Unser schönes Rechtssystem!! - SciFi-Forum

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Unser schönes Rechtssystem!!

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    #61
    Vergeltung ist nicht die Basis eines Rechtsystems. Bestrafung dient der Erziehung und nicht der Erfüllung von Racheglüsten. Wer etwas klaut, wird nicht selber beklaut, wer jemanden verletzt, wird nicht selber verletzt und wer jemanden tötet, wird nicht selber getötet.

    Darin liegt die moralische und ethische Überlegenheit der Gesellschaft und ihres Rechtsystems gegenüber einem Straftäter. Diejenigen, die Bestrafen stehen über dem Bestraften.

    Deswegen funktioniert die Todestrafe auch als Abschreckung nicht. Die Gesellschaft, in dessen Namen die Strafe vollstreckt wird, tötet selber. Die Gesellschaft ist dem Täter ethisch und moralisch gleichgestellt, sie heuchelt, Mord sei schlecht, mordet aber selbst, mit einer angeblich gerechten Rechtfertigung. Daraus eine moralische Rechtfertigung für einen Mord zu konstruieren ist für einen Menschen nicht schwer.

    Kommentar


      #62
      Zitat von Komodo Beitrag anzeigen
      Vergeltung ist nicht die Basis eines Rechtsystems. Bestrafung dient der Erziehung und nicht der Erfüllung von Racheglüsten. Wer etwas klaut, wird nicht selber beklaut, wer jemanden verletzt, wird nicht selber verletzt und wer jemanden tötet, wird nicht selber getötet.
      naja das mit der Erziehung ist so eine Sache...wenn man sich so die Rückfallquoten ansieht; wie war das, zwei drittel der einmal erwischten werden früher oder später wieder straffällig?

      Das mit der moralischen Überlegenheit hat an sich schon was, und ich zähle mich selbst zu den Gegnern der Todesstrafe, aber es gibt auch eine andere Phylosophie; Wir erstreben die Utopie einer gewaltlosen Gesellschaft, und wenn jemand absichtlich und ohne Grund (der einzige Grund wäre meiner Ansicht nach Notwehr) einen anderen Menschen tötet hat er damit Bewiesen das er nicht gewillt ist sich der elementarsten Regel gesellschaftlichen Zusammenlebens zu unterwerfen. Und somit ist er eigentlich nur noch ein Stück Abfall das entsorgt werden muss. Also warum ihn nicht exekutieren? Schliesslich hat er auch getötet, sollte ihn also nicht weiter stören...

      Darin liegt die moralische und ethische Überlegenheit der Gesellschaft und ihres Rechtsystems gegenüber einem Straftäter. Diejenigen, die Bestrafen stehen über dem Bestraften.
      Wie gesagt, ich bin gegend ie Todesstrafe, aber das hier erinnert mich an die alte Definition für einen Pazifisten...

      Deswegen funktioniert die Todestrafe auch als Abschreckung nicht. Die Gesellschaft, in dessen Namen die Strafe vollstreckt wird, tötet selber. Die Gesellschaft ist dem Täter ethisch und moralisch gleichgestellt, sie heuchelt, Mord sei schlecht, mordet aber selbst, mit einer angeblich gerechten Rechtfertigung. Daraus eine moralische Rechtfertigung für einen Mord zu konstruieren ist für einen Menschen nicht schwer.
      Ich glaube die mangelnde Wirkung der Todesstrafe liegt eher darin das sie für den angehenden Mörder nicht greifbar genug ist um abschreckend zu wirken.
      Meine damit: Selbst wenn ein Mörder zum tode verurteilt wird, vergehen gut und gerne zehn Jahre juristischen Hick-Hacks bis er sein Date mit "Old Sparky" hat. Wenn man eines Tages in der Zeitung die Randnotiz über eine durchgeführte Hinrichtung liest, kann kaum einer mehr den namen des Exekutierten mit einer Tat in Verbindung bringen.
      Das ist als wenn du deinen Hund bestrafst drei Tage nachdem er auf den Teppich gemacht hat.

      Wenn eine Hinrichtung wie im "guten" *räusper* alten Mittelalter durchgeführt würde; sprich: spätestens 48 Stunden nach der Verhaftung und mitten auf dem Marktplatz, dann sähe es mit der Abschreckung vielleicht etwas anders aus. Aber da das heutzutage zum Glück juristisch nicht machbar ist, kann mans auch gleich bleiben lassen.
      Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

      - Florance Ambrose

      Kommentar


        #63
        Zitat von HMS Fearless Beitrag anzeigen
        Ich glaube die mangelnde Wirkung der Todesstrafe liegt eher darin das sie für den angehenden Mörder nicht greifbar genug ist um abschreckend zu wirken.
        Die mangelnde Abschreckung ist vor allem darin begründet, dass die meisten Straftaten mit Todesfolge im Affekt geschehen, der Täter also keinen Gedanken an die Folgen seiner Tat verschwendet.
        Dies passiert nur bei geplanten Ermordungen. Wer aber schon bereit ist eine Ermordung zu planen, geht sicherlich nicht davon aus gefasst zu werden (wobei das sehr töricht ist, da zumindest in Deutschland die Aufklärungsrate über 90% beträgt).
        Christianity: The belief that some cosmic Jewish zombie can make you live forever if you symbolically eat his flesh and telepathically tell him that you accept him as your master, so he can remove an evil force from your soul that is present in humanity because a rib-woman was convinced by a talking snake to eat from a magical tree.
        Makes perfect sense.

        Kommentar


          #64
          Stimmt da is was dran.
          Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

          - Florance Ambrose

          Kommentar


            #65
            Zitat von maestro Beitrag anzeigen
            Hast du eigentlich den Einwand gelesen, dass die Kosten der Todesstrafe unter Umständen über denen der lebenslangen Verwahrung liegen können und dies ist einigen Bundesstaaten der USA auch so ist? Wo liegt die finanzielle Entlastung, wenn sich Verfahren jahrelang hinziehen? Aber vielleicht willst du ja auch eine Art Blitzverfahren entwerfen...


            Zahlen? Quellen? Belege? Du schreibst einfach unreflektiert, die Akzeptanz sei "ziemlich hoch"?

            Aber langsam geht mir auch die Lust aus, dir zur Antworten. Mögen andere sich mit deinen sich wiederholenden und teilweise absurden Behauptungen auseinandersetzen.
            Es scheint mir, als ob du dir meine Quellen nicht anschaust.. ca 90% meines Postes waren nicht meine Worte, sondern sätze aus den Quellen (Wikipedia z.B.)..

            Und ich habe Berlin als Beispiel genommen, denn Berlin ist ein Teil der BRD.

            Und dich zwingt keiner mir andauernd zu antworten, zumal du dich auch wiederholst... keine richtigen fakten, zahlen, quellen...

            Kommentar


              #66
              Bin vielleicht ein wenig spät dran damit, aber dazu wollte ich schon noch was sagen:

              Zitat von KonradZuse Beitrag anzeigen
              Ja ein Mensch ist ein Mensch, aber man kann sich doch nicht immer mit den Menschenrechten schützen: "haha ich habe jemanden umgebracht, aber ihr müsst mich immer noch nett behandeln, denn ich bin ein Mensch."
              Wenn ein Straftäter zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wird, ist das doch keineswegs "nett". Das ist durchaus eine harte Behandlung, was ja auch Sinn macht. Deswegen ist das kein wirkliches Argument.

              Zitat von KonradZuse Beitrag anzeigen
              Ein Mensch entwickelt einen Gerechtigkeitssinn und ein Verständniss für Richtig und Falsch. Und wenn ein Individuum so etwas nicht besitzt ist er zwar anatomisch ein Mensch nur die Eigenschaften die uns auszeichnen sind nicht wirklich ausgepägt.
              Diese Argumentation höhlt die Menschenwürde aus. Damit gibst Du dieses universelle Prinzip, das jedem Menschen kraft seines reinen Menschseins zukommt auf. Menschenwürde hat man eben nicht, weil sie einem zugestanden wird. Was Du versuchst, ist das Aufgeben dieses Prinzips, um zu härteren Strafen kommen zu können.

              Für Dich mag klar sein, dass ein Täter wegen des fehlenden Unrechtsbewusstseins keine menschlichen Züge hat. Konsequenz: Was ist mit solchen geistigt behinderten Menschen, die selbst zu einfachsten geistigen Tätigkeiten nicht in der Lage sind? Oder Säuglingen? Haben die auch keine Menschenwürde, weil sie ebenfalls bestimmte, willkürlich festgelegte Kriterien der "Menschlichkeit" nicht erfüllen? Dürfen die dann beseitigt werden, da sie ja "keine Menschen" sind? Solche Dinge müssen bei einer derartigen Argumentation bedacht werden!

              Zitat von KonradZuse Beitrag anzeigen
              Bei einem Mord würde es mir ja jezt auch reichen, wenn man ihn resozialisiert, aber was ist wenn dieser Mensch wieder Mordet?? Wieder resozialisation? Und dann wieder frei lassen und wieder morden????
              Zum Thema Sicherheitsverwahrung gab's hier ja schon einige Stellungnahmen.
              Es hat schon immer Science-fiction gegeben - die Wettervorhersage im Fernsehen.
              -Peter Ustinov

              Kommentar


                #67
                Sicherheitsverwahrung ist immer so ein nettes Wort... Die sogenannte "Sicherheitsverwahrung" wird auch nur so lange bestand haben, wie es ein "Gutachter" für richtig befindet. Man sieht ja wie toll diese Entscheidungen sind.

                Kommentar


                  #68
                  Bewirb Dich doch und mach es besser.

                  Wieviele Entscheidungen über Sicherheitsverwahrungen werden jedes Jahr getroffen? Wieviele davon sind falsch? Was ist eine normale Quote menschlicher Irrtümer? Und, was auch für Leute mit Moral wichtig sein sollte, wieviele Fehlentscheidungen gehen zu Lasten der Sicherheitsverwahrten?

                  Klar, man kann es sich einfach machen und alle Straftäter immer auf ewig wegsperren oder gleich in irgendeiner Weise umbringen, das reduziert sicherlich die Zahl der Wiederholungstäter, aber was für eine faschistoides System würde so etwas tun? Außerdem muss man da auch wieder die Abgrenzungsfrage stellen: Welche Straftaten sind "nicht so schlimm"?

                  Entziehen wir allen Falschparkern und Temposündern auch sofort lebenslänglich ihren Führerschein? Das reduziert auch die Anzahl der Wiederholungstäter...

                  Kleinkriminalität ist häufig der Einstieg in größere Delikte, willst dud ann auch gleich alle Kleinbetrüger und Trickdiebe sicherheitshalber lebenslänglich wegsperren? Und wo nimmst Du den Platz her um die ganzen Leute einzusperren und das Personal, um die alle zu überwachen? Oder sollen wir es wie bei "Die Klapperschlange" machen und einfach eine geeignete Insel aussuchen (wie wäre es mit Helgoland, das ist wenigstens schön weit draussen?) und nur noch verhindern, das die Eingesperrten davon flüchten?

                  Dieser "Härtere-Strafen-mehr-Abschreckung-nie-wieder-rauslassen"-Reflex existiert schon seit Jahrhunderten, insbesondere außerhalb der Bildungselite, das wurde auch schon alles ausprobiert, nur genutzt hat es nie was.

                  Kommentar


                    #69
                    Zitat von KonradZuse Beitrag anzeigen
                    Sicherheitsverwahrung ist immer so ein nettes Wort... Die sogenannte "Sicherheitsverwahrung" wird auch nur so lange bestand haben, wie es ein "Gutachter" für richtig befindet. Man sieht ja wie toll diese Entscheidungen sind.
                    Mann kann sie aber eben nicht einfach in ein dunkles Loch sperren und den Schlüssel wegwerfen, wie viele das gerne hätten.
                    Da hängt schon allein rechtlich ein ziemlich langer Rattenschwanz hinten dran.
                    genau dieses Problem hat die Schweiz im Moment mit der sogenannten "Verwahrungsinitiative".
                    Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

                    - Florance Ambrose

                    Kommentar


                      #70
                      Zitat von KonradZuse Beitrag anzeigen
                      Die sogenannte "Sicherheitsverwahrung" wird auch nur so lange bestand haben, wie es ein "Gutachter" für richtig befindet. Man sieht ja wie toll diese Entscheidungen sind.
                      Es gibt fehlerhafte Gutachten, ist doch keine Frage. Aber erstens sollte sich Richter nicht blind einem Gutachten unterordnen und haben die Gutachten zu hinterfragen. Zweitens ist die Zahl der fehlerhaften Gutachten vermutlich genauso hoch, wie die Zahl all derer Fehler, die jeder andere Mensch bei seiner täglichen Arbeit auch macht - daher sollte man vorsichtig sein, wenn man (indirekt) Vorwürfe erhebt.
                      Es hat schon immer Science-fiction gegeben - die Wettervorhersage im Fernsehen.
                      -Peter Ustinov

                      Kommentar


                        #71
                        Erstmal was ganz Aktuelles:

                        "Zwei Männer sind wegen der Tötung eines Obdachlosen zu je zehn Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatten ihr Opfer mit Messerstichen getötet und ihm unter anderem den Penis abgeschnitten. (...)

                        Deshalb luden die Männer ihr Opfer in die Wohnung des 47-jährigen, mehrfach vorbestraften Beschuldigten ein, um ihm eine «Abreibung» zu verpassen. Bei einem gemeinsamen Trinkgelage schlug der 47-Jährige den Obdachlosen den Angaben zufolge mit einem Pistolenfeuerzeug nieder, so dass der Mann benommen liegen blieb.

                        Dann habe der ältere Angeklagte ihm ein Ohr abgeschnitten. Der Obdachlose sei dann mit mehreren Messerstichen getötet worden. Wer sie ausgeführt habe, habe im Prozess nicht geklärt werden können. Dem Mann sei außerdem der Penis abgeschnitten und der Hals aufgeschlitzt worden. Der 36-jährige Angeklagte habe die Verletzungen fotografiert, sagte Bernards." (Quelle: NETZEITUNG VERMISCHTES: Lange Haftstrafen für Tötung eines Obdachlosen)

                        Sind 10 Jahre wirklich genug? Und danach ist alles Okay und Friede, Freude, Eierkuchen? Die Leute hätten Mindestens "Lebenslänglich" bekommen müssen (25 Jahre, wenn ich mich nicht irre). Obwohl sie unter Alkoholeinfluss standen haben sie trotzdem einen Mord begangen und Alkohol rechtfertigt auch nicht jede tat. Es gibt genug Menschen die sich halb tot saufen, aber trotzdem bringen sie keine Menschen um und verstümmeln sie.

                        Kommentare auf Vorherige Posts von euch werden von mir noch Folgen, soweit ich mir das nochmal alles durchgelesen habe.

                        Kommentar


                          #72
                          Wie ich schon mal in diesem Tread gepostet habe, wäre es für das Verständniss von Gerichtsurteilen hilfreich wenn man die Urteilsbegründung einsehen könnte.
                          Persönlich halte ich 10 Jahre für untere Grenze für Mord, allerdings sind diese 10 Jahre auch ganz schön lang wenn man sie hinter Gittern verbringt.
                          Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

                          - Florance Ambrose

                          Kommentar


                            #73
                            Ich weiß nicht obs direkt hier rein gehört, aber für alle Autofahrer hab ich letztens was "ganz tolles" gehört.

                            Wenn an einer Ampel rot ist, und du zum Beispiel rechts abbiegen möchtest und rechts, direkt an der Ampel ist eine Tankstelle, wo du abkürzen kannst, kannst du trotzdem die 3 Punkte kriegen und ein Monat Fahrverbot, "Missachtung des Rotlichts".
                            Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

                            Kommentar


                              #74
                              Eine Tankstelle ist nunmal keine Strasse.
                              Ausserdem hat das Rotlich einen Zweck.
                              Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

                              - Florance Ambrose

                              Kommentar


                                #75
                                Zitat von kleines_eichhoernchen Beitrag anzeigen
                                Ich weiß nicht obs direkt hier rein gehört, aber für alle Autofahrer hab ich letztens was "ganz tolles" gehört.

                                Wenn an einer Ampel rot ist, und du zum Beispiel rechts abbiegen möchtest und rechts, direkt an der Ampel ist eine Tankstelle, wo du abkürzen kannst, kannst du trotzdem die 3 Punkte kriegen und ein Monat Fahrverbot, "Missachtung des Rotlichts".
                                So ein Blödsinn.
                                Das wäre wider dem Sinn der Norm.

                                Kommentar

                                Lädt...
                                X