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    Zitat von Halman Beitrag anzeigen
    Richtig kompliziert wird es für einen Gläubigen, wenn er mit scharfsinniger Kritik konfrontiert wird. Er könnte nun der einfachheit halber auf Ignoranz schalten. Entscheidet er sich aber, sich mit den Fragen auseinander zu setzen, an die er möglicherweise selbst nie gedacht hätte, so kommt er nicht umhin, sich mit diesen Gedanken auseinanderzusetzen.
    Dies kann von philosphischen Gedankenspielen, über biologische Evolution, bis hin zur Kosmologie führen. Wobei dies streng genommen nicht mehr zur Theologie gehört, aber diese sehr wohl tangiert - denn die Schöpfung ist eine zentrale, biblische Lehre, welche die Frage nach dem Urspung behandelt - wenn auch mit einer ganz anderem Ansatz und anderer Zielsetzung.
    Glauben hat aber nun mehr von "auf Ignoranz schalten" als von rationaler Auseinandersetzung. Oder anders formuliert: Glauben und Vernunft sind sich entgegengesetzt. Kompliziert wird es für den Gläubigen im Angesicht von Kritik somit nicht, weil die Basis des Glaubens -Selbstevidenz- unabhängig von irgendwelchen Abwägungen der Vernunft oder empirischen Nachweisen bestehen bleibt.
    I reject your reality and substitute my own! (Adam Savage)

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      Zitat von Halman Beitrag anzeigen
      Diese Vielzahl von Auslegungen erzeugt natürlich ein recht unüberschaubares Feld von Interpretationen. Doch selbst, wenn man diese ausklammert und man sich auf die Basis all dieser Deutungen bezieht (und ich denke mal, dass in Anspielung auf mich hier die Bibel gemeint ist), so stellt man afaik fest, dass es sich um ein sehr komplexes Mammutwerk handelt, welches über viele Jahrhunderte zusammengetragen wurde.
      Und als wäre der innerbiblische Text, der ja völlig anderen Kulturkreisen entspringt und dessen Grundtext in fremden, alten Sprachen verfasst wurde, nicht schon schwierig genug, spielen da noch außerbiblische Dinge, wie Archäologie und Historie eine Rolle.
      Dann möcht ich von Seiten der Bibelfetischisten aber doch endlich das Eingeständnis hören, dass man da nie auf etwas kommen wird - einerseits wurde die Bibel im Laufe der Geschichte zahllose Male gefälscht, andererseits ist es fraglich, ob das, was drin stand, jemals der Wahrheit entsprach. Und sogar wenn es der Wahrheit entsprach, war es immer noch die beschränkte Sichtweise von nomadischen Barbaren.

      Wenn es dann heißt, dass die Bibel sowieso nur voller Metaphern sei und somit nicht wörtlich zu nehmen, dann wäre das von Seiten der Bibelnarren nur ehrlich. Und dann soll man auch bitte mit so tun, als würde jede Bibelstelle eine göttliche Wahrheit verkünden.

      Zitat von Halman Beitrag anzeigen
      Dies kann von philosphischen Gedankenspielen, über biologische Evolution, bis hin zur Kosmologie führen. Wobei dies streng genommen nicht mehr zur Theologie gehört, aber diese sehr wohl tangiert - denn die Schöpfung ist eine zentrale, biblische Lehre, welche die Frage nach dem Urspung behandelt - wenn auch mit einer ganz anderem Ansatz und anderer Zielsetzung.
      Ach. Die Schöpfung ist heute viel eher die Frage, wer den Ursprung geschaffen hat - Gott oder niemand. Ernsthafte Christen zweifeln heutzutage die Evolution nicht mehr an. Die Frage ist nur mehr, ob Gott sie verursachte und steuert oder nicht.

      Die moderne Vernunft ist der Frage des Ursprungs in zweihundert Jahren näher gekommen als die komplette Weihräucherei in mehreren Äonen.

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        Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
        Die moderne Vernunft ist der Frage des Ursprungs in zweihundert Jahren näher gekommen als die komplette Weihräucherei in mehreren Äonen.
        Nur wenn der Ursprung nicht göttlich ist.

        Kommentar


          Der kann ja immer noch göttlich sein, da sag' ich ja nix gegen. Nur führt dann der Weg sicher nicht über verstaubte Folianten

          Kommentar


            Dann möcht ich von Seiten der Bibelfetischisten aber doch endlich das Eingeständnis hören, dass man da nie auf etwas kommen wird - einerseits wurde die Bibel im Laufe der Geschichte zahllose Male gefälscht, andererseits ist es fraglich, ob das, was drin stand, jemals der Wahrheit entsprach. Und sogar wenn es der Wahrheit entsprach, war es immer noch die beschränkte Sichtweise von nomadischen Barbaren.
            Gefälscht würde ich das nicht nennen. Die Bibel wurde im Laufe der Zeit mehrfach übersetzt und dabei kahm es zu (beabsichtigten) Fehlern. Ein gutes Beispiel dafür ist der Apfel, der eigentlich eine Dattel war. Dazu kommen noch mehrere sehr einseitige Auslegungen.

            Die Bibel ist ein Geschichtenbuch mit vielen Metaphern. Nicht mehr und nicht weniger. Und viele der Geschichten kann man mit dem heutigen Wissen nachvollziehen. So war z.B. ein Vulkanausbruch (höchstwahrscheinlich) an den 10 Plagen schuld.

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              Zitat von pollux83 Beitrag anzeigen
              Gefälscht würde ich das nicht nennen. Die Bibel wurde im Laufe der Zeit mehrfach übersetzt und dabei kahm es zu (beabsichtigten) Fehlern.
              Das nennt man fälschen.

              Außerdem bezog ich mich eher z.B. auf die Evangelien, die man in den ersten fünfhundert Jahren "vergessen" hatte, wie auch auf die Geschichtchen, die man einfügte, um das Christentum den Heiden schmackhaft zu machen (Lazarus, Heilige, usw.).

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                Zitat von John Connor Beitrag anzeigen
                Esoteriker sind auch Gläubige ... haben aber m.W. noch keine Kriege geführt.
                Esoteriker glauben an "Schutz"engel, Energien, Steinchen, Wunder, Ideale, Naturheilmittel etc. Geistiges wird mit Gefühlen vermischt und alles ergibt scheinbar einen Sinn. Alles wird zu etwas Besonderem in rosarot. Ist doch toll! Alles harmlos, oder? Aber man zieht diesen "Gläubigen" das Geld aus der Tasche und es ist somit also auch ein Geschäft mit der Realitätsangst, nur viel bequemer. Es ist keine Kirche nötig und dieser Glaube kann überall in abwandelbarer Form ausgelebt werden.


                Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                Dann möcht ich von Seiten der Bibelfetischisten aber doch endlich das Eingeständnis hören, dass man da nie auf etwas kommen wird - einerseits wurde die Bibel im Laufe der Geschichte zahllose Male gefälscht, andererseits ist es fraglich, ob das, was drin stand, jemals der Wahrheit entsprach.
                Man kann überall Wahrheiten finden. Ohne die Bibel (oder die Schriften, die zur Bibel konstruiert wurden) würde kaum jemand von einem Gott wissen. Wer die Bibel fanatisch als Grundlage nimmt, hinterfragt nichts und lügt sich und anderen etwas vor - ein ehrlicher Mensch würde nachdenken und wissenschaftliche Beweise mit einbeziehen, muss Gott aber nicht unbedingt negieren.

                Als ich die Bibel kennen lernte, konnte ich nicht glauben, erst als ich mich davon distanziert hatte und kritisch wurde.


                Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                Wenn es dann heißt, dass die Bibel sowieso nur voller Metaphern sei und somit nicht wörtlich zu nehmen, dann wäre das von Seiten der Bibelnarren nur ehrlich. Und dann soll man auch bitte mit so tun, als würde jede Bibelstelle eine göttliche Wahrheit verkünden.
                Wären sie göttliche Wahrheit, dann wäre dies deutlich erkennbar. Nur Menschen versuchen immer wieder alles passend zurecht zu biegen.
                "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory. " (Leonard Nimoy)

                Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen. (Seneca)

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                  Bei dir weiß man nie, woran man ist, aber das find ich schon noch raus.

                  Zitat von Taanae Beitrag anzeigen
                  Esoteriker glauben an "Schutz"engel, Energien, Steinchen, Wunder, Ideale, Naturheilmittel etc. Geistiges wird mit Gefühlen vermischt und alles ergibt scheinbar einen Sinn. Alles wird zu etwas Besonderem in rosarot. Ist doch toll! Alles harmlos, oder?
                  Ich sehe hierbei keinen praktischen Unterschied zur Religion.

                  Kommentar


                    Zitat von Darth Jassy Beitrag anzeigen
                    Ja, das sehe ich auch so. Die Geschichten der Bibel sind Metaphern, die thematische Sinnkerne beinhalten. Vieles wird zu wörtlich genommen. Die Disziplinen der Wissenschaften können das "Wie und Wodurch" konkret beleuchten. Die Frage ist aber nach der Ebene, warum es das "Wie und Wodurch" gibt?
                    Es sind zwei völlig unterschiedliche Betrachungsweisen, die Beide ihre Berechtigung haben und sich sogar ergänzen.

                    An dieser Stelle möchte ich mal auf einen theologisch gebildeten Foristen verweisen, der dies immer sehr viel besser in Worte kleiden konnte als ich.
                    Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                    Ich finde symbolisches Denken, wie es in theologischen Vorstellungswelten vorkommt sehr interessant, weil es sich insofern vom rein rational-begrifflichen Denken unterscheidet, dass es einem ermöglicht, über Dinge nachzudenken und zu sprechen, die in einem übersprachlichen Bereich liegen und damit schwer konkretisierbar sind.
                    Dinge, die selbst für uns schwerlich greifbar sind, konnten die Menschen des Altertums nicht konkret erfassen. Doch sie fanden in der symbolischen Ausdrucksweise eine Möglichkeit, zeitlose Botschaften zu vermitteln. Es geht hier um theologische Schwerpunkte. Dabei geht es insbesondere um die Rolle des Menschen in der Welt.
                    Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                    ... Wer sich die Frage, nach dem Sinn unserer Existenz mit dem Glauben an einen oder mehrere Götter beantwortet, kommt nicht um die weiterführende Frage herum, zu welchem Zweck das höhere Wesen den Menschen geschaffen haben mag und wie dieser sich, sozusagen gottgefällig, in der Welt zu verhalten hätte.

                    Religiöse Schriften versuchen, darauf Antworten zu finden und diese fallen oft sehr unterschiedlich aus, haben aber auch Gemeinsamkeiten. Was offenbar den meisten Religionen zu Grunde liegt, ist der Gedanke, dass sich der Mensch der Schöpfung, insbesondere seinen Mitmenschen gegenüber, verantwortlich und verpflichtet fühlen soll. In der vergleichenden Religionswissenschaft lassen sich beispielsweise ettliche Ähnlichkeiten im religiösen Denken unterschiedlichster Kulturen feststellen und dabei geht es selten um physikalische Gesetzmäßigkeiten, sondern um ganz konkrete Verhaltensideale, die sich ebenso im philosophischen Humanismus finden.
                    Dabei sollte man bedenken, dass das Denken der Menschen im Altertum mythologisch geprägt war, denn ...
                    Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                    ... Für ihn ist der Glaube an höhere Mächte Realität und wenn er über sie und seine Rolle in einem solchen Weltbild spricht, redet er in Symbolen. Das Besondere an einem Symbol ist, dass es zwar etwas Greifbares bezeichnet, aber gleichzeitig weit darüber hinaus weist, ohne die Bindung an das Greifbare zu verlieren.
                    Und dadurch vermittelt das Symbol eine mMn zeitlose theologische Botschaft, welche auch modernen Rezipienten etwas vermitteln kann.


                    Zitat von KennerderEpisoden Beitrag anzeigen
                    Glauben hat aber nun mehr von "auf Ignoranz schalten" als von rationaler Auseinandersetzung. Oder anders formuliert: Glauben und Vernunft sind sich entgegengesetzt. Kompliziert wird es für den Gläubigen im Angesicht von Kritik somit nicht, weil die Basis des Glaubens -Selbstevidenz- unabhängig von irgendwelchen Abwägungen der Vernunft oder empirischen Nachweisen bestehen bleibt.
                    Wenn ich in meinem Glaubensbild aber bspw. von einer "jungen Erde" ausgehe, aber die wissenschaftlichen Belege dagegen sprechen, kann ich diese entweder ignorieren, sie anzweifeln, oder akzeptieren. Ich komme als Gläubiger also nicht umhin, eine Entscheidung zu treffen, wenn auf wissenschaftlichen Gebiet Lehrmeinungen im Widerspruch zu meiner Glaubenswelt vermittelt werden.
                    Und da scheiden sich die Geister und die Reaktionen fallen recht unterschiedlich aus. Da gibt es neben ignoranten Gläubigen auch sehr wohl viele, die aufgeschossen sind und die wissenschaftlichen Erkenntnisse sogar begrüßen.

                    So treffe ich mich wöchentlich einmal mit einem Mann, der - das muss ich einräumen - gebildeter ist als ich, und trotz einer sehr kritischen Haltung zur Kirche einen offenen, protestantischen Glauben vertritt. Da sitzen ganz sicher keine Ignoranten zusammen.
                    Auch kann ich Dir hier gläubige Foristen nennen, die sicher weit davon entfernt sind, ignorant zu sein. Schaue Dir doch einfach die Beiträge von Sternenjagd und newman an.


                    Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                    Dann möcht ich von Seiten der Bibelfetischisten aber doch endlich das Eingeständnis hören, dass man da nie auf etwas kommen wird - ...
                    Eine globale Einigung aller über die "richtige Auslegung" der religiösen Schrift zu erwarten, ist in der Tat unrealistisch. Dies strebe ich auch gar nicht an.

                    Bereits mit den oben genannten Christen bin ich mich in theologischen Fragen uneins und höchstwahrscheinlich werden diese Differenzen auch bestehen bleiben. Die Frage ist doch, ob wir bereit sind, diese Unterschiede zu aktzeptieren und jeden seine persönlichen Glaubensvorstellungen zuzubilligen.

                    Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                    ... einerseits wurde die Bibel im Laufe der Geschichte zahllose Male gefälscht, ...
                    Schrieb ich hier eigentlich für die Katz? Dazu habe ich doch nun wirklich mehr als genug geschrieben. Soll ich Dir die 18 Emendationen der Sopherim nennen, welche die Masoreten im Tanach vorgenommen haben? Aber da ich hier für die Katz schreibe, spare ich mir die Arbeit. (Bitte nicht böse sein. )

                    Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                    Ach. Die Schöpfung ist heute viel eher die Frage, wer den Ursprung geschaffen hat - Gott oder niemand. Ernsthafte Christen zweifeln heutzutage die Evolution nicht mehr an. Die Frage ist nur mehr, ob Gott sie verursachte und steuert oder nicht.
                    Vielleicht hätte ich klarer stellen sollen, dass meine Äußerung allgemeiner Natur ist. Das eine Glaubensgebäude wird vielleicht von der Wissenschaft kaum tangiert, das andere mag aber zusammenbrechen.

                    Die Frage nach dem Ursprung hinterfrage ich durchaus im Sinne Deiner Worte, sofern ich Dich recht verstehe. Meine derzeitige Antwort ist nur verschieden von Deiner.

                    Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                    Die moderne Vernunft ist der Frage des Ursprungs in zweihundert Jahren näher gekommen als die komplette Weihräucherei in mehreren Äonen.
                    Auf naturwissenschaftlichen Gebiet haben wir in dieser Zeit in der Tat beachtliche Fortschritte gemacht. Tatsächlich spiele ich mit dem Gedanken, diesem komplexen Themenfeld einen Thread zu widmen. Nur fällt mir noch kein adäquater Titel mit Eröffnungspost ein.
                    Allerdings stimme ich hier Prof. H. Lesch zu, der feststellte, dass die Naturwissenschaften nicht für die letzten Fragen zuständig sind, sondern nur für die vorletzten Fragen. Den letzten sind wir auf naturwissenschaftlichem Gebiet also überhaupt nicht näher gekommen.

                    Aber vielleicht spielst Du da ja auch auf die Philosophie an. Obgleich ich hier nicht unbedingt eine so revolutionäre Entwicklung zu erkennen vermag, betrieben doch bereits die alten Griechen Philosophie auf hohem Niveau. (Derzeit führe ich eine lehrreiche PN-Diskussion, die auch diese Thematik anschneidet, über die ich aufgrund des PN-Geheimnisses aber nicht mehr berichten darf.)


                    Zitat von pollux83 Beitrag anzeigen
                    Gefälscht würde ich das nicht nennen. Die Bibel wurde im Laufe der Zeit mehrfach übersetzt und dabei kahm es zu (beabsichtigten) Fehlern. Ein gutes Beispiel dafür ist der Apfel, der eigentlich eine Dattel war.
                    Dann standen im Garten Eden wohl nur Dattelpalmen, wie? In Genesis 3:2 verwendet Eva im Bezug auf die Früchte des Gartens das Wort פרי [pri]. Im Vers 3, indem es dann konkret um die Frucht des Baumes von Erkenntnis von Gut und Böse geht, wird das selbe Wort verwendet, ebenso in Genesis 3:6, indem der konkrete Sündenfall geschildert wird.
                    Hingegen bedeutet תָּמָר [tāmār] „Dattel[palme]“ (daher kommt auch der Name Tamara).

                    Zitat von pollux83 Beitrag anzeigen
                    Dazu kommen noch mehrere sehr einseitige Auslegungen.
                    aha


                    Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                    Außerdem bezog ich mich eher z.B. auf die Evangelien, die man in den ersten fünfhundert Jahren "vergessen" hatte, ...
                    Inwiefern?

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                      Zitat von Taanae Beitrag anzeigen
                      Esoteriker glauben an "Schutz"engel, Energien, Steinchen, Wunder, Ideale, Naturheilmittel etc. Geistiges wird mit Gefühlen vermischt und alles ergibt scheinbar einen Sinn. Alles wird zu etwas Besonderem in rosarot. Ist doch toll! Alles harmlos, oder? Aber man zieht diesen "Gläubigen" das Geld aus der Tasche und es ist somit also auch ein Geschäft mit der Realitätsangst, nur viel bequemer. Es ist keine Kirche nötig und dieser Glaube kann überall in abwandelbarer Form ausgelebt werden.
                      Da muss ich dir zum Teil widersprechen. Das, was du beschreibst, ist eine populistische Seite, welche die ganze Sache entfremdet. Esoterik ist mehr als Astro Tv, es ist weder ein Glauben noch ein Geschäft. Es wird leider dafür missbraucht und zu rosarot dargestellt. Siehe vorherigen Post.

                      Zitat von Taanae Beitrag anzeigen
                      Wer die Bibel fanatisch als Grundlage nimmt, hinterfragt nichts und lügt sich und anderen etwas vor - ein ehrlicher Mensch würde nachdenken und wissenschaftliche Beweise mit einbeziehen, muss Gott aber nicht unbedingt negieren.
                      Ein Mensch, der seine Sinnesdeutungen aus der Bibel nimmt, hinterfragt und beschäftigt sich, wie jeder Anderer auch, schon mit der Materie, wenn er der anderen Seite gegenargumentiert? Find es auch ein wenig krass, zumindest so wie es da steht, dass sie dann automatsch lügen würden oder keine ehrlichen Menschen seien?

                      Sie interpretieren die Dinge nur aus einer anderen Quelle bzw. haben einen anderen Standpunkt, negieren aber nicht unbedingt die Wissenschaft.

                      Zitat von Taanae Beitrag anzeigen
                      Als ich die Bibel kennen lernte, konnte ich nicht glauben, erst als ich mich davon distanziert hatte und kritisch wurde.
                      Das "kritisch sein" hat ja etwas mit einem Erkenntnisprozess im Leben zu tun, das verläuft individuell und charakteristisch verschieden. Ob es nun die Bibel oder das Ü-Ei ist, die sind ja nicht für die persönlichen Voraussetzungen zur Entwicklung von Kritik verantwortlich. Du nimmst die Sache zu verschiedenen Zeitpunkten in deiner Altersspanne anders wahr, bewertest neu und erhälst ein anderes Ergebnis.


                      Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                      Es sind zwei völlig unterschiedliche Betrachungsweisen, die Beide ihre Berechtigung haben und sich sogar ergänzen.
                      Ja, das meinte ich damit. Zeitweise schreib ich wirre Sachen, die man einfacher zusammenfassen könnte. Sehr schön, wir ergänzen uns.

                      Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                      An dieser Stelle möchte ich mal auf einen theologisch gebildeten Foristen verweisen, der dies immer sehr viel besser in Worte kleiden konnte als ich.

                      Dinge, die selbst für uns schwerlich greifbar sind, konnten die Menschen des Altertums nicht konkret erfassen. Doch sie fanden in der symbolischen Ausdrucksweise eine Möglichkeit, zeitlose Botschaften zu vermitteln. Es geht hier um theologische Schwerpunkte. Dabei geht es insbesondere um die Rolle des Menschen in der Welt.
                      Auch sehr schön, er konnte das wirklich gut beschreiben. Anscheinend haben die Menschen von heute mit Symbolik und Metaphern Probleme und werden dabei eher aggressiv.
                      Das Lied für sinnlose Diskussionen zur Aggressionsbewältigung.
                      Mehr Frieden und Liebe für das SFF! Trage dazu bei!

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                        Zitat von Darth Jassy Beitrag anzeigen
                        Ich würde gerne das "Gläubige" durch Kritiker ersetzen, die Verbindungen (symbolisch oder real) zwischen den Teilen der sicht- und unsichtbaren Welt analysieren. Ein Esoteriker sucht zunächst für sich selbst einen Weg der Erklärung. Seinen Weg. Seine Analyse und Interpretation der Dinge bietet er lediglich an.
                        Die Annahme einer unsichtbaren Welt ist sehr wohl ein religiöser Glaube.
                        Denn die unsichtbare Welt ist ja wie der Name sagt unsichtbar (und damit ist sicher nicht nur unsichtbar wie die Radiowellen gemeint), sie ist das Gegenstück zu unserer wissenschaftlich beschriebenen materiellen Welt...und da nicht Teil dieser sichtbar/wissenschaftlich beschreibbaren Welt natürlich auch nicht beweisbar. D.h. man muss an sie glauben.

                        Aber wie würdest du esoterisch jemandem erklären, der die beschriebenen Astro-TV Stereotype vor Augen hat?
                        Etwas befremdlich fand ich bislang auch, dass man teilweise Dinge aus anderen Religionen übernimmt (Engel z.B.) aber die zentrale Glaubensgrundlage dieser Religionen ablehnt.
                        Zuletzt geändert von newman; 22.01.2013, 18:45.

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                          Zitat von Uriel Ventris Beitrag anzeigen
                          Bei dir weiß man nie, woran man ist, aber das find ich schon noch raus.
                          Bin schon gespannt.


                          Ich sehe hierbei keinen praktischen Unterschied zur Religion.
                          Ich auch nicht, aber es fehlt der Dogmatismus.


                          Zitat von Darth Jassy Beitrag anzeigen
                          Da muss ich dir zum Teil widersprechen. Das, was du beschreibst, ist eine populistische Seite, welche die ganze Sache entfremdet. Esoterik ist mehr als Astro Tv, es ist weder ein Glauben noch ein Geschäft. Es wird leider dafür missbraucht und zu rosarot dargestellt. Siehe vorherigen Post.
                          Esoterik ist auch Glaube. Man übernimmt die schönen Dinge aus Religionen, handelt aber aus dem Gefühl heraus, wenn "alles stimmig" ist. Diese Menschen glauben oft an Verschwörungstheorien und überbewerten die naturheilkundlichen Fähigkeiten von Heilpraktikern, differenzieren also nicht. Das kann richtig ungesund sein.


                          Zitat von Darth Jassy Beitrag anzeigen
                          Ein Mensch, der seine Sinnesdeutungen aus der Bibel nimmt, hinterfragt und beschäftigt sich, wie jeder Anderer auch, schon mit der Materie, wenn er der anderen Seite gegenargumentiert? Find es auch ein wenig krass, zumindest so wie es da steht, dass sie dann automatsch lügen würden oder keine ehrlichen Menschen seien?
                          Jemand, der fanatisch glaubt, hat keine durchdachten Argumente, sondern ist da sehr einseitig. Wer alles in der Bibel erwähnte als wahr bezeichnet, lügt natürlich oder redet sich die Stimmigkeit ein - dabei muss man das Denken aber ausschalten. Wer die Widersprüche nicht sehen will. ist blind.


                          Zitat von Darth Jassy Beitrag anzeigen
                          Du nimmst die Sache zu verschiedenen Zeitpunkten in deiner Altersspanne anders wahr, bewertest neu und erhälst ein anderes Ergebnis.
                          Das hat mit dem "Alter" nichts zu tun. Je mehr ich mich mit einer Sache befasse, desto mehr Einfluss nimmt dieses Wissen. Man kann entscheiden oder verdrängen.


                          Zitat von Darth Jassy Beitrag anzeigen
                          Anscheinend haben die Menschen von heute mit Symbolik und Metaphern Probleme und werden dabei eher aggressiv.
                          Diese Metapher lassen sich auch falsch deuten, wenn man die Zusammenhänge nicht kennt.
                          "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory. " (Leonard Nimoy)

                          Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen. (Seneca)

                          Kommentar


                            Zitat von Taanae Beitrag anzeigen
                            Ich auch nicht, aber es fehlt der Dogmatismus.
                            Was verstehst du unter Dogmatismus?

                            Wenn ich an etwas glaube, halte ich meinen Glauben für wahr (und im Umkehrschluss einen anderen für falsch) oder habe zumindest die Hoffnung, dass er einen wahren Kern beinhaltet. Ich habe damit eine klare Meinung.
                            Wenn ich fest vom Wahrheitsanspruch dieser Meinung überzeugt bin, also an das eine glaube und etwas anderes nicht, dann ist diese Meinung mein Dogma.

                            Ein Dogma wäre es nicht, wenn ich mich für keine Richtung entscheide oder meine Entscheidung flexibel z.B. an den derzeit aktuellen empirischen Befunden o.ä. ausrichte.
                            Bei einer so unsteten Meinung aber stellt sich die Frage, ob man dann noch von Glaube sprechen kann. Der Agnostiker ist kein Gläubiger, auch wenn er die Glaubensinhalte im Gegensatz zum Atheist nicht ausschließt.

                            Der Unterschied ist lediglich, dass ich mir meine Dogmen selbst bastle, anstatt es von einer Institution zu übernehmen.

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                              Zitat von newman Beitrag anzeigen
                              Der Unterschied ist lediglich, dass ich mir meine Dogmen selbst bastle, anstatt es von einer Institution zu übernehmen.
                              Stimmt. Ich ging eher von einem institutionellen Dogmatismus aus, der blind akzeptiert wird. Esoterik ist da etwas flexibler oder persönlicher und wird anderen nicht wie eine Religion aufgezwungen.
                              "A life is like a garden. Perfect moments can be had, but not preserved, except in memory. " (Leonard Nimoy)

                              Es ist nicht wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist viel Zeit, die wir nicht nutzen. (Seneca)

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                                Zitat von Darth Jassy Beitrag anzeigen
                                Auch sehr schön, er konnte das wirklich gut beschreiben. Anscheinend haben die Menschen von heute mit Symbolik und Metaphern Probleme und werden dabei eher aggressiv.
                                Über dem Symbolbegriff schrieb Logan5 immer wieder, doch wurde er leider zu wenig verstanden. Das mag daran liegen, dass wir den Bezug zur alten Symbolsprache mehr und mehr verlieren und sie uns daher immer mehr befremdet.
                                So schließe ich mich folgenden Worten an:
                                Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                                Symbole haben allerdings in unserer heutigen Gesellschaft geringere Bedeutung, weil wir uns anscheinend immer mehr dem Konkreten zuwenden und das Uneindeutige ausblenden oder beiseite schieben. Gerade in den kulturellen Erzeugnissen zeigt sich das meines Erachtens sehr deutlich.
                                Die Filme und Serien neigen immer mehr dazu, konkret alles aufzuzeigen und dabei möglichst realistisch und differenziert abzubilden. Insbesondere die konkrete Charakterzeichung entzieht den modernen Figuren die Symbolkraft, die früheren Sinnträgern anhafteten.
                                Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                                Das bedeutet natürlich noch lange nicht, dass es heute überhaupt keine Symbole mehr gäbe und niemanden, der sie zu deuten und ihr Wesen zu verstehen wüsste. Es ist allerdings durchaus zu erkennen, dass uns diese besondere Art der Ausdrucksweise fortschreitend abhanden kommt.
                                Und diese Beobachtung kann ich bestätigen.

                                So wird dann auch der Wahrheitsgehalt von biblischen Texten heute eher an ihrer, konkreten historischen Aussagekraft gemessen und dabei völlig vergessen, dass es um theologische Aussagen geht, die für Gläubige allgemeingültige Wahrheiten vermitteln.

                                Als Beispiel beginne ich am Besten ganz vorn, in der Genesis: Für die Frage der Rolle des Menschen in der Welt spielt es keine Rolle, wie lange die "Tage" in der Schöpfung dauerten. Hier wird in einer Symbolsprache in sechs "Strophen" geschildert, wie sich die Welt vom Chaos, dem Tohuwabohu (hebr. תהו־ובהו) immer mehr Gott annähert, bis zum Menschen, im "Bilde Gottes".
                                Das "Schöpfungslied" beginnt bei dem, was Gott am fernsten ist, dem Tohuwabohu und endet bei dem, was Gott in der irdischen Welt am nächsten ist, dem Menschen.
                                Damit wird dem Menschen eine besondere Würde zugeschrieben und im gleichzeitig Verantwortung für die Schöpfung übertragen.
                                Diese theologischen "Wahrheiten" sind unabhängig von der tatsächlichen Erdgeschichte und den geologischen Äonen.

                                Allerdings erscheint es den modernen Menschen immer schwerer, diese "Wahrheiten" aus einem uralten, symbolischen Text zu entnehmen, weil sie aufgrund ihrer Prägung immer weniger Zugang zu solchen Texten finden.
                                Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                                Das Weltbild der Gegenwart orientiert sich vorwiegend an der Wissenschaft und hat eben auch deren Vokabular übernommen. Die Wissenschaft benennt aber nur Eindeutiges. Das Weltbild der Vergangenheit war ein Mythologisches und baute eben auch auf der entsprechenden Symbolsprache auf. Hier wurden Emotionen, Träume, Phantasien, subjektive Erfahrungen und rationales Denken nicht voneinander getrennt. Beides hat auf seine Weise eine Existenzberechtigung.
                                Und ich füge hinzu, dass sich Beides auch ergänzen kann. Die Symbolik führt mich in eine "bunte Welt" voller "Farben".
                                Aber ich finde auch gefallen, an der kontrasscharfen Sicht der Wissenschaft.


                                Zitat von Taanae Beitrag anzeigen
                                Jemand, der fanatisch glaubt, hat keine durchdachten Argumente, sondern ist da sehr einseitig. Wer alles in der Bibel erwähnte als wahr bezeichnet, lügt natürlich oder redet sich die Stimmigkeit ein - dabei muss man das Denken aber ausschalten. Wer die Widersprüche nicht sehen will. ist blind.
                                Widersprüche können aber auch Interpretationsache sein. Wenn bspw. in Genesis 2:4 davon die Rede ist, dass Gott die Welt in nur einem Tag erschuf, so ist die wörtlich genommen ein Widespruch zu den sechs Schöpfungstagen.
                                Deutet man die beiden Schöpfungsberichte der Genesis hingegen symbolisch, so löst sich dieser Widerspruch im Wohlgefallen auf.

                                Außerdem sind die "Widerspruche" nicht notwendigerweise als Makel zu betrachten. Es hängt ganz vom Standpunkt ab.
                                Da kein Gläubiger die Autortät hat, der Bibel ins Wort zu fallen, begrüße ich es, dass die Bibel dies selbst für mich erledigt. Damit relativiert sie sich selbst und entfaltet eine komplexe "Polyphonie", auf die man sich nur einlassen muss, um sie genießen zu können. Vielen fehlt leider der Zugang dazu.


                                Zitat von newman Beitrag anzeigen
                                Was verstehst du unter Dogmatismus?

                                Wenn ich an etwas glaube, halte ich meinen Glauben für wahr (und im Umkehrschluss einen anderen für falsch) oder habe zumindest die Hoffnung, dass er einen wahren Kern beinhaltet. Ich habe damit eine klare Meinung.
                                Wenn ich fest vom Wahrheitsanspruch dieser Meinung überzeugt bin, also an das eine glaube und etwas anderes nicht, dann ist diese Meinung mein Dogma.

                                Ein Dogma wäre es nicht, wenn ich mich für keine Richtung entscheide oder meine Entscheidung flexibel z.B. an den derzeit aktuellen empirischen Befunden o.ä. ausrichte.
                                Bei einer so unsteten Meinung aber stellt sich die Frage, ob man dann noch von Glaube sprechen kann. Der Agnostiker ist kein Gläubiger, auch wenn er die Glaubensinhalte im Gegensatz zum Atheist nicht ausschließt.
                                Trotz eines gewissen "Agnostizismusses", deren ich mich nicht erwähren kann, habe ich mich für meinen Glauben entschieden.

                                Im Grunde verfahre ich so auch auf wissenschaftlichem Gebiet. Ich ziehe es vor, eine Theorie zu vertreten, statt mich prakmtisch mit einem "physikalischem Agnostizismus" zufrieden zu geben. Das reicht mir eben nicht.


                                Zitat von Taanae Beitrag anzeigen
                                Stimmt. Ich ging eher von einem institutionellen Dogmatismus aus, der blind akzeptiert wird.
                                Anhänger institutioneller Religionen mögen dem entgegen halten, dass das Individium leicht in die irre laufen kann. Außerdem kann man argumentieren, dass Gottes Wahrheit Allgemeingültigkeit besitzen muss.

                                Streng gläubige Katholiken glauben bspw., dass die katholische direkt aus der urchristlichen Gemeinde hervorging (dies ist soweit historisch sogar korrekt, sieht man von den theologischen Wandel ab) und daher von Jesus selbst ins Leben gerufen wurde. Petrus wird als der erste Papst gedeutet und so wird das Papsttum als legitime Fortführung verstanden.
                                Stimmt dieses Dogma, dürfen Katholiken glauben, dass ihre Kirche, und insbesondere der Papst, vom Heiligen Geist geleitet werden, womit die vermeintlich göttlich geleitete Kirche verlässlicher wäre, als das einzelne Individium.

                                Fraglich ist nur, ob dieses Bild auch wirklich stimmig ist. Die Kirchen müssen sich mMn gefallen lassen, sich an jesuanischen Maßstäben messen zu lassen.

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