so gethrillt. Sie war keineswegs schlecht gemacht, aber es wird dann doch irgendwann mal eintönig mit dem ewigen Mafia-Hickhack. Es war keine schlechte Serie, aber ich glaube nicht, dass ich sie mir ziemlich bald wieder ansehen werde. Am besten gefallen hat mir übrigens die Folge in der dritten Staffel, wo Chrissy und Paullie den Russen da im Wald suchen und sich dabei verlaufen. (der Verbleib des Russen ist ja auch so ein großes Mysterium der Serie, mWn sogar das zweitgrößte nach dem Schicksal Tonys.)

                  Gesamtfazit: Gut, aber nicht direkt mein Fall.
                  "The only thing we have to fear is fear itself!"

                  "The only thing we have to fear is... Herbert Hoover! He's a lizard alien! They walk among us! Ruuuuuuun!"

                  "The only thing we have to fear is... Polio! It got me and now it's coming for you! Run for your lives while you still can! I'm contagious!"

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                    #24
                    Nächste Woche erscheint die Serie komplett auf Blu Ray. Ich habe vorbestellt und bin gespannt auf das Ergebnis. Mal sehen, wie ich die Serie fünf Jahre später bewerten werde.
                    Mein Profil bei Last-FM:
                    http://www.last.fm/user/LARG0/

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                      #25
                      Zitat von Largo Beitrag anzeigen
                      Nächste Woche erscheint die Serie komplett auf Blu Ray. Ich habe vorbestellt und bin gespannt auf das Ergebnis. Mal sehen, wie ich die Serie fünf Jahre später bewerten werde.
                      Gibt es hier die einzelnen Episoden zu bewerten ?

                      Mir gefällt die Serie ziemlich gut.
                      Ich bin über Breaking Bad auf die Sopranos gekommen, das Genre ist das selbe und auch der Still ähnelt sich, wobei BB eventuell ein bisschen "knackiger" ist was die Action angeht, da nimmt sich The Sopranos mehr Zeit, ich als Fan klassischer Mafiafilme, bin von der Serie hellauf begeistert. Die einzelnen Charaktere gefallen mir sehr gut und die Dynamik passt, ständig wird intrigiert von allen Seiten und Tony versucht den Laden irgendwie am Laufen zu halten.

                      übrigens ist ein Soprano-Film geplant, wie das allerdings ohne James Gandolfini funktionieren soll, ist zweifelhaft.

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