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[510] "Ein Spiel" / "Chinga"

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    [510] "Ein Spiel" / "Chinga"

    Buch:
    Chris Carter, Stephen King

    Regie:
    Kim Manners

    Darsteller:
    Alter Mann (Henry Beckman) [Heinz Fabian]
    Angestellte (Tracy Lively)
    Buddy Riggs (William MacDonald) [Uwe Büschken]
    Dave der Fleischer (Harrison Coe) [Mathias Hermann]
    Jack Bonsaint (Larry Musser) [Reinhardt Kuhnert]
    Jane Froelich (Carolyn Tweedle) [Gisela Fritsch]
    Kunde (Sean Benbow)
    Kundin (Elizabeth McCarthy)
    Manager (Gordan Tipple)
    Melissa Turner (Susannah Hoffman) [Judith Brandt]
    Polly Turner (Jenny-Lynn Hutcheson) [Jill Böttcher]
    Ranger (Ian Robison) [Thomas Schmuckert]
    Rich Turner (Dean Wray)

    Inhaltsangabe:
    In der Ortschaft Amma Beach, Maine begleitet die fünfjährige Polly Turner ihre hübsche Mutter Melissa in den in den Supermarkt. Polly sitzt im Kindersitz des Einkaufswagens, auf dem Arm hält sie ihre Puppe Chinga. Als Melissa durch die Gänge schlendert erregt sie die Aufmerksamkeit von Dave, der im Supermarkt als Fleischer arbeitet. Polly bemerkt Dave und erzählt ihre Mutter, daß sie den Laden nicht mag. Melissa reagiert schnell und schiebt den Einkaufswagen in einen anderen Teil des Marktes. Als Melissa in die Gefrierkost-Abteilung kommt sieht sie ein Bild von Dave, das sich im Glas eines Schranks reflektiert. In dem Bild steckt in einem Auge von Dave ein Messer. Melissa erschrickt und erzählt Polly sie würden nach Hause gehen. Doch während sie auf dem Weg zum Ausgang sind beginnen plötzlich bei allen Kunden die Augen zu bluten. Dave Aufmerksamkeit wird inzwischen von einem großen Schatten der Puppe Chinga abgelenkt, der sich in einer Metalltür reflektiert. Dave greift zu einem Messer - doch plötzlich sticht er es sich selber ins Auge.

    Scully hat sich ein paar Tage frei genommen um auszuspannen und in Maine Urlaub zu machen. Zufällig steuert sie in diesem Moment mit ihrem Mietwagen auf den Supermarkt in Amma Beach zu. Ein alter Mann kommt ihr entgegen und bittet um Hilfe. Im Laden findet sie die blutenden Kunden und Dave mit einem Messer im Auge. Später ruft sie Mulder an und erzählt ihm von der bizarren Situation. Der meint dazu, es könnte sich dabei um Zauberei oder Hexerei halten. Doch Scully hält davon nicht viel. Zusammen mit Polizeichef Jack Bonsaint und seinem Deputy Buddy Riggs sieht sich Scully die Aufnahmen der Überwachungskamera von dem Vorfall an. Sie bemerkt dabei Melissa Turner, die einzige Kundin die nicht von dem Effekt betroffen war. Bonsaint erzählt Scully, einige Einwohner des Ortes würden glauben Melissa wäre eine Hexe. Buddy Riggs ruft unterdessen Melissa an und erzählt ihr Bonsaint würde bei ihr vorbeischauen und sie zu dem Vorfall im Supermarkt befragen. Riggs verspricht ihr zu helfen, doch sie warnt ihn davor zu ihr zu kommen. Im Hintergrund sieht man dabei den großen Schatten der Puppe Chinga.

    Bonsaint und Scully kommen bei Melissas Haus an, doch finden niemanden vor. Bonsaint erzählt Scully , daß Melissa mit einem Fischer verheiratet war, der jedoch bei einem Bootsunfall umkam. Er erzählt weiter, zwischen Polly und der Leiterin des örtlichen Kindergarten, Jane Froelich, gab es einen Vorfall. Jane hat Polly scheinbar geschlagen als diese unkontrollierbar wurde. Kurz darauf wurde Jane zu Boden geworfen. Doch Bonsaint glaubt nicht , daß Polly Jane berührt hat. Außerdem scheint es der Fleischer Dave hätte ein Auge auf Melissa geworfen, doch sein Interesse stieß nicht auf Erwiderung.

    Riggs trifft Melissa und Polly an einen Eisstand. Melissa beschreibt ihm wie sie Bilder von gewaltsamen Todesfällen gesehen hat, so wie den von Dave, bevor sie passierten. Riggs gibt Melissa daraufhin den Schlüssel zu einem weiter entferntem Haus und rät ihr den Ort zu verlassen. In dem Moment gerät Polly außer Kontrolle als eine Angestellte nicht ihrem Wunsch nach mehr Kirschen auf dem Eis nachkommt. Kurz darauf gerät die Angestellte mit ihrem Pferdeschwanz in die Eismaschine. Riggs springt über die Theke und rettet die Frau.

    Scully und Bonsaint treffen sich unterdessen mit Jane Froelich. Froelich behauptet Melissa wäre die Nachkommin von Hexen und sie hat ihren Fluch an Polly weitergegeben. Später, während sie mit einem Beamten einer Ranger-Station spricht, hat Melissa eine Vision in der sich der blutige Körper von Jane Froelich in der Heckscheibe des Autos reflektiert. Melissa dreht mit ihrem Auto um und macht sich auf den Heimweg. Jane Froelich ist in der Zwischenzeit auf dem Weg nach Hause und trifft plötzlich auf eine große Chinga Puppe. Sie hebt ein auf dem Boden liegendes Stück einer Schallplatte auf, doch anstatt es als Waffe gegen die Puppe einzusetzen verwendet sie es gegen sich selbst.

    Später hat Melissa wieder eine Vision, diesmal ist Riggs das Opfer. Als sie wieder zu Hause ist, schaut Riggs bei ihr vorbei. Er ist überzeugt sie hat etwas mit Froelichs Tod zu tun und bittet sie mit auf die Polizeiwache zu kommen. Kurz darauf liegt Riggs auf dem Boden der Küche, sein Gummiknüppel zeigt jede Menge Blutspuren.

    Scully bemerkt den alten Mann aus dem Supermarkt an Bord des Bootes auf dem Melissas Mann ums Leben kam. Der alte Mann erzählt ihr die Geschichte wie Rich Turner zu der Chinga Puppe kam als er die Hummerfallen kontrollierte. Rich beschloß die Puppe seiner Tochter zu schenken und ein paar Tage später fand der alte Mann Richs Körper mit einem Enterhaken in dessen Kopf.

    Melissa beginnt Türen und Fenster des Hauses zu vernageln. Polly erzählt ihrer Mutter sie könne nicht schlafen und Melissa verspricht ihr es würde gleich ruhiger werden. Kurz darauf sieht sie eine blutige Reflexion ihres eigenen Körpers in einem Fenster, mit einem Hammer der auf ihren Kopf einschlägt. Scully und Bonsaint sind unterdessen auf dem Weg zu dem Haus der Turners. Scully schaut durch das Fenster und entdeckt Melissa die versucht Riggs Körper anzuzünden. Bonsaint bricht die Tür auf und Melissa rennt zu einem Schrank, holt einem Hammer und schlägt sich selbst an den Kopf. Scully reagiert schnell und nimmt die Chinga Puppe, rennt in die Küche und steckt diese in die Mikrowelle. Als die Puppe schmilzt, läßt Melissa den Hammer fallen und gewinnt wieder die Kontrolle über sich selbst zurück.

    Später sieht man einen Hummerfischer der eine Falle aus dem Wasser zieht und die verbrannte Chinga Puppe findet. Plötzlich öffnen sich ihre Augen...



    Quelle
    10
    ****** eine der besten Folgen aller Zeiten!
    10,00%
    1
    ***** sehr gute Folge - hat alles, was die Serie ausmacht!
    20,00%
    2
    **** gute Folge mit unterhaltsamer Story!
    40,00%
    4
    *** vollkommen durchschnittliche Folge!
    30,00%
    3
    ** relativ schwache Folge - nicht weiter erwähnenswert!
    0%
    0
    * eine der schlechtesten Folgen aller Zeiten!!
    0%
    0
    Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

    #2
    Schwach. Wiedermal ein prominenter Schreiber (Stephen King) der sich mal etwas ganz neues ausgedacht hat. Nämlich eine Puppe, die andere Menschen dazu bringen kann, sich zu verletzen oder umzubringen. Zusätzlich noch diese angestaubte Tanzmusik, das "I wanna play" der Puppe und fertig ist der lieblose Horror-Spaß.

    Einziger Lichtblick war der gelangweilte Mulder am Telefon, der sich neben Scully am Telefon zu nerven allerlei Ablenkungsmöglichkeiten einfallen lässt.
    Forum verlassen.

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      #3
      Die Story dieser Folge fand ich recht schwach und die Umsetzung war auch nicht sonderlich gut. Die Mutter von Polly konnte mich schauspielerisch nicht überzeugen und auch ihre Handlungsweise war nicht sonderlich intelligent.

      Jedoch das "Zusammenspiel" zwischen Mulder und Scully war genial. Der gelangweilte Mulder, der Scully andauernd anruft um ihr bei dem Fall zu helfen, war sehr witzig. Auch der "Rollentausch" der Beiden war sehr interessant. Daß diesmal Mulder nach einer wissenschaftlichen Erklärung sucht fand ich klasse.
      Auch die Schlußszene, wo die Bleistifte von der Decke auf Mulder herabfallen, war ein Brüller!

      Nur durch diese humorvollen Anteile schaft es diese Folge von mir mit vier Sternen bewertet zu werden, anderenfalls wären es viel weniger geworden.
      Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

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        #4
        Auch ich fand den Plot hinter der Handlung nicht besonders intelligent; dafür war dies genial umgesetzt: Hochspannung, skurrile Charaktere, Mulders und Scullys Zusammenspiel.

        Deshalb fand ich diese Episode mehr als unterhaltsam, weswegen ich fünf Sterne vergebe.

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          #5
          Zitat von maestro Beitrag anzeigen
          Wiedermal ein prominenter Schreiber (Stephen King) der sich mal etwas ganz neues ausgedacht hat. Nämlich eine Puppe, die andere Menschen dazu bringen kann, sich zu verletzen oder umzubringen. Zusätzlich noch diese angestaubte Tanzmusik, das "I wanna play" der Puppe und fertig ist der lieblose Horror-Spaß.
          Gut, was erwartet man auch von Stephen King? Doch nicht wirklich etwas Originelles, oder? Die Folge spielte in Kings Heimat Maine, hatte einen schwachen Plot, kaum eine sinnvolle Erklärung und war ziemlich nach der Masche aufgezogen, dass der wahre Horror im Alltäglichen liegt und man jederzeit getroffen werden kann, im Supermarkt, im Eiscafe, zuhause ...
          Zitat von Rommie's Greatest Fan Beitrag anzeigen
          Die Mutter von Polly konnte mich schauspielerisch nicht überzeugen und auch ihre Handlungsweise war nicht sonderlich intelligent.
          Wirklich schlau war das nicht, und es gibt auch keine wirklich stimmige Erklärung, was eigentlich in der Folge passiert, oder vernünftige Details zum Hintergrund. Alles beginnt im Supermarkt mit einer Riesenhorrorshow und geht von da ab - im Grunde mit oder ohne Scully - seinen Gang bis zum Showdown. Die Folge hätte auch ohne Mulder und Scully gut funktioniert. Eigentlich hätte es nur den Sheriff gebraucht.
          Zitat von Rommie's Greatest Fan Beitrag anzeigen
          Jedoch das "Zusammenspiel" zwischen Mulder und Scully war genial. Der gelangweilte Mulder, der Scully andauernd anruft um ihr bei dem Fall zu helfen, war sehr witzig. Auch der "Rollentausch" der Beiden war sehr interessant. Daß diesmal Mulder nach einer wissenschaftlichen Erklärung sucht fand ich klasse. Auch die Schlußszene, wo die Bleistifte von der Decke auf Mulder herabfallen, war ein Brüller!
          Hierin liegt auch die Stärke der Folge. Mulders Aufforderung an Scully ihn zu heiraten ist nur so halb ein Spaß. Die vertauschten Rollen waren sehr schön, weswegen ich auch vier Sterne vergebe. Besser war jedoch die Folge "Krieg der Koprophagen", in der Mulder zuerst alleine ermittelt, er ebenfalls mit Scully telefoniert, und Scully dann irgendwann eifersüchtig angefahren kommt. Auch dort gab es eine Szene mit Supermarkt (Panik wegen Kakerlaken).

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            #6
            Mir hats sehr gut gefallen, typische Stephen King Story, aber sehr spannend und gruselig. Ich fand die Puppe einfach genial, wie sie plötzlich ihre Augen öffnete, dazu noch das sehr bestimmende Mädchen und die völlig entnervte Mutter. Passte alles gut zusammen. Die Todesvisionen, welche Melissa empfangen hat, wurden optisch auch sehr gut dargestellt.
            Was mich dann doch ein wenig störte, wieder dieser Zufall dass Scully grad in den Supermarkt geht, als alle Leute Amok laufen. Dafür hat sie mir mit ihrem Maine-Ferienshirt gut gefallen.
            Auch Mulder gefiel mir hier, wie er sich an seinem freien Wochenende ziemlich langweilte und immer wieder Scully angerufen hat.
            Meine Beiträge sind genderfrei und das ist gut so

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              #7
              Vier Sterne.

              Die Story klingt schon so ein bisschen nach Chucky der Mörderpuppe oder so. Die Folge ist aber recht spannend und hat auch ein paar echt gruselige Elemente.

              Schon der Anfang ist krass, als Scully in den Supermarkt kommt, wo alle aus den Augen bluten und sich selbst verletzen.

              Wieder mal wurde ein Kind (hier das Mädchen) sehr gut ausgewählt, die guckt immer schön grimmig aus der Wäsche und ist mies gelaunt.

              Das Ende ist aber dann mal wieder vohersehbar leider.

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                #8
                Zitat von Mr.Viola Beitrag anzeigen
                Ich fand die Puppe einfach genial, wie sie plötzlich ihre Augen öffnete, dazu noch das sehr bestimmende Mädchen und die völlig entnervte Mutter. Passte alles gut zusammen.
                Hinzu kommt ja noch die nervige Musik. In einem Buch wäre das Leben der Mutter vielleicht noch etwas besser dargestellt worden. Die Handlung war etwas sprunghaft, und was mich etwas mehr gestört hat, als der Zufall, dass Scully ausgerechnet dann vorbeikommt, als das im Supermarkt passiert war, war, dass sich danach rasch die Todesfälle häufen, ohne dass sich wirklich etwas geändert hat. Der einzige Unterschied ist, dass Scully in der Stadt ist, wobei Scully in der Folge - vom Ende abgesehen - ziemlich überflüssig ist, aber ohne Scully (und ohne Mulder) wäre es nicht Akte-X, sondern einfach nur eine durchschnittliche Outer Limits Folge. Hier bleibt es noch ein Rätsel, warum die Puppe nicht Scully angegriffen hat.

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                  #9
                  Früher gruselig, heute eher na...ja.
                  Wirkt wie eine Kopie von Chucky – Die Mörderpuppe / Child’s Play.
                  Also ich würde mal * * * geben, kann man gucken, aber ist jetzt nichts, was man gesehen haben muss. Könnte man theoretisch skippen.

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                    #10
                    Auch diesmal hat mir die Handlung nicht so gut gefallen, alleine schon weil die Mutter der fünfjährigen Polly Turner ein "sonderbares" Verhalten an den Tag legte. Spätestens als sie herausfand das die Puppe für alles verantwortlich ist, hätte sie doch diese nur (so wie Scully am Ende) zu vernichten gebraucht.
                    Dafür stimmte in dieser Episode wenigstens der Humor, welcher mal wieder durch Mulder zustande kam und auch gab es ein paar gute Gruselmomente mit der Puppe im gelungenen Zusammenspiel mit der Musik.
                    Ich denke schwache vier Sterne kann ich der Folge schon geben.

                    Zitat von irony Beitrag anzeigen
                    Hierin liegt auch die Stärke der Folge. Mulders Aufforderung an Scully ihn zu heiraten ist nur so halb ein Spaß. Die vertauschten Rollen waren sehr schön, weswegen ich auch vier Sterne vergebe. Besser war jedoch die Folge "Krieg der Koprophagen", in der Mulder zuerst alleine ermittelt, er ebenfalls mit Scully telefoniert, und Scully dann irgendwann eifersüchtig angefahren kommt. Auch dort gab es eine Szene mit Supermarkt (Panik wegen Kakerlaken).
                    Stimmt, im Vergleich mit der Folge "Krieg der Koprophagen" ist diese Episode schwächer, jedoch hat mir der Mulder- und Scully-Teil wieder besonders gut gefallen. Alleine schon der gelangweilte Mulder, welcher alleine am Wochenende im Büro war, sich die Zeit vertrieb und Scully telefonisch "terrorisierte", war sehr lustig.
                    Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

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                      #11

                      Scully befindet sich eigentlich im Urlaub in Maine, als sie beim Besuch eines Supermarkts mitten in eine Horrorszenerie gerät: Die Kunden verletzen sich selbst, kratzen sich die Augen aus, einer hat sich sogar selbst erstochen. Die Ortsansässigen geben einer alleinerziehenden Mutter die Schuld, die sie für eine Hexe halten. Scully hat jedoch bald die Puppe ihrer kleinen Tochter im Visier.

                      "Chinga" ist die berühmte "Stephen King"-Episode, der hier die Originalfassung des Drehbuchs schrieb. Wie es heißt, wurde die Episode teilweise von Chris Carter umgeschrieben, weil er mit den Mulder / Scully-Interaktionen unzufrieden war. Der Hype um diese Episode war gigantisch, und gemessen daran ist das Ergebnis leider recht enttäuschend ausgefallen. Ein paar Ausschnitte aus dem ursprünglichen Skript, die geändert wurden, sind hier nachzulesen; irgendwo soll angeblich auch der komplette Skrtipt herumschwirren, ich konnte ihn allerdings bisher nicht finden.

                      Die Prämisse von "Chinga" ist gewissermaßen ein Spiegelbild von "War of the Coprophages"; es ist hier Scully, die eigentlich außer Dienst und allein unterwegs ist, unfreiwillig in eine X-Akte hineinstolpert und Mulder ist derjenige, der telefonisch mehr oder weniger hilfreiche Hinweise liefert. Ein Fischer hat vor etwa einem Jahr eine sprechende Puppe aus dem Meer gefischt und sie seiner kleinen Tochter Polly gebracht. Drei Tage später starb der Vater bei einem Unfall, und seither widerfahren allen, die etwas tun, was Polly nicht gefällt, schlimme Dinge. Im Supermarkt ist Polly gelangweilt und genervt, ihrer Mutter Melissa schwant schon Schlimmes, und alsbald beginnen die Kunden durchzudrehen, sich selbst zu verletzen und das Geschäft zu verwüsten, ein Mitarbeiter ersticht sich sogar mit einem Fleischermesser - das ist die Szenerie, die Scully vorfindet, als sie den Supermarkt betritt. Melissa, die ständig Visionen hat, wer als nächstes sterben wird, wird von den Gemeindebewohnern verdächtigt, eine Hexe zu sein; was die Frauen angeht, ist hier sicherlich auch Eifersucht im Spiel, da der hübschen alleinstehenden Mutter so einige Männer nachstellen, darunter auch der Metzger aus dem Supermarkt, der sich erstochen hat. Es geschehen weitere Unfälle, eine frühere Lehrerin von Polly stirbt. Scully befragt einen alten Fischer, der in der Nacht auf dem Boot war, auf dem Pollys Vater zu Tode kam - die Befragung lenkt ihren Verdacht schließlich auf die Puppe.

                      "Chinga" ist eine der wenigen reinrassigen Horrorstories in Akte X, mit einigen Elementen, die klar Stephen Kings Handschrift aufweisen. Da ist zum einen der Tatort Maine, Kings Heimatstaat, in dem die meisten seiner Geschichten spielen. Die zu Unrecht als Hexe verdächtigte Melissa könnte ebenso wie ihre autistische Tochter, die alte Lehrerin, der Sheriff und andere Charaktere aus einem King-Roman stammen. Auch die Teaser-Szene, mit den Verwüstungen und den Selbstverletzungen im Supermarkt, und die grotesken Todesfälle sind typisch für King. Die mörderische Puppe ist offensichtlich vom 1988er Film "Chucky – Die Mörderpuppe" inspiriert - Chucky wird von Mulder auch explizit erwähnt. Immer wenn etwas Schlimmes bevorsteht, öffnet die Puppe die Augen und sagt "Let's have fun!" oder "I want to play!", und das Lied "The Hokey Pokey", abgespielt auf einem billigen Schallplattenspieler, ist in "Chinga" omnipräsent.

                      Böse Puppen und außer Kontrolle geratene Kinder sind ein Standard-Horrorelement und spielen mit Urängsten von Eltern, ihres Nachwuchses nicht mehr Herr zu werden. Polly ist angeblich autistisch, und wirkt zu keinem Zeitpunkt irgendwie sympathisch, sondern - abgesehen von der Szene im Showdown, als sie allmählich begreift, was sie anrichtet - regelrecht boshaft auf mich. Ein interessanter Charakter ist sie nicht; die Episode lädt nicht ein, sich zu fragen, was eigentlich in ihr vorgeht. Ihr Autismus wird einmal nebenbei erwähnt, spielt aber darüberhinaus keine Rolle in der Episode. Polly ist letztlich lediglich ein ziemlich stereotyper Antagonist. Melissa hat offenkundig Angst vor Polly, auch wenn das eigentliche Monster die Puppe ist. "Please, don't do this to Mommy," fleht sie ihre Tochter schon am Anfang der Episode geradezu an, und auch später scheint sie überhaupt keinen Zugang zu Polly zu haben. Ich habe mich öfter gefragt, warum sie nicht endlich versucht, diese Puppe loszuwerden, oder sich Polly gegenüber durchzusetzen, oder zumindest nicht jegliche Hilfe, die ihr Buddy anbietet, abzulehnen. Insgesamt fand ich die Charaktere allesamt recht zweidimensional, selbst Melissa.

                      Die ganze Geschichte um Polly, die Puppe und Melissa besteht letztlich aus ein paar ziemlich lieblos zusammengeworfenen Horrorelementen, ohne dass es eine wirkliche Story gibt. Weder erfährt man irgendetwas über die Puppe und ihre Hintergründe, noch wird Melissas angeblichen Hexen-Vorfahren nachgegangen, oder Pollys Autismus, geschweige denn, dass es irgendeine unterliegende Thematik oder Botschaft gäbe - jedenfalls keine, die für mich ersichtlich wäre. Selbst der Showdown - Scully verlangt nachdrücklich von Polly, endlich die Puppe herzugeben, und verbrennt diese dann in der Mikrowelle - ist reichlich einfallslos; verlangt er von Scully doch keinerlei investigative oder sonstige Fähigkeiten, sondern nur ein bisschen Durchsetzungsvermögen, das Melissa eigentlich längst hätte zeigen müssen. Natürlich darf auch das genre-typische Ende nicht fehlen, als ein anderer Fischer die verbrannte Puppe aus dem Meer fischt (es ist völlig unersichtlich, wie sie dahin gekommen ist).

                      Was die Episode noch einigermaßen rettet, sind die Mulder-und-Scully-Szenen, die "Chinga" den nötigen Humor verleihen. Die Vorstellung, dass Mulder ohne Scully nicht weiß, was er mit seiner Zeit im Büro anfangen soll, ist zwar ein wenig abwegig, angesichts dessen, wie oft er sonst in Sachen X-Akten Alleingänge unternimmt. Amüsant anzusehen ist es dennoch; all die charakteristischen Eigenheiten kommen hier zur Geltung, Mulders Pornofetisch, seine Obsession mit Basketball, und in "Chinga" wird auch seine Angewohnheit, bei Langeweile gespitzte Bleistifte in die Decke zu werfen, eingeführt. Die Bereitschaft Scullys, sich bei ihrer Untersuchung "extremen Möglichkeiten" zu öffnen und zur Gläubigen ans Paranormale zu werden, kam für meinen Geschmack ein wenig zu abrupt und unmotiviert.

                      Was die Inszenierung angeht, ist der Teaser sehr gut gelungen, und auch sonst sind die einschlägigen Horrorszenen gut inszeniert. Lustig fand ich neben den Mulder-Szenen auch Scully im Schaumbad und den gigantischen Hummer im Restaurant. Die Visionen Melissas hingegen sind für meinen Geschmack zu cartoon-artig ausgefallen und "The Hokey Pokey" ging mir nach einiger Zeit doch extrem auf den Nerv. Insgesamt fand ich "Chinga" - vor allem gemessen an den Erwartungen, die eine Stephen King-Episode unvermeidlich weckt - aber ziemlich enttäuschend. Ich gebe gerade noch drei "The Hokey Pokey"-Schallplatten dafür.

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                        #12
                        Ich kann der Folge ebenfalls nichts abgewinnen. weshalb es von mir auch nur 3 gesprungene Schallplatten gibt.
                        Jetzt da ich weiß, wer für diese Story verantwortlich ist, wird mir einiges klar. Diese Geschichte weisst viele Elemente aus einem typischen King Roman auf. Das hat Janet18 ja bereits erwähnt. Die Story ist so vorhersehbar wie einfallslos und spätestens ab dem Zeitpunkt, wo man weiß, dass es an der Puppe liegt, wird es eigentlich nur noch albern. Da Scully in ihrem Urlaub an diesen Fall kommt und sie einfach mal auf eigene Faust mit ermittelt,habe ich ja noch irgendwie geschluckt. Aber schon alleine die unsympathischen Charaktere. so stereotyp wie unsympathisch.
                        Die s ist schon die zweite Horrorepisode in Folge und trotz des bekannteren Autors wurde diese nicht wirklich besser. Dieses Lied war leider wie schon erwähnt auch ziemlich nervig.

                        Das einzig lustige war Mulders Telefonterror und die Tatsache, das er Scullys nerdiges verhalten anscheinend attraktiv findet.

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                          #13
                          Hab gar nicht gewusst, dass die Folge von Stephen King stammt. Im Nachhinein merkt man aber dessen Stil und die Episode hätte tatsächlich ohne Mulder und Scully (besser?) funktioniert. Dass Scully zufällig beim Supermarkt-Massaker dabei war, war schon ziemlich gaga. Zieht anscheinend Paranormales auch im Urlaub an . Mulders Telefonterror und, dass er diesmal auf der Wissenschaftsseite war, war allerdings ganz witzig. Vor allem die Bleistifte zum Schluss.

                          Dass die Mutter eher Suizid betreiben will, anstelle zu versuchen die Puppe (wie Scully) zu vernichten, war seltsam. Trotzdem hat mir die Puppenhandlung insgesamt gefallen und fand sie sehr spanennd / gruselig. Erinnerte an "Brahms" und "Annabelle" (auch optisch). "Cucky" IMO eher weniger.

                          Alles in allem eine spannende Folge jedoch mit ein paar Logik-Schönheitsfehlern:
                          4 Sterne!

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