Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

[506] "Der große Mutato" / "Post-Modern Prometheus"

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    [506] "Der große Mutato" / "Post-Modern Prometheus"

    Buch:
    Chris Carter

    Regie:
    Chris Carter

    Darsteller:
    Booger (Chris Giacoletti)
    Dr. Pollidori (John O´Hurley) [Lutz Riedel]
    Elizabeth Pollidori (Miriam Smith)
    Izzie Berkowitz (Stewart Gale) [Gerrit Schmidt-Foß]
    J.J. (Vitaliy Kravchenko)
    Jerry Springer (Jerry Springer) [Hans-Jürgen Dittberner]
    Mutato (Chris Owens)
    Shaineh Berkowitz (Pattie Tierce) [Marianne Lutz]

    Inhaltsangabe:
    In einer ländlichen Ortschaft in Indiana schaut Shaineh Berkowitz sich gerade eine der täglichen Talkshows im Fernsehen an. Sie ist so vertieft in das Interview, daß sie nicht bemerkt wie jemand das Haus in eine Plane hüllt. Eine dunkle Gestalt betritt die Küche, wirft eine weiße Substanz in einen Topf die dort eine chemische Reaktion erzeugt und weiße Rauchschwaden zur Folge hat. Als Shaineh bemerkt, daß etwas im Haus nicht stimmt, beschließt sie sich umzusehen. Plötzlich taucht aus der Dunkelheit ein grausam deformiertes, frankensteinartiges Gesicht auf und Shaineh stockt der Atem.

    Später, als die Agenten durch die Landschaft von Indiana fahren, liest Scully laut einen Brief an Mulder vor. Darin beschreibt Shaineh wie, 18 Jahre zuvor, jemand ihr in Rauchschwaden gehülltes Schlafzimmer betrat und dabei die Stimme der Sängerin Cher zu hören war. Drei Tage später wachte sie auf und war schwanger, ihren Sohn nannte sie später Izzy. Shaineh erklärt, sie hätte Mulder in der Jerry Springer Show gesehen und hofft er würde ihren Fall untersuchen. Und nun sind die Agenten tatsächlich auf dem Weg zu Shainehs Haus.

    Dort angekommen entdecken sie ein Comic-Heft in dem genau die Kreatur vorkommt die Shaineh beschrieben hat. Shaineh gibt an, bei dem Monster handelt es sich um den "Great Mutato", eine Figur aus Izzys blühender Fantasie. Doch Izzy behauptet, er und viele andere im Ort haben die Kreatur gesehen, die eine Vorliebe für Erdnußbutter-Sandwiches hat. Izzy und seine Freunde führen die Agenten an eine Stelle im Wald und legen dort ein paar Sandwiches aus um die Kreatur anzulocken. Als sie auftaucht jagen sie ihr nach, doch die Kreatur entkommt in der Dunkelheit. Mulder entdeckt dann einen alten Mann, der behauptet das eigentliche Monster wäre sein Sohn, der berühmte Dr. Francis Pollidori.

    Die Agenten besuchen Pollidori, der ihnen von seinen gentechnischen Experimenten erzählt, er zeigt ihnen ein Foto von einer Fruchtfliege mit Beinen die aus dem Mund wachsen. Später verabschiedet sich Pollidori von seiner Frau Elizabeth zu einem Reise nach außerhalb. Kurz darauf werden Elizabeths Fenster mit Plane verhüllt.

    Als die Agenten an einem Restaurant in Bloomingtown anhalten setzt man ihnen alle möglichen Speisen vor. Sie begreifen, daß alle glauben Jerry Springer würde eine Geschichte über die Kreatur bringen - in einem Zeitungsartikel wird Mulder zitiert "er würde an die Existenz des Monsters glauben". Die Agenten nehmen an Izzy hätte ihre Unterhaltungen auf Band aufgenommen.

    Als Mulder und Scully die Landstraße entlangfahren sehen sie Pollidoris verhülltes Haus. Sie stürmen in das Haus und entdecken Elizabeths bewußtlosen Körper. Kurz darauf verlieren sie selber das Bewußtsein. Durch den Rauch tritt der alte Mann, Professor Pollidoris Vater, mit einer Gasmaske. Als die Agenten wieder aufwachen beschreibt Elizabeth ihren Angreifer als einen deformierten Mann mit zwei Mündern.

    Später sieht man den alten Mann wie er der Kreatur ein Erdnußbutter-Sandwich bringt, während diese im Fernsehen den Film "Die Maske" mit Cher sieht. Kurz darauf besucht Pollidori seinen Vater, streitet sich mit ihm und erwürgt ihn.

    Ein Menschenmenge formiert sich vor der Post als ein Postangestellter erklärt er hätte das Monster gefunden. Er holt dann jemand aus einem Hinterzimmer mit einer Gummimaske vom "Great Mutato", als er ihm die Maske abzieht sieht man Izzy zum Vorschein kommen. Der Postangestellte zeigt dann einen Karton, den er entdeckt hat, darin befinden sich noch eine Reihe identische Masken.

    Die Nachforschungen ergeben, daß die weiße Substanz benutzt wird um Tierherden zu betäuben. Die Benutzung wird durch die FDA überwacht, was die Agenten wieder zur Farm des alten Mannes führt. Als sie dort ankommen, treffen sie eine Zeitungsreporterin, die sich mit dem Fall beschäftigt und bescheibt sie hätte die Kreatur gesehen wie sie den alten Mann beerdigt hat. Kurz darauf nähert sich eine wütende Menschenmenge der Farm, angeführt von Pollidori. Die Agenten schließen Pollidori hätte wahrscheinlich selber seinen Vater getötet und beschützen den verängstigten Mutato und versuchen vor der Menge zu fliehen. Doch sie werden verfolgt und im Keller in die Enge gedrängt.

    Dort werden sie von Pollidori und der Menge gestellt, Pollidori behauptet die Kreatur wurde von seinem Vater geschaffen. Als Mutato sich zu Wort meldet erzählt er, er hätte niemals jemand anderem etwas getan. Vor 25 Jahren hätte der alte Mann gemerkt, daß sein Sohn geheime Experimente durchführt, bei denen er als Produkt herauskam. Der alte Mann rettete ihn und zog ihn auf. Die Menschenmenge merkt nun, daß Mutato eigentlich kein Monster ist.

    Später wird Pollidori von der Polizei verhaftet und fortgebracht. Die Agenten nehmen die Kreatur mit, doch anstatt sie ins Gefängnis zu bringen, fahren sie mit ihr in einen Nachtclub nach Memphis, wo Cher für Mutato singt, ihren größten Fan.



    Quelle
    15
    ****** eine der besten Akte X Folgen aller Zeiten!
    53,33%
    8
    ***** sehr gute Folge - hat alles, was Akte X ausmacht!
    20,00%
    3
    **** gute Folge mit unterhaltsamer Story!
    6,67%
    1
    *** vollkommen durchschnittliche Folge!
    13,33%
    2
    ** relativ schwache Folge - nicht weiter erwähnenswert!
    6,67%
    1
    * eine der schlechtesten Akte X Folgen aller Zeiten!!
    0%
    0
    Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

    #2
    Eine klasse Folge mit einem ganz ungewöhnlichen Story.- bzw. Erzählungskonzept. Sehr gut gefallen hat mir der Großteil der Musik, die in dieser Folge verwendet wurde. Diese paßte ausgezeichnet zu den jeweiligen Szenen und verlieh der Folge einen besonderen Reiz.
    Auch die Szenen und Darsteller im Restaurant fand ich sehr originell und teilweise extrem freaky. Klasse fand ich den Auftritt von Mulder, als er das zweite Mal das Restaurant betrat und alle Gäste nicht mehr freundlich gesinnt waren, so wie beim ersten Mal, sondern alle waren total wütend!
    Auch die Schlußszene im Nachtclub, wo Cher für Mutato singt und Scully und Mulder tanzen, fand ich hervorragend.
    Somit vergebe ich für diese Folge die maximalen Punkte.
    Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

    Kommentar


      #3
      Eine ausgezeichnete Episode, die schon allein deswegen auffällt, dass sie in Schwarzweiß ist und mit sehr passender Musik unterlegt ist.

      Eine rührende Geschichte rund um einen Stigmatisierten, die dennoch sehr komisch und unterhaltsam ist. Die Umsetzung im Besonderen mit den verschleierten Häusern fand ich sehr gelungen.

      Fünf Sterne gibt's von mir für diesen Evergreen.

      Kommentar


        #4
        Highlight!

        Das absolute Highlight ist das Ende, wo der Mutato zu Cher gefahren wird. Denn erstens ist es ziemlich Groovy und ein sehr unerwartetes Ende, und zweitens fordert der Mulder seine Scully auf allergeilste, coole Art und Weise zum Tanz auf.

        Wie die sich danach in Zeitlupe angesehen haben... Sehr schön. Hat mir sehr gefallen, nachdem ich die beiden aus allen vorhergegangenen Folgen kenne.

        Kommentar


          #5
          Ziemlich krasse Folge. Wiedermal eine, die sich von so ziemlich allen anderen Episoden abhebt. Aber ich weiß nicht, so wirklich gut gefallen hat sie mir nicht. Der Funke ist einfach nicht übergesprungen, mir wurde hier alles etwas zu krass und übertrieben dargestellt. Die einzelnen Personen wirkten so irreal, dass sie selbst für diese Parodie übertrieben dargestellt wurden.
          Einzig positiv fand ich, dass die musikalische Begleitung wirklich super war.
          Meine Beiträge sind genderfrei und das ist gut so

          Kommentar


            #6
            Eine der Besten Akte X Folgen.

            Kommentar


              #7
              Zitat von Lehtis Beitrag anzeigen
              Eine der Besten Akte X Folgen.
              Dem ist eigentllich nicht mehr viel hinzuzufügen . Die Folge war einfach für Fans der Serie wie mich eine geniale Folge, die denn Charme der Serie und auch vieler Einzelepisoden parodiert hat . Die Story war vielleicht für X-Files Verhältnisse etwas überzeichnet, aber das sollte ja auch so sein, immerhin wirkte Skully hier noch skeptischer und Mulder noch optimistischer als sonst . Die Frankensteinstory wurde hier gut umgesetzt und in schwarzweiß wirkte sie sehr authentisch. Der Soundtrak tat sein übrigens, tja eben eine der besten X-Files folgen überhaupt, hier stimmt absolut alles .
              Ich vergebe deshalb ******Sterne.

              Kommentar


                #8
                Eine sehr gute Akte X-Folge mit einer klasse Musik-Untermalung ! -> ***** Sterne

                Kommentar


                  #9
                  Drei Sterne.

                  Mal wieder eine der experimentellen Akte X Folgen, und wie schon fast alle vorher, find ich auch diese nicht so wirklich prickelnd.

                  Das positive vorweg: Ich finde den Stil der Folge cool, so comic-strip mässig, die Charaktere sind sehr überzeichnet und die Rede des Deformierten war sehr gut gemacht.

                  Dafür ist die Folge alles andere als spannend, macher Gag geht ziemlich in die Hose und die Schwarz-Weiss Untermalung ist zwar ein Stilmittel, ich fand´s aber nervig.

                  Was die Folge natürlich noch weiter runterzieht für mich ist die musikalische Untermalung von CHER. Mag generell keine Frauen, die zum Grossteil sich aus Plastik, und/oder Sillikon zusammensetzen und ihre Musik fand ich immer absolut grausam.

                  Wegen der guten Ansätze geb ich aber drei Sterne.
                  Zuletzt geändert von Axel77; 19.12.2011, 14:45.

                  Kommentar


                    #10
                    Von mir gibt es sechs Sterne * * * * * * für diese geniale Folge, die fast vollständig bis auf einige Sekunden am Anfang in Schwarzweiß gehalten ist. Ebenso ungewöhnlich ist der Soundtrack mit Popsongs und surrealen Glockenspielen. Postmoderner Prometheus meint die Gentechnik. Besonders gut gefiel mir die mit Blitzen unterlegte Szene, wie Mulder und Scully "Dr. Frankenstein" treffen. Aber in der Folge bleibt neben den Anspielungen auf die Klassiker des Genres auch genügend Platz für teilweises surreal komisches menschliches Drama. Angeblich hat Cher es später bedauert, dass sie nicht selbst in der Folge mitgewirkt hat.

                    Kommentar


                      #11
                      Ich fand die Folge gut, habe ich erst gestern gesehen, das letzte mal glaube als Kind (lief immer 21:00 und ich musste um 21 schlafen gehen aber es gab Ausnahmen).
                      Heute finde ich die Folge nur ok, aber die Anspielungen sind witzig, das Inzest Dorf, wo alle fast gleich aussehen.
                      Später die Anspielung, dass die Personen wie Tiere aussehen usw.
                      Keine Folge die ich jetzt immer sehen muss, aber mal was außergewöhnliches aus der Akte-X Serie.
                      Doch mich erinnerte der Junge, also das Kind der Frau, sehr an die eine, ultra witzige Folge über den "Vampir Jungen", mal sehen wann ich dort ankomme, gehe gerade meine DVDs durch, bin bei...wie erwartet Staffel 5.
                      So das wars :P

                      Kommentar


                        #12
                        Zitat von Rommie's Greatest Fan Beitrag anzeigen
                        Eine klasse Folge mit einem ganz ungewöhnlichen Story.- bzw. Erzählungskonzept. Sehr gut gefallen hat mir der Großteil der Musik, die in dieser Folge verwendet wurde. Diese paßte ausgezeichnet zu den jeweiligen Szenen und verlieh der Folge einen besonderen Reiz.
                        Auch die Szenen und Darsteller im Restaurant fand ich sehr originell und teilweise extrem freaky. Klasse fand ich den Auftritt von Mulder, als er das zweite Mal das Restaurant betrat und alle Gäste nicht mehr freundlich gesinnt waren, so wie beim ersten Mal, sondern alle waren total wütend!
                        Auch die Schlußszene im Nachtclub, wo Cher für Mutato singt und Scully und Mulder tanzen, fand ich hervorragend.
                        Somit vergebe ich für diese Folge die maximalen Punkte.
                        Viel mehr habe ich diesmal auch nicht zu sagen, eine klasse Folge mit einer guten Story und hervorragend ausgewählter Musik. Ergänzend möchte ich noch hinzufügen das die Maske des Mutato sehr gut und realistisch rüberkam.
                        Somit gibt es auch diesmal wieder sechs Sterne von mir für diese gelungene Episode.
                        Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

                        Kommentar


                          #13
                          Mulder wird von einer Frau herbeigerufen, die behauptet, des Nachts von einem gräßlich entstellten Monster heimgesucht worden und daraufhin schwanger geworden zu sein, obwohl sie sich hat sterilisieren lassen. Sie erzählt, bereits vor 18 Jahren sei ihr Ähnliches widerfahren, woraufhin ihr Sohn zur Welt gekommen sei. Scully hält die Frau für eine Schwindlerin; ein von ihrem Sohn gezeichnetes Comic über ein Monster, das der Beschreibung entspricht, scheint dies zu bestätigen. Bei einer nächtlichen Suche ereignen sich jedoch merkwürdige Dinge, und die Agenten machen die Bekanntschaft eines Wissenschaftlers, der geheime genetische Experimente durchführt.

                          "The Post-Modern Prometheus" ist Chris Carters Hommage an seinen Lieblingsroman "Frankenstein" inklusive seiner ersten Verfilmung durch John Whale (1931) und eine der originellsten und experimentellsten Akte X-Folgen überhaupt. Ganz in schwarz-weiß gedreht und nach dem Untertitel von Mary Shelleys Roman "Frankenstein - The Modern Prometheus" benannt, öffnet und schließt die Episode mit dem Cover eines Comic-Books, und verdeutlicht so gleich zu Beginn, dass sie keine "normale" Akte-X-Folge, sondern eine Art Meta-Fiction ist. Ähnliche Ansätze gab es schon früher, mit Episoden, die die Technik des verrückten bzw. unzuverlässigen Erzählers verwendeten ("José Chung's 'From Outer Space'", "Musings of a Cigarette Smoking Man", und zuletzt "Unusual Suspects"). Anders als in diesen Folgen lässt "The Post Modern Prometheus" aber keine Fragen offen, wieviel von der Geschichte der Wahrheit entspricht, sondern es ist klar, dass es quasi die Verfilmung eines Comics über einen Akte X-Fall ist.

                          Mulder und Scully wurden in eine Kleinstadt gerufen (anders als sonst in Akte X wird kein Ort angegeben, es heißt im ersten Bild des Comics "somewhere in the land, a monster lurked"); eine Frau, Shaineh Berkowitz, hat in ihrem Haus mitten in der Nacht eine Art Monster gesehen, wurde ohnmächtig, und als sie drei Tage später zu sich kam, stellte sich heraus, dass sie schwanger ist. Wie Mrs Berkowitz erzählt, ist ihr dasselbe vor 18 Jahren schon einmal passiert, das Resultat war ihr Sohn Izzy, der Autor des Comics "The Great Mutato" ist. Eigentlich sollte Mrs Berkowitz gar nicht in der Lage sein, Kinder zu bekommen, denn nach der Geburt von Izzy hat sie sich sterilisieren lassen. Im Zimmer von Izzy findet Scully ein Comic-Book mit der von Izzy geschaffenen Figur des "Great Mutato", der genauso aussieht, wie der Eindringling, den seine Mutter beschreibt. Izzy besteht darauf, dass das Monster wirklich existiert und des Nachts in dem kleinen Ort sein Unwesen treibt. Als sich die Agenten zusammen mit Izzy in der Nacht auf die Suche machen, begegnen sie einem alten Mann, der ihnen sagt, es gäbe kein Monster, außer einem Wissenschaftler, der Dr. Pollidori heißt.

                          Dr. Pollidori, der hier quasi die Rolle des Victor Frankenstein innehat, ist der klassische verrückte Wissenschaftler, dem seine Arbeit über seine Familie geht und der als Nobelpreisträger in die Geschichte eingehen will. Er führt genetische Experimente an Fruchtfliegen durch, wobei er eine Gruppe von Genen, die für die Entwicklung verantwortlich sind (die sog. homöotischen Hox-Gene) derart manipuliert, dass beispielsweise einer Fliege ein zusätzliches Paar Beine aus dem Mund wächst. Als Mulder ihn fragt, warum er das tut, antwortet Pollidori, "because I can." Auf die Frage, ob solche Experimente auch an Menschen möglich seien, antwortet er, dies sei theoretisch möglich, würde aber gegen wissenschaftliche Grundsätze verstoßen. Es stellt sich jedoch heraus, dass Pollidori jedoch genau das getan hat, und der Mutato ist das Ergebnis eines solchen Experiments.

                          Pollidori bezeichnet den Mutato als einen großen Fehler, sein Vater jedoch, der alte Bauer, dem die Agenten zuvor begegnet sind, nahm den von Pollidori verstoßenen Mutato in seine Obhut, zog ihn im Verborgenen liebevoll auf, und als der Mutato älter und immer einsamer wurde, versuchte er, für ihn eine Gefährtin zu erschaffen. Er ahmte die Experimente Pollidoris nach und versuchte, mit Hilfe von Keimzellen seiner Farmtiere, die er den Frauen in der Stadt einpflanzte, Hybriden zu erschaffen. Die Experimente scheiterten; es entstand kein zweiter Mutato oder eine weibliche Mutato, sondern statt dessen Kinder, die Hühnern, Pferden, Ziegen etc. ähnlich sahen (dass dies die Gemeindebewohner sind, wird nicht ausgesprochen, sondern nur mit Bildern impliziert). Als Pollidori dahinter kommt, was sein Vater tut, tötet er ihn und man sieht einen weinenden Mutato den alten Mann begraben. Des Mordes verdächtigt wird nicht Pollidori, sondern der Mutato, der dann vor die aufgebrachte Gemeinde tritt, die ihn lynchen will, und seine Geschichte erzählt.

                          Wie auch sein Vorbild, Frankensteins Kreatur, ist der "Große Mutato" nur äußerlich ein Monster, in seinem Inneren jedoch ein sensibles und intelligentes Wesen. Er liebt Erdnussbutter-Sandwiches und bildet sich - auch hier die Parallele zu Frankensteins Kreatur - durch Bücher, Schallplatten und andere Medien weiter, die er in den Häusern der Opfer seines Großvaters findet. Wegen ihrer Rolle im Film "The Mask", in dem sie eine liebevolle Mutter eines entstellten Jungen spielt, wird der Mutato zu einem Fan von Cher, zu deren Musik man ihn tanzen sieht.

                          Die Geschichte endet damit, dass Dr Pollidori für den Mord an seinem Vater verhaftet wird und ebenso der sich schuldig bekennende Mutato für Komplizenschaft in den Verbrechen des ermordeten alten Bauers, der im Versuch, für den Mutato eine Gefährtin zu erschaffen, unzählige Frauen in der Nacht überfiel und künstlich mit seinen Hybridenexperimenten schwängerte. Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.

                          Mulder, und damit begibt sich die Episode in ihrem vielleicht originellsten Twist wieder auf die Ebene der Meta-Fiction, passt dieses Ende überhaupt nicht: "This is all wrong, Scully. This is not how the story is supposed to end." - "What do you mean? " - "Dr. Frankenstein pays for his evil ambitions, yes. But the monster’s supposed to escape to go search for his bride." Scully sagt ihm, in dieser Geschichte werde es kein Braut für das Monster geben. Mulder will das nicht hinnehmen: "Well, where’s the writer? I want to speak to the writer!" Und der Autor Izzy tritt durch die Tür. Die Episode verlässt an dieser Stelle ihre eigene fiktive Realität und ersetzt sie durch eine, die von Izzy auf Mulders Verlangen umgeschrieben wurde: Mulder und Scully fahren den Mutato nicht ins Gefängnis, sondern besuchen mit ihm und den anderen Gemeindemitgliedern ein Konzert mit Cher, wo man den Mutato mit Cher und Mulder mit Scully tanzen sieht. Ein Happy-End, mit dem Nachteil, dass nichts von dem, was die Episode nach Mulders Forderung nach einem anderen Ende der Geschichte zeigt, in der fiktiven Realität wirklich passiert. Mulder und Scully werden zu einem Comic-Bild, bevor das Comic-Book wieder zugeklappt wird.

                          Man könnte über diese Episode endlos philosophieren, über tatsächliche und fiktive Realitäten und Meta-Realitäten innerhalb derselben, über Mulders Wunsch, die Realität umzuschreiben (passend dazu das Zitat früher in der Episode: "Common sense alone will tell you that these legends, these unverified rumors are ridiculous." - "But nonetheless, unverifiable, and therefore true in the sense that they’re believed to be true." - "Is there anything that you don’t believe in, Mulder?") Es kann nur Mulder sein, der diesen Wunsch äußert, die tatsächlichen Geschehnisse mögen umgeschrieben werden, weil die Realität so nicht geschehen soll. Man kann mutmaßen, wie oft die Figur Mulder seinem Schöpfer Carter mit derartigen Wünschen, die Geschichte doch umzuschreiben, in Gedanken oder Träumen erschienen ist. Oder ob Mulder, der Außenseiter, der ähnlich einsam war wie das Monster, bis Scully in sein Leben trat, Parallelen zwischen sich und dem Monster sieht und ihm deshalb so sehnlich eine Gefährtin wünscht. Die Episode versäumt auch nicht, den Kontakt zur Mythologie der Serie zu halten - mit künstlich erzeugten Hybriden, fehlgeschlagenen Experimenten, unfruchtbaren Frauen, die trotzdem schwanger werden und merkwürdige Babies zu Welt bringen und fragen: "What's not to love?" SPOILERBereits im folgenden "Emily"-Zweiteiler wird sich Scully in einer ähnlichen Rolle wiederfinden.

                          Was die Inszenierung angeht, ist "The Post-Modern Prometheus" eine höchst kreative und - für eine Prime Time TV-Show - auch mutige Episode, die Referenzen zum Vorbild "Frankenstein" und anderen klassischen Horrorfilmen mit solchen zu Comics auf originelle Weise verschmilzt. Nicht nur im Hinblick auf die Inszenierung in Schwarz-Weiß lehnt sich die Optik an klassische Horrorfilme an; immer wieder gibt es Unwetter mit viel Donner und Blitz, teilweise bis zum Komödiantischen überzeichnet (auch hier wieder die Anklänge an ein Comic-Book) und selbst der Ton scheint an Filme aus den 30ern angelehnt. Referenzen zu anderen Akte-X-Regisseuren gibt es auch: Der Teaser erinnert stark an die Eingangssequenz der Staffel 4-Episode "Home". Es gibt auch über die eigentliche Handlung hinausgehend in Details unzählige Referenzen sowohl an "Frankenstein" als auch andere Horrorfilme; so ist beispielsweise Dr. Pollidori nach dem Leibarzt von Lord Byron benannt, der Mary Shelleys Autorenzirkel angehörte und Elizabeth nach der gleichnamigen Frau Victor Frankensteins. Ebenso wie Frankenstein fährt Pollidori zu einer Konferenz an die Universität Ingolstadt; auch in bestimmten Szenen zeigen sich Ähnlichkeiten und werden bekannte Momente aus John Whales Film zitiert. Mulders "It's alive!" und der mit Fackeln ausgestattete, aufgebrachte Mob, der den Mutato verfolgt, sind dabei nur die Offensichtlichsten.

                          Es gibt eine Reihe weiterer großartig inszenierter Szenen, so der Mord an dem alten Mann und sein Begräbnis, die Offenbarung des Mutato gegenüber der aufgebrachten Gemeinde, und natürlich am Ende das Konzert mit Cher (die leider nicht persönlich an der Episode teilnahm, was die Sängerin den Produktionsnotizen zufolge später sehr bereute). Die verschiedentlich zu lesende Kritik, die Charaktere, insbesondere Pollidori und die Stadtbewohner, seien eindimensional und ähnelten Karikaturen, geht m.E. völlig an der Sache vorbei, da ein wesentliches Element der Folge gerade darin besteht, dass sie ein verfilmter Comic ist. Die Charaktere wirken nicht wie Leute aus dem Jahr 1995, sondern erinnern in Kleidung, Frisur und Auftreten eher an Menschen aus den 1950er, vielleicht sogar 1930er Jahren. Auch musikalisch ist "The Post-Modern Prometheus" außergewöhnlich gut gelungen. Ob es das karnevalesk-klingende Hauptthema im Walzertakt ist, die melancholische Musik vor dem Tod des alten Mannes und als der Mutato seine Leiche findet und begräbt, oder die an passenden Stellen eingestreuten Songs von Cher, Mark Snows Kompositionen sind ebenso originell wie die Inszenierung der Episode selbst, treffen deren Ton perfekt und sorgen für eine unverwechselbare Atmosphäre.

                          "The Post-Modern Prometheus" wurde für sieben Emmys nominiert, darunter für das Drehbuch und die Regie. Aber nicht nur Chris Carter, der in dieser Episode für beides verantwortlich zeichnet, sondern das gesamte Team haben sich hier selbst übertroffen und eine unvergessliche Episode geschaffen. Für mich ist "The Post-Modern Prometheus" ein Top-Kandidat für die beste Akte X-Episode überhaupt. Ich vergebe sieben von sechs Erdnussbutter-Sandwiches dafür.
                          Zuletzt geändert von Janet18; 21.05.2019, 11:28.

                          Kommentar


                            #14
                            Zitat von Krebskandidat Beitrag anzeigen
                            Eine sehr gute Akte X-Folge mit einer klasse Musik-Untermalung ! -> ***** Sterne
                            ja die Musikalische Untermalung war wirklich gut.
                            jedoch konnte mir der rest nicht wirklich hinreisen.
                            Mal ganz davon abgesehen, dass diese Folge so wirkt, als ob David Lynch oder Ed Wood sie sich erdacht hätten. fand ich die Folge ein wenig zu experimentell. Eine Würdigung an den Frankensteinklassiker hätte nicht so abgedreht seien müssen. Auch die Sache mit den genen der Einwohner, die sich alle nachweislich sehr eigenartig verhielten, habe ich nicht verstanden.
                            Ich würde dieser Folge auch deshalb nur 2 leere Erdnussbuttergläser verpassen.

                            Kommentar


                              #15
                              Was soll die dämliche Reihenfolge, dass diese Folge mitten im Emely-Zweiteiler eingeordnet ist?

                              Eine herrliche Selbstparodie und Parodie auf die alten Frankenstein-Filme. Der s/w-Stil hat IMO genauso wie die Musik-Untermalung perfekt gepasst. Dass Scully skeptischer als sonst und Mulder optimistischer als sonst ist, hat für eine Parodie perfekt funktioniert wie das Cher-Ende.

                              Die Folge will keine Sekunde lang ernst genommen werden und das ist auch gut so. Soll als 100ste Folge auch ein Jubiliäum sein:

                              Gute
                              5 Sterne!

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X