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[621] "Sporen" / "Field Trip"

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    [621] "Sporen" / "Field Trip"

    Buch:
    Vince Gilligan, John Shiban

    Regie:
    Kim Manners

    Darsteller:
    Angela Schiff (Robyn Lively) [Uschi Hugo]
    Assistant Director Walter Skinner (Mitch Pileggi) [Norbert Gescher]
    Byers (Bruce Harwood) [Udo Schenk]
    Frohike (Tom Braidwood) [Lothar Mann]
    Gerichtsmediziner (Jim Beaver) [Kaspar Eichel]
    Langly (Dean Haglund) [Frank Schröder]
    Wallace Schiff (David Denman) [Kim Hasper]

    Inhaltsangabe:
    Ein Mann und eine Frau kommen nach einer Wanderung nach Hause. Die Frau hat Kopfschmerzen und Visionen in denen sie von einer zähen Masse verschlungen wird. Später im Bett schmiegen sich die beiden aneinander und die Szene wechselt auf zwei Skelette, die draußen in der gleichen Position liegen.
    Ein paar Tage später unterhalten Mulder und Scully über Skelette von Wallace und Angela Schiff. Scully vermutet einen rituellen Mord und Mulder erzählt ihr die Körper wurden auf dem Brown Mountain in North Carolina gefunden. Dort werden angeblich seit hunderten von Jahren mysteriöse Lichter beobachtet, die sich um den Berg bewegen. Also machen die beiden sich auf nach North Carolina. Dort untersucht Scully die Skelette an denen sich eine zähe Masse befindet, während Mulder den Ort aufsucht an dem sie gefunden wurden. Dort sieht er einen Mann, der aussieht wie Wallace Schiff und verfolgt ihn bis in eine Höhle. Dort behauptet Wallace von Aliens entführt worden zu sein. Plötzlich scheint ein helles Licht in die Höhle und Angela erscheint. Dies könnte eine klassische Geschichte der Entführung durch Außerirdische sein, doch der Fund der Skelette paßt nicht in das übliche Schema. Als das Licht wieder erscheint geht Mulder hinein.

    Scully entdeckt, daß die Masse eine Art pflanzliches Verdauungssekret ist. Nun versucht sie Mulder zu finden, als sie seine Spur verfolgt tritt sie auf Pilze die dabei Sporen freisetzen. Sie folgt der Spur bis in die Höhle, doch dort ist keine Spur von ihm. Also geht sie zurück und fährt nach Washington. Dort bekommt sie einen Anruf von Mulder, der sie bittet dringend in seine Wohnung zu kommen. Er geht der Frage nach seinem Verschwinden aus dem Weg und erzählt ihr bei ihm wären Wallace und Angela. In seinem Schlafzimmer befindet sich außerdem ein grauer Außerirdischer, der mit ihm und Scully telepathisch kommuniziert. Er meint er hätte den Außerirdischen bei seiner Entführung seinerseits entführt. Scully ist verblüfft, glaubt ihm jedoch, was Mulder wiederum überrascht. Dann spürt er einen Schmerz im Kopf und das Zimmer verzehrt sich. Nun ist er immer noch in der Höhle, bedeckt mit dieser zähen Masse.

    Scully kehrt zurück zur Höhle und nimmt den lokalen Gerichtsmediziner mit. Die Masse dringt darin aus dem Boden hervor und auf dem Boden befinden sich Spuren die in und aus der Höhle führen. Etwas entfernt finden sie ein Skelett, welches nach einer zahnmedizinischen Untersuchung Mulder zu sein scheint.

    Wieder in Washington berichtet sie Skinner und ist überrascht, weil er ihre Geschichte akzeptiert obwohl sie keine Antworten enthält. Sie erkennt, daß ihre wissenschaftlichen Erklärungen selten Lösungen für X-Akten sind. Dann geht sie zu Mulders Wohnung, wo eine Trauerfeier stattfindet. Die Lone Gunmen und eine Reihe anderer Leute sind dort und stehen an Mulders Sarg. Wieder ist Scully überrascht, weil auch die Lone Gunmen die Mordtheorie ohne Fragen akzeptieren.

    Mulder klopft an die Tür und als er seine Wohnung betritt verschwinden alle Leute. Er erzählt Scully er wurde entführt, doch kann ihre Fragen nicht beantworten, auch nicht warum er an seine eigene Tür klopft. Langsam kommt Scully der Gedanke alles ist nur eine Halluzination, die durch die Pilzsporen verursacht wurde. Möglicherweise stammen die Pilze und die Masse vom selben Organismus ab und sind noch in der Höhle. Der Organismus könnte Fleisch als Nahrung brauchen und gerade dabei sein sie zu verdauen.

    Mulder gelingt es sich aus der Erde zu befreien und zieht auch Scully heraus. Später sind sie bei Skinner zum Bericht. Nach ihrer Geschichte zieht sich der Organismus über zehn Morgen durch den Untergrund und Sporen haben eine Struktur die LSD ähnlich ist. Dazu meint Skinner nur, es wäre einer der seltenen Tage, bei denen Mulder und Scully bei der Erklärung einer X-Akte übereinstimmen. Doch das stimmt Mulder nachdenklich. Er versteht nicht mehr wie es ihnen gelang sich zu befreien. Er fragt Scully welche Droge denn ihre Wirkung verlieren würde wenn die Person erkennt, daß sie unter Drogen steht.

    Um den Beweis zu erbringen, daß sie immer noch unter Drogen stehen, zieht Mulder seine Waffe und schießt auf Skinner. Doch aus der Waffe kommt nur eine zähe Masse. Sie befinden sich also immer noch gefangen im Untergrund. Nun beginnt Mulder sich nach oben zu kämpfen und streckt eine Hand aus der Masse. Dadurch werden sie von einem Suchtrupp, angeführt von Skinner, gefunden. Die Leute des Suchtrupps tragen alle Masken um sich vor der Wirkung der Sporen zu schützen und graben Mulder und Scully aus. Dann kommen die beiden in einen Krankenwagen. Als der Wagen losfährt halten sie sich beide an den Händen fest.



    Quelle
    10
    ****** eine der besten Akte-X-Folgen aller Zeiten!
    20,00%
    2
    ***** sehr gute Folge - hat alles, was Akte X ausmacht!
    60,00%
    6
    **** gute Folge mit unterhaltsamer Story!
    10,00%
    1
    *** vollkommen durchschnittliche Folge!
    20,00%
    2
    ** relativ schwache Folge - nicht weiter erwähnenswert!
    0%
    0
    * eine der schlechtesten Folgen aller Zeiten - absolut Akte X unwürdig!
    0%
    0
    Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

    #2
    Diese Folge war nicht schlecht, aber es gab schon einmal ein so ähnliches Thema, nämlich Pilze und Sporen, bei Akte X.
    Gut gefallen hat mir die "Situation des Befreiens". Ist es nun real das sich die Beiden befreien konnten oder ist es nur eine weitere Täuschung. Diese Szenen wurden sehr gut inszeniert und umgesetzt.
    Optisch haben mir die Skelette sehr gut gefallen, diese wirkten sehr realistisch. Somit vergebe ich vier Sterne für diese Folge.
    Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

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      #3
      Diese Episode ist einer der besten überhaupt. Eine unterirdische Pflanze, die ihre Opfer durch Sporen in einen halluzinatorischen Zustand versetzt, sie verschlingt und verdaut.

      Die Umsetzung mit dem gelben Schleim fand ich äußerst gelungen. Besonders fasziniert haben mich die verschiedenen Wahrnehmungsstufen und Skinner, der seine Rolle - wie immer - ausgezeichnet spielt.

      Ein Verwirrspiel der Extraklasse, für das ich sechs Sterne vergebe.

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        #4
        Ja ne interessante Folge, die zahlreiche Wendungen hatte. Ein wenig Gruselfaktor war auch dabei, als Mulder in der Höhle war und plötzlich dieses grelle Licht kam.
        Aber es wurde auch relativ schnell klar, dass nicht alle Dinge so sind, wie sie scheinen, spätestens seit dem Scully diese Sporen eingeatmet hat, lag der Verdacht nahe, es könnte sich bei den gezeigten Bildern um Halluzinationen handeln.
        Die optischen Effekte haben mir aber sehr gut gefallen, wie sich plötzlich das Sichtfeld in grünen Schleim aufgelöst hat.
        Am Ende dann die Lösung, die beiden Agenten befinden sich im Verdauungstrakt eines riesigen Pilzorganismus, tolle Idee. Mit etwas List schafft es aber dann Mulder, sich und Scully zu befreien. Auch schöne letzte Szene im Krankenwagen.
        Meine Beiträge sind genderfrei und das ist gut so

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          #5
          Der surreale Ton dieser Folge hat mir besonders gut gefallen... am Anfang hielt ich die Alien-Story ja noch für real und dachte mir dann "WTF, wie soll Mulder bitte einen Grey entführt haben", aber dann ist mir eh auch in den Sinne gekommen dass es im Intro um was ganz anderes ging... die "reale" Story war umso interessanter, dass Mulder tot ist, war ohnehin unglaubwürdig, aber va. wie dann plötzlich die Leute aus Mulders Wohnung verschwunden sind, toll
          Gut gemacht fand ich aber auch wie die Differenzen zwischen Scully und Mulder behandelt wurden, es scheinen beide mit ihren Positionen nicht 100% zufrieden zu sein.

          5 Sterne, gehört wie viele Folgen der 6. Staffel zu meinen All-Time Favs.
          Space is the Place!

          www.last.fm/user/Zaphbot

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            #6
            Vier Sterne.

            Die Folge erinnert ein wenig an die Folge der Kokon, erreicht aber nicht ganz dessen Niveau, da einiges doch abgekupfert war.

            Spannend ist die Folge dennoch, vor allem als klar wird, dass die beiden Halluzinationen haben und Mulder auf Skinner schiesst.

            Das Drumherum mit den Ufos fand ich aber unpassend.

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              #7
              Schon witzig, wie hier jedes Jahr, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011 jeweils genau ein User einen Beitrag geschrieben hat. Ein Beitrag pro Jahr, so lässt es sich trefflich diskutieren.

              Ich schwanke zwischen drei und vier Sternen. Mir gefällt diese Folge nicht besonders, da während der ganzen Zeit ein depressiver Ton vorherrscht, auch durch die eintönig depressive Musik im Hintergrund. Der Ausstieg Mulders aus der Serie wird vorbereitet. Kurz könnte man glauben, dass Mulder am Ziel ist und mit einem kleinen Grauen handfeste Beweise hat. Dann lieber Stargate, das ist lustiger. Die Idee mit den Sporen ist gut, erinnert an diverse Scifi-Serien. Es ist eine eigene Form virtueller Realität, passt auch gut in den Scifi-Rahmen der Serie.

              Wenn die Folge etwas besser gemacht worden wäre, könnte man spekulieren, ob der Rest der Serie ganz in der virtuellen Realität spielt, d.h. ob Mulder und Scully sie überhaupt je verlassen haben.

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                #8
                Diesmal gebe ich der Folge sogar fünf Sterne, weil mir der Teil mit dem halluzinierenden Mulder sehr gut gefallen hat und das dann auch noch Scully zum Halluzinieren begann, sorgte nochmals für zusätzliche Spannung. Die Idee mit dem riesigen unterirdischen Pilz, der Menschen in kürzester Zeit verschlingt und verdaut, fand ich sehr interessant und die Umsetzung wurde überzeugend erledigt. Teilweise war es sehr schwierig zwischen Realität und Halluzination zu unterscheiden.
                Die Rettung von Scully und Mulder wurde optisch gut umgesetzt, jedoch hätten beide doch Hautverätzungen ausweisen sollen, diese fehlten nämlich leider.
                Gewinnerinnen der Wahl zur Miss SciFi-Forum 2007 - 2020

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                  #9
                  In einem Wald in North Carolina verschwindet ein junges Ehepaar. Drei Tage später werden ihre Skelette ohne Kleidung gefunden. In der Autopsie wird ein Sekret entdeckt, das Verdauungsflüssigkeit ähnelt. Als Mulder im Wald nach Hinweisen sucht, entdeckt er die Totgeglaubten wohlbehalten in einer Höhle. Sie behaupten, von Außerirdischen entführt worden zu sein - während er selbst für Scully nicht mehr zu erreichen ist. Als sie sich auf die Suche nach ihm macht, verschwindet auch sie.

                  Viele Episoden der sechsten Staffel thematisieren die Frage, was real ist und was nur in den Köpfen der Protagonisten existiert. So auch "Field Trip", in der Mulder und Scully in einer aktiven gemeinsamen Halluzination gefangen sind. Die Handlung ist möglicherweise inspiriert von der Entdeckung eines riesigen Pilzgewächses in den Blue Mountains in Oregon im Jahr 1992: "Biologists have found specimens that range dozens of acres that weigh hundreds of tons." Hier sind die Brown Mountains in North Carolina der Ort, an dem die Episode spielt.

                  Mulder überzeugt Scully, mit ihm nach North Carolina zu kommen, wo die Skelette des Ehepaars Wallace und Angela Schiff entdeckt wurden, die nur drei Tage zuvor verschwunden sind. Eine Verwesung bis aufs Skelett innerhalb von drei Tagen ist praktisch unmöglich; rätselhaft ist auch, dass die Kleidung der beiden Leichen fehlt. Mulder glaubt, dass ein örtliches atmosphärisches Phänomen, genannt die "Brown Mountain Lights", das von Manchen auf Außerirdische zurückgeführt wird, im Spiel ist, aber Scully ist wie immer skeptisch und hält einen Ritualmord für wahrscheinlicher. Beim Besuch beim örtlichen Gerichtsmediziner stellt sich heraus, dass die Skelette mit einem gelblichen Schleim bedeckt sind, der Verdauungsenzyme und Halluzinogene eines Pilzes enthält. Im weiteren Verlauf der Untersuchung begeben sich erst Mulder und dann Scully an den Ort, wo das Ehepaar verschwunden ist, und fallen selbst der Substanz zum Opfer. Ein riesiges unterirdisches Pilzgeflecht erzeugt Halluzinationen, um seine Opfer ruhig zu stellen und sie zu verdauen. Mulder und Scully erleben die Halluzinationen sowohl jeder für sich als auch gemeinsam - unter anderem begegnet erst Mulder, dann auch Scully den totgeglaubten Schiffs zusammen mit einem Alien, das Mulder entführt haben soll, Scully findet das Skelett Mulders und muss an einer Trauerfeier für ihn teilnehmen, und beide zusammen schließlich finden sich in Skinners Büro zum Bericht über den Fall wieder, ohne zu wissen, wie sie dorthin gekommen sind.

                  "Field Trip" lebt zum einen vom Verwirrspiel um die Frage, was Halluzination ist und was Realität, mehr noch aber davon, wie diese Halluzinationen als Charakterstudie über Mulder und Scully eingesetzt werden. Produzent Frank Spotnitz hat "Field Trip" mit der Staffel 4-Episode "Bad Blood" verglichen. In beiden Episoden wird die Handlung einmal aus Mulders und einmal aus Scullys Perpektive erzählt, was einiges darüber aussagt, wie die beiden sich selbst und den jeweils anderen sehen. Während "Bad Blood" dies in komödiantischer Form tat, ist "Field Trip" eine ernstere Annäherung an das Thema. Die Halluzinationen, die die beiden erleben, sind nicht zufällig, sondern bieten ihnen die Möglichkeit, einen gewissen Abschluss ihrer bisherigen Entwicklung zu finden. Die Motivation wird in einem Dialog zu Beginn der Episode dargestellt: "Mulder, can't you just for once, just for the novelty of it, come up with the simplest explanation, the most logical one, instead of automatically jumping to UFOs or Bigfoot or…?" - "Scully, in six years, how… how often have I been wrong? No, seriously. I mean, every time I bring you a case we go through this perfunctory dance. You tell me I'm not being scientifically rigorous and that I'm off my nut, and then in the end who turns out to be right like 98.9% of the time? I just think I've… earned the benefit of the doubt here." "Field Trip" befasst sich mit der Frage, was es bedeuten würde, wenn sich die Sichtweise eines der beiden ultimativ als richtig erweist.

                  In Mulders Halluzination bringt er Scully zu seinem Apartment, um die totgeglaubten Schiffs zu treffen, ebenso wie einen außerirdischen Grauen, den er entführt und in seinem dritten Zimmer einquartiert hat (der Graue scheint damit kein Problem zu haben). Er hat damit Scully den Beweis erbracht, dass Außerirdische tatsächlich existieren: "I was out there… and I found it. The truth." Mehr noch, er hat die Entführten Schiffs gerettet, und kann telepathisch mit dem Außerirdischen kommunizieren. Das dürfte so ziemlich das perfekte Ende der gesamten Serie nach Mulders Wünschen sein. Das einzige, was noch fehlt, ist Scullys Eingeständnis, dass er recht hatte, und auch das bekommt er in seiner Halluzination. "I… I don't know what to say, Mulder. Where to begin. I mean, you… you were right. All these years, you were right." Es ist genau das, was er all die Jahre hören wollte - und doch ist es der Moment, in dem Mulder merkt, dass hier etwas nicht stimmt: "That, uh... doesn't sound like you, Scully. It, uh... God, I can't believe you're buying this." Als Scully nun darauf beharrt, dass Mulder recht hatte, übernimmt Mulder deren Part: "Uh, this doesn't make any sense. These two. Their story. Their skeletons. None of it."

                  In Scullys Halluzination erweist sich ihre Vermutung als richtig; es handelt sich nicht um ein paranormales Phänomen, geschweige denn um Außerirdische, sondern es ist ein Ritualmörder am Werk. Er hat nicht nur die Schiffs, sondern auch Mulder ermordet - damit Scully behalten kann (und bereits der Geist Lyda in "How the Ghosts Stole Christmas" glaubte ja, dies sei Scullys einziges Lebensziel), muss Mulder sterben, der fast immer recht hat und ihr deshalb immer im Wege steht. Als dies nun eintritt, und ihr alle bestätigen, dass sie recht hatte mit ihrer Ritualmord-Theorie, reagiert sie ähnlich wie Mulder in seiner Halluzination, und wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen: "Sir, this one makes no sense at all." - "What the hell is wrong with everybody?! You guys, there are unanswered questions here! Am I the only one that's asking them?! ... Look, something else is going on here. Am I the only one who thinks that?!" Ähnlich wie Mulder am Ende seiner Halluzination die Rolle von Scully einnahm, übernimmt sie in ihrer Halluzination seinen Part.

                  "Field Trip" handelt davon, dass sich beide Figuren seit dem Pilotfilm enorm weiterentwickelt haben. Während in "Bad Blood" die Sichtweise der beiden noch unvereinbar erschien, sind sie in "Field Trip" beide in der Lage, die Welt durch die Augen des jeweils anderen zu sehen und sogar, dessen Rolle einzunehmen. Als Scully als rationaler Gegenpart sozusagen "ausfällt", ist es Mulder, der seine eigenen Überzeugungen in Frage stellt (es erinnert etwas an die religiösen Folgen, in denen Scully ebenfalls ihre Rolle als Skeptikerin nicht erfüllt und Mulder an ihre Stelle tritt). Umgekehrt ist Scully bereit, die Möglichkeit paranormaler Geschehnisse zu akzeptieren, wenn Mulder nicht anwesend ist (auch hierfür gibt es einen Präzedenzfalls, die Episode "Tithonus", als Scully mit einem anderen Partner ermitteln muss, der von paranormalen Dingen überhaupt nichts wissen will). Schritte in diese Richtung gab es übrigens schon in der Episode "Folie à Deux", als am Ende auch Scully das Monster so wie Mulder sah.

                  Interessant ist auch, in welcher Weise die Halluzinationen das jeweilige Weltbild der beiden zeichnen. Mulders Weltbild scheint - nicht verwunderlich - ein sehr romantisches und hoffnungsvolles zu sein. In Mulders Halluzination sind die Schiffs am Leben, obwohl man schon ihre Skelette gefunden hat, das entführte Alien macht einen friedlichen, schüchternen und beinahe schon unschuldigen Eindruck. Bei allem scheinbaren Zynismus träumt Mulder von einer Welt, in der jeder gerettet werden kann, selbst die, die schon tot sind. Scullys Halluzination hingegen ist trübselig und pessimistisch. Nicht nur ist Mulder tot, jedermann sagt ihr, sie müsse das akzeptieren, und selbst den sonst so tatkräftigen Lone Gunmen fällt nichts anderes mehr ein, als nach Wegen zu suchen, Rache zu üben ("We'll find him. We'll find him, and we'll make him pay."). Es gibt in dieser Welt nichts Mysteriöses und Wunderbares, nur kalte logische Rationalität. Ich fühlte mich an eine Aussage von Chris Carter erinnert, der sagte, Anfangs habe er vorgehabt, ebensoviele Geschichten zu erzählen, in denen Scully richtig lag, diese Geschichten hätten sich aber als öde und langweilig erwiesen. Es ist vermutlich kein Zufall, dass Dreh- und Angelpunkt von Scullys Halluzination eine Trauerfeier ist.

                  "Field Trip" ist somit in erster Linie eine Charakterstudie der beiden Hauptfiguren, die durch das Verwirrspiel um Realität und Halluzination transportiert wird. Man kann kritisieren, dass dieses Verwirrspiel relativ schnell durchschaubar ist - die erst bei Mulders, dann bei Scullys Ankunft am Tatort platzenden Pilze sind einfach sehr offensichtlich. Auch dass es sich bei den Erlebnissen um Halluzinationen handelt, wird ziemlich schnell deutlich, so eng wie die Erlebnisse an frühere Erfahrungen der beiden angelehnt sind; mehrere zuvor gehörte Sätze werden von Akteuren innerhalb der Halluzinationen praktisch unverändert rezitiert. Den Zuschauer zu verwirren ist jedoch nicht das Hauptanliegen der Episode. Die schauspielerischen Leistungen beider Hauptdarsteller sind positiv hervorzuheben, und auch die Szenen in der Höhle sind gut umgesetzt. Entscheidend ist für mich jedoch die sehr gelungene Sichtweise auf die Figuren Mulder und Scully. Ich vergebe gute fünf Pilzsporen dafür.

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                    #10
                    Die Idee mit dem Halos war ziemliches WTF. Glaubte bis Mulders Tod die ganze Zeit, wir hätten eine Main-Plot-Folge über außerirdische Entführungen. Ab da war dann klar, dass etwas nicht stimmt.

                    Dass die beiden aufwachen, aber noch immer träumen war etwas klischeehaft (zumal durch die Inszinierung des Aufwachens schnell klar).

                    Ansonsten nette Charakterszenen zwischen Mulder und Scully. Dass die Idee mit der menschenfressenden Pflanze etwas gaga ist, sei mal dahingestellt (erinnerte mich an die vergleichbare VOY-Folge):

                    4,5 Sterne!

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