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Kriegseintritt der Romulaner

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    Kriegseintritt der Romulaner

    Wird mal wieder Zeit für etwas nerdigere Themen. Gibts hier noch Fans die mehr kennen als Abrams und Discovery?

    Ich bin vor kurzem auf ein altes Gedankenspiel von mir gekommen, welches ich 2005 für mich niedergeschrieben habe. Es dreht sich um den Kriegseintritt der Romulaner und einer etwaigen Rolle des Tal Shiar bzw. Sektion 31. Klar ist, dass die Autoren damals sicher nicht an solche Verstrickungen gedacht bzw. es zumindest nicht thematisiert haben. Damit ist es auch abseits des heiligen Canons. Ohne etwaige existierende Bücher zu diesem Thema zu kennen, bietet es aber Stoff für erweiternde Geschichten.

    In der DS9-Episode "In fahlem Mondlicht" (6x19) wird beschrieben, wie Sisko und Garak mit Hilfe gefälschter Informationen und eines Attentats auf einen romulanischen Senator das Imperium dazu bringt die Seiten zu wechseln und aktiv gegen das Dominon vorzugehen. Ich frage mich, welche Rolle könnte in-universe theoretisch die "Sektion 31" und insbesondere der "Tal Shiar" in dieser Angelegenheit gespielt haben?

    Dieses Gedankenspiel basiert auf der Vermutung, dass ein guter Geheimdienst nicht ausschließlich bei aktuellen Krisen tätig ist sondern auch (weit) im Voraus plant und agiert. In Star Trek wurde dies bei der "Sektion 31" deutlich, als Sloan dem entrüsteten Julian Bashir erklärt, wie die weitere Entwicklung des Quadranten nach dem (noch in der Zukunft liegenden) Ende des Dominion Krieges aussehen werde. Da m.E. der Tal Shiar zu den effizientesten Geheimdiensten des Alpha- und Beta-Quadranten zählt, wäre es durchaus logisch, wenn auch dieser romulanische Geheimdienst bereits die zukünftige Entwicklung im Auge hat. Soweit so gut.

    Ein weiterer Eckpfeiler dieses Gedankenspiels ist ein Dialog zwischen Sisko und Dax. Sisko versucht sie zu überzeugen, dass das Dominon nach dem Krieg nicht mit der Annektierung der Föderation und des klingonischen Imperiums aufhören wird den bekannten Raum zu bekriegen und zu erobern. Trotz des Friedensvertrags mit den Romulanern seien diese langfristig betrachtet nicht vor den Jem'Hadar sicher. Auch wenn Dax den Captain überzeugen kann, dass der typische Romulaner nicht ausschließlich aufgrund dieser Vermutungen in den Krieg ziehen würde, bleibt der Verdacht, dass auch die Führung des Tal Shiar zu den gleichen Schlussfolgerungen wie Captain Sisko gekommen ist und bereits einen Schlag gegen das Dominion plant.

    2373 - 5. Staffel - Nichtangriffspakt zwischen Romulus und Dominion
    Ende der 5. Staffel beschloss die romulanische Regierung einen Nichtangriffspakt mit dem Dominion (5x24). Die Allianz der Föderation mit dem Klingonen wurde durch den Wegfall der Romulaner geschwächt und das Dominion hatte einen taktischen Vorteil in ihren Bemühungen die vorherrschende Macht im Alpha- und Beta-Quadranten zu werden. Die Romulaner hingegen hatten damit den Vorteil nicht in die blutigen Kämpfe hineingezogen zu werden und konnten so die Stärke ihrer Armee halten. Wahrscheinlich erfolgte die Entscheidung, die aktive Teilnahme am Krieg abzubrechen auch auf Druck des Continuing Committees, in welchem die Interessen des Volkes gewahrt werden. Die Bevölkerung erkannte, dass dieser Krieg nicht ihr Krieg war und wollte daher auch nicht in die Streitigkeiten hineingezogen werden. Gleichzeitig wird das Militär die eigenen Kräfte gewahrt wissen um später ein eventuelles Machtvakuum ausnutzen zu können. Vielleicht dachte man auch naiverweise, langfristig seinen Frieden mit dem Dominion haben zu können. Wer weiss. Auf jeden Fall brachte dieser Nichtangriffspakt zumindest vorübergehend einen enormen Vorteil für die militärische Lobby des romulanischen Reichs. Während das Dominion, die Föderation und die Klingonen in einem langen und blutigen Krieg ihre gesamten Ressourcen aufwenden mussten, blieb das Imperium geschützt und konnte so ihre Souveränität bewahren.

    Diese Taktik hatte jedoch den entscheidenden Nachteil, dass mit der Zeit abzusehen war, dass das Dominion aufgrund ihrer Technik und Kriegsphilosophie die Schlachten mit wesentlich geringeren Verlusten führen konnten als ihre Gegner. Langfristig schien es also, dass das Dominion die Föderation und die Klingonen schlagen würden aber dabei keine wesentlichen Einbußen in ihrer militärischen Stärke in Kauf nehmen würden müssen. In einem normalen Krieg mit herkömmlichen Mitteln würden alle beteiligten Seiten auf Jahre geschwächt und ein leichter Gegner für eine dritte Partei sein, im Falle des Dominions hingegen war absehbar, dass diese auch weiterhin die nötigen Ressourcen haben würden um dem romulanische Imperium in einem blutigen Kampf entgegenstehen zu können.

    Führung des Tal Shiar zum Zeitpunkt des Nichtangriffspakts
    Eine detaillierte personelle Hierarchie des Tal Shiar ist aus dem Serien Canon heraus weitgehend unbekannt, jedoch kann man aus diversen Episoden eine wahrscheinliche Personalstruktur erkennen. In Staffel 6 (2374), zum Zeitpunkt des Attentats auf ihn, ist Senator Vreenak der stellvertretende Vorsitzende des Geheimdienstes (6x19). Vreenak ist deutlich Pro-Dominion und gegen die Föderation. Also aus Sicht der Föderation ein politischer Gegner. Der Name des obersten Vorsitzenden ist unbekannt.

    Koval, der erst in der späteren DS9 Episode "Unter den Waffen schweigen die Gesetze" (7x16) als Chef des Tal Shiar genannt wurde, hatte in der 6. Staffel vermutlich noch nicht diese Position. Dies kann man aus diversen Dialogen schließen in der seine fehlende Mitgliedschaft im Continuing Komitee erwähnt wurden. Der Vorsitzende des Tal Shiar wird nach seiner Ernennung sofort in das Continuing Committee gewählt. In seinem Fall wurde dies jedoch ausgesetzt da er vehement gegen die Allianz mit der Föderation ist und damit eine gegensätzliche Meinung als der Rest des Senats und des Komitees vertritt. Seine Ernennung wird also ziemlich sicher erst nach der Auflösung des Nichtangriffspakts mit dem Dominion stattgefunden haben.

    Senator Vreenak war aber nicht nur der stv. Vorsitzende des Tal Shiar sondern auch persönlicher Berater von Prokonsul Neral (6x19) der kurz davorstand der nächste Prätor des Reichs zu werden. Speziell in diesen Zeiten in der die Zukunft des Imperiums auf dem Spiel stand war die politische Macht des Prätors besonders wichtig. Neral hatte aufgrund seiner eigenen Vergangenheit (TNG 5x07) enge Kontakte zum Tal Shiar und es war anzunehmen, dass er auf das Wort seiner geheimdienstlichen Berater hört. Wenn man nun bedenkt, dass Senator Vreenak sein engster Berater war der eindeutig eine starke Pro-Dominion Haltung einnahm und eine tiefschürfende Verachtung der Föderation entgegenbrachte, war es aus Sicht der Sektion 31 - aber auch für Koval der inoffiziell eine Allianz mit der Föderation entgegenstrebte - verheerend, wenn Vreenak auch nach Nerals Erennung zum Prätor dessen rechte Hand darstellte und damit direkt oder indirekt Einfluss auf Nerals politische Entscheidungen hatte. Neral würde unter diesen Umständen mit Sicherheit auch weiterhin für das Beibehalten des Friedensvertrags mit dem Dominion stimmen und der Föderation den Rücken kehren.

    Die Eliminierung von Vreenak war also nicht nur für die Föderation essentiell sondern auch für Koval von großer persönlicher Bedeutung.

    In der DS9 Episode "Unter den Waffen schweigen die Gesetze" (7x16) wird erwähnt, dass Koval seit einem Jahr Informant des Sternenflottengeheimdienstes ist. Auch wird in diesem Zusammenhang sein Status als Agent der "Sektion 31" erwähnt. Der Kriegseintritt der Romulaner (6x19) liegt in-universe ziemlich genau 10 Monate vor dieser Episode. - Es könnte also sein, dass Koval zum Zeitpunkt des Attentats auf Senator Vreenak (6x19) bereits Kontakt mit dem Geheimdienst der Föderation hatte bzw. kurz danach Kontakt haben wird.

    Koval ist kein Verräter, er musste also einen logischen Grund für seine Entscheidung gehabt haben:

    - Insgeheim ist er für die Auflösung des Nichtangriffspakts und für eine Zusammenarbeit mit der Föderation
    - Neral steht kurz davor der nächste Prätor zu werden und Vreenak ist dessen persönlicher Berater

    Beides steht im Gegensatz zu seinen Interessen.

    Damit wurde es für ihn u.U. ethisch vertretbar mit dem Sternenflottengeheimdienst und in weiterer Folge mit der Sektion 31 zusammenzuarbeiten. Innerhalb des Tal Shiar hatte er vermutlich keine Chancen, da eine mächtige Fraktion (mit Vreenak an der Spitze) gegen eine Allianz mit der Föderation war. Auch konnte er nicht offen seine Sympathien gegenüber der Föderation offenlegen, da er sonst aus der Führungsebene des Tal Shiar entfernt worden wäre und damit seine Chancen die politische Lage zu ändern verspielt hätte. Koval musste also eine unauffällige Lösung finden um Vreenak zu entmachten um dessen Position an Nerals Seite zu übernehmen

    2374 - 6. Staffel - Attentat auf Vreenak - Auflösung des Nichtangriffspakts
    Sisko beschloss einen Weg zu finden um die Romulaner auf seine Seite zu bringen und davon zu überzeugen, dass sie sich gegen das Dominion wenden müssen. Er war überzeugt davon, dass die Dominion-Führung auf Cardassia Prime bereits einen Schlag gegen das romulanische Imperium plante aber er berücksichtigte für sich selbst auch die Möglichkeit, dass ein solcher Beweis nicht auf normalem Wege zu finden sei. Aus diesem Grund beauftragte er Garak mit der Aufgabe einen Beweis zu finden, den er der romulanischen Regierung vorlegen könne um eine Allianz mit ihnen zu erreichen. Zu diesem Zweck sollte Garak Kontakt mit seinen Freunden vom ehemaligen obsidianischen Orden aufnehmen die daraufhin in das Netzwerk der cardassianischen Regierung eindringen und die Information beschaffen sollten.

    Zu dem Zeitpunkt wusste zumindest Sisko noch nicht, dass er im Tal Shiar einen potentiellen Verbündeten sitzen hatten und so entwickelte sich sein Plan völlig autonom. Man muss jedoch beachten, dass die "Sektion 31" mit Sicherheit schnell von seinen Bemühungen Bescheid wusste und so die Angelegenheit beeinflussen konnte. Es ist also unter diesem Blickwinkel nur die Frage nach dem "wann" und nicht "ob" der inoffizielle Föderationsgeheimdienst von der Angelegenheit erfuhr. Diese Frage nach dem "wann" beeinflusst dann schließlich auch die Art wie er in Folge darauf reagierte. Wenn Garak aufgrund diverser persönlichen Quellen bzw. seiner Vergangenheit auf Romulus von Koval und dessen politischen Ansichten wusste, wäre es zumindest im Bereich des Möglichen, dass er vom Anfang an nicht vorhatte wie geplant Kontakt mit seinen Informanten auf Cardassia Prime aufzunehmen sondern sich direkt an Koval zu wenden. Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass Garak so sicher sein konnte ihm vertrauen zu können, schließlich bedeutete ihn einzuweihen ein großes Sicherheitsrisiko das den gesamten Plan hätte gefährden können.

    Aus diesem Grund tendiere ich eher zu der Annahme, dass Garak zu Beginn tatsächlich plante Kontakt mit seinen Leuten auf Cardassia Prime aufzunehmen um sie zu beauftragen einen Beweis zu finden. Verdächtig wurde er in seinen Handlungen aber, als er drei Tage danach Captain Sisko bekanntgab, dass alle seine Kontaktpersonen kurz nach der besagten Subraummitteilung getötet wurden. Entweder log er oder aber seine Kontaktversuche waren für einen Geheimdienst offensichtlicher als angenommen.

    Garak hatte anschließend sofort und ohne viel Zeit zu verlieren einen Alternativplan der das Erzeugen eines Beweises vorsah und auch Senator Vreenak mit einbezog. Zwar sollte dieser offiziell nur getäuscht und nicht entmachtet/getötet werden aber später stellte sich heraus, dass Garak vom Anfang an plante den Senator zu töten um die Täuschung perfekt wirken zu lassen. Ein Alternativplan also, der nicht nur Captain Sisko und der gesamten Sternenflotte ermöglichte den Krieg zu gewinnen, sondern auch gleichzeitig eine perfekte Möglichkeit war, für die "Sektion 31" einen Doppelagenten direkt im Herzen der romulanischen Regierung zu positionieren. Gleichzeitig wird ein gefährlicher Gegenspieler im Machtzirkel der romulanischen Regierung entfernt.

    Der spätestmögliche Zeitpunkt wann die Sektion 31 von Siskos und Garaks Plan erfahren "musste" kann man auch zeitlich sehr gut festlegen. Als Garak seinen Alternativplan Captain Sisko bekanntgab, stellte dieser fest, dass er alleine dem nicht zustimmen könne sondern erst die Erlaubnis des Sternenflottenkommandos einholen müsste. Dies bedeutet also, dass Sisko dem Kommando alle Details zu dem Plan Vreenak mit gefälschen Beweisen zu täuschen mitteilte. Sektion 31 hat Spitzel in der gesamten Föderation und es befinden sich auch Sympathisanten und Agenten in den höchsten Führungsebenen der Sternenflotte. Demzufolge wusste spätestens zu diesem Zeitpunkt die "Sektion 31" Bescheid und konnte die Angelegenheit entweder übernehmen oder einfach aus einer sicheren Position beobachten. Unter diesem Blickwinkel könnte auf diese Weise der Plan entstanden sein Vreenak nicht nur zu täuschen sondern im Auftrag der Sektion 31 zu töten um Kovals Weg an die Seite von Neral zu ebnen.



    Wenn man nun also sämtliche onscreen gezeigten Informationen berücksichtigt, ist dieses Gedankenspiel in-universe plausibel? Bzw. was spricht dagegen?
    "Aufgrund eines Pünktlichkeitsdefizits verspätet sich dieser Beitrag um 64+ ms" | #Krümelchen2018
    "Bajoranische Arbeiter...." - Hamburg Silvester 2016/17

    #2
    Aus der Realität weiß man ja das Geheimdienste sich gegenseitig abhören. Und Garak als Spion wird sicherlich auch abgehört. Also wird Section 31 und andere Geheimdienste wohl sämtliche seiner Transmissionen mitgehört haben, oder zumindest textaufzeichnungen davon besitzen.
    Ich kann mich an die Folgen nicht mehr erinnern, aber wenn Garak praktisch direkt nach Bekanntgabe der toten Informanten den neuen Plan hatte, was spricht dagegen das er diesen Plan von einem der anderen Geheimdienste bekam.
    Ansonsten finde ich dein Gedankenspiel recht plausibel, und wüsste nicht was dagegen sprechen könnte.
    Inmitten des ewigen Kreislaufs der Zeit, wird aus lauem Wind ein Sturm entstehen.
    Vom Abgrund starren Dämonenaugen weit, die die Razgriz, die schwarzen Flügel sehen.

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