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    Zitat von Chloe Beitrag anzeigen
    Dumm nur, wenn's dann einen erwischt, der an dem Wochenende grade einen Kredit für einen Haus- oder Wohnungskauf aufgenommen hat.

    Man glaubt es echt nicht. Die sollen bei den Eigentümern und Haltern hochriskanter Anlagen anfangen und nicht bei Ommas Sparbuch. Bevor sie lauthals herumproleten, dass die Depositen herangezogen werden, sollten sie erst einmal eine Rangfolge erstellen, in der die Prioritäten der Forderungen, die sie heranziehen, geregelt sind.
    Richtig.

    Und Banker in Portugal, Spanien und Italien, will ich in den nächsten Wochen auch nicht sein, nach der Aktion.

    Da kann man schon fast sicher sein dass dort jetzt Kapital en masse abgezogen wird.
    When I feed the poor, they call me a saint.
    When I ask why the poor are hungry, they call me a communist.


    ~ Hélder Câmara

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      Zitat von Eye-Q Beitrag anzeigen
      Ich lese hier alles mit, aber irgendwie ist mir dieser Punkt entgangen. Kannst du mir ein Hinweis geben wo das (hier) schon mal erörtert wurde?
      Ich verweise in diesem Zusammenhang auf diese beiden Artikel:

      Wolfgang Schäuble: Der gefährlichste Mann Europas | DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN

      Goldman Sachs: Rettungs-Zwangsabgabe kommt auch in anderen Staaten | DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN

      Was gelegentlich als "Beteiligung der Reichen" gefeiert wird, trifft vor allem konservative mittelständische Sparer und dient dem Schutz des Kasino-Finanzsystems. Man spielt Mittelschicht und die darunter angesiedelten zugunsten des Kasino-Systems gegeneinander aus.

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        Zitat von Kid Beitrag anzeigen
        Richtig.

        Und Banker in Portugal, Spanien und Italien, will ich in den nächsten Wochen auch nicht sein, nach der Aktion.

        Da kann man schon fast sicher sein dass dort jetzt Kapital en masse abgezogen wird.
        Natürlich. Sind alles gefährdete Staaten und wenn es bei Zypern klappen sollte, wird es weiter durchgezogen. Auch Deutschland könnte dran kommen.

        Was Merkel und Schäuble machen ist eine ganz gefährliche Sache.

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          Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
          Schäuble will die politische Einheit Europas.
          Über die Wiedervereinigung kenne ich einige Eckpfeiler, aber tiefer damit auseinandergesetzt hatte ich mich bisher noch nicht damit.
          Und danke für die Zusammenfassung.

          2Chloe: ich habe die Artikel nun gelesen. Bisschen polemisch, oder? Außerdem haben die HP (dt. Wirtschaftsnachrichten) einen recht...eigenwilligen (schreib)stil..? Nichtsdestotrotz ganz interessant, danke.
          Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
          Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

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            Zitat von Eye-Q Beitrag anzeigen
            Über die Wiedervereinigung kenne ich einige Eckpfeiler, aber tiefer damit auseinandergesetzt hatte ich mich bisher noch nicht damit.
            Und danke für die Zusammenfassung.
            Ich kann dir dieses Buch hier empfehlen: http://www.amazon.de/Der-deutsche-Go...4408229&sr=8-1


            2Chloe: ich habe die Artikel nun gelesen. Bisschen polemisch, oder? Außerdem haben die HP (dt. Wirtschaftsnachrichten) einen recht...eigenwilligen (schreib)stil..?
            Das sehe ich auch so. Dennoch ist der Artikel als "Augenöffner" gut geeignet. Wenn man es liest, fällt es einem wie Schuppen von selbigen.

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              Die DWN sind wie auch die DMN leider nicht immer die verlässlichste Quelle, wenn es um Nachrichten geht. Sie sind öfter mal vorschnell und werden später korrigiert. Und nein, der Stil ist nicht dapd.

              An diesen beiden Artikeln speziell sehe ich aber nichts, was nicht zutrifft, oder nicht überprüfbar ist.

              Viel Auswahl an halbwegs vernünftigen Medien hat man leider nicht, wenn es um solche Fragen geht, da in der Mainstream-Online-Presse Artikel, die mal etwas kritisch hinterfragen, inzwischen ein Glücksfall sind. Schäubles aufschlussreiches Interview mit der NYT wurde damals ja in den deutschen Mainstream-Medien kaum erwähnt.
              Zuletzt geändert von Chloe; 27.03.2013, 19:42.

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                Also fassen wir mal zusammen, was mittlerweile als Fakt gesichert ist.

                - Die Zyprioten erwirtschaften 20-30% ihrer Wirtschaftsleistung mit Bankgeschäften.

                - Kern dieser Bankgeschäfte sind - nach westeuropäischen Maßstäben - wahnsinnig verlockende Guthabenzinsen mit 3,5 bis in der seltenen Spitze 8%. Dadurch locken sie besonders die Investitionen wohlhabender Russen und Griechen an (Mafia, Geldwäsche, Steueroase, etc.pp.).

                - Diese Zinsen müssen refinanziert werden. Das ist faktisch nur über hochriskante Geschäfte möglich; konkret heißt das, dass sich zypriotische Banken an griechischen Staatsanleihen gütig getan haben, die zweistellig verzinst wurden.

                - Das durch diese hohen Zinsen zum Ausdruck gebrachte Risiko der Geldanlage hat sich im Wesentlichen durch den Haircut für Griechenland, ausgehandelt durch die Eurogruppe, realisiert.

                - Die zypriotischen Banken geraten darüber in Schieflage. Aus eigener Kraft können sie von ihrer Regierung nicht mehr liquide gehalten werden. Die Zypriotische Regierung bittet folglich um Geld der Europartner.

                - Da die Zypriotischen Banken aber auf die Anlage durch wohlhabende Russen und andere Steuerflüchtlinge gesetzt haben, regt sich in Deutschland, vor allem bei SPD und Grünen, aber auch bei anderen Nordeuropäischen Nationen, Widerstand an einem komplett vom europ. Steuerzahler getragenen Bailout der Banken.

                - Die Eigentümer, dann die Inhaber der Konten sollen sich an den Kosten beteiligen; man darf hierbei nicht vergessen, dass schon grundsätzlich jedes Tragen von Geld zu einer Bank ein Risiko darstellt, denn jede Bank wirtschaftet mit diesem Geld. Bei 0.3% Zinsen p.a. in Deutschland erwartungsgemäß ein sehr geringes. Bei 3-8% in Zypern ein wesentlich höheres.

                - Zypern lehnt die Beteiligung der "Sparer" ab.

                - Den europäischen Verhandlungspartnern ist egal, wie sich der Anteil der "Sparer"beteiligung darstellt.

                - Die Zypriotische Regierung will Kleinanleger in Missachtung der Garantie von Spareinlagen bis 100.000 Euro an den Kosten beteiligen, um die reichen Ausländer ein wenig zu schonen und somit das erwiesener Maßen gescheiterte Geschäftsmodell "Steueroase" nicht zu torpedieren.

                - Dieser Vorschlag findet national in Zypern keine Zustimmung, wird jedoch durch dubiose Meldungen, es sei die Idee der deutschen oder der EZB oder des IWF gewesen, auf andere Urheber abgeschoben ("Zypern trifft keine Schuld").

                - Während sich Zypern überlegt, was "stattdessen" geschehen soll, wird klar, dass es Schäuble lediglich "egal" war (s.o.), der IWF aber im Gegenteil sogar nur Einlagen jenseits der 100k Grenze belasten wolle, dafür jedoch mit 30-40%.

                - Deutschland und die EU als ganzes werden von einigen Zypern als Nazis und Autokratien verunglimpft, weil sie an das Geld der "kleinen Leute" (=Einlagen unter 100.000) wollen, angeblich.

                - Während der finalen Verhandlungen über das Rettungspaket für Zypern, das nun doch nur noch eine Abgabe auf Guthaben jenseits von 100.000 Euro vorsieht - ein Verlust, der prozentual geringer wäre als der vollständige Ausfall aller Beträge über 100.000 Euro im Falle der Insolvenz der Banken - kommt der zypriotische Präsident "mit den reichen Freunden aus Russland" noch ein letztes Mal mit der verzweifelten Idee um die Ecke, doch bitte auch Anleger unter 100.000 Euro an der Rettung der Bank zu beteiligen, und damit wenn nicht juristisch, so doch faktisch die Einlagengarantie nach all den Turbulenzen doch noch zu missachten: Dieser abermalige Vorschlag wird von den europäischen Partnern mit der Frage, ob der Herr Anastasiadis in der letzten Woche in einem Erdloch gelebt hat, abgewiegelt. Die EU steht nun also endgültig zu der Einlagengarantie, Zypern eigentlich nicht (s. geleaktes Verhandlungsprotokoll).

                - Und nach all dem Gesagten, ist die EU der Buhmann.
                Zuletzt geändert von Seether; 27.03.2013, 20:00.

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                  Zitat von Seether Beitrag anzeigen
                  Also fassen wir mal zusammen, was mittlerweile als Fakt gesichert ist.

                  - Die Zyprioten erwirtschaften 20-30% ihrer Wirtschaftsleistung mit Bankgeschäften.

                  - Kern dieser Bankgeschäfte sind - nach westeuropäischen Maßstäben - wahnsinnig verlockende Guthabenzinsen mit 3,5 bis in der seltenen Spitze 8%. Dadurch locken sie besonders die Investitionen wohlhabender Russen und Griechen an (Mafia, Geldwäsche, Steueroase, etc.pp.).

                  - Diese Zinsen müssen refinanziert werden. Das ist faktisch nur über hochriskante Geschäfte möglich; konkret heißt das, dass sich zypriotische Banken an griechischen Staatsanleihen gütig getan haben, die zweistellig verzinst wurden.

                  - Das durch diese hohen Zinsen zum Ausdruck gebrachte Risiko der Geldanlage hat sich im Wesentlichen durch den Haircut für Griechenland, ausgehandelt durch die Eurogruppe, realisiert.

                  - Die zypriotischen Banken geraten darüber in Schieflage. Aus eigener Kraft können sie von ihrer Regierung nicht mehr liquide gehalten werden. Die Zypriotische Regierung bittet folglich um Geld der Europartner.

                  - Da die Zypriotischen Banken aber auf die Anlage durch wohlhabende Russen und andere Steuerflüchtlinge gesetzt haben, regt sich in Deutschland, vor allem bei SPD und Grünen, aber auch bei anderen Nordeuropäischen Nationen, Widerstand an einem komplett vom europ. Steuerzahler getragenen Bailout der Banken.

                  - Die Eigentümer, dann die Inhaber der Konten sollen sich an den Kosten beteiligen; man darf hierbei nicht vergessen, dass schon grundsätzlich jedes Tragen von Geld zu einer Bank ein Risiko darstellt, denn jede Bank wirtschaftet mit diesem Geld. Bei 0.3% Zinsen p.a. in Deutschland erwartungsgemäß ein sehr geringes. Bei 3-8% in Zypern ein wesentlich höheres.

                  - Zypern lehnt die Beteiligung der "Sparer" ab.

                  - Den europäischen Verhandlungspartnern ist egal, wie sich der Anteil der "Sparer"beteiligung darstellt.

                  - Die Zypriotische Regierung will Kleinanleger in Missachtung der Garantie von Spareinlagen bis 100.000 Euro an den Kosten beteiligen, um die reichen Ausländer ein wenig zu schonen und somit das erwiesener Maßen gescheiterte Geschäftsmodell "Steueroase" nicht zu torpedieren.

                  - Dieser Vorschlag findet national in Zypern keine Zustimmung, wird jedoch durch dubiose Meldungen, es sei die Idee der deutschen oder der EZB oder des IWF gewesen, auf andere Urheber abgeschoben ("Zypern trifft keine Schuld").

                  - Während sich Zypern überlegt, was "stattdessen" geschehen soll, wird klar, dass es Schäuble lediglich "egal" war (s.o.), der IWF aber im Gegenteil sogar nur Einlagen jenseits der 100k Grenze belasten wolle, dafür jedoch mit 30-40%.

                  - Deutschland und die EU als ganzes werden von einigen Zypern als Nazis und Autokratien verunglimpft, weil sie an das Geld der "kleinen Leute" (=Einlagen unter 100.000) wollen, angeblich.

                  - Während der finalen Verhandlungen über das Rettungspaket für Zypern, das nun doch nur noch eine Abgabe auf Guthaben jenseits von 100.000 Euro vorsieht - ein Verlust, der prozentual geringer wäre als der vollständige Ausfall aller Beträge über 100.000 Euro im Falle der Insolvenz der Banken - kommt der zypriotische Präsident "mit den reichen Freunden aus Russland" noch ein letztes Mal mit der verzweifelten Idee um die Ecke, doch bitte auch Anleger unter 100.000 Euro an der Rettung der Bank zu beteiligen, und damit wenn nicht juristisch, so doch faktisch die Einlagengarantie nach all den Turbulenzen doch noch zu missachten: Dieser abermalige Vorschlag wird von den europäischen Partnern mit der Frage, ob der Herr Anastasiadis in der letzten Woche in einem Erdloch gelebt hat, abgewiegelt. Die EU steht nun also endgültig zu der Einlagengarantie, Zypern eigentlich nicht (s. geleaktes Verhandlungsprotokoll).

                  - Und nach all dem Gesagten, ist die EU der Buhmann.
                  Schon mal auf den Trichter gekommen, dass die Leute da (nicht nur) wegen der versuchten Enteignung von Kleinsparern stinkig sind, sondern weil mal wieder mit massiven Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich und massiven Steuererhöhungen Banken saniert werden sollen?

                  Und ja, du würdest echt einen Durchbruch in deinem ökonomischen Denken erreichen, wenn du mal zur Kenntnis nehmen könntest, dass eine einseitige Enteignung von Bankeinlagen keine Beteiligung von "die Reichen" ist. Dazu gehört auch - beziehungsweise: zuerst mal - ein Forderungsverzicht von Kreditgläubigern.

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                    Hey, du darfst diese Fakten so bewerten, wie es deinem Gusto entspricht. Niemand hindert sich daran (ich bin sicher, die Deutungshoheit wirst du sehr leicht erringen können, immerhin gibt es in diesem Thread ja seit mittlerweile 100 Seiten keine Diskussionen von unterschiedlichen Deutungen mehr, sondern nur noch Deutungsabsolutismus). Das gilt auch für jeden anderen, natürlich.

                    O, und achso, eines noch zum Thema Forderungsverzicht: Genau dadurch ist doch Zypern erst in die Schieflage geraten, in die es gekommen ist (Fernab vom loligen Geschäftsmodell mit 3-8% Guthabenzinsen) - Ausfall der griechischen Staatsanleihen, ausgehandelt durch Vertreter der Eurogruppe mit Vertretern der Bankenlobby, der auch Laika und Bank of Cyprus angehören. Aber bitte, wenn das so ein tolles Allheilmittel ist, die Gläubiger von Geldforderungen nicht zu bedienen, weiter so.

                    Aber ich bin sicher, auch das lässt sich in der für den Thread hier üblichen Manier wieder zurecht-deuten, weshalb es vermutlich Zeit wird, sich hinter die Glotze zu hängen, hey!

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                      Sinnlose Diskussion. Schon allein diese demagogische Neid-Debatte ("die haben aber viiieeel höhere Zinsen gekriegt als wir!!" - dass das wohl kaum der Grund war, warum der Normalzypriote sein Geld auf einer zyprischen Bank angelegt hat und nicht bei der Volksbank Buxtehude, wird großzügig ausgeblendet, ebenso wie der Tatbestand, dass in Zypern auch die Inflation erheblich höher als in Deutschland ist. Nicht zu reden davon, dass Spareinlagen unabhängig von der Verzinsung für gewöhnlich als sicherste Anlagen überhaupt angesehen und angespriesen werden. Mal bitte nachsehen, wie hoch in Deutschland die Zinsen vor 30, 35 Jahren gewesen sind - ohne dass damit auch nur das geringste Risiko verbunden gewesen ist).

                      Natürlich regen sich die Zyprioten auf. Es war noch nie vorher die Rede davon, dass Bankkunden bei einem Hilfspaket herangezogen werden sollen. Schon gar nicht Depositen. Dann überfällt man sie ohne Vorankündigung über Nacht damit. Vielleicht hätte man ja auch vorher mal ankündigen und vor allem begründen können, liebe Leute, so wie es bei allen anderen Ländern bisher gelaufen ist, läuft es aber in eurem besonderen Fall nicht.

                      Hier werden die Mittelschichten und die Unterschichten verschiedener Länder gegeneinander ausgespielt. Warum ein Sozialdemokrat da mitzieht, und auf Gedeih und Verderb das Handeln einer CDU-Regierung verteidigt, werde ich wohl nie verstehen.

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                        Zitat von Seether Beitrag anzeigen
                        Hey, du darfst diese Fakten so bewerten, wie es deinem Gusto entspricht. Niemand hindert sich daran (ich bin sicher, die Deutungshoheit wirst du sehr leicht erringen können, immerhin gibt es in diesem Thread ja seit mittlerweile 100 Seiten keine Diskussionen von unterschiedlichen Deutungen mehr, sondern nur noch Deutungsabsolutismus). Das gilt auch für jeden anderen, natürlich.

                        O, und achso, eines noch zum Thema Forderungsverzicht: Genau dadurch ist doch Zypern erst in die Schieflage geraten, in die es gekommen ist (Fernab vom loligen Geschäftsmodell mit 3-8% Guthabenzinsen) - Ausfall der griechischen Staatsanleihen, ausgehandelt durch Vertreter der Eurogruppe mit Vertretern der Bankenlobby, der auch Laika und Bank of Cyprus angehören. Aber bitte, wenn das so ein tolles Allheilmittel ist, die Gläubiger von Geldforderungen nicht zu bedienen, weiter so.

                        Aber ich bin sicher, auch das lässt sich in der für den Thread hier üblichen Manier wieder zurecht-deuten, weshalb es vermutlich Zeit wird, sich hinter die Glotze zu hängen, hey!
                        Und DAS wird der größte Gag bei der ganzen Sache bleiben: "Linke" Sozialdemokraten, die Beifall klatschen, wenn Einlagen enteignet werden, um Großbanken zu schonen.

                        Aber du hast recht: Ein Schuldenschnitt in Zypern könnte natürlich dazu führen, dass Deutsche Bank, Societe General et al mal was abschreiben müssen und eventuell sogar pleite gehen. Aber das darf natürlich niemals und unter keinen Umständen passieren. Am Ende könnte ja noch jemand auf die Idee kommen das deutsche "Geschäftsmodell" in Frage zu stellen. Oder sich fragen warum eine Bank mit 1800 Milliarden Euro Bilanzsumme keine Abschreibungen im ein- oder zweistelligen Milliardenbereich überlebt. Nein, nein, das Fass lassen wir lieber zu.

                        Immerhin bestätigst du eines: Die SPD hat genau den Kanzlerkandidaten, der zu ihr passt. Sowohl zum rechten als auch zum linken Flügel.

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                          Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
                          Und DAS wird der größte Gag bei der ganzen Sache bleiben: "Linke" Sozialdemokraten, die Beifall klatschen, wenn Einlagen enteignet werden, um Großbanken zu schonen.
                          Urban Priol vor einiger Zeit in der Anstalt, Merkel persiflierend: "Auf meine Sozen ist halt Verlass!"

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                            Zitat von Seether Beitrag anzeigen
                            Also fassen wir mal zusammen, was mittlerweile als Fakt gesichert ist.

                            - Die Zyprioten erwirtschaften 20-30% ihrer Wirtschaftsleistung mit Bankgeschäften.

                            - Kern dieser Bankgeschäfte sind - nach westeuropäischen Maßstäben - wahnsinnig verlockende Guthabenzinsen mit 3,5 bis in der seltenen Spitze 8%. Dadurch locken sie besonders die Investitionen wohlhabender Russen und Griechen an (Mafia, Geldwäsche, Steueroase, etc.pp.).

                            - Diese Zinsen müssen refinanziert werden. Das ist faktisch nur über hochriskante Geschäfte möglich; konkret heißt das, dass sich zypriotische Banken an griechischen Staatsanleihen gütig getan haben, die zweistellig verzinst wurden.

                            - Das durch diese hohen Zinsen zum Ausdruck gebrachte Risiko der Geldanlage hat sich im Wesentlichen durch den Haircut für Griechenland, ausgehandelt durch die Eurogruppe, realisiert.

                            - Die zypriotischen Banken geraten darüber in Schieflage. Aus eigener Kraft können sie von ihrer Regierung nicht mehr liquide gehalten werden. Die Zypriotische Regierung bittet folglich um Geld der Europartner.

                            - Da die Zypriotischen Banken aber auf die Anlage durch wohlhabende Russen und andere Steuerflüchtlinge gesetzt haben, regt sich in Deutschland, vor allem bei SPD und Grünen, aber auch bei anderen Nordeuropäischen Nationen, Widerstand an einem komplett vom europ. Steuerzahler getragenen Bailout der Banken.

                            - Die Eigentümer, dann die Inhaber der Konten sollen sich an den Kosten beteiligen; man darf hierbei nicht vergessen, dass schon grundsätzlich jedes Tragen von Geld zu einer Bank ein Risiko darstellt, denn jede Bank wirtschaftet mit diesem Geld. Bei 0.3% Zinsen p.a. in Deutschland erwartungsgemäß ein sehr geringes. Bei 3-8% in Zypern ein wesentlich höheres.

                            - Zypern lehnt die Beteiligung der "Sparer" ab.

                            - Den europäischen Verhandlungspartnern ist egal, wie sich der Anteil der "Sparer"beteiligung darstellt.

                            - Die Zypriotische Regierung will Kleinanleger in Missachtung der Garantie von Spareinlagen bis 100.000 Euro an den Kosten beteiligen, um die reichen Ausländer ein wenig zu schonen und somit das erwiesener Maßen gescheiterte Geschäftsmodell "Steueroase" nicht zu torpedieren.

                            - Dieser Vorschlag findet national in Zypern keine Zustimmung, wird jedoch durch dubiose Meldungen, es sei die Idee der deutschen oder der EZB oder des IWF gewesen, auf andere Urheber abgeschoben ("Zypern trifft keine Schuld").

                            - Während sich Zypern überlegt, was "stattdessen" geschehen soll, wird klar, dass es Schäuble lediglich "egal" war (s.o.), der IWF aber im Gegenteil sogar nur Einlagen jenseits der 100k Grenze belasten wolle, dafür jedoch mit 30-40%.

                            - Deutschland und die EU als ganzes werden von einigen Zypern als Nazis und Autokratien verunglimpft, weil sie an das Geld der "kleinen Leute" (=Einlagen unter 100.000) wollen, angeblich.

                            - Während der finalen Verhandlungen über das Rettungspaket für Zypern, das nun doch nur noch eine Abgabe auf Guthaben jenseits von 100.000 Euro vorsieht - ein Verlust, der prozentual geringer wäre als der vollständige Ausfall aller Beträge über 100.000 Euro im Falle der Insolvenz der Banken - kommt der zypriotische Präsident "mit den reichen Freunden aus Russland" noch ein letztes Mal mit der verzweifelten Idee um die Ecke, doch bitte auch Anleger unter 100.000 Euro an der Rettung der Bank zu beteiligen, und damit wenn nicht juristisch, so doch faktisch die Einlagengarantie nach all den Turbulenzen doch noch zu missachten: Dieser abermalige Vorschlag wird von den europäischen Partnern mit der Frage, ob der Herr Anastasiadis in der letzten Woche in einem Erdloch gelebt hat, abgewiegelt. Die EU steht nun also endgültig zu der Einlagengarantie, Zypern eigentlich nicht (s. geleaktes Verhandlungsprotokoll).

                            - Und nach all dem Gesagten, ist die EU der Buhmann.
                            Vor 5 Jahren war Zypern noch ein Musterbeispiel für die EU-Halbgötter. Genauso Irland und Konsorten.

                            Und willst du wirklich Sparguthaben dann in die Sanierung eines Landes miteinbeziehen, wenn da einige "Bösewichte" dabei sind?
                            "Den Russen" kann man ja immer noch dafür hernehmen.

                            Na hoffentlich schaut nie einer genau in die Bücher der Deutschen Bank etc. rein. Da könnte es auch für dein erspartes Geld irgendwann ungemütlich werden...
                            When I feed the poor, they call me a saint.
                            When I ask why the poor are hungry, they call me a communist.


                            ~ Hélder Câmara

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                              Anne Will heute (leider nur die letzte halbe Stunde gesehen): Ganz klar warum bei "echten" Revolutionen die Jungen in der Regel die "Gerontokraten" an die Wand stellt und erschießt. Die zynisch-süffisante Arroganz und altersbedingte Blindheit der Alt-Politiker Kaste ist wirklich eine bodenlose Frechheit. Da sind sich beide Vertreter der Großparteien in nichts nachgestanden!
                              Die Grenzenlose Freiheit Einzelner Bedeutet Stets Die Begrenzung Der Freiheit Vieler!
                              Willkommen in der DDR - Demokratischen Diktatur der Reichen

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                                Zitat von SF-Junky Beitrag anzeigen
                                Oh Mann!

                                Aber gut, man sieht ja schon hier im Thread dass es sinnlos ist. Einfach sinnlos.
                                Ich finde, Du könntest auf Zwischenfragen ruhig etwas gelassener reagieren.
                                "En trollmand! Den har en trollmand!"

                                Kommentar

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