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[513] "Cassandra I" / "Patient X"

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    [513] "Cassandra I" / "Patient X"

    Buch:
    Chris Carter, Frank Spotnitz

    Regie:
    Kim Manners

    Darsteller:
    2nd Elder (John Moore) [Andreas Grothusen]
    Alex Krycek (Nicholas Lea) [Michael Iwannek]
    Assistant Director Skinner (Mitch Pileggi) [Norbert Gescher]
    Cassandra Spender (Veronica Cartwright) [Rita Engelmann]
    Dmitri (Alex Shostak Jr.) [Björn Schalla]
    Dr. Dominique Alepin (Barbara Dyke) [Helga Lehner]
    Dr. Floyd Fazio (Ron Halder) [Dieter Memel]
    Dr. Heitz Werber (Jim Jansen) [Helmut Gauß]
    Dr. Per Lagerqvist (Max Wyman) [Hans Nitschke]
    Elder (Don S. Williams) [Gerhard Paul]
    Marita Covarrubias (Laurie Holden) [Christin Marquitan]
    Quiet Willy (Willy Ross)
    Ranger (Kurt Max Runte)
    Special Agent Jeffrey Spender (Chris Owens) [Martin Keßler]
    The Bounty Hunter (Brian Thompson) [Tilo Schmitz]
    Wache (Raoul Ganeen)
    Well-Manicured Man (John Neville) [Jürgen Thormann]

    Inhaltsangabe:
    In Kasachstan, einer Republik der früheren Sowjetunion, beobachten zwei Teenager wie ein UFO hinter einem Berg verschwindet. Sie rennen los um ihren Familien davon zu berichten, doch als sie durch den Wald rennen kommen sie an eine Lichtung mit einem Haufen brennender Autos. Ein schreiender, brennender Mann kommt aus dem Rauch auf die Jungen zu und sie rennen schnell weg. Einer von ihnen, Dmitri, versteckt sich im Wald. Am nächsten Morgen wird er von Alex Krycek entdeckt, der zusammen mit einer Einheit russischer Soldaten vorbei kommt. Zusammen mit dem Jungen treffen sie später auf Marita Covarrubias, die zusammen mit UN-Truppen auf die brennenden Autowracks gestoßen ist. Krycek sagt Covarrubias er wüßte für wen sie arbeitet und sie sollte ihre Vorgesetzten davon informieren, daß er einen Augenzeugen hat, nämlich Dmitri.

    In den USA sitzt Mulder derweil in einem Diskussionsforum. Er stimmt den anderen Diskussionsteilnehmern nicht bei ihrer Meinung über eine offensichtlich entführte Frau die nur als "Patient X" bezeichnet wird zu, die Antworten sucht warum Außerirdische auf die Erde kommen. Mulder meint es gibt keine Zusammenarbeit zwischen Außerirdischen und dem Militär, vielmehr glaubt er die Regierung würde die Erforschung der biologischen Kriegführung hinter Geschichten über "kleine grüne Männchen" verstecken. Als die Diskussion endet wird Mulder von Dr. Werber angesprochen, der an ihm fünf Jahre vorher eine regressive Hypnose durchgeführt hat, die dazu geführt hat, daß Mulder sich an die Entführung seiner Schwester erinnert hat. Werber eröffnet ihm er wäre "Patient X"s Arzt. Er arrangiert ein Treffen zwischen Mulder und der Frau, die Cassandra heißt, in dem Glauben er könnte damit Mulders neue Theorien umwerfen. Cassandra glaubt die Außerirdischen besuchen die Erde um eine Nachricht zu hinterlassen, doch irgendwas scheint schiefgegangen zu sein.

    Krycek prügelt inzwischen einige Informationen aus Dmitri heraus. Dann beauftragt er einen russischen Arzt den Jungen dem außerirdischen, schwarzen Öl auszusetzen. Die Flüssigkeit gelangt so in Mund und Nase von Dmitri. Danach werden ihm Mund und Augen zugenäht und er wird an Bord eines russischen Frachters in die USA gebracht. Währenddessen informiert Marita Covarrubias das Syndikat über den mysteriösen Vorfall in Kasachstan. Covarrubias glaubt der Vorfall war für das Syndikat inszeniert und hat gezeigt, daß Krycek einen Zeugen aus der Gegend an sich gebracht hat. Dann ruft Krycek plötzlich selber beim Syndikat an und bietet Dmitri im Austausch gegen Informationen die einen Impfstoff gegen das schwarze Öl betreffen.

    In der FBI-Zentrale wird Scully von Agent Spender angesprochen, der sich als Cassandras Sohn zu erkennen gibt. Spender erzählt Scully seine Mutter wäre eine sehr kranke Frau. Später berichtet Scully Mulder von dem Gespräch. Sie geht daraufhin Cassandras Krankenakte durch, besonders interessant wird diese als sie entdeckt, daß Cassandra behauptet am Skyland Mountain entführt worden zu sein, dorthin wurde auch Scully selber von Duane Barry entführt. Die Akte zeigt auch das Vorhandensein eines Implantats in Cassandras Nacken. Mulder wischt die Indizien allerdings hinweg, indem er Spenders Erklärung zustimmt. Doch Scully ist inzwischen so fasziniert von der Entwicklung, daß sich Cassandra im Krankenhaus besucht. Dort erzählt Cassandra ihr, sie würde nachts öfters aufwachen und glaubt sie müßte eigentlich irgendwo anders ein, doch weiß nicht wo.

    Unterdessen versammelt sich eine Gruppe Entführter in Skyland Mountain. Als eine unbekannter Mann die Bergstraße hinunter fährt sieht ein gesichtslose Männer die einen anderen Mann verfolgen. Einer der Männer sticht mit einem metallischem Gegenstand in den Rücken des weglaufenden Mannes und setzt in Brand. Später untersuchen Mulder und Scully den Ort. Die Situation bringt Scully in eine total gegensätzlich Position zu ihrer sonstigen Meinung, trotz des Mangels an Beweisen glaubt sie es würde etwas mit ihrer Entführung zu tun haben. Danach werden die Agenten von Cassandra kontaktiert, die warnt "sie" müßten gestoppt werden. Spender meint dazu später seine Mutter würde einem UFO Kult angehören.

    Im Besprechungsraum des Syndikates diskutieren die Mitglieder derzeit die Vorfälle die offensichtlich ihre Arbeit sabotieren sollen. Quiet Willy wird beauftragt die Situation zu klären.

    Währenddessen trifft sich Covarrubias mit Krycek auf dem Frachter, der im Hafen von New York angelegt hat. Die zwei küssen sich heftig und gehen dann davon um alleine zu sein. Als Krycek zurückkommt ist Dmitri jedoch verschwunden und plötzlich steht der Well-Manicured Man in der Tür und fordert ihn auf zu sagen wo der Junge ist.

    Nach der Untersuchung des Vorfalls schließt Mulder die Opfer des Brandanschlags wurden durch die Implantate von der Regierung nach Skyland Mountain geleitet. Doch er kann nicht erklären warum sie getötet wurden. Die Unterredung wird durch eine Anruf von Covarrubias unterbrochen , die Mulder über einen ähnlichen Vorfall in der früheren Sowjetunion informiert und ihm von dem Zeugen Dmitri erzählt. Plötzlich steht Dmitri vor der Telefonzelle aus der Covarrubias telefoniert und schwarzes Öl läuft aus seinen Augen und Mund. Covarrubias läßt vor Schreck den Hörer fallen.

    Scully erleidet derweil einen Anfall ähnlich wie Cassandra es beschrieben hat. Sie fährt nach Ruskin Dam, wo sich eine Menschenmenge versammelt hat, auch Cassandra ist dort. Ebenfalls ist Quiet Willy und Dmitri vor Ort. Dann erscheint ein glühendes Raumschiff über den Köpfen der Leute und verschwindet über die nahegelegen Baumwipfel. Plötzlich hört man Schreie von einer Seite und gesichtslose, außerirdisch aussehende Männer erscheinen und setzen die Menschen in Brand.



    Quelle
    10
    ****** eine der besten Folgen aller Zeiten!
    10,00%
    1
    ***** sehr gute Folge - hat alles, was die Serie ausmacht!
    30,00%
    3
    **** gute Folge mit unterhaltsamer Story!
    30,00%
    3
    *** vollkommen durchschnittliche Folge!
    20,00%
    2
    ** relativ schwache Folge - nicht weiter erwähnenswert!
    10,00%
    1
    * eine der schlechtesten Folgen aller Zeiten!!
    0%
    0
    Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

    #2
    Diese Folge hat mir nicht so gut gefallen. Ich fand sie teilweise sehr langatmig und wenig spannend. Irgendwie fand ich, daß die "Sprünge" von einem Storyteil zum nächsten Storyteil zu schnell durchgeführt wurden bzw. zu schnell gingen. Auch Agent Spender und seine Mutter Cassandra Spender konnten mich nicht überzeugen.
    Jedoch positiv zu erwähnen war, daß Alex Krycek und Marita Covarrubias wieder mit von der Partie waren.
    Ich vergebe für diese Folge nur drei Sterne.
    Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

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      #3
      Eine recht solide Mythologie-Episode, derer es aber auch schon wesentlich bessere gegeben hat.

      Der erste Teil bekommt eigentlich nur dadurch seinen besonderen Reiz, dass man nicht weiß, weswegen die Entführungsopfer in Brand gesteckt werden. Der Cliffhanger ist auch extrem spannend.

      Die Einführung von Agent Spender ist sehr gut gelungen.

      An vielen Stellen ist die Folge mit sehr viel Spannung geladen. Deswegen vergebe ich vier Sterne.

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        #4
        Hat mir sehr gut gefallen. Wiedermal gehts um Aliens, aber diesesmal wurde die Story sehr spannend erzählt. Schon der Anfang war genial, wo Mulder beeinträchtigt durch seine jüngsten Erlebnisse die Existenz von Aliens leugnet und alles einem Regierungskomplott zudichtet.
        Cassandras These, dass Krieg unter den verschiedenen Aliennationen herrscht, gefällt mir sehr gut, auf der Erde wird da quasi ein STellvertreterkrieg ausgefochten.
        Marita sieht man auch wieder, sie steckt also mit den Männern des Syndikats unter der Decke, hoffentlich erfährt man noch mehr von dieser Beziehung. Auch die Aussage des Syndikats, dass man eigentlich erst in 15 Jahre mit einer Offensive der Aliens rechnet, fand ich ziemlich erschreckend.
        Ja und auch Krycek ist wieder mit von der Partie, hat jetzt also eine Armprothese und ist wiedermal sehr sehr böse. Schon hart wie man den entstellten Dmitri gesehen hat.
        Was mich aber sehr störte, war diese Naivität von Krycek, lies sich von Marita verführen und in der Hoffnung einer schnellen Nummer mit ihr ging er voll in die Falle des Syndikats. Das passte nicht, denn ich halte Krycek für viel zu schlau um in solch eine Falle zu tappen.
        Und schließlich der Cliffhanger war auch genial, wo man Cassandra, den Auftragsmörder des Syndikats und schließlich auch noch Scully bei den UFO-Anhänern sieht und plötzlich Lichter am Himmel erscheinen, und am Boden kreuzen die beiden Kopfgeldjäger-Aliens auf und beginnen mit dem Massaker.

        Was mir auch noch etwas unangenehm aufgefallen ist, für die doof wird eigentlich der Zuseher gehalten, es wurde sooft erwähnt, dass Kasachstan ein Teil der ehemaligen Sowjetunion ist, sind die Amerikaner echt alle so blöde dass sie nicht wissen, dass Kasachstan mittlerweile seit einigen Jahren ein eigenständiger Staat ist?
        Meine Beiträge sind genderfrei und das ist gut so

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          #5
          Vier Sterne.

          Diese Mythologie-Folge ist zwar gut, aber hat mich nicht so überzeugt wie die in vorherigen Staffeln.

          Hier wird Agent Spender eingeführt, der Mulder scheinbar nicht gerade wohlgesonnen ist. Selbiger hat seinen Glauben an ausserirdische Phänomene inzwischen verloren (siehe auch sein Auftritt bei dem Kongress) und er will Cassandra nicht glauben.

          Die gesichtslosen Rebellen sind zwar gruselig, leider bleiben ihre Beweggründe aber im Dunkeln. Warum wollen sie die Kolonisierung der Erde verhindern? Was haben sie vor mit der Menschheit?

          Kryczek fand ich auch, hat sich zu leicht übers Ohr hauen lassen.

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            #6
            Also diese Folge war durchschnitt, besonders der Anfang mit Mulder hat mich geärgert.
            Der sonst so an Außerirdische glaubt, verliert sofort am Anfang der Episode ohne jeglichen Grund den glauben?
            Unsinn!
            Wäre die Folge 515 vorher gelaufen bzw. hätte er sie erlebt, DANN, ja dann hätte ich es vollkommen verstanden, aber so nicht...
            Und was soll der unsinn mit den Rebellen ohne Gesicht?
            Ja sicher, man soll sie offensichtlich von den "normalen" Außerirdischen unterscheiden können, aber wie sehen sie dann und ach überhaupt...ne.
            Aber wie immer, die Qualität der Serie ist für die Zeit unübertroffen, von den Schauspielern, über die Kamera, bis hin zu den Spezialeffekten, wie immer großes Kino!
            Zuletzt geändert von xylofony; 07.06.2015, 23:11.

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              #7
              Auch diesmal konnte mich der erste Teil der Doppelfolge nicht wirklich überzeugen, weil es dieser Episode an Spannung fehlt, diese stellenweise sehr zäh ist und die Handlung teilweise verwirrend bzw. undurchschaubar ist. Etwas überrascht war ich jedoch das es dann auf einmal den Anschein hatte das Alex Krycek und Marita Covarrubias zusammenarbeiten, Marita ihn dann aber wieder hintergeht.
              Gut umgesetzt wurde der Teil mit den Entführungsopfern, welche wie Lämmer zur Schlachtbank geführt wurden und das Scully am Ende dann auch dort auftaucht, sorgt für einen guten Cliffhanger.
              Ich gebe der Folge diesmal wieder nur drei Sterne.
              Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

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                #8

                In Kazachstan wird eine ganze Menschenansammlung verbrannt aufgefunden; außer einem einzigen Überlebenden weiß niemand, was geschehen ist. Krycek nimmt den Überlebenden als Geisel und in den Leichen werden Implantate gefunden. Das Syndikat ist ob der Geschehnisse in hellem Aufruhr. Währenddessen trifft Mulder in Anschluss an ein Symposium über Außerirdische eine Frau, die behauptet, mehrfach entführt worden zu sein. Er ist aber weiterhin überzeugt, dass alles eine von der Regierung inszenierte Lüge ist. Doch dann ereignet sich am Skyland Mountain, dem Ort, an dem Scully entführt wurde, ein ähnlicher Vorfall und auch hier erweist sich, dass die Verbrannten ehemalige Entführte sind.

                Der "Cassandra"-Zweiteiler (im Original "Patient X / The Red and the Black") bringt nach längerer Zeit wieder einmal die Mythologie einen großen Schritt voran und führt nicht nur mehrere neue Charaktere, die noch wichtig werden sollen, sondern auch eine völlig neue Dimension der Handlung um die Außerirdischen ein - nämlich die gesichtslosen Rebellen. "Patient X" ist der Name, mit dem die zentrale Protagonistin der Episode auf dem Symposium am MIT bezeichnet wird; ihr richtiger Name ist Cassandra Spender.

                In "Patient X" passiert wieder so vieles, dass man kaum weiß, wo man beginnen soll. Es gibt offenbar neben den Kolonisten, die mit dem Syndikat kooperieren, noch eine andere Gruppe von Außerirdischen, die gegen den Kolonisierungsplan rebellieren und Jagd auf Entführungsopfer zu machen scheinen. Erst in Kazachstan, später dann auf auf dem Skyland Mountain kommt es zu Angriffen, bei denen Dutzende Menschen lebendig verbrennen. Die Angreifer haben humanoide Gestalt, aber alle ihre Gesichtsöffnungen - Augen, Nase und Mund - sind versiegelt. Wie später von den Leichen gemachte Röntgenaufnahmen zeigen, waren alle Verbrannten Träger von Implantaten und wurden offenbar von diesen zum Unglücksort gelotst. Die Rebellen versuchen, gegen die Kolonisierung Widerstand zu leisten; die Vernichtung der Entführungsopfer sind Teil dieses Vorhabens, denn die Entführten sind als Testpersonen, die einer Abfolge von Experimenten unterzogen werden, ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung der Kolonisierung. Ein Junge, Dmitri, der Zeuge des Vorfalls in Kazachstan wurde, wird von Krycek aufgegriffen - der sich mit der sich ebenfalls am Ort des Geschehens einfindenden Covarrubias um die Jurisdiktion über die Angelegenheit auseinandersetzen muss. Covarrubias ist in ihrer Eigenschaft als UN-Repräsentantin vor Ort, aber Krycek sagt ihr, "I know who you are and I know who you work for" (für das Syndikat nämlich), und weist sie an: "Tell them it's all going to Hell." Den Jungen nimmt Krycek mit in einen Gulag und infiziert ihn mit dem Schwarzen Öl. Anschließend werden auch Dmitris Gesichtsöffnungen vernäht.

                Als Covarrubias dem Syndikat von den Vorfällen in Kazachstan berichtet, sind diese äußerst beunruhigt. Sie wissen nicht, wie sie die Geschehnisse einordnen sollen, aber ihnen ist klar, dass jemand ihre Pläne sabotiert. Das Syndikat kooperiert mit den Kolonisten als eine Art Verwalter bis zum Beginn der Kolonisierung, aber hundertprozentig vertrauen tun sie den Aliens nicht: "If we're to believe their timetable..." Derartige Versammlungen, erklärt der Brite, waren zu erwarten, aber erst zu Beginn der Kolonisierung, der dem "timetable" zufolge noch 15 Jahre in der Zukunft liegt. Die Episode bestätigt hier die Aussage des Rauchers in "Talitha Cumi": "The date is set." Wieder einmal wird offensichtlich, dass das Syndikat so allmächtig und allwissend nicht ist.

                Der einzige, der durchblickt, was vor sich geht, ist ausgerechnet der frühere Kaffeeboy Krycek. Er erfährt von Dmitri, was die Rebellen vorhaben, infiziert ihn mit dem Schwarzen Öl, und will mit dem Syndikat einen Austausch von Dmitri gegen deren aktuelle Forschungsergebnisse in Sachen Impfstoff aushandeln. Er wäre dann der einzige, der im Besitz des ganzen Wissens beider Seiten ist: "They give me what I want ... I'm going to rule the world!" Krycek, im X-Files Fandom auch sehr treffend "Ratboy" genannt, macht hier wieder seinem miserablen Ruf alle Ehre. Doppelagent und egomanisch wie er ist, ist er jederzeit bereit, alles und jeden zu verraten, um auf der Machtleiter eine Stufe weiter nach oben zu kommen. Hier misshandelt und benutzt er den armen Dmitri erbarmungslos für das Wissen um den Impfstoff. Allerdings hat er dabei nicht mit Covarrubias gerechnet, die ebenso wie er im eigenen Interesse alle Seiten gegeneinander ausspielt und außerdem ein Verhältnis mit ihm hat. Eigentlich sind Krycek und Covarrubias Partner, aber offenbar hat Marita doch noch ein wenig mehr Integrität in sich als Krycek - oder vielleicht auch nur Angst, dass der das Vorhaben wieder vermasselt, wie schon öfter ("You really think you can pull this off?"). Jedenfalls trickst sie ihn aus und entkommt mit Dmitri sowohl Krycek als auch dem Briten, der mit ihr gekommen ist, um Dmitri zur Befragung zum Syndikat zu bringen. Aber auch Covarrubias hat sich verrechnet, denn als sie Mulder kontaktieren will, wird sie von Dmitri mit dem Schwarzen Öl infiziert. Am Ende ist Krycek in den Händen des Syndikats, und niemand weiß, was mit Marita oder Dmitri geschehen ist.

                Im zweiten Handlungsstrang um Mulder und Cassandra Spender sieht man Mulder auf einem Symposium über Entführungen durch Außerirdische diskutieren. Mulder hat im "Redux"-Dreiteiler aufgrund von Kritschgaus Enthüllungen aufgehört zu glauben, dass intelligente Außerirdische in der Verschwörung eine Rolle spielen. Er vertritt nun energisch die Auffassung, dass an allem die Regierung schuld ist und die Alien-Geschichten inszeniert und am Leben hält, um die Öffentlichkeit über ihre eigenen dunklen Machenschaften zu täuschen. Er ist dabei unnachgiebiger und auch aggressiver, als Scully es je war - im Grunde genauso unnachgiebig, wie er zuvor seine Überzeugung, dass auf der Erde Außerirdische aktiv sind, vertrat. Nach wie vor wischt er alle Gegenargumente weg, nur dass er jetzt auf der anderen Seite steht. Man muss allerdings auch sagen, dass ihm die querschnittsgelähmte Cassandra Spender, um die es auf der Podiumsdiskussion geht, die Sache leicht macht: Cassandra (benannt nach der Seherin in der griechischen Mythologie, deren Warnungen keiner ernst nahm) behauptet, die Außerirdischen hätten sie zu einer Gesandten gemacht, deren Aufgabe es sei, die Botschaft eines neuen Zeitalters der Erleuchtung zu verkünden (es erinnert stark an die Sekte des Red Museum in der gleichnamigen Staffel 2-Episode).

                Mulders Kehrtwende und sein plötzlicher Skeptizismus überzeugte mich aus bereits ausgeführten Gründen schon im "Redux"-Dreiteiler nicht, und nach dem ersten Drittel von Staffel 5 kommt erschwerend hinzu, dass er sich ausschließlich auf die Aliens beschränkt. Allen anderen paranormalen Phänomenen steht Mulder wie eh und je aufgeschlossen gegenüber - er hat weiterhin kein Problem, an von Psychiaterinnen kontrollierte Killerbäume, an unsichtbare Mutanten auf der Suche nach Jungbrunnen oder Vampire zu glauben. Nur wenn es um Aliens geht, reagiert er mit einem genervten Zynismus, der fast schon bedauernswert ist. Man könnte seine beinahe schon aggressive Ablehnung von allem, was mit Aliens oder UFOs zu tun hat, vielleicht damit begründen, dass er jetzt auf einer neuen "Mission" ist, nämlich die "Wahrheit" unter die Leute zu bringen, welche Machenschaften die Regierung mit der Maskerade um die Außerirdischen verbirgt. Es gibt in "731", der Staffel 3-Episode, eine Szene, in der Scully ganz ähnlich reagiert: "Don't you see Mulder, you're doing their work for them! You're chasing aliens that aren't there, helping them to create the story that covers the shameful truth!" In "Patient X" meint Scully, auf ihre ursprüngliche Aufgabe anspielend: "Well ... I guess I'm done here. You seem to have invalidated your own work." Es lenkt die Aufmerksamkeit darauf, wieviel seit dem Pilotfilm geschehen ist. Scully selbst wird demgegenüber im Lauf der Gespräche mit Cassandra ihren Worten gegenüber immer aufgeschlossener, und Mulders Gesicht, als sie schließlich zu bedenken gibt, vielleicht sollte er Cassandras Darstellung nicht so vorschnell ausschließen, ist unbezahlbar. Es ist vermutlich eine beabsichtigte Umkehr des Running Gags aus der ersten Staffel, dass hier erstmals am Ende der Episode nur Scully, aber nicht Mulder das UFO sieht.

                Natürlich wirkt Cassandra Spender auf den ersten Blick abgedreht. Sie ist Angehörige eines Endzeit-UFO-Kults und behauptet nicht nur, eine mehrfach Entführte zu sein, sondern redet von den Aliens, als seien sie wohlmeinende Götter, deren Hohepriesterin sie ist. Nach ihrer Meinung wollen die Aliens den Menschen lehren und sind große Heiler (man fragt sich, weswegen sie dann im Rollstuhl sitzt) - ob Scully wegen ihrer Ausbildung als Ärztin eine "Auserwählte" sei? Nicht nur Mulder, sondern auch ihr Sohn Jeffrey Spender, dem das Verhalten seiner Mutter hochgradig peinlich ist ("I'd like to build a reputation here, not be given one"), nimmt sie nicht ernst, als sie von einem Krieg zwischen verschiedenen außerirdischen Rassen erzählt. Sie spricht von Leuchttürmen, zu denen die Entführten gerufen würden, und die Versammlung am Ende der Episode, als alle gen Himmel schauen und auf das UFO warten, erinnert doch stark an die Zusammenkünfte einer 1990er UFO-Endzeitsekte.

                "Patient X" bringt nach längerer Zeit die Mythologie wieder einen großen Schritt voran - wobei die Episode wieder einmal mehr neue Fragen aufwirft, als bereits vorhandene offene beantwortet werden. Besonders die gesichtslosen Rebellen sind ein großes Rätsel - wer sind sie, wodurch sind sie motiviert, warum sind ihre Gesichter vernäht? Der Zweiteiler dürfte auch der Punkt sein, an dem einem beträchtlichen Teil der Zuschauer die ganze Mythologie zu kompliziert wurde - ich erinnere mich, dass es mir beim ersten Durchlauf so ging. Ohne sich wirklich intensiv mit der Serie zu beschäftigen, kann man den immer zahlreicheren und verworreneren Handlungsfäden und Charakterentwicklungen zu diesem Zeitpunkt kaum noch folgen.

                Schafft man es aber, den Überblick zu behalten, so ist "Patient X" eine sehr gute Mythologieepisode, mit hohem Tempo und guten schauspielerischen Leistungen vor allem von Gillian Anderson und Veronica Cartwright als Cassandra Spender (sie erhielt eine Emmy-Nominierung für ihre Rolle). Das Wiedersehen mit Alex Krycek und die längst überfällige Weiterentwicklung von Marita Covarrubias waren sehr willkommen. Mit den Überfällen und den Massenverbrennungen der Entführten hat die Episode spektakuläre und erschreckende Szenen aufzuweisen, und auch die Szenen mit Krycek und Dmitri sind gut gelungen. Nicht zuletzt hat "Patient X" eine großartige Schlussszene mit einem ebensolchen Cliffhanger zu bieten. Ein - allerdings ererbter - Kritikpunkt ist und bleibt der auf mich völlig konstruiert und unglaubwürdig wirkende neue Skeptizismus von Mulder. Insgesamt schafft "Patient X" jedoch den Spagat, der in früheren Mythologieepisoden nicht gelungen ist - nämlich all die dicht gepackte Handlung sowie Charaktermomente, die die Auswirkungen der Geschehnisse auf die Betroffenen darstellen, in derselben Episode unterzubringen. Ich vergebe gute fünf Eintrittskarten für's Außerirdischen-Symposium dafür.
                Zuletzt geändert von Janet18; 03.06.2019, 21:02.

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                  #9
                  Zitat von Andre Arnold Beitrag anzeigen
                  Eine recht solide Mythologie-Episode, derer es aber auch schon wesentlich bessere gegeben hat.

                  Der erste Teil bekommt eigentlich nur dadurch seinen besonderen Reiz, dass man nicht weiß, weswegen die Entführungsopfer in Brand gesteckt werden. Der Cliffhanger ist auch extrem spannend.

                  Die Einführung von Agent Spender ist sehr gut gelungen.

                  An vielen Stellen ist die Folge mit sehr viel Spannung geladen. Deswegen vergebe ich vier Sterne.
                  Dieser User hat für mich die Folge eigentlich schon gut zusammengefasst.

                  Die Folge war echt solide, man hat wieder die Alienthematik aufgegriffen und die Sache erlangt eine Wendung. Nun sind die Aliens nicht mehr eine Fraktion, sondern mindestens 2 Gruppen. Als nachdenklicher Zuschauer hat man das aber auch schon eher vermutet. immerhin gab es ja schon genung aufmüpfige Klone und auch diesen "Wunderheiler" der vom Kopfgeldjäger umgebracht wurde. Ich gebe Janet18 recht, das ich auch schon länger darauf gewartet habe Alex Krycek wiederzusehen. Wobei seine Motive in dieser Folge noch nicht so leicht zu erkennen sind, bzw. bleibt offen, was er sich wirklich erhofft. Marita Covarrubias ist auch wieder zu sehen, es gibt außer Scully wenig weibliche Charaktere die einem in X-Files wirklich in Erinnerung bleiben. Bei dieser Figur wurde ich bisher auch nicht schlau darauß auf welcher Seite sie eigentlich steht. Die Person, um die es eigentlich in dieser Folge geht, Cassandra bleibt bisher zeimlich blass, man redet zwar viel über sie, jedoch treibt sich eigentlich nicht die Handlung voran. Es ist eher wieder eine Prüfung für Mulder, was von seinem glauben noch übrig ist. Scully hingegen beginnt das ganze nicht mit den Augen einer Skeptikerin zu sehen. Bei dem Symposium merkt man schon. wie sehr sich die Figur des Agent Mulder gewandelt hat.

                  Ich vergebe deshalb auch 5 Ampullen.

                  Kommentar


                    #10
                    Mulders Abkehr vom Alien-Glauben wirkt, wie schon im "Redux"-Dreiteiler etwas erkauft. Vor allem weil er beim Rest der Staffel allen anderen paranormalen Erscheinungen durchaus sehr aufgeschlossen war.

                    Auch gab es für meinen Geschmack etwas zu viel Gore. Dimitri und die Gesichtslosen sahen echt ekelig aus. Dazu das ständige Verbrennen.

                    Ansonsten wird die Mythologie-Handlung aber ein gutes Stück vorwärts gebracht, nachdem sie jetzt längere Zeit auf die Stelle trat. Es gibt also zwei Fraktionen von Aliens, welche einen Stellvertreterkrieg auf der Erde führen. Erstmals wird die geplante Invasion der Kolonisten 2012 erwähnt (soll ja im ehemaligen Serienfinale noch ne Rolle spielen) und es gibt ein nettes Wiedersehen mit dem schwarzen Öl und Kryzek (der anscheinend einen Impfstoff gegen das Virus gefunden hat).

                    Das Ende mit Scully und Cassandra (der Name erinnerte mich an SG1 ) auf der Brücke war superspannend und mit den ganzen UFOs wunderschön.

                    Trotz ein paar Kritikpunkten gute
                    5 Sterne!

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