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Sterben anspruchsvolle SciFi-Serien aus?

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    #31
    Zitat von HanSolo Beitrag anzeigen
    Deshalb versteh ich auch nicht, warum sich viele SF-Fans für soviel anspruchsvoller halten als z.B. die Fans von Krimi-Serien usw.
    Ist das so ? Science-Fiction ist vielleicht etwas abseitiger als die üblichen Klischees, die man in Krimis findet: Mord aus Habgier, Rache, usw. . Fremde Wesen könnten andere, komplexere, interessantere Motive für ihre Handlungen haben. Aber zwingend ist das nicht.

    Oberflächlich betrachtet ist Star Trek auch nichts Tiefgründiges, aber das trifft auch auf alle anderen Serien in anderen Genres zu. Tiefgründigkeit entsteht erst durch die Perspektive.

    Wenn jemand sehr viel nachdenken will, kann er das über alles tun. Im Extremfall reicht einfach ein einzelnes Bild, um Stunden lang nach zu denken.

    Ich würde eher anders an die Frage gehen: Leute, die sich mit Scifi beschäftigen werden dadurch nicht automatisch anspruchsvoll, aber es gibt eine Menge anspruchsvolle Leute, die sich mit Scifi beschäftigen. Der Grund dafür könnte sein, dass Scifi mehr gedankliche Freiheiten erlaubt als andere Genres, und im Grunde genommen auch nichts ausschließt.

    Überleg dir nur mal den Unterschied zwischen einem Scifi-Krimi und einem Krimi, der kein Scifi ist.
    Der Scifi-Krimi kann wesentlich interessanter und komplexer sein, weil er sich nicht auf die Realität beschränkt.

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      #32
      Ich kann mich für die Science-Fiction-Serien und -Filme des letzten Jahrhunderts auch weitaus mehr erwärmen, als für die meisten Produktionen neueren Datums. Das liegt natürlich auch daran, dass die Auswahl mittlerweile wesentlich geringer ist.

      Wenn man mit Stargate (und seinen Ablegern) oder Battlestar Galactica nicht viel anfangen kann, hat man in Sachen Weltraum-SF doch schon verloren, oder?

      Wer sich in den 90ern beim allgegenwärtigen Star Trek zunehmend langweilte (wie ich etwa ab "Voyager"), konnte da immer noch auf Space 2063, Earth 2, Babylon 5 oder später zu Farscape oder Lexx umschalten und es sich bei den zusätzlichen Wiederholungen schöner Space-Operas wie Kampfstern Galactica, Buck Rogers, UFO oder Mondbasis Alpha 1 sogar leisten, zweitklassige Serien wie Space Cops, Space Rangers oder auch die Anfänge von Stargate links liegen zu lassen. Schließlich gab es genügend Auswahl.

      Auch bei den SF-Serien, die nicht im Weltraum spielen, konnte man 0815-Sendungen wie Time Trax oder solchen Krempel wie Sliders oder Sea Queast DSV getrost ignorieren, weil man ja genauso gut auf Robocop, Max Headroom, TekWar, Quantum Leap, Krieg der Welten - Die Auferstehung, Alien Nation oder V zurück greifen konnte. Solche Serien gibt es ja heute kaum noch.

      Was ich in diesem Thread gerade sehr interessant finde, ist die offenbar vorherrschende Meinung, dass eine SF-Serien unbedingt etwas mit Krieg und Militär zu tun haben müsste. Die besten SF-Stories sind in meinen Augen gerade die, die sich außerhalb dieser ausgetretenen Pfade bewegen.

      Warum nicht einmal eine Serie über die Kolonialisierung des Weltraums und die Entstehung einer intergalaktischen Kultur? Wieso gerade in heutiger Zeit keine verstärkte Thematisierung virtueller Welten durch eine Cyberpunk-Serie? Warum keine Serie über die Erforschung eine untergegangenen Kultur eines fremden Planeten und deren Einflüsse auf die Gesellschaft? Warum nicht mal eine Steampunk-Serie? Wieso nicht mal eine Serie über eine Gruppe irdischer Astronauten, die auf einem fremden, bewohnten Planeten abstürtzen und sich mit einer außerirdischen Kultur arrangieren müssen? Wieso nicht mal eine Serie über die Entdeckung einer Dyson-Sphäre oder Ähnliches? Warum nicht eine Serie über eine zukünftige Gesellschaft, in der alle Telepathen sind, die zeigt, wie so eine Veränderung die Gesellschaft beeinflussen würde? Warum nicht mal eine Serie, die die politischen Verhältnisse von heute ein paar Jahrzehnte weiter spinnt und zeigt, wie die Leute dort leben? Weshalb keine Serie über Genmanipulation und deren mögliche Folgen? Wieso keine Serie über das gesellschaftliche Zusammenleben mit Robotern und Androiden? Warum orientiert man sich im Fernsehn nicht mal an Geschichten renomierter SF-Autoren wie A.C.Clarke, P.K. Dick, Jack Vance, Alfred Bester, Isaak Asimov, Robert Silverberg, William Gibson, Jack Womack, John Sladek, Heinlein, Moorcock, Anderson, de Camp, etc..? Was ist mit Krimis und Agentenstories a la Captain Future oder Abenteuerstoffen wie Starwolf oder auch so mancher Perry Rhodan-Storyline?

      Wenn ich hier schon lese, dass Leute ernsthaft glauben, 60 lächerliche Jahre würden ausreichen, um alles in der TV-SF Erdenkliche bereits erzählt zu haben und dass ohnehin nichts Neues mehr zu erwarten wäre, bekomme ich Pickel!

      Ich verstehe nicht, warum der einzige Wunsch vieler SF-Serien-Fans hier mal wieder auf ein simples Kriegsszenario hinauslaufen muss, wie man es mittlerweile schon 1000 mal gesehen hat. Ist Krieg wirklich dermaßen spannend?

      Kein Wunder, dass kaum noch intelligente und anspruchsvollere SF produziert wird, wenn die Zuschauer sowieso immer wieder nur den immergleichen 08/15-Stoff sehen wollen. Darüber hinaus scheint es ja auch zu reichen, inhaltliche Leere und metaphorisch-symbolische Belanglosigkeiten durch ausschweifend-intensives Beleuchten möglichst ambivalenter Charaktere zu kompensieren, obwohl sie nicht das Geringste zur eigentlichen Handlung beizutragen haben, um dem Geschehen einen anspruchsvoll erscheinenden Anstrich zu verpassen. Dabei scheint es sogar in Ordnung zu sein, so ziemlich jedes angestaubte Seifenopernklischee aufzugreifen.

      Ich frage mich allerdings auch, wo die Fans der vielen Serien der 60er - 90er geblieben sind und wieso sie sich heute mit einem solchen Minimum an Vielfalt zufrieden geben. Genauso unbegreiflich ist es mir, wie Fans, die jahrelang Star Trek angesehen haben, den 2009er-Kinofilm wie den heiligen Gral feiern können, obwohl er an Oberflächlichkeit und grenzdebilem Schwachsinn kaum zu überbieten ist.

      Ich persönlich glaube ja, dass diese ganzen billigen Trash-TV-Formate, wie diverse Casting-Shows, Dokusoaps, Kochsendungen, Daily-Soaps, Pseudo-Wissensmagazine unter dem Niveau der Sendung mit der Maus, jede Menge Boulevard-Quatsch und RTL-Nachrichten unsere Ansprüche während der vergangenen 10 - 15 Jahre in die intellektuelle Steinzeit gesendet haben und wir uns sogar noch dann gut unterhalten fühlen würde, wenn wir 3 Stunden lang irgendwelchen C-Promis beim Butterbrote schmieren zugucken sollten.

      Auch der Einfluss der Medien auf die Gesellschaft wäre eine eigene SF-Serie wert, vor allem, wenn der Plot einen politischen Plan hinter der Verblödung der Massen beinhalten würde. Das würde ich mir spannender vorstellen, als einen Krieg zwischen Erde und Mars.


      Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
      Oberflächlich betrachtet ist Star Trek auch nichts Tiefgründiges, aber das trifft auch auf alle anderen Serien in anderen Genres zu. Tiefgründigkeit entsteht erst durch die Perspektive.

      Wenn jemand sehr viel nachdenken will, kann er das über alles tun. Im Extremfall reicht einfach ein einzelnes Bild, um Stunden lang nach zu denken.

      Ich würde eher anders an die Frage gehen: Leute, die sich mit Scifi beschäftigen werden dadurch nicht automatisch anspruchsvoll, aber es gibt eine Menge anspruchsvolle Leute, die sich mit Scifi beschäftigen. Der Grund dafür könnte sein, dass Scifi mehr gedankliche Freiheiten erlaubt als andere Genres, und im Grunde genommen auch nichts ausschließt.
      Sehr schön auf einen Punkt gebracht.
      Ich wäre bestimmt wieder viel zu ausschweifend geworden , aber was du da schreibst, trifft den Nagel genau auf den Kopf.
      Zuletzt geändert von Logan5; 03.06.2010, 15:49. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!

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        #33
        Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
        Warum nicht einmal eine Serie über die Kolonialisierung des Weltraums und die Entstehung einer intergalaktischen Kultur? Wieso gerade in heutiger Zeit keine verstärkte Thematisierung virtueller Welten durch eine Cyberpunk-Serie? Warum keine Serie über die Erforschung eine untergegangenen Kultur eines fremden Planeten und deren Einflüsse auf die Gesellschaft? Warum nicht mal eine Steampunk-Serie? Wieso nicht mal eine Serie über eine Gruppe irdischer Astronauten, die auf einem fremden, bewohnten Planeten abstürtzen und sich mit einer außerirdischen Kultur arrangieren müssen? Wieso nicht mal eine Serie über die Entdeckung einer Dyson-Sphäre oder Ähnliches? Warum nicht eine Serie über eine zukünftige Gesellschaft, in der alle Telepathen sind, die zeigt, wie so eine Veränderung die Gesellschaft beeinflussen würde? Warum nicht mal eine Serie, die die politischen Verhältnisse von heute ein paar Jahrzehnte weiter spinnt und zeigt, wie die Leute dort leben? Weshalb keine Serie über Genmanipulation und deren mögliche Folgen? Wieso keine Serie über das gesellschaftliche Zusammenleben mit Robotern und Androiden? Warum orientiert man sich im Fernsehn nicht mal an Geschichten renomierter SF-Autoren wie A.C.Clarke, P.K. Dick, Jack Vance, Alfred Bester, Isaak Asimov, Robert Silverberg, William Gibson, Jack Womack, John Sladek, Heinlein, Moorcock, Anderson, de Camp, etc..? Was ist mit Krimis und Agentenstories a la Captain Future oder Abenteuerstoffen wie Starwolf oder auch so mancher Perry Rhodan-Storyline?
        Das sind alles interessante Ideen und Autoren, und es ist eine gute Frage, warum davon nichts umgesetzt wird. Ideen für die nächsten 50 Jahre gibt es noch genug, und ich kann nur hoffen, dass sinkende Produktionskosten im CGI-Bereich und zunehmende Technisierung unserer realen Welt dazu beitragen, all dies mal anzupacken.

        Spätestens, wenn es in unserer realen Welt Androiden gibt, sollte es auch mal eine Serie über das Leben mit Androiden geben . Entsprechendes für die Kolonisierung des Sonnensystems usw.

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          #34
          @Torqual

          Willkommen im SciFi-Forum.


          Ich würde lieber eine friedliche und realistische Serie über die Kolonisierung des Mars sehen. Das Übersiedeln auf eine lebensfeindliche Welt, um dort eine neue Zukunft aufzubauen, scheint mir eher ein gesellschaftliches und wissenschaftliches Themengebiet zu sein, also genau das, wofür Science Fiction begrifflich steht.
          Natürlich könnten Konflikte geschehen, aber ein Krieg zwischen eine neuen Weltraumkolonie und der Erde wäre doch ein ungleicher Kampf.

          Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
          Wenn man mit Stargate (und seinen Ablegern) oder Battlestar Galactica nicht viel anfangen kann, hat man in Sachen Weltraum-SF doch schon verloren, oder?
          So sieht das leider aus. In diesem Zusammenhang finde ich es unverständlich, wieso Firefly eingestellt wurde. Immerhin war Joss Whedon doch sehr erfolgereich als Produzent von TV-Serien. Dass man sogar eine sehr gute SF-Serie von ihm einstellte, zeigt, in welcher Zeit wir leben.

          Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
          Warum nicht mal eine Serie, die die politischen Verhältnisse von heute ein paar Jahrzehnte weiter spinnt und zeigt, wie die Leute dort leben? Weshalb keine Serie über Genmanipulation und deren mögliche Folgen?
          Die Themen über die künftigen politischten Verhältnisse und Genmanipulation ließen sich auch kombinieren. Hier stelle ich mir eine kritische Serie vor, die uns ermahnt.
          Aber die nahe Zukunft ist m. E. schwerer darzustellen, als eine Ferne, denn bei letztere darf man seiner Fantasie freien Lauf lassen.
          Eine Serie, die in naher Zukunft - also nur einige Dekaden weiter - spielt, müsste wirklich sehr gut durchdacht werden, damit sie nicht in wenigen Jahren überholt ist.

          Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
          Wieso keine Serie über das gesellschaftliche Zusammenleben mit Robotern und Androiden?
          Das wäre interessant. Hier könnte man sich an Isaak Asimov orientieren. Gewissermaßen eine Serie, in der die Data-Thematik fokussiert wird. Ein Hauptcharakter könnte ein Gynoid sein.

          Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
          Was ist mit Krimis und Agentenstories a la Captain Future oder Abenteuerstoffen wie Starwolf oder auch so mancher Perry Rhodan-Storyline?
          Eine gut gemachte Real-Serie "Captain Future" würde mir gut gefallen, sofern die den Charme der Anime-Serie hätte.

          Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
          Wenn ich hier schon lese, dass Leute ernsthaft glauben, 60 lächerliche Jahre würden ausreichen, um alles in der TV-SF Erdenkliche bereits erzählt zu haben und dass ohnehin nichts Neues mehr zu erwarten wäre, bekomme ich Pickel!
          Das sehe ich auch so. Es gibt in der SF-Literatur noch sehr viel Stoff, z.B. den Gehirnschiff-Zyklus von Anne McCaffrey
          Anne McCaffrey ? Wikipedia

          Aber heute setzt man lieber auf bombastische Comic-Verfilmungen.

          Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
          Ich persönlich glaube ja, dass diese ganzen billigen Trash-TV-Formate, wie diverse Casting-Shows, Dokusoaps, Kochsendungen, Daily-Soaps, Pseudo-Wissensmagazine unter dem Niveau der Sendung mit der Maus, jede Menge Boulevard-Quatsch und RTL-Nachrichten unsere Ansprüche während der vergangenen 10 - 15 Jahre in die intellektuelle Steinzeit gesendet haben und wir uns sogar noch dann gut unterhalten fühlen würde, wenn wir 3 Stunden lang irgendwelchen C-Promis beim Butterbrote schmieren zugucken sollten.
          Mit diesem Satz drückst Du den heutigen Zeitgeist sehr teffend aus, Logan5.

          Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
          Auch der Einfluss der Medien auf die Gesellschaft wäre eine eigene SF-Serie wert, vor allem, wenn der Plot einen politischen Plan hinter der Verblödung der Massen beinhalten würde. Das würde ich mir spannender vorstellen, als einen Krieg zwischen Erde und Mars.
          Vemutlich gibt es einfach zu viele Lobbyisten, die etwas gegen eine solche Serie hätten. Schließlich soll die Masse nicht aus ihrem "Casting-Shows-und-Dokusoap-Schlummer" geweckt werden. Eine "schlafende" Masse lässt sich leichter beherrschen, also lass das TV weiter das "Schlummer-Lied" senden.
          Und damit sich alle gut informiert fühlen, sendet man unterhaltsame Pseudo-Wissensmagazine.

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            #35
            Interessant, wie hier auf nur zwei Seiten schon wieder viel im Detail und mit direktem Serienbezügen (SGA, SGU, nBSG, Star Trek mit Unterfranchises) diskutiert wird, aber kaum eine Aussage zur allgemeinen Situation getroffen wird. Eine Aussage zur allgemeinen Situation:

            Zitat von Larkis Beitrag anzeigen
            ....Das Grundproblem ist eher das nach über 60 Jahren so ziemlich alles erzählt wurde was es zu erzählen gibt....
            Das ist mitnichten so. Es gibt viele Konzepte gerade für SciFi-Serien, an die sich kein Produzent ranwagt oder die im Vorfeld von den "Meinungsmachern" abgeschmettert werden. Sicher, in der absolut abstrakten Sichtweise ist alles im SciFi erzählt - Kriegsszenario, Forschungsszenario, Endzeitszenario, Soziologische Problemstellungen in der Zukunft durch fortgeschrittene Technik und Mischungen aus all diesem - aber "alles erzählt" ist damit noch lange nicht alles: Änderungen der Perspektive, Änderungen der Erzähllogik, Portation weiterer schon vorhandener Stoffe ins Szenario SciFi bieten noch ein paar 100 Möglichkeiten, die von den Studios aber im Moment ignoriert werden - und, um den Bogen zur ursprünglichen Frage zurückzuspinnen, dies geschieht exakt darum, weil die resultierenden Serien oder Filme zu anspruchsvoll wären.

            Zitat von Larkis Beitrag anzeigen
            ....Der Hauptgrund dürfte denkbar simpel sein. Die Produktion von Sci-Fi Serien wird immer teuer, die neuesten Effekte können ja schon mit Filmproduktionen mithalten. Mehr Kosten braucht mehr einnahmen, mehr einnahmen erfordert größere Zuschauerzahlen, größere Zuschaerzahlen gibts wegen größerer Zielgruppe und die gibts nur wenn man das ganze vereinfacht das auch Nicht Sci-Fi Fans Interesse zeigen.
            Die Vereinfachung zielt sogar generell auf Massentauglichkeit. Je einfacher etwas ist oder dargestellt wird, desto mehr Menschen finden Zugang dazu, unabhängig davon, ob sie sich jetzt gezielt für SciFi interessieren oder nicht. Man denke an den grossen Erfolg der "Matrix" zurück - das waren nicht alles SciFi-Begeisterte, die vor allem den ersten Teil gut fanden. Jugendliche aus der passenden Musikszene, Anhänger von Verschwörungstheorien (die Bielefeldverschwörung ist jetzt übrigens im Kino, falls sich wer angesprochen fühlt ) - viele Gruppen, die nicht notwendigerweise im Bereich SciFi-Fans zu suchen sind, wurden durch das Gesamt-Packet bei "Matrix" angesprochen. "Avatar" kam mit einem noch einfacheren Konzept zur Massentauglichkeit daher: kindertauglich. Das reicht, um einen gewissen Grunderfolg sicherzustellen.

            Die Vereinfachung kann sogar dazu führen, daß Vertreter des SciFi-Genre bestimmten Produkten den SciFi-Status streitig machen wollen ("kein echtes SciFi", zu lesen in zB nahezu jedem Thread, in dem Avatar hier im Board genannt wird ) und das Produkt verweigern. Das wird im Marketing kalkuliert, und gerne werden 200.000 "echte" SciFi-Fans den 20.000.000 "Normalos" geopfert, die man mit dieser Vereinfachung erreichen kann. Problem und Grund gut erkannt, Wirkung aber etwas unterschätzt, Larkis

            Dann war da noch das allgemeine Streiten zum Thema "anspruchsvoll" zwischen transportermalfunction und HanSolo:

            Der SciFi-Fan tritt als anspruchsvoller auf als der Krimi-Fan o.Ä., ist es aber vielleicht gar nicht. Der typische Krimi bietet in den meisten Fällen eine falsche Fährte, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt verfolgt wird, dann das "erlösende" Detail und den Handlungsstrang bis zur Überführung des wirklichen Schuldigen, heutige Serien verzichten in einigen Folgen auf die falsche Fährte und ersetzen dies durch Onscreen-Action oder eine lange Phase von "das macht alles noch keinen Sinn"/eine lange Zeit ohne Fährte, zur Unterhaltung auch gerne mal durch eine Mixtur davon. Mußte der "Konsument" im Handlungsstrang einmal Umdenken, fühlt er sich gefordert, hat er die falsche Fährte vorher erkannt, fühlt er sich sogar "überlegen".

            Was passiert im SciFi? Da gibt es das typische Abfütter-Schema so nicht. Ein SciFi-Fan kann sich schon gefordert fühlen, wenn er 5 Minuten Problemstellung, 30 Minuten Technobabbel und 5 Minuten Problemlösung verfolgt - egal ob das Problem als Onscreen-Action in Kampfform oder als feststeckendes Forschungsszenario dargestellt wird. Ein SciFi-Fan ist oft begeistert, wenn ein für ihn höchstwichtiges Schlüsselelement auftaucht und enttäuscht, wenn es fehlt - und dieses Schlüsselelement ist je nach Splittergruppe innerhalb von SciFi grundverschieden.

            Natürlich kann ein Krimi interessanter und vielschichtiger in ein SciFi-Setting portiert werden, aber:
            Wäre ein Technobabbel-Fan damit abgefüttert, wenn die Ermittler ihre Technik nur einsetzen und sich um die Funktionsweise nicht kümmern (wie das bei Ermittlern der Fall ist)? Würde ein Fan von großen Raumschlachten diesen SciFi-Krimi zufrieden konsumieren können, vor allem, wenn der sich "nur" auf der Erde - wenn auch einer hochtechnisierten Erde - abspielt?

            SciFi erscheint anspruchsvoller, weil es für die Produzenten anspruchsvoller ist, die verschiedenen Schlüsselelemente vieler Splitterzielgruppen im Bereich SciFi in ein Produkt so zusammenzumischen, daß möglichst viele Splittergruppen sich angesprochen fühlen. Dabei bleibt gerade in jüngster Zeit die anspruchsvolle Handlung auf der Strecke.

            Und dann ist da noch die Verschwörungstheorie vom Zeitgeist/Halman und Logan5:

            Sehr treffend beschrieben, aber vielleicht die falschen Schlüsse rausgezogen. Ein einfacherer Grund sind einfach die Produktionskosten. Eine Container- oder Castingshow braucht eine dekorierte Halle oder Containersiedlung, ein paar "anerkannte B-Promi-Arschlöcher" zum Moderieren und Polarisieren und ein paar Idioten aus der Masse des Volkes, die den Traum von Reich-und-Berühmt-sein für ein bisschen vor-der-Kamera-rumturnen-und-sich-zum-Affen-machen träumen - besonders diese Gruppe stirbt einfach nicht aus in der Menschheit Und was in großer Masse verfügbar ist, ist billig

            Diese Tendenz zur "Gewinnoptimierung" innerhalb der westlichen "Kultur" ist also keineswegs verschwörerisch noch....

            Zitat von Mötley Crüe - 'Wild Side', 1987
            ....
            Greed's been crowned the new King!
            ....
            ....neu

            Was fehlt ist eine deutlich vernehmbare Stimme der SciFi-Fans die sagt, was ihnen jetzt eigentlich fehlt und was stört in heutigen Produktionen sowie die Konsequenz, Produkte, mit denen sie nix anfangen können, auch abzulehnen statt reinzuschalten "weil man eh nix anderes kriegen kann im Moment". Im schlimmsten Fall muß das soweit gehen, daß sich eine Grupper derer, die sich schlecht unterhalten fühlt, "zusammensetzt" (virtuell im Internet geht da auch ) und mal genau abklärt, was sie jetzt eigentlich von einer großen, neuen SciFi-Serie erwarten würden in Bezug auf Setting, Inhalt, Struktur, Schlüsselelemente, Perspektive usw und dies bis zu einem Rahmenplot für eine 16teilige erste Staffel zu vervollständigen, im Extremsten inklusive Drehbuch für einen Piloten. Denn kritisieren ist eine Sache, formulieren, was man eigentlich erwartet oder gar besser machen eine völlig andere. (Aus eigener schlechter Erfahrung würde ich für so ein Brainstorming aber einen "geschlossenen" Teil des Internets oder zumindest dieses Forums wählen - wie zB den Friseursalon, wo niemand der nicht registriert ist mitlesen kann - so daß nicht der kreative Rahmen und die witzigen Details geklaut werden und vorab in eine der schon kritisierten anspruchslosen und handlungsarmen Produktionen gepresst werden.)
            Karl Ranseier ist tot. Der wohl erfolgloseste Foren-Autor aller Zeiten wurde heute von einem Bus auf der Datenautobahn überfahren.

            "Ich mag meine Familie kochen und meinen Hund" - Sei kein Psycho. Verwende Satzzeichen!

            Star Wars 7? 8? Spin-Offs? Leute, das Haftmittel für meine Dritten macht bessere Filme!

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              #36
              DieIdeenvorschläge von Logan sind ganz nett für ein Buch z.B: aber wie will man den Stoff über mehrere Staffeln tragen?


              Nehmen wir doch eine Serie die sich um die Besiedelung eines Planeten dreht. Was kommt raus? "Problem der Woche + Techobabble"

              Eine Serie die sich um das Leben mit Robotern dreht. "Soap-Problem of the Week"

              Und da ist die Frage wer will so etwas sehen? Sogar die Star Trek Fans regen sich über solche "Problem der Woche" Konzepte auf. Wieso sollten Zuschauer einschalten wenn sie doch Problemlos einige Folgen überspringen können?

              Um bei einer Serie langfristig Zuschauer zu binden braucht man ein Hauptproblem das sich über eine oder mehrere Staffeln zieht. EInen großen handlungsrahmen in dem man dann die ganzen Unterhandlungen unterbringen kann.

              Interessant in dem Zusammenhang ist auch das Stargate Universe verteufelt wird obwohl es doch viele Elemente die aufgezählt wurden vereint. Es gibt kaum Krieg, es geht um das Zusammenleben in der Zukunft, es geht um Funktionsweise und Probleme von Technologien.

              Müsste doch eigentlich perfekt sein...


              Wie ANspruchsvoll darf eine Sci-Fi Serie den sein? Ein Mensch ist nunmal ein Mensch und kann auch nur über solche Probleme nachdenken die er selbst kennt. Um nochmal auf die Sache mit dem zusammenleben mit Robotern zurückzugreifen. Da läuft auch alles auf Verständigungs- und Technologische Probleme hinaus. Wie z.B. soll man die Psyche eines Roboters darstellen? SOll ein Roboter nur in 1 und 0 denken und Probleme damit haben das er eine Formel nicht lösen kann? Währ realistisch, für normale Menschen aber Null nachvollziehbar. Also muss der Roboter eine KI haben die Menschenähnlich ist womit wir wieder bei Soap angekommen sind.

              Das Problem ist nicht Geschichten zu finden die man erzählen kann, das Problem ist eine Geschichte zu finden die sich auch erzählen lässt und wirtschaftlich rentabel ist. Und da scheided ein Großteil nunmal aus.

              Und mMn ist Krieg die einzige Möglichkeit Sci-Fi Handlungen Interessant zu gestalten. Der Mensch ist ein kriegerisches Wesen da können wir uns auch noch soviel vormachen. Wir können nicht unsere Welt komplett ernähren obwohl wir Nahung in Überschuss haben, aber wir können jeden Teil des Planeten in wenigen Minuten vernichten. Daran wird sich auch nie etwas ändern. Der einzige Grund wieso es im Weltraum friedlich ist ist der das nur die Amis wirklich aktiv da oben swein können. Sobald andere Länder auch ihre Raumstationen haben wird es auch da oben Waffen geben.

              Und das sieht man überall. Ob Brettspiele, Kartenspiele oder SPiele im Sandkasten. Jede Form von Spiel ist auf Konfrontation ausgelegt. Das liegt den Männern nunmal im BLut.

              Oder kann mir jemand ein Brettspiel nennen wo es z.B. nicht darum geht die anderen zu besiegen?


              .
              EDIT (autom. Beitragszusammenführung) :

              Larkis schrieb nach 6 Minuten und 14 Sekunden:

              Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
              Was passiert im SciFi? Da gibt es das typische Abfütter-Schema so nicht. Ein SciFi-Fan kann sich schon gefordert fühlen, wenn er 5 Minuten Problemstellung, 30 Minuten Technobabbel und 5 Minuten Problemlösung verfolgt - egal ob das Problem als Onscreen-Action in Kampfform oder als feststeckendes Forschungsszenario dargestellt wird.
              Aber da ist doch dasselbe Abfütterns-Schema.

              Anaomalie der Woche taucht auf, Schiff ist in Gefahr, Technobabble lösung wird gefunden, FLug geht weiter.

              Alien der Woche taucht auf, Schiff in Gefahr, Diplomatische/Waffenlösung wird gefunden, Flug geht weiter.

              Aliens der Woche taucht auf, Alien wird von anderen bedroht, Diplomatische/Waffenlösung wird gefunden, Flug geht weiter.

              Das sind die 4 Grundschemas von Scifiserien seid es diese gibt.

              Es gibt doch keine einzige Folge egal bei welcher Serie wo nicht irgentjemand/etwas in Gefahr ist und gerettet werden muss.

              Der unterschied zu anderen Serien ist nur das Sci-Fi die Schemas von allen anderen Serien übernehmen kann weil Scifi kein eigenes Genre ist. Ansosnten ist alles gleich. Jede Sci-Fi Story kann man vom Inhalt auch erzählen ohne ein einziges Sci-Fi Element.
              Zuletzt geändert von Larkis; 04.06.2010, 12:47. Grund: Antwort auf eigenen Beitrag innerhalb von 24 Stunden!
              www.planet-scifi.eu
              Euer Scifi-Portal mit Rezensionen und Kritiken zu aktuellen Büchern und Hörspielen.
              Besucht meine Buchrezensionen:
              http://www.planet-scifi.eu/category/rezension/

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                #37
                Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
                Es gibt viele Konzepte gerade für SciFi-Serien, an die sich kein Produzent ranwagt oder die im Vorfeld von den "Meinungsmachern" abgeschmettert werden.
                Zum Beispiel ?
                Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
                Sicher, in der absolut abstrakten Sichtweise ist alles im SciFi erzählt - Kriegsszenario, Forschungsszenario, Endzeitszenario, Soziologische Problemstellungen in der Zukunft durch fortgeschrittene Technik und Mischungen aus all diesem - aber "alles erzählt" ist damit noch lange nicht alles: Änderungen der Perspektive, Änderungen der Erzähllogik, Portation weiterer schon vorhandener Stoffe ins Szenario SciFi bieten noch ein paar 100 Möglichkeiten
                Sicher, aber was heißt das jetzt konkret. Nehmen wir mal als Beispiel "Star Trek: Voyager". Wie könnte man eine vergleichbare Serie durch Änderungen der Perspektive, Änderungen der Erzähllogik usw. erneuern ?
                Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
                Was passiert im SciFi? Da gibt es das typische Abfütter-Schema so nicht. Ein SciFi-Fan kann sich schon gefordert fühlen, wenn er 5 Minuten Problemstellung, 30 Minuten Technobabbel und 5 Minuten Problemlösung verfolgt - egal ob das Problem als Onscreen-Action in Kampfform oder als feststeckendes Forschungsszenario dargestellt wird. Ein SciFi-Fan ist oft begeistert, wenn ein für ihn höchstwichtiges Schlüsselelement auftaucht und enttäuscht, wenn es fehlt - und dieses Schlüsselelement ist je nach Splittergruppe innerhalb von SciFi grundverschieden.
                Gut beobachtet. Für manche reicht es schon, bunte Energiestrahlen bei einer Raumschlacht zu sehen, usw. Letztlich aber heißt es, egal was man produziert, es wird immer Leute geben, die etwas vermissen. Man müsste schon ein sehr vielseitiges Konzept haben, dass viele zufrieden sind, aber allen kann man es nicht recht machen.
                Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
                Natürlich kann ein Krimi interessanter und vielschichtiger in ein SciFi-Setting portiert werden, aber:
                Kein aber .
                Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
                Wäre ein Technobabbel-Fan damit abgefüttert, wenn die Ermittler ihre Technik nur einsetzen und sich um die Funktionsweise nicht kümmern (wie das bei Ermittlern der Fall ist)? Würde ein Fan von großen Raumschlachten diesen SciFi-Krimi zufrieden konsumieren können, vor allem, wenn der sich "nur" auf der Erde - wenn auch einer hochtechnisierten Erde - abspielt?
                Das eine universelle Scifi-Konzept für alle gibt es nicht. Variationen von Grundmustern können aber ausloten, was für welche Zielgruppen interessant und wichtig ist und was eben noch toleriert wird, wenn etwas vernachlässigt wird, wie z.B. langatmige Technobabble-Erklärungen.
                Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
                Was fehlt ist eine deutlich vernehmbare Stimme der SciFi-Fans die sagt, was ihnen jetzt eigentlich fehlt und was stört in heutigen Produktionen sowie die Konsequenz, Produkte, mit denen sie nix anfangen können, auch abzulehnen statt reinzuschalten "weil man eh nix anderes kriegen kann im Moment". Im schlimmsten Fall muß das soweit gehen, daß sich eine Grupper derer, die sich schlecht unterhalten fühlt, "zusammensetzt" (virtuell im Internet geht da auch ) und mal genau abklärt, was sie jetzt eigentlich von einer großen, neuen SciFi-Serie erwarten würden in Bezug auf Setting, Inhalt, Struktur, Schlüsselelemente, Perspektive usw und dies bis zu einem Rahmenplot für eine 16teilige erste Staffel zu vervollständigen, im Extremsten inklusive Drehbuch für einen Piloten.
                Was genau soll dabei jetzt anderes herauskommen, als dass jeder wieder zig Vorschläge macht, die alle von der Meute zerrissen werden ?

                Jeder will etwas Anderes, und da wird sich nie etwas daran ändern.
                Wenn ich allein schon mal daran denke, welche Kämpfe hinter den Kulissen eines neuen Star Trek Films stattfinden, wenn es drum geht, ein Konzept zu entwickeln, ein Drehbuch usw.

                Natürlich kann man ein Exposee schreiben für eine Staffel und ein Drehbuch für den Piloten, aber wer macht sich diese Arbeit, wenn er kein Geld dafür kriegt ?

                Meine einfache Faustformel ist: Ich hätte gerne eine Serie wie Star Trek TNG oder VOY, nur besser. Durchdachte Folgen, und wenn es geht, mit den vielleicht noch 100 Ideen aus diversen Scifi-Kurzgeschichten, die man noch nicht umgesetzt hat.

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                  #38
                  Zitat von transportermalfunction Beitrag anzeigen
                  Meine einfache Faustformel ist: Ich hätte gerne eine Serie wie Star Trek TNG oder VOY, nur besser. Durchdachte Folgen, und wenn es geht, mit den vielleicht noch 100 Ideen aus diversen Scifi-Kurzgeschichten, die man noch nicht umgesetzt hat.
                  Im Grunde genommen, versuchte man dies doch genau mit Star Trek: Enterprise. Es wurde technisch noch besser umgesetz, mit IMHO sympathischen und bodenständigen Charakteren, um so die Anfänge der Sternflotte er erzählen.
                  Woran scheiterte diese Serie?

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                    #39
                    Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                    Im Grunde genommen, versuchte man dies doch genau mit Star Trek: Enterprise. Es wurde technisch noch besser umgesetz, mit IMHO sympathischen und bodenständigen Charakteren, um so die Anfänge der Sternflotte er erzählen.
                    Woran scheiterte diese Serie?
                    An den STar Trek Fans. Ists ja nichts eneus das die sich über Kleinigkeiten die nicht in ihr Universum passen aufregen und der Serie dann ihre Unterstützung verweigern.

                    Und dbei dem Rest scheiterte die Serie weil sie zuwenig neues bot.
                    www.planet-scifi.eu
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                      #40
                      Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                      Vemutlich gibt es einfach zu viele Lobbyisten, die etwas gegen eine solche Serie hätten. Schließlich soll die Masse nicht aus ihrem "Casting-Shows-und-Dokusoap-Schlummer" geweckt werden. Eine "schlafende" Masse lässt sich leichter beherrschen, also lass das TV weiter das "Schlummer-Lied" senden.
                      Und damit sich alle gut informiert fühlen, sendet man unterhaltsame Pseudo-Wissensmagazine.
                      Das klingt nach Verschwörungstheorie!

                      Zitat von Karl Ranseier Beitrag anzeigen
                      Der SciFi-Fan tritt als anspruchsvoller auf als der Krimi-Fan o.Ä., ist es aber vielleicht gar nicht. Der typische Krimi bietet in den meisten Fällen eine falsche Fährte, die bis zu einem gewissen Zeitpunkt verfolgt wird, dann das "erlösende" Detail und den Handlungsstrang bis zur Überführung des wirklichen Schuldigen, heutige Serien verzichten in einigen Folgen auf die falsche Fährte und ersetzen dies durch Onscreen-Action oder eine lange Phase von "das macht alles noch keinen Sinn"/eine lange Zeit ohne Fährte, zur Unterhaltung auch gerne mal durch eine Mixtur davon. Mußte der "Konsument" im Handlungsstrang einmal Umdenken, fühlt er sich gefordert, hat er die falsche Fährte vorher erkannt, fühlt er sich sogar "überlegen".

                      Was passiert im SciFi? Da gibt es das typische Abfütter-Schema so nicht. Ein SciFi-Fan kann sich schon gefordert fühlen, wenn er 5 Minuten Problemstellung, 30 Minuten Technobabbel und 5 Minuten Problemlösung verfolgt - egal ob das Problem als Onscreen-Action in Kampfform oder als feststeckendes Forschungsszenario dargestellt wird. Ein SciFi-Fan ist oft begeistert, wenn ein für ihn höchstwichtiges Schlüsselelement auftaucht und enttäuscht, wenn es fehlt - und dieses Schlüsselelement ist je nach Splittergruppe innerhalb von SciFi grundverschieden.

                      Natürlich kann ein Krimi interessanter und vielschichtiger in ein SciFi-Setting portiert werden, aber:
                      Wäre ein Technobabbel-Fan damit abgefüttert, wenn die Ermittler ihre Technik nur einsetzen und sich um die Funktionsweise nicht kümmern (wie das bei Ermittlern der Fall ist)? Würde ein Fan von großen Raumschlachten diesen SciFi-Krimi zufrieden konsumieren können, vor allem, wenn der sich "nur" auf der Erde - wenn auch einer hochtechnisierten Erde - abspielt?
                      Da ist schon was dran. Ein Krimi-Fan wird in seinem Genre natürlich auch in Anspruch nehmen, dass es besonders anspruchsvoll ist und das übrige Fernsehen (oder zumindest ein großer Teil davon) dagegen nur seichte Unterhaltung sei.
                      Einige Scifi-Serien oder Filme sind dagegen auch nur Abenteuergeschichten, die in eine andere Umgebung verlagert werden. Wobei natürlich Scifi auch die Chance bietet, besonders interessante oder exotische Phänomene zu zeigen oder abstrakte Theorien zu verbildlichen.
                      "Unterdrücke nie mit Gewalt Überzeugungen, die du für verderblich hälst, sonst unterdrücken diese Überzeugungen dich. " - B. Russell, 10 Gebote eines Liberalen.

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                        #41
                        Zitat von DragoMuseveni Beitrag anzeigen
                        Das klingt nach Verschwörungstheorie!
                        Ja, das habe ich bewusst etwas zugespitz formuliert.

                        Verschwörungstheorien sind doch zurzeit in. Eine SciFi-Serie, die einige Dekaden in die Zukunft spielt und gesellschaftskritisch die nahe Zukunft prognostisiert, mit einer Brise Verschwörungstheorie - das könnte doch gut funktionieren. Ein wenig wie Akte X - nur mit mehr SciFi.

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                          #42
                          Zitat von Halman Beitrag anzeigen
                          Im Grunde genommen, versuchte man dies doch genau mit Star Trek: Enterprise. Es wurde technisch noch besser umgesetz, mit IMHO sympathischen und bodenständigen Charakteren, um so die Anfänge der Sternflotte er erzählen.
                          Woran scheiterte diese Serie?
                          Genau genommen ist sie ja gar nicht gescheitert. Sie hatte vier Staffeln, und wenn manche aktuelle SF-Serien heute die damaligen Einschaltquoten von ENT hätten, könnten sie froh sein.

                          Ich denke, der Markt war übersättigt. Es gab zu viel Konkurrenz, und das Prequel kam zum falschen Zeitpunkt.

                          Aber exakt so wie ENT sollte eine neue Serie auch nicht unbedingt sein.
                          Man könnte schon auch von einem Prequel weggehen und was Neues machen, so wie TNG oder VOY, nur besser.
                          Zitat von Larkis Beitrag anzeigen
                          An den STar Trek Fans. Ists ja nichts eneus das die sich über Kleinigkeiten die nicht in ihr Universum passen aufregen und der Serie dann ihre Unterstützung verweigern.
                          Da ist durch was dran. Es gibt viele engstirnige Star Trek Fans, die eine ganze bestimmte Serie bevorzugen, aber das ist wieder ein schwieriges Thema.
                          Zitat von Larkis Beitrag anzeigen
                          Und dbei dem Rest scheiterte die Serie weil sie zuwenig neues bot.
                          Auch hier ist was dran. Wirklich etwas ganz Neues bot ENT nicht sonderlich oft. Mir gefiel ENT, nach dem ich mich dran gewöhnt hatte ganz gut, und eine fünfte Staffel hätte ich gerne noch gehabt.

                          Aber wirklich anspruchsvoll war ENT nicht. Das Niveau könnte man noch deutlich raufschrauben und wirklich durchdachte, interessante Folgen bringen. Aber nach dem neuen Film zu urteilen schwingt das Pendel derzeit eher in die andere Richtung. Mehr Action, weniger intelligente philosophisch anspruchsvolle Stories.

                          ENT + Star Trek (2009) passen eigentlich sehr gut zusammen, wobei ENT noch sehr viel mehr zu bieten hat. Wem Abrams' Star Trek (2009) gefällt, der sollte sich auch ENT anschauen.

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                            #43
                            Das Problem gibt es ja auch bei Stargate, die 2.Franchise die mehrere Serien hat.

                            Man macht etwas anders und schon schreit die Menge auf.

                            Manchmal hab ich echt das Gefühl das Sci-Fi Fans aus irgenteinem Grund sehr geringe Toleranz zeigen was neue Konzepte angeht.
                            www.planet-scifi.eu
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                            http://www.planet-scifi.eu/category/rezension/

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                              #44
                              Zitat von Larkis Beitrag anzeigen
                              DieIdeenvorschläge von Logan sind ganz nett für ein Buch z.B: aber wie will man den Stoff über mehrere Staffeln tragen?


                              Nehmen wir doch eine Serie die sich um die Besiedelung eines Planeten dreht. Was kommt raus? "Problem der Woche + Techobabble"

                              Eine Serie die sich um das Leben mit Robotern dreht. "Soap-Problem of the Week"

                              Und da ist die Frage wer will so etwas sehen? Sogar die Star Trek Fans regen sich über solche "Problem der Woche" Konzepte auf. Wieso sollten Zuschauer einschalten wenn sie doch Problemlos einige Folgen überspringen können?

                              Um bei einer Serie langfristig Zuschauer zu binden braucht man ein Hauptproblem das sich über eine oder mehrere Staffeln zieht. EInen großen handlungsrahmen in dem man dann die ganzen Unterhandlungen unterbringen kann.
                              Zunächst einmal habe ich überhaupt keine Schwierigkeiten mit Stand-Alone-Folgen, die jede Woche ein anderes Problem offerieren, sofern besagtes Problem nicht immer nur auf das "böse Alien der Woche" hinausläuft, sondern etwas Interessantes zu bieten hat.

                              Vor "Babylon 5" waren - abgesehen von Soaps - nahezu alle Serien so gestrickt und niemand hat sich daran gestört. Wem das Konzept einer Serie gefallen hat, der hat sie auch Woche für Woche angesehen. "Firefly" war im Großen und Ganzen doch auch so eine "Bottle-Show", genauso wie "Doctor Who", "Torchwood" oder "Eureka" und trotzdem wird da regelmäßig eingeschaltet. Bei Serien mit handlungsübergreifenden Plots hat man ja sogar eher das Problem, dass es Quereinsteigern schwer fällt, noch ins Geschehen hinein zu kommen und sie deshalb gar nicht erst mehr einschalten. Optimal sind eigentlich die Serien, die einen staffelübergreifenden Plot besitzen, der aber nicht in jeder einzelnen Folge zum Tragen kommen muss.

                              Andererseits frage ich mich, wieso du davon ausgehst, dass sich mit der Besiedlung eines Planeten kein Szenario ausarbeiten ließe, das sich über einen längeren Zeitraum zieht oder wieso du glaubst, eine "Roboterserie" müsse wie eine Soap aufgebaut sein. Es dürfte doch wohl am Ende maßgeblich von der Phantasie der jeweiligen Autoren abhängen, was sie aus einer Grundprämisse machen oder nicht.

                              Und was das sogenannte Technobabble angeht - das gehört zu einer Science-Fiction-Serie bis zu einem gewissen Grad einfach dazu. Man muss sich nur einmal vor Augen führen, wie sehr technische Neuerungen der letzten 10 - 20 Jahre unseren Sprachschatz verändert haben. Angenommen ein Zeitreisender aus den 70er-Jahren würde einen Tag im Jahr 2010 verbringen - für den müssten Phrasen wie "Mist, ich hab' schon wieder kein Netz", "Ich stelle mal mein Handy auf Lautlos", "Gib mir mal deine E-Mail-Adresse, dann schicke ich dir einen Download-Link" nach purem Technobabble klingen. Warum sollen SF-Serien so etwas nicht berücksichtigen. Solange nicht für jedes einzelne Problem der Tachionenimpuls ex machina aus dem Hut gezaubert wird, geht das für mich schon in Ordnung.

                              Über die Besiedlung eines fremden Planeten gab es übrigens in den 90ern mit "Earth 2" bereits eine sehr hochwertige Serie (mit damals leider zu hohen Produktionskosten), die weitaus mehr zu bieten hatte, als ein "Problem der Woche". John Sladeks "Robot Roderick" würde sich darüber hinaus wunderbar als Stoff für eine handlungsübergreifende Serie anbieten, ohne dass man dabei an Seife denken müsste.

                              Darüber hinaus gibt es ja auch ganz wunderbare Roman- und Comicserien, die sich sehr wohl handlungsübergreifend geben und trotzdem Dinge zeigen, die ich im Fernsehn so noch nie gesehen habe. Ich denke da an Valerian und Veronique, Storm, Andrax, Die Schiffbrüchigen der Zeit oder eben Perry Rhodan und da geht es auch nicht vorwiegend um Krieg.

                              Zitat von Larkis Beitrag anzeigen
                              Also muss der Roboter eine KI haben die Menschenähnlich ist womit wir wieder bei Soap angekommen sind.
                              Das käme doch stark darauf an, was man aus dem Thema macht. Geschichten wie Blade Runner oder Asimovs Robotergeschichten sind jedenfalls meilenweit davon entfernt, sich mit Soaps vergleichen lassen zu müssen.

                              Zitat von Larkis Beitrag anzeigen
                              Das Problem ist nicht Geschichten zu finden die man erzählen kann, das Problem ist eine Geschichte zu finden die sich auch erzählen lässt und wirtschaftlich rentabel ist. Und da scheided ein Großteil nunmal aus.
                              Das ist ein interessantes Argument, denn mich als reinen Konsumenten interessiert es einen Dreck, ob die Serie, die ich mag auch allen anderen gefällt, damit ihre Produzenten den höchstmöglichen Gewinn dabei heraus holen. Es geht hier um Kunst und da ist mir Wirtschaftlichkeit relativ egal. Darum muss ich mich als Zuschauer nicht kümmern.

                              Gerade Star Trek hat für mich beispielsweise in dem Moment angefangen langweilig zu werden, als seine Popularität auf dem Zenit war und die Produzenten der Meinung waren, sich ab jetzt nur noch permanent selbst wiederholen zu müssen.

                              Babylon 5, Lexx oder Farscape hatten längst keine so große Anhängerschaft, aber dafür noch Phantasie und Innovative Ideen, die sich vom Star Trek - Standard abzuheben verstanden. Fernsehn für die breite Masse kann letztendlich nur auf oberflächliche Unterhaltung hinauslaufen, die umso mehr an Substanz verliert, je mehr Leute sich davon angesprochen fühlen.

                              Zitat von Larkis Beitrag anzeigen
                              Und mMn ist Krieg die einzige Möglichkeit Sci-Fi Handlungen Interessant zu gestalten.
                              Vielleicht kenne ich einfach zu viele interessante Geschichten innerhalb wie außerhalb der SF, in denen Krieg keine Rolle spielt. Möglicherweise - ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen - kommt einem aber auch irgendwann die eigene Phantasie abhanden, wenn einem immer nur das Gleiche präsentiert wird und man kann sich nichts anderes mehr vorstellen.

                              Sicher ist Krieg ein möglicher SF-Stoff und in Serien wie Babylon 5 oder Space - Above and Beyond wurde das auch sehr interessant thematisiert, aber Star Trek, Star Trek - The Next Generation, Quantum Leap, Earth 2, Alien Nation, Doctor Who, Lost in Space, Mondbasis Alpha 1, Buck Rogers, Max Headroom, Eureka, Time Tunnel, Mission Seaview, Robocop, TekWar (auch wenn der Name anderes vermuten lässt), Dark Angel, Firefly, Starhunter, Torchwood uvm. kommen größtenteilswunderbar ohne Krieg aus, um spannende Geschichten zu erzählen.


                              Zitat von Larkis Beitrag anzeigen
                              Aber da ist doch dasselbe Abfütterns-Schema.

                              Anaomalie der Woche taucht auf, Schiff ist in Gefahr, Technobabble lösung wird gefunden, FLug geht weiter.

                              Alien der Woche taucht auf, Schiff in Gefahr, Diplomatische/Waffenlösung wird gefunden, Flug geht weiter.

                              Aliens der Woche taucht auf, Alien wird von anderen bedroht, Diplomatische/Waffenlösung wird gefunden, Flug geht weiter.

                              Das sind die 4 Grundschemas von Scifiserien seid es diese gibt.
                              Nein, nein - das sind nur die Grundschemata von Star Trek - Voyager und Stargate *duckundweg* .

                              Ich glaube, wenn alle SF-Serien, die ich kenne, so simpel gestrickt wäre, würde ich schon lange keine mehr ansehen. Aber du hast schon recht, es gibt eine Menge Serien, in denen es so abläuft und ich kann mir nichts Langweiligeres vorstellen. Aber versuch dieses Schema doch mal auf die von mir aufgezählten SF-Serien anzuwenden und guck mal, ob das dann wirklich so hinkommt.

                              Es gibt doch keine einzige Folge egal bei welcher Serie wo nicht irgentjemand/etwas in Gefahr ist und gerettet werden muss.

                              Zitat von Larkis Beitrag anzeigen
                              Jede Sci-Fi Story kann man vom Inhalt auch erzählen ohne ein einziges Sci-Fi Element.
                              Erzähl mal eine Geschichte wie "Welt am Draht", "Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein", "Ouantum Leap" , "Earth 2" , "Lexx", "Robocop", "Blade Runner" , "Zardoz", "Planet der Affen", "2001 - Odyssee im Weltraum" etc.. ohne SF-Elemente. Da bin ich aber gespannt.

                              Was du sagst trifft zwar in gewisser Weise durchaus auf manche SF-Story zu, aber längst nicht auf alle.

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                                #45
                                Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                                Über die Besiedlung eines fremden Planeten gab es übrigens in den 90ern mit "Earth 2" bereits eine sehr hochwertige Serie (mit damals leider zu hohen Produktionskosten), die weitaus mehr zu bieten hatte, als ein "Problem der Woche".
                                Gerade so eine Serie würde ich auch mal gerne im Star Trek Universum sehen.
                                Earth 2 hat mir auch gefallen. Leider gibt es die Serie nicht in einer schönen DVD-Edition zu kaufen.
                                Zitat von Logan5 Beitrag anzeigen
                                nein - das sind nur die Grundschemata von Star Trek - Voyager und Stargate *duckundweg* .
                                Ich denke, es könnte sich lohnen, diese Schemata zu erweitern. Grundsätzlich aber finde ich das Star Trek Universum am interessantesten, wobei Star Trek nicht notwendig die besten Serien hat. Aber Star Trek beschränkt sich nicht unnötig. Meine Meinung.

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