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    #76
    Zitat von kampfmaschine Beitrag anzeigen
    Hallo Leute,

    mir sind mal noch 2 Argumente Contro Planetenbau eingefallen.

    1. Um so einen Planeten zu bauen verheißt man ja unmengen an tollen Resourcen. Schon mit dem Metall das man für den Kern baucht hätte man eine Unmenge anderes Zeug machen können.
    Das ist richtig, das wäre eine Frage der Abwägung.

    Zitat von kampfmaschine Beitrag anzeigen
    2. So ein künstlich geschaffener Planet ist wahrscheinlich erstmal ziemlich langweilig. Unsere Erde sieht ja nur spannend aus weil millarden Jahre Tektonik und Errosion dort dran arbeiten konnten. Auch auf so lustige Dinge wie z.B. Erdöl und Kohle (die eine hochentwickelte Zivilisation nicht mehr braucht) oder nur Kalkstein müsste man wahrscheinlich lange verzichten da das Zeug ja Millionen Jahre braucht um zu entstehen.
    Das wäre ein sehr langfristiges Projekt. Ich würde auch nicht erwarten, dass Menschen so etwas unternehmen. Aber Wesen mit längeren Lebenszeiten und dem festen Willen, auf Dauer in einem Sternensystem zu bleiben - und dies nicht nur in Habitaten - könnten sich durchaus dafür entscheiden.
    "En trollmand! Den har en trollmand!"

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      #77
      Zitat von kampfmaschine Beitrag anzeigen
      Hallo Leute,

      mir sind mal noch 2 Argumente Contro Planetenbau eingefallen.

      1. Um so einen Planeten zu bauen verheißt man ja unmengen an tollen Resourcen. Schon mit dem Metall das man für den Kern baucht hätte man eine Unmenge anderes Zeug machen können.
      Witzig, dass du gerade das Eisen (und den Nickel) ansprichst, was man für den Kern braucht. Ich würde erwarten, dass man in einer fortschrittlichen Gesellschaft eher das Silizium braucht, das in den höheren Schichten steckt

      Allerdings gehören gerade diese Elemente auch zu den absolut häufigsten, in sofern würde ich mir da nicht allzu große Sorgen machen, dass daran ein großer Mangel herrscht

      2. So ein künstlich geschaffener Planet ist wahrscheinlich erstmal ziemlich langweilig. Unsere Erde sieht ja nur spannend aus weil millarden Jahre Tektonik und Errosion dort dran arbeiten konnten. Auch auf so lustige Dinge wie z.B. Erdöl und Kohle (die eine hochentwickelte Zivilisation nicht mehr braucht) oder nur Kalkstein müsste man wahrscheinlich lange verzichten da das Zeug ja Millionen Jahre braucht um zu entstehen.
      Also Kalkstein kannst du fast schon beim Wachsen zusehen, zumindest, wenn es um Sinther geht. In der Schwäbischen Alb (wahrscheinlich auch in der Fränkischen) findest du ganze Bäche, die höher liegen als die Umgebung, weil die den Kalk so schnell ausscheiden, dass die Erosion gar nicht mehr nach kommt

      Obendrein gibt es Vulkane, die Carbonatitische Lava ausspucken, wie den Ol Doinyo Lengai. Auch der Kaiserstuhl in Deutschland hatte in seiner aktiven Zeit solche Phasen.

      Spannend war auch sicher die junge Erde. Da gabs auch weit mehr Tektonik als heute.
      Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
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        #78
        Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
        Witzig, dass du gerade das Eisen (und den Nickel) ansprichst, was man für den Kern braucht. Ich würde erwarten, dass man in einer fortschrittlichen Gesellschaft eher das Silizium braucht, das in den höheren Schichten steckt

        Allerdings gehören gerade diese Elemente auch zu den absolut häufigsten, in sofern würde ich mir da nicht allzu große Sorgen machen, dass daran ein großer Mangel herrscht
        Allerdings wird wohl auch in der Zukunft die Außenwand eines Habitats/Satelliten/Raumschiffs nicht aus Silizium bestehen. Man müsste halt abwägen, ob man mit dem Material eines Kerns mehr Habitate bauen kann als auf der Oberfläche des Planeten Platz hat: Erdmantel ? Wikipedia
        Selbst der innere Kern hat ein Volumen von ca. 7,6*10^9 kkm (4/3*Pie*1221km^3)
        damit könnte man die gesamte Erdoberfläche mit einer massiven Schicht Metall bedecken (7,6 Mkkm/ 510000000 qkm), die ~14,9km dick wäre.
        Ein Habitat ist natürlich nicht massiv, deshalb müsste der Planet deutlich mehr als 15 km hoch flächendeckend bebaut sein, um eine ähnliche effektive Siedlunbgsfläche zu liefern. Wahrscheinlich ist nichtmal Coruscant so extrem bebaut.
        Bei der Situation fallen dann natürlich auch alle Vorteile, die ein terraformter Planet bietet, weg, außerdem braucht man dann sowohl das Material für den Kern, als auch das Material für die Bebauung des Planeten.
        Meiner Meinung nach lohnt sich der Planet aus wirtschaftlicher Sicht nicht, weshalb man einen Planeten nur aus anderen Gründen, die ja hier schon aufgelistet wurden, bauen würde.

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          #79
          Was sind "kkm"? Oder meinst du einfach Tkm?

          Edit: vergiss es, ich stand auf dem Schlauch, du meinst ckm bzw km³

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            #80
            @ Wolf4310: Er meint natürlich Kubikkilometer. In der Klammer dahinter hat er ja auch km^3 geschrieben und alles andere würde auch keinen Sinn machen

            @ Vyserion: Wie gesagt, Eisen, Silizium und Co gibt es dermaßen im Überfluss, dass man sich da keine Gedanken machen muss. Selbst dann, wenn man den Planeten gebaut hat, kann man das Zeug ja immer noch auf diesem selbst abbauen. Silizium gibt es im wahrsten Sinne des Wortes wie Sand am Meer und auch Eisen gibt es dermaßen im Überfluss, dass man bei Gesteinen mit über 48 % Eisenoxidanteeil gar nicht dran denkt, die abzubauen.

            Des weiteren denke ich auch eher, dass man bei den Habitaten auf leichtere Metalle zurückgreift, aber auch z.B. Aluminium wäre das dritthäufigste Element der Erdkruste, weil es bei den Solikaten ja jeweils das Silizium aus dem Quarz ersetzt, um andere Minerale bauen zu können. Auch Titan ist nicht gerade selten und liegt auf Platz 9. Es sind zwar nur 0,6 %, aber das liegt an der absoluten Häufigkeit der anderen Elemente, die ja wirklich in jedem Silikat (O, Si, Al) vorkommen, oder zumindest in fast allen Mineralen (Fe/Mg und Ca/Na/K, wobei die Zusammenhängenden sich jeweils ersetzen und die zweite Gruppe zusätzlich in hoher Konzentration im Meerwasser vorliegt Ca ersetzt natürlich auch Mg und Fe).
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              #81
              Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
              @ Wolf4310: Er meint natürlich Kubikkilometer. In der Klammer dahinter hat er ja auch km^3 geschrieben und alles andere würde auch keinen Sinn machen
              Ja, es war schon spät und das kkm bzw Mkkm hat mich zusätzlich noch verwirrt

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                #82
                Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
                Wenn du meinst, dass man in Habitaten keine Unterkünfte braucht... na gut, dann nenn es halt verquert
                Wieder so ein typisches Beispiel dafür, dass bei einem Habitat ja der Standard der Zukunft gelten soll, bei der Schaffung eines künstlichen Planeten aber nicht...
                Natürlich sind die Leute, die einen Planeten bauen nicht blöd und wissen, was eine stabile Umlaufbahn ist. Zudem räumen sie ja die ganzen Störfaktoren selbst aus dem Weg, weil die die ja für den Planeten brauchen.
                Die Infrastruktur taucht in der Tat, wie du auch schreibst, zu einem Teil auf, aber nicht zum größten. Wenn du auf einem Planeten von einer Siedlung zur nächsten willst, dann kannst du notfalls auch über unbefestigtes Gelände laufen, auch wenn das mehrere km sind, die man zurücklegen muss. Das kostet außer Zeit nicht die Bohne an Ressourcen. Du kannst nicht ernsthaft behaupten wollen, dass das für deine Habitate ebenso gilt, wo man sich durch den Weltraum "kämpfen" muss.
                .
                Ah ja gut, der Mehraufwand eines Planeten mit Passenden Bedingungen aufgrund der Möglichkeit zu fuß zu gehen lohnt natürlich.

                ( Btw im Weltall braucht man je nach Modell keinen Kampf, )


                Ja und zwar Generationen, die selbst irgendwann eine Bleibe wollen und die sehen, dass nur ein Planet wirklich dauerhaft ist.
                Etwas gewagt für die Generation 11000 + zu planen.


                Natürlich ist das relevant, selbst dann, wenn du wirklich nur alle 10.000 eine Generalüberholung brauchst, was vollkommen gegen heutige Erfahrungen mit Technik spricht. Mal angenommen, du hast im Vergleich dazu einen Planeten, auf dem die Generalüberholung komplett entfällt und eine Laufzeit von 5 Mrd. Jahren, was ja ein sehr realistischer Wert ist und der noch im unteren Bereich liegt, dann hast du 500.000 Generalüberholungen[ /QUOTE]


                Wenn du an so ein Statisches System glaubst. Aber ich glaube du weißt immer noch nicht wie so ein Habitat funktioniert.





                die zusätzlich als Leistungen zu vollbringen sind und das bei NUR einem einzigen Habitat. Wenn du so viele Leute unterbringen willst, wie auf einem Planeten, der Milliarden Menschen Platz bietet, dann brauchst du leicht eine 7stellige Anzahl an Habitaten,

                Nee, bracht man nicht, das Flächen Massenverhältnis ist Besser als bei Planeten


                Du kannst nicht ernsthaft den Mars als Vergleich hernehmen, der gerade mal den Rand der habitablen Zone streift und der obendrein viel zu klein ist für einen dauerhaften Kohlenstoffkreislauf. Dann bring ich dir als Beispiel nämlich die Erde und bei der läuft seit mindestens 3,5 Mrd. Jahren ganz viel an Leben.
                Der Meinung darfst du ruhig sein
                LOL, die Erde unterlag in 3,5 mrd Jahren extremen Veränderungen, kein Argument für ein Stabiles System.


                @ Edit @ Habitatbefürworter: Ihr propagiert ja ständig, wie knapp doch die Ressourcen für einen Planet seien, wie sieht es denn mit euren Ressis aus? Wenn ihr alle Leute, die auf einen Planeten passen in Habitaten unterbringen wollt, wie viele hochspezielle "Bodenschätze" braucht ihr dazu? Einen Planeten kann man dagegen auch aus dem aufbauen, was sowieso da ist. Selbst wenn ihr als Ausgangspunkt nur das rechnet, was ihr mitbringt, irgendwann müsst ihr anfangen zu reparieren und dann braucht ihr das Zeug.
                Nee, die Rohstofffrage ist ähnlich, das Material muss ja so oder so vorhanden sein im System, denn nur wenn du willkürlich Masse zusammenhäufst wird daraus eben nicht der Wunschsplanet. Auch dort muss die Verteilung passen.

                - - - Aktualisiert - - -

                Wie gesagt, Eisen, Silizium und Co gibt es dermaßen im Überfluss, dass man sich da keine Gedanken machen muss. Selbst dann, wenn man den Planeten gebaut hat, kann man das Zeug ja immer noch auf diesem selbst abbauen. Silizium gibt es im wahrsten Sinne des Wortes wie Sand am Meer und auch Eisen gibt es dermaßen im Überfluss, dass man bei Gesteinen mit über 48 % Eisenoxidanteeil gar nicht dran denkt, die abzubauen.
                Ist das so? Es muss auch Erreichbar sein, im Kern kommt man schlecht dran.

                Und Silizium ist nicht gleich Silizium

                Kommentar


                  #83
                  Zitat von Feydaykin Beitrag anzeigen
                  Nee, die Rohstofffrage ist ähnlich, das Material muss ja so oder so vorhanden sein im System, denn nur wenn du willkürlich Masse zusammenhäufst wird daraus eben nicht der Wunschsplanet. Auch dort muss die Verteilung passen.
                  Das Material ist so oder so schon in der "korrekten" Verteilung vorhanden. Würde man "willkürlich Masse zusammenhäufen" (zB Asteroiden zusammenschupsen), bekäme man ( insbesondere bzgl der Hauptelemente Si, Mg, Fe, Ca, Al, Ti, u.a. ) die gleiche Verteilung wie auf der Erde, bevor diese sich in Kern-Mantel-Kruste aufteilte.
                  Und das ist etwa auch die gleiche Verteilung wie in der Sonne, wenn man die Gase/leichtflüchtigen Stoffe (v.a. H und He) entfernen würde.
                  Ist das so? Es muss auch Erreichbar sein, im Kern kommt man schlecht dran.
                  Und Silizium ist nicht gleich Silizium
                  Wenn ich das Eisen brauche, dann baue ich es von einem Asteroiden ab, anstatt denselbigen irgendwo hin zu schupsen.

                  Wieso soll Silizium nicht gleich Silizium sein?
                  Meinst du Isotope, und wenn ja, welche Rolle sollen die Si-Isotope bei der Ressourcenfrage (= Chemie) spielen?
                  .

                  Kommentar


                    #84
                    Zitat von Feydaykin Beitrag anzeigen
                    Ah ja gut, der Mehraufwand eines Planeten mit Passenden Bedingungen aufgrund der Möglichkeit zu fuß zu gehen lohnt natürlich.

                    ( Btw im Weltall braucht man je nach Modell keinen Kampf, )
                    Das kämpfen steht ja auch in Anführungszeichen

                    Ich finde nur faszinierend, wie du auf die haarstäubende Idee kommst, dass Versorgungswege im Weltall billiger und einfacher sein sollen als auf einem Planeten, deshalb hab ich das mit dem Fußmarsch als Hyperbel benutzt. Ein Lastwagen kostet aber immer noch einen Bruchteil eines Raumschiffes.

                    Etwas gewagt für die Generation 11000 + zu planen.
                    und das tut deine Planung nicht?


                    Wenn du an so ein Statisches System glaubst. Aber ich glaube du weißt immer noch nicht wie so ein Habitat funktioniert.
                    Belege mir, dass so ein Habitat wirklich 10.000 Jahre ohne Generalsanierung auskommt und ich werde dir glauben. Ansonsten gehe ich davon aus, dass es in den 10.000 Jahren mindestens einen Neubau des Habitates geben muss, weil bisher NICHTS was der Mensch gebaut hat 10.000 Jahre überstanden hat.

                    Nee, bracht man nicht, das Flächen Massenverhältnis ist Besser als bei Planeten
                    Und was ist mit Arten, die einen Platzbedarf haben, die den des Habitats übersteigen? Auf einem Planeten kannst du auch Wale wieder zum Leben erwcken.

                    Wie viele Habitate brauchst du denn für 7 Milliarden Menschen? Nenn mir irgendeine Zahl und wir rechnen das ganze mal für deine Angaben durch, hab ich überhaupt kein Problem damit. Vergiss aber nicht, du musst in den Habitaten nicht nur Menschen unterbringen, sondern auch Tiere, Pflanzen und Pilze (der Rest sucht sich schon seine Plätze ).

                    LOL, die Erde unterlag in 3,5 mrd Jahren extremen Veränderungen, kein Argument für ein Stabiles System.
                    LOL, wir reden hier von fortschrittlichen Menschen, die in der Lage sind Habitate zu bauen und die auch in der Lage sind auf allen Klimazonen der Erde zu überleben. Was waren denn das für großartige Unterschiede, die du hier ansprichst? Keines davon war in der Lage, das Leben komplett auszulöschen und das obwohl das Leben nicht mal den geringsten technischen Standard zur Verfügung hatte. Mit welchem Problem genau sollen die da nicht zurechtkommen?

                    Nee, die Rohstofffrage ist ähnlich, das Material muss ja so oder so vorhanden sein im System, denn nur wenn du willkürlich Masse zusammenhäufst wird daraus eben nicht der Wunschsplanet. Auch dort muss die Verteilung passen.-

                    Ist das so? Es muss auch Erreichbar sein, im Kern kommt man schlecht dran.

                    Und Silizium ist nicht gleich Silizium
                    Du brauchst dazu nicht an den Kern, schau mal, wie häufig Eisen in der Erdkruste ist:
                    upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/da/Häufigkeit_Erdkruste.png

                    Die Erze mit dem Eisen hatte ich in meinem Diplomkartierungsgebiet. Für die hat sich keine Explorationsfirma auch nur die Bohne interessiert. Das Zeug ist so häufig - und garantiert nicht nur in unserem Sonnensystem, weil große Sterne das standardmäßig erbrüten. Glaube mir, das Material IST vorhanden.

                    Und Silizium ist noch viel häufiger - oder hast du mal was von Siliziumknappheit gehört?
                    Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
                    endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
                    Klickt für Bananen!
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                      #85
                      Interessanter Thread!

                      Eine Kugel hat ein sehr schlechtes Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnis: sehr wenig Oberfläche für sehr viel Volumen. Ein Planet ist also so ziemlich das aufwändigste künstliche Habitat, das man bauen kann.

                      Auf der anderen Seite hat er natürlich auch eine gewisse langfristige Stabilität: anders als, sagen wir, ein Stanford-Torus endet die Schwerkraft nicht, wenn die Rotation zum Stillstand kommt. Er hält seine Atmosphäre auch, wenn die Zivilisation, die ihn gebaut hat, kollabiert, und so weiter.

                      Insofern macht das - wie hier auch schon erwähnt wurde - grundsätzlich nur dann Sinn, wenn man extrem langfristig plant.

                      Man hat aber auch gewisse Probleme, für die es keine einfache Lösung gibt. So muss man etwa die Masse des Planeten zusammenbringen. Egal wie man das macht, wegen der Energieerhaltung muss die enorme potentielle Energie, die in zwei unabhängig voneinander um die Sonne kreisenden Planetenbausteinen steckt, abgebaut werden. Wenn man das nicht macht, entsteht einfach eine Lavakugel auf der man noch für viele Millionen Jahre nicht wird leben können. Das heisst, will man die Temperatur auf dem entstehenden Planeten im angenehmen Bereich behalten, ist der Energieaufwand gigantisch (genau gleich gross, wie wenn man den gleichen Planeten sprengen oder Stück für Stück auseinander nehmen würde!). Das scheint mir äusserst unpraktisch.

                      Trotzdem, ich glaube, es gibt einen spannenden Kompromiss zwischen dem Bau eines Planeten und einem Habitat. Nämlich eine supramundiale Welt.

                      Das ist in erster Linie eine grosse Hülle, die man über einem genügend kompakten Gasriesen baut. Man baut die Hülle mit einem Radius, der so gewählt ist, dass die Oberflächen-Schwerebeschleunigung auf der Aussenseite der Hülle gerade ein Ge beträgt. Bei Jupiter wäre das in etwa Wurzel(318) = 17.8 Erdradien vom Planetenkern weg, oder etwa 60% des Jupiterradius ÜBER der Obergrenze der Jupiteratmosphäre. Eine solche Welt hätte "echte" Gravitation (gravitativ) und könnte deshalb auch problemlos eine erdähnliche Atmosphäre halten. Das Magnetfeld Jupiters würde vor kosmischer Strahlung schützen. Die Hülle wäre nahe genug am Planeten, dass man keinen der Monde entfernen müsste. Der innerste Jupitermond, Metis, würde in 14'000 km Entfernung über der Hüllenoberfläche kreisen. Die galileischen Monde würden ebenso ziemlich grossartig am Himmel über der Oberfläche dieser Hüllenwelt stehen! (Io wäre etwas näher als unser Mond, da er ähnlich gross ist, würde er damit deutlich grösser erscheinen, Europa, Ganymed und Kallisto wären weiter weg und kleiner, aber immer noch deutlich sichtbar). Wenn die Hülle und Jupiter unterschiedlich schnell um ihre Achse rotieren, könnte man das Magnetfeld sogar zur einfachen Energieerzeugung durch Induktion nutzen (was allerdings die Hülle beschleunigt und den Jupiter bremst, aber nicht in historisch relevanten Zeiträumen, z.B. nach einem Zivilisationskollaps). Die Oberfläche der Hülle wäre 318 mal grösser als die Erdoberfläche. Bei Jupiter hätte man natürlich das Problem, dass er etwas weit von der Sonne entfernt ist, entsprechend wäre es da auch ziemlich eisig kalt (man kann die Atmosphäre dieser Welt nicht genug mit CO2 anreichern, da sie so kalt ist, dass sich CO2-Wolken bilden würden, die Licht reflektieren und damit jeden Treibhauseffekt zunichte machen). Aber interessanterweise gibt es erstaunlich viele jupiterähnliche Exoplaneten, die ca. 1-1.5 AU von ihrem jeweiligen Stern weg sind. Das einzige wirkliche Problem einer solchen Hülle ist, dass sie nicht extrem stabil ist. Wenn sie ins Schlingern kommt, kann sie mit dem Planeten kollidieren, mit äusserst unangenehmen Konsequenzen für die Hüllenoberflächenbewohner.. Man müsste also zumindest ein automatisches, vielfach redundantes System einbauen, das die Hülle über Jahrmillionen stabil hält.

                      Das scheint mir ein interessantes Projekt für eine fortgeschrittene Zivilisation zu sein, die sicherstellen will, dass ein Teil von ihr auch noch über Jahrmillionen in einer bewohnbaren Umgebung weiterexistieren kann. Ich denke, es wäre auch interessantes SETI-Projekt, nach solchen Welten in Transits zu suchen.

                      EDIT: Für den Bau könnte man damit beginnen, Raumstationen im Orbit um Jupiter zu bauen. Man baut so viele, dass man sie schliesslich zu einer Kette zusammenhängen kann. Dann verstärkt man das ganze zu einem stabilen Ring (immer noch im Orbit). Mit Hilfe des Magnetfeldes bremst man den Ring dann auf die gewünsche Rotationsdauer hinunter. Auf der "Aussenseite" des Rings kann man nun "stehen", es herrschen 1 Ge. Dann muss man "nur" noch genügend Material herbeischaffen (z.B. von den Monden), um den Ring nach beiden Seiten (Nord & Süd) zu verbreitern, so lange, bis man die Hülle über den Polen verschliessen kann.
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                        #86
                        Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
                        Interessanter Thread!

                        ....

                        Man hat aber auch gewisse Probleme, für die es keine einfache Lösung gibt. So muss man etwa die Masse des Planeten zusammenbringen. Egal wie man das macht, wegen der Energieerhaltung muss die enorme potentielle Energie, die in zwei unabhängig voneinander um die Sonne kreisenden Planetenbausteinen steckt, abgebaut werden....
                        Ganz blöde Frage dazu und gezielt an dich, da ich deine Antworten zu sowas immer sehr schätze: Wenn man den Planeten zuerst halb- und halb baut und am Ende die 2 letzten Teile zusammenfügt - wie auch immer, einen Teil auf der inzwischen eingeschlagenen Umlaufbahn bremsen, bis der andere "aufgeholt" hat oder einen Teil künstlich beschleunigen - würde die so gebildete Gesamtmasse nicht eine andere Umlaufbahn einschlagen als die vorherigen Teil-Komponenten, bzw. die vorherige Umlaufbahn instabil werden??
                        Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

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                          #87
                          Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
                          @ Wolf4310: Er meint natürlich Kubikkilometer. In der Klammer dahinter hat er ja auch km^3 geschrieben und alles andere würde auch keinen Sinn machen

                          @ Vyserion: Wie gesagt, Eisen, Silizium und Co gibt es dermaßen im Überfluss, dass man sich da keine Gedanken machen muss. Selbst dann, wenn man den Planeten gebaut hat, kann man das Zeug ja immer noch auf diesem selbst abbauen. Silizium gibt es im wahrsten Sinne des Wortes wie Sand am Meer und auch Eisen gibt es dermaßen im Überfluss, dass man bei Gesteinen mit über 48 % Eisenoxidanteeil gar nicht dran denkt, die abzubauen.

                          Des weiteren denke ich auch eher, dass man bei den Habitaten auf leichtere Metalle zurückgreift, aber auch z.B. Aluminium wäre das dritthäufigste Element der Erdkruste, weil es bei den Solikaten ja jeweils das Silizium aus dem Quarz ersetzt, um andere Minerale bauen zu können. Auch Titan ist nicht gerade selten und liegt auf Platz 9. Es sind zwar nur 0,6 %, aber das liegt an der absoluten Häufigkeit der anderen Elemente, die ja wirklich in jedem Silikat (O, Si, Al) vorkommen, oder zumindest in fast allen Mineralen (Fe/Mg und Ca/Na/K, wobei die Zusammenhängenden sich jeweils ersetzen und die zweite Gruppe zusätzlich in hoher Konzentration im Meerwasser vorliegt Ca ersetzt natürlich auch Mg und Fe).
                          Es geht aber ja nicht darum dass die Elemente nicht vorhanden wären, denn das sind sie ja auf jeden Fall, es ist nur so, dass man das Material eben einfach effektiver Nutzen kann.
                          Die Erde hat einen Radius von ca. 6370 km, menschliche Strukturen können aber keinesfalls tiefer als 10-20 km angelegt werden, d.h. man verschwendet mehr als 99% der Materials.

                          Kommentar


                            #88
                            @Karl: Nein. Die Umlaufgeschwindigkeit bzw. die Bahnenergie eines Himmelskörpers ist unabhängig von dessen Masse (darum schwebt ja z.B. ein von einem Astronauten auf der ISS losgelassener Schraubenzieher problemlos mit der ISS mit, obwohl seine Masse sehr viel kleiner ist). Zumindest, so lange der Himmelskörper klein gegenüber dem Hauptkörper ist, den er umkreist (hier die Sonne, beim Schraubenzieher die Erde). Wenn also z.B. zwei Sterne in einem Dreifachsystem kollidieren, dann verändert das durchaus die Dynamik des Systems. Aber zwei halbe Planeten wären gegenüber ihrem Stern klein genug, dass sich kein nennenswerter Unterschied ergeben würde.
                            Planeten.ch - Acht und mehr Planeten (neu wieder aktiv!)
                            Final-frontier.ch - Kommentare vom Rand des Universums

                            Kommentar


                              #89
                              Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
                              @Karl: Nein. Die Umlaufgeschwindigkeit bzw. die Bahnenergie eines Himmelskörpers ist unabhängig von dessen Masse (darum schwebt ja z.B. ein von einem Astronauten auf der ISS losgelassener Schraubenzieher problemlos mit der ISS mit, obwohl seine Masse sehr viel kleiner ist). Zumindest, so lange der Himmelskörper klein gegenüber dem Hauptkörper ist, den er umkreist (hier die Sonne, beim Schraubenzieher die Erde). Wenn also z.B. zwei Sterne in einem Dreifachsystem kollidieren, dann verändert das durchaus die Dynamik des Systems. Aber zwei halbe Planeten wären gegenüber ihrem Stern klein genug, dass sich kein nennenswerter Unterschied ergeben würde.
                              Das passt jetzt nicht so ganz:
                              Die 3. Raketenstufe folgt der Pluto-Sonde New Horizons in etwa auf derselben Flugbahn.
                              Ich habe mir leider nicht den link gemerkt, aber ich war etwas erstaunt, als ich die Grafik sah. Ich kenne leider auch nicht die Relativgeschwindigkeit von der Raketenstufe und New Horizons.
                              Slawa Ukrajini!

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                                #90
                                Zitat von Bynaus Beitrag anzeigen
                                EDIT: Für den Bau könnte man damit beginnen, Raumstationen im Orbit um Jupiter zu bauen. Man baut so viele, dass man sie schliesslich zu einer Kette zusammenhängen kann. Dann verstärkt man das ganze zu einem stabilen Ring (immer noch im Orbit). Mit Hilfe des Magnetfeldes bremst man den Ring dann auf die gewünsche Rotationsdauer hinunter. Auf der "Aussenseite" des Rings kann man nun "stehen", es herrschen 1 Ge. Dann muss man "nur" noch genügend Material herbeischaffen (z.B. von den Monden), um den Ring nach beiden Seiten (Nord & Süd) zu verbreitern, so lange, bis man die Hülle über den Polen verschliessen kann.
                                Je näher man den Rotationspolen kommt, desto eher würde die Konstruktion aber einstürzen. Das ist dasselbe Problem, mit dem auch eine feste Dyson-Sphäre konfrontiert wäre, nur ein paar Größenordnungen kleiner.
                                "En trollmand! Den har en trollmand!"

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