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Der anonyme Bewerber

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  • Der anonyme Bewerber

    Ich dachte, da wir hier ja schon über Hartz IV und Fachkräftemangel diskutieren, passt das Thema sicherlich auch ganz gut dazu.

    Schutz vor Diskriminierung

    Lüders' Behörde startet deshalb im September eine Pilotstudie zur Anonymisierung von Bewerbungen, an der insgesamt fünf Firmen teilnehmen. Ziel ist es, dass Unternehmer nur aufgrund der fachlichen Qualifikation eines Bewerbers entscheiden, ob die Person zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird oder nicht. Die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, der Kosmetikkonzern L'Oréal, der Geschenkdienstleister Mydays und der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble machen bei dem Testlauf mit.
    Kurz gesagt, in Zukunft sollen Bewerbungen nicht mehr zwingend eine Adresse, ein Geburtsdatum, ein Passbild oder einen detaillierten Lebenslaufen enthalten, sondern lediglich nur Angaben zur geforderten fachlichen Qualifikation. In anderen Ländern ist das (mal wieder) schon längst gang und gebe.

    Ich persönlich kann das Ganze nur begrüßen. Viel zu oft werden Menschen erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen, weil sie aus dem „falschen“ Land/Bundesland stammen, das „falsche“ Alter haben, auf der „falschen“ Schule waren, bzw. über den „falschen“ Bildungsweg zu ihren Abschlüssen gekommen sind.
    Kinder zu haben und allein erziehend zu sein, ist ja ohnehin was ganz „falsches“.
    …und wenn man auch noch hässlich ist…

    Ich denke jedenfalls, dass das Ganze ein Schritt in die richtige Richtung ist, denn wenn es um die Ursachen von Arbeitslosigkeit geht, gehören meiner Meinung nach „saublöde Vorurteile“ ganz oben auf die Liste.

    Hier noch einige Links zum Thema:

    Anonyme Bewerbung in der Testphase - Nur Augen fr die Qualifikation - Job & Karriere - sueddeutsche.de

    Bewerbung: Fakten ohne Fleisch und Blut - Anonyme Bewerbung - FOCUS Online

    Anonyme Bewerbungen sollen vor Diskriminierung schützen | tagesschau.de

    Gruß, succo
    Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

  • #2
    Ich bin zwar gegen Diskriminierung aber auch gegen diesen Vorschlag. Gerade bei der Absicht arbeiten bis 67 bzw 70 sollte das Alter noch angegeben werden. Was bringt es der dt Post zB einen Postboten zu suchen und dank dieser verschleierten Sache stellen die nen 67 jährigen ein der für die vorgesehene Strecke ewig und 3 Tage braucht.
    Das Verfahren erhöht lediglich den Aufwand von Firmen, und damit deren Kosten, neue Mitarbeiter zu finden. Und diese Kosten legen die sehr wahrscheinlich wieder auf die MA um, heißt also niedrigere Löhne oder längere Arbeitszeiten fürs gleiche Geld.
    Ihr müsst uns nicht fürchten, es sei denn, Eure Herzen sind nicht rein. Ihr seid Abschaum, der Jagd auf Unschuldige macht.
    Ich verspreche Euch, Ihr könnt euch nicht ewig vor der leeren Dunkelheit verstecken.
    Denn wir werden Euch zur Strecke bringen, wie die räudigen Tiere die Ihr seid.
    und Euch in die tiefsten Abgründe der Hölle verbannen

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    • #3
      Zitat von succo Beitrag anzeigen
      sondern lediglich nur Angaben zur geforderten fachlichen Qualifikation.
      ...

      Ich denke jedenfalls, dass das Ganze ein Schritt in die richtige Richtung ist, ...

      Nur in der Theorie, also wenn Zeugnisnoten, und darauf läuft es letzten Endes (insbesondere bei sehr jungen Leuten ohne Erfahrungswerte), hinaus, auch wirklich etwas über die Qualifikation aussagen könnten, aber das tun sie halt leider nur sehr eingeschränkt.
      Denn es gibt tausende Gründe warum die ein oder andere Note besser oder schlechter ist als die der Konkurrenzbewerber.

      Bspw. kann der Bewerber mit den guten Noten sich diese mit Spickzetteln, durch Abschreiben & Co erstunken und erlogen haben und der mit schlechten Noten hat zwar eigentlich Talent für den Job, aber das geben die schlechten Noten nicht wieder, weil dieser seine Klausuren z.B. in einer Zeit schrieb, als ihn vielleicht gerade seine Freundin verlassen hat oder es ansonsten irgendeinen anderen Grund gab der ungewollt dazu führte das dies sich halt doch in den Noten niederschlug.

      Bewerbung nach Qualifikation, wofür in der Regel bei jungen Leuten ohne Erfahrung wie eben gesagt die Noten herhalten müssen weil es nichts anderes gibt das etwas über die Qualitifkation aussagen könnte, könnte also nach dem Schema ablaufen, daß man einen Computer mit allen Notendaten der Bewerber füttert und dann vom Computer denjenigen errechnen läßt, der den besten Gesamtdurchschnitt hat. Alle anderen gehen leer aus.
      Nur, wo bleibt da der menschliche Faktor übrig?
      Was bringt es, wenn der Chef den Neuankömmling dann letzten Endes halt doch nicht riechen kann?
      Warum sollte der der bessere Verkäufer sein, der den Wissensteil mit guten Noten belegen kann? Wo bleibt da der Platz für den Charme, das Charisma und die Fähigkeit mit Kunden umgehen zu können?
      Der bessere Autoverkäufer ist IMO doch der, der im Monat mehr Kunden um den Finger wickeln kann und nicht der, der zwar die Finanz & Wirtschaftstheorie perfekt beherrscht, aber keinen einzigen Kunden vom neuen Auto überzeugen kann.
      Und gerade hier, beim Kunden um den Finger wickeln spielt insbesondere auch das Aussehen eine Rolle, auch wenn man das ungern wahrhaben will, aber die hübsche Dame hat es hier einfacher und wenn sie dies gezielt zu nutzen weiß, dann schlägt sich das auch in den Verkaufszahlen nieder.
      Ein paar praktische Links:
      In Deutschland empfangbare FreeTV Programme und die jeweiligen Satellitenpositionen
      Aktuelles Satellitenbild
      Radioaktivitätsmessnetz des BfS

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      • #4
        Ich glaube, ihr zwei habt da grundsätzlich etwas missverstanden, ThorKonnat und Cordess: Die Firmen sollen nicht anonym einstellen.

        Es geht darum, dass man sich anonym bewerben können soll damit nur die Qualifikationen darüber entscheidet, wer zum Vorstellungsgespräch geladen wird und wer nicht und nicht solche Oberflächlichkeiten wie Aussehen, Geschlecht oder gar Wohnort. Natürlich muss man dann noch in Einstellungstest/Vorstellungsgesprächen überzeugen.

        Die Idee finde ich grundsätzlich gut. Viel zu oft entscheiden Äußerlichkeiten darüber, wer eine Stelle bekommt oder nicht und das darf eigentlich nicht sein. Anonyme Bewerben zwingen die Firmen dazu, sich stärker mit den Qualifikationen der Bewerber zu beschäftigen. Das erhöht nicht nur die Chancen für Menschen mit optischen Defiziten auf dem Markt sondern kommt eigentlich auch den Firmen zu Gute, die dann evtl. die besseren Mitarbeiter bekommen.

        Natürlich ist das System nicht fehlerfrei. Die Praxis wird zeigen, ob es sich bewährt oder nicht aber dazu muss man es erstmal ausprobieren.

        LG
        Whyme
        "Und wie alle Priester haben sie als erstes gelernt, Wahrheit mit "Ketzerei" zu übersetzen."
        -Frank Herbert - Der Herr des Wüstenplaneten

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        • #5
          Zitat von ThorKonnat Beitrag anzeigen
          Was bringt es der dt Post zB einen Postboten zu suchen und dank dieser verschleierten Sache stellen die nen 67 jährigen ein der für die vorgesehene Strecke ewig und 3 Tage braucht.
          Tja, wnn man den 67jährigen zum Vorstellungsgespräch einlädt und ihn persönlich kennenlernt, würde man womöglich erstaunt feststellen, dass er gar nicht ewig und drei Tage braucht.

          Interessant, dass wenn es um die Vermeidung von Vorurteilen geht, sofort wieder auf der Grundlage von Vorurteilen argumentiert wird, aber irgendwie war damit zu rechnen.

          Zitat von Cordess
          Bewerbung nach Qualifikation, wofür in der Regel bei jungen Leuten ohne Erfahrung wie eben gesagt die Noten herhalten müssen weil es nichts anderes gibt das etwas über die Qualitifkation aussagen könnte, könnte also nach dem Schema ablaufen, daß man einen Computer mit allen Notendaten der Bewerber füttert und dann vom Computer denjenigen errechnen läßt, der den besten Gesamtdurchschnitt hat. Alle anderen gehen leer aus.
          Nur, wo bleibt da der menschliche Faktor übrig?
          Was bringt es, wenn der Chef den Neuankömmling dann letzten Endes halt doch nicht riechen kann?
          Warum sollte der der bessere Verkäufer sein, der den Wissensteil mit guten Noten belegen kann? Wo bleibt da der Platz für den Charme, das Charisma und die Fähigkeit mit Kunden umgehen zu können?
          Der bessere Autoverkäufer ist IMO doch der, der im Monat mehr Kunden um den Finger wickeln kann und nicht der, der zwar die Finanz & Wirtschaftstheorie perfekt beherrscht, aber keinen einzigen Kunden vom neuen Auto überzeugen kann.
          Und gerade hier, beim Kunden um den Finger wickeln spielt insbesondere auch das Aussehen eine Rolle, auch wenn man das ungern wahrhaben will, aber die hübsche Dame hat es hier einfacher und wenn sie dies gezielt zu nutzen weiß, dann schlägt sich das auch in den Verkaufszahlen nieder.
          Perfekt ist das System sicher nicht, aber gerade wenn es auch um Charme und Charisma geht, sollte es erst mal zu einem Vorstellungsgespräch kommen, denn gerade dass ist ja nun wirklich aus einer schriftlichen Bewerbung kaum ersichtlich.

          Außerdem gibt es ja auch bei den Jugendlichen durchaus welche, die Ihre guten Noten verdient haben und trotzdem wegen mangelnder Berufserfahrung abgelehnt werden oder weil sie von gleich als "Generation Pisa" abgestempelt werden. Auch diese Form der Diskriminierung könnte man so einschränken.

          Letzten Endes kann ja jeder Bewerber auch selbst entscheiden, welche Zusatzinformationen er anbieten will.

          Nur, wo bleibt da der menschliche Faktor übrig?
          Die Frage muss man sich eben auch stellen, wenn Leute aufgrund von Herkunft, Alter, Familienstand u.ä. abgelehnt werden.

          Gruß, succo
          Ich blogge über Blogger, die über Blogger bloggen.

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          • #6
            Wo hab ich denn bitte meine AUssage auf Vorurteile gestützt? Es ist bewiesen das ältere Menschen im Schnitt langsamer sind als jüngere.

            BTW: Whyme, ich hab das schon richtig verstanden, nur wie gesagt entstehen dadurch massiv Mehraufwendungen bei den Firmen gerade durch vermehrte Vorstellungsgespräche. Es ist eine Sache ob du 10 Gespräche führst oder 100. Und bei einer zu besetzenden Stelle ist dann doch die Überlegung möglich ob man durch Schichtneugestaltung diese eine Stelle nicht wegrationalisiert anstatt 100 Leute zum Vorstellungsgespräch zu bitten.
            Außerdem wie Cordess schon schrieb, die Chemie ist in vielen Fällen wichtiger als die bereits erbrachten Leisten.

            Und Succo, der Vorschlag soll Diskriminierung abschwächen ? Ich sag dir was, der Vorschlag diskriminiert dann nicht mehr die die jetzt durchfallen aufgbrund AUssehen / Wohnort etc pp sondern Leistungsschwächere und vorallem Jugendliche. Denn wieviel Leistung kann ein Schulabgänger schon erbracht haben ? Oder jmd der frisch aus der Lehre kommt, oder jmd der nach der Lehre arbeitslos wurde ? Richtig, keine. Da fliegt dann die Bewerbung innen Müll denn dann sind die gefragt die schon Erfahrung haben.

            Ich halte den Vorschlag für unausgegoren und unüberlegt.

            Ich hätte keinerlei Probleme oder Skrubel die Bewerbung einer jungen Mutter abzulehnen. Denn Kinder haben die Angewohnheit krank zu werden etc pp wodurch mir die Arbeitskraft dann auch fehlen würde. Da würd ich lieber gleich jmd anderen einstellen.
            Ihr müsst uns nicht fürchten, es sei denn, Eure Herzen sind nicht rein. Ihr seid Abschaum, der Jagd auf Unschuldige macht.
            Ich verspreche Euch, Ihr könnt euch nicht ewig vor der leeren Dunkelheit verstecken.
            Denn wir werden Euch zur Strecke bringen, wie die räudigen Tiere die Ihr seid.
            und Euch in die tiefsten Abgründe der Hölle verbannen

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            • #7
              Das weglassen des Alters bringt meiner Meinung nach recht wenig, immerhin kommen ja zum Qualifikationsnachweiß die Zeugnisse in die Bewerbung und auf diesen steht in der Regel das Ausstellungsdatum. Hat man nun das Zeugnis einer Berufsschule vor sich das im Sommer 2009 ausgestellt wurde, so kann man mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen das der Bewerber zwischen 18 und 25 Jahre alt sein wird.
              Verlangt ein Arbeitgeber von seinen Bewerbern das sie alle Zeugnisse und eventuell noch Arbeitszeugnisse, was durchaus vertretbar ist. So lässt sich daraus auch ein halbwegs akkurater Lebenslauf erstellen.

              BTW: Whyme, ich hab das schon richtig verstanden, nur wie gesagt entstehen dadurch massiv Mehraufwendungen bei den Firmen gerade durch vermehrte Vorstellungsgespräche. Es ist eine Sache ob du 10 Gespräche führst oder 100. Und bei einer zu besetzenden Stelle ist dann doch die Überlegung möglich ob man durch Schichtneugestaltung diese eine Stelle nicht wegrationalisiert anstatt 100 Leute zum Vorstellungsgespräch zu bitten.
              Ich wüsste nicht warum sich die Anzahl der Bewerbungsgespräche durch diese Umstellung enorm erhöhen sollte. Zwar spielt das Foto bei der Auswahl der Kandidaten für das Bewerbungsgespräche eine nicht unerhebliche Rolle, aber ich würde sagen das es dennoch vor allem die Lebensläufe, Zeugnisse und das Bewerbungsschreiben sind die den Ausschluss geben.
              Man lädt jetzt also nicht die zehn Bewerber mit guten Papieren ein, die einen sympathischen Eindruck machen, sondern man lädt die zehn mit den besten Papieren ein. den hübschesten kann man sich dann immer noch nach dem Gespräch raus suchen. Ein Mehrung der Gespräche ist aus meinen Augen damit nicht ersichtlich.

              Ich hätte keinerlei Probleme oder Skrubel die Bewerbung einer jungen Mutter abzulehnen. Denn Kinder haben die Angewohnheit krank zu werden etc pp wodurch mir die Arbeitskraft dann auch fehlen würde. Da würd ich lieber gleich jmd anderen einstellen.
              Es kommt wohl stark darauf an wie alt das Kind ist, spätestens im Alter von einem Jahr (wo viele Mütter eh noch im Babyurlaub sein dürften) ist es vertretbar das kranke Kind von anderen beaufsichtigen zu lassen. Als ich noch ein Kind war hat meine Mutter nicht frei gemacht, nur weil ich Krank war.
              Wobei ich nicht abstreiten möchte das es durchaus Mütter gibt, die ihr Kind schon bei einem eingefangenem Splitter unter 24h Beobachtung stellen würden, aber das ist alles eine Erziehungssache. Wenn das Kind mit einer Erkältung im Bett liegt dann muss die Mutter wohl kaum den ganzen Tag dabei sein. Ein sechsjähriges Kind dürfte doch wohl in der Lage sein mal 8-10h zu Hause alleine zu sein.


              Ich denke durch dieses System würde vor allem auf das Schreiben ein viel stärkeres Gewicht fallen und das lässt sich durchaus mit fremder Hilfe aufpuschen. Menschen mit einer Bewerbung, die einem Serienbrief entspringt, dürften es damit wohl schwerer haben.

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              • #8
                Bewerbungen allgemein, selbst Vorstellungsgespräche, sind in meinen Augen sowieso nicht sehr aussagefähig.
                Wirklich 100% objektiven Einstellungen existieren wahrscheinlich nicht. Letzlich orientiert sich jeder an anderen, relativ willkürlich ausgewählten Kriterien. Letzlich ist ein Mensch auch einfach zu facettenreich und zu individuell, um in Schubladen gepackt werden zu können. Und selbst wenn man es wollte, eine wirklich objektive Leistungsbeurteilung wird man ebenfalls nicht hinbekommen, weil einfach die Instrumente zu deren Messung unperfekt sind.
                Diskriminierung ist damit unvermeidbar.

                Dennoch sollte um jeden Preis vermieden werden, dass eine Einstellung nach Herkunft oder Aussehen geht. Denn sehr viel subjektiviere Kriterien existieren nicht, da kann man ja gleich den Job im Losverfahren vergeben. Gewinnfördernd ist das sicher nicht.

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                • #9
                  @ThorKonnat:

                  Es bleibt trotzdem ein Voruteil, wenn man den Schnitt auf jeden Einzelfall anwendet. Es gibt nämlich auch sehr flotte 67jährige. Wobei dieses Beispiel zu fiktiv bzw. unredlich ist, um es ernsthaft als Beispiel zu nehmen.

                  Du hast das auch sonst wohl nicht ganz durchdacht. Du gibst die Zahl von zehn Bewerbungsgesprächen an und fürchtest höhere Kosten. Im nächsten Absatz fürchtest du, dass bei anonymen Bewerbungen Leistungsschwache nicht mehr eingeladen werden würden? Was denn nun?
                  Glaubst du, dass Firmen, die nur zehn Bewerber einladen, darunter stets auch hübsche Leistungsschwache mit hübschen Foto haben?
                  Leistungsschwache sollten an und für sich nach beiden Modellen durchfallen. Denn es sollte(!) ja an und für sich so sein, dass auch eine schön gestaltete Bewerbungsmappe mit nettem Foto nicht über die mangelhafte Leistung hinweghilft.
                  Und was das andere anbetrifft: Natürlich würde trotzdem aus Bewerbungsunterlagen hervorgehen, ob jemand gerade erst aus der Schule kommt, oder jahrelange Berufspraxis hat. So ausgeprägt soll die Anonymisierung sicher nicht gehen. Abgesehen davon: wenn klar langjährige Berufspraxis erwartet wird, steht das auch in der Stellenbeschreibung und dann haben Schulabgänger ohnehin schlechte Karten.

                  Ich halte das aber auch in der Praxis nicht für umsetzbar bzw. das würde mich schon sehr interessieren. Postalisch geht das dann ja gar nicht mehr, wenns ohne Adresse geht. Selbst aus Emailadressen geht eigentlich der Name hervor, oder soll man sich dann mit Adressen wie "pepperoni@web.de" bewerben? Nun, da gäbe es Lösungen übers Internet, aber das wäre schon sehr aufwendig.
                  Was macht man mit Schul-, Universitäts- oder Arbeitszeugnissen? Da steht ja der Name eigentlich auch immer drin. Gerade bei höher qualfizierten Stellen geht das gar nicht anonym.

                  edit: Die Lösung ist doch sehr einfach und naheliegend, es gibt da dann eine Sekretärin, welche die namen etc. unkenntlich macht, bevor sie die Unterlagen weiterreicht; (natürlich gäbs auch hier Mittel, um das ein bisschen auszuhöhlen. Wenn die Sekretärin die Unterlagen dann zum Chef bringt, könnte sie durch dezente Hinweise auch was durchblicken lassen. "Möchten Sie vielleicht ein Schnittchen?" - bei optisch ansprechenden Stellensuchenden oder "Wir haben noch Windbeutel", wenn die Leute in einem anrüchigen Viertel wohnen oder "Griechischer Wein" pfeifen, wenn die Leute aus dem Süden kommen etc.)

                  Trotzdem eine gute Idee, wegzukommen von den Oberflächlichkeiten, denn das kostet auch immenses Geld.
                  Zuletzt geändert von endar; 25.08.2010, 13:05.
                  Republicans hate ducklings!

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                  • #10
                    Also ich finde, dass wenigstens das Alter angegeben werden sollte. Es ist schließlich logisch, dass die älteren, länger berufstätigen mehr Erfahrung als junge Bewerber. Es wäre schließlich ungerecht, wenn alle jungen Leute keinen Job bekommen und die Älteren, welche eh schon lange Zeit gearbeitet haben, einen Job bekommen.
                    Nur wer vergessen wird, ist tot.
                    Du wirst leben.

                    ---- RIP - mein Engel ----

                    Kommentar


                    • #11
                      Die Berufserfahrung geht ja aus deinen bisherigen Arbeitsstellen hervor, die ja im Lebenslauf aufgeführt sind. Dafür braucht man keine Altersangaben.

                      LG
                      Whyme
                      "Und wie alle Priester haben sie als erstes gelernt, Wahrheit mit "Ketzerei" zu übersetzen."
                      -Frank Herbert - Der Herr des Wüstenplaneten

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                      • #12
                        Zitat von black_hole Beitrag anzeigen
                        Es wäre schließlich ungerecht, wenn alle jungen Leute keinen Job bekommen und die Älteren, welche eh schon lange Zeit gearbeitet haben, einen Job bekommen.
                        So ein Blödsinn. Ungerecht läufts ja wohl im Moment ab, wenn ältere ständig aufs Abstellgleis geschoben werden.
                        Ungerecht ist, wenn ständig "20jährige mit 20 Jahren Berufserfahrung" gesucht werden, wie es immer so schön heißt.
                        Ab 30 ist man doch mittlerweile oft schon zu alt, egal welche Qualifikationen und Erfahrungen man hat.

                        Ich wäre für diese "Blind-Bewerbungen". Denn dann könnte es evtl. endlich mal "gerechter" zugehen.

                        (Ob das wirklich klappen würde, wird sich dann natürlich erst noch zeigen.)
                        Nothing is forgotten, nothing is ever forgotten!

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                        • #13
                          Zitat von TimeGypsy Beitrag anzeigen
                          So ein Blödsinn. Ungerecht läufts ja wohl im Moment ab, wenn ältere ständig aufs Abstellgleis geschoben werden.
                          Ungerecht ist, wenn ständig "20jährige mit 20 Jahren Berufserfahrung" gesucht werden, wie es immer so schön heißt.
                          Ab 30 ist man doch mittlerweile oft schon zu alt, egal welche Qualifikationen und Erfahrungen man hat.

                          Ich wäre für diese "Blind-Bewerbungen". Denn dann könnte es evtl. endlich mal "gerechter" zugehen.

                          (Ob das wirklich klappen würde, wird sich dann natürlich erst noch zeigen.)
                          Finde ich z.B nicht. Es stimmt in keins der Weise, dass Personen ab 30 keinen Job mehr bekommen.

                          Es ist immer ungerecht. Bei den Blindbewerbungen würden mehr ältere Personen eingestellt werden als junge Leute.
                          Nur wer vergessen wird, ist tot.
                          Du wirst leben.

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                          • #14
                            Zitat von black_hole Beitrag anzeigen
                            Finde ich z.B nicht. Es stimmt in keins der Weise, dass Personen ab 30 keinen Job mehr bekommen.
                            Genau, darum sind wir auch so viele 30-50 jährige Ein-Euro-Jobber, die eine Bewerbung nach der andern schreiben ohne Erfolg.


                            Sorry, aber ich kriege das bei uns nunmal sehr gut mit, wer Chancen aufm Arbeitsmarkt hat und wer eher nicht. Und ich mit nichtmal Mitte 30 bin vielen bereits zu alt. Das bilde ich mir bestimmt nicht nur ein.



                            Und dass bei Blindbewerbungen mehr ältere Leute eingestellt würden, bezweifel ich auch. Denn spätestens beim Vorstellungsgespräch wird sich dann zeigen, ob man dem Chef zu alt ist oder nicht. Er ist auch bei Blindbewerbungen nicht gezwungen, alle zu nehmen.
                            Nothing is forgotten, nothing is ever forgotten!

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                            • #15
                              Zitat von TimeGypsy Beitrag anzeigen
                              Genau, darum sind wir auch so viele 30-50 jährige Ein-Euro-Jobber, die eine Bewerbung nach der andern schreiben ohne Erfolg.

                              Und ebenfalls sind viele Jugendliche arbeitslos.

                              Sorry, aber ich kriege das bei uns nunmal sehr gut mit, wer Chancen aufm Arbeitsmarkt hat und wer eher nicht. Und ich mit nichtmal Mitte 30 bin vielen bereits zu alt. Das bilde ich mir bestimmt nicht nur ein.
                              Ich kenne viele "ältere" Leute, welche auch mit 45 noch einen Job bekommen haben.


                              Und dass bei Blindbewerbungen mehr ältere Leute eingestellt würden, bezweifel ich auch. Denn spätestens beim Vorstellungsgespräch wird sich dann zeigen, ob man dem Chef zu alt ist oder nicht. Er ist auch bei Blindbewerbungen nicht gezwungen, alle zu nehmen.
                              Und wieso ist es dann so schlimm, dass ich gegen Blindbewerbungen bin? Es ist ja dann sowieso egal, wenn diese Personen dann abgewießen werden.
                              Nur wer vergessen wird, ist tot.
                              Du wirst leben.

                              ---- RIP - mein Engel ----

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