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[Buchbesprechung] DS9 - "Wrath of the Prophets"

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    [Buchbesprechung] DS9 - "Wrath of the Prophets"

    Wie schon der kürzlich von mir rezensierte Roman „The Heart of the Warrior“ zählt auch „Wrath of the Prophets“ zu jenen „Deep Space Nine“-Romanen, die leider nie eine deutsche Übersetzung erhalten haben. Dabei ist diese Geschichte allein schon wegen des Wiedersehens mit der aus „The Next Generation“ bekannten Bajoranerin Ro Laren ein kleines Highlight.

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    Ihren Anfang nimmt die Geschichte jedoch mit den Taten einer anderen Bajoranerin: Varis Sul, die junge Tetrachin des Paqu-Dorfes auf Bajor, will nicht länger mitansehen, wie ihr Volk langsam verhungert und vertraut nicht weiter auf die Hilfe der provisorischen Regierung. Also trifft sie den folgenschweren Entschluss, Replikatoren auf dem Schwarzmarkt zu erweben. Doch es dauert nicht lange, ehe sich herausstellt, dass die Replikatormaterie kontaminiert war. Eine tödliche Seuche breitet sich auf Bajor aus und droht, die gesamte Bevölkerung binnen Wochen auszurotten.

    Doktor Bashir ist nur einer von vielen Spezialisten, die fieberhaft an einem Heilmittel arbeiten. Ein Unterfangen, das umso dringlicher wird, als die Seuche auch nach Deep Space 9 eingeschleppt wird und nun auch Nicht-Bajoraner befällt. Ein Umstand, der besonders Chief O’Brien belastet, da seine Ehefrau Keiko und seine Tochter Molly gerade auf Bajor sind. Als die desertierte ehemalige Sternenflottenoffizierin Ro Laren auf der Station mit Hilfsgütern eintrifft, erkennt Sisko, dass diese Seuche womöglich nur dann aufgehalten werden kann, wenn er sie zu ihrem Ursprung zurückverfolgt. Dazu muss er sich zwangsweise an Leute wenden, die mit dem Schwarzmarkt Erfahrung haben und so bricht Sisko selbst zusammen mit dem Ferengi Quark zu einer orionischen Raumstation auf, während Major Kira und Ro Laren auf Bajor dem Weg folgen, den die illegalen Replikatoren genommen haben …

    Fazit: Die Story rund um eine planetenweite Seuche ruft alles, was auf Bajor Rang und Namen hat, auf den Plan und dazu zähle ich auch Varis Sul. Ich weiß, dass viele die Episode „Die Legende von Dal’Rok“ nicht besonders mögen und deshalb wird die Tatrachin der Paqu – die in der Nebenhandlung dieser Folge auftaucht – wohl etwas übersehen. Nichtsdestotrotz empfand ich sie in diesem Roman wirklich hervorragend eingesetzt. Als junge und noch unerfahrene Anführerin wählt sie einen riskanten Weg, um ihre Leute vor dem Verhungern zu retten – und macht dabei alles noch schlimmer für den Rest Bajors. Da ist wirklich viel Tragik dahinter und obwohl sie kaum gegensätzlicher sein könnten, funktionieren vielleicht gerade deshalb die Szenen mit Varis und der religiösen Führerin Bajors – Kai Winn – sehr gut.

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    Varis Sul | Ro Laren


    Was dieser Roman generell besonders gut vollbringt, ist das Zusammenspannen von Duos. In diesem von mehreren Autoren verfassten Roman glimmt vor allem in den Dialogen der augenzwinkernde Humor von Peter David besonders deutlich auf. Okay, bei einer verbalen Auseinandersetzung zwischen Sisko und Quark kann man mit Humor rechnen. Aber ein kleiner Geniestreich ist es, Major Kira und Ro Laren in Antipathie zusammenzubringen und nicht gerade wenige Anspielungen unterzubringen, die sich auf die Besetzung der TV-Serie beziehen.

    Denn ursprünglich war geplant gewesen, dass Ro Laren in der Serie „Deep Space Nine“ zur Ersten Offizierin der Raumstation wird. Erst als die Darstellerin Michelle Forbes ablehnte, wurde die schließlich von Nana Visitor gespielte Major Kira kreiert. Der Humor in den Dialogen zwischen diesen beiden Charakteren funktioniert also vor allem dann, wenn man sich dieser Vorgeschichte bewusst ist.

    „Wrath of the Prophets“ (Anmerkung: „Zorn der Propheten“ ist der Name, den die Bajoraner der Seuche geben) ist neben solchen Highlights aber auch ein problembehafteter Roman. Je länger er dauert, desto offensichtlicher wird, dass die drei beteiligten Autoren den roten Faden verloren haben. Die Heilung für die Seuche wird weder aufgrund von Siskos oder Kiras Bemühen gefunden, sondern mehr oder weniger aus dem Hut gezaubert. Auch die etwas mysteriöse Nebenhandlung rund um unerklärliche technische Defekte auf Deep Space 9 erfüllt am Ende einen eher zu vernachlässigenden Zweck. Und was ganz konfus abläuft, ist der Rückflug von Sisko und Quark auf der Defiant, während sie von Orionern verfolgt werden. Es scheint, als wären die beiden die einzigen Personen auf dem Raumschiff, was Quark dazu zwingt, im Gefecht das Steuer zu übernehmen.

    Diese Szene ist irritierend und würde sehr viel mehr Sinn ergeben, würde sie an Bord eines Runabouts stattfinden. Eine Verwechslung mit den kleineren Raumschiffen ist aber ausgeschlossen, da kurz nach dem Gefecht im Dialog deutlich unterschieden wird zwischen der Defiant und den Runabouts. Gut, anfänglich war der Plan der Produzenten, dass die Defiant eine Art größeres Runabout sein sollte. Aber der Roman ist zwischen 3. und 4. Staffel angesiedelt – fast ein Jahr nach Einführung der Defiant in der TV-Serie – und nimmt Bezug auf Ereignisse, die erst ganz am Ende der 3. Staffel geschahen. Es gibt keinen Grund, warum die drei Autoren gedacht haben könnten, die Defiant wäre ein wesentlich kleineres Raumschiff mit nur zwei Mann Besatzung.
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    Frühes Defiant-Konzept von Designer Jim Martin.

    Bewertung: Die ersten beiden Drittel lang kann der Roman gut unterhalten. Er vereint gut Humor und Dramatik, aber am Ende scheinen alle Protagonisten nur noch auf das Schwarzmarkt-Problem konzentriert zu sein und die Seuche wird so nebenbei geheilt. Die Geschichte wirkt also nicht ganz zu Ende gedacht und ließ mich als Leser nach einem vielversprechenden Start recht enttäuscht zurück. Aber schiebt man mal den übergeordneten Handlungsbogen beiseite und betrachtet die einzelnen Abenteuer und die Interaktion der Charaktere, so kann ich dem Roman doch immerhin noch 4 Sterne verleihen.
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