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Raubkopieren und downloaden ein kavaliersdelikt?

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  • Raubkopieren und downloaden ein kavaliersdelikt?

    Es wird immer rumgeschrien das Raubkopieren und illegales downloaden einen Schaden in Milliardenhöhe anrichtet und dass das ganz böse ist.

    Dabei habe ich mal gelesen das RK/ID einen jeden Film/Spiel/Musikalbum um ganze 5% der Einnahmen bringt.

    Wenn man zb einen Film hat der 800 Mille einspielt heist das dass er ohne RK/ID möglicherweise 850 Mille eingespielt hätte........

    Selbst wenn das ein Schinken ist der 200 Mille gekostet hat ist es da so wichtig jetzt ein plus von 650 statt 600 Mille zu machen? Hollywood produziert Filme eh wie am Fliessband......

    Ïch finde RK/ID jetzt nicht soo böse - bei manchen Sachen wird man ja förmlich dazu gezwungen - wie bei Space 2063 nur um ein BSP zu nennen - da hat man auf die DVD Box über 10 Jahre warten müssen (wenn man es sich nicht runtergeladen hat)

  • #2
    Ich habe während des Studiums für einen Publisher gejobbt, der auch Spiele mit Server gestützte Online-Multiplayer führt. Situation: Ein Spiel wird 25.000 mal verkauft, auf den Online-Servern tummeln sich aber bis zu 200.000 Spieler. Und die Dunkelziffer liegt noch höher, da nicht alle Raubkopien gleichzeitig online sind und viele Raubkopien gar niemals online gehen. Im Endeffekt konnte man in den Fällen, die ich aus nächster Nähe verfolgen konnte, von mindestens zehn Raubkopien auf eine verkaufte Kopie ausgehen.

    Natürlich entsprechen bei Weitem nicht alle Raubkopieren auch entgangenen Absätzen, aber selbst wenn wir den Batzen der Raubkopien großzügig herunter rechnen, kommt man noch immer ohne Weiteres auf ein Verhältnis von einer bis vier Raubkopien pro verkaufter Kopie. Das ist teilweise wirklich enorm und tatsächlich existenzbedrohend, wenn nicht für die Publisher, dann doch zumindest für die Entwickler, und ich verstehe vollkommen, dass mehr und mehr Spiele eine Onlineverbindung o.Ä. voraus setzen, denn die Publisher machen gerade mit PC-Spielen einen so schlechten Schnitt, dass sie kaum ihre Kosten herein holen, und einige große Publisher sind drauf und dran, den PC gar nicht mehr zu bedienen.

    Wenn man zb einen Film hat der 800 Mille einspielt heist das dass er ohne RK/ID möglicherweise 850 Mille eingespielt hätte........

    Selbst wenn das ein Schinken ist der 200 Mille gekostet hat ist es da so wichtig jetzt ein plus von 650 statt 600 Mille zu machen? Hollywood produziert Filme eh wie am Fliessband......
    Die Unternehmen haben alle nichts zu verschenken. Es ist ein Trugschluß zu glauben "Die haben schon so viel Geld, was wollen sie denn mit noch mehr Geld?". Nur weil man mit einem Produkt 800 Millionen umsetzt, lässt sich niemand gerne weitere 50 Millionen durch die Lappen gehen. Wenn du Bäcker wärst, würde es dir auch nicht gefallen, wenn zwei von zehn Brötchen "vom Lieferwagen fallen würden".

    Ïch finde RK/ID jetzt nicht soo böse - bei manchen Sachen wird man ja förmlich dazu gezwungen - wie bei Space 2063 nur um ein BSP zu nennen - da hat man auf die DVD Box über 10 Jahre warten müssen (wenn man es sich nicht runtergeladen hat)
    Das die Industrie die Möglichkeiten des Internets und die Veränderungen im Verhalten der Benutzer verpennt haben, stimmt allerdings. Ich warte noch immer auf einen flächendeckenden und umfassenden "Video on Demand"-Service von Syfy und Co., bei dem ich nicht mehr dazu verdammt bin, Freitag Abend um 20 Uhr Zuhause zu sein oder zumindest den Rekorder programmiert zu haben. Ich will die neuesten Episoden meiner Lieblingsserien dann schauen, wann es mir gefällt und in den Zeitplan passt, und für eine Serien-Flatrate würde ich auch einige Euro pro Monat direkt an die produzierenden Sender abdrücken.

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    • #3
      Zitat von Rarehero Beitrag anzeigen
      Im Endeffekt konnte man in den Fällen, die ich aus nächster Nähe verfolgen konnte, von mindestens zehn Raubkopien auf eine verkaufte Kopie ausgehen.
      Natürlich entsprechen bei Weitem nicht alle Raubkopieren auch entgangenen Absätzen, aber selbst wenn wir den Batzen der Raubkopien großzügig herunter rechnen, kommt man noch immer ohne Weiteres auf ein Verhältnis von einer bis vier Raubkopien pro verkaufter Kopie.
      eine bis vier Raubkopien - in manchen fällen zehn- pro verkaufter Eintrittskarte/Dvd?

      Das scheint mir sehr übertrieben. Die Film/Musikwirtschafts etc spricht doch von Maximal 10% Einbusen DH auf 10 gekaufte Produkte kommt eine RK/ID.

      Auserdem kann man das so nicht rechnen - viele Leute laden sich doch zb einen Film runter um ihn "anzuschnuppern" und wenn er ihnen gefällt gehen die dann trotzdem ins Kino.

      Bei 20 Euro pro DVD oder Musikalbum will man die Ware vorher untersuchen bevor man sie kauft.

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      • #4
        Ich habe nur die Fälle beschrieben, die ich kennen gelernt und mich Aussagen gestützt, die ich aus erster Hand habe. Über alle Medien und Genres hinweg sehen die Zahlen sicherlich anders aus. An der Stelle würde ich gerne die Quellen sehen, die von nur 10% Einbußen sprechen. Das deckt sich nicht mit dem, was ich gehört und selber gesehen habe. Die Wahrheit wird wohl wie so häufig irgendwo in der Mitte liegen.

        Auserdem kann man das so nicht rechnen - viele Leute laden sich doch zb einen Film runter um ihn "anzuschnuppern" und wenn er ihnen gefällt gehen die dann trotzdem ins Kino.
        Die habe ich bereits berücksichtigt. Aber man sollte sich wohl eher nicht dem Trugschluß hingeben, Raubkopierer seien entweder nur an einer "Demo" interessiert, oder sie seien "Idealisten", die ihr Handeln als Form des Protestes gegen die Publisher verstehen. Die meisten Raubkopierer wollen wohl einfach nicht zahlen.

        Bei 20 Euro pro DVD oder Musikalbum will man die Ware vorher untersuchen bevor man sie kauft.
        Zumindest Musikalben lade ich meistern vorab herunter, weil es nicht selten so gut wie keine Möglichkeiten gibt, vorab vernünftig in ein Album hinein zu hören. Das geht ja soweit, dass sogar Guitar Hero-Videos auf YouTube gesperrt haben, und ehe ich die Katze im Sack kaufe, lade ich das Album schnell runter, höre rein und bestelle es anschließend, wenn es mir gefällt, oder ich befasse mich meist gar nicht erst mit dem Künstler. An der Stelle verkennt die Industrie völlig den Wert des Internets. Ohne das Internet, würde ich heute mit Sicherheit viel weniger Musik hören als noch vor 10 Jahren.

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        • #5
          Ich bin mal ganz frech und sage:
          Man wird es nicht in den Griff bekommen, egal wie man moralisch dazu nun stehen mag.
          Die Industrien werden entweder fallen oder sich in irgendeiner Weise wandeln und nicht mehr sein wie sie einmal waren.

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          • #6
            Zitat von Rarehero Beitrag anzeigen
            denn die Publisher machen gerade mit PC-Spielen einen so schlechten Schnitt, dass sie kaum ihre Kosten herein holen, und einige große Publisher sind drauf und dran, den PC gar nicht mehr zu bedienen.
            Da kann ich nicht anders als zynisch anzumerken, dass die Entwickler dann vielleicht auch mal Anstrengung investieren sollten, um ihre Spiele kaufenswert zu machen.

            Einige Triple-A-Titel wie z.B. beide Modern Warfares waren zwar okay, aber wenn man nur Singleplayer spielt, dann sind sie das Geld echt nicht wert.

            Aber es gibt Spiele, die ich persönlich trotz Raubkopie ohne mit der Wimper zu zucken gekauft habe - weil sie es wert waren:
            - StarCraft 2 (okay, da hab ich mir die Vorab ins Netz geleakte Version nur gezogen, um ein paar Tage vor Eintreffen meiner vorbestellten CE schon spielen zu können)
            - Mass Effect (gezogen, angespielt, für genial befunden und sofort gekauft)
            - Mass Effect 2 (selber Fall wie bei SC2 oben)
            - Batman: Arkham Asylum (gezogen, angespielt, absolut geiles Gameplay und Batman-Gefühl, sofort gekauft)
            - Fallout New Vegas (gezogen, angespielt, gekauft)
            - Deus Ex Human Revolution (zuerst nie wirklich daran interessiert, vom Beta-Leak erfahren, Beta gezogen, angespielt, begeistert gewesen und CE vorbestellt)

            Sprich: Mein Geld sitzt nicht gerade locker, aber wenn ein Spiel wirklich toll ist, dann bin ich gerne bereit dafür zu zahlen. Und wenn die Spiele bei den regelmäßigen Steam-Rabattaktionen unter die 20-Euro-Grenze fallen, kaufe ich schonmal wesentlich mehr "auf Verdacht", als bei 50-Euro-Titeln.

            Ich weiß nicht inwiefern ich repräsentativ bin, aber ich sehe da als Kunde durchaus eine Bringschuld in Sachen Qualität beim Entwickler, die ich nur sehr selten erfüllt sehe.

            Zudem: Gerade die zunehmend hohe Verbreitung der zeitfressenden MMOs auf dem PC dürfte dazu führen, dass Spieler einfach keinen Bedarf mehr haben, so viele Spiele zu kaufen wie sie es vielleicht ohne MMOs getan hätten.
            In meiner aktiven WoW-Zeit habe ich auch so gut wie nichts anderes gespielt und dementsprechend nicht gekauft.

            Ich will die neuesten Episoden meiner Lieblingsserien dann schauen, wann es mir gefällt und in den Zeitplan passt, und für eine Serien-Flatrate würde ich auch einige Euro pro Monat direkt an die produzierenden Sender abdrücken.
            Würde ich auch sehr gerne - und zwar dann, wenn sie in den Staaten das erste Mal im Original laufen. Ich würde ja gern für ein Angebot zahlen (gerne auch mehr, als ich momentan für... alternative Lösungen ausgebe), mit dem ich das kann, aber die dämlichen nationalen Lizenzschwierigkeiten machen einem da einen Strich durch die Rechnung. Und ITunes ist IMHO absolut überteuert für aktuelle Einzelepisoden.
            Netflix, Hulu & Co. hätten hierzulande sicher eine willige Käuferschaft ihrer Angebote. Ich habe zumindest von mehreren Leuten ähnliche Statements gehört.

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            • #7
              Zitat von Rarehero Beitrag anzeigen
              Ich habe nur die Fälle beschrieben, die ich kennen gelernt und mich Aussagen gestützt, die ich aus erster Hand habe. Über alle Medien und Genres hinweg sehen die Zahlen sicherlich anders aus. An der Stelle würde ich gerne die Quellen sehen, die von nur 10% Einbußen sprechen. Das deckt sich nicht mit dem, was ich gehört und selber gesehen habe. Die Wahrheit wird wohl wie so häufig irgendwo in der Mitte liegen.
              Diese Studie spricht von 1:1 in manchen Entwicklungsländern und von 1:5 in Nordamerika und 1:4 in Deutschland.

              Raubkopien richten weltweiten Schaden in Höhe von 59 Milliarden US-Dollar an - WEB.DE

              Das heisst auf einen Käufer kommt in den Entwicklungsländern ein downloader in Deutschland kommt auf 4 Käufer ein download.

              Das ist mehr als die 10% aber weit davon entfernt das auf einen Käufer 4 oder 5 oder gar 10 downloader kommen.

              Die gröste Sauerei ist wie die durch paranoide sicherungen ihre produkte "schützen" wollen - das
              Half Life 2 eine Internetanmeldung benötigte bevor man es spielen konnte und es nur ganz klein im kleingedruckten auf der Packung draufstand ( und das 2004) war wohl die grösste Frechheit der Spielgeschichte!

              Das man Scraft 2 auch mit Internet zuerst freischalten muss ist auch ne frechheit - wenn ich für so ein Spiel 60 Euro hinnblättere will ich gleich nach der Installation spielen und nicht erst das runterladen und da anmelden und bla bla bla

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              • #8
                Da kann ich nicht anders als zynisch anzumerken, dass die Entwickler dann vielleicht auch mal Anstrengung investieren sollten, um ihre Spiele kaufenswert zu machen.
                Ich weiß nicht inwiefern ich repräsentativ bin, aber ich sehe da als Kunde durchaus eine Bringschuld in Sachen Qualität beim Entwickler, die ich nur sehr selten erfüllt sehe.
                Das erklärt nicht, warum sich ansonsten identische Spiele auf Konsolen gut gerne zehn mal häufiger verkaufen. Der entscheidende Faktor scheint mir hier doch eher der zu sein, dass Raubkopien auf Konsolen zwar auch möglich, aber nicht so einfach funktionieren wie auf dem PC.

                Zudem: Gerade die zunehmend hohe Verbreitung der zeitfressenden MMOs auf dem PC dürfte dazu führen, dass Spieler einfach keinen Bedarf mehr haben, so viele Spiele zu kaufen wie sie es vielleicht ohne MMOs getan hätten.
                In meiner aktiven WoW-Zeit habe ich auch so gut wie nichts anderes gespielt und dementsprechend nicht gekauft.
                Das Problem ist so alt wie der Home Computer, aber mittlerweile tut es richtig weh. Natürlich wird da auch viel Propaganda betrieben, aber viele Aussagen der Publisher entsprechen auch der Wahrheit. Das sich viele Publisher mittlerweile schwer tun, überhaupt noch die Entwicklungskosten rein zu holen (während sie mit Konsolenspielen dicke Millionengewinne einfahren) ist nicht unwahr, wenn auch manchmal übertrieben. Dennoch, wer das als Propaganda gieriger Publisher abtut, spielt mit dem Feuer und riskiert, dass wir am PC bald nur noch MMOs oder Spiele mit "battlenet-Multiplayer". Da spielen aber sicherlich auch andere Faktoren eine Rolle, etwa dass der PC außerhalb Deutschlands massiv an Bedeutung verloren hat.

                Dass MMO-Spieler 8 Stunden am Tag nur vor ihren MMOs hocken, ist im Übrigen nach meiner Erfahrung eher ein Klischee. Die meisten Spieler zocken eher acht Stunden die Woche denn acht Stunden am, weil die meisten Spieler ganz normale meist berufstätige junge Erwachsene sind, die noch viele andere Interessen haben, zum Beispiel auch Singleplayer-Games.

                @politiker
                Ein Schaden von 59 Milliarden US-Dollar ist ja schon eine Menge, den sich die Publisher ungerne durch die Finger gehen lassen. Ob die Publisher dadurch massiv bedroht werden? Ich denke nicht. Eher wird das passieren, was wir ohnehin seit einigen Jahren beobachten: Die Publisher entwickeln mehr und mehr für Systeme, auf denen sie noch ordentliche Margen erzielen, auch weil Raubkopien auf diesen System nicht ganz so einfach möglich sind.

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                • #9
                  Zitat von Rarehero Beitrag anzeigen
                  Das erklärt nicht, warum sich ansonsten identische Spiele auf Konsolen gut gerne zehn mal häufiger verkaufen. Der entscheidende Faktor scheint mir hier doch eher der zu sein, dass Raubkopien auf Konsolen zwar auch möglich, aber nicht so einfach funktionieren wie auf dem PC.
                  Das ist sicher auch ein Grund, aber insgesamt zu kurz gedacht.

                  Ein Beispiel: Halo war auf der XBox ein Megaseller und DER Wegbereiter für Ego-Shooter auf Konsolen. Auf dem PC ist das Spiel gefloppt, teils weil es erst verspätet herauskam, teils weil die Spieler dort den Vergleich zu anderen, besseren Shootern hatten und dann war Halo einfach nur noch unterdurchschnittlich.

                  Zweitens: Konsolenportierungen schrecken immer mehr Spieler von vornherein ab, geprägt dadurch, dass Spiele wie Oblivion die für Konsolen optimiert waren auf dem PC einfach mies zu bedienen und lausig angepasst waren. Ähnlich sieht es mit der Grafik aus, da orientieren sich viele Spiele am kleinsten gemeinsamen Nenner - der Konsole.
                  Von dem Fallout, den es bei angeblich "verkonsolisierten" Titeln wie Mass Effect 2 und Dragon Age 2 gab, will ich gar nicht mal reden.

                  Und zu guter Letzt: Noch einmal, die MMOs. Wie die Situation aussehen würde, wenn auch nur WoW auf den aktuellen Konsolen gespielt werden könnte, wage ich nicht zu prophezeien. Dann würden die Verkäufe auf den Konsolen sicher auch zurückgehen.

                  Das Problem ist so alt wie der Home Computer, aber mittlerweile tut es richtig weh. Natürlich wird da auch viel Propaganda betrieben, aber viele Aussagen der Publisher entsprechen auch der Wahrheit. Das sich viele Publisher mittlerweile schwer tun, überhaupt noch die Entwicklungskosten rein zu holen (während sie mit Konsolenspielen dicke Millionengewinne einfahren) ist nicht unwahr, wenn auch manchmal übertrieben.
                  Da könnte ich jetzt zynisch werden und sagen, dass das kein Wunder ist, wenn man sieht dass die Konsoleros im Schnitt jeden Mist kaufen. Siehe CoD-Mappacks, die in der PC-Community zurecht als glatte Verarsche verschrien sind.

                  Dennoch, wer das als Propaganda gieriger Publisher abtut, spielt mit dem Feuer und riskiert, dass wir am PC bald nur noch MMOs oder Spiele mit "battlenet-Multiplayer".
                  Wie schon gesagt, es gibt Titel die sich auf dem PC auch super verkaufen (Biowares und Blizzards Titel z.B. oder jüngst "The Witcher 2"). Es ist daher insoweit Propaganda, wie die Publisher generell die Tatsache ignorieren, dass ihre Titel einfach nicht den Erwartungen entsprachen und sich auch nicht wirklich verbessern.

                  Es gibt einige Beispiele für Entscheidungen der Entscheidungsträger die dermaßen eklatant dämlich waren, dass man sich insgeheim freut, dass die damit gegen eine Wand gerannt sind.
                  C&C4 als Ganzes fiele mir da spontan ein.
                  Schade um die Serie, aber das Spiel wurde vollkommen verdient verrissen - und das nur, weil man auf eine für den asiatischen Markt gemachte und ursprünglich nicht-canonische (!) Franchise-Auskopplung eine halbherzige Singleplayer-Kampagne gepappt und es für den schnellen Dollar weltweit verkauft hat.
                  Dass das Entwicklerteam schon vorher wusste, dass es nach der Fertigstellung des Spiels seinen kollektiven Hut nehmen darf wirkt auch nicht gerade förderlich in Bezug auf das Bedürfnis, ein gutes Produkt abzuliefern.

                  Dass MMO-Spieler 8 Stunden am Tag nur vor ihren MMOs hocken, ist im Übrigen nach meiner Erfahrung eher ein Klischee. Die meisten Spieler zocken eher acht Stunden die Woche denn acht Stunden am, weil die meisten Spieler ganz normale meist berufstätige junge Erwachsene sind, die noch viele andere Interessen haben, zum Beispiel auch Singleplayer-Games.
                  Acht Stunden sicher nicht. Aber viele MMO-Spieler spielen halt nichts anderes mehr. Warum sollten sie auch, das eine Spiel lastet sie ja voll aus? Die Spieler die nebenbei dann auch noch SP-Spiele spielen, dürften eher die Minderheit sein, du sagst es ja selbst, die Zeit haben die meisten Berufstätigen gar nicht.

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                  • #10
                    Grade bei Spielen kann das Raubkopieren einem kleineren Publisher auch das Genick brechen,wenn die Umsatzzahlen einbrechen,obwohl tausende von Kopien des Spiels durchs netz geistern. Ja so passiert bei CDV,die zwar so Spiele wie Doom,Sudden Strike,Blitzkrieg,Duke Nukem und Cossacks auf den Markt gebracht haben aber 2010 dennoch in die Insolvenz gegangen sind,weil die Umsatzzahlen/Gewinne in keinem Verhältniss zu den Entwicklungskosten standen. Für so ein vergleichsweise "kleines" Unternehmen sind auch 3-5% Umsatz/Gewinneinbruch durch Raubkopien eine Katastrophe. Ich habe selber bei Cossacks 2 erlebt,das im ersten viertel Jahr die Online Server so voll waren,das man teils ne Stunde oder länger auf ein Spiel gewartet hat und von einem Tag auf den anderen das ganze so leer wurde wie ein Schulgebäude in den Sommerferien,als die Onlinerverifizierung via.CD Key (original) eingeführt wurde.
                    .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

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                    • #11
                      @ Drakespawn

                      Ja das mit den Konsolen ist ein ein Mist. Ich habe Halo 1 am PC gespielt und war begeistert - ich hätte mir sofort Halo 2 und 3 gekauft - H2 ist jedoch erst 2 Jahre nach der wiX Box Version für PC erschienen H3 gar nicht - und ne wiX Box kaufe ich mir sicher nicht da ich Konsolen nicht ausstehen kann!

                      Hätten die H2 und H3 für PC rausgebracht hätten es zumidest ein paar hunderttausend Leute gekauft - aber sie mussten ja Halo extra für die wiX Box entwickel¨n weil sonst keine Sau diesen Mist gekauft hätte.

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                      • #12
                        Ich bin bei der ganzen Geschichte zwiegespalten.
                        auf der einen Seite verstehe ich natürlich, das heute keiner mehr Filme, Serien, Computerspiele oder Musik einfach nur so zum Spaß produziert und das die das natürlich auch verkaufen wollen.
                        Auf der anderen Seite fühle ich mich als ehrlicher Kunde auch zunehmend verarscht.
                        Beispiel :
                        Ich kaufe DVD`s und muss mir dann jedes Mal endlos diese dämmlichen Raubkopierhinweise angucken.

                        Wenn ich mir den Film gleich als Raubkopie downloade muss ich das nicht.
                        Ausserdem kriege ich ihn dann schneller, meist auch UNCUT.

                        Das ist nämlich auch so eine Sache die mich ankotzt.
                        Bei Musik ist es ählich...früher habe ich viel geshart, aber dann gabs ne Phase wo ich mir gesagt habe "ok, das ist den Künstlern gegenüber unfair".
                        Nun habe ich etlich I-Tunes Songs, die mich nach der Änderung meiner E-Mailadresse und diversen Neuinstallationen meines Rechners ohne vorherige Deaktivierung ständig mit Rückfragen und Passwortabfragen nerven.
                        Auch diese Probleme habe ich mit Raubkopien nicht.

                        Dann gucke man sich mal die ganze HD+ Verarsche an.
                        Ich kann nicht aufnehmen was ich will, gucken wann ich es will und aufheben erst recht nicht.
                        Schönen Dank, dann doch lieber gleich ziehen.

                        Ausserdem habe ich auch immer im Hinterkopf das diese Konzerne mit ihrer Lobbymacht dafür verantwortlich sind, dass eine immer stärkere Zensur und Überwachungsmaschinerie installiert wird.

                        Die sehen mich als Kunden als Feind an und behandeln mich so, dann muss ich auch nicht mehr fair sein.
                        Ich habe im Laufe der Jahre zig tausende Euro an die gezahlt.
                        Moralische Bedenken habe ich da inzwischen keine mehr, die haben es nicht besser verdient.
                        Dr. Manhattan: "A live human body and a deceased human body have the same number of particles. Structurally there's no difference. "

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                        • #13
                          Ich glaube man muss da tatsächlich oft "Einzelfälle" betrachten. Ich hab mir früher auch Filme gezogen,geb ich ganz ehrlich zu,nur waren das dmals meistens "grottenschlechte" Kopien,die einen eigentlich nur dazu animiert haben,entweder ins Kino zu gehen oder sich die DVD zuzulegen,wenn man gute Qualität wollte um sich das ganze dann auch "uncut" nochmal in Ruhe zuhause anzugucken. Aber bei Spielen oder teils aufwendigen Filmproduktionen sehe ich das anders,da können illegale Kopien durchaus einen Einbruch bedeuten,der dazu führt das ein Unternehmen diesen Bereich gar nicht mehr bedient und sich dann auf das konzentriert was erstmal noch Gewinn bringt und viele Leute gucken dann "in die Röhre"..
                          .>ACHTUNG, freilaufender "Linker Gutmensch"! VORSICHT BISSIG!<

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                          • #14
                            Im Bereich der Spiele gibt es noch ein paar Entwicklungen, die gerne unberücksichtigt bleiben.
                            Es gibt immer weniger junge Menschen in Deutschland, die traditionell den Hauptanteil an den Spielern stellen. Zwar wachsen gestandene Spieler langsam sogar in die Rentnerjahrgänge ein, aber das ist eher eine kleine Gruppe. Das Spielverhalten (und die Zeit dafür) verändert sich im Lauf der Jahre, es wird in der Regel weniger gespielt.
                            Viele junge Menschen wachsen in eher knappen Verhältnissen auf und können sich einfach nicht alles kaufen, was sie vielleicht gerne hätten. Schon deshalb sind die Verlustrechnungen der Medienindustrie reine Milchmädchenrechnungen. Wenn ein Jugendlicher 40 Euro Taschengeld bekommt und damit sein gesamtes Freizeitangebot bestreiten muss, ist offensichtlich, dass die Zahl der gekauften Spiele pro Jahr nicht allzu hoch sein kann.
                            Ein Schaden entsteht den Firmen dabei also eher nicht.
                            Es gibt auch Untersuchungen, die zeigen, dass mit der Zahl unrechtmäßiger Kopien auch die Zahl der Verkäufe ansteigt, einfach weil der Bekanntheitsgrad eines Mediums durch viele Kopien steigt - das ist letztlich Werbung.

                            Ich habe sehr viele DVDs zuhause und ärgere mich auch maßlos über diese nervigen Anti-Kopierer-Spots der Industrie. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man so deppert sein kann, zu glauben, das würde irgendwas nützen. Die ehrlichen Kunden werden verprellt und die unehrlichen kriegen das eh nicht zu sehen. Facepalm!
                            "Die Wahrheit ist so schockierend, die kann man niemandem mehr zumuten." (Erwin Pelzig)

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                            • #15
                              Zitat von Rarehero Beitrag anzeigen
                              Ich habe während des Studiums für einen Publisher gejobbt, der auch Spiele mit Server gestützte Online-Multiplayer führt. Situation: Ein Spiel wird 25.000 mal verkauft, auf den Online-Servern tummeln sich aber bis zu 200.000 Spieler. Und die Dunkelziffer liegt noch höher, da nicht alle Raubkopien gleichzeitig online sind und viele Raubkopien gar niemals online gehen. Im Endeffekt konnte man in den Fällen, die ich aus nächster Nähe verfolgen konnte, von mindestens zehn Raubkopien auf eine verkaufte Kopie ausgehen.

                              Natürlich entsprechen bei Weitem nicht alle Raubkopieren auch entgangenen Absätzen, aber selbst wenn wir den Batzen der Raubkopien großzügig herunter rechnen, kommt man noch immer ohne Weiteres auf ein Verhältnis von einer bis vier Raubkopien pro verkaufter Kopie.
                              Wobei trotzdem die Frage bleibt, ab wann diese Abschätzung realistisch ist. Wenn ich Dein Beispiel nehme, 25 zu 200, also 1 zu 8 - Dann stelle ich einfach mal die rhetorische Frage: Wenn in einer Innenstadt ein Starbucks einen Tag lang alles-umsonst anbieten würde, wäre die Kundenzahl dann nur 8 mal höher?

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