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Sterbehilfe

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    #46
    Vorallem muss man aufpassen, dass es keine "Massenabtretungen" gibt. Da sehe ich die Gefahr. Man muß klar machen, dass nur Menschen die wirklich "leiden" ihr Leben beenden dürfen... ich will niemandem das Recht auf ein menschenwürdiges Ableben absprechen, aber wenn es sich durchsetzt, dass Sterbehilfe auch in eher 'unnötigen' Fällen erlaubt wird, dann sehe ich die Gefahr, dass man Alten, Kranken und Behinderten einredet, dass sie durch ihr Leben der Gesellschaft zur Last fallen, obwohl sie der Gesellschaft dienen könnten indem sie "sozialverträglich früh ableben". ... das sollte man immer im Auge behalten.

    Aber ein anderer Fall: in Texas wurde vor Jahren eine Mutter zum Tode verurteilt, weil sie ihr Baby getötet hat, dass nach einem Unfall blind und taub zur Welt gekommen ist!
    Das Gericht sah ein, dass hier ein besonderer Fall von Kindermord (besonders schwerwiegend) vorlag und "begnadigte" die Mutter indem man die Strafe in lebenslänglich umwandelte. Aber wäre es denn moralisch vertretbar gewesen, ein Kind zum Leben zu zwingen, dass niemals die Welt begreifen könnte oder zu irgendwelchem eigenständigen Handeln fähig wäre?

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      #47
      Originalbeitrag von AsH

      Aber ein anderer Fall: in Texas wurde vor Jahren eine Mutter zum Tode verurteilt, weil sie ihr Baby getötet hat, dass nach einem Unfall blind und taub zur Welt gekommen ist!
      Das Gericht sah ein, dass hier ein besonderer Fall von Kindermord (besonders schwerwiegend) vorlag und "begnadigte" die Mutter indem man die Strafe in lebenslänglich umwandelte. Aber wäre es denn moralisch vertretbar gewesen, ein Kind zum Leben zu zwingen, dass niemals die Welt begreifen könnte oder zu irgendwelchem eigenständigen Handeln fähig wäre?
      Wieso soll dieser Fall besonders schwerwiegend sein? Er ist doch eigentlich viel weniger schlimm, als wenn man einem völlig gesundem Kind das Leben verwähren würde!
      Die Texaner sind irgendwie sowieso sowas von Konservativ, auch mit ihrer Todesstrafe, das ist echt sowas von zum
      Wo liegt denn hier bitteschön die Grenze zur Abtreibung? Wenn die Mutter 5 Monate vorher gewußt hätte, dass das Kind schwer krank ist, hätte sie es noch total legal abtreiben dürfen, aber so bekommt sie lebenslänglich! (oder is das in Texas auch anders?)

      Al Gore

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        #48
        Originalbeitrag von Zefram

        Wieso soll dieser Fall besonders schwerwiegend sein?
        Nein, dass bezog isch auf "Kindsmord" im allgemeinen... aber es sollte halt auch demonstrieren (darum habe ich es dazu geschrieben) wie es kommt wenn man zu streng an 'Präzedenzfällen' klebt und nicht auf den Einzelfall achtet, denn ich empfinde das lebenslänglich, dass diese Frau erhielt auch für einen schlechten Scherz.

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          #49
          Originalbeitrag von AsH


          Aber ein anderer Fall: in Texas wurde vor Jahren eine Mutter zum Tode verurteilt, weil sie ihr Baby getötet hat, dass nach einem Unfall blind und taub zur Welt gekommen ist!
          Ein in der Tat sehr schwieriger Fall.
          In dieser Hinsicht muss die pränatale Diagnose noch verbessert werden, damit man noch vor der Geburt erkennen kann, wenn Behinderungen vorliegen, die so schwer sind, dass ein annäherns normales menschliches Leben unmöglich wird.
          Aber auch dann ist die Frage ob eine Abtreibung in einem solchen Falle vertretbar ist sehr schwierig zu beantworten, wobei man IMHO solche Abtreibungen zulassen sollte.

          “Are these things really better than the things I already have? Or am I just trained to be dissatisfied with what I have now?”― Chuck Palahniuk, Lullaby
          They have nothing in their whole imperial arsenal that can break the spirit of one Irishman who doesn't want to be broken - Bobby Sands
          Christianity makes everyone have this mentality that escapism is a bad thing. You know "Don't run away from the real world - deal with it." Why ? Why should you have to suffer? - Marilyn Manson

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            #50
            Im 24 jahrhundert is Sterbehilfe ja schon Gang und gebe, auch wenn sich der Patient dagegen wehrt!
            Und es gibt Holgramme die haben richtig spass daran...

            Aber: Alles nur in janeways kranker Phantasie

            expendable
            :DIch bin doch nicht Blöd Verdammt!:D

            Picard (Gestern, Heute, Morgen)

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              #51
              oops, sollte iuch da etwas übertrieben haben??
              :DIch bin doch nicht Blöd Verdammt!:D

              Picard (Gestern, Heute, Morgen)

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                #52
                Originalbeitrag von NicolasHazen
                Ein in der Tat sehr schwieriger Fall. In dieser Hinsicht muss die pränatale Diagnose noch verbessert werden, damit man noch vor der Geburt erkennen kann, wenn Behinderungen vorliegen, die so schwer sind, dass ein annäherns normales menschliches Leben unmöglich wird.
                Aber auch dann ist die Frage ob eine Abtreibung in einem solchen Falle vertretbar ist sehr schwierig zu beantworten, wobei man IMHO solche Abtreibungen zulassen sollte.
                Pränatale Diagnosen sind noch immer ziemlich unsicher. Sie werden von der Medizin-Industrie gepuscht, damit die schönen teueren Ultraschallgeräte überall rumstehen. Ich möchte nicht wissen, wieviele Fehldiagnosen gestellt werden oder wieviele Frauen verunsichert werden durch "es könnte eventuell...."

                Euthanasie setzt in meinem Augen ein Einverständnis "in vollem Bewußtsein" voraus, denn alles andere öffnet der Willkür Tür und Tor und das hatten wir schon mal.

                Endar
                Republicans hate ducklings!

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                  #53
                  Aber ich komme jetzt nocheinmal auf dieses Baby zurück (ich weiss, es ist ein absoluter Randfall aber auch und gerade an Sonderfällen muss sich dieses Gesetz messen lassen): was würdest du da tun? Dieses Baby ist geboren und hat damit laut Grundgesetz und US Recht das "Recht auf Leben und körperliche Unversertheit"... so weit, so gut. Aber dieses Leben wird nie in normalen Bahnen ablaufen, es kann weder sehen noch hören. Es kann also niemals so etwas wie Verständnis entwickeln.

                  Hat man hier das Recht "Leben" zu erzwingen? Und wie kann man hier eine Entscheidung in "vollem Bewusstsein" erreichen? Selbes gilt für Menschen die quasi hirntot sind aber künstlich am Leben erhalten werden oder Menschen die nach einem Unfall einen schweren körperlichen und auch Nervenschaden erlitten haben und wirklich 'qualvoll' dahinvegetieren...

                  Dennoch bleibt bestehen: auch "Euthanasie" wenn sie legal ist ist eine Form des Suizids und muss die absolute Ausnahmeerscheinung bleiben. Sie darf nie "gesellschaftsfähig" werden und vorallem nicht kritiklos als 'Erlösung' betrachtet werden. Man muss erst alle Alternativen ausgelotet haben bevor diese ulitmative Lösung genommen wird.
                  Vorallem bleibt die Gefahr bestehen, dass wir durch eine zu liberale Euthanasie (wie endar bereits anmerkte) unsere Gesellschaft und unserem Genpool willkürlich säubern. Vorallem wenn die Euthanasie als generelle 'Problemlösung' akzeptiert wird.

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                    #54
                    Im Falle des Babys ist es fraglich was schwerwiegender ist - das Leben oder der Tod.

                    Da leider jeder eine andere Ansicht über den Tod hat und es auch die verschiedensten Theorien und Auffassungen gibt ist es nun mal unmöglich zu sagen wo die Grenze ist wo der Tod "gerechtfertigt" ist.

                    Wie ich weiter oben schon geschrieben habe finde ich Sterbehilfe bei unheilbaren, schmerzvollen Krankaeiten in Ordnung.
                    Was nicht in Ordnung ist ist der Todeswunsch aus Depressionen heraus - hier muß man aufpassen genauso wie die schon erwähnte Beeinflußung Aussenstehender....

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                      #55
                      Ich denke es gibt 2 Arten von Sterbehilfe

                      1. die "klassische" Euthanasie, die bezieht sich aber nicht nur auf das Abstellen von irgendwelchen Aparaten, sonder auch auf das sogenannte aktive Beenden eines Lebens (Gift, Pistole, oder noch was Schlimmeres)

                      2. die mittlerweile nicht mehr ganz neuen Hospize, auch schon mal Sterbehäusern genannt. Dort wird dem Sterbenden in einer menschewürdiegen Umgebung die Möglichlichkeit gegeben sich zu verabschieden. Auch den Angehörigen! Ich habe schon mal von jemanden in einer Krebsklinik Abschied nehmen müssen. Da war es alles andere als menschenwürdig. Hier meine ich nicht die Ärzte und Schwestern, die können nur ihre Arbeit tun und vielleicht mal eine paar Blumen aufstellen aber leider nicht die Atmosphäre diese Krankenhausgänge und -räume damit vollständig verbessern.

                      Ich habe da vorhin mal was von einer Patientin mit Darmkrebs gelesen, die noch ein Jahr gelebt hat. Der Autor meinte, daß die doch besser bei der OP gestorben wäre. Nur gut, daß wir Menschen das nicht entscheiden dürfen! In diesem einen Jahr konnte die Frau Abschied nehmen, von Ihren Freunden, von Ihrer Familie und mit sich selbst ins Reine kommen. Außerdem besteht immer noch die Chance auf Stillstand oder einem sehr langsamen Verlauf der Krankheit.
                      Und was soll es denn, Abhängig von irgendwelchen Schmerzmitteln, ist das nicht völlig egal wenn du sowieso stirbst?

                      Euthanasie darf nicht Gesellschaftsfähig werden! Sie muß weiter im Stillen dazu da sein, wirklich nur zu Erlösen! Und jeder Fall muß sehr sehr kritisch betrachtet werden!!!


                      Die Assimilation macht uns alle zu Freunden!
                      :rot:

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                        #56
                        Sterbehilfe is mit Sicherheit eines der schwierigsten Themen und besonders bei solchen Fällen, wie dem tauben/blinden Baby ist die Frage: Wer weiss, wie es dem Menschen gerade geht? Was denkt/fühlt er? Sicher hat er keine Wahrnehmung in unserem Sinn, aber vielleicht ist eine Berührung genung Input für ihn. Ich denke mal auch, dass ich mir die Kugel geben würde, wenn ich jetzt die beiden Sinne verlieren würde, aber niemand weiss es sicher. Genauso ist dies IMHO bei jeder Behinderung.

                        Achja, neulich hab ich mal wieder Ally McBeal gesehen und dort hatte eine ältere Frau, im letzten Stadium von Krebs, den Wunsch für den Rest ihres Lebens (eine Woche) schalfen gelegt zu werden, da sie in ihren Träumen eine viel bessere Welt über Jahre erschaffen hatte und in dieser lieber war, als in der wirklichen. Worauf ich hinaus will: Empfindet ein Koma-Patient vielleicht auch so? Gut, ist nur eine Serie, aber immerhin hat es mich nachdenklich gemacht. Was ist, wenn solche Leute immernoch Lebensqualität haben? Wer sieht solche Sachen?
                        Recht darf nie Unrecht weichen.

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                          #57

                          da ich die Regeln der Privatheit für mich selber wohl "brechen" darf, meine persönliche Meinung zu "Sterbehilfe".
                          ich denke, solange eine Person noch selber und alleine entscheiden kann, dann hat sie auch die Freiheit den Tod zu wählen,
                          Betonung liegt auf ALLEINE und SELBER, z.B.: ein Kind kann dies nicht,

                          und NIE wirklich NIE darf ein anderer entscheiden, ob das Leben eines anderen noch lebenswert ist oder nicht,

                          zu Komapatienten: ich denke jedeR hat die Verantwortung dies niederzuschreiben was er /sie wünscht bevor so etwas passiert,

                          da dies vermutlich jedoch nicht immer der Fall war, denke ich, dass irgendwann tatsächlich die Angehörigen entscheiden dürfen, ob die Maschinen zur Aufrechterhaltung des biologischen Seins abgeschaltet werden dürfen ( ganz pragmatisch: welche Familie kann sich dies über Jahre leisten, kostet eine Wahnsinns Menge Geld)... da kommt für mich der vulkanische Grundsatz zum Tragen: das Wohl der mehrern,........

                          ich für mich selber???
                          ich kann es nicht beantworten, ob ich mich je für den Freitod, egal welche Form entscheiden tät,
                          momentan sagt mir meine innnerste Seele NEIN, ------und gleichzeitig ein großes ABER.......


                          t´bel



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                            #58
                            Original von t'bel
                            ...und NIE wirklich NIE darf ein anderer entscheiden, ob das Leben eines anderen noch lebenswert ist oder nicht,...
                            Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen! Denn wer will da die Grenze setzen, welcher Lebensumstand lebenswert ist.
                            Die Assimilation macht uns alle zu Freunden!
                            :rot:

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                              #59
                              Originalbeitrag von AsH
                              Aber wäre es denn moralisch vertretbar gewesen, ein Kind zum Leben zu zwingen, dass niemals die Welt begreifen könnte oder zu irgendwelchem eigenständigen Handeln fähig wäre?
                              Genau das ist die Gefahr eines solchen Gesetzes! Wer hat denn das Recht zu beurteilen, ob das Leben eines Schwerstbehinderten lebenswert ist? Woher willst Du denn wissen, was aus diesem Kind geworden wäre? Es war möglicherweise hochintelligent und sensibel und hätte bei den heute sehr intensiven Fördermöglichkeiten auch für Taubblinde seinen Platz im Leben irgendwo gefunden.
                              Ich kann die Mutter zwar durchaus verstehen, aber Mord bleibt das trotzdem. Es sei denn, wir bezeichnen das Leben eines Schwerstbehinderten als minderwertig, und das hatten wir ja schonmal...
                              Aber dieses Leben wird nie in normalen Bahnen ablaufen, es kann weder sehen noch hören. Es kann also niemals so etwas wie Verständnis entwickeln.
                              Hat ein Mensch, der nicht "normal" ist, kein Recht zu leben? Hat ein Mensch das Recht zu entscheiden, welche Behinderung akzeptabel ist und welche nicht?

                              Sterbehilfe sollte IMHO auf absolute Ausnahmefälle beschränkt bleiben. Und darunter verstehe ich unerträgliche Schmerzen bei Patienten mit unheilbaren Krankheiten, bei denen Schmerzmittel nicht mehr ansprechen.

                              Jede Art von Euthanasie bei Menschen, die "lediglich" eingeschränkt sind, halte ich für unvertretbar.

                              Macht alle mit in unserer SETI-Gruppe! Infos, wie's geht, unter: SETI. Den Erfolg unserer Gruppe könnt Ihr hier bewundern!
                              Und Tipps und Probs werden hier diskutiert

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                                #60
                                Zunächst einmal habe ich generell nichts gegen Menschen die in irgendeiner Form von der Norm abweichen und ich würde nie ein Leben als minderwertig bezeichen, oder forden das wir alles was nicht der Norm entspricht ausradieren... nur um das mal klar zu stellen.

                                Dieses Baby ist für mich aus einem einfachen Grund ein Sonderfall: es wurde taub und blind geboren. Es ist also nicht so, dass es schon vorher die Möglichkeit gehabt hat die Welt zu erfahren. Dieses Kind kann also weder sehen noch hören, damit es für dieses Kind schon unmöglich, dass es jemals eine Sprache erlernt... es kann zwar fühlen, aber wie willst du diesem Kind zum Beispiel Blindeschrift beibringen.
                                Es [oder er... nur um sicher zu gehen nicht als Nazu dargestellt zu werden] kann auch niemals alleine Leben, selbst bei einem Blindenhund wird vorrausgesetzt, dass der Mensch der mit dem Hund umgeht sich noch auf mindestens Geruch und Gehör verlassen kann. Und: wie soll dieser Junge den Umgang mit dem Hund lernen?

                                Du sprichst von Fördermöglichkeiten für Taubblinde, sollte es diese tatsächlich geben wäre das ja eine schöne Sache, aber soweit ich weiß ist Taubblindheit mehr als selten... und ich kann mir Wirklich nicht vorstellen wie du jemanden zu einem eigenständigen Leben fördern kannst, der nie eine Sprache erlernt hat oder erlernen wird.
                                Dieses Kind kann sich weder an Geräuschen, noch an visuellen Reizen orientieren (aber, und da hast du Recht, dass dürfen wir nicht vergessen, es fühlt ): das bedeutet es wäre für dieses Kind schon schwierig zu verstehen, dass es auf die Toilette gehen muss, es ist auch schon schwer diesem Kind die einfachsten Dinge wie essen, trinken oder eigenständig stehen beizubringen.

                                So leid es mir tut hier ein Betonkopf zu sein: für mich hat dises Kind durch die Umstände leider keine Chance jemals ein normales Leben zu führen. Es mag auch große Intelligenz besitzen, die aber meiner Meinung nach leider nie gefördert werden kann. Dieses Kidn würde in einem Zustand ewiger, absoluter Dunkelheit leben und auch wenn Kinder generell ihre Mutter fühlen und lieben, was ist wenn diese Mutter eines Tages stirbt... schon ein "normales Heimleben" wäre sehr sehr schwer.
                                Meine Frage ist einfach ob es für manche Menschen nicht besser ist wenn sie nicht leben 'müssen'. Das klingt schon wieder wahnsinnig provokativ, aber ich denke ich habe oben die Probleme dieses Lebens klar gemacht. Außerdem spreche ich hier ja nicht davon unseren Genpool säubern oder alle Behinderten auszurotten, sondern nur von diesem einen Einzelfall...

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