[Deck 6] Büro des Counselors - SciFi-Forum

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[Deck 6] Büro des Counselors

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    #61
    [01.01.2381, 09:01]

    Als gute Beobachterin entging Valerus die Nervosität ihres Gegenübers nicht. Sie lächelte den Sicherheitschef freundlich an und schüttelte leicht mit dem Kopf: "Nein, keine Sorge. Sie sind pünktlich."
    Mit einer Handbewegung lud sie Brody ein, entweder in der gemütlichen Couchecke oder auf dem Stuhl vor ihrem Schreibtisch Platz zu nehmen.
    "Suchen Sie sich einen Platz aus. Kann ich Ihnen etwas zu Trinken anbieten?"

    Die Couchecke bestand aus einem Sofa mit drei Sitzen, sowie zwei Sesseln, die um einen kleinen Tisch herum standen. Auf diesem Tisch befand sich eine Schale voll selbstgebackener Plätzchen.
    Marie wollte, dass sich ihre Gesprächspartner in dem Büro wohl fühlten. So fassten sie viel schneller Vertrauen zu ihr und waren auch freiwillig bereit, mit ihr über ihre Probleme oder Sorgen zu reden.
    Mehrere Topfpflanzen und mit Blumen gefüllte Vasen verleihten dem Büro eine heimelige Atmosphäre. Man könnte fast meinen, man befand sich in einem Wohnzimmer, wenn man von der nüchternen Ecke mit dem Schreibtisch absah. Aber diese hatte Valerus ohnehin mit Hilfe eines einfachen Raumteilers etwas aus dem Sichtfeld gerückt.

    Momentan stand die Counselor in der Nähe des Replikators und wartete geduldig auf Brodys Antwort.
    Die junge Frau machte einen freundlichen und einladenden Eindruck. Sie trat gerade als Gastgeberin auf. Dieses Gefühl wollte sie zumindest vermitteln. Ob es ihr wirklich gelang, konnte nur ihr Gegenüber einschätzen.
    Auch wenn das Leben manchmal unfair und grausam zu dir ist, Aufgeben ist keine Option!
    *****

    =/\= STARFLEET UNIVERSE =/\=

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      #62
      [01.01.2381, 09:02]

      "Einen Kaffee bitte.", sagte Brody und nahm auf dem Stuhl vor dem Schreibtisch platz. Er fühlte sich immer wohler, wenn eine Art Barriere zwischen sich seinem Gegenüber lag. Gerade bei Counselorsitzungen empfand er die nahezu freundschaftliche Atmosphäre in einer gemütlichen Coucheecke als Störung.

      "Bin ich Ihr erster...Termin...heute?"

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        #63
        [01.01.2381, 09:02]

        Marie replizierte eine Kanne Kaffee, dazu noch Milch und Zucker, sowie zwei Tassen mit Löffel. Dies alles balancierte sie auf einem Tablett zu ihrem Schreibtisch hinüber. Danach ging sie nochmal zum Couchtisch und holte die Schale mit Keksen. Diese stellte sie ebenfalls auf dem Tisch ab. Allerdings so, dass sie nicht genau im Blickfeld der beiden stand, sondern eher an der Seite.
        Währenddessen beantwortete sie auch die Frage des Sicherheitschefs: "Nein, ich habe schon einen Termin hinter mir. Meine Schicht beginnt normalerweise um 8 Uhr."

        Sie setzte sich und deutete auf die Kekse: "Bedienen Sie sich ruhig."
        Nebenbei goss Valerus Kaffee in die beiden Tassen und stellte Brody eine davon hin.
        "Haben Sie sich bereits auf der Station eingelebt?", eröffnete sie dann das eigentliche Gespräch. "Schildern Sie mir doch mal Ihre ersten Eindrücke."
        Die junge Frau lächelte wieder freundlich und sah Brody nun direkt an. Mittlerweile hatte sie sich auch auf ihrem Stuhl gesetzt, damit sie auf gleicher Augenhöhe waren.
        Auch wenn das Leben manchmal unfair und grausam zu dir ist, Aufgeben ist keine Option!
        *****

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          #64
          [01.01.2381, 09:03]

          Aufmerksam beobachtete Brody das Geschehen. Valerus schien besonders großes Interesse daran zu haben, dass sich ihre Patienten wohlfühlen und nicht das Gefühl bekommen in einer Vernehmung zu sein.
          Seine bisherigen Sitzungen mit diversen Counselors der Sternenflotte hatte Brody in schlechter Erinnerung. Obwohl sich jeder von ihnen mindestens genauso viel Mühe dabei gegeben hatte wie Valerus, ihm eine angenehme Atmosphäre zu bieten, konnte er sich nie richtig entspannen. Vielleicht wollte er es einfach auch nicht. Es war allerdings an der Zeit dies zu ändern.

          "Nun, wie Sie sicherlich wissen bin ich erst seit gestern auf der Station. Viel Zeit ist seit dem nicht vergangen. Ich hatte auch noch nicht sonderlich viel Kontakt zu weiteren Führungsoffizieren.", begann Brody zu erzählen.

          "Die Personen, die ich aber bereits kennengelernt habe, waren...", Brody dachte kurz nach, ob das zurückliegende Meeting erwähnenswert war, entschied sich jedoch dagegen. "...so wie ich es erwartet hatte. Bislang kann ich also nicht klagen."

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            #65
            [01.01.2381, 09:04]

            "Das freut mich zu hören", erwiderte Valerus und rührte etwas Milch und Zucker in ihren Kaffee. Dann sah sie ihr Gegenüber wieder an.
            "Ich habe mir Ihr psychologisches Profil durchgelesen", sie machte eine kurze Pause und beobachtete dabei Brodys Reaktion, "Möchten Sie mir von Ihrem derzeitigem Verhältnis zu Ihrer Familie erzählen? Insbesondere zu den Geschwistern und Ihrem Vater?"

            Marie wusste, dass sie damit eine empfindliche Stelle traf. Aber sie wollte mehr darüber wissen, um einschätzen zu können, mit was für einem Typ Mensch sie es hier wirklich zu tun hat.
            Sie hatte Brody absichtlich die Wahl gelassen, darüber zu reden oder nicht. Wenn er noch nicht soweit war, mit ihr darüber zu reden, würde sie das Gespräch auf ein anderes Thema lenken. Ihr war bewusst, dass man Vertrauen nicht immer innerhalb weniger Minuten aufbauen kann. Manche brauchten etwas länger. Besonders wenn sie vorher schon schlechte Erfahrungen gemacht haben.
            Auch wenn das Leben manchmal unfair und grausam zu dir ist, Aufgeben ist keine Option!
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              #66
              [01.01.2381, 09:05]

              Martin war gerade dabei gewesen seine Hand nach der Tasse auszustrecken, da hielt er mitten in der Bewegung inne, zögerte kurz und zog sie langsam wieder zurück. Die Tasse ließ er unangerührt stehen. Es war normal, dass vorgesetzte Offiziere und insbesondere der Counselor Zugang zu den psychologischen Profilen der Besatzung hatte, doch jedes Mal wenn Brody hörte, dass man das seine durchgelesen hatte befürchtete er das Schlimmste.

              "Ich habe lange nichts mehr von ihnen gehört und gelesen. Zuletzt von meinem Bruder.", antwortete Brody wahrheitsgemäß und blickte dabei zunächst noch auf die Tischplatte und anschließend in die Augen des Counselors. "Er ist nach wie vor Lieutenant auf der Cleveland."

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                #67
                [01.01.2381, 09:06]

                Die Counselor nickte. Da Brody bereit war, mehr zu erzählen, wagte sie einen weiteren Vorstoß: "In Ihrer Akte steht, dass man Ihnen stets die Schuld am Tod Ihrer Mutter gab. Wie sehen Sie das?"
                Auch wenn das Leben manchmal unfair und grausam zu dir ist, Aufgeben ist keine Option!
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                  #68
                  [01.01.2381, 09:07]

                  Diese Frage hatte Martin schon oft von einem Counselor gehört. Anfangs hatte sie ihn noch gestört, mittlerweile schaffte er es sachlich zu antworten.

                  "Meine Mutter starb während meiner Geburt. Würde ich nicht existieren, wäre sie vermutlich noch am leben. Daher ist die Sichtweise meines Vaters nicht ganz unverständlich."

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                    #69
                    [01.01.2381, 09:08]

                    “Das ist vielleicht richtig“, entgegnete Marie. “Aber ich sehe das etwas anders: Ihre Eltern hatten sich dazu entschieden, ein Kind zu bekommen. Ob geplant oder nicht, ist unerheblich. Fakt ist, sie haben sich dazu entschieden, Eltern zu werden. Mit allen Risiken, die dazu gehören. Wenn es bei der Geburt Komplikationen gibt, kann das Neugeborene nichts dafür. Es hat schließlich keinen Einfluss darauf, wie die Geburt verläuft.“
                    Valerus sah zu Brody und wartete geduldig auf seine Reaktion zu dieser Sichtweise.
                    Auch wenn das Leben manchmal unfair und grausam zu dir ist, Aufgeben ist keine Option!
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                      #70
                      [01.01.2381, 09:08]

                      Martin bekam das Gefühl, dass viele Counselors aus einem Buch zitieren würden, wenn sie mit ihren Patienten sprachen. Nur so konnte er sich erklären, dass er immer wieder die selbe Reaktion auf seine Schilderung hörte. Entweder dies, oder es war etwas Wahres an den Worten von Valerus dran.

                      "Ebenfalls eine mögliche Sichtweise.", antwortete Martin trocken. "Nur leider teilte sie mein Vater nicht."

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                        #71
                        [01.01.2381, 09:08]

                        "Sie sprechen in der Vergangenheitsform", bemerkte Valerus und sah Brody direkt in die Augen. "Hat sich die Sichtweise Ihres Vaters mittlerweile geändert?"
                        Sie konnte dem Sicherheitschef immer noch nicht richtig einschätzen. Fast hatte sie das Gefühl, dass er dies auch nicht wirklich wollte. Doch sie würde nicht locker lassen. Irgendwann wird sie auch zu ihm durchgedrungen sein, war Marie sich sicher.
                        Auch wenn das Leben manchmal unfair und grausam zu dir ist, Aufgeben ist keine Option!
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                          #72
                          [01.01.2381, 09:09]

                          "Das müssten Sie ihn fragen. Ich habe ihn seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen.", antwortete Martin erneut wahrheitsgemäß. Der Kontakt zu seinem Vater war nie sonderlich kontinuierlich. Mit dem Eintritt in die Sternenflotte riss er vollständig ab.

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                            #73
                            [01.01.2381, 09:09]

                            Marie machte sich während des Gespräches kurze Notizen. Sie sah wieder zu Brody: "Bedauern Sie diese Situation? Oder sind sie damit zufrieden?"
                            Je nachdem, wie der Sicherheitschef antwortete, würde sie das Thema weiter verfolgen.
                            Eigentlich sprach sie bei dem Erstgespräch nicht gleich über familiäre Probleme. Aber dieser Aspekt wurde extra in Brodys Akte eingetragen, so dass sie lieber gleich nachforschte, was es damit auf sich hatte und ob daraus eventuell Probleme entstehen könnten.
                            Auch wenn das Leben manchmal unfair und grausam zu dir ist, Aufgeben ist keine Option!
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                              #74
                              [01.01.2381, 09:09]

                              Martin ließ sich einen kurzen Moment Zeit mit der Antwort. Die entstandene Pause füllte er dadurch, dass er dieses Mal die Bewegung zu Ende führte und nach der Tasse griff. Er führte sie an seine Nase heran und atmete den Duft von frischem Kaffee tief ein.

                              "Ich habe gelernt damit zu leben.", log er und ließ seinen Blick nicht von der Tasse schweifen.

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                                #75
                                [01.01.2381, 09:09]

                                Die Counselor beobachtete Brody sehr genau. Ihr entging deshalb das Zögern nicht.
                                "Gut, Sie haben gelernt, damit zu leben. Aber das beantwortet nicht meine Frage, ob Sie mit dieser Situation zufrieden sind."
                                Valerus machte eine kleine Pause, bevor sie fortfuhr: "Ich frage deshalb so genau, weil sich solche unterschwelligen inneren Konflikte, die nie gelöst wurden, irgendwann an die Oberfläche drängen. Egal, wie tief begraben Sie sie gerade glauben. Und dann ziehen diese Sie mehr nach unten, als das Problem offen anzusprechen und aktiv zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu kommen. Mitunter kann es sogar passieren, dass man komplett aus der Bahn geworfen wird."
                                Sie ließ das erst einmal auf den Sicherheitschef einwirken.
                                Auch wenn das Leben manchmal unfair und grausam zu dir ist, Aufgeben ist keine Option!
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