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    Romane zu "Firefly"/"Serenity"

    Rezension: Firefly – „Big damn Hero“


    Die SciFi/Western-Serie „Firefly“ wurde leider im Jahr 2003 viel zu rasch abgesetzt und auch wenn sie 2005 mit dem Kinofilm „Serenity“ eine Art Abschluss erhalten hat, ist es doch schade, dass Fans der Serie nicht mehr Abenteuer über die Besatzung rund um Frachter-Captain Malcolm Reynolds miterleben durften. Zumindest nicht auf dem Bildschirm oder der großen Kinoleinwand. In gedruckter Form sieht es zum Glück etwas besser aus. Schon vor einiger Zeit sind „Firefly“/“Serenity“-Comics erschienen und im Herbst 2018 erschien mit „Big damn Hero“ der erste Roman zur Serie.
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    „Big damn Hero“ ist noch vor den Ereignissen des Kinofilms angesiedelt, weshalb die Besatzung des Frachters Serenity aus dem gleichen unkonventionellen Mix an Charakteren besteht, wie wir ihn aus der Serie kennen: die Kriegsveteranen Malcolm Reynolds und seine Erste Offizierin Zoe, Pilot Wash, Ingenieurin Kaylee, „Public Relations“-Mann Jayne sowie „Botschafterin“ Inara und die Passagiere Shepherd Book und das Gewischter-Gespann Simon und River Tam, die steckbrieflich gesucht werden. Ein Umstand, der es Malcolm schwer macht, legale Geschäfte zu machen, weshalb er sich bei einem Zwischenstopp auf Persephone wieder einmal an den Gauner Badger wenden muss, der ihm den Transport hochempfindlichen Sprengstoffs vermittelt.

    Weil sich die Gelegenheit bietet, auf dem bevorstehenden Flug gleich zwei Jobs zu erledigen, trifft sich Malcolm noch mit einem anderen Kunden. Doch das Treffen – das in einer wilden Barschlägerei seinen Höhepunkt findet – entpuppt sich als Falle. Während Zoe und Jayne abgelenkt sind, wird Malcolm entführt. Die Nachforschungen führen zu einer Gruppe Vigilanten, die ehemalige Soldaten der Widerstandskämpfer lynchen. Doch die Crew kann nicht länger auf Persephone verweilen, da der an Bord genommene Sprengstoff immer instabiler wird. Also muss die Serenity ohne ihren Captain aufbrechen, doch Shepherd Book – der Geistliche mit ominöser Vergangenheit – bleibt zurück und stellt eigene Erkundigungen an.

    In der Zwischenzeit wird Malcolm verschleppt und einer Meute ehemaliger Widerstandskämpfer vorgeführt, die ihn für einen Verräter halten. Und der Führer der Anklage entpuppt sich als niemand geringerer als einer von Malcolms engsten Jugendfreunden. Das unerwartete Widersehen weckt nostalgische wie auch unschöne Erinnerungen an Malcolms Zeit als Heranwachsender auf dem Planeten Shadow.

    Fazit: Autor James Lovegrove hat die Hauptcharaktere der Serie wirklich auf den Punkt getroffen! Ihre Verhaltensweise, ihre lockere Sprache (u.a. auch der gezielte Einsatz von chinesischen Flüchen) und das gesamte beschriebene Ambiente wirken wie aus der Serie gezogen. In dieser Hinsicht erwies sich Lovegrove wirklich als sehr treffsicher.

    Was die Story angeht (konzipiert von Nancy Holden) konnte mich dieser Roman aber nicht so fesseln. Eine typische „Firefly“-Folge würde wahrscheinlich auch nicht genug hergeben für einen über 300seitigen Roman, weshalb die Erzählart der Geschichte etwas ausholender ist, als man es von einem „Firefly“-Abenteuer gewohnt ist. So nehmen Rückblenden in Malcolms Jugend viel Raum ein. Rückblenden an sich sind kein ungewöhnliches Erzählelement für „Firefly“, die Serie nutzte es immer wieder mal. Malcolm Reynolds Jugend kann aber nicht so recht fesseln, da er hier der einzige etablierte Charakter ist und die vierköpfige Jungendbande, deren Mitglied er war, von vornherein so zusammengestellt war, dass es für mich vorhersehbar war, was passieren würde und was wirklich der Grund für die Anklage vor dem Lynchmob ist.
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    Das ist insofern ein wenig enttäuschend, da die Serie immer wieder mal gern mit der Erwartungshaltung der Zuseher gespielt hat. In „Big damn Hero“ ist das leider nicht der Fall. Die Konstellation für eine Dreiecksbeziehung wird zu einer Dreiecksbeziehung. Eine tickende Bombe ist eine Bombe, die schließlich explodiert.

    Die Story ist zwar solide, sie macht Sinn, aber dem Leser wird es meiner Meinung nach zu leicht gemacht, das Geschehen früh zu durchschauen und als Fan der Serie ist daher das Risiko schon groß, dass man eine überraschende Wendung erwartet, die der Roman aber leider nicht liefert.

    Bewertung: Im Grunde ist „Big damn Hero“ ein solider Auftakt der (demnächst vierteiligen) Romanreihe zu ‚“Firefly“, aber inhaltlich leider nur Durchschnitt. Wie der Autor aber die Charaktere erfasst hat und im Roman einsetzt, beschert ihm aber einen Pluspunkt, weshalb ich knapp 4 von 6 Sterne vergebe. Die Story konnte nicht überraschen, aber die Dialoge haben mir beim Lesen schon viel Freude bereitet.


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    #2
    Rezension: Firefly – „The magnificent Nine“

    Während der erste Roman zur leider viel zu früh abgesetzten Serie „Firefly“ von Rückblenden in Malcolm Reynolds Jugend dominiert wurde, ist es in „The magnificent Nine“ die Vergangenheit von Jayne Cobb – dem Mann fürs Grobe – die die Crew des Frachtschiffs Serenity einholt.

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    Jayne muss sich gerade mit Passagierin River Tam herumärgern, die sich seine Lieblingsmütze aufgesetzt hat und um Frachtraum herumturnt, als er eine Nachricht von einer alten Freundin erhält. Temperance McCloud hat sich nach ihrer kriminellen Karriere auf den abgelegenen Wüstenplaneten Thetis niedergelassen. Doch die Siedlung wird terrorisiert vom Banditen Elias Vandal und seiner Gang, die sich durch Gewalt den exklusiven Zugang zu den Wasservorräten der Siedler sichern wollen. Jayne - von Loyalität und anderen Gefühlen für Temperance ergriffen - ist bereit, zur Rettung nach Thetis zu eilen und natürlich ist auch der Rest der Serenity-Crew bereit, Hilfe anzubieten.

    Auf Thetis angekommen zeigt sich, dass der Bürgermeister des bedrohten Städtchens nicht gerade beeindruckt von den "glorreichen Neun" von der Serenity ist, die noch dazu bei ihrer Ankunft keinen großen Eindruck gemacht haben, musste ihr Schiff doch nach einem Raketenangriff eine Bruchlandung in der Wüste hinlegen. Nun, das Gefühl, an einem Ort nicht willkommen zu sein, ist der Crew der Serenity nicht fremd. Überraschung überkommt sie aber, als Temperance der Crew ihre Tochter vorstellt. Abgesehen von Jayne, der nicht die hellste Kerze im Leuchter ist, sind alle ziemlich baff, denn der Name von Temperance' Tochter lautet Jane ...

    Fazit: Ähnlichkeiten zur "Firefly"-Folge "Leichte Mädchen", in der die Crew der Serenity einer Freundin von Inara zur Hilfe eilte, sind genauso offensichtlich wie jene zum Western "Die glorreichen Sieben", von dem auch der Titel des Romans abgeleitet ist. Dabei ist der Roman allerdings weniger eine Ensemble-Geschichte. Eindeutig die Hauptfigur der Geschichte ist Jayne Cobb.


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    Anders als im ersten "Firefly"-Roman "Big damn Hero" ist dieser Roman aber nicht besonders Rückblenden-lastig. Ich glaube, es gibt nur eine Passage, die wirklich als Rückblende zählt. Der Rest von Jaynes und Temperance' Vorgeschichte wird einfach im Lauf der Handlung erzählt. Was Jayne früher gemacht hat, ist auch nicht allzu ungewöhnlich, dass es großartig ausgeschmückt werden müsste: er war ein Krimineller und Temperance sein erster Boss ... und mehr, weshalb schließlich auch Jayne - mit einiger Verspätung - kapiert, was der Name von Temperance' Tochter andeutet.

    Jayne und Jane bilden dann später im Roman auch ein wirklich gutes Duo, wenn sie gemeinsam ausrücken, um Temperance aus der Gefangenschaft zu befreien. Dass Jayne sich dabei verletzungsbedingt mit einer Überdosis Schmerztabletten zudröhnt und er noch mehr als sonst in einen unzurechnungsfähigen Zustand verfällt, ist nur einer der spaßigen Aspekte von "The mangificent Nine".

    Da Autor James Lovegrove auch diesmal wieder die Charaktere und die Stimmung der TV-Serie hervorragend trifft, ist der Roman hoch unterhaltsam für Fans der Serie und obwohl die Ausgangssituation nicht ganz originell ist, bietet die Geschichte doch auch genug Neues. Besonders überrascht hat es mich, dass Jayne auch intelligente und verhältnismäßig feinfühlige Dialoge führen kann und dennoch in diesem Roman nicht "out of character" wirkt. James Lovegrove hat wirklich ein sehr gutes Gespür für die Charaktere und schreibt sie auch dann glaubwürdig, wenn er sie - wie Jayne in diesem Fall - in eine Situation bringt, für die die TV-Serie keine Blaupause liefert.

    Abgesehen von der sehr persönlichen Story rund um Jayne & Jane transportiert der Roman aber auch sehr schönes Western-Feeling in einer staubigen Kleinstadt in der Wüste. Der Science-Fiction-Aspekt ist diesmal relativ gering, weil die Serenity den Großteil der Geschichte nicht einsatzfähig ist. Aber das sehe ich nicht als Problem an, denn trotzdem wird auf einige besonderen Aspekte des "Firefly"-Universums eingegangen - in diesem Roman konkret auf die mörderischen Reaver, bei denen Elias Vandal behauptet einige Zeit verbracht zu haben. Wie der Roman zuvor meidet auch "The magnificent Nine" River Tam als Thema. Das ist ein kleiner Nachteil der Romane, die nach den Ereignissen der Serie aber noch vor den Ereignissen des Kinofilms "Serenity" angesiedelt sind. Rivers besondere Fähigkeiten bleiben aber auch in diesem Roman nicht gänzlich unerwähnt und sie sorgt am Schluss auch für einen netten Aha-Moment, der den Kreis zum Beginn der Geschichte schließt.

    Bewertung: "The magnificent Nine" gefiel mir deutlich besser als der erste Roman "Big damn Hero". Die Struktur ohne die ständigen Rückblenden erinnert auch mehr an den Aufbau einer Serien-Episode und obwohl einiges passiert, ist die Geschichte sehr flott erzählt und die Charaktere sind wieder sehr gut getroffen - im Falle von Jayne sogar in einer Ausnahmesituation. Als bewusste Hommage an "Die glorreichen Sieben" ist der Geschichte natürlich nicht ganz originell, aber ansonsten konnte mich der Roman sehr gut unterhalten, weswegen ich starke 5 von 6 Sterne vergebe.



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    Zuletzt geändert von MFB; 21.10.2020, 12:49.
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      #3
      Rezension: Firefly – „The Ghost Machine"

      Im dritten "Firefly"-Roman finden die Abenteuer der - inzwischen reduzierten - Serenity-Crew größtenteils in der Fantasie der jeweiligen Crewmitglieder statt.
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      Die Geschäfte laufen schlecht, denn dem kleinen Frachter Serenity eilt nicht gerade der beste Ruf voraus. Daher ist Captain Malcolm Reynolds gezwungen, einmal mehr für den schmierigen Gauner Badger zu arbeiten. Auf dem Planeten Canterbury soll die Serenity ein nicht näher definiertes Gerät übernehmen und nach Persephone transportieren. Zweifellos Diebesgut - womit Reynolds in der Vergangenheit auch nie Probleme hatte - aber als er bei der Übergabe die versiegelte Kiste erblickt, auf der das Logo von Blue Sun prangt, kommen ihm Zweifel.

      Blue Sun ist sozusagen ein Äquivalent von A.C.M.E. - "A Company manufacturing everything". Das blaue Logo kann man immer wieder mal im "Firefly"-Universum erspähen. Besonders berüchtigt ist Blue Sun aber vor allem deshalb, weil sie auch militärische Ausrüstung für die Allianz-Regierung herstellt. Aber nicht nur Reynolds Abneigung gegen die Allianz ist der Grund, warum er zögert. Mehr Sorge bereitet ihm, welche technische Teufelei Blue Sun ausgerechnet auf einem so abgelegenen Planeten wie Canterbury in einem geheimen Labor ausgeheckt haben könnte. Er lässt die Übergabe platzen - sehr zum Ärger von Badgers Geschäftspartnern, deren Reklamationen bleihaltig erwidert werden.

      Reynolds will die verdächtige Kiste einfach in der Wüste von Canterbury liegen lassen, doch Jayne ist alles andere als begeistert davon, sich einen lukrativen Deal durch die Lappen gehen zu lassen. Also schmuggelt er vor dem Abflug der Serenity die Kiste heimlich an Bord und versteckt sie in seiner Kabine ... von wo aus ihr Inhalt seine Wirkung auf die gesamte Crew entfaltet.

      Während die telepathisch sensible River Tam die Gefahr spürt, sie aber nicht artikulieren kann und schließlich sediert werden muss, verfallen die restlichen Crewmitglieder von selbst in einen Schlaf und erleben angenehmste Träume.

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      Auf Persephone wird Badger wiederum von seinem Auftraggeber kontaktiert. Dieser informiert ihn darüber, dass das bestellte Gerät dazu dient, aufgebrachte Massen zu beruhigen und somit Aufstände gewaltlos niederschlagen zu können. Doch will er nun die Bestellung stornieren, denn er hat erfahren, dass das Gerät - die "Ghost Machine" - eine gravierende Nebenwirkung hat und die angeregten Träume sich rasch in Albträume verwandeln.

      Und genau dies erleben auch die Leute auf der Serenity. Ihre von der Erfüllung geheimer Sehnsüchte geprägten Träume nehmen allesamt dramatische Wendungen, die ihren größten Ängsten entsprechen. Gleichzeitig fliegt die Serenity unkontrolliert durchs All auf Kollisionskurs mit einem von Canterburys Monden. Nur River, die in ihrem sedierten Zustand telepathisch die Träume beobachten kann, weiß von der Gefahr und der Notwendigkeit, ihre Mannschaftskameraden so rasch wie möglich aufzuwecken. Ihre einzige Chance ist es, sich selbst in die Träume einzumischen ...

      Fazit: Durch die "Ghost Machine" allein ist diese Story schon etwas stärker Science-Ficition-lastig als es bei den beiden vorherigen Romanen der Fall war. Western-Flair kommt eigentlich nur durch Jaynes Traum auf - der mir auch am besten gefallen hat, de er ihn wieder einmal als Menschen zeigt, dem was am Wohl seiner Familie liegt und der nach der Albraumwendung mit ansehen muss, wie seinem Bruder Schreckliches angetan wird.

      Auch Zoes Traum darüber, dass die Browncoats die Allianz im Bürgerkrieg besiegt hätten und sie nun als Kopfgeldjägerin unterwegs ist, ist noch etwas Western-artig, während die anderen Träume eigentlich weder viel Science-Ficiton noch Western-Story zu bieten haben. Viel Einblick in seine Wünsche gibt aber vor allem Reynolds Traum, der der verpassten Gelegenheit nachtrauert, Inara seine Gefühle zu gestehen, bevor sie die Serenity verließ. Seit Inara und Shepherd Book von Bord gingen, lief es unrund auf dem Schiff und dementsprechend träumt der Captain davon, auf einem idyllischen Planeten mit Inara sesshaft geworden zu sein und mit ihr Kinder großzuziehen. Ein perfektes Leben - bis in unmittelbarer Nähe ihres Hauses ein Reaver-Schiff eine Bruchlandung hinlegt.

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      Die Träume von Wash, Kaylee und Simon wirken verglichen damit etwas weniger ausgereift bzw. weit hergeholt. (Vor allem fragt man sich, wie es Simon tatsächlich so lange bei seiner Familie ausgehalten hat, wenn er derart geheimen Ängste vor ihnen hat.)

      Den Tag rettet schließlich River, deren telepathische Fähigkeiten hier zwar gut eingesetzt werden. Aber sie wirkt im gesamten Roman nicht wirklich wie sie selbst. In den Traumsequenzen wird eine "Erklärung" dafür angedeutet, aber auch in der Realität fand ich sie nicht so gut getroffen. Inhaltlich machte es bei den beiden vorherigen "Firefly"-Romanen Sinn, sich nicht allzu intensiv mit River zu beschäftigten. Aber womöglich tat sich Autor James Lovegrove mit diesem - zugegebenermaßen schwierigen - Charakter auch schwer. Die anderen Figuren hat er wie auch schon zuvor wieder punktgenau getroffen und er scheint eine Vorliebe für Jayne zu haben, den er auch in diesem Roman derart behutsam in eine bislang ungewohnte Situation bringt, in der sein Verhalten trotzdem sehr stimmig wirkt.

      Eine Kleinigkeit gibt es noch, die für die Geschichte nicht wesentlich ist, aber doch etwas ablenkt: Der Autor sollte sich die Serenity nochmal etwas genauer ansehen. Die Rampe zum Frachtraum befindet sich nämlich nicht am Heck, sondern am Bug des Schiffes. Und die Kabinen der Passagiere - konkret von River und Simon - befinden sich ebenfalls auf dem unteren Deck und nicht am gleichen Korridor wie die Kabinen der Mannschaft. Solche Fehlerchen sind jetzt nicht wesentlich, aber wenn man sich die Geschichte beim Lesen visualisiert und dabei auf Eindrücke der TV-Serie zurückgreift, dann reißen einem solche Ungenauigkeiten kurz mal raus.

      Bewertung: Die Geschichte ist durchaus interessant und deutet bereits sehr bewusst die Ereignisse des Kinofilms "Serenity" an. Insgesamt ist die Geschichte mit dem ständigen Wechsel zwischen den Träumen zumindest in der ersten Hälfte aber etwas träge erzählt. Sobald es zu den Albtraum-Wendungen kommt, ist das Tempo deutlich höher und es wird wesentlich spannender, aber für meinen Geschmack hält sich der Autor etwas zu lang mit den eher langweiligen Wunschvorstellungen auf, von denen ich einige auch nicht als ganz ideal gewählt für die jeweilige Figur halte. Daher gebe ich diesem Roman nur 3 Sterne. Die Romane "Big damn Hero" und "The mangnificent Nine" haben mir besser gefallen.


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        #4
        Rezension: Firefly – „Generations"

        Den vierten "Firefly"-Roman verfasste erstmals nicht James Lovegrove, sondern Tim Lebbon und eigentlich hätte der Roman bereits deutlich früher und an dritter Stelle erscheinen sollen, was man daran merkt, dass im Gegensatz zu "The Ghost Machine" Inara Serra und Shepherd Book noch an Bord der Serenity sind - wenngleich die beiden in diesem Roman nicht viel Zeit auf dem Schiff verbringen, sondern früh ihren eigenen Beschäftigungen nachgehen, während sich der Rest der Crew auf Schatzsuche begibt.

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        Auf der mühsamen Suche nach Arbeit fliegt die Serenity zu einer inzwischen runtergewirtschafteten Goldgräberkolonie, wo Captain Malcolm Reynolds und seine Erste Offizierin Zoe einen Kameraden aus dem Krieg kennen, der ihnen womöglich in der Gegend einen Job vermitteln kann. Leider müssen sie nach ihrer Ankunft feststellen, dass dieser Kamerad bereits gestorben ist, doch ganz umsonst war der Abstecher nicht, gelingt es Malcolm doch, im Saloon beim Kartenspiel nicht nur Geld, sondern auch eine Sternenkarte der Allianz zu gewinnen. Dass die Allianz offenbar großes Interesse hat, die Karte zurückzubekommen, zeigt sich dadurch, dass Malcolm und seine Crew sogleich von regierungstreuen Söldnern angegriffen werden ehe ihnen schließlich doch die Flucht von der Kolonie gelingt.

        Zurück auf der Serenity ist ausgerechnet River Tam - an deren Verstand die Allianz herummanipuliert hat - die einzige, die die Karte entschlüsseln kann. Sie soll in den Orbit eines abgelegenen Gasriesen führen und zu einem dort versteckten riesigen Raumschiff - einer jener Archen, mit denen die Menschheit einst von der Erde geflohen war, um die neue Welten zu kolonisieren. Die Mannschaft der Serenity wittert das große Geschäft, denn Artefakte von der Erde-von-einst werden zu hohen Sammlerpreisen gehandelt. Nach einer mehrtägigen Reise erreicht die Serenity schließlich das uralte Raumschiff, das offensichtlich von der Allianz in einem Orbit zwischen den Planetenringen geparkt worden ist. An Bord scheint es keine Aktivität zu geben, weshalb Malcolm und Zoe sowie Ingenieurin Kaylee und Jayne Cobb sich etwas umsehen ... und dabei den einzigen in Kälteschlaf liegenden Passagier vorfinden, bei dem es sich aber nicht um einen einstigen Bewohner der Erde handelt, sondern um den ersten Probanden aus jener Versuchsreihe, die auch River Tams instabilen mentalen Zustand verursacht hat. Als der Passagier - Silas - erwacht und Soldaten wie auch Agenten der Allianz eintreffen, die nach dem Rechten sehen wollen, zeigt Silas seine tödlichen Fähigkeiten ... und gibt einen Ausblick darauf, wozu unter gewissen Umständen vielleicht auch River fähig wäre.

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        Fazit: Da ein neuer Autor am Werk war, stellt sich gleich vorweg natürlich die Frage: Trifft Tim Lebbon die Charaktere der Serie genauso hervorragend auf den Punkt wie James Lovegrove? Erfreulicherweise kann man diese Frage durchaus mit einem "Ja" beantworten, aber mit einer Einschränkung: Lovegrove feuerte vor allem in seinen ersten beiden "Firefly"-Romanen ein regelrechtes Feuerwerk ab. Er ließ kaum einen Dialog aus, um die besonderen Eigenheiten oder Ausdrucksformen der einzelnen Figuren einzubauen. Lebbon macht das hingegen deutlich seltener, lässt die Charaktere sich neutraler ausdrücken und streut nur hier und da ihre Eigenheiten ein. Welche Erzählweise entspricht am ehesten der Serie? Tendenziell eher jene von Lovegrove, auch wenn dieser manchmal über das Ziel hinausschießt. Insofern ist es auch legitim, dass Lebbon sich zurücknimmt, zumal er in "Generations" die Crew der Serenity in eine sehr bedrückende Situation an Bord eines Geisterschiffs mit einem einzelnen, masssenmordenden Passagier bringt. Selbst an Jayne - der trotzdem noch den einen oder anderen lockeren Spruch von sich gibt und sich schamlos alles unter den Nagel reißt, was nicht niet- und nagelfest ist - geht das dort Erlebte nicht spurlos vorüber.

        Zur Geschichte selbst kann man sagen, dass sie ziemlich geradeheraus ist. Mir gefiel am besten die anfängliche Westernatmosphäre im kleinen Goldgräberstädtchen, die einen ziemlichen Kontrast zur unheimlichen Atmosphäre an Bord des irdisches Schiffe darstellt. Ich denke aber, dass man viel mehr aus dem Thema hätte rausholen können. Manchmal wird zwar mit der Unwissenheit der Crew über die Erde gespielt, beispielsweise wenn sie einen Lagerraum mit militärischen Fahrzeugen finden oder wenn am Ende die Beute inspiziert wird. Aber weite Teile des riesigen Schiffe sind leer, das Aussehen wird nicht besonders interessant beschrieben und Unterschiede zur etablierten Technik der neuen Welten sieht oft nur Kaylee, der man das wohl glauben muss.

        Da aus der Crew der Serenity natürlich niemand Silas zum Opfer fallen darf, müssen Allianztruppen anrücken, die sich von dem Irren niedermetzeln lassen. Sie sind aber nur das Kanonenfutter, das zwei "Blauhände" vorschicken. Es handelt sich in diesem Roman aber nicht um die beiden blauhändigen Männer, die wir aus der Serie kennen (und die ihr Ende im Comic "Die Zurückgelassenen" finden; die Comics werden von den Autoren der Romane berücksichtigt), sondern um ein weibliches Duo.

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        Dieses neue Duo bleibt ebenso mysteriös und dies obwohl wir sogar ihre Gedanken mitbekommen, was aber nicht sehr leicht lesbare Passagen sind.

        Bewertung: Wie auch "The Ghost Machine" scheint auch "Generations" von der Konzeption her sehr darauf abzuzielen, nicht nur den vergangenen Zeitraum zwischen Serie und Kinofilm zu üfüllen, sondern speziell letzteren auch thematisch vorzubereiten, indem man mit Silas eine Figur hat, die mehr oder weniger das gleiche wie River durchgemacht hat, die sich unter Umständen (die dann die Handlung des Kinofilms liefert) ebenfalls in eine regelrechte Kampfmaschine verwandeln kann. Ich persönlich hätte es aber besser gefunden, hätte Tim Lebbon etwas mehr mit dem Thema der Erde-von-einst gearbeitet. Es gibt ein paar interessante Stellen dazu, aber im Endeffekt ist das gefundene Schiff und sein Inhalt doch eher enttäuschend gewesen. "Generations" ist daher ein ziemlich durchschnittlicher Roman, dem ich 3 von 6 Sterne gebe. Einige Dialoge à la James Lovegrove hätten die Geschichte etwas aufpeppen können. Von ihm wird dann wieder der fünfte "Firefly"-Roman stammen, der im Frühjahr 2021 erscheinen soll.



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          #5
          Danke für diese Rezensionen. Ich war ein Fan von Firefly und werde mir gleich mal die Bücher zulegen.
          ZUKUNFT -
          das ist die Zeit, in der du bereust, dass du das, was du heute tun kannst, nicht getan hast.
          Mein VT: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...ndenz-steigend
          Captain Future Stammtisch: http://www.scifi-forum.de/forum/inte...´s-cf-spelunke

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