Raumschiff Bluefox --- Folgen 7-9 - SciFi-Forum

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    Raumschiff Bluefox --- Folgen 7-9

    Was bisher geschah...

    Folge 7: Der Unfall


    STARRING


    Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
    Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy
    Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
    Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
    Daniel Chollet ALS Lt. Danny Chollet
    Stephanie Knecht ALS Cnslr. Steevy Knight
    Ramon Baur ALS Lt. Ramon Boer
    Thierry Weidmann ALS Chief Thierry Whiteman
    Fabian Blatter ALS Lt. Fabius Blater
    Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
    Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
    Judith Baumann ALS Lt. Judy Boeman
    Deborah Grossniklaus ALS Dr. Deborah Crossnicholls
    Monika Heusser ALS Lt. Monique Hewsser
    Denise Werffeli ALS Lt. Denise Werwealy
    Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
    Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
    Andrea Berger ALS F. Andrea Berger

    GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

    Hannes Morger ALS Cpt. Stephen Wish


    Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 53011.7

    ««Wir durchqueren gerade die Andromeda-Galaxie und haben eine, zumindest für den Steuermann, nicht einfache Aufgabe erhalten. Wir müssen Elementproben aus Asteroiden nehmen und die Chemikalien darin der wissenschaftlichen Abteilung der Sternenflotte übergeben. Der große Asteroidengürtel im Norden der
    Andromeda-Galaxie ist der bekannteste von allen im erforschten Teil des
    Alpha-Quadranten. Wir haben in dieser Mission deshalb nochmals Lieutenant Humble am Steuer und nicht Lieutenant Blater. Er ist noch in der letzten Phase der Ausbildung und muß noch die Abschlußprüfung zum ersten Piloten absolvieren. Und ich halte es für mehr als richtig, wenn in dieser ziemlich heiklen Flugmission noch eine vollblutige Pilotin am Steuer sitzt und uns sicher durch den Asteroidengürtel fliegt.»»


    Die Bluefox flog zuerst mit Warp 7 bis zum Asteroidengürtel hin, danach verlangsamte das Sternenflottenraumschiff aber stark und reduzierte seine Geschwindigkeit auf
    500 Stundenkilometer.
    Auf der Brücke war die gesamte Alpha-Crew im Einsatz. Das war die Hauptbesetzung.
    Sogar Lore war auf der Brücke. Er konnte auch von der Brücke aus den Maschinenraum überwachen mit einem großen Monitor bei den hinteren Konsolen.
    «Wie steht es mit dem Boosten der Schutzschilde, Mr. Lore?» fragte Cpt. Bluefox.
    «Wir sind gleich soweit, Captain. Ich werde von der Brücke aus das Boosten abschließen. Dennoch dürfen wir keine Kollision mit einem Asteroiden riskieren. Selbst mit geboosteten Schilden wird sich ein Aufprall ziemlich forsch anfühlen. Außerdem befinden sich überall Korridore der Decks. Eine Kollision könnte einen markanten Hüllenbruch zur Folge haben.»
    warnte Lt. Cmdr. Lore.
    «Danke schön, Lore. Lieutenant Humble, setzen Sie einen optimalen Kurs und fliegen Sie das Schiff manuell. Ein Autopilot würde hier zu spät den Kurs korrigieren. Und außerdem ist es viel spannender, selbst ein Schiff zu manövrieren, oder, Lieutenant?» meinte der Captain.
    Lt. Humble drehte sich um und schaute nun den Captain in seinem Kommandosessel an.
    «In der Regel schon, Sir. Aber in diesem Fall ist es wirklich kein Vergnügen, das kann ich Ihnen versichern. Aber ich denke schon, daß wir das schaffen.» erwiderte sie.
    «Schön, bringen Sie uns hinein, Nadine.» befahl Cpt. Bluefox. Dann schaute er zu Lt. Chollet an der Taktik hinauf und fragte:
    «Sind fremde Schiffe in der Umgebung?»
    «Ja, Captain. Allerdings außerhalb des Asteroidengürtels. Es sind Romulaner.» antwortete der Sicherheitschef. Bluefox nickte und lehnte sich zurück.
    Die Bluefox drang nun in den Asteroidengürtel ein.
    «Captain, ich bin wieder im Maschinenraum.» informierte Lore den Captain.
    Cmdr. Ceagy schaute zu Lore hinauf und meinte daraufhin:
    «Ich komme mit, Lore. Wir haben ja noch ein Experiment offen, nicht wahr?»
    «Positiv, Commander. Die Utensilien sind im Hauptmaschinenraum fertig aufgestellt.» erwiderte Lore. Cmdr. Ceagy entgegnete:
    «Perfekt! Dann kann es ja losgehen.» Dann verließen der Erste Offizier und der Chefingenieur die Brücke.
    Besonders im vorderen Bereich der Brücke war das intensive Tippen auf den Monitor der Conn zu hören, weil Lt. Humble sehr oft den Kurs korrigieren mußte. Das, was die anderen Offiziere auf dem Hauptschirm in Echtgröße sehen konnten, hatte Lt. Humble ebenfalls, nur etwas kleiner, auf ihrem Steuerbildschirm. Es wäre sonst sehr aufwendig, immer rauf und runter zu schauen. Gerade bei diffizilen Manövern war der kleine Bildschirm am Steuerpult immer eine große Hilfe.
    Cpt. Bluefox erhob sich aus seinem Sessel und lief zur Conn hervor. Er kauerte neben
    Lt. Humble auf den Boden und war nun mit ihr auf gleicher Höhe. Er fragte sie:
    «Und? Wie läuft es?»
    «Am Anfang geht es noch gut. Aber wir müssen noch einige Kilometer weit fliegen, um zu den unerforschten Gebieten des Gürtels vorzudringen. Die Sensoren zeigen bereits ab dem nächsten Kilometer eine Verdichtung der Asteroiden an. Von dort an wird es dann heikel.»
    antwortete Lt. Humble. Der Captain nickte zustimmend und beobachtete die Manöver der noch jungen Pilotin eine Weile.

    Im Maschinenraum begann inzwischen bereits das von Cmdr. Ceagy und Lt. Cmdr. Lore angekündigte Experiment. Lore erklärte Ceagy die Aufbauweise des Experimentes:
    «Ich habe zwei Handphaser direkt übereinander auf Stative gelegt. Ich werde sie parallel abfeuern. Natürlich habe ich dies alles in einem Kraftfeld isoliert, damit nichts passiert.
    Die Richtung der Strahlen soll so sein, damit sich die beiden Strähle in der Mitte treffen und sich somit vereinen. Es gibt Spezies, deren Schiffe eine Waffe besitzen, mit der man, wenn doppelt geschossen wird, den Effekt der Waffe ebenfalls verdoppeln kann. Hier würde also, ich hoffe es zumindest, ein doppelt so dicker Strahl entstehen.»
    Cmdr. Ceagy begriff sofort, was Lore wollte. Lore konnte selbst physikalisch hochstehende Theorien einfach erklären, so sagte es zumindest Cmdr. Ceagy.
    «Und wenn sich die Strahlen nicht vereinen?» fragte der Erste Offizier.
    «Dann sind es die falschen Elemente. Durch einen Fehlversuch könnten wir aber dann das richtige Element ausfindig machen mit dem Periodensystem der Elemente.»
    antwortete der Chefingenieur.
    «Lore! Das Periodensystem hat über 2'000 Grundelemente; von deren Ableitungen gar nicht zu sprechen!» entgegnete Cmdr. Ceagy und runzelte die Stirn.
    «Ich habe das Periodensystem binnen weniger Sekunden in meinem neuralen Netz auf das Experiment angepaßt. Wir werden nicht viel Zeit benötigen, um eine Analyse durchführen zu können.» versicherte Lore Ceagy.
    Der Erste Offizier war einverstanden und der Versuch wurde also eingeleitet. Lore dirigierte:
    «Sie stehen rechts zum Phaser oben und ich links zum unteren. Es ist erforderlich, daß wir die Phaser festhalten, wenn sie feuern. Sonst fallen sie runter und könnten sich in unangenehme Richtungen drehen. Ich werde dann dem Computer den Befehl zum exakten gemeinsamen Feuern geben.»
    So, wie es Lore vorhatte, wurde es auch gemacht. Alles war bereit und beide Phaser waren gesichert. – Lore gab den Befehl:
    «Computer; Initialisiere den Countdown für das gemeinsame Abfeuern der beiden Handphaser in Kraftfeld 1A. Zehn Sekunden stiller Countdown. – Einleiten.»
    Der Computer bestätigte mit einer freundlichen Stimme:
    «Der Countdown ist aktiviert. Zehn Sekunden bis zum Abfeuern. Es gibt keine Warnung.»
    Cmdr. Ceagy schaute Lore an und meinte: «Na dann, schau’n wer mal.»
    Dann stützte Ceagy seinen Kopf auf der rechten Handfläche etwas ab und konzentrierte sich auf den folgenden Moment. Mit der anderen Hand hielt er „seinen“ Handphaser fest. Auch Lore richtete seine stark weiterentwickelten Sehorgane voll und ganz auf die beiden Handphaser.
    Da warf ein gewaltiger Ruck die gesamte Anlage auf den Tisch des Maschinenraums! Auch Cmdr. Ceagy und Lt. Cmdr. Lore verloren das Gleichgewicht und stürzten zu Boden!
    Es wurde blitzschnell dunkel und der „Rote Alarm“ ertönte auf allen Decks!

    «Bericht!» schrie Cpt. Bluefox. Aber der Krach, der von den herumfliegenden Trümmerteilen in den ganzen Raum schallte, übertönte den Captain beinahe noch! Lt. Chollet hörte den Captain und gab einen Bericht von der Taktischen Station an ihn weiter.
    «Steuersysteme und Schilde auf dem ganzen Schiff ausgefallen! Hüllenbruch auf verschiedenen Decks! Deck 4, 7, 12 und 23 sind im Moment ohne Strom und die Hülle ist an diversen Stellen gebrochen! Keine Verletzte, jedoch ist auch die Lebenserhaltung ausgefallen.» berichtete Lt. Chollet.

    Eine halbe Minute später konnte Lt. Boer an der Ops einen genauen Bericht abgeben:
    «Sir, wir verlieren die gesamte Lebenserhaltung, weil der Computer automatisch Hilfsenergie in die ohnehin schon verlorenen Decks umleitet! Das zapft unsere ganze Energie ab, die uns noch bleibt!» warnte er.
    Cmdr. Ceagy schaffte es noch auf die Brücke, bevor die gesamte Energie aus den Hauptystemen, somit auch aus dem Turbolift, abgezogen wurde!
    «Können Sie den Energiefluß manuell steuern?» fragte der Erste Offizier, als er sich in seinen Sessel gesetzt hatte.
    «Nein! Die Ops hat keinen Saft mehr!» antwortete Lt. Boer. Die Offiziere mußten ziemlich laut reden, weil das ganze Schiff zitterte und somit die leisen Geräusche schluckte.
    «Ich versuche es mit meinem Sitzmonitor.» informierte Cmdr. Ceagy die Brückencrew.
    «Nichts! Da ist nicht mal ein Fünkchen Energie.» ärgerte sich Cmdr. Ceagy.
    Endlich hörte dieses Zittern und Beben auf. Die Bluefox beruhigte sich wieder.
    «Nadine, Bericht.» verlangte der Captain.
    «Die linke Warpgondel ist mit einem Asteroiden der Klasse 4 kollidiert. Ich habe bereits in die nächste Kurve eingelenkt. Im letzten Moment erkannte ich, daß wir zu lang sind. Aber da konnte ich das Schiff nicht mehr abbremsen.» erklärte Lt. Humble.
    «Wie steht es mit der Lebenserhaltung, Danny?» fragte Cmdr. Ceagy Lt. Chollet.
    «Im Moment haben wir keine Lebenserhaltung mehr auf den Decks 3 bis 8 und auf den Decks 11 bis 14. Ebenfalls betroffen sind in der Untertassensektion die Decks 21 bis 25.»
    antwortete Lt. Chollet. Cmdr. Ceagy funkte an Lt. Boeman:
    ««Zehn-Vorne, hier ist die Brücke! Evakuieren Sie sofort Zehn-Vorne und benutzen Sie den Turbolift. Kommen Sie alle auf die Brücke.»»
    ««Verstanden, Commander. Ich bin alleine. Ich komme so schnell ich kann.»» funkte die Barkeeperin zurück.
    Cmdr. Ceagy funkte gleich an die nächste gefährdete Station:
    ««Brücke an Krankenstation: Doctor, kommen Sie mit dem gesamten medizinischen Personal auf die Brücke. Die Lebenserhaltung auf Ihrem Deck ist abgeschaltet. Wenn Sie sich beeilen, schaffen Sie es aber bis zum Turbolift.»»
    ««Ich habe verstanden, Commander. Wir sind unterwegs. Zum Glück haben wir Sauerstoffmasken dabei. Die werden gefährdeten Crewmitgliedern helfen.»» funkte Dr. Strike an die Brücke zurück.
    ««Bringen Sie reichlich Masken mit! Wir könnten dann alle auch welche gebrauchen. Den Rest der Masken transportieren wir dann auf die Brücke und in den Maschinenraum. Das sind die beiden sicheren Räume in der nächsten Zeit.»» meinte der Erste Offizier und brach den Funkverkehr ab. Da funkte Lore an die Brücke:
    ««Maschinenraum an Brücke!»»
    ««Sprechen Sie, Lore.»» antwortete Cpt. Bluefox.
    ««Ich werde mit meinen Technikern beginnen, in den Jeffriesröhren die Reserveenergie, die noch in den Behältern vorhanden ist, abzunehmen. Mit der gewonnen Energie werden wir die Decks wieder mit Lebenserhaltungsenergie versorgen und die Decks mit Hüllenrissen versiegeln.»» erklärte Lore.
    ««Tun Sie das, Commander. Zum Glück haben wir unsere Crew im Maschinenraum noch!»» erwiderte der Captain und beendete den Funkkontakt.

    «Lieutenant Werwealy, Sie kommen mit mir in Jeffriesröhre 37 Alpha. Der Rest sucht die anderen 37-er ab.» befahl Lt. Cmdr. Lore seiner Technikermannschaft im Maschinenraum.
    «Wie lange dürfen wir brauchen, bis die Lebenserhaltung auf der Brücke versagt?» fragte
    F. Crossnicholls.
    «Höchstens eine halbe Stunde, Fähnrich. Fangen wir also sofort an.» antwortete Lore.

    Lt. Chollet gab eine Warnung durch an die Brückencrew:
    «Die Lebenserhaltung auf Deck 2 wurde soeben deaktiviert. Das nächste Deck sind wir.»
    «Ich hoffe nur, daß der Doc mit den Sauerstoffmasken bald ankommt. Sonst haben wir wenig Chancen, hier rauszukommen.» meinte Cmdr. Ceagy. Cpt. Bluefox informierte:
    «Transporterraum 2 hat jetzt auch keine Energie mehr! Wir haben nur noch einen Transporterraum. Das wird schwierig, denn der ist nicht besetzt.»
    «Und wir haben keine Energie auf der Brücke, um die Transporterfunktionen hierher umzuleiten! Verdammt.» ärgerte sich Lt. Chollet.
    «Captain, wir haben die Lebenserhaltung auf Deck 30 verloren. Ein Großteil der Quartiere befindet sich dort.» berichtete Cmdr. Ceagy.

    «Computer, wie viele Lebenszeichen befinden sich auf den Decks 29 bis 31?» fragte Bluefox den Computer. Die freundliche Damenstimme antwortete:
    «Es befinden sich keine Lebenszeichen auf den Decks, die Sie genannt haben.»
    «Nochmals Schwein gehabt, nicht wahr?» meinte Cmdr. Ceagy.
    «Das ist nur jetzt noch. Wenn dies so schnell weitergeht, dann lebt bald nur noch Lore auf der Bluefox-E.» antwortete Cpt. Bluefox.
    «Und Lore ist ein Spitzeningenieur. Er kriegt die Sache wieder hin. Diese Energie in den Ersatzbehältern wird reichen.» meinte Cmdr. Ceagy.
    Da öffnete sich die Tür zur Brücke und alle drei Ärztinnen kamen hustend herein!
    «Hier sind die anderen Sauerstoffmasken! Wir mußten selbst schon welche tragen, sonst hätte das böse ausgehen können! Die gesamte Energie auf den Decks über uns ist abgezogen worden. Es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis die Brücke ebenfalls keine Lebenserhaltung mehr hat!» meinte Dr. Strike und war wirklich froh, endlich auf der Brücke zu sein. Der Captain war ebenfalls sichtlich erleichtert, daß es die drei geschafft hatten. Doch wo war die Barkeeperin? Wo war Lt. Judy Boeman?

    Lt. Boeman stand gerade vor dem Turbolift. Aber sie war bereits in den Bereich gelangt, wo die Lebenserhaltung inaktiv war! Sie schaffte es nicht mehr, den Knopf für den Ruf des Liftes zu drücken und sank langsam, nach Luft ringend, auf den Boden des Korridors.

    Auf der Brücke begann ebenfalls langsam das Lebenserhaltungssystem auszufallen. An einzelnen Stellen herrschte bereits Atemnot!
    Cpt. Bluefox machte eine typische Bluefox-Geste:
    «Lieutenant Humble, nehmen Sie meine Maske. Sie sehen nicht so gut aus. Ich schaffe das schon noch eine Weile.» Der Captain gab der Pilotin seine Sauerstoffmaske.
    Als Cmdr. Ceagy das sah, gab er seine Maske Lt. Boer. Der hatte auch noch keine und war ebenfalls in einem eher heiklen Bereich, im vorderen Teil der Brücke. Auch Lt. Boer nahm dieses „Geschenk“ sehr dankbar an.

    Lore und Lt. Werwealy hatten inzwischen einen sicheren Ort im oberen Bereich der Bluefox gefunden. Über Deck 40 war es noch eine Weile in Ordnung.
    Die beiden Ingenieure kletterten aus der Jeffriesröhre hinaus und konnten sich nun wieder normal aufrichten. Die Jeffriesröhren waren ja nur ca. 90 Zentimeter hoch!
    Auch alle Offiziere, die nicht im Dienst waren, konnten sich durch die Jeffriesröhren an einen sicheren Ort bringen. Doch das waren nicht viele Leute.
    Lore funkte an alle Decks mit Energie:
    ««An alle Crewmitglieder zwischen Deck 40 und 45: Wir treffen uns alle auf dem obersten Deck, also auf Deck 45. Dort versuchen wir, eine Transportbake aufzustellen und die Brückenbesatzung auf dieses Deck zu beamen.»»
    Lore bekam von F. Bearchy und von Lt. Blater eine Antwort. Wenige Sekunden später meldete sich auch Chief Whiteman.
    Da meldete Lt. Werwealy:
    «Commander, ich habe ein Lebenszeichen auf Deck 37. Es wird schwächer, Sir. Ich habe einen Bewegungsscan eingeleitet. – Es scheint, als wolle sie ihren Kommunikator antippen, aber sie schafft es nicht!»
    Lore funkte sofort an diesen Kommunikator, den er nun auch auf seinem Tricorder registrierte:
    ««Hier spricht Commander Lore. Ich komme sofort zu Ihnen und hole Sie hier raus!»»
    Zu Lt. Werwealy sagte er schließlich:
    «Lieutenant, Sie fahren mit dem Turbolift auf Deck 45. Dort wird dann Chief Whiteman sich um die Gruppe kümmern. Richten Sie ihm das aus. Er weiß, was tun.»
    Lt. Werwealy nickte und begab sich daraufhin sofort zum Turbolift.

    Während Lt. Werwealy noch auf dem Weg zum Lift war, erreichte Lore durch seine extrem leistungsfähige Bauweise bereits die Jeffriesröhre und kroch nun im Höchsttempo für einen Androiden (also, ziemlich schnell...) die drei Decks hinunter von Deck 40 nach Deck 37.
    Eine Minute später öffnete er auf Deck 37 die Schachttür nach außen und sah gleich als erstes Cnslr. Knight angelehnt an einer Wand! Er nahm sie sofort auf die Schulter und paßte auf dem Weg in der Jeffriesröhre selbstverständlich auf, daß sie zusammen nirgendwo anschlugen oder an einer Stelle hart touchierten.
    Lore konnte sich natürlich auch in Bereichen einwandfrei bewegen, wo die Lebenserhaltung inaktiv war. Er war ja ein Androide und mußte somit nicht unbedingt atmen. Er tat es nur, weil er einfach so sein wollte wie die Menschen. Er aß und trank auch, was er ebenfalls nicht tun müßte. Er hat sich nämlich im Magenbereich einen künstlichen Hohlraum fertigen lassen, damit er auch Nahrung zu sich nehmen kann. Lore war wirklich ein sehr menschlicher Androide.
    Als Lt. Cmdr. Lore mit Cnslr. Knight auf dem Rücken (!) Deck 45 erreichte, hatten sich dort die anderen Offiziere bereits eingefunden.
    Nun kam doch eine schöne Gruppe zusammen:
    Lt. Cmdr. Lore, Lt. Werwealy, Chief Whiteman, F. Bearchy, Lt. Blater – und Cnslr. Knight, die aber von Lore nun versorgt werden mußte.
    Er hatte eine Idee, wo er einen medizinischen Tricorder und auch einige Hyposprays holen könnte, ohne bis in die Krankenstation zu kriechen.
    «Chief, Sie bleiben hier und halten mit Ihren Kollegen die Position. Ich gehe zuerst in den Maschinenraum zurück und hole dort die Transportbake. Ab Deck 39 kann ich wieder mit dem Lift fahren. Auf Deck 43 gibt es einen Frachtraum mit medizinischen Utensilien als Reservestock. Ich werde dort noch die nötigen Dinge holen, um den Counselor zu behandeln.»
    Gesagt, getan. Lore fuhr mit dem Lift bis nach Deck 39. Dort war ja keine Energie mehr vorhanden, um den Lift weiter anzutreiben. Also mußte Lore für die restlichen drei Decks bis zum Maschinenraum auf Deck 36 wieder die Jeffriesröhre nehmen.

    Auf der Brücke wurde es nun wirklich langsam stickig!
    Cpt. Bluefox und Cmdr. Ceagy waren die beiden Offiziere ohne Masken und waren deshalb wirklich am Anschlag. Der Rest hatte vorerst noch keine größeren Probleme.
    Der Captain hatte zwar kaum noch Luft, aber er mußte noch eine Tradition einhalten, wenn er wirklich hier sterben müßte:

    Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 53012.4

    ««Dies ist sehr wahrscheinlich mein letzter Eintrag ins Logbuch dieses Raumschiffes. Wir haben praktisch auf dem ganzen Schiff die Lebenserhaltung verloren und sind manövrierunfähig. Ein Teil der Crew befindet sich noch für ein paar Minuten in Sicherheit im oberen Bereich, weil dort die Energie noch intakt ist. Wir haben die gesamte Energie ins Deck 45 geleitet und hoffen, daß mein Chefingenieur, der Androide Lore, eine Möglichkeit findet, wenigstens allein hier wieder rauszukommen. Denn wenn hier mal ein Schiff hineinfliegt, dann sicher nicht freiwillig. Wir sind nämlich mitten im heikelsten Bereich des Asteroidengürtels nahe dem Andromeda-Nebel. Wir sind mit einem Asteroiden kollidiert und das hat uns in diese Lage gebracht.
    Ich möchte aber ganz klar betonen, daß diese Crew ihr Allerbestes gegeben hat. ---
    Und zwar immer ihr Bestes gegeben hat. Leute; ich bin sehr stolz auf euch und ich danke euch für alle diese schönen Momente, die wir zusammen erleben durften.»»


    Cpt. Bluefox drückte den Knopf zum Beenden des Logbucheintrages.
    Cmdr. Ceagy, sichtlich gerührt, streckte mühsam aber mit Herz seinen Daumen nach oben und blinzelte mit seinem linken Auge zum Captain hinüber.

    Lore hatte inzwischen bereits die Transportbake auf seinen Rücken geschnallt mit zwei Sicherheitsgurten, die er ebenfalls im Maschinenraum fand.
    Vollbepackt kroch er also wieder bis Deck 39 und stieg dort auf das wesentlich schnellere Transportmittel, den Turbolift, um.
    Auf Deck 43 stoppte Lore den Lift und begab sich zum Frachtraum.
    Er fand mit seinem Tricorder schnell nach dem, was er wollte. Flink schnappte er sich einen medizinischen Tricorder und ein Hypospray mit einer Ladung Innoprovalin drinnen. Das war ein Wiederbelebungsmittel.
    Dann konnte Lore endlich zu seiner Patientin, um sie zu behandeln. Es war nämlich höchste Zeit. Innoprovalin half nur auf kurze Zeit nach dem Eintreten des Todes oder des klinischen Todes.
    Auf Deck 45 angekommen, warf er sogar das Hypospray Chief Whiteman zu, damit es schneller ging! Whiteman injizierte dem Counselor sofort das Wiederbelebungsmittel.
    Zusehends schnell kam Cnslr. Knight wieder zu sich!
    «Was ist passiert?» fragte sie sofort.
    «Wir sind auf Deck 45. Dies ist beinahe das einzige Deck, das noch mit Lebenserhaltungsenergie versorgt ist. Es wird aber nur noch eine halbe Stunde dauern, bis auch hier die gesamte Energie abgezogen sein wird. Auf der Brücke hat ein Teil der Crew Sauerstoffmasken aus der Krankenstation erhalten. Ich habe das über den Schiffsfunk mitbekommen. Zumindest hat Doctor Strike gesagt, sie würde welche mitbringen. Ich hoffe, sie hat es geschafft. Ich habe jetzt gerade eine Transportbake mitnehmen können und die werde ich jetzt aufstellen. Mit meinem Tricorder werde ich dann den Transport steuern.»
    antwortete der Androide.
    Lore und Chief Whiteman stellten zusammen die Bake auf. Das war nicht gerade leicht in einem Korridor mit einer Breite von drei Metern. Die Bake selbst war schon 3,4 Meter breit!
    Zudem war die Höhe ein kleines Problem. Die Decke des Korridors befand sich in einer Höhe von 2,7 Metern. Die Bake war genau gleich hoch!
    «Commander, wir müssen die Bake an der Decke einklemmen und an den Seitenwänden anlehnen. Eine Erfassung von Personen auf der Brücke wird viel schwerer durch diese komplizierte Installation. Wenn wir mehr Zeit hätten, dann könnten wir die Bake im Frachtraum auf Deck 43 aufstellen, aber in diesem Fall geht das leider nicht.»
    meinte Chief Whiteman.
    «Stellen wir sie auf, so gut wir können. Danach werden wir ja sehen, ob ein Transport möglich ist oder nicht.» schlug Lt. Cmdr. Lore vor. Dann fragte er Lt. Werwealy:
    «Könnten Sie kurz der Brücke Bescheid geben, daß wir bald versuchen werden, die Brückencrew zu retten?»
    Lt. Werwealy nickte Lore zu und drückte auf ihren Kommunikator:
    ««Werwealy an Brücke; kann mich jemand hören?»
    ««Bald nicht mehr, Lieutenant. Sprechen Sie.»» funkte der Captain zurück. Seine Stimme klang sehr belastet. Er durfte nicht mehr all zu laut reden, um möglichst wenig Luft zu verbrauchen.
    ««Captain, wir können Sie vielleicht in Kürze auf Deck 45 beamen mit der gesamten Brückenmannschaft. Hier oben haben wir noch für ungefähr eine halbe Stunde Energie.»»
    meinte Lt. Werwealy.
    ««Schön, das zu hören, Lieutenant. Aber das braucht doch sicher unglaublich viel Energie, einen Transport durchzuführen.»» funkte Lt. Chollet zurück. Der Sicherheitschef hatte eine Sauerstoffmaske und konnte deshalb noch ganz normal sprechen.
    ««Das ist richtig, Danny. Aber wir haben eine Transportbake ergattern können und Lore ist mit Thierry gerade an der Montur der Bake beschäftigt. Es dauert noch ungefähr eine Minute.»» erklärte Lt. Werwealy.
    ««Ach so! Das ist was anderes. Dann bin ich beruhigt.»» funkte Chollet zurück und beendete den Kontakt vorübergehend, um Energie zu sparen.
    Cmdr. Ceagy und Cpt. Bluefox diskutierten nur noch in der Zeichensprache. Der Erste Offizier hielt einen Finger nach oben, was so viel heißen sollte wie: «Eine Minute?»
    Der Captain zuckte mit den Achseln. «Ich weiß nicht, ob wir das noch schaffen.» bedeutete dies übersetzt.
    Beide waren nicht sicher, ob sie sich gegenseitig verstehen würden, aber das war schlußendlich auch nicht so wichtig. Viel wichtiger war, daß der Transport und somit die vorübergehende Rettung kurz bevorstand!

    «Die Bake ist installiert und bereit. Wir können es versuchen. Aber wir haben nur einen Versuch. Die Energie der Bake reicht nur für einen vollständigen Transport. Und wir dürfen nicht vergessen, daß wir es mit der Erfassung von Lebenszeichen zu tun haben. Wenn bereits jemand bewußtlos ist, dann wird er oder sie nicht erfaßt.» machte Lt. Cmdr. Lore die anderen aufmerksam.
    Die Transportbake wurde aktiviert. Die vier Leuchtstangen begannen, ein starkes blaues Licht abzustrahlen. Ein Summton ertönte. Zuerst leise, dann immer lauter und immer höher.
    «Ich habe meinen Tricorder modifiziert. Ich erfasse jetzt die Brücke als Raum und beame jedes Lebenszeichen hierher.» kommentierte Lore.
    Doch dann wurde es auf einmal dunkel auf dem ganzen Deck! Auch die Leuchtstangen der Transportbake erloschen und der Summton endete abrupt!
    «Was ist passiert?!» rief Chief Whiteman.
    «In genau diesem Moment hat Deck 39 die Lebenserhaltung verloren! Die Restenergie reichte nicht mehr aus und der Vorgang wurde abgebrochen!» antwortete Lt. Cmdr. Lore.
    «Das heißt auch, daß wir keinen weiteren Versuch machen können.»
    erkannte Chief Whiteman. Lore funkte an die Brücke:
    ««Lore an Brücke: Es tut uns leid, aber wir haben soeben die Energie auf Deck 39 verloren. Wir können Sie nicht auf Deck 45 beamen.»»

    Auf der Brücke war man natürlich enttäuscht und der Captain beantwortete den Funkruf gar nicht. Es hätte ohnehin nur Energie gekostet.
    Cpt. Bluefox machte zu Cmdr. Ceagy folgende Geste; er fuhr mit dem Zeigefinger seinem Hals entlang. Es war eine schnelle Bewegung. Es zeigte natürlich den Tod an.

    Auf Deck 45 wurde es ebenfalls knapp.
    «Commander, durch den Transportversuch haben wir 20 Minuten von unserer Energiereserve verbraucht. Wir haben nur noch für ungefähr acht Minuten Lebenserhaltung.» informierte Chief Whiteman.
    «Wir können nur noch warten.» bemerkte Lt. Werwealy.

    Lt. Chollet konnte auf der Brücke seinen Augen kaum trauen, als er plötzlich deutlich ein grünes Objekt erkennen konnte hinter ein paar Asteroiden! Er kommentierte:
    «Ich glaube, das ist ein Schiff vor uns! Der Farbe nach zu urteilen, sind es Romulaner, Captain!»
    «Kanal öffnen.» hauchte Bluefox. Der Sicherheitschef stellte sich für den Captain vor:
    ««Hier spricht Lieutenant Danny Chollet vom Raumschiff Bluefox. Die gesamte Lebenserhaltung ist auf unserem Schiff ausgefallen! Wir benötigen Ihre Hilfe!»»
    Auf dem Hauptschirm war nun das Gesicht eines romulanischen Kommandanten zu sehen.
    ««Hier spricht Captain Wish vom Raumschiff „Samihra“. Ihr Schiff sieht nicht gerade sonderlich gut aus. Ich beame Ihre Crew auf mein Schiff. Vertrauen Sie mir, ich gehörte einmal zur Föderation. Es dauert nur einen Augenblick.»» erwiderte Cpt. Wish.

    Eine Stunde später:

    Als die gesamte Crew der Bluefox auf dem romulanischen Schiff endlich wieder frei atmen und sich frei bewegen konnte und sich eine Weile erholt hatte, bedankte sich Cpt. Bluefox erst einmal beim romulanischen Captain.
    «Mr. Wish, ich danke Ihnen und Ihrer Crew, daß Sie uns gerettet haben. Es war wirklich eine Rettung in letzter Sekunde! Ich begreife erst jetzt richtig, was für ein Glück wir gehabt haben.» erkannte Bluefox.
    «Ein Teil Ihrer Crew muß noch medizinisch versorgt werden. Aber ich denke, sie kommen wieder alle auf die Beine. Ein Crewmitglied, sie identifizierte sich als Lieutenant Boeman, mußte erst wiederbelebt werden, aber es klappte. Sie war nur sieben Minuten ohne Sauerstoff. Was Ihr Schiff angeht; das hat ein bißchen mehr Reparaturen nötig. Wir werden Ihnen aus unserer Schiffsenergie einige Gigawatt überlassen, damit Sie Ihre Lebenserhaltung und die Notkraftfelder um die gebrochenen Hüllen reaktivieren können. Danach überlasse ich Ihnen Ihr Schiff gerne wieder und wir verabschieden uns. Ich möchte nicht, daß wir hier noch lange verweilen, weil das Romulanische Oberkommando jeglichen Kontakt mit der Föderation eigentlich verboten hat, bis die Verhandlungen in zwei Monaten wieder aufgenommen werden. Ihre Schiffe müssen ja noch eine andere Farbe erhalten, wenn ich das richtig verstehe.» erwiderte Cpt. Wish.
    «Das ist richtig, Captain. Die Fraktionsschiffe erhalten einen neuen Anstrich. Bis in zwei Monaten wird das auch hoffentlich fertig sein. Dann werden wir einen tollen Frieden aushandeln, da bin ich mir sicher.» meinte Cpt. Bluefox.
    «Das wird nicht so einfach, wie Sie sich das denken, Captain. Das Oberkommando steht der Föderation immer noch sehr skeptisch gegenüber. Ich persönlich würde aber einem Frieden sofort zustimmen. Ich habe nämlich menschliche Verwandte. Mein Vorname ist Stephen, ein Menschenname. Romulanische Namen enden meistens mit einem „k“ oder mit einem „n“ und tönen überhaupt nicht menschlich.» entgegnete Cpt. Wish.
    «Verstehe. Dann sind Sie also praktisch ein halber Mensch!» Bluefox mußte lachen. Er ergänzte: «Die Neutrale Zone wird weiterhin eingehalten von beiden Seiten, denke ich. Sonst wird das für beide Oberkommandos wohl Schwierigkeiten geben. Aber in zwei Monaten wird diese Neutrale Zone hoffentlich aufgehoben. Vielleicht ja schon ein wenig früher...?»
    Bluefox schmunzelte nach dieser Halbfrage. Auch Wish schmunzelte und klopfte Bluefox auf die Schulter. Es schien, als würden sich die beiden schon lange kennen!

    Nach einer Stunde konnte die Crew der Bluefox gesund und ohne Verluste wieder auf ihr Schiff zurückkehren und mit den internen Reparaturen beginnen.
    Die „Samihra“ verließ den Asteroidengürtel wieder.

    Der Captain arbeitete im Bereitschaftsraum bereits wieder an einem Missionsbericht, als ob nichts passiert wäre! Er sah schon wieder ganz normal und gemütlich aus.
    Da klingelte es. Cpt. Bluefox rief sein altbewährtes „Kommen Sie rein!“.
    Lt. Humble, die Pilotin, kam herein und setzte sich sogleich in den Gastsessel. Sie machte ein nicht so glückliches Gesicht und sprach:
    «Entschuldigen Sie, Captain. Ich habe den Kurs falsch berechnet und habe nicht sonderlich aufgepaßt. Es tut mir leid, Sir.» Der Captain hob seine rechte Hand und konterte:
    «Lieutenant, ich will das nicht hören! Sie waren großartig, Nadine. Glauben Sie mir, keiner hätte dieses Schiff so gut manövrieren können wie Sie. Es sieht immer sehr einfach aus aber Sie wissen wohl selbst, daß es etwas vom Schwierigsten ist, ein Schiff manuell durch solch ein Gebiet zu steuern. Das war klasse, Nadine! Glauben Sie mir. Wer hätte sonst fliegen sollen? Ich?!» Er lachte schallend heraus!
    Auch Lt. Humble mußte lachen und begriff auch, daß ihr Versagen, wenn man es überhaupt so nennen durfte, nichts mehr als menschlich war.
    Sie verließ den Bereitschaftsraum wieder und Cpt. Bluefox schrieb an seinem Missionsbericht weiter.
    Als gerade Cmdr. Ceagy und Dr. Strike durch einen Korridor liefen, war auf einmal auf der rechten Seite der offene Weltraum zu sehen! Abgeschirmt durch ein Kraftfeld arbeiteten einige Crewmitglieder außerhalb der Hülle an einer Schließung des Lecks.
    «Eigenartig. Da laufen wir mit der normalen Kleidung durch den Korridor und einen Meter daneben müssen die Kollegen in Weltraumanzügen durch das All schweben. Und das Verrückte ist, daß wir ihnen noch zusehen können!» meinte der Erste Offizier belustigt.
    «Tja. Das ist halt das 24. Jahrhundert!» erwiderte die Chefärztin. Beide liefen plaudernd und lachend durch den Korridor hindurch bis zur Turbolifttür und danach verschwanden sie im Turbolift Richtung Brücke.
    Die Turbolifttür schloß sich mit einem zischenden Geräusch.

    --- ENDE ---
    Zuletzt geändert von Narbo; 17.01.2002, 13:41.

    #2
    Folge 8: Erdachte Energie


    STARRING


    Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
    Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy
    Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
    Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
    Daniel Chollet ALS Lt. Danny Chollet
    Stephanie Knecht ALS Cnslr. Steevy Knight
    Ramon Baur ALS Lt. Ramon Boer
    Thierry Weidmann ALS Chief Thierry Whiteman
    Fabian Blatter ALS Lt. Fabius Blater
    Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
    Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
    Judith Baumann ALS Lt. Judy Boeman
    Deborah Grossniklaus ALS Dr. Deborah Crossnicholls
    Monika Heusser ALS Lt. Monique Hewsser
    Denise Werffeli ALS Lt. Denise Werwealy
    Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
    Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
    Andrea Berger ALS F. Andrea Berger

    GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

    Bruno Bamert ALS Gul Avarot
    Brent Spiner ALS Gouverneur Tebok


    Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 53196.4

    ««Wir befinden uns im Orbit von „Ornara 7“ und haben den Auftrag, geheime Artefakte dieses Planeten zum 28 Lichtjahre entfernten „Delepos 4“ zu bringen. Es ist nicht einmal meiner Crew bekannt, was wir transportieren. Es ist in Behältern der Sternenflotte gelagert und mußte von mir selbst kontrolliert werden. Ich bin als Captain des Schiffes als Einziger eingeweiht und muß Stillschweigen bewahren. Sonst verstoße ich gegen das Gesetz der Sternenflotte. Und da ich das Flaggschiff der Föderation kommandiere, ist es natürlich meine Pflicht, jegliches Protokoll zu achten. Es kam ohnehin noch nie vor, daß eine Fraktion der Föderation und nicht die Föderation selbst das Flaggschiff besetzen durfte. Ich fühle mich geehrt und bin deshalb natürlich besonders vorsichtig.»»


    Die Bluefox war bereits unterwegs mit Warp 8. Die geheime Fracht befand sich bereits in einem Frachtraum und war dort relativ sicher gelagert.
    Auf der Brücke unterhielten sich gerade Lt. Boer und der neue Steuermann Lt. Blater.
    «Und, Fabes? War die Abschlußprüfung schwer?» fragte Lt. Boer.
    «Sie hat es wirklich in sich, Ramon. Ich mußte mein Allerbestes geben!»
    antwortete Lt. Blater.
    «Ich bin froh, Sie als neuen Nachbarn am Steuer zu haben! Jetzt können wir wenigstens immer ein wenig plaudern, wenn nicht so viel los ist.» meinte Lt. Boer.
    «Was meinen Sie, warum ich mich für die Stelle beworben habe?» scherzte Lt. Blater.
    Beide mußten lachen. Der Captain hörte das Gespräch mit und lachte ebenfalls bei Blaters Pointe. Er hatte nichts gegen nichtdienstliche Gespräche während dem Dienst, so lange nicht viel los war.
    Doch die gemütliche Stimmung auf der Brücke wurde in einem Schlag ausgelöscht, als der Sicherheitschef Lt. Chollet eine Warnung durchgab:
    «Captain! Ich habe einen cardassianischen Kreuzer auf dem Radar. Er nähert sich mit sehr hoher Warpgeschwindigkeit! Die Waffen der Cardassianer sind aktiviert!»
    «Schilde hoch, Alarmstufe Rot!» befahl Cpt. Bluefox. Cmdr. Ceagy befahl Lt. Boer:
    «Zeigen Sie uns die Cardassianer auf dem Hauptschirm.» Dann fragte er Cpt. Bluefox:
    «Captain, was machen denn die Cardassianer in dieser Gegend?»
    «Das kann ich Ihnen nicht sagen, Commander. Ich hoffte, es käme nicht zu solchen Zwischenfällen.» antwortete Cpt. Bluefox mit einer ernsten Miene. Er erhob sich aus seinem Sessel und befahl Lt. Chollet:
    «Aktivieren Sie zur Sicherheit alle Phaserbänke und auch die vorderen Torpedorampen! Rufen Sie den Kreuzer.» Chollet öffnete einen Kanal. Doch er stieß auf taube Ohren.
    «Sir, sie antworten nicht.» berichtete er.
    Dann schüttelte es die Bluefox kräftig durch!
    Cpt. Bluefox taumelte kurz, konnte sich aber wieder fangen und stürzte zum Glück nicht auf den harten Boden.
    Doch bereits knallte es ein zweites Mal und wieder erbebte das gesamte Raumschiff!
    Bluefox konnte sich in seinen Sessel retten und verlangte einen Bericht. Lt. Chollet berichtete:
    «Geringe Schäden auf Deck 19. Keine Verletzte. Die Schilde sind aber auf 47 Prozent gefallen.»
    «Feuer erwidern, Mr. Chollet!» befahl Cmdr. Ceagy.
    Die Bluefox landete einen markanten Treffer an der Frontseite des cardassianischen Kreuzers.
    Doch der erwiderte das Feuer prompt und beschädigte die Bluefox an der linken Warpgondel!
    Wieder ruckte und bebte es zünftig.
    «Die linke Gondel ist ausgefallen. Ich leite die Warpenergie in die rechte Gondel.» berichtete Lt. Boer.
    Da meldete sich auf einmal der cardassianische Kommandant!
    ««Hier spricht Gul Avarot, Kapitän des cardassianischen Hauptschiffes „Lakul“. Wir verlangen Ihre Fracht, die Sie vor wenigen Minuten an Bord gebeamt haben! Ansonsten verrate ich den Inhalt an die Föderation und ich werde sagen, Sie hätten mir das Geheimnis preisgegeben!»»
    Cpt. Bluefox konterte cool:
    ««Sie wissen nicht, was da drinnen ist. Das weiß nur die Sternenflotte.»»
    ««Der cardassianische Geheimdienst hat Informationen aus erster Hand und mein Schiff ist nur dafür zuständig, daß diese Artefakte auf „Ornara 7“ bleiben, bis wir die entsprechenden Vorbereitungen getroffen haben. Sie haben diese Artefakte nun fortgebeamt und das hat uns alarmiert.»» erklärte Gul Avarot.
    Cpt. Bluefox machte zu Lt. Chollet eine Handbewegung. Sofort unterbrach Chollet die Verbindung zu den Cardassianern.
    Der Captain wußte, daß die Cardassianer eine große Macht waren im Gamma-Quadranten und er war auch über den ausgedehnten Geheimdienst der Cardassianer informiert. Einige des cardassianischen Geheimdienstes konnten sich sogar in die Föderationsanlagen einschleusen und in die Crew von Sternenflottenraumschiffen gelangen. Dort blieben sie dann ein Jahr oder etwas länger und berichteten dann den Cardassianern alles!
    Cpt. Bluefox glaubte nun Gul Avarot. Es konnte gut sein, daß die Cardassianer über den Inhalt der Frachtbehälter der Sternenflotte informiert waren!
    So wie es aussah, konnte die Bluefox dem großen Schiff der Cardassianer nicht viel entgegensetzen. Die Cardassianer könnten nun leicht vor der Bluefox fliehen, weil der Warpantrieb nur auf einer Gondel aktiv war. Würde es die Sternenflotte erfahren, dann würde Cpt. Bluefox rechtlich gesucht werden von der Föderation!
    Das wollte der Captain natürlich nicht im Geringsten, also mußte er nun schnellstens entscheiden. Die Cardassianer mußten irgendwie neutralisiert werden!
    Cpt. Bluefox gab Lt. Chollet nach einer kurzen Bedenkpause wieder das Zeichen zum Öffnen des Kanals. Er meinte:
    ««Wir werden Ihnen die Fracht niemals ausliefern! Wir werden selbst zur Föderation zurückfliegen und sie warnen!»» Danach signalisierte er Lt. Chollet wieder die Schließung des Kanals. Er befahl Lt. Blater:
    «Steuermann, bringen Sie uns hier weg mit der höchstmöglichen Geschwindigkeit! Fliegen Sie uns zum Sternenflotten-Oberkommando.»
    Doch da krachte es wieder ziemlich heftig! Die Cardassianer waren ein wenig anderer Meinung!
    Lt. Chollet warnte: «Schilde ausgefallen!»
    «Notkraftfelder um Frachtraum 4 errichten!» rief Cpt. Bluefox.
    «Zu spät, Sir. Sie haben die geheime Fracht!» erwiderte Lt. Chollet.
    Cpt. Bluefox ballte die Fäuste und schaute sehr grimmig drein!
    «Captain, die Cardassianer entfernen sich mit hoher Warpgeschwindigkeit!» berichtete
    Lt. Boer. Cpt. Bluefox befahl: «Verfolgung mit Maximum Warp aufnehmen! Commander Ceagy, Sie haben die Brücke.»
    Dann begab sich der Captain in den Bereitschaftsraum und funkte an den Maschinenraum:
    ««Bluefox an Lore: Bitte kommen Sie so schnell wie möglich in den Bereitschaftsraum.»»

    Eine knappe Minute später läutete es an der Tür zum Bereitschaftsraum.
    «Kommen Sie rein, Mr. Lore!» rief der Captain. Lore trat ein und wurde von Bluefox aufgefordert, sich zu setzen. Cpt. Bluefox hatte vor, Lore in das Geheimnis einzuweihen, weil Lore erstens ein Androide war und nichts verraten würde und weil man zweitens die Daten über diese Mission in Lores neuralem Netz wieder löschen konnte.
    «Lore, ich will, daß außer mir noch jemand weiß, um was es hier eigentlich geht. Sie werden selbstverständlich nichts darüber weitersagen und ich werde die Missionsdateien wieder löschen, wenn wir erfolgreich oder auch nicht erfolgreich waren.» erklärte der Captain.
    «Ich verstehe. Sie können mir alles erzählen, Sir.» erwiderte der Androide.
    «Gut, also: Die Cardassianer sind hinter diesen Artefakten her, weil sich in der Fracht eine Art Antimateriestoff verbirgt. Wenn der Strahl eines cardassianischen Disruptors diese Antimaterie trifft, dann mutieren diese Artefakte. Das sind Steine in der Form von kleinen Asteroiden.» erklärte Bluefox.
    «Mutieren? Wie soll ich das verstehen? Inwiefern mutieren sie?» fragte Lore.

    Bluefox antwortete:
    «Sie werden etwas größer und fangen an, zu glühen. Und dann kommt eben das eigentliche Geheimnis der ganzen Sache:
    Wenn ein Telepath seine Gedankenstränge mit einem dieser mutierten Steine verbindet, dann kann er die vollkommene Kontrolle darüber erlangen. Die Energie, die dann erzeugt wird, hängt von der Intensität des Gedankens ab! Das klingt jetzt vielleicht verrückt, aber...»
    «Ich verstehe Sie vollkommen, Captain.» erwiderte Lore, als wäre es das Normalste im Leben! Er fragte den Captain:
    «Aber woher sollen die Cardassianer Telepathen herbekommen?»
    «Die Vulkanier sind eine telepathische Spezies. Es gibt vielleicht einige Vulkanier im Geheimdienst der Cardassianer.» antwortete Bluefox. Er dachte scharf nach und erkannte:
    «Oder das ist die Vorbereitung, die sie noch treffen müssen. Sie haben vielleicht noch keinen Telepathen! Das ist es! Sonst könnten sie das ja bereits locker vollführen!»
    «Wo werden die Cardassianer die Artefakte hinbringen?» fragte Lore.
    «Sehr wahrscheinlich auf ihre Heimatwelt. Und die ist sicher stark bewacht. Wir werden einen Langstreckentransport durchführen müssen. Wir beamen uns aus der höchstmöglichen Reichweite auf „Cardassia Prime“. Wir nehmen auch eine Transportbake mit, damit wir auch wieder zurückkehren können. Allerdings machen wir das erst, wenn die Langstreckensensoren die geheime Materie gefunden haben. Ich muß den Scan persönlich durchführen.» antwortete Cpt. Bluefox.
    «Eine gute Idee, Sir. Ich bereite schon mal die Transportbake vor, damit ich sie bei einem allfälligen Außeneinsatz nur noch auf den Rücken schnallen muß.» meinte Lore.
    Der Androide schaute den Captain nochmals an im Aufstehen und fragte ihn:
    «Werden wir nur zu zweit sein?»
    «Ja. Ich möchte nicht, daß andere Crewmitglieder davon erfahren. Ich handle voll und ganz im Dienste der Föderation und achte deren Protokolle und Gesetze. Und es ist nicht nötig, zumindest noch nicht nötig, diese Gesetze zu brechen, Commander.» antwortete Bluefox.
    Lore nickte und verließ den Bereitschaftsraum.
    Der Captain erhob sich aus seinem „Bürosessel“ und schaute wieder einmal nachdenklich zum Fenster hinter dem Tisch hinaus. Konnte das gut gehen?

    Die Bluefox kam in den cardassianischen Raum. Cmdr. Ceagy befahl Lt. Blater:
    «Steuermann, voller Stop. Ich glaube nicht, daß wir in cardassianischem Gelände freundlich empfangen werden. Halten Sie die Position.»
    Da kam auch Cpt. Bluefox wieder auf die Brücke zurück und informierte Cmdr. Ceagy:
    «Diese geheimen Artefakte sind auf dem cardassianischen Hauptplaneten, auf
    „Cardassia Prime“. Ich habe es vorhin selbst gescannt. Ich werde mit Lore zusammen durch einen Langstreckentransport direkt nach „Cardassia Prime“ beamen können, ohne bemerkt zu werden. In dieser Zeit halten Sie hier exakt die Position. Wenn Cardassianer auftauchen, dann versuchen Sie, sie mit allen Mitteln aufzuhalten und wenn nötig zu zerstören. Es ist sehr wichtig, daß wir die genauen Koordinaten am Zielort zur Rückkehr auf die Bluefox eingeben können, denn wir werden die Transportbake nicht nach Ihnen ausrichten können, weil wir Ihre Position nicht haben. Wir beamen also blind, Andrew!»
    Cmdr. Ceagy nickte dem Captain zu und meinte:
    «Wir werden ein Magnetfeld errichten, das uns an dieser Position festmacht. Viel Glück, Captain. Kommen Sie heil wieder zurück!»
    Bluefox streckte seinen Daumen nach oben. Dann verließ er die Brücke und machte sich auf zum Transporterraum. Auf dem Weg dorthin funkte er an Lore:
    ««Haben Sie die Bake griffbereit?»» Lore antwortete:
    ««Das habe ich. Kann es losgehen?»» fragte Lore zurück.
    ««Ja. Nach „Cardassia Prime“, wie gehabt.»» antwortete der Captain und beendete den Funkkontakt.
    In Transporterraum 2 trafen sich die beiden Offiziere und ließen sich von Chief Whiteman an den Ort beamen, den der Captain genau berechnet hatte in seinem Scan nach der geheimen, antimaterieähnlichen Lösung in den Steinen.

    Cpt. Bluefox und Lt. Cmdr. Lore rematerialisierten sich in einem dunklen, nassen Tunnel.
    Sofort nahmen beide ihre Tricorder hervor und untersuchten das umliegende Gebiet.
    Der Captain sprach:
    «Genau hier sollte es sein. Hier sind diese Artefakte versteckt. Sieben Meter vor uns befindet sich eine Öffnung in der rechten Wand. Dort sind sie drinnen.»
    «Ich habe die gleichen Angaben auf meinem Tricorder. Ich kann aber auch organische Komponenten erkennen. Es sind cardassianische Lebenszeichen. Sie sind nicht weit von den Artefakten entfernt. Wir sollten aufpassen.» informierte Lore Bluefox.
    Der Captain nickte und ging ein wenig voraus, Lore lief langsam hinterher. Beide hatten nun auch ihre Phaser aus den Halftern an den Uniformen gezückt und waren mucksmäuschenstill.
    «Ich kann sie hören.» flüsterte Bluefox.
    Ein cardassianischer Soldat rief auf einmal in den Raum hinaus, ohne daß er jemanden sah:
    «Wo bist du, Venek? Du solltest mich ablösen seit einer Vierteleinheit!»
    Der Cardassianer stand plötzlich im gleichen Tunnel wie Lore und Bluefox! Er bog um eine Ecke im vorderen Bereich, wo anscheinend ein Quergang war! Er reagierte blitzschnell, als er die dunklen Facetten der beiden Sternenflottenoffiziere mit ihren Phasern erkennen konnte und feuerte einen Schuß aus seinem Disruptor ab!
    Doch Lore und Bluefox konnten sich ducken und erwiderten das Feuer! Sie trafen den Cardassianer haargenau. Er sank langsam zu Boden.
    Bluefox befahl Lore:
    «Gehen Sie zu den Artefakten! Wir müssen sie haben!»
    Lore rannte sofort zur Öffnung in der rechten Wand des Tunnels und tastete nach den rauhen Steinen. Da ertastete er einen, so glaubte er es zumindest! Er nahm ihn heraus und suchte nach weiteren Exemplaren. Er bemerkte nicht, daß sich ihm ein weiterer Cardassianer näherte, der ihn schon eine Weile beobachtete!
    Auf einmal schrie der Wächter:
    «Nehmen Sie Ihre Hände da weg! Sofort!»
    Lore schreckte auf und schaute dem Cardassianer ins Gesicht. Er konnte durch seine Infrarot-Augen, die er im Dunkeln aktivieren konnte, alles genau sehen!
    «Nicht schießen!» rief Lore zurück.
    Doch im fast genau selben Moment gab der Soldat einen Warnschuß ab und traf einen der Steine in der Öffnung!!
    Ein grelles Licht erhellte auf einmal das Innere des Loches in der Wand!
    «Nein! Ich habe die Gedankenwaffe getroffen!» schrie der Wächter und schmiß seine Waffe wütend auf den Boden!
    Lore nutzte die Riesenwut des Soldaten voll aus und betäubte ihn mit seinem Handphaser!
    Nun wußte er aber nicht, was er mit diesem leuchtenden Stein bloß tun sollte!
    «Captain! Der Cardassianer hat eines der Artefakte mit seinem Disruptor getroffen! Der Stein leuchtet ziemlich stark!» rief der Androide zu Cpt. Bluefox hinüber.
    Bluefox rannte zu Lore hin und beide beobachteten einen Moment lang diesen leuchtenden Stein. Er gab ein grünes, helles Licht von sich und er wurde größer!
    «Was machen wir mit dem Stein, Sir?» fragte Lore.
    Der Captain dachte einen kurzen Moment nach und antwortete dann:
    «Das hätte alles nicht geschehen dürfen. Die Cardassianer wissen von diesen Steinen. Das war nicht eingeplant. Die Völker von „Delepos 4“ und „Ornara 7“ sind beides überentwickelte Kulturen und betreiben interstellaren Handel. Die Sternenflotte bekam den Auftrag, diese Artefakte, die mit Sicherheit ebenfalls überentwickelt sind, vom einen zum anderen Ort zu bringen. Doch jetzt ist alles anders gekommen. Die Cardassianer kennen diese Steine und wissen, was es braucht, um ihre wahre Kraft nutzen zu können!
    Ich bin jetzt vielleicht ein schlechter Postbote, der den Brief aufmacht und zerreißt, anstatt ihn dem Eigentümer zu übergeben, aber es muß sein.
    Wir haben den Inhalt der Artefakte erfahren und wissen, daß es eine Katastrophe geben wird, wenn die Cardassianer diese Kraft nutzen! Die Föderation wird die erste Station des Vernichtungsfeldzuges der Cardassianer sein.
    Ich kann im Moment leider mit keinem Vertreter der Kulturen von „Ornara 7“ und
    „Delepos 4“ diskutieren, aber es ist die einzige Lösung:
    Wir müssen diese Steine – diese Zeugen der Zukunft, so nenne ich sie mal – vernichten. Wir werden sie mit unseren Signaturen auf die Bluefox zurückbeamen und dann in den offenen Raum hinausbeamen. Dort können wir sie mit einem Hochenergie-Strahl aus unserem Hauptdeflektor vaporisieren.»
    Bluefox stand sicherlich vor einer sehr wichtigen Entscheidung. Er entschied soeben möglicherweise über ein Stück Zukunft!
    Beide stellten zusammen die Transportbake auf und initialisierten den Transport von allen Artefakten und von sich selbst.

    Und sie kamen tatsächlich auf der Bluefox an! Cmdr. Ceagy fragte den Captain sofort:
    «Und? Haben wir die Position nicht fabelhaft gehalten?»
    «Exzellent, Andrew! Und jetzt müssen wir sofort diese Dinger ins Weltall beamen!»
    antwortete Cpt. Bluefox.
    Lt. Chollet beamte die Steine im rohen Zustand direkt von seiner Station aus in den Weltraum.
    «Was sind denn das für Leuchtkugeln?» fragte Cmdr. Ceagy.
    «Oh. Nichts besonderes.» antwortete Cpt. Bluefox.
    «Sie können schlecht lügen, Matt. Das sind doch diese geheimen Artefakte, oder?»
    neckte Cmdr. Ceagy Cpt. Bluefox.
    «Ja, gut. Sie haben nun diese wunderschönen Kugeln gesehen und jetzt werden wir diese Kugeln auch gleich verschwinden lassen.» antwortete der Captain und befahl Lt. Chollet:
    «Mr. Chollet, aktivieren Sie den Hauptdeflektor. Erzeugen Sie einen Hochenergie-Impuls und richten Sie ihn auf die leuchtenden Objekte. Feuern Sie, wenn Sie bereit sind – ohne Kommando.»
    Lt. Chollet bereitete den Energiestoß vor. – Und dann, ja und dann gab es ein Feuerwerk!
    Der Strahl ließ die Steine implodieren! Die Implosion erzeugte eine Druckwelle!
    «Captain, wir werden ein wenig durchgeschüttelt werden, befürchte ich!» warnte Lt. Chollet.
    Es schleuderte die Bluefox förmlich nach hinten hinaus und Lt. Blater verlor die Steuerkontrolle!
    Einige Sekunden später beruhigte sich die Bluefox wieder, befand sich aber immer noch in diesem Rückwärtstreiben.
    «Sir, wir sind 20 Lichtjahre in die Richtung des Alpha-Quadranten geschleudert worden!»
    berichtete Lt. Blater.
    «Super! Dann stehen wir jetzt schon bald vor unserer Haustür und müssen den Rückweg zum Hauptquartier der Sternenflotte nicht mehr antreten!» bemerkte Cmdr. Ceagy.
    «Hat was. Na gut, ich bin nicht unglücklich darüber.» meinte Cpt. Bluefox.
    Der Captain war unheimlich froh über den Ausgang dieser äußerst heiklen Mission! Keiner aus der Crew außer Lore erfuhr etwas über diese Wundersteine und keiner konnte mit ihrer Energie etwas Schlechtes tun. Eigentlich war das ideal. Aber er mußte nun noch mit einem gewissen Gouverneur Tebok von „Delepos 4“ reden.
    Cpt. Bluefox begab sich also in den Bereitschaftsraum und schaltete über die Kommunikationszentrale des Hauptquartiers der Sternenflotte einen Subraumkanal frei nach
    „Delepos 4“ und stellte sich vor:
    ««Hier spricht Captain Matthew Bluefox vom Raumschiff Bluefox NCC 1701-E. Spreche ich mit Gouverneur Tebok?»» fragte der Captain.
    Auf der anderen Seite war ein Humanoider zu sehen, der über den Augen keine Augenbrauen hatte und bei beiden Ohren Rillen zu erkennen waren!
    ««Das ist richtig, Captain. Sie sprechen mit Gouverneur Tebok. Verzögert sich die Lieferung der Steine?»» fragte Tebok.
    ««Das ist es genau, worum es geht. Dachten Sie schon, nehme ich an. Es geht aber nicht um eine Verzögerung der Lieferung, sondern um etwas weitaus Folgenschwereres:
    Es kam zu einem Zusammenstoß mit den Cardassianern...»» weiter kam Bluefox gar nicht!
    Tebok schlug die Hände über dem Kopf zusammen und meinte:
    ««Oh, nein!»» Er beruhigte sich wieder. ««Und was ist passiert? Haben sie die Technologie stehlen können?»» fragte er. Der Captain antwortete:
    ««Nein. Aber dafür mußten wir einen hohen Preis zahlen. Sie müssen verstehen, Gouverneur. Ich war mit meinem Chefingenieur in einem cardassianischen Tunnel und da entdeckten wir die bereits gestohlenen Artefakte. Da entzündete ein Cardassianer versehentlich das ganze Material mit seinem Disruptor! Ich beschloß, die Steine zu zerstören. Tut mir leid für Sie.»»
    ««Das ist zwar sehr schade, aber ich kann Sie verstehen, Captain. Ehrlich gesagt, ich bin mir selbst nicht so sicher, ob diese Technologie auch wirklich geholfen hätte. Ich bin der Meinung, daß sie auch reichlich Schaden hätte anrichten können. Aber nochmals zu Ihnen und Ihrer Crew:
    Ist Ihr Schiff noch in Ordnung?»» fragte Tebok.
    Bluefox stützte sein Kinn auf die rechte Hand und schaute Tebok genau an. Er fragte:
    ««Täusche ich mich oder sind Sie sogar mehr an unserer Gesundheit interessiert als am Zustand der Steine?»»
    Tebok fing an, zu schmunzeln und meinte:
    ««Wenn ich ganz ehrlich bin, Captain... – Ja! Die Cardassianer sind uns zwar technologisch unterlegen, aber sie haben mehr Raumschiffe. Sie jagen uns immer wieder einen Schrecken ein! Ich bin froh, daß Sie einen Angriff der Cardassianer heil überstanden haben!»»
    ««Wir haben auch gute Schiffe, Gouverneur! Die Föderation bringt ihre Flotte immer wieder auf den neuesten Stand! Ich danke Ihnen für Ihre Besorgnis, Gouverneur! Das ist sehr nett von Ihnen. Ich bin meinerseits froh, daß „Delepos 4“ und auch „Ornara 7“ immer noch in der Föderation bleiben wird – auch nach diesem Zwischenfall.»»
    erwiderte Cpt. Bluefox.
    ««Ich freue mich auf viele Geschäfte, Captain! Tebok, Ende.»» verabschiedete sich der Gouverneur von „Delepos 4“.
    Cpt. Bluefox lehnte sich erleichtert in seinen Sessel zurück und nahm sich einfach mal ein paar Minuten frei. Er verschränkte seine Arme hinter dem Nacken und ließ es sich, wenn auch nur für eine kurze Zeit, einfach mal gut gehen!

    --- ENDE ---

    Kommentar


      #3
      Folge 9: Das Genie


      STARRING


      Matthias Currat ALS Cpt. Matthew Bluefox
      Andreas Kägi ALS Cmdr. Andrew Ceagy
      Brent Spiner ALS Lt. Cmdr. Lore
      Nicole Streich ALS Dr. Nicole Strike
      Daniel Chollet ALS Lt. Danny Chollet
      Stephanie Knecht ALS Cnslr. Steevy Knight
      Ramon Baur ALS Lt. Ramon Boer
      Thierry Weidmann ALS Chief Thierry Whiteman
      Fabian Blatter ALS Lt. Fabius Blater
      Nadine Humbel ALS Lt. Nadine Humble
      Isabel Schneider ALS Dr. Izy Snyder
      Judith Baumann ALS Lt. Judy Boeman
      Deborah Grossniklaus ALS Dr. Deborah Crossnicholls
      Monika Heusser ALS Lt. Monique Hewsser
      Denise Werffeli ALS Lt. Denise Werwealy
      Jasmin Grossniklaus ALS F. Jazzy Crossnicholls
      Sarah Bärtschi ALS F. Sarah Bearchy
      Andrea Berger ALS F. Andrea Berger

      GUEST STARRING / ACTORS IN A SECOND ROLE

      Patrick Streich ALS Taro Val
      W. A. Petraschke ALS Cpt. Jack Archer


      Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 53314.2

      ««Wir befinden uns im Orbit von “Hydra 4” und haben den Auftrag, einen Botschafter nach “Argus 3” zu bringen. Jedoch ist dieser Botschafter nicht so, wie ich ihn mir vorgestellt habe. Er ist viel jünger als erwartet! Wäre er ein Mensch, würde ich ihn für einen dreizehnjährigen Jungen halten, aber nicht für einen Botschafter!
      Aber ich denke, das ist das Interessante an der Forschung. Wir werden immer wieder Zeugen von merkwürdigen Dingen, die wir uns nicht vorstellen würden!»»


      Cpt. Bluefox erwartete den merkwürdigen Botschafter bereits im Transporterraum, als Chief Whiteman ihn auch bereits an Bord beamte.
      «Herzlich willkommen an Bord der U. S. S. Bluefox, Botschafter Val. Es ist mir eine Ehre und ein Privileg, Sie als Repräsentant der Föderation der Vereinten Planeten zu Ihrem Ziel zu bringen. Sie haben sicher eine wichtige Mission, nicht wahr?»
      begrüßte Cpt. Bluefox Botschafter Val.
      «In der Tat, Captain, das habe ich. Ich bin auch Ihnen zu großem Dank verpflichtet. Die Föderation ist wirklich eine gute Organisation. Ich kenne keine Spezies, die derart stark zusammen arbeitet außer den Menschen.» erwiderte Val.
      «Teamgeist ist eine unserer Stärken, da haben Sie Recht, Botschafter. Doch leider gibt es auch bei uns immer wieder Ausschreitungen und Kriege, in denen wir uns selbst bekämpfen. Aber diese Zusammenstöße gehen je länger, je mehr, zurück. Die Föderation ist aber nicht die große Gruppe, für die Sie sie eventuell halten. Es gibt einige unabhängige Fraktionen, die nicht mit uns zusammenarbeiten. Auch wir sind eine Fraktion, jedoch werden wir von der Sternenflotte unterstützt, weil wir deren Protokolle achten und deren Befehle befolgen.»
      erklärte Cpt. Bluefox.
      Währenddem die beiden sich unterhielten, schlenderten sie durch das Deck, bis sie schließlich die Turbolifttür erreichten. Cpt. Bluefox gab den Fahrtbefehl:
      «Brücke.» Val wunderte sich und meinte:
      «Beeindruckend, Captain. Sie haben sogar einen Computer, der auf orale Befehle reagiert und sie ausführt. Wir haben dies natürlich ebenfalls, aber wir treffen nicht jedes Mal auf Kulturen, die derart weit entwickelt sind. Verfügen Sie über Quanten-Slipstream?» fragte Val.
      «Nein, das ist zu gefährlich. Wir kennen zwar den Ausdruck und wir können die Theorie des Quanten-Slipstreams erklären, aber bei unseren Hüllen geht sowas nicht. Diese immense Geschwindigkeit würde die Hülle verformen und das Schiff würde zerstört werden. Oder die andere Variante ist, daß wir aus dem Slipstream-Kanal geschleudert werden und auf einem Planeten abstürzen könnten. Wir haben es einmal ausprobiert, aber dann haben wir diese Technologie vorerst auf Eis gelegt.» antwortete Cpt. Bluefox.
      Die Turbolifttür öffnete sich wieder und die beiden Personen verließen den Lift. Sie waren nun auf der Brücke.
      Cmdr. Ceagy erhob sich aus dem Kommandosessel und drückte dem Captain ein Pad in die Hand mit Berichten der wichtigsten Sektionen der Bluefox. Cpt. Bluefox bedankte sich und setzte sich in den Kommandosessel, Cmdr. Ceagy rechts daneben in den Sessel des
      Ersten Offiziers.
      Der Captain las einen Bericht nach dem anderen und mußte beim letzten lachen!
      «Was ist denn das?! Der Doktor meldet, daß sie zu wenige Visiten bei sich registrierte. Drücken sich wohl wieder alle vor dem monatlichen Check?!» Bluefox schaute sich um.
      «Au, Backe! Den habe ich glatt verschwitzt.» sagte Lt. Chollet plötzlich und hielt sich die Hand vor den Mund, damit er ein wenig sein Kichern verbergen konnte!
      «Na ja, mit Ihnen habe ich gerechnet, aber es scheint so, als wären mehrere Leute nicht regelmäßig beim Doktor gewesen. Ich werde dies beim nächsten Briefing erwähnen.»
      meinte Cpt. Bluefox.
      «Captain, ich kann Ihnen nun bei voller Gesundheit mitteilen, daß ich ein Schiff auf dem Radar habe. Es ist von der Bauart her ähnlich wie ein Föderationsschiff, aber es ist mit mehreren Phaserbänken und sonstigen, teils verbotenen Powerups versehen.»
      warnte Lt. Chollet.
      «Gelber Alarm auf allen Decks.» befahl Cmdr. Ceagy.
      «Nehmen Sie Kontakt mit dem Schiff auf, Lieutenant.» befahl Cpt. Bluefox.
      «Kanal ist offen.» bestätigte Lt. Chollet.
      ««Hier spricht Captain Bluefox vom Raumschiff Bluefox NCC 1701-E. Wir haben an Ihrem Schiff diverse Aufrüstungen entdeckt, die von der Sternenflotte nicht erlaubt sind. Können Sie uns dies erklären?»» fragte Cpt. Bluefox.
      ««Ich bin Captain Jack Archer vom Raumschiff Gettysburg. Wir werden aber normalerweise „Fraktion Sieben“ genannt. Sie haben Recht, Captain, da sind einige Aufrüstungen vorgenommen worden und ich sage Ihnen ins Gesicht, daß diese Sachen alle willkürlich montiert wurden! Wir wollen uns mit diesen Modifikationen besser durch die cardassianische Streitmacht schlagen! Für uns ist der Krieg noch nicht vorbei. Wir haben alle Verwandte und Angehörige, die in diesem Krieg starben! Jetzt wollen wir im Namen von „Fraktion Sieben“ zurückschlagen. Die Rache ist das Einzige, was uns geblieben ist, Captain!»»
      erklärte Cpt. Archer.
      ««Und so ein Mensch nennt sich „Captain“?! Sie sollten es eigentlich sogar sehr gut wissen, daß Rache im 24. Jahrhundert eigentlich kein Mittel mehr ist, mit dem sich die Menschheit wehrt! Und Sie sollten wissen, Captain Archer; ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um Sie an weiteren Angriffen auf die Cardassianer oder sonstige Spezies zu hindern!»»
      erwiderte Cpt. Bluefox.
      ««Und Sie sollten wissen, daß die Föderation ein Dorn in unserem Auge ist, denn sie hat uns schon mehrere Male angegriffen. Wir haben schon drei Schiffe verloren! Aber diesmal bin ich schlauer! Diesmal sind wir die Ersten!»» sprach Cpt. Archer und beendete den Funkkontakt!
      Sogleich begann die Gettysburg, auf die Bluefox zu feuern mit deren Phasern!
      Zum Glück hatte die Bluefox ihre Schilde bereits durch den Gelben Alarm aktiviert, denn dadurch prallten die Phaserschüsse der Gettysburg zu einem sehr großen Teil am Schutzschirm der Bluefox ab.
      Dennoch konnte ein Phaserstrahl die Schilde im hinteren Bereich der Untertassensektion durchdringen! Die Bluefox schüttelte es kräftig durch.
      «Schadensbericht!» verlangte Cmdr. Ceagy.
      Lt. Chollet zählte auf:
      «Wir haben die Schilde auf den Decks 23 bis 29 verloren. Dort gibt es jetzt mittlere Schäden und es besteht die Gefahr eines Hüllenbruchs. Ich versiegele die Decks mit Notkraftfeldern und schließe den Zugang von innen her ab. Die dritte Shuttlerampe wurde zerstört. Auch dort habe ich von außen her ein Notkraftfeld errichtet.»
      «Mr. Chollet, feuern Sie zurück und zielen Sie auf deren Waffensysteme, insbesondere auf diese starken Phaser.» befahl Cpt. Bluefox. Der Captain drehte sich zu Cmdr. Ceagy hin und meinte:
      «Es ist einfach so ungerecht! Die Föderation hat jetzt zwar schon wieder eine Flotte von mehreren Großklasseraumschiffen, aber die unabhängigen Fraktionen durften deren Schiffe behalten! Hätten wir niemals eine Bildung von feindlichen Fraktionen zugelassen, dann wäre unsere Flotte schon fast wieder auf normalem Niveau! Aber das ist eben einer der Nachteile in der Menschheitsethik. Jeder Mensch darf tun, was er will. Es obliegt seiner eigenen Verantwortung. In vielen Hinsichten ist dies eine gute Philosophie, aber hier könnte ich sie verfluchen!»
      Tja, was sollte Cmdr. Ceagy auf diese Meinungsäußerung hin sagen? Der Captain hatte seiner Meinung nach Recht, also nickte er zustimmend Cpt. Bluefox zu und behielt es sich vor, noch etwas zu diesem Thema zu sagen.
      Während diesem Monolog von Cpt. Bluefox landete Lt. Chollet mit der manuellen Zielerfassung einige schöne Treffer und er konnte die Photonentorpedos der Gettysburg außer Gefecht setzen.
      Aber die Phaser des Gegners feuerten immer noch – und das nicht gerade zimperlich! Wieder erbebte die Bluefox! Diesmal fiel der Strom aus! Lt. Chollet berichtete:
      «Wir haben die gesamte Primärenergie verloren und der Warp-Antrieb, sowie unsere Waffensysteme sind ausgefallen! Wir haben auch die gesamten Bugschilde nicht mehr! Captain, wir sind wehrlos.»
      Nach diesem Satz des Sicherheitschefs lief es Cpt. Bluefox kalt den Rücken hinunter!
      Da meldete sich plötzlich der Botschafter!
      «Captain, ich begehe jetzt ein Geheimnis, das ich eigentlich nicht anwenden dürfte.»
      Eine Sekunde später schoß aus dem Deflektor der Bluefox ein dicker, blauer Strahl und zerstörte das gegnerische Schiff mit einem Schlag!!
      Cpt. Bluefox fiel fast der Kinnladen herunter, als die Show vorbei war!
      Cmdr. Ceagy fragte: «Wie haben Sie denn das gemacht? Und das mit unserem Deflektor?»
      «Ich brauchte eine geeignete Energiequelle und da schien mir Ihr Deflektor als geeignet. Jedoch darf ich nichts über dieses Phänomen verraten. Es ist unsere Gottesenergie.»
      antwortete Botschafter Val. Cpt. Bluefox entgegnete:
      «Ich verstehe, Botschafter. Wir wollen Ihnen dieses Geheimnis nicht wegnehmen. Besitzen alle Leute Ihrer Spezies diese Fähigkeit?» wollte der Captain dennoch wissen.
      «Ja, es ist unsere Überlebenssicherung, wenn ich das mal so nennen will.» antwortete Val.
      «Das kann ich Ihnen ohne ein Augenzwinkern glauben.» meinte Cpt. Bluefox.
      Lt. Chollet fragte Botschafter Val:
      «Warum haben Sie so lange gewartet mit diesem Zug?»
      «Ich dachte zuerst, wir würden die Schlacht auch ohne mein Eingreifen gewinnen, aber da erkannte ich, daß wir ohne Schilde und Waffen nichts mehr ausrichten können.»
      antwortete Val.

      Computerlogbuch der Bluefox, Captain Bluefox, Sternzeit 53340.5

      ««Auch nach diesem Zwischenfall schaffte es die Crew, das Schiff wieder vollkommen zu reparieren und dem Maschinenraum wieder Warp-Energie zur Verfügung zu stellen.
      Zwar muß die Bluefox und Botschafter Val eine Verspätung von fünf Stunden in Kauf nehmen, aber zum Glück hat der Botschafter seinen Termin auf „Argus 3“ erst am kommenden Morgen. Nur schlafen wird er wohl nicht mehr so viel können. – Wenn er überhaupt schlafen muß...? Diese Spezies läßt sich schön mit dem folgenden Wort beschreiben – „Genie“. Diese Leute, inklusive diesem kindlichen Botschafter, das sind alles Genies. Sie haben sicher eine ungeheure Vorstellung von Quantenphysik und anderen hochstehenden Wissenschaften, von denen wir Menschen eventuell noch gar nichts wissen oder verstehen! Mal so ein Hirn oder solche Kräfte zu haben – Hmmm... – das ist wohl der Traum der Träume. Ich denke, daß die Menschheit, auch tausend Jahre später, nicht in der Lage ist, aus ihren Körpern Energie oder Antimaterie freizusetzen, weil es eben nicht in der Physiologie des Menschen liegt und, so glaube ich, auch niemals liegen wird. Und selbst wenn es der Medizin gelingen würde, dies zu schaffen, dann wären wir keine Menschen mehr. Und unsere Physiologie, sowie unsere Gedanken machen uns als Spezies einmalig. Das ist ein Privileg, das ich als Mensch sehr schätze und genieße.»»


      --- ENDE ---

      Fortsetzung folgt!
      Zuletzt geändert von Narbo; 17.01.2002, 13:43.

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