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Tscheljabinsk: Tageslichtbolide / Meteorit über Russland

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    #31
    Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
    Ja natürlich und meine Töchter pumpen auf dem Boot über uns den Sauerstoff zum Atmen runter. Den Brocken verkaufen wir dann über Ebay und mit dem Gewinn nehmen wir The_Sisko das Forum ab
    Ich würde die Meteoriten eher an die Bank eines Zwergstaaten wie Tuvalu verkaufen. Die verscherbeln dann Körnchen, die in Silbermünzen eingesetzt werden und machen einen riesigen Reibach. Solche Münzen gibt es tatsächlich ca zum doppelten Silberpreis.
    Slawa Ukrajini!

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      #32
      Zitat von Thomas W. Riker Beitrag anzeigen
      Die verscherbeln dann Körnchen, die in Silbermünzen eingesetzt werden
      ... oder in Eheringe. Macht die Dinger sauteuer.

      Da man ja schon Stuecke gefunden hat: Gibt es eigentlich schon Berichte, aus was fuer einem Material das Teil von
      heute war (Silikat, FeNi, ...)? Heute morgen hat ein Russe schon was von einem Metall- bzw Eisenmeteoriten gesagt, aber mit Blick auf Masse und Groesse glaube ich das noch nicht so ganz.

      Nachtrag:
      Dann antworte ich mir mal selbst

      Die NASA gibt einige Daten bekannt:

      geschaetzte Eintrittsgeschwindigkeit 18 km/s
      geschaetzte Masse und Durchmesser vor Eintritt: 7000 Tonnen und 15 Meter
      Daraus laesst sich eine Dichte von rund 3.9 g/cm3 errechnen.

      Die Dichte eines Meteoriten wird bestimmt durch dessen Mineralgehalt.
      Die haeufigsten Minerale in Meteoriten sind
      - eisenarme/-freie Silikate,
      - eisenreiche Silikate sowie
      - Eisen und Nickel als Metalle.

      Vorausgesetzt, diese NASA-Daten treffen zu, kann man damit

      Eisenmeteoriten ausschliessen, deren Dichten waeren etwa doppelt so hoch (7-8).
      Steineisenmeteorite liegen meist zwischen 4.2 und 4.9 (Extremwerte).
      Bei den reinen Silikatmeteoriten:
      • ''Kohligen Chondrite'' sind selten und haben Dichten zwischen 2 und 3 und sind deutlich ''leichter''.
        (nur die sehr, sehr seltenen CH- und CK-Chondrite liegen bei 3.5)
      • Bei den ''Gewoehnlichen Chondriten'' haben die
        - LL-Chondrite (low FeO/low Fe) eine durchschnittliche Dichte von 3.2 (Extrema 2.4-3.5)
        - L-Chondrite (low Fe) eine durchschn. Dichte von 3.35 (aber mit Schwankungen zwischen 2.5 und 3.96)
        - H-Chondrite (high Fe) eine durchschn. Dichte von 3.4 (mit Schwankungen zwischen 2.8 und 3.8)
      • Weiter gibt es die sog. Enstatit-Chondrite (die i.w. aus dem namensgebenden Mineral und aus metallischem Eisen bestehen)
        Diese sind auch sehr selten und haben Dichten in dere engen Spanne zwischen 3.5 und 3.7.
      • Ferner gibt es noch die Gruppe der Achondrite mit verschiedenen Untergruppen.
        Deren Dichten liegen jedoch auch nur zwischen 2.8 und 3.5.
      • Die wenigen bekannten Marsmeteoriten haben Dichten zwi. 3.1 und 3.3
      • Mondmeteoriten liegen zumeist bei Werten um die 3. Allerdings gibt es einige basaltreiche Exemplare, die Werte um die 3.8 aufweisen.


      (Quelle der Daten: Koroev, Wash. Univ in St.Louis/USA und Grady (2000): Catalogue of Met., print/CD-ROM)

      Tja und was isses jetzt?
      Das Problem ist die Unsicherheit bei den geschaetzten Groessen: Waere die tatsaechliche Masse nur 500 kg darueber oder darunter, dann waeren die Dichten schon bei 4.2 bzw. 3.7. Aehnliches gilt fuer den Durchmesser.

      Aber ich wuerde mit einer gewissen Sicherheit Eisenmeteorite und manche Steineisenmeteoriten ausschliessen. Deren Dichten liegen deutlich darueber und Steineisenmeteoriten sind zudem auch sehr selten. Kohlige Chondrite sind generell zu leicht und ebenfalls sehr selten.

      Die ''Gewoehnlichen Chondriten'' sind die weitaus (!) haeufigste Gruppe aller Meteoriten, und hier besonders die H- und L-Chondrite (also die, die Silikatminerale mit erhoehten Eisengehalten enthalten). Da die Dichten in dieser Gruppe auch am ehesten vom Wert her hinkommen, wuerde ich mal genau darauf tippen. Allerdings muss man dazu sagen, dass 3.9 tatsaechlich am oberen Rand liegt und als Dichte-Wert selbst in dieser haeufigen Gruppe ebenfalls ungewoehnlich ist.

      Aber ich bin sicher, dass bald die ersten Stuecke analysiert sind


      EDIT:
      Sorry, Astrofan80, hatte sich ueberschnitten...
      Zuletzt geändert von xanrof; 16.02.2013, 02:17.
      .

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        #33
        Mal einige Daten zum "Großen Fall mit Knall":


        Durchmesser 15 Meter
        Masse 7000 t
        Geschwindigkeit 65.000 km/h
        Eintrittswinkel 20°
        Explosionshöhe 20-14 km
        Sprengkraft 300 kt TNT equiv. (24fache der Hiroshima-Bombe)


        Airburst Explained: NASA Addresses the Russian Meteor Explosion
        und
        Live-Blog zum nahen Erdbesuch von 2012 DA14 « Skyweek Zwei Punkt Null
        R.I.P. SGU // R.I.P. STARGATE™
        ***
        "Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt." Albert Einstein

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          #34
          15 Meter Durchmesser. Na das is ja doch recht ordentlich.
          Disclaimer: Meine Post sind meist nicht als Absolute zu vestehen, sondern sollen nur einen weiteren Blickwinkel bieten.
          "Wer hat uns verraten? - Sozialdemokraten!" - Alte Volksweisheit
          "The man who trades freedom for security does not deserve nor will he ever receive either." - Benjamin Franklin

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            #35
            Sowie es aussieht ist damit die/der Vermutung/Verdacht auf eine "selbst Verursachte" Absturzursache vom Tisch.

            Bleibt noch die Frage, ob es "Begleiter/Fragmente" des Vorbeifluges waren.

            mfg

            Prix
            Die Eisenfaust am Lanzenschaft, die Zügel in der Linken........

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              #36
              Zitat von xanrof Beitrag anzeigen
              geschaetzte Masse und Durchmesser vor Eintritt: 7000 Tonnen und 15 Meter
              Daraus laesst sich eine Dichte von rund 3.9 g/cm3 errechnen.

              [...]

              Eisenmeteoriten ausschliessen, deren Dichten waeren etwa doppelt so hoch (7-8).
              Dazu hätte ich mal eine Frage: Der große Brummer der heute Nacht vorbeigerauscht ist hatte bei dreifachem Durchmesser mehr als die zwanzigfache Masse, woraus bestand der denn?

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                #37
                Zitat von Baal´sebub Beitrag anzeigen
                Dazu hätte ich mal eine Frage: Der große Brummer der heute Nacht vorbeigerauscht ist hatte bei dreifachem Durchmesser mehr als die zwanzigfache Masse, woraus bestand der denn?
                Über die Zusammensetzung von 2012Da14 steht noch nicht allzu viel fest lt wiki.
                Da der Abstand mit Radar genau messbar und eine Auflösung bis auf 4m möglich sein wird, kann der Albedo und damit indirekt die Masse über die Ablenkung durch die Erde berechnet werden. Über die Dichte kann man dann auf die Zusammensetzung schließen. Es wird sich wohl lohnen in ein paar Wochen noch mal einige links anzuschauen oder das übernächste Heft von SuW.
                Slawa Ukrajini!

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                  #38
                  Zitat von Baal´sebub Beitrag anzeigen
                  Dazu hätte ich mal eine Frage: Der große Brummer der heute Nacht vorbeigerauscht ist hatte bei dreifachem Durchmesser mehr als die zwanzigfache Masse, woraus bestand der denn?
                  Da dessen geschätzte Größe zwischen 40 und 89 Metern schwankt, gehe ich stark davon aus, dass dazu nichts bekannt ist. Die Masse wird lt Wikipedia mit 180 *10^6 kg angegeben. Insofern schwankt die Dichte zwischen 2 und 22,5, wobei ich an die 22,5 nicht so recht glauben kann. Hab ich mich verrechnet?
                  Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
                  endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
                  Klickt für Bananen!
                  Der süßeste Mensch der Welt terra.planeten.ch

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                    #39
                    Zitat von Spocky Beitrag anzeigen
                    Da dessen geschätzte Größe zwischen 40 und 89 Metern schwankt, gehe ich stark davon aus, dass dazu nichts bekannt ist. Die Masse wird lt Wikipedia mit 180 *10^6 kg angegeben. Insofern schwankt die Dichte zwischen 2 und 22,5, wobei ich an die 22,5 nicht so recht glauben kann. Hab ich mich verrechnet?
                    Bei einer Schwankung der Größe um mehr als das Doppelte gäbe es bei der Dichte eine Schwankung um ~ den Faktor 10. Das stimmt schon. Meist wurden ca 45m angegeben, das spräche dann für die höhere Dichte. Aber 22,5 wäre schon heftig.
                    Bei einem Crash käme dann wohl ein großes Bruchstück auf dem Boden an und würde nicht so weit oben explodieren, wie der Brocken von Tscheljabinsk.
                    Slawa Ukrajini!

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                      #40
                      22,5 würde ziemlich genau der Dichte von Iridium entsprechen:
                      Tabellensammlung Chemie/ Dichte fester Stoffe ? Wikibooks, Sammlung freier Lehr-, Sach- und Fachbücher

                      Das gäb dann mal wieder eine ordentliche Iridium-Anomalie
                      Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
                      endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
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                        #41
                        Hallo,
                        es ist sehr interesant, wie hier über die Beschaffenheit und Dichte des kleinen Astroiden diskutiert wird. Aber für wichtiger erachte ich, das die Menschen nun erkennen, wie real die Gefahr wirklich ist.
                        Ich hoffe vor allem das die Politiker daraus lernen. Ich sehe den Fall in Russland als Warnschuss, der völlig überraschend kam.
                        Und selbst den größeren Brocken, hat man erst knapp 1 Jahr vorher entdeckt. Was kaum oder garnicht für eventuelle Abwehrmassnahmen ausgereicht hätte.
                        Irgendwie ist die Gefahr von Himmelsgeschossen genauso verdrängt worden, wie ein möglicher Atomkrieg.

                        Wie heisst es am Anfang von Armageddon so schön:" Es ist einmal geschehen, es wird wieder geschehen, die Frage ist nur wann."

                        Zwar würde z.B. ein "lokaler Killer" nicht unser Ende bedeuten, aber es wäre garantiert ein grösserer Schlag auf unsere Weltwirtschaft, als "Nine Eleven" und die Bankenkrise, zusammen.

                        Es wird langsam Zeit, das mehr Geld in die weltweite Himmelsbeobachtung gesteckt wird, damit genügend Zeit bleibt um Gegenmassnahmen zu ergreifen.
                        Gruß,
                        Richard
                        Zuletzt geändert von Comander1956; 16.02.2013, 17:32.

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                          #42
                          Beide Brocken sind/waren nicht annähernd groß genug, um eine Gefahr für die Menschheit als solche darzustellen. Auch wenn jetzt viele Menschen verletzt wurden, so waren das nur leichte Verletztungen und die waren nicht direkt durch den Meteoriten verursacht. Das waren Schnittwunden von zerborstenem Glas etc.

                          Die wirklich gefährlichen Brocken in der Nähe hat man weitestgehend im Griff, denke ich. Natürlich kann von weiter draußen was reinkommen, das man nicht kennt, aber die Wahrscheinlichkeit nimmt mit der Größe ab.
                          Für meine Königin, die so reich wäre, wenn es sie nicht gäbe ;)
                          endars Katze sagt: “nur geradeaus” Rover Over
                          Klickt für Bananen!
                          Der süßeste Mensch der Welt terra.planeten.ch

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                            #43
                            Zitat von Prix Beitrag anzeigen
                            Bleibt noch die Frage, ob es "Begleiter/Fragmente" des Vorbeifluges waren.
                            Ne, das ist auch vom Tisch. Beide kamen aus voellig unterschiedlichen Richtungen. Das haben zahlreiche Astronomen (ESA, NASA, Russen) unabhaengig voneinander bestaetigt.

                            Zitat von Baal´sebub Beitrag anzeigen
                            Dazu hätte ich mal eine Frage: Der große Brummer der heute Nacht vorbeigerauscht ist hatte bei dreifachem Durchmesser mehr als die zwanzigfache Masse, woraus bestand der denn?
                            Da haben Spocky und TWR bereits richtig darauf geantwortet.
                            Hinzufuegen muss man noch, dass das Volumen einer Kugel vom Radius hoch drei abhaengt:

                            Beispiel
                            (a) Kugel mit 1 m Durchmesser, Radius = 0.5 m, Volumen ca. 0.52 m3
                            (b) Kugel mit 3 m Durchmesser, Radius = 1.5 m, Volumen ca. 14.1 m3

                            => Bei einer Verdreifachung des Durchmessers einer Kugel steigt das Volumen um das 28-fache Allerdings spielt dabei auch die Form eine Rolle.

                            • Bei der Rechnung in #32 (ueber den Ural-Meteoriten) habe ich natuerlich eine Kugel angenommen. Die reale Form duerfte aber ziemlich sicher sehr unregelmaessig gewesen sein. Deswegen duerften die NASA-Angaben ueber die geschaetzte Groesse einen ziemlichen Fehler aufweisen. Dafuer spricht aus die errechnete Dichte von ca. 4 g/cm3. Wie man an den gelisteten Zahlen in #32 sehen kann, ist das fuer einen Meteoriten eine sehr ungewoehnliche Dichte. Die meisten Dichten sind etwas darunter (3-3.5) oder deutlich darueber (7-8). Ich tippe aber weiter auf einen eisenreichen, gewoehnlichen Chondriten.
                            • Der ''grosse Brummer'' von letzter Nacht (2012 DA 14):
                              Die NASA gibt die Groesse aktuell mit 45 Meter an, die Masse mit 130000 Tonnen. Dieser Wert der Masse deckt auch besser mit einem Wert in Wlodarczyk (2012, MNR Astron. Soc., 427) von 125000 Tonnen. (Die Werte bei Wikipedia, Masse 180000t, Dm. bis 89m, treffen wohl nicht zu). Wieder ein Kugel angenommen, ergibt sich eine Dichte von 2.72 g/cm3, und das ist ein sehr realistischer Wert. Damit liegt man perfekt im Bereich der gewoehnlichen Chondrite.


                            Grob ausgedrueckt, besteht 2012 DA 14 aus einem aehnlichen Material (silikatische Minerale) wie der Ural-Meteorit. Er ist vielleicht etwas eisenaermer. Das heist aber nicht, dass die beiden etwas miteinander zu tun hatten, die kamen aus voellig unterschiedlichen Richtungen!

                            Hat der ''Ural-Meteorit'' eigentlich schon einen Namen?
                            Zuletzt geändert von xanrof; 16.02.2013, 14:12.
                            .

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                              #44
                              Ich hab da eine Frage:

                              Warum ist das Ding in der Luft explodiert?

                              Eine Explosion ist eine schlagartige Freisetzung von Energie und die einzige verfügbare Energie ist die Bewegungsenergie des Meteors.
                              Für mich macht das wenig Sinn, denn durch den Reibungswiderstand der Atmosphäre wird die kinetische Energie allmählich und nicht schlagartig in Wärme umgewandelt.
                              Für eine schlagartige Freisetzung müsste das Objekt nach meinem Wissensstand auf irgend ein Hinderniss geprallt sein.
                              Klar erhöht sich die Dichte der Luft mit abnehmender Höhe, aber das geschieht allmählich und nicht sprungartig.
                              Die Dichte der Luft auf der Höhe, auf der der Meteor exlodierte, ist ja nicht nennenswert anders als 100 Meter höher oder tiefer.
                              Offensichtlich ist dieses Objekt miten in der Luft explodiert. Daraus lässt sich schliessen, dass meinem Wissen über die physikalischen Vorgänge ein entschiedendes Puzzleteil fehlt. Kann mich da jemand aufklären?
                              Warum also diese exlosionsartige Freisetzung von Energie genau an diesem "Punkt X"?
                              Understanding the scope of the problem is the first step on the path to true panic.

                              - Florance Ambrose

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                                #45
                                *xanrof*

                                Ne, das ist auch vom Tisch. Beide kamen aus völlig unterschiedlichen Richtungen. Das haben zahlreiche Astronomen (ESA, NASA, Russen) unabhängig voneinander bestätigt.


                                OK. --- Frage also auch geklärt.

                                mfg

                                Prix
                                Die Eisenfaust am Lanzenschaft, die Zügel in der Linken........

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