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[609] "Tithonus" / "Tithonus"

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    [609] "Tithonus" / "Tithonus"

    Buch: Vince Gilligan
    Regie: Michael Watkins


    Inhalt:



    Scully und Muilder führen etwas gelangweilt Routinearbeiten durch, als Scully zu Assistant Director Kersh gerufen wird. Der teilt ihr für eine spezielle Aufgabe einen neuen Partner zu, den New Yorker Agenten Peyton Ritter. Ritter sind beim Scannen alter Fotos von Verbrechensschauplätzen ein paar Merkwürdigkeiten aufgefallen, die die Zeit betreffen in der die Fotos aufgenommen wurden. Er glaubt der Mann der die Fotos aufgenommen hat, ein Reporter namens Alfred Fellig wäre dafür verantwortlich. Wie Ritter weiter ausführt glaubt er Fellig hätte die Leute getötet, die Fotos gemacht und wäre dann später wieder erschienen als er für seinen Job an den Tatort geschickt wurde.

    In einer dunklen Straße in der Bronx überfällt ein Räuber einen Mann und tötet ihn. Plötzlich bemerkt der Räuber Fellig auf einer Feuertreppe, wie der Fotos von dem Verbrechen macht. Daraufhin greift er Fellig an und stößt ihm ein Messer in den Rücken. Fellig geht zu Boden und scheint tot zu sein, daher flieht der Räuber. Ein paar Minuten später steht Fellig jedoch wieder auf, zieht das Messer aus dem Rücken und entfernt sich vom Tatort.

    Am nächsten Tag wird Fellig vom FBI zur Befragung vorgeladen. Doch er streitet ab jemanden getötet zu haben, er wäre nur für Fotos am Tatort gewesen erklärt er. Da es keinen Beweis für eine Beteiligung Felligs an dem Verbrechen gibt wird freigelassen. Doch Ritter läßt ihn rund um die Uhr überwachen. Scully löst Ritter dabei spät in der Nacht ab, sie merkt jedoch schnell wie Fellig sie beobachtet. Verärgert konfrontiert sie Fellig damit in die Verbrechen verwickelt zu sein. Daraufhin lädt er sie ein ihn zu begleiten um ihr zu zeigen wie es ihm gelingt immer am Tatort des Verbrechens zu sein.

    Nachdem sie ein paar Stunden umher gefahren sind stoppt Fellig den Wagen und zeigt auf eine Prostituierte. Er erzählt Scully die Frau würde in der nächsten Stunde sterben. Doch Scully glaubt ihm nicht und geht auf die Frau zu, die rennt jedoch weg und wird beim Überqueren der Straße von einem LKW überfahren. Scully ist geschockt von dem Vorfall, als sie wieder zu Fellig sieht fährt der gerade weg.

    Mulder stellt inzwischen ein paar Nachforschungen an und ruft danach Scully an um ihr von Fellig zu erzählen. Demnach hat Fellig eine Vorliebe dafür seine Identität zu ändern, die älteste davon reicht in das Jahr 1849 zurück. Also wäre Fellig 149 Jahre alt. Scully möchte verhindern, daß Fellig wieder seine Identität ändert und sucht ihn in seiner Wohnung auf. Dort lädt der sie in seine Dunkelkammer ein. Er erklärt ich er wäre seit längerem für den Tod vorgemerkt, doch irgendwie hätte der Tod ihn vergessen. Seitdem macht er Fotos von Sterbenden, in der Hoffnung das Gesicht des Todes zu finden um es anzuschauen und selbst zu sterben.

    Während der Unterhaltung merkt Fellig auch Scully wäre als Todeskandidat markiert und bereit sich vor von ihr ein Foto zu machen. Als Agent Ritter in der Wohnung erscheint feuert er instinktiv mit seiner Waffe in die Dunkelkammer und trifft sowohl Fellig als auch Scully. Daraufhin geht Ritter zurück in den anderen Raum um Hilfe zu rufen und Fellig nimmt Scullys Hand und fordert sie auf nicht in das Gesicht des Todes zu blicken. Sie schließt ihre Augen und der Tod kann nun endlich Fellig holen.

    Quelle
    13
    ****** eine der besten Akte-X-Folgen aller Zeiten!
    15,38%
    2
    ***** sehr gute Folge - hat alles, was Akte X ausmacht!
    38,46%
    5
    **** gute Folge mit unterhaltsamer Story!
    46,15%
    6
    *** vollkommen durchschnittliche Folge!
    0%
    0
    ** relativ schwache Folge - nicht weiter erwähnenswert!
    0%
    0
    * eine der schlechtesten Folgen aller Zeiten - absolut Akte X unwürdig!
    0%
    0
    Es ist alles wahr
    Alles! Hörst du?
    Vertraue niemandem
    Nur Wahrheit schafft Unsterblichkeit

    #2
    Hey!

    Wieder mal etwas neues. Diesmal soll Scully getrennt von Mulder einen Fall bearbeiten. Aber irgendwie war schon zu Beginn klar, das Mulder sich da nicht raushalten kann. Und irgendwie war er es ja auch, der das Puzzle richtig gelöst hat.
    Jedenfalls war die Folge recht spannend und mir stellte sich am Ende eigentlich nur eine Frage: Ist Scully jetzt "unsterblich"? Denn irgendwie sah es für mich so aus, als hätte dieser Fellig sich selbst erlöst indem er seine "Gabe" an Scully weitergegeben hat.

    Jedenfalls interessante und spannende Story mit witzigen Szenen (Mulder als Superhacker??? ), 4 Sterne.

    Gruß,
    Soran
    Sorans Fußballblog - Einblicke in die Welt des Fußballs - Spielberichte, Fotos und mehr. :)
    Mein Videokanal - Supportvideos vom Fußball
    Fanprojekt VfB 1906 Sangerhausen
    Ein Hirntumor namens Walter

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      #3
      Ja, diese Scully-Unsterblichkeitsfrage bleibt wirklich im Raum stehen. Schade, dass es nicht wieder aufgergriffen wurde. Ansonsten fand ich gerade die Erschießungsszene sehr ergreifend. Mochte die Folge wirklich sehr. 5 Sterne!
      Don't you hate it when you look in your closet for clothes and you find Narnia instead??

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        #4
        Eine klasse Folge die voll nach meinen Geschmack war. Die Story ist erstklassig, die Umsetzung hervorragend und die Dialoge zwischen Scully und Fellig genial und mitreisend.
        Auch Mulder hat mir mit seinen kurzen Auftritten recht gut gefallen, besonders gut fand ich seine Nachforschungen und Hackspezialitäten.

        Erstklassig fand ich den Schluß, wo Alfred Fellig Scully sagt was für ein Glück sie hat und somit Scully die nächste Todeskandidatin ist. Doch glücklichwerweise wird Scully von ihm gerettet. Diese Todesszene wurde sehr ergreifend und realistisch dargestellt, echt klasse.

        Von mir gibt es die maximale Punkteanzahl für diese Folge.
        Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

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          #5
          Dies ist wohl eine der besten Episoden überhaupt und die beste der sechsten Staffel!

          Fellig erscheint am Anfang sehr düster und gruselig. Gegen Mitte der Episode nimmt das Ganze dann eine mitreißende Wende: Fellig entpuppt sich als ungefährlicher Mann, der seit Jahrzehnten auf seinen Tod wartet. Die Idee, der Tod könne einen vergessen, hielt ich für genial.

          Fellig als der Fotograf, der den Tod fotografieren will, einfach spitze!

          Die Dialoge zwischen Scully und Fellig am Ende sind derart tiefsinnig, dass ich sie gleich mehrmals angesehen habe.

          Absolut gerechtfertigte sechs Sterne.

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            #6
            Anfangs glaubte ich schon, das es sich hier wieder um eine druchschnittliche Folge handelt, die wenig erwähnswertes zu Tage fördert, jedoch kann man sich gerade bei X-Files Episoden irren , die in der Mitte der Folge eine 180°C Drehung machen. Gerade auch hier wird das Thema "Sterben" ala Final Destination verarbeitet, das der Tod eine Art universalle Macht darstellt, die anscheinend aber nicht unfehlbar ist wie man Fellig sieht, das man sich eher auf Scully konzentriert hat, fand ich nicht weiter schlimm, Mulder hatte ja auch ein paar gute Auftritte .

            Von mir gibts ***** Sterne, für eine sehr gute Folge .

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              #7
              Fünf Sterne.

              Diese Folge, in der um es einen Fotografen geht, der anscheinend einen sechsten Sinn für Todesfällte hat, hat mir super gefallen.

              Vor allem ist wieder einmal der Hauptcharakter sehr gut ausgewählt worden, sein Zusammenspiel mit Scully fand ich ebenfalls stimmig.

              Die Frage, wie die Leute sterben, erinnert schon ein wenig an Final Destination, dennoch ist die Folge sehr spannend.

              Auch der Schluss hat mir sehr gut gefallen.

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                #8
                Von mir gibt es fünf Sterne * * * * * für diese Folge, auch wenn sie nicht alles hat, was Akte-X ausmacht, denn das typische Zusammenspiel zwischen Mulder und Scully kam hier sehr zu kurz. Eigentlich war es nur eine Scully-Folge, aber eine mit hohem Mysteryfaktor. Der Fotograf hatte schon etwas unheimlich Abgeklärtes, aber auch eine besondere Sensibilität zugleich. Wie er von der Vergangenheit erzählte, war schon etwas unheimlich, auch der Anfang der Folge mit dem Fahrstuhlunglück. Würde man wirklich einige Jahrhunderte leben, würden sich in den Erinnerungen eine Menge grausiger Dinge ansammeln.
                Zitat von Soran Beitrag anzeigen
                Ist Scully jetzt "unsterblich"? Denn irgendwie sah es für mich so aus, als hätte dieser Fellig sich selbst erlöst indem er seine "Gabe" an Scully weitergegeben hat.
                Von der Folge her sieht es so aus, aber Fellig hat sich ja immer erstaunlich schnell erholt, z.B. als er niedergestochen wurde, und so etwas müsste man bei Scully auch sehen.

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                  #9
                  Von der Darstellung her eine großartige Folge. Allein der Anfang wo der Fotograf die Aufzug Szene festhält sorgt für ein klasse WTF-Erlebnis.

                  Etwas störend finde ich, dass es wieder eine Solo-Scully Folge war. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass sie viel mehr Solofolgen als Mulder hat, kann mich aber irren, ist nur mein subjektiver Eindruck soweit.

                  Die Auflösung würde ich hingegen schon fast als katastrophal bezeichnen. Eben genau wegen diesem unsterblichkeitsgedöns. Da Akte X sehr viel Wert auf Kontinuität legt nimmt es die Spannung aus zukünftigen Folgen irgendwie raus, Scully kann ja nicht mehr sterben. Die Vermutung wird ja noch unterstrichen durch die Aussage dass sich Scully wirklich sehr schnell erholt. Etwas unlogisch erscheint mir auch, warum der Fotograf nicht viel früher die Fähigkeit einfach an jemand anders gegeben hat um selbst zu sterben, er wusste ja ganz offensichtlich was zu tun ist.

                  Insgesamt trotzdem 4 Sterne für die Story-Idee, die Darstellung und die wirklich guten Dialoge sowie die Erkentnis das Unsterblichkeit vllt doch nicht so toll ist wie man glaubt.

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                    #10
                    Das war eine recht gute Folge, die fast ausschließlich von der großartigen Performance des Alfred Fellig getragen wird. Hier erfährt man endlich auch mal, was es mit der mysteriösen Aussage des Hellsehers aus der 3. Staffel auf sich hatte.

                    Was mir dann wiederum nicht gefiel, war die hohe Dialoglastigkeit und Scullys Unglaube, den sie ja schon aufgrund der 3. Staffel nicht mehr haben dürfte. So ganz taufrisch war die Story dann eigentlich auch nicht. Am Ende bleibt eine schön schauerliche Atmosphäre in einer ganz netten Geschichte. 4 Sterne.

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                      #11
                      Ich finde die Folge wieder hervorragend, deswegen gebe ich dieser Episode wieder sechs Sterne.
                      Alleine schon der Anfang mit dem abstürzenden Fahrstuhl und dem fotografierenden Fellig war ein gelungener Anfang für die Episode. Aber auch die Figur Alfred Fellig ist klasse und wurde von Geoffrey Lewis sehr überzeugen gespielt, sowie auch die Handlung mit dem ewigen Leben und der Suche nach dem Tod sehr spannend inszeniert wurde. Weiters gab es etliche geniale Dialoge und Szenen mit Scully und Fellig.
                      Gut gefallen hat mir auch der Schluss mit dem übermotivierten FBI-Agenten der wild um sich schießt und Scully dabei fast tötet. Und das Mulder in der Handlung fast fehlte, war auch kein Problem.
                      Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

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                        #12
                        Ein New Yorker Polizeifotograf ist bereits seit Jahrzehnten auffällig oft als erster, meist schon vor der Polizei, an Tatorten. Als von einem Tatort zwei Fotos mit unterschiedlichen Zeitstempeln auftauchen, von denen eines unmittelbar zur Tatzeit und ein zweites eine Stunde später nach Eintreffen der Polizei aufgenommen wurde, gerät er in Verdacht, selber etwas mit den Todesfällen zu tun zu haben. Kersh beauftragt Scully, sich des Falls anzunehmen, weist ihr aber einen anderen FBI-Agenten als Partner zu. Als Mulder ohne Kershs Wissen die Hintergründe des Fotografen recherchiert, erweist sich, dass der anscheinend schon seit über hundert Jahren tätig ist.

                        Der Titel der Episode, "Tithonus", stammt aus einem griechischen Mythos, in dem es um einen Mann geht, der von Zeus das Geschenk der Unsterblichkeit erhalten hat und am Ende nur noch sterben wollte. Sir Alfred Tennyson hat ein Gedicht über die Figur geschrieben, das ebenfalls als Einfluss zitiert wird. Möglicherweise hat der Fotograf Alfred Fellig, die Hauptfigur in "Tithonus", seinen Vornamen von ihm. Sein Nachname stammt jedenfalls von einem berühmt-berüchtigten New Yorker Fotografen namens Arthur Fellig, der in den 1930er und 40er Jahren aktiv war und ebenfalls eine Begabung hatte, immer als erster und oftmals schon vor der Polizei an Tatorten zu sein.

                        Die Frage, ob ewiges Leben ein Segen oder ein Fluch ist, und welche Auswirkungen es auf einen Menschen hat, hat schon diverse Bücher, Filme und TV-Serien beschäftigt. Neben Jonathan Swifts "Gullivers Reisen" fällt mir aus dem Metier der TV-Serien spontan Star Trek Voyagers "Deathwish" ein - eine der wenigen Voyager-Folgen, die bei mir dauerhaft hängen geblieben sind. Fellig ist seiner eigenen Aussage nach unsterblich geworden, als er an Gelbfieber sterbend den Tod nahen sah und statt ihm ins Gesicht zu sehen wegsah - eine Krankenschwester, die an seinem Krankenlager saß, starb an seiner Stelle. Seines Lebens schon seit langer Zeit überdrüssig versucht er seit Jahrzehnten, dieselbe Situation wieder herzustellen und eilt an Orte, an denen jemand stirbt, um wie die Schwester damals bei ihm dessen Platz einzunehmen.

                        Beim FBI erweckt Felligs wiederholte Anwesenheit an Tatorten jedoch einen ganz anderen Verdacht: In mehreren Fällen hat Fellig ein Opfer zweimal fotografiert, eine Aufnahme davon jeweils lange bevor die Polizei am Tatort eintraf. Ein auftrebender junger New Yorker FBI-Agent namens Ritter und Assistent Director Kersh glauben, dass Fellig an den Todesfällen nicht unschuldig ist; Ritter hält Fellig für einen Serienmörder und will mit seiner Festnahme seine Karriere voranbringen. Kersh weist Scully an, zusammen mit Ritter den Fall zu untersuchen, Mulder aber außen vor zu lassen: "Agent Mulder's a lost cause. I'm taking the chance you're not. It's you and Ritter. Do not let me down." Als kurz darauf ein Mann erstochen wird und Felligs Fingerabdrücke auf der Tatwaffe gefunden werden, lässt Ritter Fellig festnehmen. Es stellt sich jedoch heraus, dass Fellig selber auch eine Stichwunde im Rücken hat und weitere Fingerabdrücke, die einem verurteilten Mörder gehören, auf der Waffe sind. Trotz Ritters Protesten lässt Scully Fellig gehen. Mulder, der heimlich den Hintergrund von Fellig überprüft hat, findet heraus, dass Fellig unter verschiedenen Namen bereits seit über 100 Jahren als Fotograf tätig ist und gegenwärtig 149 Jahre alt ist.

                        Als Scully bei einer nächtlichen Überwachung Fellig konfrontiert, erzählt dieser ihr seine Geschichte. Er behauptet, Unsterblichkeit erlangt zu haben, als er an Gelbfieber erkrankt sich weigerte, dem Tod ins Auge zu sehen, und an seiner Stelle eine Krankenschwester gestorben ist. Seit geraumer Zeit versucht er zu sterben - aber egal, ob er sich vergiftete, sich die Pulsadern aufschnitt, oder von einer Brücke sprang, nichts funktionierte. Deshalb versucht er, den Tod zu fotografieren: Er hat im Laufe der Jahre gelernt, vorherzuahnen, wann jemand stirbt, und glaubt, wenn er endlich dem Tod ins Gesicht sehen kann, kann er sterben. Es kommt, wie es kommen muss - Agent Ritter taucht auf, will Fellig erschießen, aber die Kugel durchdringt Felligs Körper und trifft Scully. Als Scully im Sterben liegt, sagt ihr Fellig, sie solle den Tod nicht ansehen - und nun ist ihm endlich gelungen, die Situation mit der Krankenschwester nachzustellen; es ist diesmal Fellig, der an Scullys Stelle stirbt.

                        Die Unterhaltungen zwischen Scully und Fellig sind der Kern der Episode, die Szenen in Felligs Fotostudio haben Züge eines Kammerspiels. Scully stand schon öfter an der Schwelle des Todes und es fällt ihr schwer zu verstehen, warum jemand sterben will: "How can you have too much life? There's too much to learn, to experience. Most people want to live forever." - "Most people are idiots," entgegnet ihr Fellig. Als Fellig dann andeutet, dass sie als nächste sterben wird, reagiert sie ärgerlich und bestimmt: "I'm not going to die!" Sie überlebt tatsächlich, erholt sich sogar erstaunlich schnell, was aufgrund Felligs persönlicher Geschichte und im Zusammenhang mit Clyde Bruckmans Vorhersage (der Hellseher aus der Staffel 3-Episode "Clyde Bruckman's Final Repose2), Scully werde nicht sterben, im X-Philes-Fandom zu heftigen Spekulationen führte, ob Scully nun unsterblich sei.SPOILERWieder aufgenommen wurde dies in der Staffel 10-Episode "Mulder and Scully meet the Weremonster", als Scully sagt, sie sei unsterblich. (Darin Morgan, Drehbuchautor von "Clyde Bruckman's Final Repose", wollte übrigens in einem Interview nichts davon wissen, dass er dies mit seiner Dialogzeile hätte aussagen wollen.)

                        Auch ansonsten gibt es einige Verbindungen zwischen "Tithonus" und Darin Morgans Staffel 3-Episode, und den Figuren Clyde Bruckman und Alfred Fellig. Der hellsichtige Bruckman wusste, wie Menschen sterben werden, aber nicht wann. Fellig hingegen weiß, wenn der Tod eines Menschen unmittelbar bevorsteht, weiß aber nicht, wie er oder sie sterben wird ("The 'how' is always a surprise. I... I just always know 'when.'"). Bruckman konnte seine Visionen vom Tod nicht kontrollieren und beging am Ende Selbstmord, Fellig jagt seit Jahrzehnten dem Tod nach und kann nicht sterben, sich nicht einmal umbringen. Beide leiden unter ihrer außergewöhnlichen Begabung, die sie am liebsten los hätten. Während Bruckman jedoch bei allem Zynismus noch Mitgefühl für seine Mitmenschen hatte und helfen wollte, ist Fellig dies in all den Jahren völlig abhanden gekommen. Er beneidet diejenigen, deren Tod bevorsteht ("Lucky bastards. Every one of them."), und wie Mulder später herausfindet, hat er 1929 auf seiner Jagd nach dem Tod sogar zwei Krankenhauspatienten getötet. (Auf einer stärker metaphorischen Ebene kann man die Figur Fellig auch als eine Kritik an der ausufernden Paparazzi-Kultur der 90er lesen, die besonders durch den Tod von Lady Diana Spencer 1997 ins Kreuzfeuer geraten ist. Auch wenn es Fellig nicht um Ruhm, sondern um ein anderes Anliegen geht - er ist ein parasitärer Tatort-Fotograph, der auf der Jagd nach dem perfekten Foto ist und dem das Leben der Fotografierten völlig egal ist.)

                        Wie schon in "Clyde Bruckman's Final Repose" ist es Scully, die zu Fellig durchdringt und versucht, ihn zu verstehen. Anders als in einigen anderen Episoden ist sie in "Tithonus" nicht die sture Skeptikerin, sondern sie nähert sich dem Fall mit offenen Augen und offenem Geist, und fängt an Fragen zu stellen, als sie auf Hinweise stößt, die nicht zusammenpassen. Man kann sich fragen, was hier auf den Einfluss der Zusammenarbeit mit Mulder und die Arbeit an den X-Akten zurückzuführen ist. Einerseits hat diese Arbeit sicherlich dazu geführt, dass Scully genügend Wunderliches gesehen hat, um Felligs Geschichte nicht einfach abzutun. Andererseits ist es möglicherweise gerade die Abwesenheit von Mulder in diesem Fall, die sie so offen sein lässt: Während sie in der Zusammenarbeit mit Mulder durch dessen abgefahrene Theorien quasi gefordert ist, als rationaler Gegenpol zu agieren, ist hier das Gegenteil der Fall: Der ihr als Partner zugewiesene Ritter ist einzig und allein daran interessiert, den Fall abzuschließen; es scheint ihm fast schon egal zu sein, ob er dabei den Richtigen hinter Gitter bringt. Zwar bestreitet Scully geraume Zeit lang, dass der Fall eine X-Akte ist, und will auch von Fellig wieder wissenschaftliche Beweise ("If this is true give me something in the way of proof. Help me find some science that I can hang this on." - "It has nothing to do with science. Someone took my place.") Aber sie ist nicht bereit, sich Ritters Pragmatismus zu beugen, der nur den Fall abschließen will, und ihre Antwort auf Ritters Kommentar, ob sie nicht wolle, dass Fellig hinter Gitter kommt, spricht Bände: "I thought we were looking for the truth." SPOILERScullys Haltung hier wirft Schatten voraus auf ihre Zusammenarbeit mit Agent Doggett in Staffel 8 und 9, in der Scully gezwungenermaßen Mulders Part übernimmt.

                        "Tithonus" ist eine eher ruhige, aber dennoch sehr spannende und auch sehr düstere Episode, die sich zudem durch sehr viel Tiefgang auszeichnet - etwas, das Akte X seit dem Umzug nach Kalifornien etwas abhanden gekommen ist. Die Spannung speist sich nicht aus Action-Szenen oder Verschwörungen, sondern daraus, dass man lange im Dunkeln gelassen wird, was es mit Alfred Fellig auf sich hat. Schon im Teaser, als er der jungen Frau nachstellt, die in einem Bürogebäude Post verteilt, wird ein falscher Eindruck erweckt, so dass man sich von Anfang an fragt, warum er diese Fotos schießt. Gut gemacht ist auch, wie man - aus Felligs Perspektive - die Menschen, die sterben werden, nicht in Farbe, sondern in Schwarz-Weiß-Tönen sieht. Auch die schauspielerische Inszenierung und musikalische Untermalung ist hervorragend gelungen. Vor allem lebt "Tithonus" aber von der Thematik und der Fragestellung. Es ist eine Episode, die alles hat, was eine Monster-of-the-Week-Folge in Akte X auszeichnet, und eine der besten Episoden der sechsten Staffel, ein würdiger Abkömmling von "Clyde Bruckman's Final Repose" und m.M.n. Vince Giligans bisher bestes Drehbuch. Ich vergebe sechs Fotografenlizenzen dafür.

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                          #13
                          Tithonus hat mir wirklich sehr sehr gut gefallen, anfangs könnte man noch von einer Monster of the week folge ausgehen.
                          Jedoch verliert sich dieser Gedanke sehr schnell wieder, Mulder rückt hier klar in den Hintergrund. Scully hat hier ihre Starken Momente.
                          Im Bezug auf Clyde Bruckman frage ich mich nun natürlich ob Scully nicht sterben kann. Ich vergebe für diese Folge 6 volle Kamerafilmrollen.

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                            #14
                            Eine ziemlich traurige, aber auch schöne Folge. Fellig konnte einem mit seiner Unsterblichkeit echt leidtun. Warum er die Gabe aber nicht früher weitergegeben hat, ist mir unklar. Auf Scullys Unsterblichkeit wurde ja schon bei der Hellseher-Folge etwas eingegangen. Nun scheint sie es tatsächlich zu sein . Soll weiterhin ein Running Gag der Serie bleiben.

                            Dass Mulder großteils gefehlt hat, war IMO ok. Seine Telefonate mit Scully waren aber schon ganz witzig. Vor allem Scullys anfänglichen Beteuerungen, dass es keine X-Akte wäre und dann gibt sie genervt zu, dass es doch eine ist .

                            Dass Fellig kein "Monster of the Week" ist und den Tod nur spüren kann, war im Mittelteil auch ne gelungene Überraschung.

                            Gebe gute
                            4 Sterne!

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