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    "Aha", machte Nerissa. "Tja, die Aufklärung der Katastrophe hat Vorrang und wir wollen doch niemanden von seiner Arbeit ablenken." Lt. Valéry nickte. "Nun, vielleicht sollte ich unter diesen Umständen dasTreffen mit Bell verschieben." Sie war im Grunde nicht unglücklich über die Entwicklung der Lage.
    "Akio", sagte sie und betrachtete den Mann. "Das bedeutet 'heller Junge', nicht wahr?"

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      *Oh, mit sowas kennt sie sich auch aus... * dachte Alex. Er hatte das Gefühl er würde sich hier gut einleben können.
      Ich lebe nicht um zu sein wie andere mich gerne hätten!

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        [10.12. 2380 12:34 Uhr]

        Akio strich sich leicht verlegen über sein weiches Kinn: Es waren er und sein Team, die fast alle zur Hölle geschickt hätte.Er wusste nicht, in wie weit Nerissa von den Geschehnissen am gestrigen Tagemitbekommen hattewusste sie, dass er die leitende Ingenieur auf der Sebring zur Zeit der Beinahe-Katastrophe war? Der junge Japaner beschloss dieses kleine Detailvorerst zu verschweigen. Es kam ihm recht, dass Alex und Nerissa das Thema so schnell wechselten, wie sie es aufgegriffen hatten.

        „Es bedeutet in der Tat heller Junge“, antwortete Akio mit einem Lächeln, während er sichtlich überrascht war. „Woher wissen Sie das?“
        Der junge Ingenieur entschied sich bewusst vorerst beim förmlichen Sie zu bleiben; er selbst hatte nichts dagegen geduzt zu werden, ja begrüßte es sogar, doch auf der anderen Seite hielt er es für unangebracht einen ranghöheren Offizier zu duzen.

        Völlig von der aufgeschlossenen und sympathischen Art des Wissenschaftsoffiziers überrascht vergaß Akio gar das Melonenbrötchen in seinen Händen. Der verführerische Geruch war inzwischen zweitrangig geworden.
        "Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind."
        [Albert Schweitzer]

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          "Ist das Japanisch?" fragte Alex und lächelte den Mann vor sich an. Er schien nett zu sein. Überhaupt war ihm noch niemand begegnet der unfreundlich war. "He, sie vergessen ihr Melonenbrötchen..."
          Ich lebe nicht um zu sein wie andere mich gerne hätten!

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            [10.12. 2380 12:34 Uhr]

            Nerissa war erstaunt. Über sich, die Station - aber vor allem die Menschen hier: In den letzten Jahren hatte sie sich nie für die Leute interessiert, mit denen sie zusammengearbeitet hatte. Doch hier war alles anders. Verdammt, sie veranstaltete sogar eine Party! Selbst früher hätte sie das nicht getan - selbst früher, bevor Henry... bevor Henry... sie schüttelte den Kopf, ehe der Schmerz zu stark werden konnte. Aber fast hatte sie ihn vergessen. Sie fühlte sich schuldig, wie eine Verräterin.

            "Heller Junge...", sagte sie und versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass die Schatten der Vergangenheit drohten ihr Herz zu verhüllen - mehr als gewöhnlich. "Das ist ein schönes Rufzeichen." Sie hob eine Hand: "Keine Sorge, es bleibt unter uns. Woher ich das weiß? Okay, ich erzähle eine Geschichte."

            "Oh-ja!", rief Mira und hätte fast den Korb mit den Melonenbrötchen fallen lassen. "Eine Geschichte!", sie lächelte Alex an. "Sie bleiben doch?"

            "Natürlich bleibt er", sagte Nerissa. "Als Mitglied der Sternenflotte ist es seine Pflicht die schlechten Geschichten seines kommandierenden Offiziers anzuhören. Und da Kintara durch die Sebring kriecht bin ich der zweithöchste Offizier der Station!", sie streckte sich etwas, wodurch ihre Uniform über der Brust spannte.

            "Also schön: Während meiner Zeit in der Akademie verbrachte ich die vorlesungsfreie Zeit bei meinem Vater, der gerade in Toulouse recherchierte -"

            "Ihr Schreibtalent hat Lt. Valéry nämlich von Ihrem Vater geerbt, der Journalist...", Mira verstummte, als ihr klar wurde, dass sie eine Vergangenheitsform von 'ist' hätte verwenden müssen. "Es tut mir leid..."

            "Macht nichts", log Nerissa und war froh, dass Mira sie wie zufällig am Arm berührte. "Toulouse! Ein wundervolle rosa Stadt. Nein wirklich, la ville rose, weil nämlich all die Kirchen, Museen und öffentlichen Gebäude aus roten Ziegelsteinen gebaut wurden. Ich wanderte häufig von der unvollendeten Kathedrale Saint Etienne zum Kapitol. Gegenüber lag ein kleines Gasthaus und dort aßen Vater und ich häufig zu abend. Ich bestellte immer Cassoulet ... ähm ... eine Art Eintopf aus Bohnen und Fleisch und Speck und Würstchen - traditionelle süd-französische Kost. Und so können Sie sich meine Überraschung vorstellen, als ich den Küchenchef traf: Akio Tanaka. Und ich fragte ihn: Akio, warum gibt es hier keine japanischen Gerichte? Tanaka antwortete, er sei nicht dumm, die würden sich hier nicht verkaufen. Seine Mutter habe ihn nicht umsonst Akio genannt: Heller Junger... nun ja, diese Bedeutung ist gar nicht gemeint, aber so habe ich das erfahren, mein lieber Akio!"

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              [10.12. 2380 12:34 Uhr]

              Ohne sein Melonenbrötchen angerührt zu haben ließ sich der junge Ingenieur von Nerissas Erzählungen mitreißen. Es gab nur wenig Menschen, die so zügellos und lebhaft aus ihrem Leben berichten, eine Eigenschaft, die Akio sehr zu schätzen wusste.

              „Die Namen, oder besser: deren Bedeutung, sind in der japanischen Kultur, oder eher: waren, von großer Bedeutung - Auch wenn sich ihre Bedeutungen sehr ähneln und dadurch meiner Meinung nach etwas an Reiz verlieren. Männliche japanische Vornamen verweisen nämlich oft auf Stärke, Stolz, und Tugendhaftigkeit, weibliche Namen auf Schönheit oder generell auf astethische Eigenschaften.“

              Akio lächelte und sah Nerissa scheu in die Augen. Wie automatisiert zog der attraktive Mann seine graue Uniform zurecht. Er vermied es, dass sich ihre Blicken trafen; zu aufgeregt und nervös war er – eine Eigenschaft, die er von sich nicht kannte. Seine Hände schwitzten, noch ein paar Minuten und das Melonenbrötchen würde vermutlich in seinen Händen aufweichen.

              „Was bedeutet Ihr Name… Nerissa?“ Eine Flut von durchdringenden Emotionen und seltsamer Wärme und Müdigkeit überlief sein Wesen, als der den Namen des Lieutenants aussprach. Die Luft im Korridor schien im warm und föhfeucht, er sah nicht den Korridor, noch Alex, nur das Gesicht der schönen Frau ihm gegenüber.
              "Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind."
              [Albert Schweitzer]

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                [10.12. 2380 12:34 Uhr]

                Nerissa hatte bemerkt, dass Akio noch keinen Bissen von seinem Melonenbrötchen genommen hatte. Sie fragte sich warum: Es fiel ihr, schwer Menschen richtig einzuschätzen. Aber etwas sagte ihr, dass es nicht daran lag, dass er das Gebäck nicht mochte.

                "Oh, was mein Name bedeutet? Das ist auch interessant", sagte Nerissa. "Denn es gibt zwei Deutungen. Ich bin ja eine Außerirdische..."

                Mira nahm das zum Anlass, ein kurzes Referat über Nerissas Kindheit auf Izar zu halten. Alex und Akio mussten über so viel Wissen überrascht sein, denn die kleine Inderin sagte: "Ich bin sozusagen ein Fan: Nerissa Valéry ist nicht nur Sternenflottenoffizierin, sondern auch eine bedeutende Schriftstellerin..."

                Nerissas Gesicht verlor Farbe, was immer geschah, wenn sie Scham verspürte: "Nun - ich habe schon seit Jahren nichts mehr veröffentlicht."

                "Was eine Schande ist!", sagte Mira nur halb im Scherz.

                "Jedenfalls stammt der Name Nerissa ursprünglich aus der irdischen Antike. Nerrissa - mit zwei 'r' - ist die Nymphe des Meeres. Auf Izar ist die Bedeutung allerdings etwas verschoben. Als Kolonisten an der Küste des Zentralozeans eine Siedlung gründeten, war die erste Vorstehende eine resolute Frau namens Portia. Sie wurde abgöttisch von einem Mann geliebt, doch erwiderte dessen Gefühle nicht: Jedenfalls zeigte sie das nicht. In Wahrheit liebte sie ihn auch. Doch sie konnte oder wollte sich das nicht eingestehen. Nerissa Heartfield gelang es dann durch einen Trick, beide Liebenden zueinanderbringen. Auf Izar ist Nerissa also der Name einer Person, die zwei Herzen verbunden hat - auf listige Weise."

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                  [10.12. 2380 12:34 Uhr]
                  "Ineressant" sagte Alex, er hatte die ganze Zeit Akio gemustert, er sah aus, als würde es ihm nicht gutgehen, seine Augen hafteten förmlich an Nerissa... "Geht es ihnen nicht gut?" fragte er ihn.
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                    [10.12. 2380 12:35 Uhr]

                    Auch wenn Akio gern noch stundenlang der gefühlvollen Stimme des Wissenschaftsoffiziers zugehört hätte, so durfte er nicht vergessen, dass er zu diesem Zeitpunkt noch im Dienst war; Petty Officer Edwards würde wahrscheinlich schon ungeduldig auf ihn warten.
                    Endlich nahm der junge Mann einen Bissen von seinem Melonenbrötchen und musste feststellen, dass Nerissa nicht zu viel versprochen hatte, sie schmeckten ausgezeichnet.

                    „Die sind ja köstlich!“, brachte Akio freudestrahlend und mit vollem Mund heraus. Der Japaner kaute aus, bevor er weiter sprach: „Nerissa, ich würde mich am liebsten noch Stunden mit Ihnen unterhalten, doch ich bin im Dienst und werde auf der Sebring erwartet. Vielleicht können wir diese Unterhaltung ein anderes Mal fortsetzen… ich kenne da ein wunderbares chinesisches Restaurant – hätten Sie Interesse?
                    "Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind."
                    [Albert Schweitzer]

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                      [10.12. 2380 12:38 Uhr]

                      Nerissa freute sich, dass es dem Japaner schmeckte. Das war wohl der Ritter - oder besser Samuraischlag für das Melonenbrot.

                      "Sie haben natürlich Recht. Wir sollten auch manchmal unsere Pflicht erfüllen." Sie dachte kurz nach: "Ich habe noch nie Chinesisch gegessen! Ein Versäumnis, das ich dringend korrigieren sollte, nicht wahr? Melden Sie sich einfach, wenn es Ihnen passt."

                      Sie vermied es Mira anzuschauen, die hörbar geseufzt hatte.

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                        [10.12. 2380 12:38 Uhr]
                        "Ich werde jetzt mal mein Quatier in Augenschein nehmen und meine Sachen auspacken." Er deutete auf seine kleine Sporttasche die ihm in den Kniekehlen baumelte. "Wir sehen uns spätestens auf dieser Party in dem Cafe was ich noch suchen muss... Vielleicht komme ich ja auch noch mal ins Wissenschaftliche Labor und sehe mich dort um... vielleicht kann ich ja auch mal die Datenspeicher checken. Dann habe ich wenigstens was zu tun. Schüss." Er lächelte in die Runde, seine Augen blieben kurz auf dem ziemlich nervös wirkendem Japaner hängen. Er freute sich für ihn, erst hatte er gedacht er würde Nerissa nie fragen und noch anfangen zu hyperventilieren oder schlimmeres. Er drehte sich um und verschwand um die Ecke.
                        Ich lebe nicht um zu sein wie andere mich gerne hätten!

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                          [10.12.2380, 10:56]

                          The Grinning Liar

                          "Wohin? Wohin wohl, du Idiot?!"
                          schrie der Andorianer förmlich.
                          "Hierhin, du inkopetenter P'Tach."
                          Es ist alles wahr
                          Alles! Hörst du?
                          Vertraue niemandem
                          Nur Wahrheit schafft Unsterblichkeit

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                            [10.12.2380, 10:56]

                            Robert stöhnte, das gab Ärger. Aber er hatte so reagiert wie er es für nötig gehalten hatte.

                            "Hören Sie S'Tris, eine Kiste war offen, jemand hat darin gewühlt. Ich weiß nicht wer es war und was er wollte, nur die Sicherheitsschaltung hat wohl verhindert dass die Ware da rausgeholt wurde. Sagen Sie, hätte ich es riskieren sollen das Zeug da drin zu lassen?"

                            Dann sah er den Berg an Kisten an.

                            "Und wie soll ich das ganze Zeug ungesehen zu ihnen bringen? Ich sollte es hier irgendwo verstecken damit sie mit ihrem Kunden in Ruhe verhandeln können."
                            A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory. LLAP
                            Last Tweet of Leonard Nimoy

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                              [10.12.2380 12:40 Uhr]

                              Nerissa und Mira verabschiedeten die beiden Männer. Schließlich waren sie allein im Korridor.

                              "Mira...", sagte Nerissa und versuchte Blickkontakt zu der jungen Frau herzustellen.

                              Mira entwickelte plötzlich ein großes Interesse für den Bodenbelag, sagte aber: "Sie müssen mir nichts erklären."

                              "Doch", widersprach Nerissa. "Es ist nur ein Essen."

                              Jetzt schaute die Inderin hoch.

                              "Ich mag Akio. Aber, Mira, ich habe meinen Ehemann, meine ganze Familie veloren... da gehe ich doch nicht halsüberkopf eine neue Beziehung ein." Im selben Augenblick, wie Nerissa das gesagt hatte, bereute sie ihre Worte auch schon. Mira nickte hart: "Ach so... das war ja klar." Ihr Blick zitterte.

                              "Oh, Mira", sagte Nerissa und wollte sie umarmen. Aber die junge Frau wich zurück: "Madam, es wird wohl Zeit, dass wir wieder an die Arbeit gehen."

                              Damit betrat Mira das http://www.scifi-forum.de/intern/sff...ml#post2130295. Nerissa blieb einen Augenblick reglos stehen, schloss die Augen und fluchte leise. Dann folgte sie der Frau.

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                                [10.12.2380, 10:57]

                                Zitat von Sarah Plume Beitrag anzeigen
                                [10.12.2380, 10:56]

                                Robert stöhnte, das gab Ärger. Aber er hatte so reagiert wie er es für nötig gehalten hatte.

                                "Hören Sie S'Tris, eine Kiste war offen, jemand hat darin gewühlt. Ich weiß nicht wer es war und was er wollte, nur die Sicherheitsschaltung hat wohl verhindert dass die Ware da rausgeholt wurde. Sagen Sie, hätte ich es riskieren sollen das Zeug da drin zu lassen?"

                                Dann sah er den Berg an Kisten an.

                                "Und wie soll ich das ganze Zeug ungesehen zu ihnen bringen? Ich sollte es hier irgendwo verstecken damit sie mit ihrem Kunden in Ruhe verhandeln können."
                                The Grinning Liar:

                                "Muss ich daran erinnern, wer hier das sagen hat?"
                                fauchte der Andorianer.

                                "Bringen Sie die Sachen hier hin. Egal wie! Und sollten Sie scheitern... nun... wir wissen, wie wir uns schützen können. Wenn Sie oder einer Ihrer lieben Kollegen der Flotte dabei umkommen - glauben Sie ja nicht, das ich dem auch nur eine Träne nachweine...."
                                Es ist alles wahr
                                Alles! Hörst du?
                                Vertraue niemandem
                                Nur Wahrheit schafft Unsterblichkeit

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