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  • pherry rohdan
    antwortet
    Das SciFi-Fans aussterben würde ich nicht sagen.Jedoch werden es imo weniger.Fast jeder meiner Freunde sagt das dieses ganze Genre bekloppt sei,die haben aber eh keine Ahnung.Da sich das ganze Genre seit Jahren immer stärker verändert und neu formiert,verliert es vielleicht alte Fans,welche noch das Genre bevorzugen als es noch unentwickelt war.Jedoch kommen durch diese neuen Entwicklungen natürlich auch neue Fans dazu.Das Gewicht der Fans bleibt imo deshalb immer gleich.

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  • Karl Ranseier
    antwortet
    Zitat von McWire Beitrag anzeigen
    ....

    Science Fiction ohne technische Spielereien wäre keine Science Fiction, sondern eher eine Utopie oder Dystopie. Um eine Spiegelbild der Gesellschaft zu erschaffen, kann man auch Fantasy nehmen.

    Der Unterschied zwischen Fantasy und Science Fiction ist ja gerade der Rückgriff auf realwissenschaftliche Ideen und Spekulationen und auf technisches Ambiente.
    ....
    Das ist die momentane Auslegung - geht man aber zurück zum Wortstamm von Science Fiction ist der eine Teil die erzählerische Erfindung - der Teil ist unstrittig - und der andere Teil der Weg der wissenschaftlichen Basis, auf die die Geschichte dann aufsetzt. Nur: Es entwickeln sich immer mehr (Splitter-)Wissenschaften im Vergleich zum späten 19ten und frühen 20ten Jahrhundert - muß der Anteil "Science" wirklich nahezu ausschließlich auf Physik beschränkt sein, nur weil man in der begriffsprägenden Zeit hauptsächlich darauf zurückgegriffen hat? Ein Beispiel sind da Clonen und Experimente am Menschen - wenn das ganze im technischen Ambiente spielt und ein Unteraspekt ist, gehört es zur Science Fiction. Stehen entsetzliche Folgen, keine Raumfahrt und kein fremder Planet drumherum, wird es zur Horrorgeschichte - nehmen wir die Einstufung von Resident Evil als Beispiel - wird von vielen nicht als Sci Fi eingestuft, obwohl der verursachende Virus aus biologischer Forschung entstammt und der Storybogen in einem Wissenschaftlichen Komplex spielt - das ganze in einer zukünftigen Gesellschaft spielt, in der Konzerne das Sagen übernommen haben. Ist diese Zukunftsvision so abwegig? Die biologische Komponente ist denklich wissenschaftlich im Moment nicht belegbar, die zukünftig drohende Entwicklung in der Gesellschaft wird von Sozialwissenschaftlern schon jetzt angemahnt. Sozialwissenschaftlich also haltbar - trotzdem kein SciFi?


    Ich denke, vielleicht sind SciFi-Fans, die seit 30 Jahren auf Roboter und Raumschiffen und fremde Welten abfahren in ihrer Idee von SciFi auch etwas zu unflexibel geworden

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  • Vir Cotto
    antwortet
    Wie bereits schon in einer Antwort erwähnt, sind die Meinungen, was man unter Sci-Fi versteht und was nicht, schon sehr unterschiedlich.

    Grob zusammengefasst hat Sci-Fi für mich immer etwas mit Raumschiffen/Raumstationen und Aliens zu tun. Ich sehe das also sehr eng, aber das ist nunmal meine Meinung.

    Nun zur eigentlichen Frage.
    Ich bin der Meinung, dass vieles dazu beiträgt, dass Sci-Fi nicht mehr so populär ist.

    Zuerst einmal sind das die Sendezeiten der Sci-Fi-Serien im Free-TV.
    Mal abgesehen von Andromeda und Stargate, werden die Star Trek Serien irgendwann in der Nacht gesendet. Also sind das nur Lückenfüller und locken nicht wirklich Zuschauer an. DS9, Enterprise und Voyager lief schon ewig nicht mehr. Auch andere gute Sci-Fi-Serien wie Farscape & Co habe ich schon ewig nicht mehr gesehen.
    Bei den Filmen sieht es nicht besser aus, denn die Star Wars Filme und Star Trek Filme kommen einmal im Jahr und dann kann man wieder darauf machen.

    Leider ist es so, dass viel zu viel Sendezeit für TV-Müll draufgeht, wie Frauentausch, Big Brother, Zwei bei Kallwass und irgendwelche anderen Müll-Soaps/-Dokus. (Ist meine eigene persönliche Meinung.)

    Weiterhin denke ich, dass viele Sci-Fi-Sachen von den Mystery-Sachen verdrängt wurden. Ich denke da an die vielen Serien im Format Ghost Whisperer oder Medium.

    Ein Grund ist auch, dass gerade die Sci-Fi-Serien auf kleinen Sendern laufen. Würden diese auf den großen Sendern wie RTL, Sat1 oder Pro7 laufen, dann wäre es auch noch etwas anders.

    Freundliche Grüße
    Vir Cotto

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  • McWire
    antwortet
    Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
    Ich denke, dass man in diesen Punkten nicht nur mit irgendwelchem technischen Firlefanz argumentieren kann. Sci-Fi zieht seine Faszination ja nicht daraus, dass dort irgendwelche technisch möglichen Dinge gezeigt werden, sondern das faszinierende ist die Revelanz für die jeweilig Gesellschaft. Man kann daraus schlüsse ziehen, welche Themen gerade in der Gesellschaft aktuell sind und wie die Menschen dazu stehen.

    Sci-Fi sehe ich immer als Spiegelbild der Gesellschaft und da ist es mir z.B. völlig egal ob da irgendetwas technisch Unmögliches gezeigt wird. Momentan sehe ich in der Gesellschaft keinen besonders hohe Nachfrage nach gesellschaftskritischer Sci-Fi. Gerade im Bezug auf Filme tendiert es eher auf einfachgestrickte Unterhaltungsfilme. Ob sich das nochmal ändern wird muss man Abwarten. Das kann man sowieso erst im Nachhinein beurteilen.
    Das ist nur ein Aspekt der Science Fiction.

    Science Fiction ohne technische Spielereien wäre keine Science Fiction, sondern eher eine Utopie oder Dystopie. Um eine Spiegelbild der Gesellschaft zu erschaffen, kann man auch Fantasy nehmen.

    Der Unterschied zwischen Fantasy und Science Fiction ist ja gerade der Rückgriff auf realwissenschaftliche Ideen und Spekulationen und auf technisches Ambiente.

    Ganz ohne diesen technischen "Firlefanz" kommt die Science Fiction nunmal nicht aus, da dies ein Teil der Faszination dieses Genre gegenüber den benachbarten Genre wie Fantasy ist.

    Ich habe Star Trek Anfangs als 11-jähriger nie deshalb geschaut, weil es gesellschaftskritisch ist, weil ich die Hintergründe in dem Alter noch nicht begriffen hatte, sondern weil es um ein Raumschiff zwischen den Sternen mit Warpantrieb und Phasern ging.

    Gerade die jüngeren Leute und Jugendliche kann man eher mit der technischen Präsentation der SF überzeugen und erst später mit Gesellschaftskritik. Um SF attraktiv zu halten, muss man neue Zuschauer anlocken und das geht am besten mit möglichst guten Spezial-Effects und möglichst viel "Firlefanz".

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  • 3of5
    antwortet
    Zitat von Starwars fan Beitrag anzeigen
    Ich habe letztens mal wieder mit ein paar kameraden mich unterhalten und wir sind abgeschweift auf sci-fi

    mit erstaunen musste ich feststellen (ich habe das selbe gespräch mehrere male mit unterschiedlichen geführt) das die meisten leute heute die fundamentalsten sci-fi dinge nicht kennen. ich habe mit leuten geredet (häufig) die haben noch nicht mal gewusst das es so was wie star wars, star trek oder star gate gibt.

    dies habe ich in letzer zeit immer häufiger festgestellt, wenn ich mich 10 jahre zurück erinnere hat man aus 5 leuten mindestes 2 sci-fi begeisterte getroffen.

    mich würde mal interressiren was ihr dazu meint.

    Es scheint der Sci-fi fan gehört bald auf die liste aussterbender arten!
    Das kann ich nicht beurteilen. Ich sehe mich nicht als Science Fiction-Fan, obwohl ich Star Wars und Star Trek mag.

    Das Problem dürfte aber darin bestehen, dass einfach kein hochwertiges SciFi mehr produziert wird. Granaten wie Star Trek oder die alten SW-Filme gibt es heute einfach nicht. Das wiederum liegt daran, dass TV- und Kinoproduktionen heute immer glatter, unorigineller und seelenloser werden. Für einen neuen Coup in einem exotischen Gebiet wie SciFi gibt es da keine Grundlage.

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  • irony
    antwortet
    Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
    Ich denke, da liegt für Hard-SF im Moment die größte Crux. Das schreckt Autoren ab, sich auf eine ausgearbeitete Theorie zu stürzen, um sie in ihrem Werk zu benutzen - die Theorie könnte in der Praxis ja doch auseinanderbrechen.
    Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Das ist mir auch selbst schon so gegangen .
    Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
    Könnte irgendwann das Aus für Hard-SF bedeuten und SciFi auf eine "modern-mythische" Unterhaltungsbasis bringen.
    Das muss es nicht unbedingt heißen. Es werden ja nicht alle Autoren abgeschreckt, und das Spiel mit Möglichkeiten muss nicht dadurch begrenzt sein, dass irgendwann alles erfunden ist.
    Zitat von Mr.Viola Beitrag anzeigen
    ich bin auch der Meinung, dass der Höhepunkt vor und nach der ersten Mondlandung war. Damals hatten die Menschen noch große Hoffnungen von einer glorreichen Zukunft, von der Erforschung des Universums oder den Kontakt mit intelligenten Aliens.
    Ich denke auch, dass hier in den 60-ern und 70-ern ein großer Optimismus war, der dann zusammengebrochen ist und eine Welle von Dystopien, Endzeit-Geschichten und Cyberpunk usw. nach sich zog. Aber in den 60-ern, 70-ern war diese Vorstellung, Raumfahrt und Aliens wohl noch irgendwie "real", auch wenn das heute absurd erscheint.
    Zitat von Mr.Viola Beitrag anzeigen
    Aber wie es jetzt aussieht, die Erforschung unseres Sonnensystems wird noch lange dauern, und nur die wirklich optimistischsten Fans hoffen noch auf Kontakt mit Aliens in absehbarer Zukunft.
    Dem würde ich zustimmen. Auch wenn hin und wieder über extraterrestrische Sonden spekuliert wird.
    Zitat von Mr.Viola Beitrag anzeigen
    Und SciFi im Fernsehen, Star Trek hat sich leider mit 3 fast parallel laufende Franchises selbst übersättigt, Stargate läuft noch, aber ist in meinen Augen nur Popcorn-SF, welches auf Action und coole Sprüche setzt. Ja und B5 ist leider immer noch der Geheimtipp rein unter SF-Fans.
    B5 ist sicher ein guter Tipp, aber auch Stargate ist nicht ganz so doof, wie es an der Oberfläche mit der Action und den Sprüchen aussieht. Aber man muss schon einiges wegsieben.
    Zitat von Mr.Viola Beitrag anzeigen
    Also aus dem Fernsehen wurde SF auch schon fast verdrängt, klar es gibt auch immer wieder Kinofilme, eben wie Star Trek 11 oder Avatar, diese sind aber auf ein Massenpublikum geschnitten, ich kenne viele Leute die sich diese Filme angesehen haben, obwohl sie gesagt haben, eigentlich interssiert sie SF überhaupt nicht.
    Und dabei wird es auch bleiben. SF, die auf die Masse zugeschnitten wird.
    Ein kleiner Rest bleibt noch, aber der spricht sich auch in SF-Kreisen kaum rum.
    Siehe z.B. der Film "Moon". Kennt keiner.
    Zitat von Mr.Viola Beitrag anzeigen
    Meiner Meinung nach existiert momentan richtig gute SF absolut in Buchform
    Da ist sicher was dran. Bücher brauchen keine teuren Special Effects, können daher im Grunde voll in eine gute Story investieren. Aber auch hier gibt es leider viel Leerlauf. Man muss schon aufwändig suchen. Nicht alle Klassiker sind toll.
    Zitat von Mr.Viola Beitrag anzeigen
    Wer kennt jüngere Autoren wie Hamilton, Baxter oder Reynolds?
    Da findet man in der Tat wenig Leute, um darüber zu reden . Auch hier im Forum. Wobei ich die drei Autoren aber auch sehr geschwätzig finde. Dicke Bücher, die dann doch nicht so viel hergeben.
    Zitat von Mr.Viola Beitrag anzeigen
    Bei Punkt 1 und 2 bin ich mir sicher, unsere Generation wird das nicht mehr erleben, vielleicht wird SciFi wieder mehr aktuell wenn solche bahnbrechende Forschungen Wirklichkeit werden.
    Da kann es doch schneller gehen, als man glaubt. Androiden und schnelle Triebwerke sollte es in 40-50 Jahren geben.
    Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
    Was ist denn eine Zeitreise wenn nicht ein technisches Vehikel um eine Problematik aufzuwerfen? Und was verstehst du unter "zweckfrei" in diesem Zusammenhang. Bzw. welcher Sci-Fi Film setzt die Möglichkeiten "zweckfrei" dar?
    Ich denke dabei zum Beispiel an bestimmte "Ijon Tichy"-Abenteuer oder die Red-Dwarf Episode "Future Echoes". Da wird dann hauptsächlich ein intellektuelles humorvolles Spiel mit Möglichkeiten aufgezogen ohne gesellschaftliche Relevanz.

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  • Skeletor
    antwortet
    Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
    Das kann ja durchaus so sein, aber es ist auch oft ein Spiel mit Möglichkeiten, z.B. Zeitreisen, das Sci-Fi interessant macht. Das Spielen mit Möglichkeiten kann auch zweckfrei sein und trotzdem faszinieren. Insofern verstehe ich Deinen Pragmatismus nicht.
    Was ist denn eine Zeitreise wenn nicht ein technisches Vehikel um eine Problematik aufzuwerfen? Und was verstehst du unter "zweckfrei" in diesem Zusammenhang. Bzw. welcher Sci-Fi Film setzt die Möglichkeiten "zweckfrei" dar?

    Das verkennt aber den Unterhaltungs-Charakter von Science-Fiction.
    Eigentlich nicht. Die Art der Präsentation habe ich damit überhaupt nicht angesprochen und es ist eigentlich selbstverständlich, dass das Ganze natürlich unterhaltsam verpackt sein muss.

    Wie schon gesagt, viele schätzen auch einfach die ungewöhnlichen Settings, in denen sich mehr oder weniger konventionelle Stories abspielen.
    Möglich, aber das geht im Prinzip Hand in Hand.

    Und wer legitimiert Sci-Fi ? Letztlich geht es darum, was konsumiert wird, nicht was relevant ist, auch wenn dieser Aspekt eine große Rolle spielt.

    Aber okay, was wäre Deiner Meinung nach denn die Relevanz und Legitimation von Star Wars ?
    Meiner Meinung nach ist es sehr schwierig Star Wars rein in eine Sci-Fi Schiene zu pressen. Für mich ist Star Wars eher Fantasy als Sci-Fi.

    Ich denke, mit der Technik schwingt das Pendel momentan in die andere Richtung, weg vom Technobabble, u.a. weil sich Leute wie Ronald D. Moore da ein Bein dafür ausreißen, dass Technobabble geächtet wird, und die Leute auch kein Interesse mehr daran haben, weil sie immer weniger verstehen und echte Wissenschaft von Technobabble nicht mehr unterscheiden können. (Bei der Ersetzung von Wissenschaft durch Magie fühlen sich die Leute auf der sicheren Seite, weil dann klar ist, dass hier keine Wissenschaft im Spiel ist. )
    Ich glaube, dass Moore und Co eher gegen die Art von Technobabble sind, welches eigentlich keine wirkliche Funktion ausübt. So wie bei sehr vielen der späteren Star Trek-Staffeln insbesondere Voyager.

    Irgendwann aber kann das Interesse an Technik aber wieder kommen. Es muss dazu z.B. nur
    - ein wirklicher Android wie z.B. Data gebaut werden
    - schnelle Reisen im Sonnensystem möglich werden
    - Gentechnik sich noch stärker verbreiten
    Das Problem ist doch aber, dass diese Themen schon lange ein Teil der Sci-Fi Geschichten sind und auch schon tausendfach durchthematisiert wurden. Was ich meine sind echte Neuerungen die eben noch nicht in der Sci-Fi thematisiert wurden. Deshalb ist die Luft in dieser Hinsicht einfach sehr sehr dünn momentan.

    Ich denke, im Moment geht die wissenschaftlich-technologische Entwicklung einfach nur zu langsam. Manches geht in der Theorie sehr schnell, aber die praktische Umsetzung dauert zu lange.
    Genau das dürfte eigentlich nicht das Problem darstellen. Die Frage ist nur einfach, ob man aus diesen Theorien auch eine unterhaltsame Problematik ableiten kann.

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  • HanSolo
    antwortet
    Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
    Ich finde, dass Du Dir hier widersprichst. Einerseits sagst Du, Realitätsflucht boomt, andererseits "gilt eher in der Realität verwurzelte SF" was immer diese merkwürdige grammatische Konstruktion aussagt.
    Realitätsflucht ist für die meisten Menschen wunderbar. Aber diese "neue Realität" soll so nah wie möglich mit der alten verwoben sein und nicht "zu abgehoben" wirken.

    Z.B. der enorme Erfolg von "Twilight". Bella ist ein normales Mädchen unserer Welt und verliebt sich in einen toll aussehenden Vampir. Unsere Mädels können sich mit Bella identifizieren und betreten mit ihr diese "mehr oder weniger fremde Welt".

    Ähnliches haben wir bei "Harry Potter", "Heroes", "Lost", "Flashforward", "Transformers", den ganzen Comic-Superhelden, selbst bei "Stargate".

    Auch nBSG versucht den Hard-SF-Gehalt so klein wie möglich zu halten. Sehr viele Folgen hätten ohne große Probleme in den heutigen USA spielen können.

    Fantasy erinnert oftmals stark an unsere eigenen Epochen. So die ganzen griechischen Sagen, die in der Vergangenheit UNSERER Erde spielen. "Der Herr der Ringe" usw. sind tlw. an das europäische Mittelalter angelehnt. Selbst "Star Wars" würde ohne den hohen Märchen-Faktor (welcher IMO größer als der SF-Anteil ist) wohl nicht so funktionieren. "Avatar" wird nicht ohne Grund vorgeworfen, dass die Story etwas von "Der mit dem Wolf tanzt", "Pocahontas" und "Last Samurai" abekupfert ist (die "edlen Wilden" sind diesmal halt Außeriridische).

    Hard-Raumschiff-SF feierte in den 90ern mit den ganzen Trek-Serien (außer TOS und ENT), Babylon 5, Farscape usw. wohl seinen Höhepunkt. Das Interesse daran ist seither stark zurückgegangen, obwohl das Interesse an "anderer Realitätsflucht" größer denn je ist.

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  • Mr.Viola
    antwortet
    Also mal zur Grundfrage, nein ich bin nicht der Meinung, dass wir "SciFi-Fans" am Ausssterben sind. Ich denke, dieses Genre hat sehr viele Fans, deshalb wird es stets präsent bleiben. Aber eben bei weitem nicht so viele Fans wie jetzt andere Genres, zB die Fantasy. Leider wird Fantasy und SciFi immer noch sehr oft als gleich angesehen, man merkt es am besten in manchen Buchläden wo die Regale mit Fantasy/SciFi angeschrieben sind, aber mind. 90% der Bücher von Vampiren, Orks,.... handeln. Nach meinem Gefühl fing dieser ganze Hype nach den Verfilmungen von "Herr der Ringe" an.

    Wieder zum SciFi, es wurde im Thread eh schon oft geschrieben, ich bin auch der Meinung, dass der Höhepunkt vor und nach der ersten Mondlandung war. Damals hatten die Menschen noch große Hoffnungen von einer glorreichen Zukunft, von der Erforschung des Universums oder den Kontakt mit intelligenten Aliens. Aber wie es jetzt aussieht, die Erforschung unseres Sonnensystems wird noch lange dauern, und nur die wirklich optimistischsten Fans hoffen noch auf Kontakt mit Aliens in absehbarer Zukunft.
    Und SciFi im Fernsehen, Star Trek hat sich leider mit 3 fast parallel laufende Franchises selbst übersättigt, Stargate läuft noch, aber ist in meinen Augen nur Popcorn-SF, welches auf Action und coole Sprüche setzt. Ja und B5 ist leider immer noch der Geheimtipp rein unter SF-Fans.
    Also aus dem Fernsehen wurde SF auch schon fast verdrängt, klar es gibt auch immer wieder Kinofilme, eben wie Star Trek 11 oder Avatar, diese sind aber auf ein Massenpublikum geschnitten, ich kenne viele Leute die sich diese Filme angesehen haben, obwohl sie gesagt haben, eigentlich interssiert sie SF überhaupt nicht.
    Meiner Meinung nach existiert momentan richtig gute SF absolut in Buchform, es gibt soviele alte Klassiker und auch immer wieder Neuerscheinungen, in Buchform haben die Autoren soviele Möglichkeiten dem Leser eine phantastische, utopische Welt zu präsentieren, da wird die Phantasie des Lesers herausgefordert und beflügelt. Aber um ehrlich zu sein, wenn man heute Leute auf der Straße anspricht, wer kennt Autoren wie Dick, Asimov, Heinlein oder Clarke, also die Vertreter der alten Garde. Wer kennt jüngere Autoren wie Hamilton, Baxter oder Reynolds?
    Durch die sehr schnell gegangen technologische Entwicklung wurde vieles, was in den 50/60/70igern als utopisch angesehen wurde heute schon Wirklichkeit, unsere Technik entwickelt sich sehr schnell. Aber in Sachen Weltraumforschung ist momentan eine ziemliche Stagnation zu erkennen, was sicherlich große Auswirkungen auf die gesamte SciFi-Gesellschaft hat.

    Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
    Irgendwann aber kann das Interesse an Technik aber wieder kommen. Es muss dazu z.B. nur
    - ein wirklicher Android wie z.B. Data gebaut werden
    - schnelle Reisen im Sonnensystem möglich werden
    - Gentechnik sich noch stärker verbreiten
    Bei Punkt 1 und 2 bin ich mir sicher, unsere Generation wird das nicht mehr erleben, vielleicht wird SciFi wieder mehr aktuell wenn solche bahnbrechende Forschungen Wirklichkeit werden.
    Bei der Gentechnik glaube ich schon, dass sie sich in den nächsten Jahren verbessern wird, aber ob dies wirklich große Auswirkungen auf die Gesellschaft hat, bezweifle ich doch stark.

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  • Karl Ranseier
    antwortet
    Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
    ....
    Ich denke, im Moment geht die wissenschaftlich-technologische Entwicklung einfach nur zu langsam. Manches geht in der Theorie sehr schnell, aber die praktische Umsetzung dauert zu lange.
    Ich denke, da liegt für Hard-SF im Moment die größte Crux. Das schreckt Autoren ab, sich auf eine ausgearbeitete Theorie zu stürzen, um sie in ihrem Werk zu benutzen - die Theorie könnte in der Praxis ja doch auseinanderbrechen. Auf der anderen Seite - auch geo-historisch betrachtet - geht der technische Fortschirtt in der momentanen Zeit tatsächlich sehr schnell, wenn man die Fortschritte der letzten 20 Jahre mal mit denen der davorliegenden 120 Jahre vergleicht. Auch hier wird die Fantasy von Autoren, die sich auf "technisch sicheres" Gebiet wagen wollen, vielleicht das eine oder andere Mal von der Realität überholt, gerade wenn man sich in Settings wie "in nicht allzuferner Zukunft" oder "bald" oder "in 10 Jahren" befindet (alles gern gewählte Szenarien für gesellschaftskritische SciFi wie Gattaca oder Endzeit SciFi) um auch ein bisschen mit der Zukunftsangst des Zuschauers zu spielen. Könnte irgendwann das Aus für Hard-SF bedeuten und SciFi auf eine "modern-mythische" Unterhaltungsbasis bringen.

    Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
    ....Ich verstehe den Bezug zum Thema nicht.
    Video-Spiele wurden hier im Thread mehrfach als eine Domäne von SciFi ausserhalb von Film, Fernsehen etc. aufgeführt. Ich wollte nur klar machen, das gerade in den 70ern und 80ern Videospiele gerne aus produktionstechnischen (Bewegungsdarstellung) und verkaufstechnischen Gründen (Jugendmarkt/-schutz) ins SciFi-Setting gepresst wurden. Die Killerspiel-/Amoklauf-Debatte könnte in Zukunft für einen erneuten Boom von SciFi-Anteilen am Videospiel-Markt sorgen - aber nicht, weil SciFi wieder insgesamt "beliebter" würde oder mehr Zulauf hat, sondern weil man damit eine Diskussion umgehen kann.

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  • irony
    antwortet
    Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
    Die Technik im Sci-Fi ist immer nur ein Vehikel gewesen um irgendwelche Problematiken zu erzeugen und um die Potentiale oder auch Gefahren dieser Technik für die Gesellschaft zu zeigen.
    Das kann ja durchaus so sein, aber es ist auch oft ein Spiel mit Möglichkeiten, z.B. Zeitreisen, das Sci-Fi interessant macht. Das Spielen mit Möglichkeiten kann auch zweckfrei sein und trotzdem faszinieren. Insofern verstehe ich Deinen Pragmatismus nicht.
    Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
    Sci-Fi muss gesellschaftlich relevant sein um seine Legitimation zu behalten.
    Das verkennt aber den Unterhaltungs-Charakter von Science-Fiction. Wie schon gesagt, viele schätzen auch einfach die ungewöhnlichen Settings, in denen sich mehr oder weniger konventionelle Stories abspielen.

    Und wer legitimiert Sci-Fi ? Letztlich geht es darum, was konsumiert wird, nicht was relevant ist, auch wenn dieser Aspekt eine große Rolle spielt.

    Aber okay, was wäre Deiner Meinung nach denn die Relevanz und Legitimation von Star Wars ?
    Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
    Momentan sehe ich einfach keine aktuelle Technik, die nicht schon irgendwie in der Sci-Fi thematisiert wurde, weswegen die Themenfindung sehr erschwert wird und weswegen man sich momentan in der Sci-Fi eher auf Charakterdrama (Bsp. BSG, SG-U) konzentriert statt die alten Geschichten ständig neu durchzukauen.
    Ich denke, mit der Technik schwingt das Pendel momentan in die andere Richtung, weg vom Technobabble, u.a. weil sich Leute wie Ronald D. Moore da ein Bein dafür ausreißen, dass Technobabble geächtet wird, und die Leute auch kein Interesse mehr daran haben, weil sie immer weniger verstehen und echte Wissenschaft von Technobabble nicht mehr unterscheiden können. (Bei der Ersetzung von Wissenschaft durch Magie fühlen sich die Leute auf der sicheren Seite, weil dann klar ist, dass hier keine Wissenschaft im Spiel ist. )

    Irgendwann aber kann das Interesse an Technik aber wieder kommen. Es muss dazu z.B. nur
    - ein wirklicher Android wie z.B. Data gebaut werden
    - schnelle Reisen im Sonnensystem möglich werden
    - Gentechnik sich noch stärker verbreiten

    Dann werden diese Themen auch wieder stärker nachgefragt und die Fantasy nimmt ab.

    Ich denke, im Moment geht die wissenschaftlich-technologische Entwicklung einfach nur zu langsam. Manches geht in der Theorie sehr schnell, aber die praktische Umsetzung dauert zu lange.
    Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
    Ich möchte alle, die hier PC-Spiele immer wieder als Beispiel bringen, darauf aufmerksam machen, daß in der Startzeit der Videospiele "eckige, mechanische" Bewegungen viel einfacher darzustellen waren als "organische" Bewegungen. [...]
    Ich verstehe den Bezug zum Thema nicht.

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  • Karl Ranseier
    antwortet
    Ich möchte alle, die hier PC-Spiele immer wieder als Beispiel bringen, darauf aufmerksam machen, daß in der Startzeit der Videospiele "eckige, mechanische" Bewegungen viel einfacher darzustellen waren als "organische" Bewegungen. Mit dem Erfolg von Space Invaders war dann für die Branche ein Weg vorgegeben - von daher muß man Donkey Kong schon fast lobend erwähnen - und Weltraumshooter gingen ihren Weg. Allerdings setzen PC-Spiele heute immer mehr darauf, ihre Fähigkeit zu organischen Bewegungsdarstellungen auszuspielen - und gäbe es die ganzen Killerspiel- und Amoklauf-Debatten nicht, wären sicherlich mehr reine Kriegs-(Strategie-)Szenarien unter den Spielen im Umlauf als SciFi-Settings. Denn Gewalt gegen grünblutende Alien-Pixel ist FSK12-16, Gewalt gegen rotblutende Menschen-Pixel ist FSK18-Indizierung

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  • Skeletor
    antwortet
    Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
    Mag sein, dass dies so ist. Früher war Sci-Fi besonders in Russland und Polen auch eine Möglichkeit, indirekt Kritik zu äußern. Man erfand dann einfach einen Planeten, auf dem sich die russischen , polnischen usw. Verhältnisse widerspiegelten und äußerte so indirekt Kritik. Heute ist das eigentlich kaum noch nötig.
    Ich glaube du misverstehst was ich damit sagen will. Ich spreche jetzt nicht davon, dass Sci-Fi irgendwas verstecken muss. Mir geht es darum, dass diese Spiegelbildfunktion seit jeher den eigentlichen Reiz der Sci-Fi ausgemacht hat und das nicht nur bei Themen die man irgendwie verstecken muss um durch das Radar der Poltik zu fallen. Sci-Fi muss aber in irgendeiner Fom relevant sein. Die Technik im Sci-Fi ist immer nur ein Vehikel gewesen um irgendwelche Problematiken zu erzeugen und um die Potentiale oder auch Gefahren dieser Technik für die Gesellschaft zu zeigen. Egal in welcher Form. Sci-Fi muss gesellschaftlich relevant sein um seine Legitimation zu behalten. Die Technik ist immer nur Mittel zum Zweck und sollte nicht überbewertet werden. Momentan sehe ich einfach keine aktuelle Technik, die nicht schon irgendwie in der Sci-Fi thematisiert wurde, weswegen die Themenfindung sehr erschwert wird und weswegen man sich momentan in der Sci-Fi eher auf Charakterdrama (Bsp. BSG, SG-U) konzentriert statt die alten Geschichten ständig neu durchzukauen.

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  • irony
    antwortet
    Zitat von Skeletor Beitrag anzeigen
    Sci-Fi sehe ich immer als Spiegelbild der Gesellschaft und da ist es mir z.B. völlig egal ob da irgendetwas technisch Unmögliches gezeigt wird. Momentan sehe ich in der Gesellschaft keinen besonders hohe Nachfrage nach gesellschaftskritischer Sci-Fi.
    Mag sein, dass dies so ist. Früher war Sci-Fi besonders in Russland und Polen auch eine Möglichkeit, indirekt Kritik zu äußern. Man erfand dann einfach einen Planeten, auf dem sich die russischen , polnischen usw. Verhältnisse widerspiegelten und äußerte so indirekt Kritik. Heute ist das eigentlich kaum noch nötig.

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  • Skeletor
    antwortet
    Ich denke, dass man in diesen Punkten nicht nur mit irgendwelchem technischen Firlefanz argumentieren kann. Sci-Fi zieht seine Faszination ja nicht daraus, dass dort irgendwelche technisch möglichen Dinge gezeigt werden, sondern das faszinierende ist die Revelanz für die jeweilig Gesellschaft. Man kann daraus schlüsse ziehen, welche Themen gerade in der Gesellschaft aktuell sind und wie die Menschen dazu stehen.

    Sci-Fi sehe ich immer als Spiegelbild der Gesellschaft und da ist es mir z.B. völlig egal ob da irgendetwas technisch Unmögliches gezeigt wird. Momentan sehe ich in der Gesellschaft keinen besonders hohe Nachfrage nach gesellschaftskritischer Sci-Fi. Gerade im Bezug auf Filme tendiert es eher auf einfachgestrickte Unterhaltungsfilme. Ob sich das nochmal ändern wird muss man Abwarten. Das kann man sowieso erst im Nachhinein beurteilen.

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