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Fahrenheit 451

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    Fahrenheit 451

    HBOs neue Verfilmung des Romans von Ray Bradbury hat nun endlich einen Trailer.


    Guy Montag (Michael B. Jordan) ist hauptberuflich Feuerwehrmann - nur das dieser Beruf inzwischen dazu gedacht ist, um Bücher zu verbrennen. Diese sind nämlich in dieser Zukunft schon vor langer Zeit verboten worden. Eines Tages begegnet er Clarisse McClellan (Sofia Boutella). Kurz darauf beginnt er, sein ganzes Leben zu hinterfragen - sehr zum Missfallen seines Chefs Beatty (Michael Shannon)...

    Startet irgendwann im Mai.

    Bradburys Roman ist zwar gut, aber im Gegensatz zu 1984 nicht gerade anständig gealtert. Es ist auch erst die zweite Verfilmung des Stoffes nach 1966. Regie führt Ramin Bahrani, der mit Michael Shannon schon 99 Homes drehte.
    To see the world, things dangerous to come to, to see behind walls, to draw closer, to find each other and to feel - that is the purpose of life.
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    #2
    Haut mich nicht vom Hocker. Hat vllt. auch einen Grund, warum es bisher keine weiteren Verfilmungen gab. Die Geschichte ist gut, aber in der Grundaussage eher schlicht...
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      #3
      Die eine Verfilmung mit Oskar Werner und‎ Julie Christie aus den 60ern finde ich sehr gut und gehört zu den Scifi-Film-Klassikern.
      Bin gespannt was Netflix daraus gemacht hat.
      Fällt bös' der Bauer auf seinen Henkel, hauen sich die Schweine auf die Schenkel.

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        #4
        Das mit Netflix war ein Tippfehler meinerseits (eigentlich hatte ich den schon heute mittag korrigiert?)
        In den Staaten läuft er bei HBO.

        Ich nehme mal an, dass Sky in Deutschland die Erstverwertungsrechte besitzt.
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          #5
          Schade, dass heute keine neuen SciFi Romane mehr geschrieben werden, so dass man immer wieder Romane/Filme der 60er neu verfilmen muss.

          @Svega: Den Film werde ich mir auch mal wieder angucken.
          Republicans hate ducklings!

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            #6
            Die Klassiker handeln eben die grundlegenden Themen schon ab. Fahrenheit 451 ist da keine Ausnahme. Die Themen des Buchs, wie Zensur oder mangelnde Belesenheit als Folge von Medienkonsum (letzteres hat Bradbury in späteren Jahren immer in den Vordergrund gestellt), sind leider heutzutage immer noch aktuell.
            Ironisch dabei, dass Fahrenheit 451 selbst in einigen Fällen von Zensurversuchen betroffen war (amerikanische Schulen usw.) und ebenso ironisch, dass Bradbury selbst sich lange gegen eine Veröffentlichung seiner Bücher im Ebook-Format gesträubt hat, obwohl doch dadurch ein zusätzliches Lesepublikum gewonnen werden kann.
            "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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              #7
              Zitat von Mondkalb Beitrag anzeigen
              Die Klassiker handeln eben die grundlegenden Themen schon ab. Fahrenheit 451 ist da keine Ausnahme. Die Themen des Buchs, wie Zensur oder mangelnde Belesenheit als Folge von Medienkonsum (letzteres hat Bradbury in späteren Jahren immer in den Vordergrund gestellt), sind leider heutzutage immer noch aktuell.
              Welche Medien meinst du konkret? Das Buch ist erstmals 1953 erschienen.

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                #8
                Radio und Fernsehen gab's aber schon und offensichtlich hat Bradbury damals schon hellsichtig die Smartphone-Zombies vorhergesehen.
                Aus der englischen Wikipedia:
                As time went by, Bradbury tended to dismiss censorship as a chief motivating factor for writing the story. Instead he usually claimed that the real messages of Fahrenheit 451 were about the dangers of an illiterate society infatuated with mass media and the threat of minority and special interest groups to books. In the late 1950s, Bradbury recounted:
                In writing the short novel Fahrenheit 451, I thought I was describing a world that might evolve in four or five decades. But only a few weeks ago, in Beverly Hills one night, a husband and wife passed me, walking their dog. I stood staring after them, absolutely stunned. The woman held in one hand a small cigarette-package-sized radio, its antenna quivering. From this sprang tiny copper wires which ended in a dainty cone plugged into her right ear. There she was, oblivious to man and dog, listening to far winds and whispers and soap-opera cries, sleep-walking, helped up and down curbs by a husband who might just as well not have been there. This was not fiction
                "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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                  #9

                  Offensichtlich. Ja, was man rückblickend alles vorhergesehen haben möchte.
                  Republicans hate ducklings!

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                    #10
                    Zitat von endar Beitrag anzeigen
                    Schade, dass heute keine neuen SciFi Romane mehr geschrieben werden, so dass man immer wieder Romane/Filme der 60er neu verfilmen muss.

                    @Svega: Den Film werde ich mir auch mal wieder angucken.
                    Ob gar keine mehr geschrieben werden bin ich mir nicht sicher. Die Verlage veröffentlichen jedenfalls seit gut 30 Jahren lieber Fantasy-, Zombie- und Vampir-Trilogien mit nicht selten psychologisch verarbeitetem pubertär-verkappten Tussi-Devot-Unterbau.
                    Wollte ich einen SciFi-Film drehen würde ich dann doch auch lieber auf Älteres zurückgreifen.

                    Allerdings lässt mich das Zurückgreifen auf immer wieder die gleichen Romanvorlagen an der Belesenheit der Realisierenden zweifeln. Ist ja nicht so, dass damals gefühlt nur 20 brauchbare SciFi-Romane erschienen sind.
                    Fällt bös' der Bauer auf seinen Henkel, hauen sich die Schweine auf die Schenkel.

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                      #11
                      Zitat von Mondkalb Beitrag anzeigen
                      Radio und Fernsehen gab's aber schon und offensichtlich hat Bradbury damals schon hellsichtig die Smartphone-Zombies vorhergesehen.
                      Aus der englischen Wikipedia:
                      Ich habe mir den Film von 1966 jetzt nach Jahren nochmal angeguckt und kann den Kommentar von Bradbury jetzt auch besser verstehen (vorausgesetzt, dass der Film sich auch nah an dem Buch orientiert). Der Film hat da einige Dialoge und Szenen, die auf dieses Motiv hinweisen. Die Leute wissen nicht mehr, wie lange sie sich kennen und haben auch andere biographische Details vergessen (was mit einem Smartphone etc. pp. nicht passieren dürfte Das erinnert einen ja an diese Dinge). Auch dass Oskar Werner die Stange plötzlich kritisch sieht, nachdem er ein dickes Konversationslexikon durchgearbeitet hat, fand ich schön und das war auch subtil.

                      Ich finde aber nicht, dass das irgendwie etwas mit "SciFi" zu tun hat. Zumindest dem Film nach. Das einzige "Science" Ding sind hier diese Mini-Jetpack, welche die Polizisten benutzen (die Bluescreenszene erinnert ein bisschen an Biene Maja). Der Rest ist eine gesellschaftspolitische Dystopie. Von der Symbolik ist das alles ganz nett gemacht, aber Sinn ergibt das nicht.

                      Denn tatsächlich fehlen jegliche Hinweise auf das politische System, das dem ganzen zugrundeliegt. Es ist halt irgendwie autoritär, aber das ist alles, was man dazu erfährt. Es ist auch nicht glaubhaft, dass ein autoritäres System es den Widerständlern erlauben würde, in Wälder umzuziehen, um dort ihrem umtriebigen Tun (Bücherlesen) zu frönen, nur weil sie rechtspositivistisch betrachtet keine Bücher verwenden. Denn gleichzeitig haben die Feuerwehrleute offensichtlich das Recht, nach Belieben Handtaschen von Omas oder Picknickkoffer zu durchwühlen.

                      Das Auswendiglernen von umfangreichen literarischen Werken ("Schinken") kann mich auch nicht abholen. Da liegt ein alter Mann im Sterben und lehrt einen Jungen Meisterwerke der Literatur. Das hätte man auch im Jahr 1949 wissen können, dass das so nicht läuft. Das ist auch ein ziemliche Bürde für ein Kind, wenn nicht sogar irgendwo ein bisschen Folter. Stille Post im Großformat. Ich hätte es überzeugender gefunden, wenn die Flüchtlinge Bücher horten und sich das Lesen beibringen.

                      Könnten diese Widerständler die Texte nicht einfach in Aktenform ablegen? Akten scheint es nämlich zu geben und die Leute können auch lesen. Das vollkommen undifferenzierte Vernichten von Büchern wirkt nicht besonders überzeugend. Was ist denn z.B. mit technischen Handbüchern, die erläutern, wie man einen Flammenwerfer baut oder Feuerwehrwagen?

                      Von diesen Schwächen abgesehen ist der Film recht stimmungsvoll. Aus heutiger Sicht ist es als Film der 60er irgendwo zwischen dröge und kontemplativ, wobei ich die Logikschwächen dann wegen der Stimmung wohl auch verzeihen kann. Die Schauspieler, allen voraus die Hauptrollen, tragen den Film.

                      Dünn bleibt es aber trotzdem. Glücklicherweise hat HBO hier keine Serie daraus gemacht.

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                        #12
                        Nicht die beste klassische Dystopie aller Zeiten ( es sei denn man ist amerikanischer High School-Student), aber sicherlich hat der Roman eine bessere Verfilmung verdient als die Version von Truffout. Den Titel hätte man freilich anpassen sollen. Was zum Teufel ist ein Fahrenheit?
                        Beim metrischen System ist Konformismus nun wirklich nichts, wovor man sich fürchten müsste.

                        Zitat von endar Beitrag anzeigen

                        Ich finde aber nicht, dass das irgendwie etwas mit "SciFi" zu tun hat. Zumindest dem Film nach. Das einzige "Science" Ding sind hier diese Mini-Jetpack, welche die Polizisten benutzen (die Bluescreenszene erinnert ein bisschen an Biene Maja).
                        Ja, diese schreckliche Jetpack-Szene ist das Erste, was mir bei dem Film einfällt. Im Buch kommt die aber nicht vor, da hat der Polizeichef einen Roboterhund, der Montag verfolgt (ich will mir nicht ausmalen, wie der in den 60'er Jahren ausgesehen hätte). Vielleicht schafft der es ja in die Neuverfilmung.
                        I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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                          #13

                          "Do you scan any books, K9?"
                          "Affirmative, master!"

                          Ja, aus heutiger Sicht darf es eine Neuverfilmung geben, aber für den Stil und das Tempo der 60er finde ich den Film ganz gut und sehenswert. Er ist also schon ein Klassiker, wie svega oben schrieb. Nur vielleicht keiner, den man oft gucken möchte. Aus heutiger Sicht muss man Abspieltempo auf 1.25 erhöhen.
                          Die heutige Verfilmung wird natürlich genauso vollgestopft mit zeittypischen Unarten.
                          Republicans hate ducklings!

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                            #14
                            Zitat von endar Beitrag anzeigen
                            Die heutige Verfilmung wird natürlich genauso vollgestopft mit zeittypischen Unarten.
                            Darauf gehe ich jede Wette ein.

                            Fällt bös' der Bauer auf seinen Henkel, hauen sich die Schweine auf die Schenkel.

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                              #15
                              Ich habe mir schon seit längerem eine Neuverfilmung des Buches gewünscht da ich den Film sehr langweilig und enttäuschend fand!
                              Wobei ich anmerken muss das ich auch von der Verfilmung von 1984 nicht wirklich begeistert war da diese bei weitem nicht an das Buch rankommt!
                              Wann wird eigentlich endlich mal Huxleys Schöne neue Welt verfilmt oder gibt es das schon?

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