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Alltagsrassismus oder -diskriminierung?

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  • Alltagsrassismus oder -diskriminierung?

    Zitat von prince Beitrag anzeigen
    Hier in Berlin Mitte ist es teilweise schon sehr unangenehm, überhaupt nur einkaufen zu gehen.
    Vor den meisten Supermärkten steht immer mindestens ein Mitglied eines Zigeunerclans ( und kommt mir jetzt nicht mit diesem politsch korrekten Mist ) und verkauft die Motz.
    Wieso nicht? Der Ausdruck ist irreführend, rassistisch und die meisten so angesprochenen empfinden es als Beleidigung. Benutz den Ausdruck also fortan nicht mehr!

  • #2
    Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
    Wieso nicht? Der Ausdruck ist irreführend, rassistisch und die meisten so angesprochenen empfinden es als Beleidigung. Benutz den Ausdruck also fortan nicht mehr!
    Dieser Form von Sprachhygiene schliesse ich mich garantiert NICHT an.
    So weit sind wir schon. Es gibt Probleme die wir aus politschen Gründen nicht ansprechen oder gar lösen wollen, also verbieten wir es einfach darüber zu sprechen und die entsprechenden Worte zu benutzen.
    Dann gibt es die Probleme auch nicht mehr.
    Ist ja inzwischen gang und gäbe.
    Dr. Manhattan: "A live human body and a deceased human body have the same number of particles. Structurally there's no difference. "

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    • #3
      Zitat von prince Beitrag anzeigen
      Dieser Form von Sprachhygiene schliesse ich mich garantiert NICHT an.
      So weit sind wir schon. Es gibt Probleme die wir aus politschen Gründen nicht ansprechen oder gar lösen wollen, also verbieten wir es einfach darüber zu sprechen und die entsprechenden Worte zu benutzen.
      Dann gibt es die Probleme auch nicht mehr.
      Ist ja inzwischen gang und gäbe.
      Wenn Menschen eine bestimmte Bezeichnung für sich als Beleidigung empfinden, dann hat man diese Beleidigungen einzustellen. Zudem weiß ich nicht mal was du mit "Zigeuner" meinst. Der Ausdruck ist anders als Neger, Krüppel, oder Weiber, nicht nur abwerten sondern auch unpräzise. Das hat weniger mit Sprachhygiene als mit Verstand und Respekt zu tun. Wer eines von beiden aufbringen kann nennt niemanden Zigeuner.

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      • #4
        Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
        Wenn Menschen eine bestimmte Bezeichnung für sich als Beleidigung empfinden, dann hat man diese Beleidigungen einzustellen.
        Stimmt schon, es gibt aber unter den betroffenen auch welche, welche sich selbst als Zigeuner sehen und sich so nennen, und für welche die anderen Bezeichungen eher eine Beleidigung sind.

        Einen recht schicken Artikel genau dazu gab es kürzlich hier:

        Rolf Bauerdick: "Zigeuner - Begegnungen mit einem ungeliebten Volk" - SPIEGEL ONLINE

        ...

        Um zu verstehen, wieso Rolf Bauerdick auf das Wort "Zigeuner" besteht, lohnt es sich, das achte Kapitel seines Buches zuerst zu lesen. "Plädoyer für einen ehrenwerten Begriff" heißt es. "Um es klar zu sagen: Es ist respektlos, einen Sinto oder eine Sinteza 'Zigeuner' zu nennen, wenn diese nicht Zigeuner oder Zigeunerin genannt werden wollen", schreibt Bauerdick dort. Doch ähnlich falsch sei es, darauf zu bestehen, dass "Zigeuner" ein Schimpfwort sei.

        Bauerdick berichtet von Menschen in Rumänien, die darauf bestehen, Zigeuner genannt zu werden, weil sie Roma für Kriminelle halten. Er verweist auf die Ausschwitz-Überlebende Philomena Franz, die sich in ihrer Autobiografie in erster Linie als Zigeunerin beschreibt und erst in zweiter als Sinteza. Und er zitiert mit einiger Irritation Journalisten, die stets "Sinti und Roma" schreiben, statt zu unterscheiden - und die folglich auch Roma sehen, wo eigentlich nur Sinti leben, oder Sinti mit in die Pflicht nehmen, wo ausschließlich Roma gemeint sind. Bloß "Zigeuner" durch "Sinti und Roma" zu ersetzen, ist demnach nicht genug.

        ...
        Ebenso interessant sind einige Kommentare unter diesem Artikel.
        Jede Geschichte hat vier Seiten: Deine Seite, Ihre Seite, die Wahrheit und das, was wirklich geschehen ist.

        Welten brechen auseinander, Formationen nicht.

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        • #5
          Zitat von Suthriel Beitrag anzeigen
          Stimmt schon, es gibt aber unter den betroffenen auch welche, welche sich selbst als Zigeuner sehen und sich so nennen, und für welche die anderen Bezeichungen eher eine Beleidigung sind.
          Stimmt schon. Wenn man mal nach Rumänien fährt und dort denselben Leuten begegnet wird man feststellen, dass die mit der hierzulande eingeführten Bezeichung "Sinti und Roma" bestenfalls gar nichts anfangen können und sich schlimmstenfalls sogar noch angegangen fühlen.

          Ich freue mich jedenfalls schon auf ein deftiges Zigeunerschnitzel, welches ich mit einer schönen Zigeunersoße genießen werde.

          ----------

          P.S.: Und ich dachte schon, dieser Thread wäre ausgestorben, dient er doch einzig und allein dem Lästern über andere Leute...
          "En trollmand! Den har en trollmand!"

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          • #6
            Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
            Stimmt schon. Wenn man mal nach Rumänien fährt und dort denselben Leuten begegnet wird man feststellen, dass die mit der hierzulande eingeführten Bezeichung "Sinti und Roma" bestenfalls gar nichts anfangen können und sich schlimmstenfalls sogar noch angegangen fühlen.
            Die Bezeichnung Zigeuner ist eine Erfindung der sesshaften Menschen. Die Roma wie die Sinti nennen sich selbst eben Roma und Sinti und zwar überall. Das bestätigt auch die International Roma Union (Sitz in Genf). 59 wurde mal ein Roma-Weltkomitee in Paris gegründet, ich bezweifle, dass zu der Zeit die Roma das so nannten, weil sie einen Faible für ihre das Land der Mörder ihres Volkes und dessen Wortschöpfungen hatten.

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            • #7
              Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
              Die Bezeichnung Zigeuner ist eine Erfindung der sesshaften Menschen. Die Roma wie die Sinti nennen sich selbst eben Roma und Sinti und zwar überall. Das bestätigt auch die International Roma Union (Sitz in Genf). 59 wurde mal ein Roma-Weltkomitee in Paris gegründet, ich bezweifle, dass zu der Zeit die Roma das so nannten, weil sie einen Faible für ihre das Land der Mörder ihres Volkes und dessen Wortschöpfungen hatten.
              Dann wäre es wohl an der Zeit, ein paar bekannte und beliebte Lebensmittel umzubenennen - siehe mein Beispiel oben - weil das ansonsten als Beleidigung empfunden werden könnte. Analog zum Negerkuss.
              "En trollmand! Den har en trollmand!"

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              • #8
                Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
                Dann wäre es wohl an der Zeit, ein paar bekannte und beliebte Lebensmittel umzubenennen - siehe mein Beispiel oben - weil das ansonsten als Beleidigung empfunden werden könnte. Analog zum Negerkuss.
                Das halte ich für unnötig, Schnitzel und Zuckerschaum mit Fettglasur kann man nicht beleidigen. Wenn man sich selbst weder als Neger noch als Zigeuner sieht hat man auch keinen Grund sich zu beleidigt zu fühlen. Die Begriffe wären meines Erachtens eher dann problematisch wenn es eine Gruppierung gäbe, die sich als Neger oder Zigeuner bezeichnet und die Produkte schlecht wären. Zum Beispiel bayrisches Marmeladenbrötchen für ein verschimmeltes Marmeladenbrötchen.

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                • #9
                  Genau, was sollen denn die armen Frankfurter sagen, die mit schlappen Würstchen gleichgesetzt werden.

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                  • #10
                    Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
                    Das halte ich für unnötig, Schnitzel und Zuckerschaum mit Fettglasur kann man nicht beleidigen. Wenn man sich selbst weder als Neger noch als Zigeuner sieht hat man auch keinen Grund sich zu beleidigt zu fühlen. Die Begriffe wären meines Erachtens eher dann problematisch wenn es eine Gruppierung gäbe, die sich als Neger oder Zigeuner bezeichnet und die Produkte schlecht wären. Zum Beispiel bayrisches Marmeladenbrötchen für ein verschimmeltes Marmeladenbrötchen.
                    Nun, beim Negerkuss möchte man den Begriff an sich vermeiden, weil "Neger" als rassistische Äußerung gesehen wird. Deswegen heißen die Dinger jetzt auch überall seit einigen Jahren anders. Wenn "Zigeuner" ebenso problematisch wäre, müsste folgerichtig auch die Soße einen anderen Namen bekommen.
                    "En trollmand! Den har en trollmand!"

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                    • #11
                      Zitat von Liopleurodon Beitrag anzeigen
                      Nun, beim Negerkuss möchte man den Begriff an sich vermeiden, weil "Neger" als rassistische Äußerung gesehen wird. Deswegen heißen die Dinger jetzt auch überall seit einigen Jahren anders. Wenn "Zigeuner" ebenso problematisch wäre, müsste folgerichtig auch die Soße einen anderen Namen bekommen.
                      Mir wäre neu, dass auch Mohr so kritisch gesehen wird wie Zigeuner, aber kann man Mohrenköpfe kaufen?

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                      • #12
                        Zitat von Tibo Beitrag anzeigen
                        Mir wäre neu, dass auch Mohr so kritisch gesehen wird wie Zigeuner, aber kann man Mohrenköpfe kaufen?
                        Das Wort Zigeuner hat allerdings auch eine verklärte Seite.
                        Es gibt Lieder wie "schwarzer Zigeuner", die diese Lebensart verromantisiert.
                        Dieses Wort hat also nicht in jeder Anwendung einen diskreminierenden Hintergrund.
                        Neger sehr wohl.
                        Am Firmament der Greifer gleitet, durch Feld und Wald sein Herrscher schreitet. Sein Herrscher? Nun so scheint es wohl.
                        Die Freiheit ists, die beide lieben, doch nur der Vogel kann sie fliegen. So reist in seinem Geiste mit: Der Falkner.

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                        • #13
                          Zitat von T`Pau Beitrag anzeigen
                          Das Wort Zigeuner hat allerdings auch eine verklärte Seite.
                          Es gibt Lieder wie "schwarzer Zigeuner", die diese Lebensart verromantisiert.
                          Dieses Wort hat also nicht in jeder Anwendung einen diskreminierenden Hintergrund.
                          Neger sehr wohl.
                          In dem Biobuch was wir an der Schule haben (Linder wurde in den 80ern gedruckt) wurde das Wort Neger ohne jeden diskriminierenden Hintergrund verwendet. Bei uns im Ort benutzen viele alte Menschen das Wort "Neger" auch noch heute aber die denken sich dabei nix. Mein Onkel hat Trisomie 21 und benutzt das Wort "Neger" auch. Ich weiß noch, dass meine Schwester als Kind eine "Negerpuppe" hatte, weil meine Großeltern ihr die schenkten und sich nichts dabei dachten sie so zu bezeichnen.

                          - - - Aktualisiert - - -

                          Antonín Dvořák lernte in den USA einen farbigen Opernsänger kennen und ließ sich von ihm Gospel und Spirituals vortragen in einem Brief äußert er sich dazu wie folgt:
                          ;Ich bin jetzt überzeugt, dass die zukünftige Musik dieses Landes auf dem
                          basieren muss, was man Negerlieder nennt ; In den Negerliedern finde ich alles, was für eine bedeutende und vornehme Schule der Musik nötig ist.
                          Ich finde auch in diesen Worten nichts diskriminierendes. Er wurde 1893 sogar sehr stark dafür kritisiert, dass er Schwarzen Kreativität und Intellekt unterstellte.

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                          • #14
                            Tja, ist „Neger“ wirklich ein diskriminierendes Schimpfwort? Oder hat es mit übertriebener Political Correctness zu tun?

                            Meines Erachtens ist „Neger“ keine Beleidigung, sondern ein Begriff des normalen Sprachgebrauchs, der sogar in Kinderbüchern zu lesen ist. Jahrhundertelang hat kein Hahn danach gekräht, aber wir müssen ja heutzutage fast alles irgendwelchen idealistischen Moralvorstellungen unterwerfen. Auch die Antidiskriminierungswächter, die eine Daseinsberechtigung brauchen, tragen sicher einen nicht unerheblichen Teil dazu bei.

                            Sorry, aber für mich ist das viel Wind um nichts. Als hätten wir in unserem Land keine anderen Sorgen, als Negerkuss in Schokokuss umzubenennen.

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                            • #15
                              Zitat von Achilles Beitrag anzeigen
                              Tja, ist „Neger“ wirklich ein diskriminierendes Schimpfwort? Oder hat es mit übertriebener Political Correctness zu tun?
                              Es ist ganz einfach, wenn die Menschen, die so angesprochen werden nicht so genannt werden wollen sollte man das respektieren. Das hat nichts mit Political Correctness oder Schimpwort zu tun das ist ne Frage des Respekts. Die Intention des Nutzers des Wortes ist da egal.
                              So handhabe ich das in der Schule, Neger, Schwabbel, Zigeuner etc. sind pfuipfui-Wörter und zwar nur, weil sie Menschen verletzen. Da macht es auch wenig Sinn zu fragen ob dass alle Betroffenen schlimm finden. Mich zum Beispiel dürfte man Kahlkopf oder Glatzenmann nennen. Bei vielen anderen Menschen mit Glatze würde ich davon abraten. Verletzende Bezeichnungen muss man doch gar nicht erst einüben. Wenn man das kann nennt man Menschen eh am besten beim Namen. Wenn man die nicht kennt, sagt man Menschen oder eben das was die Gruppe für sich selbst als Name wünscht.

                              Essen umzubenennen, weil das rassistisch klingen mag, war meines Erachtens unnötig. Allerdings ist auch das grenzwertig. Ich muss daher auch von dem was ich vorhin schrieb abrücken. Wenn man das Gericht der unter dem fragwürdigen Namen Personen aus der Randgruppe nicht ohne weiteres anbieten würde sollte man es doch umbenennen. Einem fremden Sinti oder Roma würde ich sicherlich nicht das Zigeunerschnitzel empfehlen, wenn er mich im Restaurant fragt was besonders gut schmeckt. Ebensowenig würde ich den Eltern farbiger Kinder aus meiner Schule einen "Negerkuss" anbieten.
                              Vor Liopleurodons Beitrag hab ich darüber nie nachgedacht, danke an dich also für den Hinweis!

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