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[Buchreihe] Star Trek - TOS (bzw. Classic)

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    #61
    Rezension: TOS - "In the Name of Honor"

    Dieser Roman von Dayton Ward aus dem Jahr 2002 ist während der Film-Ära angesiedelt, wenige Monate nach dem 5. Film „Am Rande des Universums„. Viel mehr ist er inhaltlich aber eine Vorgeschichte zu den Ereignissen im 6. Film „Das unentdeckte Land„.

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    Nach der überraschend guten Zusammenarbeit mit General Korrd beim Sha’ka’ree-Zwischenfall, keimt Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden zwischen der Vereinigten Föderation und der Planeten und dem Klingonischen Imperium auf, in dem es gerade zu politischen Umstürzen kommt und eine die ehrenvollen Traditionen der Vergangenheit hochlebende Fraktion an die Macht drängt. Auf Sternenbasis 49 werden erste Friedensverhandlungen geführt, die U.S.S. Enterprise unter dem Kommando von Captain James T. Kirk ist ebenso dort präsent wie der klingonische Schlachtkreuzer Gal’tagh, der von einem alten Bekannten Kirks kommandiert wird: Captain Koloth, dem Kirk einst auf der Raumstation K-7 eine Horde Tribbles vermachte.

    Doch der Groll des Klingonen darüber ist verzogen, denn dieser hat im Auftrag des neuernannten Ratsherrn Gorkon wichtige Informationen an Kirk zu überbringen, die über offizielle Kanäle nicht kommuniziert werden dürfen: In einem klingonischen Arbeitslager werden Überlebende der vor 8 Jahren zerstörten U.S.S. Gagarin gefangen gehalten, obwohl das Imperium stets leugnete, etwas mit der Vernichtung der Gagarin zu tun gehabt zu haben. Im Zuge der begonnenen Friedensverhandlungen herrscht nun Uneinigkeit unter den klingonischen Ratsherren, wie mit diesen Gefangenen vorgegangen werden solle. Die einen – allen voran Gorkon – bevorzugen es, diese Information inoffiziell an Kirk zu geben, der auch sogleich bereit ist, zusammen mit Koloth und Sulu zu einer verdeckten Rettungsmission aufzubrechen. Doch zur gleichen Zeit arbeitet eine andere Fraktion im Hohen Rat daran, alle Beweise für die Beteiligung der Klingonen an der Vernichtung der Gagarin zu beseitigen – inklusive aller Überlebenden. Für den Rettungstrupp beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit …

    Fazit: Bei Dayton Wards jüngeren Romanen, die er ohne seinen langjährigen Co-Autor Kevin Dilmore verfasste, war mir zunehmend aufgefallen, dass es ihm schwer fiel, Spannung aufzubauen, er umständlich formulierte und damit Tempo aus seiner Erzählung nahm. Insofern war ich gespannt, ob das auch bei einem älteren von ihm allein verfassten Roman der Fall ist. Glücklicherweise ist diese Schwäche bei „In the Name of Honor“ kaum merkbar. Wenn es etwas an Spannung hapert, dann liegt das eher an der recht geradlinigen Geschichte, die wenig Überraschungspotenzial hat, aber trotzdem mit einem recht heftigen Schluss aufwarten kann, der sozusagen Kirk gegenüber den Klingonen in genau den passenden Gemütszustand versetzt, um seine Einstellung in „Das unentdeckte Land“ vorzubereiten. Insgesamt gelang es Ward mit dieser Geschichte wirklich sehr gut, eine glaubhafte Brücke zu schlagen zwischen jenem Kirk, der am Ende des 5. Films von Klingonen gerettet wird und dem Kirk, der am Beginn des 6. Films am liebsten alle Klingonen sterben lassen möchte.

    À porpos Klingonen: Da der Roman 2002 entstand, entfällt in diesem Roman eine Erklärung für die beiden sehr unterschiedlichen Erscheinungsbilder der Klingonen, die die Serie „Enterpirse“ erst zwei Jahre später nachlieferte. Obwohl beide Varianten auftauchen, wird das Thema von Koloth bewusst umgangen, wobei gerade dieser Kirk vor ein Rätsel stellt. Kirk nahm nämlich an, dass es lediglich zwei dominante Spezies im Imperium gäbe. Eine Theorie, die aber nicht standhält, als plötzlich ein Koloth mit Stirnwülsten vor ihm steht, der vor 20 Jahren noch ganz anders aussah.

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    Koloth in TOS (mit seinem Ersten Offizier Korax) und später in DS9


    Koloth ist in diesem Roman nicht der einzige Gastcharakter aus der klassischen Serie, der wieder auftaucht. Sein damaliger Erster Offizier Korax, der sich in der TOS-Folge „Kennen Sie Tribbles?“ eine denkwürdige Schlägerei mit Commander Scott lieferte, leitet das Gefangenenlager, in dem die Gagarin-Überlebenden inhaftiert sind. Und der ranghöchste der Überlebenden ist der Erste Offizier der Gagarin, der in der TOS-Folge „Tödliche Wolken“ auf der Enterprise unter Captain Kirk als Sicherheitsoffizier diente: Stephen Garrovick.

    Der gefahrvolle und mühsame Alltag im Gefängnis wird von Ward immer wieder sehr gut wiedergegeben. Zwar durchaus auf einem harten Level, aber auch nicht voller überbordender Grausamkeit, da es sich ja um ein Arbeitslager handelt und auch die Wachleute mitunter Bestrafung droht, wenn sie mit den kostbaren Arbeitskräften zu harsch umgehen. Man konnte sich jedenfalls gut in die Gefangenen hineinfühlen. Der schwächste Part des Romans war hingegen das, was sich auf Sternenbasis 49 ereignet. Als parallelen Plan, um den Gagarin-Zwischenfall unter den Teppich zu kehren, wird auch die Friedenskonferenz selbst sabotiert. Zwar gefällt es, wie es hier auch auf Crew-Ebene zur Zusammenarbeit von Uhura und Chekov mit ihren klingonsichen Gegenstücken kommt, aber die Inkompetenz der Attentäter nimmt an diesem Schauplatz viel Spannung raus.

    Bewertung: Ein guter Roman, dem ich 4 von 6 Sterne verleihe. Durch die Platzierung zwischen den Ereignissen zweier Filme war Dayton Wards Spielraum zwar etwas eingeschränkt, aber er machte es richtig, legte den Fokus stark auf die „kleinere“ Rettungsmission, währen die Sabotage Friedenskonferenz eher weniger Raum bekommt, weshalb es auch nicht so tragisch ist, dass mir diese Passagen nicht so gut gefielen.

    Anmerkung: In diesem Roman lauter der Vorname von Garrovick „Stephen“, was merkwürdigerweise auch der Vorname ist, den ich spontan genannt hätte. Vermutlich, weil er schon in anderen Romanen verwendet wurde, denn tatsächlich wurde in der TOS-Folge „Tödliche Wolken“ gar kein Vorname genannt. Lediglich ein Türschild war zu sehen, aber 2002 gab es noch ein HD-Remastering der klassischen Serie und selbst heute auf Blu-ray kann man dort „David Garrovick“ nur dann wirklich erkennen, wenn man vorher weiß, dass es dort stehen soll.

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    David Garrovick in TOS' "Tödliche Wolken" und das Türschild bei seiner Kabine neben Dr. McCoy


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      #62
      Rezension: TOS - "The higher Frontier"

      Dieser Star Trek-Roman von Christopher L. Bennett ist währen der klassischen Filmära angesiedelt und beschreibt sowohl die Übergangszeit zwischen der zweiten 5-Jahres-Mission der Enterprise (nach "Star Trek: Der Film") und James T. Kirks zweiter Admiralskarriere (vor "Star Trek II: Der Zorn des Khan"). Andererseits verknüpft Bennetts Geschichte die Ereignisse mehrerer Episoden, die das Thema "Telepathie" behandeln.
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ID: 4554209




      Telepathie - besonders bei Menschen - ist ein wiederkehrendes Thema in der Star Trek-Originalserie. In den meisten Folgen entstand sie durch ungewöhnliche Ereignisse, aber zumindest der Auftritt von Dr. Miranda Jones in der TOS-Episode "Die fremde Materie" zeigt, dass sehr ausgeprägte telepathische Fähigkeiten bei einigen Menschen auch natürlich vorkommen. Ein Konzept, das gerade in die Ära rund um die Ereignisse des 1. Kinofilms sehr gut passt, die sich Star Trek-Schöpfer Gene Roddenberry als regelrecht "erleuchtete" Ära der Menschheit vorstellte. Und erwähnte Dr. Jones - die für die Föderation als eine Art telepathisches Sprachrohr bei den nicht-körperlichen Medusen fungiert - kehrt in "The higher Frontier" auf die Enterprise zurück, nachdem das Schiff unter Captain Kirks Kommando nach Andoria geschickt wird, um einen brutalen Angriff auf die Kommune der Aenar zu untersuchen. Ein Angriff, der diese telepathische andorianische Minderheit beinahe ausgerottet hätte.

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ID: 4554208

      Die Aenar treten in der nach ihnen benannten Enterprise-Folge erstmals auf und verfügen
      im Gegensatz zu den meisten Andorianern über telepathische Fähigkeiten.

      Die Angreifer - die von den überlebenden Aenar nach einer alten Legende als "Naazh" (Phantome) bezeichnet werden - hüllen sich in nahezu undurchdringliche Rüstungen und können jede erdenkliche Waffe materialisieren. Selbst die Schilde der Enterprise bieten den verbleibenden Aenar keinen Schutz: Die Naazh materialisieren sich auf dem Freizeitdeck der Enterprise, liefern sich dort einen Kampf gegen das Sicherheitspersonal, der dramatisch endet, als es zu einem Hüllenbruch kommt, dem alle verbleibenden Aenar zum Opfer fallen.

      Mit dem Aussterben der Aenar haben die Naazh ihr fürchterliches Werk aber noch nicht beendet: Monate später - die Enterprise ist inzwischen Captain Spocks Schiff und Admiral Kirk ist Kommandant der Sternenflotten-Akademie - tauchen die mysteriösen Angreifer auf einer Mittelmeerinsel der Erde und in anderen Siedlungen telepathisch begabter Menschen auf und schicken sich nun an, auch jeden einzelnen menschlichen Telepathen auszulöschen ...
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ID: 4554210

      Dr. Miranda Jones (dargestellt von Diane Muldaur, die später in "The Next Generation" Dr. Pulaski spielte)
      war in der TOS-Folge "Die fremde Materie" eine menschliche Telepathin, die ihre Begabung dazu nützte,
      um in Kontakt mit dem Medusen-Botschafter Kollos zu treten.



      Fazit: Christopher L. Bennett führt in seinen Romanen gerne Ereignisse von Star Trek-Episoden zusammen und da er ja auch derzeit federführend bei der Fortsetzung von "Enterprise" in Romanform ist, verwundert es nicht, dass er hier die telepathischen Aenar, denen wir in der 4. Staffel der Serie "Enterprise" erstmals begegneten, in eine Geschichte einbindet, die der Entwicklung der in den Serien und Filmen angedeuteten menschlichen Telepathie auf den Grund geht. Ohne zuviel zu verraten ist auch interessant, wie Bennett hier das Schicksal von Captain Kirks Freund Gary Mitchell (siehe TOS "Spitze des Eisbergs") neu interpretiert.

      Das ist insofern deshalb interessant, da Bennett hier eine neue Variante der Hintergründe kreiert, die zu Gary Mitchells Veränderung in "Spitze des Eisbergs" führten. Ich selbst bin mir noch immer nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Wie zumeist bei Bennett hat seine Darstellung wirklich Hand und Fuß; seine Herangehensweise und die Art, wie er die Geschichte weiterentwickelt, ist wirklich sehr kreativ und zugleich stimmig. Und die Enthüllung stellt eine große Offenbarung in der Geschichte dar - die aber auch durchaus nötig war. Denn wirklich sehr lange Zeit konzentriert sich Bennett darauf, die Angriffe der Naazh zu beschreiben und wie diese mal mehr und mal weniger erfolgreich abgewehrt werden können. Die Enthüllung, wer die Naazh tatsächlich sind und was sie ganz speziell gegen menschliche und andorianische Telepathen haben, kommt erst zu einem Zeitpunkt, an dem die Geschichte schon etwas ermüdend geworden ist. Und auch nach der Enthüllung ändert sich am Fokus, der auf der akuten Naazh-Bekämpfung an mehreren Fronten liegt, nicht allzu viel, außer dass man nun als Leser die Hintergründe kennt. "The higher Frontier" bleibt bis zum Ende ein sehr action-lastiger und matialischer Roman. Gerade die Beschreibung von Action-Szenen ist aber nur bedingt eine Stärke von Christopher L. Bennett.

      Das Einstreuen vieler kleiner Anspielungen auf die Serien ist im Gegensatz dazu aber absolut eine Stärke von ihm und so findet nicht nur "Discovery" Beachtung, sondern auch die Zeichentrickserie. Konkret durch den Auftritt von Commander Thelin, der in einer alternativen Realität Erster Offizier der Enterprise war (siehe TAS "Das Zeitportal").

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      Der Andorianer Thelin war in der Zeichentrick-Folge "Das Zeitportal" in einer alternativen Realität Captain Kirks Erster Offizier.
      In "The higher Frontier" lernen wir Thelins Gegenstück aus dem Prime-Universum kennen.
      Und auch ein geflügelter Aurelianer taucht im Roman auf.


      Die Charakterisierung der Enterprise-Stammbesetzung kann man wiederum nur als "ausreichend" bezeichnen. Ja, sie sind gut getroffen ... wenn sie überhaupt mal einen etwas größeren Auftritt haben. Aber durch das Ende der 5-Jahres-Mission und die Verteilung der Crew auf neue Posten und die Vorstellung ihrer neuen Kameraden dort, verteilt sich das Rampenlicht in "The higher Frontier" auf ziemlich viele Charaktere. Lediglich James T. Kirk ist von den Hauptfiguren dauerhaft präsent, wobei ihn hauptsächlich die Frage beschäftigt, unter welchen Bedingungen er seine Sternenflottenkarriere fortführen kann. Selbst der telepathisch veranlagte Spock ist im Vergleich eher eine Randfigur in diesem Roman, aber treibende Kraft der Ereignisse - selbst im Finale - sind eigentlich nur die Naazh, über deren Motive man aber zu lange rätselt.

      Bewertung: Die Geschichte ist solide erzählt, aber ihr Fokus auf aufeinanderfolgende Kampfhandlungen ermüdet mit der Zeit und der Punkt, an dem ich mir mehr Information über die Naazh wünschte, war schon recht weit überschritten, als der Roman Klarheit in die Angelegenheit brachte - die allerdings nicht wirklich viel am weiteren Tenor des Romans geändert hat. Das Telepathie-Thema hat in diesem Roman immerhin einen sehr interessanten Ansatz und mir gefiel, wie verschiedene Anwendungen dieser Fähigkeit, die man in der klassischen Serie sah, in die Geschichte eingeflossen sind. Das ist typisch für Christopher L. Bennett, aber seinen vorangegangenen Filmära-Roman "Ex Machina" fand ich wesentlich unterhaltsamer. "The higher Frontier" kann ich nur 3 von 6 Sternen verleihen.


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